• Frust, Sorge – Besonnenheit. Wie der Migrationspakt angenommen wurde

    Über 160 Staaten haben in Marokko den Migrationspakt angenommen. Sie eint der Wunsch, Fakten gegen Desinformation zu setzen. CORRECTIV war vor Ort.

    Bab Ighli ist eine Sand-Brache. Ein Viertel am Rande der Stadt Marrakesch in Marokko. Zwischen den Palmen und Kakteen, die immer hier sind, stehen heute Zelte mit Konferenzräumen, eine Kantine, ein Restaurant – und durchsichtige Plexiglas-Silhouetten. Sie sollen Migranten darstellen. Bab Ighli ist heute von einer tonfarbenen Mauer umgeben, mit Einlasskontrolle wie am Flughafen.

    Am Montag, den 10. Dezember, kamen hier Delegationen von 164 Ländern zusammen, um den Migrationspakt anzunehmen. Ein Pakt, in dem die Vereinten Nationen festhalten, dass Migration eine unumgängliche Konsequenz der Globalisierung ist – und dass sie deshalb geordnet, legal und menschenwürdig stattfinden muss. Die meisten Länder haben ihre Außenminister geschickt, für Deutschland hingegen ist Angela Merkel selbst angereist. Ihre Anreise ist dabei auch ein Symbol: Dafür, dass Deutschland Migration realistisch sehen will.

    Am Wochenende vor der Zeremonie zerbrach die belgische Regierung an dem Pakt: die flämische Nationalistenpartei trat aus der Koalition aus. Manche Länder hatten in den Wochen zuvor verkündet, dem Pakt doch nicht zustimmen zu wollen, darunter Polen, Österreich und die USA, andere sind noch unentschieden.

    Louise Arbour, die Generalsekretärin für Migration der Vereinten Nationen, wirkt gereizt, als sie bei der Pressekonferenz am Sonntag darauf angesprochen wird. „Ich habe keine Kommentare dazu, wie der Pakt in irgendeinem Land debattiert wird.“ Es habe 18 Monate lang intensive Verhandlungen gegeben, am 13. Juli stand das Papier. Und nun sei es besonders bedauerlich, wenn sich ein Land von einem verhandelten Abkommen zurückziehe, in dessen Verhandlungen es zuvor eine große Rolle spielte.

    Entscheidung unter Palmen: Für Angela Merkel ist Marokko als Partner wichtig, da viel Migration von hier aus stattfindet. Foto: Tania Röttger für Correctiv.

    Sie spricht es nicht aus, aber sie meint sehr wahrscheinlich Österreich. Das Land hatte die Verhandlungen stellvertretend für alle EU-Länder übernommen. Ende Oktober kündigte der Kanzler Sebastian Kurz dann den Rückzug aus dem Pakt an, dessen Inhalt österreichische Diplomaten mit gestaltet hatten.

    Das Unbehagen mit dem Narrativ

    Zwei AfD-Männer drehen am Sonntag ein Video vor dem Eingang zur Konferenz und kritisieren die Plastik-Migranten-Silhouetten, weil „die Symbolik die hier sozusagen gezeigt wird, nicht der Realität entspricht, wie wir es in Europa kennen. In der Regel sind es doch gut kräftig gebaute Männer und eben nicht genau die Familien, wie es uns hier dargestellt werden soll.“ Das ist für die beiden „das erste Indiz, dass hier irgendwas nicht stimmen kann“. Viele Wahrnehmungen haben die beiden.

    Eines der 23 Ziele des Paktes befasst sich mit Wahrnehmungen und Narrativen. Dabei vermischen sich der Ruf nach einer faktenbasierten Debatte über Migration mit dem Ruf nach einem Narrativ, das positiv sein soll. Obwohl Narrative eigentlich Teil des Problems sind; sie sind nicht komplex genug.

    Narrative verkürzen die Realität, das müssen sie sogar, um verständlich zu sein. Dass sie im Migrationspakt trotzdem eine große Rolle spielen, ist deshalb problematisch. Die Lösung wäre eine Faktenbasis – dafür bräuchte es mehr Statistiken, Untersuchungen und Forschung zu Migration.

    Der Pakt ist ein emotionales Gelöbnis, das sich interpretieren lässt. Doch ein Europa, das instabil ist, und eine UN, die sich zankt, bräuchten Rationalität und komplexe Lösungen, die der Realität gerecht werden.

    Angela Merkel setzt mit ihrer Rede ein Zeichen

    Die EpochTimes teilte einen Artikel auf Facebook mit dem Kommentar: Angela Merkel wird den Pakt unterschreiben. Doch das stimmt nicht, denn niemand hat den Pakt unterschrieben. Auch solche Meldungen sind Teil der Desinformation über den Migrationspakt – sie sollen das Gelöbnis als verbindlich darstellen.

    Dabei war der Moment nicht annähernd so einschneidend wie prophezeit: Der marokkanische Regierungschef hatte gerade eine Nachricht des Königs verlesen. Konferenz-Präsident Nasser Bourita begrüßte die Anwesenden, sagte dann: „Die Konferenz wird sich nun Agenda-Punkt 10 zuwenden, er heißt Ergebnis der Konferenz.“ Er nennt den abstrakten Titel des Migrationpakts und des Dokuments, laut dem der Pakt angenommen werden soll: „Dokument A/CONF.231/L.1 und Dokument A/CONF.231.3“. Er dankt den Ländern für ihre Beiträge bei den Verhandlungen und ruft dann zur Abstimmung auf: „Die Konferenz wird nun abstimmen über den Entwurf. Kann ich davon ausgehen, dass die Konferenz wünscht, den Entwurf für Resolution A/CONF.231.L.1 anzunehmen?“

    Er schaut sich kurz um. „Ich höre keine Einsprüche.“ Er schlägt mit dem Richterhammer und sagt: „So ist es beschlossen.“ Verhaltender Applaus, der abbricht, wieder anfängt, vereinzelte „Woohoos“ im Saal, einige stehende Menschen. Der Multilateralismus räuspert sich – er schreit nicht.

    Auch Angela Merkel erhielt viel Applaus an diesem Tag, manche standen sogar für sie auf. Sie sprach sich deutlich gegen illegale Migration aus, und sagte: „Wir wissen, dass die Illegale Migration zum Teil sehr große Ängste verursacht und diese Ängste werden benutzt von den Gegnern des Paktes um Falschmeldungen in Umlauf zu bringen.“ In einem kleinen Zimmer erzählt sie kurz nach ihrer etwa zehn-minütigen Rede deutschen Journalisten, dass sie auch deshalb nach Marokko gereist sei: Viele illegale Migranten kämen aus diesem Land, aus Marokko. Die Zusammenarbeit sei wichtig, um dagegen vorzugehen. Dann verschwindet sie wieder, gleich geht ihr Flug zurück nach Deutschland. Eigentlich war sie gestern mit dem König von Marokko zum Abendessen verabredet gewesen – er sagte ab. Das berichtete Spiegel Online.

    Nüchterne Atmosphäre für einen emotionalen Pakt. Foto: Tania Röttger für Correctiv.

    Merkel sagte auch: „Es lohnt sich für den Pakt zu kämpfen, wegen des klaren Bekenntnisses zum Multilateralismus, nur durch den werden wir unseren Planeten besser machen können.“ Multilateralismus ist für manche ein Synonym für die globalen Eliten, gegen die populistische Parteien wie die AfD in Deutschland angeblich kämpfen wollen, sei es bei Übereinkünften wie diesem Pakt, oder in Institutionen wie der EU.

    Es gibt Länder, die immer wieder betonen, dass sie lieber bilaterale Abkommen haben wollen. Dass diese Forderungen aus multilateralen Bündnissen heraus gestellt werden, scheint kein Problem zu sein. Am Tag vor der Annahme veröffentlichte „Unzensuriert“ die Meldung, dass Chile auf Grund des Einflusses der österreichischen FPÖ auf das Land beim Abkommen nun doch nicht mitmache.

    Wer nicht mitmacht, über den wird nicht gesprochen

    Bei der Konferenz spürt man nichts davon, außer in den Fragen der Journalisten. Wenn ein Land keine Delegation geschickt hat, sind sie eben nicht da. Über sie sprechen UN-Generalsekretär Antonio Guterres, die Generalsekretärin der Konferenz Louise Arbour und Präsident der Konferenz Nasser Bourita, wie manche über Menschen sprechen, die falsche Sachen glauben. Ach, die kann man eh nicht überzeugen. Oder: Wir hoffen, sie machen doch irgendwann mit.
    Woher kam die Desinformation?

    Die Erklärung der chilenischen Regierung zu dem Pakt enthält genau die Punkte, die offizielle Redner bei der Konferenz immer wieder als Beispiele für falsche Behauptungen über den Pakt aufzählen. Dass Migration laut dem Pakt ein Menschenrecht sei, oder dass der Pakt die Souveränität der Staaten untergrabe, oder dass der Pakt offene Grenzen bedeute. Alle diese Punkte haben Redner auf der Konferenz in Marrakesch immer wieder als falsch zurückgewiesen.

    Dadurch wirkt die Meldung fast unwichtig, dass anscheinend Bots bei der Diskussion über den Pakt auf Twitter mitgemischt haben. Denn die einschlagende, viel bedeutendere Desinformation kommt von echten Menschen: Von Leuten, die Webseiten voll schreiben, von Aktivisten, die sich um Martin Sellner von der Identitären Bewegung auf Foren wie Discord gegenseitig Angst machen. Sie kommt auch von den Regierungen selbst.

    Journalisten fragen Arbour nach der Desinformation. Sie fragt zurück: Was hätten wir denn mehr tun sollen? Dabei klingt auch mit, dass die Staaten in der Verantwortung sind, Projekte wie den Migrationspakt zu kommunizieren. Sie sagt außerdem: „Ich bin nicht davon überzeugt, dass man Leute überzeugen kann, die nicht überzeugt werden wollen.“

    Die Debatte braucht Fakten statt Emotionen

    Der marokkanische Außenminister Nasser Bourati sagt in einem Hinterzimmer zu Journalisten: „Über den Pakt gibt es Missverständnisse, viele Fake News, viele Mythen.“ Waum das so ist? Zum einen habe man vielleicht nicht genug kommuniziert. Aber auch ein anderer Grund könnte möglich sein, meint Bourati. In Europa stehen Wahlen an, Migration sei dabei eine wichtiges Thema. Er sagt, die Länder, die sich zu dem Pakt bekannt haben, müssen nun in der Praxis zeigen, wie unproblematisch er ist, wie er funktioniert. Man müsse die Debatte ent-emotionalisieren. Da klingt er durch, dieser Wunsch, zum ersten Mal an diesem 10. Dezember: Realität statt Gelöbnis. Komplexität statt Narrativ.

    https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2018/12/10/frust-sorge-besonnenheit-wie-der-migrationspakt-angenommen-wurde

    #bot #fake_news #Maroc #global_compact #Marrakech #migration #narration

    • Haben Bots die Debatte um den Migrationspakt einseitig beeinflusst?

      Deutsche Medien verbreiten eine Analyse über automatisierte Programme, die angeblich das Stimmungsbild zum Uno-Migrationspakt verzerrt haben. Experten kritisieren die Untersuchung und werfen den Autoren unseriöse Methoden vor.

      Ein kleines Berliner Unternehmen hat angeblich einen grossen Schwindel aufgedeckt. Dort will man herausgefunden haben, dass die Twitter-Diskussion über den Uno-Migrationspakt manipuliert wurde. Verantwortlich sollen dafür sogenannte Social Bots gewesen sein.

      Darunter versteht man automatisierte Programme, die sich in den sozialen Netzwerken als Menschen ausgeben und deren Verhalten imitieren. Falls sie zahlreich auftreten, können sie womöglich das Meinungsklima beeinflussen. Laut einer Analyse des Unternehmens Botswatch stammten rund 28 Prozent aller deutschsprachigen Tweets zum Migrationspakt von Social Bots.

      Dieser Wert sei angeblich etwa doppelt so hoch wie bei anderen politischen Diskussionen. Die Bots hätten dabei gegen den Uno-Migrationspakt Stimmung gemacht. Zur Frage, wer hinter der angeblichen Manipulation stecken könnte, machte das Unternehmen keine näheren Angaben. Für die Untersuchung analysierte Botswatch rund 800 000 Tweets, die zwischen dem 24. November und dem 2. Dezember verfasst wurden.

      Die Analyse wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen und als Tatsache präsentiert. Kurz nachdem die ersten Texte dazu erschienen waren, meldeten sich Experten zu Wort und erhoben schwere Vorwürfe. «An der Studie stört mich, dass sie nicht einmal in Auszügen einsehbar ist. Dadurch sind die Ergebnisse wertlos», sagte der Social-Media-Analyst Luca Hammer. Florian Gallwitz, Professor für Medieninformatik an der Technischen Hochschule Nürnberg, sprach von einer «gezielt lancierten, unveröffentlichten Quatschstudie ohne belastbare Daten». Der Datenjournalist Michael Kreil forderte Botswatch in einem offenen Brief auf, die Untersuchung öffentlich zugänglich zu machen.

      Trotz Nachfrage bleibt unklar, wie das Unternehmen definiert, was ein Bot ist – und mit welcher Methode es Bots von echten Nutzern unterscheidet. Geschäftsführerin Tabea Wilke sagte, das zähle zu den Betriebsgeheimnissen ihres Unternehmens.

      Unseriöse Aussagen?

      Luca Hammer kommt bei einer stichprobenhaften Untersuchung zu dem Schluss, dass der Anteil von Bots in der Debatte um den Migrationspakt bei etwa 6 Prozent liege. Darunter seien allerdings auch automatisierte Accounts von Medienhäusern.

      Die Frage, welche Accounts als Bots zu klassifizieren seien, sei wissenschaftlich nicht geklärt, sagt Professor Gallwitz. «Deshalb ist jede quantitative Aussage über Bots unseriös.» Würde das Unternehmen Einsicht in die Liste mit den angeblichen Bot-Accounts gewähren, könnte das die Glaubwürdigkeit der Untersuchung stärken. Einer entsprechenden Bitte der NZZ wollte Botswatch mit Verweis auf den Datenschutz nicht nachkommen.

      Das Unternehmen habe bereits Kurzanalysen mit «fragwürdigen Kriterien» veröffentlicht, sagt Hammer. Demnach gelte jeder Nutzer als Bot, der mehr als 50 Tweets pro Tag absetze. Gallwitz kritisiert diese Methode: So erreiche man automatisch eine zunehmende Aktivität von vermeintlichen Bots, sobald ein Thema verstärkt diskutiert werde.

      Da manche Menschen Twitter wie ein Chat-Programm nutzen, kann die Zahl von 50 Tweets leicht erreicht werden. Auch Medienhäuser setzen teilweise mehr als 50 Tweets pro Tag ab. Laut Botswatch entspricht die 50-Tweets-Regel den Kriterien der Universität Oxford. Man habe allerdings einen «ganz eigenen Kriterienkatalog» entwickelt, um Bots per automatisierter Software aufzuspüren.

      Neben der Zahl der Tweets würden dabei viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Die Schwierigkeiten dabei zeigt ein Zitat, das von Botswatch selbst stammt: «Es gibt Social Bots, die sowohl automatisiert gesteuert werden als auch manuell.» Ein Bot-Profil, das teilweise von einem Menschen bespielt wird, wäre aber kein reiner Bot mehr.

      Unternehmen hat Verbindungen zur CDU

      Trotz einigen Unschärfen hat die Bot-Analyse politische Wirkung entfaltet. Die sozialdemokratische Justizministerin Katarina Barley rief angesichts der Ergebnisse die Betreiber sozialer Netzwerke dazu auf, gegen gefälschte Accounts vorzugehen.

      Im Mai war die Botswatch-Geschäftsführerin zu einem nichtöffentlichen Gespräch über künstliche Intelligenz im Bundeskanzleramt. Sie ist CDU-Mitglied und im C-Netz, einem Netzpolitikverein, der CDU und CSU nahesteht. Zwei der fünf Mitglieder des «Advisory-Boards» von Botswatch sind ebenfalls CDU-Mitglieder.

      Zu den Beratern von Botswatch gehört der bestens vernetzte PR-Fachmann Axel Wallrabenstein, der sich selbst als «Merkel-Fan» bezeichnet. Ausserdem wird Botswatch von dem christlichdemokratischen Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker beraten, der Merkel-Kritiker mit «Säuen» verglich, die sich im Dreck suhlen.

      Angela Merkel und die CDU warben nachdrücklich für den Uno-Migrationspakt. Die Diskussion über das Abkommen wurde besonders in den sozialen Netzwerken sehr hitzig geführt. Der Pakt soll die globalen Wanderungsbewegungen besser regeln und die Standards in den Zielländern der Migranten einander angleichen. Kritiker fürchten, das Abkommen werde die Migrationsströme nach Europa verstärken und die nationale Souveränität untergraben.

      Die Bot-Analyse wurde am Tag der Verabschiedung des Migrationspakts publik. Das mag Zufall sein oder auch nicht. Sicher ist jedenfalls, dass sie herangezogen werden kann, um Kritiker des Paktes zu diskreditieren und die Debatte darüber als aufgeblasen und fremdgesteuert darzustellen.

      https://www.nzz.ch/amp/international/deutschland/haben-bots-die-debatte-um-den-migrationspakt-geentert-ld.1444330



  • Des Esseintes dans la ZAC : Cécile Portier (De toutes pièces)
    https://diacritik.com/2018/08/31/des-esseintes-dans-la-zac-cecile-portier-de-toutes-pieces

    De toutes pièces est l’improbable journal, tenu sur quatre saisons, de la constitution pièce à pièce d’un cabinet de curiosités par un « curateur » anonyme pour de non moins anonymes commanditaires – une sorte de journal extime alternant les descriptions de l’extraordinaire des pièces avec l’ordinaire du collectionneur, enfermé dans le hangar où s’accumule son trésor caché.

    #cartoexpériment #cartographie #art #littérature #narrations


  • Instantané d’aire d’autoroute, quand la #classe_obscène (beau nom que Lordon a trouvé pour qualifier la #bourgeoisie triomphante) est bien obligée de se mêler, brièvement, aux #classes_populaires.

    L’autoroute est chargée, la station service fourmille. Comme d’habitude, les hommes entrent et sortent de leurs toilettes librement, tandis que côté femmes, une file d’une vingtaine de personnes patiente. Arrive une femme âgée, vêtue simplement d’une robe à fleurs défraîchie, marchant d’un pas lourd avec une canne. Elle tient deux enfants par la main. Elle observe la longue queue et s’avance pour voir où elle mène :
    « - C’est pour les toilettes tout ça ?
    – Eh oui... »
    Elle sourit, gênée, et continue à remonter lentement la queue. Elle arrive à l’entrée des WC. Dans ma nuque, une voix marmonne : « Non mais je rêve, elle va pas faire ça quand même ? » La vieille femme entre. De derrière moi surgit une passionnée de fitness et de cardio-training, 1m80, bronzée aux UV, mèches oxygénées et savamment coupées, tenue sport. Elle bondit après la vieille femme et hurle : « Il y a une file d’attente là ! La moindre des politesses ce serait de demander la permission de passer devant tout le monde ! C’est pas croyable ça ! » J’écarquille les yeux :
    « - Mais enfin madame, vous voyez bien que c’est une personne âgée qui se déplace difficilement !
    – Vous voulez que je vous pisse dessus, vous ?
    – Je vous demande pardon ? »
    Au même moment, la femme devant moi, corpulente, dreads approximatives sur la tête, réconforte doucement la vieille dame : « Quand elle aura sa vieille maman avec une canne, elle comprendra. » La sportive jette ses phrases comme des couteaux : « Ouais bah ma mère elle est morte, alors d’ici à ce qu’elle ressorte de sa tombe on a le temps. »
    L’ancienne, embarrassée, tente de se justifier :
    « - Vous comprenez, ce n’est pas un handicap, la canne me sert à...
    – Vous inquiétez pas, j’ai tout à fait compris la situation, je vois bien que c’est pas un handicap et que vous n’êtes pas prioritaire.
    – C’est un problème de hanche qui a...
    – Oh la la, me racontez pas votre vie, j’ai pas envie de vous entendre. Je suis médecin, les gens payent pour me parler. Y a un minimum de politesse à avoir. »
    Je fais remarquer que la courtoisie, c’est précisément à nous d’en faire preuve. M’ignorant superbement, la sportive reprend sa place dans le rang en jetant des « Avec sa canne, là, j’hallucine ! », tandis que la femme aux dreads et moi parlons à la vieille dame et lui signalons bientôt un WC qui se libère.
    L’épilogue n’est pas plus joyeux. Tandis que j’arrive moi-même dans les toilettes, j’entends dans celles d’à côté une voix d’ouvrière ou d’employée, expliquant à une petite fille : « Bah c’est vrai que maintenant la canne ça rend pas toujours prioritaire, parce que c’est pas forcément un handicap. En plus y a des handicaps, on les voit pas. Par exemple moi, si ça se trouve j’ai un handicap et personne le sait. On peut pas savoir. »

    #humiliation #priorité #handicap #vieillesse #pauvreté #judiciarisation #fascisme #mépris_de_classe #politesse

    • @sombre : ceci dit, elle formule très clairement ce que j’ai ressenti chez nombre de spécialistes. Cette phrase est juste ignoble, mais le plus flippant, c’est le biais colossal avec lequel cette femme riche, dans la force de l’âge, en excellente santé et férue d’exercices physiques perçoit le corps d’une vieille femme pauvre. Si c’est pas un handicap labellisé, c’est du chiqué. La faiblesse du corps devient un signe de manque de volonté, de laisser aller. Je n’ose même pas imaginer le type de médecine qu’elle pratique.

      Le truc intéressant, d’ailleurs, c’est que la sportive médicale n’a quand même pas osé refuser frontalement la priorité à l’ancienne, c’était un peu trop visible (sans compter que la grand-mère s’occupait de deux enfants). En revanche, elle a fermement tenu à ce qu’elle s’humilie en demandant une permission qui allait de soi pour toute personne décente (la #common_decency d’Orwell). Qu’une pauvresse mal fagotée lui passe devant sans mot dire, c’était insoutenable. Il fallait lui faire subir un rituel de soumission en bonne et due forme pour lui concéder cette dérogation exceptionnelle. Il n’y avait donc pour elle aucune contradiction à exiger de la politesse avec la plus grande grossièreté, car la politesse n’était qu’un prétexte, le véritable enjeu étant la soumission.

      @alexcorp : au-delà de son étonnante allégeance à la bourgeoise sportive au détriment de la vieille femme démunie, ce qui est désolant, c’est que cette ouvrière dit en partie vrai, mais pour de mauvaises raisons. Il y a effectivement des handicaps qui ne se voient pas, mais cela ne justifie pas qu’on doute de ceux qui se voient ou qu’on dénie un accueil adapté à des personnes dont le corps est visiblement fatigué, mais qui ne portent pas de carte de handicap. Bref, c’est une confusion totale, où seule la preuve bureaucratique attesterait d’une réalité et où toute éthique est absente.

    • Bravo pour ton intervention, c’est bien vu et bien bien écrit ! Mieux que : « Hier une bourge à mèches a menacé de me pisser dessus. » Et oui, c’est encore plus choquant d’apprendre qu’elle est médecin et incapable de voir en quelques secondes une hanche en vrac sur une personne qui marche dans son champ de vision.

      J’en rajoute sur la densité très différente que tu notes déjà entre chiottes des femmes et des hommes. En te lisant au début j’ai cru que la vieille dame irait chez les hommes, et que c’était ça qui ferait scandale. Il est temps de prendre leurs chiottes, plus que temps. C’est ici qu’il était question que les épouses d’architectes faisant ce type de travaux (gros, pour hommes) les briefent sur la différence entre égalité et équité et le besoin de plus de mètres carrés pour les femmes ?

    • Oui, d’autant que c’est un cas typique, d’une femme non seulement âgée, mais ayant la charge de deux enfants. Et qui explique pourquoi l’égalité en termes d’accès n’est pas une simple question arithmétique de surfaces équivalentes, mais doit nécessairement prendre en compte les usages. Les usages, eux, n’ont rien de symétrique.

      Cela étant, la médecin aurait crisé pareillement s’il s’était agi d’une file d’attente de supermarché, d’administration ou tout autre endroit où elle se retrouve traitée de la même façon que de moins riches qu’elle - ou, pire, qu’elle doive leur concéder quelque chose.

    • Puisque tu parles de file d’attente de supermarché, ça me rappelle pourquoi je vais chez Aldi, plutôt qu’au Casino à côté. La convivialité aux caisses y est nettement plus saine. Et la répartition des classes sociales est très nette. Pas « d’obscènes » chez Aldi, ou seulement par accident...


  • La vache ! un courrier du directeur adjoint du FBI. J’ai 72h pour répondre ou me faire poursuivre pour blanchiment d’argent…

    Répondre à son adresse chez wifiku.net en Indonésie…

    Attention: Beneficiary,

    We sincerely apologize for sending you this sensitive information via e-mail instead of certified mail, post-mail, phone or face to face conversation. It’s due to the urgency and importance of the security information of our citizens. I am David Lance Bowdich the Deputy Director of the Federal Bureau of Investigation (FBI) and Field Intelligence Groups (FIGs). We intercepted two consignment boxes at JFK Airport, New York. The boxes were scanned and they contained large sums of money ($4.1 million), also some backup documents that bear your name as the Beneficiary / Receiver. An investigation was carried out on the diplomat that accompanied the boxes into the United States and he stated that he was to deliver the funds to your residence as an overdue payment owed to you by a foreign country.

    After cross-checking all legal documents in the boxes, we found out that your consignment was lacking an important document and we can’t release the boxes to the diplomat until the document is found, we have no other option than to confiscate your consignment.

    According to Internal Revenue Code (IRC) in Title 26 also contain reporting requirements on a Form 8300, Report of Cash Payment Over $10,000 Received in a Trade or Business, money laundering activity may violate 18 USC §1956, 18 USC 1957, 18 USC 1960, and provision of Title 31, and 26 USC 6050I of the United States Code (USC), this section will discuss only those money laundering and currency violations under the jurisdiction of IRS, your consignment lacks proof of ownership certificate from the joint team of IRS and IRC, you’re requested to reply back immediately for direction on how to procure the fund ownership certificate to avoid being charged for evading the law, which is punishable offense in the United States.

    You are required to reply within 72hours or you will be prosecuted in a court of law for money laundering, you are instructed to desist from further contact with any bank(s) or person(s) in any part of the world regarding your payment because your consignment has been confiscated by the Federal Bureau of Investigation here in the United States.

    J’adore le dernier point : interdiction formelle de me renseigner à propos de ces paquets et du fric qu’ils contiennent…


  • Image et narration (notes) – L’image sociale
    http://imagesociale.fr/6363

    par André Gunther

    Opposer image et langage n’est pas une réponse satisfaisante pour décrire les usages communicationnels des images. La notion indispensable à cette description est la notion de narration, qui permet de dépasser l’approche essentialiste, au profit d’une compréhension intégrée des compositions qui, depuis les temps les pus reculés, proposent des supports de récit hybrides (chant, théâtre, opéra, illustration, publicité, cinéma, bande dessinée, journalisme visuel, etc.). Un récit est une forme symbolique qui comporte nécessairement une part énoncée ou énonçable. Mais le succès des récits hybrides indique que l’accompagnement visuel ou musical présente des avantages qu’il convient d’analyser.

    #Images #Narration #Légende


  • Kathryn Clark - Home
    http://www.kathrynclark.com

    Inspired by the historical storyboard of the Bayeux Tapestry, Refugee Stories is a series of embroidery panels that follow the journey of the Syrian refugees into Europe. The monumental scale of the crisis, the second largest mass migration in history, is documented in various points along the refugees’ journey out of Syria and into Western Europe. Each point along their journey was affected by geography: whether by sea or land, pastoral farmland or war torn desert. Using international news stories, Google Earth, and numerical data from the United Nations, each panel pieces together the journey in one schematic map.

    http://www.kathrynclark.com/refugee-stories.html


    #art #cartographie #narration #Syrie #conflit #réfugié·es


  • Play.ht’s Integration with Google’s WaveNet
    https://hackernoon.com/play-hts-integration-with-google-s-wavenet-f776080ac8d9?source=rss----3a

    Get Your #medium Stories Narrated by the Best Text to Speech TechnologyWhat is Google WaveNet?Google WaveNet is an advanced Text to Speech technology provided by Google which is arguably the most natural sounding computer voice we have ever heard.The other best voice is from their Deep Mind project called Tacotron, which is so indistinguishable from human speech that Google have challenged to identify if it’s human or machine.Ever since Google showcased their early demos, we have been eagerly waiting for Google WaveNet to release.Today, we are extremely excited to announce that we have integrated all of Google WaveNet’s voices into Play.ht and made them available for anyone who writes on Medium!What this means is that if you write on Medium, you can now use this advanced technology to create (...)

    #narration #audio #listen-to-stories #text-to-speech-technology


  • L’âge d’or de la narration en temps réel - Nouvelles Narrations
    http://www.benhoguet.com/lage-dor-de-la-narration-en-temps-reel

    La narration en temps réel est une performance créative qui obéit à un règle simple : une heure qui passe pour un personnage fictif équivaut à une heure qui passe pour le public. Faire correspondre le temps du récit avec le temps de sa consommation n’est pas une idée nouvelle, bon nombre de pièces de théâtre antiques ou classiques avaient déjà adoptées cette contrainte créative.

    Le cinéma a très vite redécouvert le temps réel et lui a probablement donné ses incarnations les plus marquantes, de La Corde d’Hitchcock (1948) à la série 24 (2001-2010). Il reste malgré tout une rareté, une performance qui éblouit mais ne saurait être la norme. De nombreuses séries télévisées comme Seinfeld ou X-Files ont ainsi proposé un épisode « événementiel » en temps réel… pour mieux revenir à une formule moins exigeante la semaine suivante.

    #Nouvelles_narrations #Linfiltré


  • Pour une #photo banale | Aurélien PIERRE, Photographe
    https://photo.aurelienpierre.com/pour-une-photo-banale

    La #photographie se situe quelque part entre la littérature et le cinéma. Une photo prise seule est une scène, qui se lit comme une description, comme un poème. Elle va évoquer plus qu’elle ne va raconter, car il est impossible de construire une #narration sur un seul cliché, figé dans le temps et dans l’espace (à moins de combiner plusieurs clichés dans un montage). Le cliché unique laisse donc beaucoup à l’imagination. C’est ce qui me pose problème avec les photographes « storytellers », parce que les clichés uniques qu’ils montrent sont l’équivalent d’une page arrachée d’un livre, et ces fragments d’histoires se rapprochent plus de l’énigme que de la narration. Donc ils ne racontent rien, ils crééent des interrogations, ou au mieux ils décrivent.


  • How Indigenous Communities Are Using Data to ‘Reframe’ Their Narratives Through Digital Storytelling · Global Voices
    https://globalvoices.org/2018/02/14/how-indigenous-communities-are-using-data-to-reframe-their-narratives-

    In 2017, Global Voices and Rising Frames started the Reframed Stories project, an ongoing, participatory digital storytelling initiative that works with community members to analyze data around media representation.

    The main objective of the Reframed Stories project is to work with indigenous communities that have been historically excluded or misrepresented in media and to help them see how they are being depicted in the news. The story initiative also provides a platform for discussion about this representation and a place where communities can respond to the coverage from their own perspectives. In the initial phase of this collaboration, the Reframed Stories’ team works with community members to analyze media data and then they create stories together.

    #nations_premières #peuples_autochtones #narrations




  • Syndicalisme, sexualités et antiracisme au pays de l’Oncle Sam. Les États-Unis de Daniel Guérin – Période

    http://revueperiode.net/syndicalisme-sexualites-et-antiracisme-au-pays-de-loncle-sam-les-etats

    Quoique laissent penser certains discours encore trop répandus dans la gauche radicale, la question des rapports politiques à nouer entre les luttes contre le capitalisme, contre le racisme et contre l’hétéronormativité n’est pas neuve. En France, elle a notamment été posée dès les années 1950 par Daniel Guérin – figure majeure du mouvement ouvrier comme du combat homosexuel et anticolonial – dans l’ouvrage qu’il rédigea suite à son séjour étatsunien : Où va le peuple américain. Revenant sur cet ouvrage, Selim Nadi fait apparaître ici les grandes lignes d’une politique d’émancipation unitaire qui, parce qu’elle n’abstrait jamais la question raciale et la question sexuelle des rapports sociaux de classe, s’avère constituer une « source d’inspiration inépuisable pour la gauche anticapitaliste ».

    #états-unis #narration


  • Ces cartes sont en même temps fortes, charmantes, naïves, touchantes, significatives. En un mot, très riches.

    Comme l’année dernière, l’association « Cartographier au collège » animée par Olivier Godard et Marie Masson a consacré une partie de son concours de cartographie à l’imaginaire, cette année aux « mondes souterrains ».

    Nous avons le plaisir de partager ici, avec l’autorisation de leurs auteur·es, la richesse des réflexions et des créations cartographiques de ces élèves de 5e et 6e.

    La ville souterraine imaginée par des collégien·nes
    https://visionscarto.net/ville-souterraine-college


    Vous pourrez lire ou relire l’ensemble publié l’année dernière :

    La ville de l’avenir sous le crayon des collégiens
    https://visionscarto.net/la-ville-de-l-avenir

    #Imaginaire #Cartographie #Narration #Futurisme #Villes #monde_souterrain


  • Mapping Cinematographic Territories

    https://atlascineproject.wordpress.com

    The overall goal of this project is to develop a range of tools, methodologies, practices and concepts that could contribute to the improvement of the cartography of narratives in general and of cinematographic narratives in particular.

    Films frame our geographic imagination. They associate images and stories to places, and contribute to the shaping of how we perceive and experience these places. Through the places they include and exclude, films contribute to the production of ‘cognitive maps’ and frame the way we envision and understand the world. The cartography of cinematographic narratives can then serve to explore how films may shape our spatial imaginary. It can also help to reveal the geographic structure of stories.

    #géographie #art #narration #cinéma


  • Lisez « Un Monde en pièces », BD politique d’#anticipation en GIF animés | Slate
    https://www.slate.fr/grand-format/un-monde-en-pieces-148983

    Voici le premier épisode d’Un Monde en pièces, une saga à dérouler qui nous transporte sur un immense plateau d’#échecs où pions, fous, cavaliers, tours et migrantes originaires d’un jeu de dames se démènent. Nous suivons une partie se déroulant sur plusieurs saisons, entre jeux de pouvoir, chasse à l’homme, histoire d’amour et montée progressive du #totalitarisme. Les principaux personnages sont Caïn, le cavalier ; Idisse, la dame qui travaille avec la police pour ne pas être expulsée ; Jaiseth, la tour qui conseille le pouvoir ; Détroit, le pion ; Acathe, la journaliste qui travaille pour l’hebdomadaire Le Pion.

    #bande_dessinée #GIF


  • Narrows
    https://emanchado.github.io/narrows

    NARROWS is an online storytelling system. The name stands for NARRation On Web System. The easiest way to explain it is to imagine an online Choose Your Own Adventure book with the following key differences:

    Instead of having a single reader, there are as many readers as protagonists in the story (it could be one, but also four or five).
    Instead of having to pick between two or three preset choices after each “chapter”, readers can write in a textbox whatever their characters do.
    Instead of the narrator writing the whole story with all possible branches upfront, then give it to the readers; the narrator writes only one chapter at a time and waits for the readers to submit the “actions” for their characters. Based on those actions, the narrator writes the next chapter.
    You can also think of it as a way of running ruleless, diceless RPGs online (which is indeed the reason why I wrote it in the first place).


  • Casterman - Furari

    http://www.casterman.com/Bande-dessinee/Catalogue/ecritures/furari

    Dans un esprit très proche de L’Homme qui marche, les déambulations d’un cartographe humaniste dans le Japon de l’époque d’Edo.

    Furari pourrait se traduire par « au hasard », « au gré du vent »…
    Tout comme dans L’Homme qui marche, mais avec pour cadre un Japon ancien aujourd’hui disparu, Jirô Taniguchi entraîne son lecteur dans les longues et tranquilles déambulations d’un cinquantenaire dont le nom n’est pas donné mais que tout Japonais devine être Tadataka Inô, célèbre géomètre et cartographe qui, au début du XIXe siècle, établit la première carte du Japon en utilisant des techniques et instruments de mesure modernes. Au hasard de ses intuitions et de son inextinguible curiosité, cet attachant et pittoresque personnage nous initie à la découverte des différents quartiers d’Edo, l’ancien Tôkyô, et de ses mille petits plaisirs. Retiré du monde des affaires mais fidèle à ses réflexes, il arpente, mesure, prend des notes, dessine, tout en laissant libre cours à son goût pour la poésie et à son inépuisable capacité d’émerveillement. Jirô Taniguchi, comme il l’a fait dans Au temps de Botchan avec le célèbre écrivain Sôseki, se glisse dans la tête et le coeur d’un personnage historique, nous faisant ainsi appréhender un regard japonais sur le monde qui touche à l’universel.

    #bd #voyages #itinéraires #narrations


  • Cartographie de nulle part

    #Grayson_Perry « response » to Mappa Mundi questions heaven’s existence while featuring obscene language (From Hereford Times)

    http://www.herefordtimes.com/resources/images/6248552

    AS one of Britain’s most prominent modern artists, Grayson Perry has received more than the odd complaint from the country’s established cultural critics.

    And now the cross-dresser, who won the Turner Prize in 2003, is feeling the wrath of visitors to Hereford Cathedral.

    Mr Perry, who was awarded a CBE for services to contemporary art, is one of a number of artists included in the “Mapping Inspirations” exhibit now on display.

    #cartographie #visualisation #nulle_part #ciel #terre #obscénité #narration
    The works, which opened to the public earlier this month, see contemporary artists “respond” to Hereford’s world-famous Mappa Mundi.



  • LUMIÈRES DU SUD… — 2/4
    http://www.larevuedesressources.org/lumieres-du-sud-2-4,2949.html

    LUMIÈRES DU SUD… (cahier du photographe) 83 poèmes… …en suivant 83 photographies de Robert Frank toutes tirées de son livre LES AMÉRICAINS THE AMERICANS 1958, 1985, 1993 pour les photographies de Robert Frank & Delpire Éditeur, 2009 N.b. le titre de chaque poème de Lionel Marchetti correspond à la légende de chaque photographie originale de Robert Frank ; l’ordre chronologique du livre est respecté ; lorsqu’une photographie est par contre ici absente — une cinquantaine de photographies sont (...)

    Poésie

    #Poésie_


  • J – 156 : Dans la vie il y a des moments de grâce, avec l’âge, je me rends compte que c’est une bonne idée d’en prendre note, simple note, de le noter pour soi, pas nécessairement de l’écrire, mais au moins de s’en souvenir, comme de proposer à Adèle en ce dimanche après-midi au froid qui commence à piquer un peu, si, des fois, elle n’accompagnerait pas son vieux père encourager ses copains du rugby. Et nous voilà, elle serrée contre moi de froid, s’égosillant, Vincennes, Clac-clac-clac, Vincennes Clac-clac-clac , fort amusée quand je lui explique comment notre neuf est en train de chambrer les gros d’en face, interdite de voir un joueur resté à terre et auquel on donne un coup de bombe de froid dans le short ben oui Adèle je crois qu’il craint pour son intégrité physique, cramoisie de plaisir coupable en entendant certaines obscénités des supporteurs de Vincennes et les réponses des types d’en face et intriguée quand je lui explique la raison pour laquelle, malheureusement l’essai en contre de notre demi d’ouverture ne comptera pas, il y avait un en avant au départ de l’action lequel avait été dûment signalé par l’arbitre par un bras tendu au moment de la faute. Et puis il y a une échauffourée entre notre Léo et le huit d’en face, et alors on entend Adèle s’égosiller de sa petite voix de fille douze ans : le huit on sait où t’habites ! Crise de rire collective dans la tribune, dans la tribune des supporters d’en face et même sur le terrain, poignée de mains entre les impétrants, c’est aussi cela le rugby, le vrai, le rugby d’amateurs, d’amateurs qui s’empoignent, qui font tomber des ballons, qui commettent des en-avant, qui s’envoient, qui boitent bas en quittant le terrain sous les encouragements, qui se serrent la main à la fin du match et qu’on embrasse le long de la main courante quand ils regagnent le vestiaire, rompus, courbatus, parfois vaincus, crottus et fourbus.

    Et d’y emmener sa fille lui expliquer les finesses du jeu, la règle du hors-jeu dans les regroupements, tout cela par un vrai froid automnal qui pique un peu, oui, de tels éclats, les garder pour soi, pour les jours où c’est à l’intérieur de soi qu’il fait froid.

    Exercice #42 de Henry Carroll : Transformez la forme en rythme

    #qui_ca