• Opinion | The World Cup Is Starting Soon. Why Does No One Care ? - The New York Times
    https://www.nytimes.com/2026/06/03/opinion/world-cup-club-soccer-america.html

    Des réflexions très intéressantes sur la relation foot/nationalisme à l’heure de la globalisation. Et si le nationalisme imaginaire des équipes de foot et leurs supporters n’était plus aussi fort quand le nationalisme est capté par les politiciens comme étendard pour en réalité couvrir leurs simples projets réactionnaires.

    They used to call the World Cup, unequivocally, the planet’s biggest sporting event. But it is about to start, right here in North America, and no one much seems to care. Thousands of tickets remain unsold, and just weeks ago, others were being resold well below their official price. In cities around the United States, air traffic isn’t materializing, and hotels that had counted on millions of dollars in additional revenue are watching it trickle instead. FIFA has had to cancel block reservations of rooms, and there’s talk of a global boycott as a kind of protest against President Trump — his wars, his border policies, his imperial vulgarity. When the games actually begin, interest will surely surge. But at the moment it seems as if there is less anticipation than there was for this past weekend’s club soccer Champions League final between Arsenal and Paris Saint-Germain. And I actually do think this might be telling us something, beyond the world of sports, about the global landscape of politics and culture.

    In the States, the indifference might not be surprising, even though the event is being played mostly on U.S. soil. The U.S. team is more talented than in the past but hasn’t looked impressive for years. Soccer is still a growth sport rather than a dominant one in this country, and many Americans aren’t exactly feeling the flush of simplistic patriotism these days. On top of which, the tickets have been priced punishingly high.

    What is more striking to me is the muted interest of the rest of the world, which every four years for decades seemed almost to pause for a month to engage in a truly global but appealingly low-stakes performance of tribal nationalism. These days the World Cup no longer seems to tower over the rest of the sporting universe quite so much, with club soccer building a new global ubiquity over the past dozen years or so — if not quite displacing the World Cup at the top of the soccer pecking order, then at least taking a place right beside it.

    What makes this shift so striking is that it has happened alongside a rising tide of political nationalism around the world, which you might think would produce a great surge in soccer nationalism, too. Instead, the age of global populism has coincided with intense interest in the biggest club teams — for-hire rosters assembled largely from international talent by megacorporations boasting jersey sponsorships from foreign conglomerates. Those teams made up of local prodigies wearing their national colors and playing their hearts out for love of country? They still matter to fans, of course. But no one could even pretend to illustrate the age of global populism by talking about the intensity of popular feeling about national teams.

    #Foot #Nationalisme

  • Im Tagesspiegel vor 80 Jahren : Nazis raus aus Oper und Bezirksamt
    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/im-tagesspiegel-vor-80-jahren-nazis-raus-aus-oper-und-bezirksamt-155367

    Nous vivons à tous les égards dans une société sous domination des héritiers du régime nazi et de leurs alliés impérialistes américains. Tout le monde le sait et publie toujours des articles à ce sujet comme si cela y changeait quelque chose.

    Les grandes lignes de la politique nationale n’ont pas beaucoup changé depuis 1914. Notre ennemi principal est toujours slave et veut nos terres en Bessarabie pour sa Nouvelle Russie. A la fin on trouvera bien une solution du problème Russe. En route pour troisième tentative.

    Voici un exemple de « Vergangenheitsbewältigung » du journal bourgeois Tagesspiegel . Cette publication fait partie du monopole d’opinion qui prépare la prochaine guerre contre la Russie.

    22.5.2026 von Markus Hesselmann - Ein Jahr nach Kriegsende schrieb unsere Zeitung über ganz konkrete „Entnazifizierung“ oder „Denazifizierung“ in Berlin – und deren Ausbleiben. Eine neue Folge der historischen Kolumne.

    Man könne ja auf diese Fachleute nicht verzichten: Diese jahrzehntelang, teils bis heute vorgebrachte Entschuldigung für das Versanden der „Entnazifizierung“ wollte unsere Zeitung frühzeitig abräumen.

    Wie denn mit Nazifunktionären, Parteibonzen und Parteigenossen, Mitmachern und Mitläufern umzugehen sei und umgegangen wird, das war vor 80 Jahren Thema vieler Berichte, Analysen und Kommentare sowie nicht zuletzt des „Demokratischen Forums“ mit Zuschriften der Leserinnen und Leser.

    „Die Staatsoper wäre nicht mehr leistungsfähig, wenn alle diese Kräfte entlassen würden?“ Am 22. Mai 1946 stellte der Tagesspiegel diese Frage rhetorisch-präventiv, aber offensichtlich auch schon aus Erfahrung. Die Antwort: „Ein solches Argument kann niemals anerkannt werden.“ (Wir zitieren in dieser historischen Kolumne wie immer in der damaligen Rechtschreibung.)

    Will man im Bild bleiben, dann war eine Kultur-Kanone größten Kalibers zuvor schon von den Alliierten „entlassen“ worden: Über Wilhelm Furtwängler, der in Nazi-Deutschland geblieben war und von Goebbels’ und Görings Gnaden die Berliner Philharmoniker geleitet und an der Berliner Staatsoper dirigiert hatte, war von den Alliierten fürs Erste ein Auftrittsverbot verhängt worden.

    Mit der Begründung, die Deutschen zur Demokratie zu erziehen, trieben die Alliierten die „Entnazifizierung“, oder synonym damals auch „Denazifizierung“, in der direkten Nachkriegszeit mit Anordnungen und Direktiven voran. Im heutigen Wissen darum, wie dann in Deutschland tatsächlich „entnazifiziert“ wurde, wirkt deren Wortlaut, hier dokumentiert im Tagesspiegel, fast surreal strikt.

    Anordnung der Alliierten Kommandantur Berlin, im Wortlaut dokumentiert im Tagesspiegel vom 9. März 1946.
    Entnazifizierungs-Anordnung im Tagesspiegel vom 9. März 1946 auf der Berlin-Seite

    Auch der Stardirigent machte von der Möglichkeit Gebrauch, sich vor einer Entnazifizierungskommission einer „Reinigung“ zu unterziehen, wie es der Tagesspiegel ausdrückte, allerdings selbst in Anführungszeichen. Vorschnellen Rehabilitierungsmeldungen über Furtwängler war unsere Zeitung im Juni 1946 noch entgegengetreten.

    Im Dezember desselben Jahres folgte die „Entlastung“ samt ausführlich zitierter Begründung, derzufolge Furtwängler zwar „mit dem Gewicht seiner künstlerischen Bedeutung den kulturellen Interessen des Dritten Reiches diente“, er aber „selbst weder äußere noch innere Bindungen zu der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen hatte und in vielen Fällen Verfolgten Hilfe gewährte“.

    Maßgeblich dafür, eine „Entnazifizierung“ auszusprechen oder zu verweigern, war demnach, ob jemand Parteigänger oder Sympathisant war. Als weniger wichtig erschien, wie es dem NS-Regime half, wenn jemand sein Können und seine Prominenz in dessen Dienst stellte.

    Natürlich beschränkte sich die frühe, später dann ohnehin kaum mehr weiterverfolgte „Denazifizierung“ nicht auf die Kultur.

    Quer durch die Branchen gab es auf der Berlin-Seite Artikel im Stil von Gerichtsreportagen – „Ideale und Beweise“ (Einsprüche von Ärzten), „Gesinnung vor dem Richtertisch“ (Versuche, in der Wirtschaft wieder Fuß zu fassen) – wie auch nachrichtliche Berichte mit vielen Zahlen („Die Säuberung der Polizei“) .

    Die bezirklich organisierte Entnazifizierung betraf auch die Bezirksämter selbst. Hier ein Beispiel aus Wedding, ein erstes Resümee. Mit befürchtetem Personalmangel und protokolliertem Desinteresse klingen zwei Dauerthemen an.

    Die eigene Branche darf bei alldem nicht unerwähnt bleiben, durchaus kritisch auch im Tagesspiegel. So leitete Peter Wyden, der als Jugendlicher 1937 mit seinen Eltern vor antisemitischer Verfolgung aus Berlin nach New York geflohen war und sich nun in seiner Heimatstadt als US-Militärangehöriger am Wiederaufbau der Presse beteiligte, das weitverbreitete Mitmachen und Mitlaufen deutscher Journalisten auch historisch ab.

    Dass vielen „das Handwerk gelegt“ wurde, lässt sich laut der Studie „Journalismus im Dritten Reich“ von Norbert Frei und Johannes Schmitz am ehesten über exponierte Nazi-Ideologen unter den Medienschaffenden sagen.

    „Berufsverbot erhielten allenfalls jene, die als ausgesprochene Parteijournalisten bekannt waren und/oder einen Rang in der SS bekleideten“, schreiben die beiden Forscher in ihrem Standardwerk.

    So tauchten Journalisten, deren propagandistisches Wirken bis 1945 offensichtlich gewesen und im Tagesspiegel sogar vielfach dokumentiert worden war, bald darauf wieder in hohen bis höchsten Positionen auf. Auch beim Tagesspiegel selbst, dazu bald mehr in dieser Kolumne.

    #Allemagne #nazis #revanchisme #impérialisme #nationalisme #dénazification

  • “Surveillance City”

    Directed by Harjant Gill and Pearl Sandhu and featuring Professor Inderpal Grewal, Surveillance City takes viewers on a journey through contemporary #Delhi, narrating a city marked by the extreme inequality resultant of decades of neoliberalism, and highlighting the insidious work of an authoritarian state deploying surveillance and securitisation measures to govern diverse populations and temper unrest. It’s a powerful meditation on masculinism and militarism, populism and patriarchy, the aesthetics and affects of security, nationalism and religion, policing and the law, discourses of terror, fear of the other, the role of the media, but also dissent, protest, and the prospects of democracy in a postcolonial state.

    https://vimeo.com/1149568432?fl=pl&fe=vl


    https://antipodeonline.org/2026/05/13/surveillance-city

    #film #film_documentaire #surveillance #Inde #inégalités #autoritarisme #néolibéralisme #New_Delhi #géographie_urbaine #ville #nationalisme_hindou #nationalisme #minorités #pauvreté #gentrification #enclaves #caméras_de_vidéosurveillance #sécurité #sentiment_de_sécurité #patriarcat #sécuritisation #espace_domestique #masculinité #religion #esthétique #Narendra_Modi #normalisation #émotions #peur #insécurité #lois #lois_coloniales #armée #militaires #policing #réseaux_sociaux #terrorisme #terreur #hindous #homogénéité #géographie #géographie_sociale #classes_sociales #castes #démocratie #Etats_post-coloniaux #colonialisme #répression #droits

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  • The Long Shadow of the “Jewish Question”

    Joseph Dana - The Nation

    "(...) Né à Vienne en 1864 dans une famille assimilée, Nathan Birnbaum avait grandi dans un milieu largement laïque, tout en rejetant l’idée que les Juifs devaient se fondre dans la culture germano-autrichienne environnante. Avec son regard déterminé et sa barbe fournie descendant bien en dessous de la gorge, on aurait facilement pu le confondre avec Theodor Herzl à l’époque.

    Les deux hommes avaient d’ailleurs été alliés pendant un temps. Près de vingt ans auparavant, en 1890, Birnbaum avait forgé le terme « sionisme » alors qu’il dirigeait la revue sioniste "Selbst-Emanzipation" ("Auto-émancipation"), et il fut par la suite élu secrétaire général de l’Organisation sioniste lors du premier Congrès sioniste à Bâle. Plus tard, cependant, il abandonna le mouvement sioniste et embrassa une vision différente de l’avenir du peuple juif – une vision qui s’écartait radicalement du sionisme politique et qui constituait l’enjeu implicite du rassemblement de Czernowitz.

    Birnbaum ne croyait pas que les Juifs yiddishophones dispersés des pays baltes à la mer Noire fussent des Européens déchus attendant leur transformation en Palestine, comme le soutenait le mouvement sioniste. Il les considérait plutôt comme une nation vivante méritant d’être reconnue là où elle se trouvait déjà. La conférence de Czernowitz visait à officialiser cette reconnaissance en déclarant le yiddish langue nationale du peuple juif, et non pas une langue parmi d’autres. Une telle déclaration aurait constitué un défi direct au projet sioniste, qui s’employait à faire revivre l’hébreu comme langue d’un futur État et à dénigrer le yiddish, le qualifiant de langue dénaturée de la diaspora.

    Mais il n’en fut rien. La conférence réunissait des hébraïsants et des sympathisants sionistes qui refusaient d’abandonner l’hébreu. Le compromis qui en résulta déclara le yiddish « une » langue nationale plutôt que « la » langue nationale, préservant ainsi un rôle pour l’hébreu et la vision politique qu’il véhiculait. Pourtant, même dans cette formulation prudente, on perçoit les contours d’une histoire longtemps enfouie : toute une contre-tradition au projet sioniste que Birnbaum avait autrefois contribué à bâtir.

    Plus d’un siècle après la conférence de Cernowitz – après que Birnbaum se fut détourné du sionisme pour se tourner vers la diaspora –, les questions qui ont motivé sa transformation reviennent avec une urgence saisissante au sein d’un petit groupe de Juifs, dont le nombre ne cesse de croître. Horrifiés par l’anéantissement continu de Gaza et le lent nettoyage ethnique de la Cisjordanie, ils ont commencé à remettre en question l’orthodoxie qui sous-tend le sionisme et, ce faisant, à envisager des idées impensables il y a encore quelques années.

    Les Palestiniens, bien sûr, ont compris ces idées depuis des décennies. Ce qui apparaît comme une découverte pour certains Juifs de la diaspora est en réalité ce que les Palestiniens affirment depuis que la logique du sionisme leur a été imposée. Pourtant, comme le suggère l’histoire de Birnbaum, les critiques qui émergent aujourd’hui au sein de la communauté juive ne sont pas totalement étrangères à la tradition. Les générations actuelles n’en ont tout simplement pas conscience.

    Ce n’est pas un hasard. Les écrits d’hommes comme Nathan Birnbaum sont quasiment absents des programmes scolaires hébraïques, et leurs idées ne sont abordées dans aucun sermon à la synagogue. Leur absence du récit, cependant, fait partie intégrante du récit. Des penseurs comme Birnbaum ont été mis à l’écart parce qu’ils complexifiaient un discours qui se devait d’être présenté comme incontournable : celui selon lequel le sionisme est la seule réponse viable à l’existence juive dans le monde moderne.

    Du vivant de Birnbaum, cette notion était sujette à de vifs débats, discutée, contestée, voire rejetée de Varsovie à New York. À cette époque, de multiples visions de l’avenir juif coexistaient, rivalisant pour gagner des soutiens, et la forme actuelle du sionisme n’était ni inévitable ni incontestée. Les alternatives étaient elles-mêmes des mouvements politiques élaborés, comptant des millions d’adeptes qui concevaient l’existence juive différemment du nationalisme territorial qui a finalement prévalu. Aujourd’hui encore, leurs réflexions demeurent accessibles, bien qu’obscurcies, prêtes à être redécouvertes par ceux qui souhaitent les examiner.

    Pour comprendre comment tous ces mouvements ont émergé à peu près au même moment et au même endroit, il est nécessaire de revenir sur un débat qui agitait alors l’Europe au sujet du rôle des Juifs dans les sociétés européennes. Ce débat, connu sous le nom de « question juive », n’a pas été initié par les Juifs eux-mêmes. Ce sont les chrétiens européens qui l’ont lancé dans les décennies qui ont suivi la Révolution française, lorsque les Juifs nouvellement émancipés ont commencé à revendiquer la citoyenneté dans des pays qui les avaient confinés dans des ghettos pendant des siècles. Des philosophes et des hommes politiques se réclamant du libéralisme se demandaient si les Juifs pouvaient être des citoyens loyaux de nations tout en restant un peuple « à part ». Cette question était intrinsèquement antisémite, considérant la différence juive comme une anomalie menaçant la cohérence des États-nations que les Européens s’efforçaient de construire.

    À la fin du XIXe siècle, les Juifs avaient intériorisé ce cadre de pensée et commencèrent à proposer leurs propres réponses. Certains optèrent pour le baptême ou l’assimilation culturelle. D’autres, comme Birnbaum puis Herzl, proposèrent le nationalisme. D’autres encore insistèrent sur le socialisme ou le renouveau religieux. Pourtant, dans nombre de ces cas, la question elle-même demeura inquestionnée. Plutôt que de rejeter le cadre même de la « question juive », le sionisme politique, par exemple, l’intériorisa et proposa la souveraineté territoriale comme solution. Accepter la validité de la question revenait à accepter qu’il fallait remédier à quelque chose dans l’existence juive. Être juif en diaspora était perçu comme une pathologie nécessitant un remède sous la forme d’un arrangement politique.

    La réponse de Birnbaum fut d’inverser le postulat. Rencontrant les masses yiddishophones d’Europe de l’Est, il se souvint plus tard : « J’ai découvert un peuple présentant tous les signes d’une nation vivante et distincte ; il m’apparut de plus en plus clairement qu’une nation déjà existante n’a pas besoin d’être recréée. » Sa solution à ce défi fut le Golus-Nationalisme, ou nationalisme diasporique. Ce terme était une provocation. Golus, mot yiddish signifiant exil, avait toujours revêtu des connotations négatives dans la pensée juive, ancrées dans le concept biblique de galout, châtiment divin infligé au peuple juif pour ses péchés et exil de la Terre promise après la destruction du Temple. Les sionistes l’utilisaient pour décrire la situation honteuse de la dispersion juive, situation que leur mouvement entendait enfin guérir.

    (...) Les Juifs avaient conservé une identité distincte pendant des siècles sans souveraineté. Plutôt que de voir cela comme une lacune à corriger, [Birnbaum] proposait de l’appréhender comme une forme unique d’existence nationale. Les nations n’avaient pas besoin de territoire pour exister. Les millions de locuteurs yiddish dispersés à travers l’Europe de l’Est constituaient déjà une nation par leur langue, leurs institutions et leur culture commune. Ils n’avaient pas besoin d’aller ailleurs.

    Birnbaum n’a laissé aucune institution portant son nom, mais il a laissé l’héritage d’une quête inachevée. Moins de dix ans après la Conférence sur la langue yiddish, il entreprit ce que des auteurs orthodoxes décriraient plus tard comme un « baal teshuvah », un retour à la religion. Il commença à affirmer que l’appartenance au peuple juif était avant tout une question d’alliance plutôt que politique. Les Juifs étaient le peuple de Dieu avant d’être une nation au sens moderne du terme. Un renouveau national sans la Torah était spirituellement vide. Pire encore, cela risquait de devenir une idolâtrie du pouvoir.

    Birnbaum s’est détourné du sionisme car il a compris que l’affirmation nationale impliquait l’antisémitisme qu’elle prétendait combattre. Le nationalisme diasporique offrait une alternative plus acceptable – l’autonomie culturelle sans déplacement forcé – mais il a vécu assez longtemps pour soupçonner qu’il ne pouvait protéger les communautés de la destruction. Ce que Birnbaum a compris à la fin de sa vie, c’est que la question elle-même était un piège : se demander où les Juifs pourraient être acceptés supposait qu’ils ne l’étaient pas déjà. Le véritable enjeu était de savoir si les États pouvaient tolérer la pluralité, et sur cette question, le XXe siècle allait porter un verdict terrible. (...)

    Pourtant, les leçons de la catastrophe [la Shoah] étaient plus ambiguës que ne le laissait entendre le récit sioniste. L’Holocauste révéla non pas l’échec des stratégies diasporiques, mais les conséquences mortelles du nationalisme européen, cette même idéologie à laquelle le sionisme cherchait à adhérer plutôt que de la transcender. Et le soutien enthousiaste de l’Europe à un État juif reflétait autre chose que du philosémitisme. Les camps de personnes déplacées de l’après-guerre étaient pleins de Juifs qui ne pouvaient retourner dans leurs foyers car leurs communautés avaient été anéanties, et trop de leurs anciens voisins ne souhaitaient pas leur reconstruction. Un État juif en Palestine résolvait le problème juif de l’Europe tout en exonérant cette dernière de toute culpabilité. Il orientait les survivants vers le Moyen-Orient plutôt que d’exiger leur réintégration dans les sociétés qui les avaient trahis.

    (...)"

    https://www.thenation.com/article/world/long-shadow-of-the-jewish-question

  • https://www.lemonde.fr/idees/article/2026/01/17/marine-duc-geographe-au-groenland-la-memoire-des-violences-coloniales-reste-

    Marine Duc, géographe : « Au Groenland, la mémoire des violences coloniales reste vive et pèse dans les recompositions géopolitiques »

    Publié le 17 janvier 2026

    Les visées de Trump sur l’île arctique ont des effets sur les politiques danoises à l’égard de la population inuite et sur l’expression du nationalisme groenlandais, explique l’universitaire dans un entretien au « Monde ».

    Marine Duc est géographe, spécialiste du Groenland et maîtresse de conférences à l’université de Reims, où elle étudie les rapports de pouvoir postcoloniaux entre la population groenlandaise et le Danemark. Elle a travaillé notamment sur les inégalités éducatives et de genre, ainsi que sur les politiques extractivistes au Groenland.

    *Comment analysez-vous la réponse groenlandaise aux menaces d’annexion de Donald Trump ?*

    La situation a évolué depuis les premières prétentions de Donald Trump, il y a un an. En janvier 2025, le président des Etats-Unis pouvait espérer sans doute un soutien d’une partie de la population, du fait d’un sentiment antidanois exacerbé au Groenland ces dernières années. Ce n’est plus le cas aujourd’hui. Il n’existe qu’une très petite minorité favorable à l’action de Trump, et les déclarations répétées du président des Etats-Unis suscitent de l’anxiété parmi la population.
    La position du « ni-ni » défendue par les leaders groenlandais, et par de nombreux militants et membres de la société civile, est claire : ils ne veulent être ni danois ni américains ; ils sont groenlandais, et les accords sur l’autonomie élargie de 2009 reconnaissent pleinement leur droit à l’autodétermination. Les visées de Donald Trump semblent avoir pour effet de transformer l’expression du nationalisme, en déclenchant des manifestations d’union nationale transpartisane, comme l’a montré la déclaration conjointe, le 9 janvier, des cinq partis politiques groenlandais. Cette unanimité est assez rare dans l’histoire politique du Groenland.❞
    (...)

  • Mohammed Harbi, historien iconoclaste du nationalisme algérien, est mort à l’âge de 92 ans

    L’auteur d’« Aux origines du Front de libération nationale » et du « FLN : mirage et réalité » est mort le 1er janvier, à Paris, à l’âge de 92 ans. Il aura puisé, dans son expérience de cadre du mouvement indépendantiste, la matière d’une œuvre novatrice mettant à mal les mythes de l’histoire officielle.


    Mohammed Harbi, à Paris, le 3 décembre 2019. RICHARD DUMAS POUR « LE MONDE »

    Il était un monument de l’historiographie du nationalisme algérien, dont il a exploré les ressorts et les arcanes, ébréchant au passage bien des mythes dont se nourrissait la vulgate officielle ou militante. Mohammed Harbi est mort jeudi 1er janvier, à Paris, où il vivait en exil depuis un demi-siècle. Il était âgé de 92 ans. Ce dandy austère, rires de gamin et œil facétieux, toujours prêt à gratifier de son exquise courtoisie le visiteur, en son modeste appartement de Belleville, aura eu bien des vies.

    Laquelle retenir ? Celle du nationaliste, cadre du Front de libération nationale (#FLN), qui œuvra en qualité d’expert dans les coulisses des premières négociations d’Evian, en mai 1961 ? Celle de l’opposant aux nouveaux maîtres de l’indépendance, fidèle à ses convictions socialistes, emprisonné dès 1965 et contraint de quitter son pays à l’âge de 40 ans ? Ou celle de l’#historien en exil, de l’homme d’archives, spécialiste du FLN et de la guerre d’Algérie, qui, dans la seconde moitié des années 1970, bouleversa les grilles de lecture convenues, en forgeant le concept de « populisme révolutionnaire » (Aux origines du Front de libération nationale, Christian Bourgois, 1975), avant de débusquer, derrière la façade du parti-Etat FLN, la captation du pouvoir par une « armée-Etat » (Le FLN : mirage et réalité. Des origines à la prise du pouvoir 1945-1962, Jeune Afrique, 1980, rééd. Syllepse) ?

    Il aura bien fallu ces trois vies pour féconder une œuvre unique, nourrie tout à la fois de convictions intactes et d’une connaissance intime de la machinerie du FLN et de ses racines sociales. « Harbi aura été un pionnier dans la déconstruction de l’idéologie officielle véhiculée en Algérie », salue son confrère Benjamin Stora, qui trouva dans l’historien exilé un inspirateur pour ses propres recherches. En ce mitan des années 1970, il n’était pas encore pleinement évident de bousculer les récits paresseux, à Alger comme à Paris, en pointant le rôle de la religion et du conservatisme rural dans la mobilisation du FLN au cœur de la guerre, comme la dérive prétorienne qui se révéla au grand jour après l’indépendance. On doit à Harbi cette formule sarcastique : « Normalement, chaque pays possède son armée. Eh bien, en Algérie, c’est l’inverse : c’est l’armée qui dispose du pays ! »

    De militant à prisonnier

    Né le 16 juin 1933, à El-Harrouch, à mi-chemin entre Constantine et Philippeville (future Skikda), Mohammed Harbi est issu d’une famille de notables : propriétaires terriens du côté paternel et clercs religieux du côté maternel. Au lycée, l’adolescent – qui perdit deux membres de sa famille lors de la sanglante répression de mai 1945, à Guelma et Sétif – s’éveille aux idées nationalistes – mais aussi au marxisme –, par l’entremise de son professeur d’histoire, Pierre Souyri, intellectuel trotskiste lié au groupe Socialisme ou Barbarie. Mais ce n’est qu’à Paris, après sa terminale au collège Saint-Barbe et une inscription à la Sorbonne, en 1953, que le jeune homme se lance vraiment dans le militantisme. Le syndicalisme étudiant l’aspirera progressivement dans la galaxie du FLN après l’éclatement de la guerre d’indépendance, le 1er novembre 1954.

    Cadre de la fédération de France du FLN, où il s’occupe de la presse et la communication, il est envoyé, en 1958, en Allemagne pour coordonner les réseaux européens de soutien – en armes et en argent – où ses amis trotskistes prennent toute leur place, notamment le groupe de Michel Raptis (alias Pablo). Il décide pourtant de prendre ses distances, à l’été 1958, après avoir appris que la mort au « champ d’honneur », six mois plus tôt, d’Abane Ramdane, avocat de la primauté du politique sur le militaire dans le combat nationaliste, était en fait un assassinat perpétré au Maroc par ses propres camarades.

    Il reprend alors ses études à Genève, mais la formation du gouvernement provisoire de la République algérienne (GPRA) l’appelle à Tunis, où il intègre l’équipe de Krim Belkacem, ministre chargé de la défense, puis des affaires étrangères. De ce poste d’observation tunisois, Mohammed Harbi est le témoin, aux premières loges, des affrontements fratricides au sein du FLN. L’irrésistible ascension du clan des militaires, notamment les chefs de l’« armée extérieure », lui apparaît en pleine lumière. Au lendemain de l’indépendance de 1962, il n’en demeure pas moins dans le giron de la direction du nouvel Etat. Les orientations socialistes du président, Ahmed Ben Bella, le convainquent de rester à ses côtés comme conseiller.

    Mais l’Algérie, il le voit bien, n’est pas prête à la radicalité de cette autogestion idéalisée. « S’il y a un pays où l’on magnifie le peuple tout en le piétinant, c’est bien l’Algérie », résumait-il en 2002 pour Le Monde. « Conseiller » de Ben Bella, certes, mais pas apparatchik : il est l’un des rares à exprimer son opposition au « trucage » du congrès des syndicats de la fin 1962 et au #code_de_la_nationalité (définie par l’ascendance musulmane). Il est aussi l’un des seuls à dénoncer la pratique de la torture, dans un éditorial de Révolution africaine, revue du FLN qu’il dirige pendant quelques mois. Dès le congrès du FLN, en avril 1964, il a compris que « tout espoir de réformer le FLN était devenu vain » : la victoire de la « bureaucratie militaire » est en marche.

    Ses craintes se confirment avec le coup d’Etat, en juin 1965, de Houari Boumédiène, chef d’état-major de l’armée, qui renverse Ben Bella et emporte Harbi dans la disgrâce. Quand les agents des renseignements généraux viennent l’arrêter, le 9 août de la même année, dans un appartement d’Alger, au beau milieu d’une réunion clandestine de la toute nouvelle Organisation de la résistance populaire, il n’est pas surpris. Sait-il que sa première vie s’achève ? Il revoit la scène comme si c’était hier. « On avait commencé à manger un couscous d’orge », se rappelle-t-il, l’œil voilé de malice. Un souvenir aussi clair que celui de la cellule de un mètre sur deux, meublée d’un « matelas qui suintait l’eau », qu’il retrouve entre deux interrogatoires.

    Historien audacieux

    A partir de cet été-là, sa vie d’homme politique, de cadre de parti, est déjà derrière lui. Et un premier bilan sur les ratés de l’indépendance s’impose. « L’arbitraire en Algérie n’est ni le fruit d’une contagion étrangère, ni la conséquence d’une substitution des rôles entre gestionnaires d’hier et gestionnaires d’aujourd’hui. (…) Nos structures sociales continuent à véhiculer des comportements et des pratiques d’un autre âge, perpétués par des couches dirigeantes forgées dans la violence, exclusivistes, (…) hantées à tous les échelons de la hiérarchie par la peur des lendemains », écrit-il, en cellule, en décembre 1965. Le texte sert d’introduction au livre L’Arbitraire (Apic Ed. , 2006), de Bachir Hadj Ali, dirigeant communiste arrêté quelques mois plus tôt et longuement torturé par les policiers de Boumediène. Libéré en 1970, mais placé en résidence surveillée, Harbi quittera clandestinement l’Algérie en 1973 pour gagner la France.

    C’est durant ces années de plomb que le révolté fait sa mue, « passant de la militance à l’histoire », selon la formule de son ami Pierre Vidal-Naquet. _Aux origines du FLN, son premier livre, a été entièrement élaboré en prison. « Ce travail, c’était mon compagnon de cellule. Sans lui, je n’aurais pas tenu. » On mesure mal aujourd’hui le choc qu’a pu représenter la publication de cet ouvrage iconoclaste qui, au-delà de la fiction d’une Algérie laïque et socialiste, décrivait une société communautaire, patriarcale, profondément musulmane et éventuellement xénophobe, en somme « plébéienne », pour reprendre un concept qu’Harbi affectionnait. Personne n’avait alors osé briser le tabou sur l’histoire de la révolution algérienne. Quant au deuxième livre, _Le FLN : mirage et réalité, l’historien René Gallissot a écrit, dans La Quinzaine littéraire, qu’il « brûle les doigts » par son « audace de désacraliser l’idéologie nationaliste ».

    Bien plus tard, cette Algérie conservatrice ressurgira sur un mode paroxystique avec l’éruption fondamentaliste et les violences de la « décennie noire » des années 1990. Adversaire politique déclaré de l’islamisme, Harbi appelle néanmoins à le combattre par des voies démocratiques, tout en constatant, dès avril 1992, dans une interview à l’hebdomadaire Algérie-Actualité_, que l’ « annexion de la religion par l’Etat » fait son œuvre, ouvrant un boulevard aux revendications intégristes.

    Féru de concepts et citoyen engagé, Harbi était pourtant tout sauf un homme de marbre. Initié par son père aux raffinements du bien-vivre, il était aussi cet intellectuel agnostique, féministe et bon vivant, qui parlait avec chaleur des rues du Caire et de l’intelligentsia égyptienne, qui s’enthousiasmait au souvenir des internationalistes africains, comme Mario de Andrade ou Aquino de Bragança – « Ces gars-là, c’étaient des purs produits de la gauche portugaise ! Des poètes ! » – et était capable de réciter par cœur des passages d’_Aurélien, de Louis Aragon. La vie, clamait-il, « ne se réduit pas à sa dimension politique ».

    Mohammed Harbi en quelques dates

    16 juin 1933 Naissance à El-Harrouch (Algérie)

    Mai 1961 Participe aux négociations autour des accords d’Evian en tant qu’expert de la délégation du gouvernement provisoire de la République algérienne (GPRA)

    Août 1965 Emprisonné après le coup d’Etat de Houari Boumédiène contre Ahmed Ben Bella

    1973 Départ clandestin d’Algérie pour la France

    1975 Publication de son premier ouvrage Aux origines du Front de libération nationale (Christian Bourgois)

    1er janvier 2026 Mort à Paris

    https://www.lemonde.fr/disparitions/article/2026/01/02/mohammed-harbi-historien-iconoclaste-du-nationalisme-algerien-est-mort-a-l-a

    #Mohammed_Harbi #nationalisme #militarisme

  • Ce qu’il faudra faire pour vaincre l’#extrême_droite

    L’extrême droite se nourrit du #désespoir économique, de l’#insécurité et de l’#exclusion. Pour la priver de ses ressources, ceux qui veulent préserver la #démocratie doivent proposer un contre-discours axé sur la #dignité et l’#appartenance, ainsi qu’un programme politique conçu pour favoriser l’#inclusion_économique et la #résilience_climatique.

    De l’Allemagne aux États-Unis en passant par le Brésil et au-delà, l’extrême droite gagne du terrain. Si les détails varient d’un pays à l’autre, le schéma est étonnamment cohérent : l’extrême droite prospère lorsque les économies ne parviennent pas à assurer le #bien-être, l’#équité et la #sécurité.

    Ce n’est pas une observation nouvelle. #Antonio_Gramsci, #Karl_Polanyi et d’autres penseurs du XXe siècle ont diagnostiqué le #fascisme comme une réponse réactionnaire à l’#instabilité_capitaliste et aux mouvements progressistes qui avaient émergé pour contrer ses excès. Dans The Great Transformation, Polanyi a fait valoir que le « #déracinement » des marchés des #relations_sociales avait créé un terrain fertile dans lequel l’#autoritarisme pouvait s’enraciner.

    À notre époque, #Nancy_Fraser, de la New School for Social Research, a décrit comment le #néolibéralisme érode la #solidarité_sociale, alimentant le #populisme exclusif. D’autres analystes soulignent que l’#austérité et la #précarité rendent les citoyens vulnérables aux #discours_simplistes qui désignent des #boucs_émissaires.

    Ainsi, l’histoire montre comment le #chômage_de_masse, l’#inflation et la baisse du #niveau_de_vie peuvent favoriser l’#extrémisme, en particulier lorsqu’ils s’accompagnent d’institutions faibles, d’une #polarisation_politique ou de discours exploitant les #griefs et les #peurs. Tout comme la #Grande_Dépression a ouvert la voie au fascisme en Europe, la #crise_financière mondiale de #2008 a créé les conditions d’un retour du #nationalisme à travers le monde.

    Aujourd’hui, nous sommes confrontés à une nouvelle itération du même cycle. Bien que l’#Allemagne ait initialement fait preuve de résilience pendant la pandémie de COVID-19, la crise énergétique déclenchée par l’invasion de l’Ukraine par la Russie l’a particulièrement touchée. Comme l’ont montré les économistes Isabella M. Weber et Tom Krebs, la hausse des #coûts_énergétiques s’est répercutée sur l’ensemble de l’#économie, la fixation des prix par les entreprises amplifiant les pressions inflationnistes. Alors que les ménages étaient en difficulté, le parti d’extrême droite Alternative für Deutschland a vu sa popularité monter en flèche.

    Aux États-Unis, des décennies de #désindustrialisation, de stagnation des #salaires et d’augmentation des inégalités ont érodé l’idée que chaque génération fera mieux que la précédente. L’Inflation Reduction Act de l’ancien président Joe Biden était une initiative ambitieuse visant à relancer la politique industrielle et à stimuler la fabrication écologique, mais son héritage s’est avéré éphémère. Donald Trump a exploité le mécontentement suscité par la hausse des prix après la pandémie et a remporté les élections de 2024 en utilisant comme arme l’#aliénation et le #ressentiment, en désignant comme boucs émissaires les immigrants, la #mondialisation et les « #élites_urbaines ».

    Le #Brésil illustre une autre dynamique. Des millions de personnes sont sorties de la #pauvreté sous le gouvernement du Parti des travailleurs du président Luiz Inácio Lula da Silva dans les années 2000, mais beaucoup ont vu ces acquis s’inverser, tandis que d’autres ressentent de l’amertume d’être exclus des programmes sociaux. La révolution numérique rend le travail plus précaire. Lula a tenté de restaurer certains des acquis perdus depuis son retour au pouvoir en 2023, mais il est confronté à un Congrès dominé par l’extrême droite et ses alliés.

    Même si Jair Bolsonaro a été condamné pour tentative de coup d’État, d’autres dirigeants d’extrême droite au Brésil promettent également un retour à l’ordre, à la stabilité et à la foi religieuse. Leur rhétorique met l’accent sur l’#esprit_d’entreprise et l’#autonomie. Bien que séduisante sur le plan émotionnel, l’idée selon laquelle les individus sont responsables de la pauvreté ignore cyniquement les obstacles structurels qui bloquent la mobilité socio-économique.

    Les #chocs_internationaux – ruptures de la chaîne d’approvisionnement pendant la pandémie, volatilité des marchés énergétiques, #conflits prolongés, effets inflationnistes du #changement_climatique – ont également alimenté la montée des forces d’extrême droite. Ces problèmes exigent une coopération transfrontalière, mais les extrémistes les exploitent pour attaquer le #multilatéralisme, le présentant comme un « #complot mondialiste ». Les #droits_de_douane punitifs de Trump incarnent cette réponse, présentant le commerce mondial comme une lutte à somme nulle dans laquelle les étrangers sont les ennemis des travailleurs américains.

    Ces discours simplistes unissent les mouvements d’extrême droite plus que n’importe quel ensemble de politiques communes. Chacun repose sur une opposition fondamentale entre « nous » et « eux ». Comme le note la sociologue brésilienne Esther Solano, ces discours séduisent ceux qui se sentent abandonnés, en faisant des immigrants, des minorités, des féministes, des militants pour le climat et d’autres groupes des ennemis. Dans un monde binaire de gagnants et de perdants, la #complexité disparaît dans les mythes d’une #pureté_culturelle et d’une grandeur nationale révolues.

    Pour contrer ces discours, il faut plus qu’une réfutation raisonnée. Si les racines de l’ascension de l’extrême droite sont en grande partie économiques, il sera impossible de la vaincre sans une nouvelle #vision_économique.

    Cela signifie, pour commencer, s’attaquer à l’inflation à sa source. La récente vague d’inflation était moins liée à une demande excessive qu’à des chocs d’offre, à la #spéculation et à des fragilités structurelles. Pourtant, l’orthodoxie économique a continué à privilégier les hausses de taux d’intérêt et l’austérité, pénalisant les travailleurs et les plus vulnérables. Les gouvernements doivent plutôt utiliser des #outils_fiscaux – soutien au revenu, #allégements_fiscaux sur les produits de première nécessité, renforcement des #services_publics – pour protéger les ménages, tout en investissant dans les capacités nationales en matière d’#énergies_renouvelables, de #sécurité_alimentaire et de production durable. Il faut lutter de front contre la spéculation des entreprises en appliquant les #lois_antitrust, en renforçant les règles de #transparence et en sanctionnant les pratiques abusives en matière de #prix.

    Une deuxième priorité consiste à investir massivement (et stratégiquement) dans les #infrastructures_publiques. Des #transports au #logement, en passant par la #santé et l’#éducation, le domaine public doit être reconstruit. La propriété publique ou la réglementation des secteurs clés garantirait la fiabilité, l’équité et la #résilience_climatique des services. Mais l’#investissement seul ne suffit pas. Les institutions doivent être rendues plus transparentes, responsables et participatives, afin de restaurer la #confiance dans le fait que les gouvernements servent l’#intérêt_général.

    Troisièmement, nous avons besoin d’une transition véritablement juste vers une économie à faible émission de carbone. Une politique industrielle verte peut créer des emplois et revitaliser les régions laissées pour compte tout en décarbonisant l’activité économique. Mais si elle est trop laissée au marché, la transition verte risque d’aggraver les inégalités. La #transition_énergétique doit donner du pouvoir aux travailleurs, et non les abandonner. Les emplois verts doivent être des #emplois de qualité : sûrs, bien rémunérés, syndiqués et ancrés dans les communautés. À cette fin, la #politique_industrielle devrait se concentrer sur les énergies propres, la régénération des écosystèmes et les secteurs des soins.

    Quatrièmement, nous devons restaurer la confiance dans les institutions. Cela signifie apporter des améliorations tangibles dans des domaines tels que le #logement_abordable, les #soins_de_santé publics et les infrastructures résilientes. Cela signifie également démocratiser la prise de décision. Des mécanismes tels que la #budgétisation_participative, les #assemblées_citoyennes et les #initiatives_communautaires en faveur du climat peuvent permettre aux citoyens non seulement d’être témoins du changement, mais aussi de le façonner.

    Enfin, pour contrer les discours simplistes de l’extrême droite, il faut élaborer de nouveaux discours audacieux. Un message de renouveau culturel et politique doit accompagner la réforme économique. Là où l’extrême droite offre la peur, la #division et des boucs émissaires, les forces démocratiques doivent offrir la #solidarité, la dignité et l’#espoir, en s’appuyant sur un #discours qui met l’accent sur le #bien-être_collectif, célèbre la #diversité et donne le sentiment que le #progrès est possible et réel.

    L’extrême droite se nourrit du désespoir, de l’insécurité et de l’exclusion. Bricoler les contours du néolibéralisme ne permettra pas d’apporter la sécurité, la dignité et le sentiment d’appartenance nécessaires pour l’affamer. Pour cela, nous avons besoin d’un nouveau modèle économique, fondé sur la #durabilité, la #justice et la solidarité.

    https://www.reseau-bastille.org/2025/12/26/ce-quil-faudra-faire-pour-vaincre-lextreme-droite
    #à_faire #résistance #fisc #fiscalité #économie #gauche #contre-discours
    ping @karine4

  • "Ils présentent #Calais comme un #champ_de_bataille" : ces groupuscules britanniques #anti-migrants dans le nord de la France

    « #Opération_Overlord », « #Raise_the_Colors »... Des groupes de civils britanniques d’#extrême_droite organisent depuis plusieurs mois des actions dans le nord de la France pour lutter contre les traversées illégales de la #Manche. Face à ce phénomène anti-migrants, des associations françaises condamnent l’inaction des gouvernements britannique et français. « Se faire justice soi-même ne résoudra pas le problème », a déclaré le Home Office à InfoMigrants.

    Le mouvement britannique baptisé « Opération Overlord » organise des actions dans le nord de la France pour tenter d’empêcher les traversées clandestines de la Manche. Ses membres - des civils - patrouillent le long du littoral français pour détruire les petites embarcations à bord desquelles des migrants espèrent rejoindre les côtes du Royaume-Uni.

    Sur les réseaux sociaux, les membres « d’Opération Overlord » publient des vidéos pour expliquer qu’ils « traquent [les migrants dans] les dunes » et recherchent des canots pneumatiques. Le journal britannique The Guardian rappelle que ces groupes d’autodéfense harcèlent des migrants et qu’ils n’agissent dans aucun cadre légal.

    Un autre de ces groupes se fait appeler Raise the Colours. Leur montée en puissance inquiète les associations d’aide aux migrants en France.

    « Force civile de contrôle des frontières »

    Raise the Colours attire déjà des milliers de personnes. Plus de 5 500 Britanniques se seraient portés #volontaires pour se rendre en France et participer à ces #patrouilles. Sur son site web, le mouvement sollicite ouvertement des dons allant de 10 à 2 000 livres sterling (entre 11 et 2 300 euros environ) pour financer une « force civile de contrôle des frontières ».

    Le groupe a également diffusé des demandes d’équipement comprenant des gilets anti-couteaux, des caméras thermiques, des drones, des radios cryptées et de puissantes lampes torches.

    Raise the Colours n’a pas répondu aux sollicitations d’InfoMigrants.

    « Une #auto-justice en grande partie symbolique »

    Dans son ouvrage intitulé « Towards a vigilant society : from citizen participation to anti-migrant vigilantism » ("Vers une société vigilante : de la participation citoyenne à la vigilance anti-migrants"), l’auteur Matthijs Gardenier examine ce phénomène qui met en scène des patrouilles spectaculaires, des appels à la vindicte populaire et au harcèlement en ligne.

    « Ces actions façonnent une vision du monde qui présentent la situation à Calais et à #Douvres non pas comme une crise humanitaire, mais comme un champ de bataille, représentant les migrants comme des envahisseurs et les justiciers comme des défenseurs héroïques », écrit Matthijs Gardenier. « Bien que cette #auto-justice soit en grande partie symbolique, mise en scène principalement pour être visible sur les réseaux sociaux, elle contribue néanmoins à créer une atmosphère conflictuelle et débouche parfois sur des #intimidations dans le monde réel ».

    Début décembre, neuf associations - dont Utopia 56 - ont dénoncé ces « pratiques d’intimidation » et condamné la « réponse insuffisante » des gouvernements britannique et français, estimant que cela « contribue à normaliser et à encourager des pratiques violentes et xénophobes qui menacent directement les personnes exilées ainsi que leurs soutiens associatifs ».

    Contacté par InfoMigrants, un porte-parole du ministère britannique de l’Intérieur a expliqué « comprendre la frustration suscitée par les traversées illégales. Cependant, se faire justice soi-même ne résoudra pas le problème. Cette semaine, le ministre de l’Intérieur a annoncé les plus grandes réformes depuis des décennies pour lutter contre l’immigration clandestine, rétablir l’ordre et le contrôle à nos frontières et rendre l’arrivée au Royaume-Uni moins attrayante pour les migrants clandestins. »

    Mi-novembre, le gouvernement britannique a durci encore sa politique migratoire à l’encontre des demandeurs d’asile et des réfugiés à travers un vaste plan anti-immigration afin de décourager les migrants de venir au Royaume-Uni. Avec la nouvelle loi, la durée des titres de séjour va passer de cinq ans à deux ans et demi, les conditions d’obtention du titre de séjour permanent vont se durcir. Shabana Mahmood, la ministre de l’Intérieur britannique, a aussi décrété que les demandeurs d’asile n’auront « qu’une seule chance » de déposer une demande et une seule de faire appel - espérant ainsi accélérer dans le même temps les expulsions vers les pays d’origine.

    « Nous avons arrêté et expulsé près de 50 000 personnes en situation irrégulière, et notre accord historique avec la France prévoit que les personnes arrivant par petits bateaux soient désormais renvoyées », ajoute le ministère.

    Montée en puissance des « chasseurs de migrants » à travers l’Europe

    Les Britanniques ne sont pas les seuls à ériger des groupes de défense anti-immigration. À travers l’Europe, des mouvements similaires ont gagné en popularité, se présentant comme les défenseurs des communautés locales et intervenant là où, selon eux, les autorités ont échoué.

    Le réseau Radicalisation Awareness Network (RAN), une initiative financée par l’Union européenne (UE), a étudié « l’internationalisation croissante » de l’extrémisme de droite. Ses recherches montrent comment les #réseaux_sociaux contribuent à normaliser les #discours_haineux, en particulier ceux qui visent les migrants et les demandeurs d’asile.

    Ces groupes se présentent généralement en protecteurs face à des migrants qui représenteraient une menace.

    Selon l’étude, les mouvements d’extrême droite en Europe ne se limitent plus aux sous-cultures jeunes comme les #skinheads ou les #néonazis. Ils impliquent désormais des adultes de tous âges et de toutes professions.

    Le RAN cite une étude norvégienne qui montre un changement notable : l’âge moyen de la #radicalisation est passé d’environ 22 ans dans les années 1990 à 31 ans dans les années 2010. Les personnes plus âgées, qui disposent de plus de ressources, de contacts et d’expérience sont de plus en plus souvent à l’origine de ces mouvements.

    Au Royaume-Uni, l’organisation anti-extrémisme Hope Not Hate constate également une forte hausse des actions anti-migrants : en 2022, les « #chasseurs_de_migrants » sont allés protester 253 fois devant des centres d’hébergement pour demandeurs d’asile, soit deux fois plus qu’en 2021. Ces incidents, filmés et publiés en ligne, montrent souvent des militants confrontant le personnel hôtelier ou filmant les demandeurs d’asile entrant et sortant des bâtiments.

    Bien financé et bien structuré

    La journaliste brésilienne Andrea Dip s’est penchée sur la dynamique de groupes comme Raise the Colours dans le paysage politique d’extrême droite. Selon elle, ces mouvements ne sont ni chaotiques ni désorganisés.

    Une étude réalisée en 2025 par le Forum parlementaire européen pour les droits sexuels et reproductifs (EPF) a révélé que des groupes d’extrême droite - russe ou américain parfois - ont transféré plus d’un milliard d’euros à travers l’Europe entre 2019 et 2023.

    Ces réseaux diffusent des discours anti-immigrés dans les médias, les ONG et les partis politiques. Leurs messages, qui incluent des slogans tels que « Make Germany great again » (Rendre à l’Allemagne sa grandeur) ou « La Pologne aux Polonais », sont délibérément conçus pour présenter le #nationalisme comme du #patriotisme.

    https://www.infomigrants.net/fr/post/68809/ils-presentent-calais-comme-un-champ-de-bataille--ces-groupuscules-bri
    #milices #migrations #réfugiés #UK #Angleterre #France

  • The myth of traditional Italian cuisine has seduced the world. The truth is very different

    The comforting tourist-brochure idea of what Italian food looks like obscures a story shaped by hunger, migration and innovation.

    Italy’s cuisine has now joined Unesco’s “intangible” heritage list, an announcement greeted within the country with the sort of collective euphoria usually reserved for surprise World Cup runs or the resignation of an unpopular prime minister. Not because the world needed permission to enjoy pizza – it clearly didn’t – but because the news soothed a longstanding national irritation: France and Japan, recognised in 2010 and 2013, had beaten us to it. For Italy’s culinary patriots, this had become a psychological pebble in the shoe: a tiny, persistent reminder that someone else had been validated first.

    Yet the strength of Italian cuisine has never rested on an ancient, coherent culinary canon. Most of what passes for ancient “regional tradition” was assembled in the late 20th century, largely for tourism and domestic reassurance. The real history of Italian food is turbulent: a saga of hunger, improvisation, migration, industrialisation and sheer survival instinct. It is not a serene lineage of grandmothers, sunlit tables and recipes carved in marble. It is closer to a national long-distance sprint from starvation – not quite the imagery Italy chose to present to Unesco.

    To make matters worse (or better, depending on your sense of humour), the “Italian” cuisine that conquered the world was not the one Italians carried with them when they emigrated. They had no such cuisine to carry. Those who left Italy did so because they were hungry. If they’d had daily access to tortellini, lasagne and bowls of spaghetti as later imagined, they would not have boarded ships for New York, Buenos Aires or São Paulo to face discrimination, exploitation and the occasional lynching. They arrived abroad with a handful of memories and a deep desire to never eat bad polenta again.

    And then something miraculous happened: they encountered abundance. Meat, cheese, wheat and tomatoes in quantities unimaginable in the villages they had fled. Presented with ingredients they’d never seen together in one place, they invented new dishes. These creations – not ancient recipes – are what later returned to Italy as “tradition”. In short: Italian cuisine did not migrate. It was invented abroad by people who had finally found something to eat – a truth that fits awkwardly with Unesco’s love of millennium-old continuity.

    But the most decisive transformation came not abroad but at home, during Italy’s astonishing economic boom between 1955 and 1965. In that decade, the country underwent the culinary equivalent of a religious conversion. Refrigerators appeared in kitchens, supermarkets replaced corner shops, meat ceased to be a luxury. Families who had long measured cheese by the gram discovered, with a mix of disbelief and guilt, that it could be bought whenever one wished. What the world interprets as Italy’s eternal culinary self-confidence is, in reality, the afterglow of that moment. Italians did not inherit abundance. They walked into it, slightly dazed, like people entering the wrong cinema screen and deciding to stay.

    This context makes Italy’s current wave of culinary sovereigntism particularly surreal. We hear stern warnings against “globalist contamination” from politicians who grew up eating industrial panettone and Kraft slices in school sandwiches. We are told that Italian cuisine must remain pure, fixed and inviolable – as if purity had anything to do with our past. Italian food is a champion of adaptation. It has always survived by stealing, assimilating and reinventing. The Darwinian logic is embarrassingly simple: the cuisines that change are the ones that survive. Yet sovereigntist rhetoric insists on freezing everything in place, as if the national menu were a snow globe.

    Of course, the British have helped. Britain has cultivated its own affectionate fantasy of Italy: eternal sunshine, tomatoes that taste like childhood holidays, families who spend hours eating together as if they were auditioning for a commercial. Television personalities such as Stanley Tucci have perfected this fantasy into a polished export brand – the loud, lovable Italian bursting into your kitchen to rescue you from beige British food. It’s fun, it sells and it has about as much to do with Italian history as Mamma Mia! has to do with the Greek economy.

    This British fantasy intersects perfectly with Italy’s own mythmaking instinct. For centuries, Italians were hungry – not poetically, not metaphorically, but literally hungry. Pellagra, starvation, malnutrition: these were the foundations of Italian “tradition”. And it is precisely because the past was so bleak that modern Italians felt compelled to build a golden myth of themselves. A myth in which the grandmother is an oracle, the tomato a sacred relic and “tradition” a serene and ancient truth rather than a post-1960s reconstruction.

    So what did Italy actually submit to Unesco? The real story of our cuisine, shaped by hunger, migration, innovation and sudden prosperity? The glossy tourist-brochure version, the one lit like a Netflix travel programme? Or – stranger still – what some promoters called “the relationship Italians have with food”, described in the breezy vocabulary of airport psychology? A heritage not of recipes, but of feelings; conveniently vague, pleasantly flattering and not entirely falsifiable.

    The first version would deserve recognition. The second trivialises it. The third turns heritage into national therapy.

    Italy did not need Unesco to feel important. It needed to shed the insecurity that a cuisine is only valuable when validated by an external referee. Instead, the country reached for the certificate, not the substance. And so we embalmed a living cuisine, fixing it into a museum frame just as it continues – thankfully – to evolve in real homes, restaurants and workplaces.

    This is the paradox worth remembering. The world already loves Italian food, but often loves a version shaped by television, tourism and decades of gentle mythmaking. Italians rarely resist the myth – it is flattering and profitable – but myths are fragile foundations for a Unesco bid. Because in the end, what Italy submitted was not its history but a postcard: beautifully composed, carefully lit, designed to please.

    And like all postcards, it risks being forgotten in a drawer, while the real story of Italian cuisine – restless, inventive and gloriously impure – carries on elsewhere.

    https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/dec/15/myth-traditional-italian-cuisine-food
    #alimentation #cuisine_italienne #cucina_italiana #mythe #tradition #nationalisme #Italie #Unesco #patrimoine_mondial #tourisme #faim #migrations #improvisation #industrialisation #émigration #émigration_italienne #invention #pauvreté #adaptation

    #géographie_culturelle

  • Colonial Plunder Didn’t Create Capitalism
    Interview withVivek Chibber
    https://jacobin.com/2025/12/colonialism-transition-feudalism-capitalism-history-economy

    Une bonne explication de l’origine des idées erronnées qui situent le prolétariat européen et de l’Amérique du Nord du côté des profiteurs du colonialisme sous prétexte d’une couleur de peau commune.

    14.12.2025 Interview by Melissa Naschek - Despite what you may have heard, colonial plunder didn’t give rise to capitalism. In an interview with Jacobin, Vivek Chibber discusses why the “colonialism-created-capitalism” argument fails, and why Marxism provides a better account of its emergence.

    It’s well understood that capitalist economies are a recent development in human history. But there is persistent disagreement on the Left over exactly how and where the transition to capitalism occurred, as well as what role colonial plunder played in enriching the West.

    On this episode of the Jacobin Radio podcast Confronting Capitalism, Vivek Chibber explains the origins of capitalism, what primitive accumulation means, and how colonialism actually affected European development.

    Confronting Capitalism with Vivek Chibber is produced by Catalyst: A Journal of Theory and Strategy and published by Jacobin. You can listen to the full episode here. This transcript has been edited for clarity.

    Melissa Naschek

    Today, we’re going to talk about the development of capitalism. And specifically, we’re going to look at a very trendy argument right now in left-wing and academic circles about the connection between colonial plunder and the establishment of capitalism. And the big argument going around is that, basically, the West became rich and economically developed directly as a result of colonial plunder — that colonial plunder was essentially responsible for bringing about capitalism. So what do you think of these arguments?

    Vivek Chibber

    They’re utter nonsense. They don’t have a shred of truth to them.

    The idea that capitalism was brought about by plunder can’t even get off the ground. And it’s interesting — and maybe not surprising — that this argument is in such vogue today especially within the activist left. But it’s also coming back in academia, after it had been pretty thoroughly discredited in the 1980s and ’90s. So I think it is worth going into it a bit to explain why it’s empirically unsustainable, but also why even theoretically, it just makes no sense.

    Melissa Naschek

    And what’s interesting is that a lot of leftists point to Marx himself in Capital, Volume I and how he talks about the relationship between colonial plunder and capitalism, using that as evidence that there is a deep relationship between the two.

    Vivek Chibber

    The last few chapters of Capital are on something that Marx calls the “secret of so-called primitive accumulation.” And in those chapters, he’s trying to explain where capitalism in fact comes from. So he calls it “primitive accumulation” because that expression comes from Adam Smith — sometimes it’s called the “original accumulation.” And he takes up Smith’s position as a kind of a springboard from which he then derives his own position.

    Smith’s argument said that in order to have capitalism, you need to have investment. And that investment has to come from some pool of money somewhere. You need to have a pool of money so that you can invest it. And that money must have some point of origin if you’re going to get the system. So Smith says, “Well, there must have been some original accumulation of capital that launched this new system.” So where did it come from? And he says it came from people being really frugal, from saving their money. And then they were able to derive from that enough investible funds that they then put it to use as capital.

    Now, Marx starts off his chapters on so-called primitive accumulation by poking fun at this. First of all, he says it’s empirically not the case that it was this kind of frugality and good customs and habits that gave you that pool of money. In fact, he says, if anything, what got you the pool of money was things like robbery, the nobility thieving people of their money, and, he says, the fruits of colonial plunder. That’s the context.

    So basically what he’s trying to do there is to say, look, insofar as an initial pool of money was needed, it did not come from savings. It came from the worst kinds of practices you can imagine. So he’s indicting capitalism in those terms.

    Melissa Naschek

    Right. And so rejecting Smith’s savings-oriented argument, he’s putting out a potential counter that maybe it was this other source of forcible, often violent wealth extraction.

    Vivek Chibber

    Yeah. Essentially, he’s saying it’s not from decent people using their Protestant ways to save lots of money. It came from the worst kinds of things.

    But that’s just a rhetorical ploy he’s using. In fact, what he says immediately after that is it doesn’t matter how much money you have. It doesn’t matter how much capital you have, because money only becomes capital in certain situations, in certain circumstances.

    What are those circumstances? He says that whatever money these people had, it could only be put to use for capital accumulation once you had the social context and the institutional situation that induces people to use money productively toward profit maximization.

    Now, what does that even mean? Why wouldn’t they use it toward profit maximization prior to capitalism? This is Marx’s main point. What Marx is saying is that money does not become capital until you get a change in the social structure of feudalism, so that you move from a feudal class structure to a capitalist class structure. And the money itself can’t make that happen.

    Feudalism was the economic system that existed prior to capitalism. Within feudalism, whatever money people got, whether it was from savings or from plunder, was put to use “feudalistically”, you might say — i.e., in a non-capitalistic way.

    Melissa Naschek

    Can you explain that a little bit more?

    Vivek Chibber

    To begin with, I think Marx made a rhetorical error when he indulged Smith even to the point of saying that it wasn’t frugality that gave you the original accumulation, but plunder. Because that’s just a kind of a side note in the chapter. But people have fixed their sights on this rhetorical device and used it to justify exactly the argument he was trying to falsify, and spent the next five chapters doing so.

    The core of what Marx is saying is that, first of all, there was no shortage of savings within feudalism. In other words, there was no shortage of lots of investable funds in feudalism. How do we know that? Well, because the feudal nobility, the aristocracy, the people who had all the money and the power, were filthy rich. If they had wanted to deploy that money in a profit-maximizing way, which is what capitalists do, they would have done it long ago.

    Furthermore, plunder and colonial expansion were endemic to Europe for a thousand years before capitalism came around. So, if what it took to get to capitalism was some kind of original accumulation of money — even through plunder — you would have had capitalism a thousand years prior.

    The key is to remember that there was never any shortage of investable funds within feudalism. So, even if it is the case that lots of new silver and gold is coming through colonialism, it doesn’t alter the fact that whatever money you have, you’re going use it in a way that’s sensible by whatever economic rules there are in your system.

    And because feudalism was a system in which the most sensible thing to do with your money was to use it toward nonproductive, non-profit-maximizing ends, regardless of whether you were the peasantry or the nobility, whatever money you had would be deployed in that particular feudalistic way.

    Now, the fact of the matter is that in the fourteenth, fifteenth, and sixteenth centuries, the two European countries that had the largest empires were Spain and Portugal. And those empires were explicitly created to bring lots and lots of treasure from the New World to the Old World.

    This treasure is exactly what Smith is talking about. It’s enormous hoardings of wealth. And if Smith was right that you needed to first have this original accumulation of wealth, Spain and Portugal ought to have had the first transitions to capitalism. They should have gone from being feudal monarchies to being capitalist economies and the fastest growing economies in Europe. What happened in fact was that this treasure, as it came into these countries, did nothing to bring about a change in the economic system. In fact, what it did was it pushed these two countries into about 150 years of economic stagnation.

    Where you did have a change to a new economic structure was in the country where there was virtually no empire, which was England. And let’s get our dates right. England moves toward a new economic structure that had not been seen in the world before, which we call capitalism, starting in the mid- to late 1400s. So that by about 1550 or 1560, you’ve essentially got a truly capitalist economy. This is about a hundred years before England has any kind of real empire at all.

    So, the countries with the largest empires and the largest inflows of treasure — colonial extraction, you can call it — experienced no change to a new economic system. The country that did experience a change to a new economic system is the one that didn’t have an empire.

    So if the question is “What role do treasure and plunder play in the rise of capitalism?” then the argument that treasure and plunder are what trigger it can’t even get off the ground, because the countries where it should have happened — if the argument were correct — are the countries where it didn’t happen. And where it does happen is in a country where you don’t have this kind of plunder. And that’s England.

    Now, this is just the empirical record. The theoretical problem is this: You have to explain what would make a feudal landlord or a monarch who’s suddenly endowed with this huge pool of money to change the entire class structure, whether it’s of his feudal holdings if he’s a landlord or, if he’s the monarch, the entire national economic structure itself? What would make them do it in, say, 1550? I’ve never seen a single argument that would explain why they would do that. What they did, in fact, was use it in a way that makes sense for a feudal landlord.

    Melissa Naschek

    Right. And a Smithian-type argument assumes that capitalism has just always been this little kernel developing in society. They don’t need to point to any sort of turning point. They don’t need to explain why suddenly the wealthy class decided to reinvest their money and pursue a profit-maximizing strategy. And this is a very key point, that the main strategy among the exploiting class of pursuing profit maximization through improving and expanding production is specific to capitalism. That was not the basic imperative of the feudal system.

    Vivek Chibber

    That’s right. Now, without getting too deep into the weeds, let me just make this argument here. In feudalism, you had plenty of money going around. In feudalism, you had plenty of markets as well. But the markets were very limited, and the money was deployed in a mostly nonproductive way. Why?

    Well, who were the bulk of the producing class in feudalism? Who controlled production? It was peasants. Peasants with small plots of land. And those peasants with small plots of land overwhelmingly were geared toward what you might call a “safety-first” strategy. Instead of throwing themselves onto the market, trying their best to be as efficient as possible, or trying their best to outcompete other peasants, they tried to steer away from market competition and relied on their own crops, their own land, and even produced as many of their own manufactured goods as they could.

    Now, because they’re making their own food and their own manufactures, it means that they don’t actually go to the market very often. They don’t have to buy things very often. Now, if every peasant is doing this — if every peasant is basically producing for himself — it means that they only take those things to the market that are left over after they’ve taken care of their consumption needs.

    But if this is the case, it also means that markets are pretty thin. They don’t have a lot of goods coming to them because people only bring the tiniest fraction of all the goods they’re growing or making at home to the market. But this means, in turn, that the markets themselves are not very reliable. Peasants can’t count on finding everything they need there. And that reinforces peasants’ tendency to not rely on the markets.

    So you have a situation where there are some markets, but they are not continually growing. This is the opposite of Adam Smith’s assumption. The same can be said regarding the nobility. They don’t control production the way capitalists control production. The way they get their income is by extracting rents from peasants.

    But rent extraction posed a problem. The nobility, like today’s landlords, could say, “Hey, I’m jacking up your rent a hundred bucks. Pay it or I’m going to evict you.” But whereas the landlord nowadays can rely on the fact that whoever’s renting from them is going to try to raise money to pay these higher and higher rents, the feudal landlords were not legally allowed to kick peasants off the land as long as the peasants were willing to pay what’s called a customary rent. So they couldn’t jack up the rents.

    Now, how do feudal landlords increase their income if it’s coming out of rents? The main way they can do it when they can’t threaten peasants with eviction is through coercion. Often times, this involved physical threats and intimidation. But most of all, it involved raiding other lords’ lands and annexing them. Warfare is the best way to dramatically increasing your revenue when markets don’t allow for it.

    Warfare and coercion were built into the feudal system. This had a very important implication: The rational thing to do with your surplus, if you were a lord, was not to invest it in means of production, but in means of warfare and coercion. If lords come across a windfall, a lot of money, what they’re going to use the money for is a larger retinue, a larger army — that is to say, the means of coercion.

    So, for both the main classes — peasants on the one hand, lords on the other — the feudal structure imposed specific economic strategies. Peasants avoided the market to the extent that they could, which kept the market small, and they committed to a safety-first strategy rather than a profit-first strategy. And the lords did not put what money they had into new machines, new tractors, new trailers, new plows, but instead put their money into larger and larger armies.

    In this situation, if these lords suddenly got lots of physical treasure, what they did with it was accelerate the intensification not of production, but of warfare, which is what Spain and Portugal did. In turn, that system generated its own rationality for what you do with your money. And no matter if it’s a small pool of money or a large pool of money, you’re going to use it in a way that makes sense within that class structure.

    So what it required, therefore, for money to become capital, and this is what Marx is saying in his chapters on primitive accumulation — and it’s impossible to miss unless you’re going quotation-hunting — is if money is to be used in a way that’s recognizably capitalist, the money itself won’t trigger that change in class structure. It’s a prior change in class structure that creates a new function for money. That money now becomes capital, whereas previously it was just money.

    That is what the chapters on primitive accumulation are supposed to show. They show that Smith’s mistake was not that he was wrong on where the money came from — plunder versus frugality. He was wrong in assuming that the money would be used capitalistically at all.

    And this is what you just said, Melissa. The key here is Smith assumes what needs to be proved. He’s assuming that capitalism already exists. Yeah, if it already exists, then a windfall like treasure could accelerate your pace of development. But if it doesn’t already exist, that money is going to be put to other uses, which brings us back to the question of where capitalism came from if it couldn’t have come from the windfall?

    Melissa Naschek

    I want to return to one of the claims that you just made, that you can really locate in time and geographic space where capitalism originated, which is fifteenth-century England. That is another claim that is very trendy to challenge. And typically, the response today is that it’s a “Eurocentric” claim that capitalism originated in England. So what do you think of that argument?

    Vivek Chibber

    It’s preposterous. It has no basis. Again, this is just part of the general decline in intellectual discourse, not just on the Left, but generally. For it to be a Eurocentric claim, it would have to show that the claim is empirically wrong.

    Eurocentrism is a kind of parochialism, which means that you’re ignoring obvious facts about the world because you’re biased toward Europe. In other words, if you’re biased toward Europe, it has to be the case that something that is recognizably capitalist could be found elsewhere, but you’re ignoring the fact that it was found elsewhere and you’re just focusing on Europe.

    All right. So empirically, can one show that something that’s recognizably capitalist could be found everywhere? That’s going to come down to how you define capitalism. Now, if you define capitalism as just the presence of a market, then yeah — it was everywhere. It would therefore be Eurocentric or racist to say that capitalism was just in Europe.

    But it is not the case that capitalism is just markets. Capitalism is not the presence of a market, but when the market rules society. It’s when everybody becomes dependent on markets. So, is it the case that something different was happening in those parts of Europe that I’m talking about — Northwestern Europe, which was England, but also included parts of Holland and what’s called “the Low Countries” — was something different happening there?

    Now, as it happens, in the last thirty-odd years, there’s been an extraordinary outpouring of economic history. And the leading economic historians from all parts of the world have converged around some very, very interesting findings. And those findings are that, if you just look at growth rates in Eurasia — which is the European continent, but also Asia, China, and India — the core of the global economy at this time was the Mediterranean and Asia. If you look in those countries and you examine the growth rates, whether it’s per capita income or whether it’s national income — whichever way you’re measuring it — from say 1300 or 1400 to the 1900s, what you find is that, from about 1400 to 1600, Spain, Italy, and the Low Countries quickly take off. And the Low Countries are growing faster than Spain and Italy by say 1500.

    But very quickly after that, the British rates of growth go onto an entirely new slope, so that by 1600 or 1650, England was visibly growing faster than any of the other European countries. And China and India, which were in fact leading from 1500 to 1700 in Asia, are, along with the rest of Europe, falling behind England and the Low Countries.

    There is a very strong consensus around this. If it is the case, empirically, that England is on a different growth path than these Asian countries, then two questions arise: What explains the explosive growth that England is witnessing? And when I say explosive, these growth rates were never seen before in the world. Something happens between 1500 and 1550, right? You have to note this fact. The second is to say, well, where does it come from? Why does it happen?

    This has been the central theoretical question for all of social science for about three hundred years now: What explains the divergence of this part of Europe from the rest of the world?

    The best explanation for this is that, suddenly, the people in this country had to follow different sorts of economic activities and economic strategies just to survive than had been available to them in the first fifteen hundred years after the death of Christ, which was the rise of capitalism. Because up until then, as I said earlier, it had been the avoidance of market activity — safety first and the accumulation of armies, retinues, and means of coercion (e.g., big old guns) — that had been the way to get rich.

    Now, if it is the case that, empirically, these parts of Europe are taking off, leaving the rest of Europe and Asia behind — and let me emphasize, it’s not that Europe is developing rapidly while Asia and Africa are not, it’s that this part of Europe is leaving the rest of Europe behind as well. If that is the case, then it is simply absurd to say that locating capitalism in Europe is parochial or biased or ignores the facts. It is, in fact, trying to explain the facts. And by now, there’s not much of a debate about this. It is pretty clear that by 1600, England and Holland are on a different growth path than China, India, Africa, and Latin America.

    So the claim that it is arbitrary, random, or parochial to locate the origins of this new economic system in those parts of Europe doesn’t have a leg to stand on. It’s fashionable, but it goes nowhere.

    Melissa Naschek

    What happened in England and Holland at that time that basically shifted their societies into capitalist societies?

    Vivek Chibber

    What happened was that the economic structure was transformed through willful action in such a way that peasants in the villages had no choice but to throw themselves onto the market to survive, either as wage laborers or as farmers paying competitive rents.

    Basically, starting in the 1400s and 1500s in these countries, everybody had to compete in order to survive. Market competition became the norm. And as we know, the essence of capitalism is market competition. What happened in all these precapitalist systems was that people did not have to compete with anybody else on the market, whether it was in the labor market or the product market, because they mostly produced for themselves on their own plots of land to which they had rights that could not be taken away from them.

    As long as you had an economic system in which everybody has rights to their land and they’re guaranteed a subsistence, they actually resist being market dependent. This is because market dependence, as any worker will tell you, is fraught with insecurity and with all kinds of vulnerabilities. And land was an insurance policy. You’re not going to give up that land because, come hell or high water, you’ve got your land.

    For most people, they had insulation from market competition for thousands of years. But in these countries, for the first time, you get masses of people being thrown onto the market. This is what Marx says is the secret to primitive accumulation. It is not the original hoarding of wealth at some point in time. It is the changing of your economic structure through willful acts that, for the first time, forced people onto the market to compete with each other.

    And it’s that competition that gives you these explosive rates of growth in productivity. Because everyone is having to compete on the market, they have no alternative but to seek to be more efficient, to seek to drive down the prices of the goods that they’re selling. And that is what gives you this constant upgrading of productivity and of techniques and things like that. That happens in Northwestern Europe. In the rest of Europe and in Asia and Latin America, they continue to lag behind for decades and for centuries because it takes them that long to inaugurate and engineer this kind of transformation themselves.

    This was Marx’s insight — that you needed to have a change in the class structure in order to bring about modern growth. And among the more contemporary historians and social theorists, it was Robert Brenner who made this point more forcefully, I think, than anybody had in postwar Marxism. And a lot of this credit goes to him for making this point in a very cogent way.

    Melissa Naschek

    Yeah. I’d add Ellen Meiksins Wood as another person who really popularized this argument.

    Vivek Chibber

    Absolutely. But, you know, as she would have told you, she was building on Brenner’s arguments. And these two, I think, have played an absolutely crucial role.

    But let me just make an important point clear: It isn’t just them. This account is the consensus that most of the leading economic historians have come to, Marxist and non-Marxist. There is a mountain of economic literature and data supporting it.

    The argument is driving home the point that I think was fundamental to Marx’s epoch-making insight, which is that economic activity is always constrained and dictated by economic structure. So the economic structure of the medieval world dictated a different kind of macroeconomics and microeconomics than the macro- and microeconomics of the contemporary world. And the reason the two are different is that the underlying economic structures — what we would call class structures — are different.

    Now, this was pretty well understood into the 1970s and ’80s. And the argument for colonial plunder had been pretty thoroughly discredited. It has just come back now for a variety of reasons. But it really doesn’t have much of a leg to stand on.

    Melissa Naschek

    Something struck me in your comments about the labor market. We’re talking about the traditional Smithian arguments about the development of capitalism and what capitalism is, and one of the data points Smithians cite is the history of merchant capital and the fact that, during feudalism, there were many trade routes and markets. There was a lot of wealth creation. But I think one of the things that you’re pointing to is that markets themselves are not sufficient for a capitalist society. What happens when you get a capitalist society is a complete transformation of markets.

    Vivek Chibber

    The way I would put it, Melissa is markets are not a sign of capitalism because we know that markets have been in existence for thousands of years. So, you can call anything you want capitalism — that’s up to you. But if you want to attach the word “capitalism” to that which explains the historically unprecedented rates of growth that we see emerging in the 1500s and the 1600s in Northwestern Europe and then later across the world — if you want to say that is what capitalism is, whatever explains that — then it can’t just be the presence of markets. It is when markets take over all of production. Between 3000 BC to 1500 AD, markets existed, but they were on the fringes of society — not geographically, but economically.

    Melissa Naschek

    And also, this is not to say that they weren’t generating vast amounts of wealth.

    Vivek Chibber

    No, they were generating plenty of wealth for some people. But the point is, if you measured economic activity in feudal Europe, what you would find is that merchant activity, markets, and trade only accounted for a tiny proportion of national wealth. Overwhelmingly, national wealth came in the form of production for the household, on people’s own lands, and production directly for the lordly class by their serfs. So, the fact that there’s mercantile activity is not a sign of capitalism.

    Second — and this is the really important point — feudalism put limits on how far markets could expand in the first place. So, the thing about markets was that it’s not like they were born, say, three thousand years ago, then they just kept expanding to the point where you got capitalism. It’s that within precapitalist societies, there was a place for markets, but there were always also severe limits on how far markets could go. So there were markets in the village, as I said, but peasants tended to try to avoid them as much as they could.

    Also, there’s an idea that the cities are where all the merchants were, and where the markets were, and this is where capitalism grows out of. Also not true. Urban centers were directly controlled by the feudal nobility. There was no urban competition in manufacturers. People weren’t trying to minimize costs and drive costs down. Prices were completely administratively controlled by the guilds of the time, which were associations of artisans and merchants, but also by the feudal aristocrats. Cities were completely controlled and dominated by landlords, and the merchants were completely dependent on the landlords to give them access to markets.

    There was no question of merchants fighting against feudal lords or markets eroding feudal priorities and feudal power. The markets were internal to feudalism. They were limited by feudalism, and merchants wouldn’t even dream of taking up the cudgels against feudal lords.

    So, that alternative account of where capitalism might’ve come from — meaning, maybe not from plunder, but just from the expansion of the market — is also untrue. As I said, this was the epoch-making insight of Marx, that it’s not that the market gives you capitalism, it’s that capitalism gave you the market. That’s putting it in a very compressed way.

    I don’t mean quite literally that markets didn’t exist before capitalism. It’s the consolidation of capitalism that finally allows markets to expand to the point that they have today. So why did it happen? It happened because, as Marx says, what happened in England was the expropriation of the peasant classes, which threw them out onto the labor market and also then the product market.

    Melissa Naschek

    Right. And this is another jargony but very common line that one hears about Marxist analysis, which is that, under capitalism, workers do not own their own means of production. And the distinction here is, in feudal societies, peasants did directly own their means of production. There was no alienation of the worker from their labor. They had a lot of control over the labor process in a way that is unthinkable today. But, with the transformation of the feudal economy into the capitalist economy, all of that is taken away from them. And they’re thrown onto this new thing, which is the capitalist labor market.

    Vivek Chibber

    Yeah. You get capitalism when the economic structure is changed. And that doesn’t happen on its own. It requires action.

    Melissa Naschek

    So if we’re rejecting the arguments about colonial plunder and the expansion of merchant capital, what about the arguments made by someone like Max Weber about a certain mentality or mindset that led to this shift into capitalist society?

    Vivek Chibber

    You mean like Protestantism, for example?

    Melissa Naschek

    Yeah, the Protestant work ethic.

    Vivek Chibber

    Weber’s real heyday was the 1950s and ’60s. In economic history, he didn’t really have much influence, oddly enough.

    The real influence was in the sociology of development and in certain parts of cultural history, where they took seriously the idea that it was the presence of Protestantism that gave you the rise of capitalism in the first place. But more importantly, and just as relevant, that it was some kind of Protestant-like mentality that would be needed in the Global South in order to get them to develop. Because remember, in the 1950s and ’60s, much of the Global South was still overwhelmingly agricultural. And their primary challenge was how to accelerate and foster development.

    Now, Weber’s Protestant ethic argument was that what gave you capitalism was a prior shift in people’s orientation to the world and in their mentalities. And so, in the South, you would also need an orientation of this kind to give you capitalism.

    This was a plausible argument in the 1940s and ’50s, because, as I said, in much of the Global South, you still didn’t really have a visible capitalist economy because they were all still primarily agrarian. That argument died a very rapid death by the 1970s and ’80s, when you saw countries like Japan and Korea and Brazil developing really, really fast, where there wasn’t a whisper of Protestantism, obviously.

    Why was that? What does that tell us? It tells us two things.

    I think the experience of the Global South told us that you don’t have to have a prior shift in mentalities to give you market dominance. What happens, in fact, is that market dominance gives rise to the functionally needed mentalities.

    So, in all these countries where there wasn’t even a hint of Protestantism, why did you get a full-fledged roaring capitalism by the 1980s? Well, it’s because you took the peasantry and you took their land away from them. And here’s the essence of it: Once you take the land away from people and you throw them out on the market, they don’t need to read Calvin or Martin Luther to understand what to do. They’re going to go out looking for jobs. And once they go out looking for jobs, and the people who they’re working for find that they need to sell their products to survive on the market, they’re going to do what they need to survive on the market, which involves cost-cutting and efficiency-enhancing activities.

    So what you find is that capitalism was emerging everywhere, regardless of the culture and the religion. And the dynamics of that capitalism are the same everywhere, at least in the very narrow sense that profit-maximizing activity and job-hunting took root everywhere around the world. So by the 1970s and ’80s, it was pretty clear that if this is what’s happening in the Global South, it probably was also the case in the original capitalist countries that you didn’t need Protestantism. And where was the Protestantism in 1480 England all the way into the 1500s in England, right?

    Melissa Naschek

    That sounds like bad news for the Weberian argument.

    Vivek Chibber

    Right. I think that the notion that you needed a prior shift in mentality to give you capitalism doesn’t hold much water. And here’s the interesting thing. Weber is very cagey about this. He says it and then he draws back, because I think he understood that the empirical basis for it is just too thin. It became kind of the bubblegum, popular version of his book, where it’s been argued that there’s a causal sequence going from shifts in mentality to shifts in the economy. If that is the way in which you interpret Weber, I don’t think it has much credibility.

    And interestingly, if you just read the debates among economic historians of the past sixty years, that question doesn’t even arise. And that’s a pretty good sign that they just never take it seriously. The questions that arise are the ones that Marx raised, which are: Why did the enclosures happen? Why did productivity take off? In what way was it linked to market competition? Et cetera. Weber, fortunately or unfortunately, has not played much of a role in the contemporary debates among the people who actually study this business, economic historians.

    Melissa Naschek

    So, if there’s all this evidence that pretty definitively proves your argument, where does this other argument about colonial plunder come from? Why does it keep cropping up?

    Vivek Chibber

    It really came out of third world nationalism, anti-colonial nationalism, in the late nineteenth century and then expanding through the early parts of the twentieth century. The motivation for it, I think, was a respectable one, because they were trying to counter the justification for colonial rule that came out of the metropoles from the European countries. And that justification was, “We’re doing this out of some sense of moral mission, a moral commitment to civilize, to educate, to uplift. And so therefore, actually, we’re bearing the costs of this responsibility that we have, and we’ll go when we think you’re ready.”

    So nationalists had to deal with this rationalization, or a justification, that says colonial rule is actually a sign of Western morality and their sense of responsibility. So what they wanted to say was, “You’re not doing this out of the goodness of your heart, you’re doing it because you’re getting something out of it. You’re not here to educate us, you’re here for yourself.”

    So the weak version of the argument was to say there’s a material basis for colonialism. And that was 100 percent right.

    The British did not go into Africa and Asia, and the French did not go into the Middle East and into Africa, in order to do right by the natives. They went there because segments of British and French capital wanted to make profits and they went there for these profits.

    So in this, the nationalists were correct. But then there was a stronger version of the argument — and I can understand why they wanted to make that — which is that, “It’s not just that some of you got rich and that’s why you came to India and to Africa to enrich yourselves. Your entire wealth has come out of your plunder of our country.” So you can see how that’s a much more provocative way of saying, “Screw you. Not only did you not do this out of a sense of morality, but your actual enrichment, the fact that you’re so rich has come on our labor, on our backs.”

    So that was, I think, the initial motivation. Now, it happens that I think the argument is quite mistaken. The argument that Western capitalism itself came out of plunder, that’s quite wrong. But the motivation for it was correct. It is the case that colonialism was an abomination. It is the case that it was driven by material incentives. But you can make all those claims without making the further argument that capitalism came out of colonial plunder.

    Melissa Naschek

    So if that’s what the justification was for it back then, what’s the justification for it now?

    Vivek Chibber

    As I said, it was Marxists from the Global South and from the West who had discredited this line of reasoning in the 1970s and ’80s. In the 1960s and ’70s, it had come back in the form of what’s called “Third Worldism,” which was this idea that the Global North collectively exploits the Global South. And you can see how that’s an extension of the view that capitalism in the West came out of the plunder of the Global South. You can just extend it to say that the Global North continues to stay rich because of the plunder of the South.

    But empirically, we can show that it was mistaken. And for the reasons that I said, theoretically also, it’s very hard to account for why feudal lords would have changed to capitalism just because they had a bunch of money in their hands. So it was discredited. I’m old enough now to have seen it go underground or disappear by the 1990s.

    But it has, I would say in the last six or eight years, made a resurgence. Why? In my view, it’s one of the dimensions or consequences of this flight into race reductionism in the past six or eight years. You see this again and again and again now, this notion that colonialism and colonial plunder were an expression of what’s called “global white supremacy.” This idea that the plunder of the colonial world is what enriched the West is easy to translate into racial terms. That it is the lighter, whiter nations which were able to make this traversal into capitalism by virtue of plundering the darker nations.

    Melissa Naschek

    So it’s transforming a materialist argument into a sort of semi-materialist, but at heart, racialist argument.

    Vivek Chibber

    It’s transforming a class argument into a racial and national argument. And in today’s left, nationalism and racialism are the dominant ideologies. It’s quite striking to me how this trope, this “global white supremacy” has become so current on the Left. And it’s utterly nonsensical. It has literally no connection to reality.

    But it’s become fashionable on the Left because it allows you to align radicalism with the current wave of racial identity politics. And the core of this is whatever divisions there might be within the races, pale — no pun intended — in relation to the divisions between the races.

    Melissa Naschek

    Well, maybe China becoming the new global hegemon will kind of help us out then.

    Vivek Chibber

    But jokes aside, this notion of global white supremacy is really pernicious. At best, what you can say is that white supremacy was the kind of rationalizing ideology of colonialism. There’s no doubt about that. Colonialism justified itself by all kinds of racist notions.

    But the idea that this actually cemented a deep alliance between Western workers and Western capitalists to the point where Western workers share more with their own capitalists than with workers of the Global South, is not only factually wrong — and it’s profoundly wrong — it is also quite reactionary. Because, until about the recent past, the only people who said this basically were white supremacists because they saw the world as one of warring racial tribes. And this is where parts of the Left have come to now with very heavy doses of race reductionism.

    That’s the only sense I can make of it, because the factual basis for this claim about colonial plunder and capitalism is zero. The theoretical coherence and plausibility of the argument is zero. Because, what is a mechanism by which you would say that feudal lords would actually change their economic rules of production on the basis of just having a new pot of money? Nobody’s been able to explain it yet.

    So why would you bring this argument back? I think it has to do with this virtue signaling and race reductionism. And my guess is that it’s going to dissipate as the Left continues to mature and they don’t see this as the respectable face of radicalism.

    Melissa Naschek

    If I’m understanding your argument correctly, basically what you’re saying is that the way that we should understand primitive accumulation is not as a hoarding of wealth that was then suddenly distributed to maximize profit, but instead was the changing of basic social relations such that the peasantry were kicked off their land and thrown onto a newly created capitalist labor market. If that’s the case, was that just something that happened once in England and then we had capitalism? Or is that a process that continues to happen within capitalism?

    Vivek Chibber

    Well, if capitalism is to spread into other parts of the world, that same thing has to happen everywhere else as well. And since it doesn’t all happen all at once, over time, as capitalism spreads, it continues to dispossess the peasantry and bring them into wage labor and into the cities.

    And it is still going on today in that sense, because there are still parts of the world where you have large agrarian sectors in which people have their own land and where they’re not engaging in wage labor. And if capitalism is to spread there, they’re going to have to be brought into what we call commodity production. So it’s not just that it happened once and then nowhere else.

    But you can also say that the principles behind it continue to be relevant inside countries like England and the United States, which went through their agrarian transition centuries ago.

    Here’s how to understand how the principle is still relevant. What is it that primitive accumulation was trying to achieve? It was trying to take away from the laboring population access to their subsistence, to their food, to their needs, their housing needs, access to these things outside the market. Now, the way you did that originally was to take away peasants’ land, because that’s how they survived.

    But one might ask, even inside a mature capitalism, isn’t it still possible for people to find access to basic necessities outside of the market? And the answer is, yeah, they still achieve it, whether it’s through things like having their own plots of land, whether it’s through things like having their own means of subsistence, but most importantly it is through things like the welfare state.

    You can think of the welfare state as something where people are given access to basic necessities as a matter of right, which is what they had in feudalism. They had access to basic necessities because they had rights to the land. And just like that was a barrier to capitalism back then, the welfare state is seen by capitalists as a barrier to their growing expansion and profitability today. And that’s why capitalists oppose what’s called “decommodification” — this is when goods that have been bought and sold in the market are taken off the market by giving them to people as rights.

    So in that sense, even while it’s not technically speaking a “primitive accumulation” that’s going on today, the principle behind capitalists’ opposition to non-commodified goods today is more or less the same as it was when capitalism was brought into being four hundred years ago. In that sense, you can say that it’s an ongoing process even inside capitalism as well.

    The key to it all is this: That what capitalism and capitalists strive for constantly is the maintenance of the widest expansion of commodification as is possible. And any movement to restrict the scope of commodities is going to be resisted by capital. That’s going to show up in all kinds of political and social conflicts today.

    #histoire #capitalisme #colonialisme #nationalisme #racisme #accumulation_primitive #économie #marxisme

  • "The Ashes of Moria"
    https://www.youtube.com/watch?v=3ISMAJPcAUg

    A cinque anni dall’incendio che lo ha distrutto (8-9 settembre 2020) l’impatto del campo di Moria è ancora presente nelle vite delle persone che lo hanno vissuto, mentre l’approccio alla migrazione da parte dell’Europa continua a essere quello della deterrenza, del contenimento e della detenzione.

    Attraverso una serie di interviste con persone migranti che hanno vissuto nel campo greco, operatori sociali e attivisti che lo hanno conosciuto da vicino, questo documentario esplora l’eredità di Moria, raccontando la durissima realtà del campo, le ripercussioni che ha causato sulla vita delle persone e il suo ruolo nelle politiche di detenzione e deterrenza e nei processi di integrazione.

    #Moria #réfugiés #migrations #Grèce #camp_de_réfugiés #incendie #Lesbos #ce_qui_reste #silence #feu #camps_de_réfugiés #2020 #traces #hotspot #accord_UE-Turquie #asile #accampement #tente #froid #chaleur #tentes #sécurité #peur #nuit #viols #toilettes #survie #vols #criminalité #violence #faim #attente #santé_mentale #dépression #PTSD #queue #suicide #tentatives_de_suicide #enfer #dissuasion #politique_de_dissuasion #déshumanisation #propagande #nationalisme #racisme #instrumentalisation #instrumentalisation_politique #discriminations #bruits #sons #8_septembre_2020 #honte #contrôle_biopolitique #Kos #Samos #Kios #prisons #closed_controlled_accesse_centres (#CCACs) #éloignement #isolement #marginalisation #marges #camps_fermés #îles #Vastria

    –-

    ajouté à la métaliste sur l’#incendie de #septembre_2020 dans le #hotspot de #Moria, #Lesbos (#Grèce) :
    https://seenthis.net/messages/876123
    #film #documentaire #film_documentaire

    • “The Ashes of Moria”: che cosa rimane del campo profughi più grande d’Europa?

      Il film di Davide Marchesi e Majid Bakhshi, prodotto da ColoreFilm e distribuito in Italia da Altreconomia, ripercorre la storia di quello che è stato il simbolo del fallimento europeo in tema di “accoglienza” e “protezione”, sull’isola greca di Lesbo. A cinque dall’incendio che lo ha distrutto, il documentario porta nel cuore del campo, tra odori, rumori, paure e violenze. Allo stesso tempo offre le coordinate per capire i meccanismi attuali delle brutali politiche europee

      Mo Zaman cammina tra le macerie di un posto di cui riconosce gli odori, “gli stessi di albero di ulivo”, ma non i suoni. “Non avevamo questo silenzio prima qui”. Ricorda le sensazioni, il freddo e la paura, il terrore ma non gli spazi vuoti. Il suo è un ritorno in un luogo di cui conosce le strade a memoria nonostante di fatto non esista più. Mo Zaman è uno dei protagonisti di “The Ashes of Moria” (52′), il documentario di Davide Marchesi e Majid Bakhshi, prodotto da ColoreFilm e distribuito in Italia da Altreconomia, che a cinque anni dalla distruzione del campo di Moria sull’isola greca di Lesbo ripercorre la storia di quello che è stato l’emblema del fallimento europeo.

      È lui a raccontare che a Moria gli incendi erano frequenti e difficili da gestire, proprio come quelli che finirono per distruggerlo completamente. Il centro di identificazione e registrazione di richiedenti asilo e migranti più grande d’Europa, pensato come risposta a quella che erroneamente viene ancora definita la “crisi dei rifugiati” del 2015, nella notte tra l’8 e il 9 settembre 2020 bruciò irrimediabilmente.

      Eppure, come afferma Mo Zaman, “anche se possono cancellare Moria da questo posto, non potranno mai cancellare il nome di Moria”. Di certo non lo potranno mai cancellare dalla memoria delle migliaia di persone, al momento dell’incendio erano intorno alle 15mila, che vi sono passate e che vi hanno trascorso giorni, mesi, ma anche anni, in attesa. Le conseguenze, i residui, le ceneri di un’immensa crisi di salute mentale capace di fare più danni che quelli della guerra stessa da cui queste persone scappavano, come si racconta nel film, rimangono nella loro mente.

      “Mancava acqua potabile, cibo, elettricità, igiene -ricorda infatti Majid Bakhshi, uno dei due autori che ha vissuto nel campo-. È importante parlare della mia esperienza a Moria e, in generale, di persona che cerca di trovare la propria strada in condizioni difficili. Ciò che intendo dire è che, quando arrivi come migrante o rifugiato in Europa, o in qualsiasi altro paese del mondo, inizi un processo che sarà piuttosto difficile e per nulla, incerto e molto stressante. Può essere molto opprimente, soprattutto se non ricevi alcun supporto puntuale, e se devi affrontare tutti i problemi da solo. E trovo molto difficile anche staccarmi in qualche modo da alcuni di quei ricordi. Sono nella mia testa, come se dovessero restare con me per non so quanto tempo”.

      “Uno degli aspetti che spero che emerga è l’impatto psicologico a lungo termine della vita nel campo, non solo sulle singole persone che è sicuramente importantissimo, ma anche sulla società in generale -spiega il regista Davide Marchesi-. Avvicinarsi a queste persone e guardare le loro vite è struggente anche perché è doloroso pensare che noi abbiamo reso così difficile la loro vita”.

      Alternando immagini di archivio e fotografie, anche satellitari, alle interviste di chi ci ha vissuto, degli operatori sociali e degli attivisti, il documentario ci porta dentro il campo fino a farcene sentire la “puzza oscena” e le grida notturne, a farci provare il senso di insicurezza di ritrovarsi in un luogo pensato per accogliere fino tremila persone e arrivato a contenerne 25mila. Un posto dove i nervi a fior di pelle erano micce accese, dove si viveva giorno per giorno e contava solo sopravvivere.

      “Da una parte a Moria non ti veniva data possibilità di fare nient’altro se non preoccuparti di cose molto elementari, della sopravvivenza quotidiana -prosegue Marchesi-. Dall’altra ognuno si portava dentro questa gigantesca preoccupazione di che cosa gli sarebbe successo nel futuro, dell’attesa di una risposta alla richiesta di asilo”.

      La fame, le lunghe code, la mancanza di qualsiasi bene necessario trasformava le persone in poco tempo, cambiandone le mentalità e portandole a perdere qualsiasi tipo di fede. In una parola sola era l’inferno, usandone qualcuna in più Mo Zaman dice che “Moria eccelleva nell’essere orribile”.

      “Non credo che per noi sia possibile veramente capire che cosa significasse stare lì, perché è peggio che stare in prigione -aggiunge Marchesi-. Se non sai quando finirà l’attesa, psicologicamente è molto peggio. Per questo se da una parte le immagini di questo documentario testimoniano molto bene com’era Moria, dall’altra non gli rendono in nessun modo giustizia, perché manca il fattore temporale”.

      Dal cuore del campo “The Ashes of Moria” ci porta anche al di fuori, dandoci le giuste coordinate per ricostruire e comprendere quello che stava accadendo nel frattempo all’esterno. Non tanto una “crisi dei rifugiati” quanto del sistema di accoglienza di un’Europa lenta, impreparata, per certi versi anche sadica, che diventa una promessa tradita di una vita migliore e di diritti umani finalmente riconosciuti e protetti.

      “Abbiamo rischiato le nostre vite attraversando l’Egeo e non siamo venuti qui per essere abbandonati”, protestano le persone migranti. “Quando sono arrivata in Grecia ho subito discriminazione perfino per la mia esistenza. Come rifugiati non vogliono neppure che esistiamo”. E la domanda: “Dov’è finita l’umanità?” ricorre spesso nelle loro parole. Tutti sapevano che cosa succedeva ma nessuno faceva nulla per cambiare la situazione tanto che, come osserva nel film Carlotta Passerini, psicologa che lavorava con i residenti del campo “penso davvero che questo sia stato fatto per disumanizzare le persone. È più facile condannare qualcuno che non si considera umano o una persona che si comporta come te”.

      Moria sembra essere dunque il punto di partenza, l’origine di tutto quello che di peggio abbiamo ancora oggi: la propaganda che racconta le persone migranti come una minaccia pronta a invaderci, i nazionalismi e i razzismi. “In un certo senso è così -riflette Marchesi-. Ma allo stesso tempo nel momento in cui ho iniziato a fare ricerca, a cercare di capirne di più, mi sono accorto che alla fine l’approccio è sempre lo stesso. A Moria non è stato inventato nulla di nuovo. L’Europa da Schengen in poi ha reso evidente in tutti i modi che va bene la libera circolazione delle persone all’interno, ma chi viene da fuori deve essere ipercontrollato e se possibile tenuto fuori. Possiamo infatti chiamare le nuove costruzioni realizzate dopo Moria campi ad accesso controllato, possiamo chiamarli strutture ricettive, possiamo chiamarli Cpr, alla fine il modo di operare è uno: quello della detenzione e della deterrenza”.

      “Moria era usato per mettere paura alle persone -afferma infatti nel film Lefteris Papagiannakis, direttore del Greek council for refugees-. Ma non ha funzionato perché la deterrenza non funziona mai”. Così come non funzionerà per i cinque nuovi closed controlled access centre, vere e proprie prigioni in posti isolati, lontano da tutto e tutti. La loro costruzione nelle isole dell’Egeo settentrionale Chios, Kos, Leros, Lesbo e Samos è iniziata subito dopo la distruzione di Moria, già a partire dalla primavera del 2021, ricevendo più 250 milioni di finanziamenti dall’Ue (si veda su questo il progetto “Chiusi dentro. Dall’alto” pubblicato da Altreconomia in collaborazione con PlaceMarks nel settembre 2024).

      Da qui l’importanza di questo documentario: quella di “creare una testimonianza” affinché si mantenga alta l’attenzione su temi che nonostante il centro di Lesbo non esista più ancora ci riguardano. “Moria e in generale i campi sono dei laboratori di come si vogliono gestire le politiche migratorie e non solo -dice l’autore-. In questi luoghi, ad esempio, si testano nuove tecnologie di sorveglianza che poi verranno applicate non solo in ambito detentivo ma anche di controllo sociale. Per questo è importante creare documenti che possano rimanere nel tempo”.

      “The Ashes of Moria” è quindi un documentario sul campo di Moria e sulle persone migranti che ne sono stati prigioniere, ma si rivolge a noi, europei, occidentali e ci chiede di fare i conti con quello che siamo e abbiamo lasciato o contribuito a far accadere. “Non dobbiamo nasconderci o dimenticarci di quello che succede sui nostri confini -conclude Marchesi-. È importante riflettere su quello che come società, siamo capaci di fare a persone che in questo caso sono parte di una popolazione in movimento ma in un altri casi potrebbero essere le persone lgbtqi+ e in altri ancora i dissidenti politici o altro. Una società che è stata capace di fare quello che ha fatto a Moria nei confronti di persone che considerava una minoranza e che reputava in qualche modo ‘scomode’ sarà capace di farlo sempre e con chiunque”.

      https://altreconomia.it/the-ashes-of-moria-che-cosa-rimane-del-campo-profughi-piu-grande-deurop

  • My documentary about White Supremacy. White Right: Meeting the Enemy. - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?app=desktop

    I sat down face to face with white nationalists and neo-Nazis, men who see people like me a Muslim woman and daughter of immigrants, as their enemy.

    I wanted to understand: what drives their anger? Why do they believe in hate and division?

    White Right: Meeting the Enemy takes you inside their world. It is a journey into the heart of extremism and an exploration of whether dialogue and a recognition of our shared humanity can break through walls of hate.

    This was one of the most dangerous, personal and meaningful projects I have ever worked on.

    https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=hvt5ScfjpDo

    #extrême-droite #nationalisme

  • Sur le Monde, la lutte contre la corruption, ça s’appelle une purge.
    (quand il s’agit de la #Chine).

    https://www.lemonde.fr/international/article/2025/10/24/dans-la-chine-de-xi-jinping-des-purges-sans-fin_6649088_3210.html

    Donc, l’annonce d’enquêtes pour corruption ou abus de pouvoir contre neuf hauts gradés (sur 376), ça s’appelle, une « purge sans fin ».
    Heu... Le procès Sarkozy, c’est une purge aussi ?

    #propagande #Le_Monde #purge

    • Du coup, je l’ai lu, @yohooo, et, pardon, j’ai trouvé ça plus intéressant que ce qu’annonçait ton commentaire.

      Déjà, le terme purge. Dans nos économies libres comme l’oiseau et nos états à prétention démocratique, on ne trouve pas d’appareil d’État qui gère un continent sous l’égide d’un parti unique centralisé. Sous un tel régime, on passe pas des années à instruire le procès des très rares dirigeants de haut niveau incriminés, comme on le voit parfois ailleurs par exception. Lorsqu’ils n’ont pas fait l’objet de procès politiques publics, on découvre plutôt leur disparition sur les photos. Les purges sont une modalité de préservation/construction du parti dirigeant du socialisme réel, je le tiens d’innombrables fantômes de bolcheviks qui firent la Révolution d’octobre avant d’être éliminés par le Parti. Le terme ne me semble pas usurpé. « le Parti se renforce en s’épurant » n’est pas qu’une formule du passé.

      En poste à Pékin, le journaleux parait moins nul que ceux de l’ex-Journal officiel de tous les pouvoirs au USA (https://www.lemonde.fr/signataires/harold-thibault) et nous dit :

      16 % des 376 membres et suppléants du comité central du PCC nommés en 2022 – déjà sous la domination absolue de Xi Jinping – manquaient à l’appel [parmi les 315 plus hauts cadres du Parti communiste chinois (PCC) réunis ces jours-ci].

      Bien malin qui saura démêler à l’origine de ce taux la part de corruption (probablement plus élevée : démettre ou poursuivre tous les coupables, la Chine vacillerait), de manque de discipline et d’entente féodale rompus.

      Comme la rivalité (commerciale, militaire, géopolitique) impose aux organes étasuniens de se forger des formes d’expertise, ça cause depuis là de la Chine mais aussi sans doute, en filigrane, de ce que doit être le pouvoir aux USA (toutes choses inégales par ailleurs).

      Jon Czin, ancien responsable du suivi de la Chine à la CIA avant d’être le directeur Chine au sein du Conseil de sécurité nationale américain entre 2021 et 2023, sous Joe Biden, invite à ne pas se méprendre sur la signification de ces évictions en série. « Durant ses premiers mandats, il était logique pour Xi de s’attaquer à ses rivaux, aux autres centres de pouvoir au sein de l’armée. Mais il s’en prend désormais à ceux qui devaient être ses protégés, et ce changement sème la confusion auprès d’un grand nombre. Pourtant je n’y vois pas un signe de faiblesse mais, au contraire, la preuve de sa domination continue », dit M. Czin, aujourd’hui chercheur à la Brookings Institution, à Washington.

      Ces purges, on sait que c’est également l’écume d’une longue marée qui a pour horizon une submersion de l’économie-monde, celle d’un développement économique qui « allie » centralisation politique et concurrence effrénée. Ça génère une corruption organisée tout autrement qu’ailleurs (de l’échelle micro des entreprises et des villes au sommet : l’armée). La « lutte contre la corruption » y prend d’autres traits :

      Le président chinois avait d’ailleurs ouvert l’année par un séminaire de la très puissante commission centrale d’inspection disciplinaire, l’organe d’enquête du #PCC. Il y avait affirmé que la corruption n’est pas seulement toujours présente, mais qu’elle est en hausse, au risque de soulever des interrogations sur l’efficacité des mécanismes en place. « La corruption est la plus grande menace contre notre parti »_, avait lancé M. Xi, le 6 janvier, tandis que cet organe se targuait d’avoir fait chuter 47 officiels d’un rang supérieur à celui de vice-ministre rien qu’en 2024.

      https://justpaste.it/aygsb

      Que l’État chinois, donc le Parti, cherchent à se renforcer pour mieux assumer affrontement économique et guerre militaire, je crois pas que ce soit pure propagande. D’autres sources restent évidemment bienvenues !

      #Chine #APL #armée #purges #corruption #économie #guerre_économique #État #nationalisme

    • Chine : la quête de toute-puissance de Xi Jinping
      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/10/24/chine-la-quete-de-toute-puissance-de-xi-jinping_6649168_3232.html

      Le dirigeant chinois est convaincu que le relâchement des élites et du strict contrôle sur la société a conduit à l’effondrement de l’Union soviétique. Arrivé au pouvoir après trois décennies d’une ouverture qui a permis la modernisation de la Chine, mais dont il considère qu’elle a aussi produit ses propres maux − corruption, idées libérales et perte de prise du parti sur l’individu −, il se donne pour mission de corriger ce qui doit l’être.

      Voilà que, sous des dehors divers, se manifeste un trait commun aux dirigeants des grandes puissances mondiales comme de nombreux dirigeants de nations de second rang. Hubris du pouvoir dans un monde qui va à sa perte.

    • Bonjour, je relis ton commentaire et j’essaye de synthétiser. Donc, tu justifies l’utilisation du mot « purge » et non « lutte contre la corruption » par :
      – L’égide d’un parti unique centralisé
      – L’hypothétique héritage d’une vision du communisme qui a théorisé le sujet de la purge / l’épuration.
      – Le manque de transparence.

      OK. C’est en effet un terme que l’on utilise peu dans nos régimes multipartites. On parle de « limogeage » ou de « destitution » lorsqu’on s’attaque à quelques personnes. De manière plus élégante, on appellera une personne en responsabilité « à démissionner ».

      Lorsqu’il faut supprimer de manière systémique un nombre important d’agents, on parle de « dissolution » ou de « regroupement » d’un organisme sous une direction dont on change le sigle. On peut aussi utiliser des arguments économiques « réduction de budget ». Ou tout simplement parler de « suppression de postes ».

      Mais on ne parle jamais de « purge ». Et la dernière fois dont on a parlé d’ « épuration » en France, c’était en 1944.

  • Der Erfolg der Rechten ist das Versagen der Linken
    https://www.telepolis.de/features/Der-Erfolg-der-Rechten-ist-das-Versagen-der-Linken-10666854.html

    A propos de la distance croissante entre les milieux de gauche et et les classes travailleuses

    24.9.2025 von Andreas Wehr - Rechte Parteien feiern weltweit Erfolge. Verantwortlich dafür ist auch die Linke, die sich von den Sorgen der Bürger entfernt hat.

    Manchmal ist es der politische Gegner, der die Wahrheit über die Linke sagt. So geschehen im Leitkommentar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 5. September 2025, verfasst von Nikolas Busse, einem der führenden Redakteure des deutschen „Zentralorgans des Kapitals“.

    Schon der Titel „Die rechtspopulistische Revolution“ zeigt an, dass es dem Autor um nicht weniger als eine politische Zäsur geht:

    Die alte Erkenntnis, dass nichts so mächtig ist wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, gilt heute für den Rechtspopulismus. Sein Aufstieg vollzieht sich inzwischen in allen drei Weltgegenden, die man dem erweiterten Westen zurechnet und in denen sich lange etablierte Demokratien befinden: Nordamerika, Europa und jetzt auch Japan.

    In den Vereinigten Staaten und in Italien haben es Rechtspopulisten bekanntlich schon in die Regierung geschafft, Trump zum zweiten Mal. In Großbritannien und Frankreich liegen sie in Umfragen vorn, in Deutschland kommt die AfD der Union nahe.

    Das lässt sich nicht mehr mit Besonderheiten im jeweiligen Land erklären, noch nicht mal mit Protest oder Uninformiertheit der Wähler. Der Rechtspopulismus hat eine global verbreitbare Weltanschauung hervorgebracht, für die sich seine Anhänger bewusst entscheiden. Wir erleben eine Revolution.
    Nikolas Busse, FAZ

    Dieser Beschreibung eines Epochenwechsels kann kaum widersprochen werden, vollzieht sie sich doch vor aller Augen. Erst kürzlich wurde etwa eine Umfrage für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bekannt, wonach die AfD dort die Chance hat, die CDU deutlich zu überrunden. Der SPD wird ein Ergebnis von knapp über fünf, den Grünen von unter fünf Prozent vorausgesagt.

    Nikolas Busse geht es aber nicht allein um die Beschreibung dieses Phänomens. Er fragt nach den Gründen für den Aufstieg:

    Im Kern will der Rechtspopulismus die Politik wieder national eingrenzen, wobei nicht immer ganz eindeutig ist, wer oder was zur Nation gezählt wird. Aber die Stoßrichtung ist unverkennbar: Sie richtet sich gegen Migration (nicht nur irreguläre), gegen Freihandel, gegen Minderheitenrechte, gegen internationale Institutionen. Angestrebt wird letztlich die Rückkehr in eine Welt, wie sie in vielen westlichen Ländern vor der Globalisierung bestand.
    Nikolas Busse, FAZ

    Busse weist dabei „oberflächliche Vergleiche mit dem Faschismus“ zurück. Tatsächlich sind die heute so beliebten Analogien mit der Zeit vor 1933 hilflos, zeigen sie doch nur, dass heute kaum noch Kenntnisse über den wirklichen Faschismus vorhanden sind. Nach Busse liegt „der Bezugspunkt eher in den Fünfziger- bis Siebzigerjahren.“

    Und in der Tat waren dies zwar kulturell und politisch verstockte, konservative Zeiten, doch die Menschen erlebten zugleich eine stetige Verbesserung ihres Lebens: Ihre Löhne stiegen, die Arbeitszeit wurde verkürzt und bessere Bildungschancen für ihre Kinder gab ihnen die Gewissheit, dass es der nächsten Generation einmal besser gehen werde.

    Es war die Zeit des CDU-Slogans „Wohlstand für Alle“ und des „Modells Deutschland“ der SPD. Warum sollten heute nicht viele Sehnsucht nach diesen Zeiten haben? Mit den Errungenschaften der 68er-Generation, der sexuellen Befreiung und der Individualisierung, können sie hingegen wenig anfangen.

    Doch diese besseren Zeiten sind nicht einfach so vergangen. Verantwortlich dafür war die neoliberale Wende, die 1979 in Großbritannien unter Thatcher einsetzte und 1981 unter Reagan in den USA ihren Schwung erhielt. Und so lebt nach Busse heute „fast die gesamte westliche Welt (…) in einer Ordnung, die auf einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Liberalisierung beruht, wie sie die Menschheit nie erlebt hat.

    Nichts kannte in den vergangenen Jahren Grenzen: der Handel nicht, die Wanderung nicht, die Emanzipation nicht. Die erstaunliche Allianz, die in den USA Wirtschaft und Wokeismus eingingen, war der Höhepunkt dieser Entwicklung, und sie schwappte natürlich nach Europa über. Es war die letzte Welle des linksliberalen Zeitgeistes, die nicht mal mehr vor der Biologie haltmachte.

    Dass die Politik irgendwann anfing, sich ständig mit Ansprüchen sexueller Kleingruppen zu beschäftigen, war einer der Momente, in dem sie auch Teile des Bürgertums verlor.“ Doch die Antwort der Mehrheit blieb nicht aus:

    In einer Demokratie kann man vieles machen, aber nicht Politik gegen große Gruppen oder Mehrheiten, zumindest nicht auf Dauer. Der Rechtspopulismus spricht potentiell die Teile der Gesellschaft an, die in westlichen Staaten in jüngerer Zeit vergessen oder gar bekämpft wurden: Arbeiter, Männer, traditionelle Familien und, besonders wirkmächtig, die Inländer.

    Das macht Wählerkoalitionen möglich, die nicht schnell verschwinden dürften, wie besonders die Erfolge des Rechtspopulismus bei jungen Leuten zeigen. Als Jugendbewegung könnte er Durchschlagskraft über ein, zwei Generationen erlangen.
    Nikolas Busse, FAZ

    Busse dürfte wohl die Haltung der FAZ-Redaktion wiedergeben, wenn er schreibt, dass gegen die „rechtspopulistische Revolution“ auf absehbare Zeit nichts zu machen sei, zumal dort, wo sie bereits erfolgreich war, etwa in den USA und in Italien: „Sie können darauf bauen, dass sie für ihre Wähler erst mal das kleinere Übel bleiben werden.“ Den unter Druck geratenen deutschen Christdemokraten hält der Kommentator den Rat bereit, sich für die Themen des Rechtspopulismus zu öffnen.

    Keinen Rat gibt Busse hingegen der Linken, worunter er die drei Parteien SPD, Grüne und Die Linke zusammenfasst. Warum sollte er das auch als FAZ-Redakteur tun? Die Linken müssen selbst Antworten auf Fragen finden, die schon lange im Raum stehen.

    Da ist zunächst die Globalisierungskritik. Sie war einst eine Domäne der Linken. Erinnert sei an die großen Demonstrationen aus Anlass von G7 bzw. G8-Gipfeln, etwa in Seattle und in Genua 1999 und 2001. Warum protestiert heute kaum noch einer gegen sie? Und wo sind die weltweiten Sozialforen geblieben?

    Angeklagt wurden seinerzeit die kapitalistischen Konzerne, dass sie ohne Rücksicht auf die Lebensinteressen der Arbeiter die Produktion und damit auch Steueraufkommen in die Länder des Globalen Südens verlagern, um so Lohnkosten zu sparen, Aufwendungen für die soziale Sicherung zu vermeiden und Auflagen zum Umwelt- und Klimaschutz zu umgehen. Heute ist es Trump, der diese Jobs zurückholen will.

    Verstummt ist auch die linke Kritik an der Verlagerung von Arbeitsplätzen innerhalb der EU nach Osteuropa, an der „Delokalisation“. Nur noch die AfD und der Ressemblement national von Le Pen verurteilen sie.

    Doch wo sind hier die europäischen Linken? Diese bekennen sich inzwischen alle zur EU, betrachten sie gar als großes zivilisatorisches Projekt, darauf gerichtet, den Nationalstaat zu überwinden. Den Austritt Großbritanniens, den Brexit, haben sie deshalb bedauert und als Weg in die falsche Richtung verurteilt.

    Auch Jeremy Corbyn hat ihn als Labour-Vorsitzender nicht gewollt. Heute ist es Nigel Farage, einstiger Anführer der Brexit-Befürworter, der mit seiner rechtspopulistischen Reform UK Party gute Chancen hat, nächster Premierminister zu werden. Auf die Unterstützung der Arbeiterklasse in Mittelengland, die bereits bei der Brexit-Entscheidung den Ausschlag gab, kann er sich jedenfalls verlassen.

    Was ist aus der linken Kritik am Euro-System geworden? Als Konsequenz der Griechenlandkrise hatten Oskar Lafontaine und Jean-Luc Mélenchon ein anderes, gerechteres Währungssystem in einem „Plan-B“ vorgeschlagen. Davon ist aber heute nichts mehr zu hören. So ist es nur noch die AfD, die die fatalen Konsequenzen der Einheitswährung anprangert.

    Kommen wir zum Problem der Migration, dem mit Abstand wichtigsten Antreiber des rechtspopulistischen Erfolgs. Mit der libertär-anarchistischen Parole „No Nations – No Borders“ hat die Linkspartei ihre ganze Verachtung für die Probleme und Ängste der sogenannten „kleinen Leute“ zum Ausdruck gebracht. Doch ganz anders als die Linken verbinden die Abgehängten mit der Nation die Hoffnung auf einen Schutz- und Rückzugsraum. Die Vorstellung, dass sich Deutschland in einer multikulturellen Welt auflösen könnte, weckt dort Ängste und Widerstand.

    Entspricht es nicht der Realität, wenn Nikolas Busse diesen Linken vorwirft, sich immer mehr mit den „Ansprüchen sexueller Kleingruppen zu beschäftigen“? Nichts gegen die Regenbogenfahne der LGBTQ-Bewegung auf öffentlichen Gebäuden am Christopher-Street-Day, schließlich sind Schwule, Lesben und transsexuelle Menschen täglichen Diskriminierungen und Beleidigungen ausgesetzt.

    Aber was ist mit den Frauen? Sind nicht auch sie von Zurücksetzungen und Gewalt betroffen? Warum weht daher am Internationalen Frauentag, am 8. März, nicht auch die violette Flagge auf den Amtsgebäuden? Und gehört nicht die rote Fahne am 1. Mai dorthin, so wie die blaue Friedensflagge am 1. September? Aber solche Forderungen traut sich eine libertär gewordene Linke nicht zu stellen.

    Dort hält man hingegen große Stücke auf den eigenen antirassistischen Kampf. Doch der beschränkt sich auf hohle Gesten, auf die Ächtung kompromittierender Begriffe oder die Umbenennung von Straßen. Ein wirklicher Kampf gegen Rassismus muss hingegen mit antikapitalistischem Kampf einhergehen.

    Angela Davis hat immer wieder darauf hingewiesen, dass im Zehnpunkteprogramm der US-amerikanischen Black-Panther-Party der 70er-Jahre, die als Ausgangsinitiative der heutigen Bewegung gegen Rassismus anzusehen ist, Forderungen nach Arbeitsplätzen, umfassender Wohnungsversorgung, Gesundheit und Bildung ganz oben standen.

    Eine wirkliche antirassistische Linke hat daher die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Diskriminierten und Unterdrückten, ganz gleich, ob mit deutschem oder migrantischem Hintergrund, in den Blick zu nehmen.

    Nikolas Busse ist zuzustimmen, wenn er abschließend schreibt, dass man mit „Haltung“ oder dem Beschwören einer „demokratischen Mitte“ den Zug des Rechtspopulismus nicht mehr aufhalten kann. „Dies wird nur mit einer Politik möglich sein, die den Fragen nicht ausweicht, die die Wähler der Rechtspopulisten umtreibt.“

    Doch die heutige Linke weicht genau diesen Fragen aus, ist sie doch längst eine soziallibertäre Linke geworden, die die Globalisierung mit all ihren fatalen Folgen nicht mehr infrage stellt. Ihre Zustimmungswerte gehen denn auch von Wahl zu Wahl zurück. Daran ändert auch der Aufschwung der Partei Die Linke bei den letzten Bundestagswahlen nichts, ist er doch vor allem Ergebnis eines Wählerwechsels von anderen linken Parteien hin zu ihr.

    Gebraucht werden die linken Parteien heute nur noch für breite „Bündnisse der Demokraten“ zusammen mit CDU, CSU und der FDP zur Verhinderung von Wahlerfolgen der AfD. Als bloße Funktionsparteien haben sie aber keine Zukunft.

    #gauche #classe_ouvrière #politique #nationalisme

  • Israël et la fin du libéralisme d’après-guerre
    https://laviedesidees.fr/Israel-et-la-fin-du-liberalisme-d-apres-guerre

    Depuis la destruction de Gaza et de sa population, l’antisionisme gagne du terrain dans le monde juif américain. En témoigne l’ouvrage de Peter Beinart et sa réception.

    #International #Israël #libéralisme #État #nationalisme #antisémitisme #violence #Palestine
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20250903_beinart.pdf

  • La #migration est un #fait_social_total

    Parti pris · Omniprésente dans le paysage audiovisuel et les discours politiques, la question de l’immigration est sans conteste l’#obsession du #complexe_politico-médiatique français. Mais les deux visions principales qui s’affrontent – à #droite et à #gauche – pêchent considérablement par #distorsion et #omissions et peinent à embrasser la #dimension_globale de ce fait social.

    Si l’entrée de l’immigration dans le #débat_public fut progressive, on peut considérer comme un premier tournant les #agressions_racistes de #1973 et leur #médiatisation. En effet, le sujet va gagner en #visibilité à partir de ces événements et de leurs conséquences politiques, bien avant, comme on peut le lire parfois, la percée du #Front_national, au milieu des années 1980, et son affrontement avec les mouvements antiracistes.

    L’occasion est alors donnée aux immigrés de se présenter à la société française et de raconter leurs #conditions_de_travail et de vie. C’est aussi une opportunité, pour la société française, de débattre d’un sujet qui ne quittera plus les champs médiatique et politique, au point d’éclipser toutes les autres préoccupations citoyennes et même de les absorber, puisque le traitement qui en est fait suggère insidieusement sa responsabilité dans tous les #problèmes_sociaux.

    Si l’on peut penser que la surreprésentation de la question de l’immigration est imputable aux exigences et aux intérêts propres au secteur des médias, au vu de l’appétence de ces derniers pour les polémiques, on est bien en peine de justifier son #omniprésence dans le #discours_politique qui en a fait un #enjeu_électoral majeur. Cette évolution du #débat, en ampleur et en intensité, s’est accompagnée d’une #polarisation de plus en plus marquée et de la résurgence d’un #racisme_décomplexé, qui dénonce l’immigration comme un #poids pour le pays d’accueil et n’est contré que par une #rhétorique utilitariste qui associe immigration et #bénéfices_économiques.

    « #Grand_remplacement », « #invasion_migratoire » et « #submersion_migratoire »

    Porté par la droite et l’#extrême_droite, mais pas seulement, ce discours raciste développe l’idée que l’immigration représente non seulement une #charge_sociale, mais aussi une #menace_identitaire et sécuritaire pour les Français. Les immigrés sont ici présentés comme des individus #indésirables et en surnombre – on parle de « grand remplacement », d’« invasion migratoire » et de « submersion migratoire » – qui menaceraient la #sécurité et l’#identité nationales. L’argumentaire principal mobilisé pour défendre cette thèse est l’#incompatibilité des caractéristiques culturelles et religieuses des populations immigrées avec les valeurs de la #République, avec une focalisation sur l’#islam. Ce discours prône ouvertement l’arrêt des flux migratoires et même la possibilité du retour dans le pays d’origine. Sauf que…

    Lorsqu’il s’agissait de répondre à un besoin de #main-d’œuvre et d’abaisser les #coûts_du_travail, la droite, de connivence avec le #patronat, était favorable à l’immigration, notamment dans les années 1960, lorsque les constructeurs automobiles et les patrons des mines recrutaient massivement dans les pays du Maghreb. Ou encore au début des années 2000, lorsque le discours gouvernemental a fait de « l’#immigration_choisie » un leitmotiv. Aujourd’hui encore, cette pratique est maintenue et « protégée » parce que voulue par les élites économiques, bien que décriée sur les plateaux télévisés.

    De l’autre côté du spectre politique, l’argument utilitaire est mobilisé pour défendre les populations immigrées. Il est de plus en plus porté par la gauche, qui aime à rappeler la contribution des étrangers pendant la Grande Guerre et la Seconde Guerre mondiale ainsi que dans les #mines, les #usines et sur les grands #chantiers portés par le développement de l’#industrialisation, et qui souligne aujourd’hui le rôle des #médecins_étrangers dans le maintien du système de #santé_publique. Discours utilitariste donc (qui s’appuie sur les résultats de recherches en sciences économiques et en démographie conduites notamment par l’OCDE, la Banque mondiale et le FMI) mais qui est présenté comme humaniste par ses tenants, qui mettent en avant la #solidarité avec les immigrés et défendent une politique de #régularisation des #sans-papiers.

    Justifier le jeu du #capitalisme

    Ce discours est apprécié par la population concernée et il est souvent et naïvement repris par elle, puisqu’elle y trouve une justification à sa présence, au point de faire son totem de cette phrase qu’on entend souvent dans les bouches d’immigrés : « On travaille. » Mais la gauche dénie ici le fait que l’importation de populations étrangères dévalue les #classes_populaires (son principal électorat), qui se sont d’ailleurs progressivement détournées d’elle. En effet, valoriser la #participation des immigrés revient à justifier le jeu du capitalisme, qui utilise la #concurrence entre travailleurs et l’importation de main-d’œuvre pour casser les grèves, baisser les #salaires et ne pas améliorer les conditions de travail.

    Autrement dit, lorsqu’une partie de la gauche renonce à sa position historique sur la #régulation de l’immigration, elle protège ce que #Karl_Marx qualifie de « secret grâce auquel la classe capitaliste maintient son #pouvoir ». Elle devient dès lors ce que le sociologue #Ramón_Grosfoguel appelle une #gauche_impérialiste, dans le sens où « elle construit un #projet_politique où elle ne demande qu’à améliorer sa situation à l’intérieur des murs [frontières], à l’intérieur des espaces impérialistes, sans les remettre en cause, sans problématiser la #domination que ce #système-monde exerce sur les habitants à l’extérieur des murs [frontières]… Elle ne remet pas en question les #structures_de_pouvoir qui produisent le #pillage et l’#appauvrissement de la grande majorité de la population mondiale, qui vit juste à l’extérieur des murs et est soumise aux formes les plus despotiques, les plus appauvries et les plus violentes de l’accumulation du capital ». Pire, dans une démarche paternaliste, elle appelle à renforcer l’#aide_publique_au_développement au lieu de militer pour la #désimpérialisation.

    Dans les deux discours présentés ci-dessus, il y a des omissions et des distorsions si considérables qu’elles altèrent complètement l’appréhension du sujet de l’immigration. Il s’agit également de discours prisonniers de leurs points de vue et de leurs antagonismes réciproques, jusqu’à donner parfois l’impression qu’ils se définissent non pas en fonction des besoins de la réalité et des idées qu’ils défendent mais bien en réaction l’un à l’autre. À cela s’ajoute le fait que l’immigré est systématiquement abordé comme #objet et non comme #sujet, ce qui contribue à normaliser une #pensée_impérialiste qui ne participe qu’à stigmatiser les populations immigrées et à les dépouiller de leur #agentivité.

    Les trois quarts des migrations africaines sont intracontinentales

    Il s’agit d’un double phénomène : émigration-immigration. Toute étude ou tout discours qui ferait l’économie de l’un se condamnerait à l’incompréhension de l’autre, car l’un et l’autre sont les deux faces d’une même pièce. On comprend donc qu’une réflexion sur les conséquences de l’#immigration dans les pays d’arrivée doit nécessairement et impérativement s’accompagner d’une réflexion sur les #causes de l’#émigration dans les pays de départ.

    Une mise en perspective plus large permettra donc de montrer que les migrations ne concernent pas seulement les pays occidentaux – il s’agit d’un phénomène mondial –, voire qu’ils ne sont concernés que dans une moindre mesure, puisque les trois quarts des migrations africaines, par exemple, sont intracontinentales. Cela permettra également de jeter la lumière sur les problèmes réels ou supposés qui poussent des personnes du Sud à affluer en masse vers le Nord (pauvreté, conflits armés, accroissement démographique…), ainsi que sur les problèmes réels ou supposés qui poussent l’Occident à recruter des étrangers (déclin démographique, pénurie de main-d’œuvre, déserts médicaux…).

    Cette approche, qu’on pourrait qualifier de globale, est cruciale, parce qu’elle permet de démontrer combien une réflexion intramuros est vouée à l’échec, la seule manière de comprendre et de gérer la question migratoire étant d’établir un dialogue bilatéral, qui implique non seulement les pays d’émigration et les pays d’immigration mais aussi les populations migrantes et les sociétés d’accueil.

    L’immigration en #France est liée à l’#histoire_coloniale

    Il est aussi nécessaire de prendre en considération le rôle de l’histoire coloniale (esclavage, mobilisation militaire forcée et recrutement de travailleurs dans les colonies) dans la création des schémas migratoires ainsi que les rapports de force qui existent entre pays anciennement colonisateurs et pays anciennement colonisés. En effet, l’histoire de l’immigration en France est fondamentalement liée à l’histoire coloniale qui l’a créée, ce qui implique que, pour comprendre les migrations aujourd’hui volontaires, il est essentiel de revenir sur les #migrations_forcées dans les anciennes colonies, puisqu’elles ont des trajectoires identiques mais surtout qu’elles obéissent d’abord et avant tout aux besoins des pays occidentaux.

    Qualifiée comme telle – parce que c’est ce qu’on veut voir en elle, ce qu’on aimerait qu’elle soit et qu’elle le demeure –, l’#immigration_de_travail est une expression qui porte en elle un refus : regarder l’immigré autrement que comme un agent au service du capital, un corps au service des possédants. Or l’immigré est une personne, qui vient avec son histoire, sa religion, sa langue, sa façon d’être au monde, ses représentations et ses croyances, bref sa #culture. Il vient également avec ses besoins et ses aspirations : se marier, se perpétuer et vivre auprès de sa famille. Pourtant, et alors que, comme l’écrit le sociologue et non moins émigré-immigré #Sayad_Abdelmalek, « la chose était prévisible dès le premier acte d’immigration », tout semble se réaliser, du moins dans un premier temps, dans une logique du #provisoire.

    Ce sont là les #illusions qui accompagnent le phénomène migratoire, très bien expliquées par Abdelmalek Sayad. « L’image de l’émigration comme “#rotation” continuelle exerce sur chacun un fort pouvoir de séduction : la société d’accueil a la conviction de pouvoir disposer éternellement de #travailleurs […] sans avoir pour autant à payer (ou fort peu) en problèmes sociaux ; la société d’origine croit pouvoir se procurer de la sorte et indéfiniment les ressources monétaires dont elle a besoin, sans qu’il résulte pour elle la moindre altération ; les émigrés sont persuadés de s’acquitter de leurs obligations à l’égard de leur groupe […] sans avoir pour cela le sentiment de se renier. »

    L’illusion du provisoire

    C’est cette triple fonction des illusions qui maintient la notion de provisoire et lui donne une place centrale dans les #imaginaires de chacun, malgré sa mise en défaut par la réalité. C’est-à-dire, même après que le turnover a été révolu, que les séjours de travail se sont allongés jusqu’à devenir quasi permanents (transformant radicalement les rapports aux groupes d’appartenance et au #pays_natal), que les profils et les trajectoires migratoires se sont complexifiés, et que l’immigration de travail s’est transformée en #immigration_familiale, puis en #immigration_de_peuplement. La notion de provisoire est une consolation pour l’émigré face à sa désertion, pour la société d’origine face à sa désintégration et pour la société d’accueil dans son rêve de purification.

    La #délocalisation d’une partie de la société vers un autre pays, comme l’entretien de relations sociales et affectives entre ceux qui partent vivre à l’étranger et ceux qui restent dans le pays natal, semble créer une route qui grandit en même temps que la communauté d’expatriés. L’existence d’une solidarité intracommunautaire semble également faciliter, quand elle ne l’encourage pas directement, le passage à l’acte. En effet, l’idée de trouver des compatriotes ou même des membres du cercle familial (qui peuvent aider financièrement et psychologiquement) rassure le candidat à l’émigration sur la faisabilité de son #projet_migratoire et elle atténue sa peur de la #solitude et de l’#isolement. C’est ce qui explique le fait qu’on retrouve dans des villes et des quartiers à fortes densités immigrantes toute une communauté d’immigrés souvent originaires d’une même région et ayant parfois des liens de parenté.

    Les coûts importants des procédures administratives pour les demandes de visa et le pourcentage très élevé de refus dans certains pays (plus de 50 % en Algérie) rendent la voie légale souvent inaccessible. Le recours à la #clandestinité devient une possibilité de dépasser ces #blocages. En effet, traverser la Méditerranée dans une embarcation et franchir la frontière illégalement est une option choisie par des milliers de personnes chaque année, malgré les #risques et malgré les actions de prévention et de lutte contre la migration illégale.

    Maintenir coûte que coûte une #hiérarchie_sociale

    Ce qu’on peut relever du débat tel qu’il se présente aujourd’hui autour de la migration, c’est qu’elle est posée comme problème pour certaines populations et pas pour d’autres. Par exemple, en France ou en Allemagne, les réfugiés syriens ou afghans ne sont pas perçus comme les réfugiés ukrainiens. Le #traitement_médiatique qui leur est réservé n’est pas le même, pas plus que les dispositions prises pour leur #accueil et leur #insertion.

    Cet exemple permet d’inscrire la question dans le tableau plus large de la migration des pays du Sud vers les pays du Nord. Cette migration a ses spécificités et ses problématiques propres et elle ne saurait être confondue avec les mobilités intra-européennes ou euro-australo-américaines, par exemple, qui ne sont pas source de tensions, les populations qui en sont issues étant considérées comme assimilables, sinon semblables. Il n’en a pas toujours été ainsi. On se souvient du racisme envers les Bretons à Paris, des Britanniques envers les Irlandais, des Français envers les Italiens, les Espagnols, les Portugais…

    Ainsi posée, c’est la question du #racisme qui émerge comme point nodal de la migration, considérée par les uns comme phénomène social et par les autres comme problème social. Cette discrimination, qui a longtemps trouvé sa justification dans la #théorie_des_races et l’#infériorité_biologique supposée des uns par rapport aux autres, est remplacée, depuis la Seconde Guerre mondiale, par un #racisme_culturel, c’est-à-dire par un ensemble de pratiques et de discours dans lesquels la culture de certains groupes sociaux (généralement racisés) est essentialisée et infériorisée, l’objectif étant toujours le même : maintenir coûte que coûte une hiérarchie sociale.

    Faire l’impasse sur le #système-monde

    Penser l’État-nation dans un contexte d’#interdépendance_internationale est une ineptie, tout comme l’est le fait de chercher à préserver les intérêts d’un État ou à établir un #ordre_national plus juste dans un monde ravagé par les injustices, où l’on assiste au pillage des richesses humaines et naturelles par des multinationales occidentales ; un monde où rien ne protège les plus démunis de la prédation des États les plus puissants, qui se maintiennent par une #force_de_travail bon marché et des #matières_premières bradées. En effet, dans ce marché international qu’est devenu le monde et qui est régi par les intérêts économiques du capital et ses injonctions, le racisme apparaît comme une condition essentielle pour conserver une main-d’œuvre privée de droits, une force de travail à bas coût, non seulement dans les périphéries mais aussi au cœur des puissances économiques.

    Le racisme fonctionne donc selon des besoins cycliques. D’une part, il permet d’offrir des compétences à la demande et une main-d’œuvre bon marché dans les périodes de croissance, et, d’autre part, il permet d’exclure certaines populations du marché du travail dans les périodes de crise. Pour que cette mécanique puisse se perpétuer, les discriminations doivent persister, les frontières se renforcer et les populations « déplaçables » se résigner à leur #instrumentalisation. C’est ainsi que la splendide forteresse (le #centre) se protège contre les populations issues des #périphéries. C’est à ces conditions que peut se maintenir indéfiniment cet #ordre inique à l’échelle mondiale et c’est à ce niveau que doit s’inscrire la lutte pour la #justice_sociale.

    Ainsi déployée, la question migratoire déborde complètement celle des attitudes individuelles ou collectives vis-à-vis des immigrés, tout comme elle ne saurait être attribuée aux seuls faits politique ou économique, puisqu’elle est un fait social total, et que toute tentative de la saisir par un seul bout est vouée à l’échec. Il faut donc réinventer le débat, lui donner l’ampleur qu’il mérite et mettre à jour le lien direct qui lie les migrations avec les #guerres menées en Afrique et au Moyen-Orient, avec l’#extractivisme effréné et l’#exploitation irresponsable des #ressources des pays du Sud. Ce faisant, la question migratoire reprendra la place qui est la sienne au cœur de la lutte anti-impérialiste.

    https://afriquexxi.info/Migration-fait-social-total
    #utilitarisme #humanitarisme #paternalisme #diaspora #approche_globale #voies_légales #Etat-nation #nationalisme #nationalisme_méthodologique #périphérie #anti-impérialisme
    ping @reka @karine4 @_kg_ @isskein

    • The policies now being implemented — from massive rearmament to the escalation of conflict with #Russia — are not rooted in a cold pursuit of German national interests, but in their negation.

      Thomas Fazi Jun 25, 2025

      I’ve written for UnHerd about #Germany’s massive rearmament plan and aggressive anti-Russia posture, and why what we are witnessing is not a return of German nationalism, but its opposite:

      The policies now being implemented — from massive rearmament to the escalation of conflict with Russia — are not rooted in a cold pursuit of German national interests, but in their negation. They are the expression of a political class that has internalised the Atlantic ideology so thoroughly that it can no longer distinguish between national strategy and transatlantic loyalty.

      This is the long-term consequence of how the German question was “resolved” after the Second World War: not through the restoration of sovereignty, but through the absorption of Germany into the “collective West” under US strategic guardianship. As noted, throughout most of the postwar period, German leadership attempted to balance this with the pursuit of the national interest, but in the years following the coup in Ukraine, the “American” wing of the German establishment began taking over — and with Merz, a former BlackRock representative, it is firmly in the driving seat.

      Now the leadership thinks only in terms of alignment with a Western project whose priorities are often defined elsewhere. In an op-ed published yesterday in the Financial Times, for example, Merz and Macron once again reaffirmed their commitment to the transatlantic relationship and NATO — which has always entailed Europe’s strategic subordination to Washington — despite their recent rhetorical gestures toward a more autonomous European policy.

      It is telling in this sense that Merz, while publicly critical of Trump, is in fact executing Trump’s vision: pressuring Germany to drastically increase defence spending, take over leadership in the Ukraine war and sever energy ties with Russia. And yet they are presented as expressions of German and European sovereignty. Contrary to Schröder’s courageous stance against the US invasion of Iraq 20 years ago, Merz has also offered a full-throated endorsement of Trump’s recent attack on Iran.

      The problem today then, is not German ambition, but German submission. And the tragedy is that this submission is being dressed up as strategic autonomy — a grim parody of sovereignty in an age of ideological dependency. If German leaders once understood that peace with Russia was in Germany’s fundamental interest, today’s leaders act as if permanent conflict is a condition of responsible statecraft. That reversal is not only dangerous for Germany, but for Europe as a whole.

  • Historiker nach einer Ukraine-Reise: Ein „Land der erfundenen Geschichte“
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/historiker-nach-einer-ukraine-reise-ein-land-der-erfundenen-geschic

    27.5.2025 von Maritta Adam-Tkalec - Was Omer Bartov in der Heimat seiner Mutter fand: „Eine Generation von Ukrainern, deren Köpfe mit Lügen gefüllt sind.“

    „Das alles hat eine Vorgeschichte.“ Dieser Satz taucht unweigerlich auf, wenn Menschen mit unterschiedlichen Meinungen über den Ukrainekrieg und seine Genese reden. Er fällt meist dann, wenn man versucht, zu tieferen Ursachen für den russischen Überfall auf die Ukraine vorzudringen.

    Meist verlieren sich solche Gespräche im ukrainisch-russischen Geschichtslabyrinth zwischen Hitler, Stalin und Bandera, zwischen der Orangen Revolution und Putins Großrussentum, zwischen den Bestrebungen ukrainischer Nationalisten, das Russische in der Ukraine zu tilgen, denen russischer Imperialisten, eine unabhängige Ukraine zu beseitigen und der überaus berechtigte Wunsch der Mehrheit der Ukrainer, die Souveränität zu wahren.

    Viele Länder der Welt sind politisch extrem polarisiert, so wie die USA oder Israel. Die Ukraine gehört ganz gewiss dazu. Doch mit Kriegsbeginn verschwand die innere Zerrissenheit hinter einem geschichtsbegradigenden Schleier. Auch in westlichen Medien ist seit Februar 2022, eigentlich schon seit der russischen Annexion der Krim 2014, kaum mehr von den historischen Tiefenströmungen die Rede. Doch sie gehören zum Ukraine-Bild dazu.

    Freie Wahlen 2007: Prorussisch im Osten

    Im Jahr 2007 druckte die Berliner Zeitung einen großen Text des amerikanisch Historikers Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Völkermordstudien an der Brown University in Providence, Rhode Island. Bartov, der 1954 in Israel geboren wurde, gehört zu den weltweit führenden Holocaust-Forschern und ist ein maßgebender Experte für Völkermordstudien. Seine Familie stammte aus Galizien, gelegen im Westen der heutigen Ukraine, südöstlich von Lwiw (Lemberg).

    Dreimal hatte er die Gegend bereist. Nach einem Besuch 2007 in Buczacz, der Heimatstadt seiner Mutter, schrieb er die Reportage, in der er die dunklen Stellen der Geschichte ins Licht rückt. Er begann seine Reise in Berlin. Dort, am Wannsee, hatten, wie er schreibt, „einige junge Männer am 20. Januar 1942 beschlossen, meine Familie in Buczacz zu vernichten – zusammen mit Millionen von anderen Menschen“. Bartovs Beobachtungen blieben aktuell.

    Im Jahr der Reise, drei Jahre nach der prowestlichen Bewegung, Orange Revolution genannt, verschoben sich die politischen Verhältnisse in der Ukraine. Bei den krisenbedingt vorgezogenen Parlamentswahlen am 30. September 2007 rutschte die Partei des Präsidenten Juschtschenko ab; er strebte in EU und Nato und wollte die russische Sprache zurückdrängen. Mit 34,4 Prozent wurde die so bezeichnete Partei der Regionen stärkste Kraft, die – noch in Putins erster Präsidentschaftszeit – den Dialog mit Moskau suchte und Russisch als zweite offizielle Amtssprache zulassen wollte. Nicht zuletzt führten russische Fehler dazu, dass Juschtschenko immer weiter in westliche Arme getrieben wurde.

    Das Wahlergebnis wird noch interessanter, wenn man auf die regionale Verteilung schaut: Im Osten triumphierte die russlandfreundliche Partei der Regionen, in Donezk holte sie 76 Prozent der Stimmen, in Luhansk 73,6, auf der Krim 61. Wohlgemerkt: in freien Wahlen, nicht in einem unter russischer Fuchtel anberaumten Referendum. In der Westukraine blieb selbige Partei der Regionen klein: Kiew 15 Prozent, Lwiw 4,2, Ternopil 3,0.

    Trotz dieser Ergebnisse bildete ein prowestlicher Block (Timoschenko/Juschtschenko) noch einmal die Regierung. Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 kam die Partei des Nationalisten Juschtschenko noch auf 5,5 Prozent; Präsident wurde für die Partei der Regionen Wiktor Janukowytsch. Als 2019 Wolodymyr Selenskyj, ein Mann jüdischer Herkunft, mit 73,22 Prozent zum Präsidenten gewählt wurde, zeigte sich der Wunsch, die alten Machtspiele korrupter Cliquen zu beenden. Der russische Überfall unterbrach diese Bemühungen.

    In seinem Text beschrieb Bartov die Folgen nationalistischer, antisemitischer, rassistischer Politik der wechselnden polnischen, ukrainischen, sowjetischen und deutschen Mächte im 20. Jahrhundert. Als Hitler-Deutschland die Sowjetunion 1941 überfiel, hatten ukrainische Nationalisten gehofft, mit nationalsozialistischer Hilfe einen unabhängigen Staat zu erlangen. Sie arbeiteten – heute würde man sagen proaktiv – mit daran, die Ukraine „judenfrei“ zu machen und veranstalteten Pogrome gegen Polen.

    Im Sowjetreich war all das, so Bartov, „mit Tabus belegt“. Laut sowjetischer Interpretation hätten die deutschen Faschisten und ihre ukrainischen Kollaborateure unschuldige sowjetische Bürger ermordet, während die meisten Ukrainer mutig im Großen Vaterländischen Krieg an vorderster Front gegen den Faschismus gekämpft hätten – so klingt heute auch die offizielle ukrainische Version der Geschichte. Mit der Gründung der unabhängigen Ukraine 1991 sind, wie es Bartov formulierte „die Patrioten der Vergangenheit“ wieder auferstanden. Wer einst als Kollaborateur galt, wurde fortan als „Gründer der Nation“ gefeiert, vor allem in der westlichen Ukraine. (Maritta Tkalec)

    Anm. d. Red.: In einem Interview mit der taz gab Bartov an, dass sich die Ukraine verändert habe, dazu habe auch seine Arbeit als Historiker in der Ukraine beigetragen. Er sagte 2022: „Bandera ist auch heute ein großer Held, besonders in der Westukraine. Das ist ein Teil der heutigen Wirklichkeit. Auf der anderen Seite hat sich die Ukraine verändert. (...) Bei der letzten Wahl hat ein Präsidentschaftskandidat gewonnen, der nicht nur Jude ist. Vielmehr, und darauf kommt es an, seine persönliche Identität war keine Sache! Man hat darüber nicht gesprochen. Er hat mehr als die Hälfte der Stimmen gewonnen, und das heißt was. (...)“ Die Ukraine habe nun eine Selbstahnung von sich als einem diversen Land. „Wo Religion und ethnischer Ursprung nicht so wichtig sind. Ich will nicht sagen, dass es keine Extremistengruppen gibt. Es gibt sie, und zwar mehr in der West- als in der Ostukraine. Einige davon sind jetzt in der Ukraine, weil sie kämpfende Gruppen sind, die extrem radikal-rechts sind. Aber das sind marginale Gruppen. Sie hatten keine politische Repräsentation im Parlament. Sie stehen nicht für alle.“

    In den folgenden Absätzen lesen Sie eine der eindrücklichsten Passage aus Omer Bartovs Reportage aus dem Jahr 2007 in nur leicht gekürztem Wortlaut.

    Das jüdische Buczacz ist getilgt

    „Wenn man heute die Städte und Dörfer in Ost-Galizien besucht, findet man sehr viele Anzeichen von willentlicher Amnesie und streng selektierte, manchmal sogar erfundene Erinnerungen. Die westliche Ukraine schafft sich eine Vergangenheit, die sie nie hatte, indem sie die letzten Spuren eines reichen multikulturellen Erbes auslöscht. Sie führt damit eine zweite ethnische Säuberung durch, nicht von Menschen, sondern von der Erinnerung. Es droht eine neue Generation von Ukrainern heranzuwachsen, deren Köpfe mit Lügen gefüllt sind, und deren Verständnis von der Vergangenheit so falsch ist, dass es schwer sein wird, eine bessere Gesellschaft zu entwickeln.

    […]

    Zurück zu Buczacz. Vor dem 1. Weltkrieg war das eine der schönsten Städte in dieser Region. Aber Generationen von Bewohnern, Besetzern, von Stadträten und Bürgermeistern, Architekten und Künstlern haben ihr Bestes getan, sie zu verschandeln und zu ruinieren. […] Was die beiden Kriege nicht zerstörten und die Sowjets nicht mit ihren grauenhaften Wohnsiedlungen und Geschäftsgebäuden bedeckten, wird jetzt von der Stadtregierung neu bebaut. Der letzte Überrest von jüdischem Leben, die beeindruckende Talmud-Schule, wurde im Jahre 2000 niedergewalzt. Sie wurde von einem abstoßenden knallgelben Gebäude ersetzt, das auch noch die Aussicht auf den Platz mit dem wunderschönen Rathaus aus dem 18. Jahrhundert versperrt.

    Oben auf dem Fedir-Hügel, wo Tausende der jüdischen Bewohner ermordet und in Massengräbern begraben wurden, gibt es ein Denkmal für die Ukrainischen Nationalisten, die von den Sowjets getötet wurden. Nicht ein einziges Wort über die Ausrottung der Juden. Man muss ganz tief in den Wald gehen, um einen einzigen Stein zu finden, der gleich nach dem Krieg dort aufgestellt wurde, und der an die ersten Massenexekutionen von rund 400 Juden erinnert.

    Der jüdische Friedhof auf dem Bashty-Hügel auf der anderen Seite der Stadt wird von den Bewohnern als Müllhalde benutzt. Es gibt dort keinen Zaun, und viele der Grabsteine sind einfach weggekarrt worden. […] Kürzlich wurde von den Überlebenden der jüdischen Gemeinde eine bescheidene Gedenkstätte am Rande des Friedhofs errichtet (nur 100 Juden überlebten den Krieg). Hinter Büschen versteckt, gedenkt diese leicht erhobene Plattform all derer, die in Massengräbern auf den Hügeln, die sich zum Strypa-Fluss hinziehen, verscharrt sind. Es ist ein schäbiges Denkmal und beginnt bereits auseinanderzufallen.
    Judenmörder ehren statt ethnische Vielfalt

    Das Gedenken an die ukrainischen Nationalhelden dagegen ist der Stadt sehr wichtig. Sie hat jetzt ein Museum, in dem die Mitglieder der aufständischen ukrainischen Armee – die stark am Mord an den Juden beteiligt waren – gefeiert werden. Und jetzt wird auch noch eine riesige Gedenkstätte für Stepan Bandera, den Kopf der radikalen Fraktion der ukrainischen Nationalisten gebaut. Aber es gibt nicht eine einzige Referenz an die multiethnische Vergangenheit und kulturelle Vielfalt der Stadt. Selbst die Appelle einiger Bürger, den Zustand der Massengräber auf dem Fedor-Hügel zu verbessern, wo bei starkem Regen Knochen angeschwemmt werden, stieß bisher auf taube Ohren.

    Buczacz ist jetzt ein Kaff in einer vergessenen Welt. Vor einem Jahrhundert bot die Stadt, wie so viele andere in Ost-Galizien, weit mehr Hotels, Restaurants, kulturelle und bildungsfördernde Aktivitäten als heute. Lemberg, das wichtigste urbane Zentrum in dieser Region, ist noch deprimierender. Hier gibt es zwar ein paar mehr Gedenkstätten für die Juden der Stadt, die einst in einer großen und wohlhabenden Gemeinde vereint waren. Aber sie wurden alle von der jüdischen Gemeinde in der Ukraine initiiert und mit Unterstützung von ausländischen Organisationen – ohne Hilfe der örtlichen Regierung. Dafür feiert die Stadt ihre eigenen Helden, obwohl einige von ihnen maßgeblich in den Holocaust involviert waren.

    Das fällt besonders an zwei Orten auf. Der erste ist ein Denkmal, das neben dem früheren NKWD-Gefängnis für die Opfer der Sowjets errichtet wurde und zumindest erkennbar macht, dass zu ihnen auch Ukrainer, Polen und Juden zählten. Aber die Skulptur ist ganz eindeutig eine christlich inspirierte Darstellung eines Mannes am Kreuz, der von Stacheldraht umgeben ist. Darüber hinaus wird nirgendwo erwähnt, dass außer den getöteten Gefängnisinsassen auch Tausende von Juden abgeschlachtet wurden – und zwar nicht von den Sowjets oder den Nazis, sondern von ihren ukrainischen Nachbarn mitten auf der Straße. Indem das Denkmal versucht, alle miteinzubeziehen, vertuscht es das wahre Schicksal der Juden von Lemberg.

    Noch schlimmer ist das neue Denkmal, das auf dem Friedhof von Lyczaków errichtet wird. Während der alte jüdische Friedhof von den Nazis zerstört, von den Sowjets dem Erdboden gleichgemacht wurde und nun von den Ukrainern als Marktplatz genutzt wird, ist dieser christliche Friedhof ein wunderschöner Platz, mit alten Bäumen und vielen Blumen, auf dem berühmte Bürger der Stadt begraben sind.

    Nach der Besetzung durch die Polen am Ende des 1. Weltkrieges baute die neue Regierung ein großes Denkmal, um der Gefallenen zu gedenken und den Sieg zu feiern. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine ist die neue Regierung nun dabei, ein Denkmal für die ukrainischen Nationalisten genau neben dem polnischen als Symbol für den Endsieg der Ukrainer über die angeblichen polnischen Unterdrücker zu errichten. Die Division der galizischen SS ist hier als Symbol des nationalen Heldentums dargestellt.

    Große Summen sind in diese Monumente der Unterdrückung und der Verfälschung investiert worden. Aber während man eine der immer noch eleganten Straßen dieser einst so schönen Stadt entlanggeht, sieht man überall die Zeichen der Verwahrlosung und des Verfalls.“

    #Ukraine #nationalisme #nazis #antisemitisme #histoire

  • „Die Tesla-Files“ – das Buch über Elon Musk : „In Grünheide herrscht die pure Angst“
    https://www.berliner-zeitung.de/open-source/die-tesla-files-das-buch-ueber-elon-musk-in-gruenheide-herrscht-die

    Depuis l’installation de Tesla sur le sol allemand nous sommes entrés dans un nouvel age des sectes totalitaires qui ressemble à une version accélérée high-tech de l’ère du déclin de l’empire romain.

    Il n’y a pas que le sous-empire privé de l’Ironman Musk qui menace notre existence puisque les élites ouest-européennes misent sur la victoire du bloc états-unien. Se débarasser des fanatiques de l’ultra-libéralisme nécessitera une campagne de reconquête humaniste unissant la majorité des forces populaires européennes.

    Avec le nouvel élan nationaliste états-unien sous Trump s’ouvre une fenêtre pour la création d’alliances et de coalitions humanistes européennes.

    8.4.2025 von Lena Reich - Ein Interview mit Sönke Iwersen und Michael Verfürden, die hinter die Fassade der Tesla-Gigacity geblickt und dabei zum Teil Verstörendes entdeckt haben.

    Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Der Berliner Verlag gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

    Das nennt man eine glückliche Fügung. Während Elon Musk in diesen Tagen mit seinem Wirken ohne Unterlass Anlass zur Berichterstattung gibt und sich alle Welt fragt, was der reichste Mann der Welt im Schilde führt, erscheint in gebundener Form das, was die Journalisten Sönke Iwersen und Michael Verfürden in monatelanger Recherche über den einerseits gefeierten, andererseits kritisch beäugten Tech-Milliardär in Erfahrung gebracht haben. „Die Tesla-Files: Enthüllungen aus dem Reich von Elon Musk“ lautet der Titel des Buches. Es liest sich so spannend wie ein Wirtschaftskrimi.

    Herr Verfürden, Herr Iwersen, Sie haben gemeinsam ein Buch über Tesla veröffentlicht und sind jetzt Elon-Musk-Experten. Wieso hat sich der Tech-Milliardär überhaupt dazu entschlossen, den Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen?Verfürden: Musk hat Trump mit 250 Millionen US-Dollar unterstützt, weil sich die Schlinge um seinen Hals enger gezogen hat. Im Oktober hat er in einem Interview mit dem US-Journalisten Tucker Carlson gesagt, wie schlimm es für ihn wäre, sollte Kamala Harris die Präsidentschaftswahlen gewinnen. Musk sagte, er sei am Ende, wenn Donald Trump verliert. In seinen Worten: „If he loses, I’m fucked.“ Seit dem Amtsantritt von Trump hat Musk dann mit seinem Doge-Team alles dafür getan, dass seine Feinde verschwinden. Das waren in erster Linie Beamte, die verschiedene Ermittlungen gegen ihn und seine Unternehmen führten. Wegen Zweifel am Autopiloten, wegen des Verdachts auf Kursmanipulation, wegen Untätigkeit bei der Kontrolle von Hatespeech. Lina Kahn, die Chefin der US-Verbraucherschutzbehörde, ist zurückgetreten. Auch Gary Gensler, der Chef der US-Börsenaufsicht, ist nicht mehr im Amt.

    Musk während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus

    Musk während einer Kabinettssitzung im Weißen HausSamuel Corum/imago

    Ihr 14-köpfiges Rechercheteam ist bei der Auswertung der Daten auf Probleme beim autonomen Fahren gestoßen. Wie sind Sie an die Daten gekommen?

    Iwersen: Der ehemalige polnische Tesla-Mitarbeiter Lukasz Krupski hat mich im November 2022 aus heiterem Himmel angerufen und mir erzählt, dass in dem Unternehmen sensible Daten einfach ungeschützt im Intranet rumliegen. Das konnte ich anfangs gar nicht glauben, aber nach einer Weile hatte ich über 100 Gigabyte. Privatadressen und Gehälter von 100.000 Mitarbeitern. Geheime Entwicklungsprojekte. Verträge. Tausende von Kundenbeschwerden zum Autopiloten.

    Was haben Sie mit den Daten gemacht?

    Iwersen: Wir haben Monate damit zugebracht, die Daten zu überprüfen. Am Ende hat Teslas eigene Rechtsabteilung bestätigt, dass sie echt sind. Wir sollten die Daten zurückschicken, bei uns löschen und Tesla dann die Löschung bestätigen. Außerdem schrieb uns der Anwalt, wir dürften die Daten nicht verwenden. Wir sind allerdings zu einer anderen Rechtsauffassung gekommen und haben gedruckt – erst einen Artikel und seither viele Dutzend mehr. Und wir haben nie wieder etwas von Teslas Anwälten gehört.

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    Sie haben Musk niemals selbst getroffen, sind ihm aber über die Datenauslesung sehr nahegekommen. Was hat Sie am meisten überrascht?

    Verfürden: Mich hat es überrascht, dass Musks System seit so langer Zeit funktioniert. Für ihn arbeiten weltweit über 100.000 Menschen, aber für Außenstehende ist Tesla eine Blackbox. Die Gewerkschaften können schwer Fuß fassen. Die Medien haben keinerlei Kontakte in die Werke, was völlig ungewöhnlich ist bei einem Unternehmen dieser Größe und Relevanz. Dass allgemein so wenig nach draußen ging, das ist wirklich total irre.
    Iwersen: Mir war nicht klar, seit wie viel Jahren Musk schon verspricht, dass man in einen Tesla einsteigen kann, sich auf die Rückbank legt und das Auto einen dann im Schlaf von A nach B fährt. Das geht schon zehn Jahre so. Wenn Leute Fragen stellen, warum es denn so lang dauert, gibt Musk einfach das nächste große Versprechen ab. Und alle glauben ihm. Er ist wirklich ein sehr guter Verkäufer.

    Sie schreiben in Ihrem Buch: „Uns fallen wenig andere Unternehmen ein, bei denen Wahrnehmung und Realität derart weit auseinanderklaffen wie bei Tesla.“ Wie meinen Sie das?

    Verfürden: Es gibt diese superlangen Excel-Tabellen mit Beschwerden von Kunden, die eigentlich nur den Schluss zulassen, dass das autonome Fahren noch sehr weit weg ist von dem, was Musk verspricht. In Gerichtsakten konnten wir sehen, was passiert, wenn jemand Musk für seine falschen Versprechen zur Verantwortung ziehen will. Dann sagen seine eigenen Anwälte, dass es doch klar sei, dass Musk nur übertrieben habe. Und dass diejenigen, die ihm geglaubt haben, selbst schuld seien.

    2022: Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) und Elon Musk nehmen an der Eröffnung der Tesla-Fabrik in Grünheide teil.

    2022: Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) und Elon Musk nehmen an der Eröffnung der Tesla-Fabrik in Grünheide teil.Patrick Pleul/dpa

    Musk gilt als Genie, als Revolutionär, als Arbeitstier. Er selbst nennt sich Weltverbesserer. Was ist das für eine Faszination, die von Elon Musk also ausgeht?

    Iwersen: Als wir mit der Recherche begannen, da war er noch total ikonisch. Ein Tech-Pionier, ein Rebell, ein Mann, der besessen ist von seiner Mission. Aber im guten Sinne. Seit seinem Einstieg in die Politik hat sich Musks Image dramatisch geändert. Viele halten ihn für gefährlich. Uns ist wichtig zu betonen, dass wir nicht bezweifeln, dass Musk ein Ausnahmeunternehmer ist. Ohne ihn wäre die Elektromobilität heute nicht da, wo sie ist. Ich kann mich erinnern, als die Gigafactory eingeweiht wurde. Die Fabrik sah aus wie ein Raumschiff, das gerade in Brandenburg gelandet ist. Es war ein Tempel der Technologie – ein absolutes Vorbild. Und es war Musk, der sein Raumschiff hier in Deutschland gelandet hat.

    Er ist schon ein sehr talentierter Mann …

    Iwersen: Musk hat alles neu erfunden. Seine Autos sind keine Autos, sondern Computer auf Rädern. Als Kind hat er viel gelesen, besitzt große mathematische Fähigkeiten, hat seine eigenen Computerspiele programmiert und viele seiner Ideen entstammen der Science Fiction. In Interviews kommt er immer wieder auf Isaac Asimov zu sprechen …

    … ein russisch-amerikanischer Biochemiker und Schriftsteller, der als Ur-Vater der Science Fiction gilt …

    Iwersen: … aus seiner Feder stammt „Foundation, I-Robot“. Musk hat die Bücher verschlungen. Auch Comics über Superhelden. Das betont er immer wieder. Jeder kann sehen, dass er sich irgendwie auch selbst für einen Superhelden hält. Er will, wie Spiderman und Thor, die Welt verbessern. Er braucht aber keinen Spinnenbiss oder einen Hammer. Er ist sehr intelligent und er hat sehr viel Geld. Er ist Ironman. Er nimmt die Sachen selber in die Hand und rettet die Welt. Und wenn der Superschurke nicht von der Nato oder von den US-Streitkräften gebändigt werden kann, dann klärt er das mit seiner Roboter-Flotte. Elon Musk schaltet seine Satelliten an, damit die ukrainische Armee wieder sehen kann. Weil das eben niemand anders kann. Von dieser Macht sind sehr viele Menschen angezogen, die ihn dafür bewundern. Darunter sind auch viele der Menschen, die für ihn arbeiten. Auch der Whistleblower Lukasz Krupski hat uns gesagt, er sei anfangs nicht einfach Mitarbeiter von Musk gewesen, sondern sein Jünger. Das gilt auch für Menschen in seinen anderen Unternehmen. Mit SpaceX will Musk den Weltraum erobern. Mit Neuralink will er Chips in unsere Gehirne einpflanzen, damit wir in Zukunft mit der Künstlichen Intelligenz mithalten können. Wenn man für Musk arbeitet, ist man nicht einfach bei ihm angestellt. Man ist Teil seiner Mission.

    Es ist erstaunlich, wie viel Macht Musk über jeden einzelnen seiner Mitarbeiter hat. Wie genau ist das System Tesla aufgebaut?

    Verfürden: Es gibt zwei Säulen in diesem System: Loyalität und Angst. Viele Mitarbeiter haben bei Tesla angefangen, weil sie Fans von Elon Musk oder der Technik sind. Sie wollen Teil der Mission sein und bekommen ständig eingebläut, dass alle um sie herum böse Absichten haben. Die Ölkonzerne. Die etablierten Autokonzerne. Die Medien. Die Politik. So entsteht eine Wagenburg – und in dieser Wagenburg eine ungeheure Loyalität. Das andere Führungsprinzip: Angst. Fast alle, die dort arbeiten, haben uns gesagt: „Du musst wahnsinnig gut aufpassen, was du im Werk sagst. Alles kann gegen dich verwendet werden.“ Wir wissen, dass Tesla Zehntausende von Lizenzen Code 42 erworben hat. Eine Spionagesoftware zum Schutz gegen die eigenen Mitarbeiter. Das legt einen Überwachungsstaat nahe. Und trotzdem ist es uns inzwischen gelungen, das Vertrauen der Leute zu gewinnen.

    Im Tesla Security Team in den USA arbeiten ehemalige CIA- und FBI-Leute. Gibt es etwas Vergleichbares auch in Deutschland?

    Verfürden: Ja. Tesla sucht gezielt ehemalige Polizisten, Soldaten und Geheimdienstler. In einer Stellenbeschreibung stand sogar, dass die Bewerber nicht nur innerhalb der Werksmauern Informationen sammeln sollten, sondern auch außerhalb.

    Die AfD war stark dagegen, dass Tesla nach Brandenburg kommt …

    Iwersen: Eigenartig, nicht? Die AfD war immer gegen Elektromobilität, weil sie das als Angriff auf die deutsche Mobilindustrie gesehen hat. Wenn die Betriebsratschefin Michaela Schmitz sagt, dass Tesla stolz darauf ist, 150 Nationen unter einem Dach zu beschäftigen, und nur wenige Zeit später der CEO sagt, die einzige Partei, die Deutschland retten kann, ist die AfD und Alice Weidel, müsste es doch einen Aufschrei im Betrieb geben oder die Chats im Intranet heiß laufen. Aber nichts passiert. In Grünheide herrscht die pure Angst. Informanten, die wir mittlerweile haben, haben uns gesagt: „Niemand will sich hier den Mund verbrennen. Du musst immer gewahr sein, dass jemand mitliest.“

    Erinnert Sie das auch an totalitäre Systeme?

    Verfürden: Es gibt jedenfalls Mitarbeiter, die von einer Diktatur, von Big-Brother-Tesla oder einer Art Sekte sprechen. Angestellte bekommen indoktriniert, sie sollten Elons DNA annehmen und müssten mehr so werden wie ihr Chef. Gleichzeitig leben sie in ständiger Angst, dass ihre Projekte scheitern könnten, weil Musk ihnen dazwischenfunkt.

    Immer wieder gab es Unfälle, auch in Brandenburg, bei denen der Verdacht besteht, dass der Autopilot nicht richtig agiert hat. Wie verhält sich der Konzern dazu?

    Iwersen: Fakt ist, dass es weltweit viele Kunden gibt, die sich über abruptes Beschleunigen oder Abbremsen beschweren. Die Service-Mitarbeiter sind angehalten, dazu keine schriftlichen Aussagen zu machen. Obwohl Tesla immer wieder betont, alle Daten zu sammeln, fehlen genau die zu den entscheidenden Zeitpunkten der Unfälle: Wenn also die Autos ungebremst gegen eine Mauer oder einen Baum fahren. Und das Deprimierende für die Hinterbliebenen: Ohne Daten kann man nicht beweisen, dass vielleicht der Autopilot an dem Unfall schuld war und nicht der Fahrer.

    Warum ist ein System wie Tesla im supersicheren Deutschland überhaupt möglich?

    Verfürden: Oft fehlt die Möglichkeit für die deutschen Behörden zu agieren. Ein Beispiel: Teslas versenkte Türgriffe sollen bei mehreren tödlichen Unfällen eine zentrale Rolle gespielt haben. Ersthelfer konnten Opfer nicht aus brennenden Fahrzeugen retten. Das stört offenbar auch das Kraftfahrt-Bundesamt. Aber die Genehmigung für den europäischen Markt erteilt das niederländische Pendant der Behörde. Diese Ohnmacht führt zu der absurden Situation, dass der Automobilklub ADAC Tesla-Fahrern auf seiner Homepage empfiehlt, stets einen Notfallhammer mitzuführen, um im Ernstfall die Fenster einschlagen zu können.

    Zu den Personen

    Sönke Iwersen ist Leiter des Investigativ-Ressorts beim Handelsblatt. Er ist dreifacher Träger des Wächterpreises, erhielt 2017 den Kurt-Tucholsky-Preis für Literarische Publizistik und 2019 den Deutschen Reporterpreis.

    Michael Verfürden ist seit 2020 Redakteur im Ressort Investigative Recherche beim Handelsblatt. Aufmerksamkeit erregte er insbesondere mit seinen Enthüllungen über den Skandalkonzern Wirecard.

    Lena Reich ist freie Autorin, arbeitet u.a. für arte journal und Junge Welt. Seit 2018 leitet Reich das Müll Museum in Berlin Gesundbrunnen.

    #Europe #Allemagne #technologie #libéralisme #nationalisme #sectes #disruption

  • Laura Loomer a la joie de t’annoncer qu’« il existe une nouvelle application où les citoyens peuvent signaler les immigrés illégaux et les étrangers impliqués dans des activités criminelles, et être payés en crypto pour cela ! ». Et de conclure avec enthousiasme : « Report and deport ! ».
    https://x.com/LauraLoomer/status/1906080456765775947

    There’s a new app where citizens can report illegal aliens and foreigners engaged in criminal activity AND get paid in crypto for doing so!

    On @LoomerUnleashed, I spoke with independent journalist @JacobEngels about how the ICE Raid app http://iceraid.us uses geotagged submissions, AI verification & tip-sharing to assist local & federal law enforcement in catching illegal aliens who need to be DEPORTED.

    This is what crowd-sourced patriotism looks like. Report and deport!

    Celle qui termine sa bio en prétendant être une « Feisty Jewess » semble ignorer qu’ici en France, « Dénoncer et déporter » les « feisty jewesses » a pendant quelques années été un passe-temps tout à fait courant. Mais après les gens ont évité de s’en vanter. Peut-être qu’en disant « patriotisme crowdsourcé » au lieu de « corbeau » et « lettre anonyme de dénonciation », effectivement ça passerait mieux.

    • Pourtant ... l’auteur de l’hymne nationale Deutschlandlied s’est prononcé contre la délation.
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/August_Heinrich_Hoffmann_von_Fallersleben


      August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

      Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant.

      Il en savait quelque chose de la delation et de la perte de sa nationalité..

      Wegen seines Eintretens für ein einheitliches Deutschland und seiner liberalen Haltung, die sich in seinen Unpolitischen Liedern äußerte, wurde Hoffmann 1842 von der preußischen Regierung pensionslos seiner Professur enthoben. Die Regierung warf ihm aufgrund der Schriften unter anderem „politisch anstößige Grundsätze und Tendenzen“ vor. Ein Jahr später entzog man ihm die preußische Staatsbürgerschaft und verwies ihn des Landes. Dies war der Wendepunkt in seinem Leben; Hoffmann ging ins Exil. Er irrte quer durch Deutschland, wurde aber von politischen Freunden aufgenommen.

      Puis ...

      Ständig von der Polizei bespitzelt, wurde er 39-mal ausgewiesen, darunter dreimal aus seiner Heimatstadt Fallersleben. An etlichen Stationen seines Wanderlebens wurden im 20. Jahrhundert Schrifttafeln an Gebäuden angebracht.

      L’amitié entre les peuples ne fut pas sa cause préférée.

      Prägend für seine Haltung gegenüber Frankreich war für ihn wie für viele seiner Generation das Erlebnis der Rheinkrise, als 1840/1841 Frankreich Anspruch auf das Rheinland erhob. Die Ablehnung solcher Expansionswünsche war auch der Anlass, das Lied der Deutschen zu schreiben. In dessen erster Strophe ruft er zur Einigkeit der Deutschen auf, die zum Triumph über jeden Angreifer führen werde („Deutschland über alles“). Die Ablehnung gegen Frankreich verfestigte sich bei Fallersleben, je länger Frankreich in seinen Augen gegen eine deutsche Einigung arbeitete. Im Deutsch-Französischen Krieg schrieb er im Sommer 1870:

      „[…] und lässt uns nur den Hass übrig, den Hass gegen dies verworfene Franzosengeschlecht, diese Scheusale der Menschheit, diese tollen Hunde, diese grande nation de l’infamie et de la bassesse.
      Gott gebe und Er gibt es, dass wir aus diesem schweren Kampfe glorreich hervorgehen und der Menschheit den großen Dienst erweisen, dass mein, unser aller ‚Deutschland über alles‘ zur Wahrheit wird.“
      – Brief an Adolf Strümpell, 27. August 1870

      Ce nationaliste était aussi antisemite que la plupart de ses contemporains. Aujourd’hui tout le monde connait ses chansons d’enfant sans pouvoir en nommer l’auteur.

      Kindergedichte wie Alle Vögel sind schon da, Ein Männlein steht im Walde, Morgen kommt der Weihnachtsmann, Summ, summ, summ oder Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald in zahlreichen Anthologien und Liederbüchern enthalten. Christoph Herin nannte Fallersleben einen Poeten, der „die wohl schönsten Kinderlieder der Epoche“verfasst habe.

      Argh !

      Fälschlicherweise zugeschriebenes Zitat
      Bearbeiten

      Der Spruch „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“ wird oft Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben, seit dieser Vers in die Zitatensammlungen von Daniel Sanders (1906) und Richard Zoozmann (1911) aufgenommen wurde. Die dortige Quellenangabe „Polit. Gedichte: Sprüche 17“ ist jedoch nicht nachvollziehbar, und auch sonst ist das Zitat im Werk Hoffmanns nicht festzustellen

       ;-)

      #Allemagne #histoire #unification #nationalisme

  • Turquie : une marée humaine dans les rues pour un cinquième soir en soutien à Ekrem Imamoglu, maire d’Istanbul incarcéré
    https://www.lemonde.fr/international/article/2025/03/24/en-turquie-maree-humaine-pour-le-cinquieme-soir-de-manifestation-contre-l-in


    Un manifestant en tenue de derviche et masque à gaz, lors d’une manifestation contre l’incarcération d’Ekrem Imamoglu, à Istanbul, le 23 mars 2025. MURAD SEZER / REUTERS

    Le contraste des images est saisissant. D’un côté, le ballet de voitures blanches emmenant, dimanche 23 mars, dans la matinée, le maire d’Istanbul, Ekrem Imamoglu, et cinquante et un coaccusés, à la prison de Silivri, l’un des plus vastes complexes pénitentiaires d’Europe, situé en périphérie de la ville. De l’autre, les files sans fin d’électeurs entourant les points de vote organisés un peu partout dans le pays par le Parti républicain du peuple (CHP), la principale formation d’opposition, pour désigner l’édile candidat à la prochaine présidentielle, prévue en 2028.
    Deux scènes qui, en face à face, disent le tourbillon dans lequel est plongée la Turquie depuis l’arrestation spectaculaire, mercredi 19 mars, de ce rival et bête noire du chef de l’Etat, Recep Tayyip Erdogan, et de ses principaux collaborateurs. Tard dans la nuit de dimanche à lundi, ce sont les images des policiers intervenant brutalement contre les manifestants qui sont venues clore une nouvelle folle journée.
    Selon un décompte publié par le parti, « sur 15 millions de votes [la primaire était ouverte à tous, et pas uniquement aux 1,8 million d’adhérents du CHP], 13 211 000 ont exprimé leur solidarité » avec Ekrem Imamoglu, seul candidat en lice. L’intéressé a salué cette nouvelle, de prison, précisant qu’elle le rendait « très heureux ». « Des dizaines de millions de personnes dans ce pays, qui souffrent de l’oppression du gouvernement, d’une économie ruinée, de l’incompétence et d’une situation de non-droit, se sont précipitées aux urnes pour dire à Erdogan que cela suffit », écrit-il dans une déclaration transmise par la mairie. Et de conclure : « Les urnes viendront, la nation donnera à ce gouvernement une gifle qu’il n’oubliera jamais. » Plus tôt dans la journée, après son incarcération, M. Imamoglu avait dénoncé cette « exécution extrajudiciaire complète ». « Je me tiens debout, je ne m’inclinerai jamais », avait-il affirmé, ajoutant : « Nous allons arracher tous ensemble ce coup d’Etat, cette tache sombre sur notre démocratie. »
    Lire aussi | Article réservé à nos abonnés En Turquie, le maire d’Istanbul, principal opposant à Erdogan, dénonce « un coup d’Etat » après son incarcération

    Toute la soirée de dimanche, comme les quatre précédentes, une marée humaine a déferlé devant l’imposant bâtiment de la municipalité d’Istanbul, tout le long des avenues alentour et du parc Sarachane. Tel un rituel, plusieurs groupes de jeunes sont venus se frotter aux barrages de police bloquant tout accès vers Taksim, la place iconique du mouvement de révolte de Gezi, en 2013. Comme à chaque fois, depuis mercredi, le président du CHP, Özgür Özel, a pris le micro, tard le soir, pour parler sans relâche, pendant près d’une heure, de sa voix grave et rauque, du toit d’un bus installé en face d’un immense drapeau turc et de portraits tout aussi grands d’Ekrem Imamoglu et de Mustafa Kemal Atatürk, le fondateur et premier président de la République de Turquie.

    Or, donc, l’édito en forme de faux scoop : La Turquie d’Erdogan bascule dans l’autocratie https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/03/24/la-turquie-d-erdogan-bascule-dans-l-autocratie_6585543_3232.html
    https://archive.ph/YegKg

    edit Le Monde a pris partie pour une alternative au régime Erdogan, donc il publie, comme on le voit ci-dessous

    • Turquie : plus de 1 400 manifestants arrêtés depuis mercredi, dont un photographe de l’AFP
      https://www.lemonde.fr/international/article/2025/03/25/turquie-plus-de-1-400-manifestants-arretes-depuis-mercredi-dont-un-photograp

      Au total, « 1 418 suspects ont été arrêtés à ce stade lors de manifestations illégales depuis le 19 mars », a écrit sur le réseau social X le ministre de l’intérieur turc, Ali Yerlikaya, qui a également rapporté que 979 manifestants se trouvaient mardi en garde à vue, tandis que 478 personnes avaient été déférées devant des tribunaux.
      Parmi eux figure Yasin Akgül, un photographe de l’Agence France-Presse (AFP), interpellé , lundi à l’aube, à son domicile. Un juge turc a ordonné, mardi, son placement en détention provisoire. Il est accusé d’avoir participé à un rassemblement illégal, ce qu’il réfute, affirmant n’avoir fait que couvrir la manifestation en question. (...)

      Un procureur d’Istanbul a également demandé l’incarcération de six autres journalistes interpellés à leur domicile lundi, après avoir dans un premier temps requis leur libération sous contrôle judiciaire, selon l’avocat de l’un d’eux à l’AFP.

    • « Avec l’arrestation d’Ekrem Imamoglu, la forme limitée de démocratie en Turquie touche à sa fin », Orhan Pamuk
      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/03/28/avec-l-arrestation-d-ekrem-imamoglu-la-forme-limitee-de-democratie-en-turqui

      Depuis l’arrestation, le 19 mars, du maire d’Istanbul, Ekrem Imamoglu, sur la base d’accusations manifestement fabriquées de corruption et de terrorisme, la place Taksim, principal site touristique de la ville et centre des protestations politiques, est restée vide, bouclée par la police. Au cours des cinquante années que j’ai vécues à Istanbul, je n’ai jamais vu autant de prétendues mesures de sécurité dans les rues que lors de ces derniers jours.

      La station de métro de Taksim et de nombreuses autres parmi les plus fréquentées de la ville ont été fermées. Le gouvernement régional a restreint l’accès des voitures et des bus interurbains à Istanbul. La police contrôle les véhicules à l’entrée de la ville et refoule toute personne soupçonnée de s’y rendre pour manifester. Ici, comme partout dans le pays, les télévisions restent allumées en permanence et la population suit avec inquiétude les derniers développements politiques.

      Depuis une semaine, la préfecture d’Istanbul a interdit les manifestations publiques et les rassemblements politiques – des droits pourtant garantis par la Constitution. Malgré ces restrictions, et malgré la limitation de l’accès à Internet pour empêcher les mobilisations, des protestations spontanées et non autorisées ont lieu sans relâche, non sans affrontements avec la police. Les forces de l’ordre recourent sans hésitation au gaz lacrymogène et procèdent à d’innombrables arrestations.

      Menace politique

      On se demande comment de telles injustices peuvent se produire dans un pays membre de l’Organisation du traité de l’Atlantique Nord (OTAN) et aspirant à rejoindre l’Union européenne. Alors que l’attention du monde est accaparée par Donald Trump, par les guerres entre la Palestine et Israël, entre l’Ukraine et la Russie, ce qu’il reste de la démocratie turque lutte aujourd’hui pour sa survie.

      L’emprisonnement du principal rival politique du président Recep Tayyip Erdogan, un politicien capable de rallier un large soutien populaire, marque une escalade sans précédent dans l’autoritarisme brutal du président turc. L’arrestation d’Imamoglu est survenue seulement quelques jours avant que le principal parti d’opposition ne prévoie de le désigner officiellement comme candidat à la présidentielle, à l’occasion d’une primaire. Qu’ils soient pour ou contre le gouvernement, de nombreux citoyens s’accordent désormais sur un constat : Erdogan considère Imamoglu comme une menace politique et cherche à l’éliminer.

      Lors des trois dernières élections municipales à Istanbul, Imamoglu a obtenu plus de votes que le mouvement d’Erdogan, le Parti de la justice et du développement (AKP). En avril 2019, lorsque Imamoglu a battu le candidat de l’AKP, Erdogan a fait annuler le résultat en invoquant des irrégularités techniques. L’élection a été répétée deux mois plus tard et Imamoglu l’a emportée à nouveau, avec une marge encore plus large.

      Lors du cycle électoral suivant, en 2024, après cinq ans à la tête de la mairie, Imamoglu a une nouvelle fois battu le candidat du parti d’Erdogan, remportant ainsi son troisième mandat de maire d’Istanbul. Son parcours électoral impressionnant et sa popularité grandissante ont fait de lui le principal candidat de l’opposition, capable de défier Erdogan lors de la prochaine élection présidentielle.

      Même mode opératoire

      L’ironie de l’histoire, c’est qu’Erdogan semble utiliser le même mode opératoire contre son adversaire que celui qui a été utilisé contre lui il y a vingt-sept ans. En 1998, Erdogan était maire d’Istanbul et une figure populaire. L’establishment laïque et militaire considérait sa forme d’islam politique comme dangereuse. Il avait été emprisonné et inculpé (dans son cas, pour incitation à la haine religieuse après avoir récité un poème politique lors d’un rassemblement). Il avait été démis de ses fonctions de maire et avait passé quatre mois en prison.

      Son emprisonnement et son refus de se soumettre aux exigences répressives de l’armée, mettant au défi le pouvoir, avaient contribué à renforcer son profil politique. Comme l’ont souligné certains commentateurs, l’emprisonnement d’Imamoglu, qui nie les accusations et promet lui aussi de « ne pas se soumettre », pourrait avoir le même effet non désiré. Il est fort possible que cela contribue à le rendre encore plus populaire.

      Cela dit, la situation n’est pas tout à fait la même. Ekrem Imamoglu fait face à une tentative délibérée et déterminée de l’éliminer de la course. La veille de l’envoi de la police au domicile du maire, la presse pro-Erdogan et le recteur de l’université d’Istanbul, nommé par le président, ont déclaré que le diplôme universitaire d’Imamoglu n’était pas valable, invoquant de prétendues irrégularités dans son transfert depuis une université privée. Etant donné que seuls les diplômés universitaires sont autorisés à se présenter à la présidence en Turquie, une telle invalidation disqualifierait Imamoglu. Il a affirmé qu’il comptait contester cette décision. Les accusations de corruption et de terrorisme ont suivi.

      Qualifier ses opposants politiques de « terroristes » est une méthode qu’Erdogan a adoptée après l’échec de la tentative de coup d’Etat militaire menée [en juillet 2016] par une faction des forces armées turques. En 2019, lorsque l’auteur autrichien Peter Handke, critiqué pour avoir soutenu le défunt dirigeant serbe Slobodan Milosevic, a reçu le prix Nobel de littérature, Erdogan s’est fermement opposé à cette décision. Pris au dépourvu et sans téléprompteur, il a déclaré : « Ils ont donné le même prix à un terroriste de Turquie ! » Ce jour-là, je devais revenir de New York à Istanbul, et j’étais sur le point d’annuler mon vol retour quand le porte-parole du président est intervenu pour annoncer que ce n’était pas moi à qui le président faisait référence.

      Reprendre le contrôle d’un magot

      Un tribunal contrôlé par Erdogan a emprisonné Imamoglu pour « corruption », mais il n’a pas retenu des charges de « terrorisme ». Une telle accusation aurait permis au président de nommer son candidat préféré à la mairie d’Istanbul – un poste que l’AKP, rappelons-le, n’a pas réussi à conquérir lors des trois dernières élections. Il aurait ainsi pu, comme certains le craignent, détourner une partie des immenses recettes fiscales de la ville pour financer la propagande de son parti.

      En emprisonnant Imamoglu, Erdogan n’écarte pas seulement un rival politique plus populaire que lui : il cherche aussi à reprendre le contrôle d’un magot qu’il n’a pas pu exploiter pendant six ans. S’il réussit, lors des prochaines élections présidentielles, seuls les visages d’Erdogan et de son candidat apparaîtront sur les murs de la ville et sur les panneaux d’affichage municipaux éclairés.
      Cela ne surprendra personne qui suit de près la politique turque. Depuis une décennie, la Turquie n’est pas une véritable démocratie – tout juste une démocratie électorale, où l’on peut voter pour son candidat préféré, mais où il n’y a plus de liberté d’expression ou de pensée. L’Etat turc a tout fait pour contraindre son peuple à l’uniformité. Personne ne parle des nombreux journalistes et fonctionnaires qui ont été emprisonnés de manière arbitraire ces derniers jours. Ces arrestations ont été décidées pour donner plus de poids et de crédibilité aux accusations de corruption contre Imamoglu ; à moins que le pouvoir ait simplement misé sur le fait que personne n’y prêterait attention, tous les regards étant tournés vers les événements qui se déroulent ailleurs.

      A présent, avec l’arrestation du politicien le plus populaire du pays, du candidat qui aurait remporté une majorité des voix lors des prochaines élections nationales, même la forme limitée de démocratie touche à sa fin. C’est inacceptable, profondément inquiétant, et c’est pourquoi de plus en plus de gens rejoignent les manifestations. Nul ne peut prévoir ce qu’il adviendra.

      Traduit du turc par Eric Chapsal et Ekin Oklap.

    • « Erdogan a pris la décision d’aller au bout de l’autocratie, quoi qu’il en coûte pour la Turquie », Ahmet Insel
      https://archive.ph/w5As5#selection-2027.0-2063.270

      En s’en prenant à son principal opposant, Ekrem Imamoglu, le président turc engage son pays sur la voie de la guerre civile alors qu’il fait face à une contestation dans les bastions historiques de l’AKP, observe, dans une tribune au « Monde », le politiste Ahmet Insel.

    • « En Turquie, la contestation est désormais plus résiliente grâce à de nouvelles convergences au sein des sphères militantes », Pinar Selek
      https://archive.ph/7ED5e#selection-2173.0-2189.111

      Le mouvement de contestation qui s’est emparé de la Turquie après l’arrestation du maire d’Istanbul est le fruit de la convergence des oppositions au pouvoir de Recep Tayyip Erdogan, observe la sociologue Pinar Selek dans une tribune au « Monde ».

      .... je me concentrerai ici sur les récentes évolutions du mouvement kurde transfrontalier, son alliance avec l’opposition kémaliste et l’incapacité, pour le moment, du régime à briser ce rapprochement.

      En février, Abdullah Öcalan, leader du Parti des travailleurs du Kurdistan (PKK) emprisonné depuis 1999, a lancé un appel à la dissolution du PKK et à la fin de la lutte armée, ouvrant une ère d’espoir pour la paix. Ce tournant majeur, fruit de négociations ardues, résonne en Turquie et en Syrie, où des accords se dessinent entre le Rojava et le régime syrien. Le cessez-le-feu souligne la volonté de paix du PKK, une position qui est d’ailleurs partagée par les représentants politiques kurdes, encore appuyés par un mouvement social bien structuré de façon transnationale. En témoignent les mobilisations massives à travers la région en soutien à l’appel de février, le 21 mars, journée de Newroz, fête du printemps célébrant aussi la résistance kurde.

      Cependant, les bombardements fréquents au Rojava (région kurde au nord de la Syrie) et la posture autoritaire du gouvernement turc rendent l’issue incertaine. (...)

      En Turquie, les médias progouvernementaux invisibilisent les manifestations
      https://archive.ph/nSt7X#selection-2035.0-2035.75

      #nationalisme #kémalisme

    • Özgür Özel, leader de la contestation en Turquie : « Si nous ne repoussons pas cette tentative de coup d’Etat, il en sera fini des urnes »
      https://archive.ph/KibVW#selection-2045.0-2049.239

      Le chef de file du Parti républicain du peuple, la principale formation d’opposition au président turc, Recep Tayyip Erdogan, voit dans l’arrestation du maire d’Istanbul, Ekrem Imamoglu, « une demande d’interdiction de vie politique ».

      .... il est préférable que ce soit la démocratie qui domine la rue. ....

  • Sur les traces de la présence grecque en #Turquie : le romeika et ses locuteurs
    https://metropolitiques.eu/Sur-les-traces-de-la-presence-grecque-en-Turquie-le-romeika-et-ses-l

    La Turquie conserve aujourd’hui une communauté grécophone, principalement dans la région de la #mer_Noire. Pistant les derniers locuteurs du grec pontique, Faruk Bilici revient sur leurs liens avec l’État turc, la religion musulmane et la culture nationale. Le #Caucase des langues et des cultures trouve son prolongement dans la mer Noire orientale turque. Sur les rives méridionales de cette mer autrefois nommée Pont-Euxin – d’où l’adjectif « pontique » – par les Grecs, la survivance des langues rares #Essais

    / #histoire, Turquie, mer Noire, #langue, Caucase, #islam, #Grèce, #Balkans, #nationalisme, #Trabzon

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_bilici.pdf

  • « Le gouvernement de Trump, même s’il est organisé à la manière d’une cour impériale, est un gouvernement révolutionnaire »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/02/28/le-gouvernement-de-trump-meme-s-il-est-organise-a-la-maniere-d-une-cour-impe

    « Si Mao, père de la terrible Révolution culturelle chinoise, et Trump ont peu de choses en commun sur le plan de l’idéologie, de la géographie ou de la coiffure, écrit Orville Schell, un des plus grands sinologues américains, ils peuvent tous deux être considérés comme des agents de l’insurrection. » La Révolution culturelle de Mao Zedong [lancée en 1966] était un ambitieux projet de rupture avec le passé, mais c’était aussi le règlement de comptes personnel d’un vieil homme parvenu à la fin de ses jours. Une fois le décor planté et la révolution lancée, elle a mené sa propre vie, engendrant des conséquences inattendues, que même les plus brillants stratèges n’auraient pas pu anticiper.

    Il en ira très probablement de même de l’insurrection trumpienne. Mais pour bien comprendre l’Amérique d’aujourd’hui, il faut avant tout comprendre que le gouvernement au pouvoir, même s’il est organisé à la manière d’une cour impériale, est un gouvernement révolutionnaire.

    Il fallait une personne comme l’actuel président des Etats-Unis pour rejeter toute possibilité de politique basée sur des valeurs communes, des intérêts partagés ou une solution gagnant-gagnant. Pour Mao, la politique était une guerre de classes ; pour Trump, c’est un #transactionnalisme à somme nulle. Les Etats naissent inégaux et, comme le formula l’historien grec Thucydide [au Ve siècle avant notre ère], « le fort fait ce qu’il peut faire et le faible subit ce qu’il doit subir ». Trump, note pour sa part Vladimir Poutine, « ne se contente pas de dire ce qu’il pense, il dit ce qu’il veut ». Dans pareil contexte, les Européens perdent un temps précieux à se demander à quoi ressemblera le plan de Trump pour l’Ukraine et à se plaindre de ne pas être assis à la table des négociations.

    Réalignement des civilisations

    Les révolutions n’ont jamais de programme détaillé. On ne sait pas précisément ce que Trump compte obtenir de ses négociations avec Poutine. Un point est en revanche très clair : le président américain entend accomplir de grandes choses, et il entend les accomplir vite, très vite.

    La Conférence de Munich sur la sécurité a mis un terme au débat ouvert au Forum de Davos [qui s’est tenu fin janvier] autour de cette question : faut-il prendre Trump au sérieux (donc pas au pied de la lettre) ou au pied de la lettre (donc pas au sérieux) ? Nous voilà désormais fixés : il faut le prendre à la fois au sérieux et au pied de la lettre. Le président américain pense réellement ce qu’il dit. Lorsqu’il parle d’une prise de contrôle du Groenland ou du canal de Panama, il n’envoie pas des signaux, il dit son intention. Il est convaincu que l’intérêt stratégique des Etats-Unis est de faire du Canada le cinquante et unième Etat américain. Il pense fermement pouvoir nouer un partenariat stratégique avec Moscou et, comme il le dit depuis son premier mandat, en être empêché par « l’Etat profond » américain. Nous ignorons pour l’instant si Trump est réellement prêt à quitter l’OTAN. Nous savons en revanche avec certitude que l’OTAN n’est pour lui qu’une autre facette de cet « Etat profond » qui essaie de lui lier les mains.

    Ce que Trump propose à Poutine, c’est non seulement la perspective de mettre fin à la guerre en Ukraine selon les conditions de Moscou, mais aussi la mise en place de grandes négociations pour réorganiser le monde, à l’instar de celles entre Ronald Reagan et Mikhaïl Gorbatchev [dans les années 1980] qui ont mis fin à la guerre froide. Tout cela implique très certainement une réduction de la présence américaine en Europe, mais aussi la nécessité d’une coopération russo-américaine au Moyen-Orient et en Arctique. Trump promet à Poutine – promesse à prendre au pied de la lettre – que, demain, les sanctions seront levées, la Russie sera réintégrée à l’économie mondiale et Moscou retrouvera son statut de grande puissance, perdu au cours des humiliantes années 1990. Il espère ainsi convaincre la Russie de rompre son alliance avec la Chine et de se tourner vers les Etats-Unis.

    Les relations des Américains avec Poutine se trouvent au cœur de la grande stratégie trumpienne de réalignement des civilisations. Dans le brillant livre To Run the World [« Diriger le monde », 2024, non traduit], qui retrace l’histoire de la guerre froide, Sergey Radchenko développe la #logique_raciale qui a poussé les Soviétiques à accepter de s’engager, dans les années 1970, dans une diplomatie de la détente avec le monde capitaliste. Pour expliquer sa décision de passer un accord avec les Américains, le chef soviétique Leonid Brejnev a déclaré à ses camarades : « Le président Nixon a dit un jour : “Vous pouvez nous détruire sept fois, et nous pouvons vous détruire sept fois.” Je lui ai répondu qu’après cela, les Blancs auront disparu, et qu’il ne resterait que les Noirs et les Jaunes. » Trump espère ardemment que Poutine sera prêt à adopter la logique de Brejnev.

    La montée du nationalisme européen

    Que signifie la révolution trumpienne pour l’Europe ? Comme l’a judicieusement observé le politologue américain Hal Brands au lendemain du fiasco de Munich, « l’Europe est en train de devenir un acteur mineur aux yeux du monde ». Elle est victime de sa propre prévisibilité et de son manque d’imagination politique. Les deux réunions de dirigeants européens organisées à Paris, censées montrer la force et la détermination du continent, n’ont fait qu’étaler son actuelle faiblesse. Certains dirigeants européens, comme le premier ministre hongrois, Viktor Orban, et le premier ministre slovaque, Robert Fico, ne sont pas venus. D’autres en sont repartis déçus.

    En vérité, à l’heure actuelle, l’Europe ne peut pas donner les garanties sécuritaires nécessaires à l’Ukraine sans le soutien des Américains. Trump a parfaitement conscience de la faiblesse des Européens et il traitera leurs élites de la même façon qu’il a traité l’establishment républicain qui a tenté de se distancier de lui après l’assaut du Capitole du 6 janvier 2021 : il va les punir et les humilier. Le discours de J. D. Vance à Munich en est une démonstration exemplaire. En déclarant à la veille des élections allemandes son soutien au parti d’extrême droite Alliance pour l’Allemagne (AfD), le vice-président américain a clairement fait entendre que Washington était prêt à semer le chaos en Europe si elle n’emboîtait pas le pas aux Etats-Unis. Dans le monde de Trump, il n’y a pas d’alliés, il n’y a que des amis personnels, des ennemis personnels, et le #déficit_commercial américain. Comme l’a dit un jour Mao : « Qui sont nos amis ? Qui sont nos ennemis ? C’est là la principale question de la révolution. »

    Que peut faire l’#Europe ? L’Europe n’est pas en mesure de garantir, à la place des Etats-Unis, la souveraineté de l’Ukraine. Ses capacités militaires sont médiocres, et il faudra du temps pour redresser la barre. Sur le plan politique, l’Europe est fragmentée. Elle est vulnérable aux trolls de Poutine et aux messages sur X d[’Elon] Musk. Tout ce qu’elle peut faire, c’est donc tenir, et elle est suffisamment résiliente pour cela, en attendant le moment où la révolution trumpienne sera vaincue par les forces mêmes qu’elle a déchaînées.

    La stratégie révolutionnaire de #Trump est audacieuse, mais risquée. Poutine rompra-t-il vraiment ses liens avec la Chine, sachant que Trump n’est à la Maison Blanche que pour un temps ? L’économie mondiale s’accommodera-t-elle des droits de douane de Trump ? Et les électeurs américains avaleront-ils la pilule de l’inflation qui devrait enfler à vitesse grand V ? Le problème avec une révolution, c’est qu’au mieux son chef la dirige, mais il ne la contrôle jamais.

    Paradoxalement, le plus grand espoir de l’#Europe pour résister aux pressions actuelles est à chercher du côté de la montée du #nationalisme européen anti-Trump. Elle est déjà perceptible dans la réaction allemande au discours de Vance et dans la volonté du probable futur chancelier, Friedrich Merz, de mettre en place une défense européenne autonome. Une montée également perceptible dans la réaction des Danois au rêve trumpien d’annexer le Groenland. Et dans les discours furieux du gouvernement canadien.

    L’Union européenne est née de la volonté de se prémunir contre les nationalismes européens. Comble de l’ironie, son meilleur atout pour survivre aujourd’hui à la tempête Trump semble être la mobilisation de ces mêmes nationalismes européens.

    Traduit de l’anglais par Valentine Morizot

    Ivan Krastev est président du Centre pour les stratégies libérales, à Sofia, et membre de l’Institut autrichien des sciences humaines, à Vienne. Il a notamment publié « Le Destin de l’Europe » (Premier Parallèle, 2017) et, avec Stephen Holmes, « Le Moment illibéral » (Fayard, 2019).

    #racisme

    • "La révolution trumpienne sera vaincue par les forces mêmes qu’elle a déchaînées" (?)

      « L’absurdité des obsessions de Trump illustrée par une histoire d’œufs »
      CHRONIQUE Philippe Escande
      https://www.lemonde.fr/economie/article/2025/02/28/l-absurdite-des-obsessions-de-trump-illustree-par-une-histoire-d-ufs_6569078

      Ce week-end s’ouvre la période des carnavals. Dans certains, on se lance encore des œufs, symbole du passage vers le jeûne du carême. C’est en direction de leur président, Donald Trump, que beaucoup d’Américains aimeraient en jeter quelques-uns, en signe de mécontentement.

      Mais ils ne le feront pas, ils sont bien trop chers ! Leur prix a été multiplié par plus de 2,5 en un an, jusqu’à 12 dollars (11,50 euros) la douzaine et ils sont devenus, pour l’Américain moyen, le symbole de l’#inflation qui ravage son pouvoir d’achat.
      En cause, une épidémie de #grippe_aviaire qui n’en finit pas de décimer les élevages américains et les a conduits à sacrifier déjà plus de 160 millions de volailles. En catastrophe, le département de l’agriculture a annoncé un nouveau plan d’aide de 1 milliard de dollars, après 2 milliards investis depuis 2022. Cette affaire d’œufs, aliment sacré du brunch, illustre l’absurdité des positions extrémistes du nouveau pouvoir sur ses deux obsessions du moment : la fermeture des frontières et la déréglementation.

      La sécurité alimentaire est aussi celle des importations

      Le département de l’agriculture a indiqué qu’une centaine de millions d’#œufs supplémentaires seraient importés en mars. N’en déplaise aux absolutistes de la souveraineté nationale, la sécurité alimentaire consiste aussi à sécuriser des importations plutôt qu’à les combattre. Surtout quand une contagion ravage tout le territoire. Monde à l’envers, c’est la Turquie qui va imposer des taxes à l’exportation face à la demande américaine.

      Cette affaire démontre aussi magistralement que le rêve d’un Etat sans règles ni fonctionnaires peut tourner au cauchemar. La tronçonneuse du département de l’efficacité gouvernementale, conduit par Elon Musk, a déjà entamé les effectifs de vétérinaires et d’inspecteurs du département de l’agriculture dont on a tant besoin aujourd’hui.

      Selon le New York Times, des milliers d’emplois y ont déjà été supprimés, notamment dans les services d’inspection des plantes et des animaux pour surveiller les infestations. [et blablablo]Les lois et les règles sont parfois étouffantes et liberticides, mais elles ont été créées pour permettre aux hommes de vivre en société. D’où le défoulement bref du carnaval. Celui de Donald Trump durera malheureusement plus que quelques jours.

    • « Le légendaire investisseur américain Warren Buffett renvoie Donald Trump à ses responsabilités économiques de base : garder le dollar stable », Isabelle Chaperon
      https://www.lemonde.fr/economie/article/2025/02/24/le-legendaire-investisseur-americain-warren-buffett-renvoie-donald-trump-a-s

      Un homme de 94 ans peut se permettre de donner quelques conseils à un « jeunot » de 78 ans, même si ce dernier est président des Etats-Unis. Le légendaire investisseur américain Warren Buffett a profité de la lettre annuelle à ses actionnaires, publiée samedi 22 février, pour renvoyer Donald Trump à ses responsabilités économiques de base : garder le dollar stable.

      Evidemment, au-delà de son âge canonique, le patron de Berkshire Hathaway a quelques arguments à faire valoir pour être écouté. En 1956, il rachetait une entreprise de textile mal en point qui n’avait pas payé d’impôts depuis dix ans, rappelle-t-il : depuis, sa holding a versé plus de 101 milliards de dollars (96 milliards d’euros) au Trésor américain (dont quasi 27 milliards de dollars en 2024), « bien plus que n’importe quelle entreprise américaine, y compris les titans de la tech ».
      Cet argent – et les futures contributions de Berkshire –, dépense-le « avec sagesse », enjoint-il dès lors à « Oncle Sam », alias « Oncle Donald ». Prends soin des gens qui ont eu la malchance de « tirer la courte paille » dans la vie, ajoute le donateur démocrate, « ils le méritent ». Et surtout, poursuit-il, « n’oublie jamais que nous avons besoin que tu maintiennes une devise stable et que ce résultat requiert à la fois de la sagesse et de la vigilance de ta part ».

      Hypothèse d’une #dévaluation massive du dollar

      Ce message, assorti d’un appel à se méfier de la monnaie papier, dont la valeur peut s’évaporer si la « folie fiscale prévaut », ressemble bien à une mise en garde face au risque d’un retour de flamme inflationniste, nourri notamment par une éventuelle prolongation des baisses d’impôts par la nouvelle administration. Une inquiétude qui se manifeste à la fois chez les chefs d’entreprise et les consommateurs américains, selon les derniers baromètres publiés.
      Mais difficile de ne pas y voir également une allusion à l’hypothèse, qui bruisse à Wall Street, d’une dévaluation massive du #dollar orchestrée par Donald Trump, histoire de faire baisser la valeur de l’énorme #dette_américaine détenue hors des Etats-Unis. Sous le nom de code « accord de Mar a Lago », ce scénario de fiction consiste à faire pression sur le reste du monde, à coups de menaces sur les droits de douane ou la sécurité, afin d’obtenir une appréciation de l’euro ou du yuan. Le vieux sage d’Omaha (Nebraska) est là pour rappeler que les entreprises américaines ont surtout besoin de stabilité. De savoir que, dans le film Fantasia (1940), des Studios Disney, l’apprenti sorcier, c’était Mickey et non Donald, ne rassurera personne.

  • Trump May Wish to Abolish the Past. We Historians Will Not.

    Commentary from the heads of two prominent historical associations on Trump’s recent executive order on “#radical_indoctrination” in schools.

    Under the grossly misleading title “Ending Radical Indoctrination in K-12 Schooling,” the White House last week issued an executive order that would undermine the integrity of writing and teaching of American history. The order uses ideological litmus tests to define for teachers and students what is acceptable and unacceptable American history. Historians, and all who teach and care about the American past at historic sites, in museums, libraries, publishing, and in social studies and history classrooms should loudly protest this incursion into our schools, our writing, and our minds.

    This attempt to censor and restrict the teaching of multiple important topics in U.S. history comes as efforts are ongoing in Washington to cut or ban myriad federal programs and agencies.

    Instilling fear is the point of the administration’s assault on history education, as it is also the point of thought control in George Orwell’s 1984. There the protagonist, Winston Smith, finds a “fragment of the abolished past”: a newspaper clipping containing a photograph of former Party leaders proving that their “confessions” for a crime were a lie. He had once hoped this clipping would prove that Big Brother had destroyed accurate but unacceptable history by erasing or altering any information that did not fit his narrative.

    But it did not, and later, when he looks at a children’s history book with a picture of Big Brother as the frontispiece, Winston begins to question everything he believed and wonders if the Party might actually be right, even about things that seem obviously false. What if “two and two made five”? “The Party told you to reject the evidence of your eyes and ears,” utters Winston. “It was their final, most essential command.”

    As historians and educators, however, we still have our voices and, like Winston, we must shout: “Truisms are true, hold on to that! The solid world exists, water is wet, objects unsupported fall toward the earth’s center.” And we must do this now before it is too late.

    History is a reasoned reconstruction of the past, rooted in the deepest evidence we can find, crafted into narratives that inform, educate, and sometimes inspire. History can indeed be influenced by ideological assumptions—they can be argument-driven—but those are the assumptions and tendencies that historians test and control through training in research, in critical thinking, in humility, in respect for sources, in an ethics about documentation, and in the integrity of debate. All this is true of history educators and scholars, and the public’s trust is our ultimate goal, even authority.

    The “Ending Radical Indoctrination” executive order is an attempt to undermine that authority in the interest of a manufactured national unity. It violates every instinct, every principle, indeed nearly every method of research and thinking that historians have practiced for at least a century.

    Historians often disagree on interpretations, on how much evidence is enough, and on which explanations of the past are most compelling. But we do often reach consensuses on the range of likely possibilities. Our adherence to professional standards allows even those who disagree with one another to help young people understand their country in our books, documentary films, and museum and historic site exhibitions. What our profession most definitely does not believe is that the primary purpose of history is to instill a single notion of “patriotic education” in our youth about “our incredible Nation,” as the order demands.

    Humility is not the order of business in Washington just now, nor is factual accuracy. This order audaciously defines “patriotic education” as a history grounded in “an accurate, honest, unifying, inspiring and ennobling characterization of America’s founding and foundational principles.” Lovely words. Yet many of those ennobled, indeed brilliant, Founders would be astonished to see themselves portrayed as utterly unified during the creation of the Constitution, its ratification, and during the turbulent early republic.

    Similarly, the order’s assertion that children are being indoctrinated in classrooms and that “parents” generally want their children educated to this narrow patriotic standard is clearly belied by the evidence. Data from a recent survey undertaken by the American Historical Association indicates that people need and desire good, critical history, especially as a buoy in our polarized political culture. Millions of Americans crave reading high-quality, challenging history and biography, especially when it gives them new perspectives and helps them grasp an often troubling and divisive present.

    Intended to instill fear in teachers, this order itself ironically seems driven by fear, by a refusal to acknowledge the diversity of our nation and the wounds that cannot be healed until they are understood. And laced throughout is an obsession with sexuality and a moral panic about “gender equity” education. The order prohibits education about “social transition.” The authors seem to want schools and universities to cease to write and teach about gender altogether, a field more than a half-century old and flourishing. They seem confident that if they could just succeed in this particular kind of abolition, along with that of any efforts to trace the history of racism (systemic or otherwise), then American youth could somehow feel unified, confident, and as unperturbed by conflict and suffering elsewhere in the world as they are unaware of such aspects of our nation’s past.

    In the imagined era of American virtue at the heart of the executive order, the politicized Supreme Court might be trusted again, violent and lawless people would not be pardoned, Native Americans and their historians might stop reminding us of a bloody past we find it difficult to face. And environmental degradation in the past will no longer sully our unified present. Given how the order requires the Department of Education to fund the revival of the 1776 Commission to plan the “celebration” of America’s 250th anniversary, the Department of Defense to engineer history programs, and the National Park Service to be complicitous in often vacuous patriotic public history programs, should we begin now to gut the most interesting exhibitions at the Smithsonian Museum of American History or at the National Portrait Gallery?

    Using the order’s twisted logic, should we consider a complete revision or abolition of the National Museum of African American History and Culture? Its massive audiences have clearly not learned sufficient love of country from visiting those divisive halls. Should we plan to tear down the Vietnam Veterans Memorial that bears witness to a war that tore America apart and thereby protect our youth from such knowledge? What will we do with the Franklin D. Roosevelt Memorial or the Martin Luther King Jr. Memorial and their immortal words carved in stone from truly conflicted pasts that we collectively, mostly survived? The Lincoln Memorial would have to scrub its reference to “every drop of blood drawn by the lash,” not to mention “this mighty scourge of [Civil] war,” whose legacies still haunt us.

    But the threats to history do not stop there. Could many of our most prominent history centers and museums be scrutinized for their devotion to “accurate, honest,” and “unifying” history as narrowly defined by the order? Will this administration revisit the National Park Service’s thoughtful and informed approaches to American history? Will it shut down the more than 20 Civil War battlefield sites, visited by thousands, since those visitors may learn something about how slavery destroyed the republic and ushered in a brutal, divisive memory embedded in how Americans have sought to reconcile that war?

    Historians differ in our understandings of the past. We do not differ in our commitment to evidence or the integrity of our discipline. We urge our colleagues and all citizens committed to democracy to speak out against those who truly seek indoctrination, to advocate for good history. Our society has never needed us quite as much as now.

    https://newrepublic.com/article/191205/trump-abolish-past-historians-education

    #donald_trump #trump #histoire #école #éducation #censure #USA #Etats-Unis #histoire_américaine #musées #Ending_Radical_Indoctrination #décret #nationalisme #histoire_nationale #éducation_patriotique #trumpisme #it_has_begun

  •  »Golf von Amerika ?« Mexikos Präsidentin schießt gegen Trump zurück
    https://www.spiegel.de/ausland/mexiko-praesidentin-claudia-sheinbaum-schlaegt-umbenennung-des-sueden-der-us

    La présidente due Mexique a raison, il ne faut pas accepter les actes d’annexion symboliques par une puissance impérialiste. A la différence avec les annexions de fait on peut encore y remédier sans verser du sang. Elle rappelle par une parodie des agitations du président états-unien qu’une grande partie du territoire des USA a fait partie du Mexique dans le passe avant sa conquète par les armées des États Unis.

    10.1.2025 - »America Mexicana«: Präsidentin Mexikos schlägt Umbenennung der USA vor

    Noch ist Donald Trump gar nicht US-Präsident. Trotzdem holt er wiederholt zum Rundumschlag aus, besonders im Fokus: die Nachbarstaaten. Nun hat Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum geantwortet.

    Der Süden der USA könne doch wieder »America Mexicana« heißen. Das hat die mexikanische Präsidentin, Claudia Sheinbaum, bei ihrer täglichen Pressekonferenz in Mexiko-Stadt vorgeschlagen und damit auf eine Bemerkung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump geantwortet. Der hatte am Vortag vorgeschlagen, den Golf von Mexiko in Golf von Amerika umzubenennen. Das habe »einen wunderschönen Klang«, hatte Trump gesagt.

    Tatsächlich wäre der Vorschlag von Sheinbaum kein komplett neues Konzept: Bis zum mexikanisch-amerikanischen Krieg im 19. Jahrhundert umfasste das mexikanische Territorium die südwestlichen US-Bundesstaaten Kalifornien, New Mexico, Texas, Arizona, Colorado, Nevada, Utah und Teile des heutigen Kansas, das heutige Mexiko und ganz Zentralamerika.

    Der Name des Golfs von Mexiko an der Südküste der USA ist geblieben und wird bereits seit über 400 Jahren genutzt. Das Gewässer grenzt aber nicht nur an Mexiko, sondern auch an Kuba und fünf US-Bundesstaaten. Eine Umbenennung würde also diplomatische Verhandlungen zwischen allen Staaten erfordern und zudem bedeutende Anpassungen internationaler Verträge und wissenschaftlicher Dokumente nach sich ziehen.

    Claudia Sheinbaum ist seit Oktober die erste Frau an der Regierungsspitze Mexikos. Ihr Vorgänger Andrés Manuel López Obrador hatte es stets vermieden, Donald Trump während seiner ersten Amtszeit als Präsident zu widersprechen. Trotz der damaligen Drohungen des Republikaners mit Strafzöllen gegen Mexiko und der Spannungen um das Thema Migration pflegte der erfahrene mexikanische Politiker immer ein gutes Verhältnis zu Trump.

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