• Ausgeliefert oder widerständig? - RLS
    https://www.rosalux.de/news/id/41456/ausgeliefert-oder-widerstaendig

    von Pascal Meiser - Wie sehen die Arbeitsbedingungen im Bereich der Paketdienste aus?

    Im gesamten Postsektor haben sich seit der Postprivatisierung die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung massiv verschlechtert. Mit dem Boom des Online-Handels hat sich diese Entwicklung noch verschärft. Zwischen 2009 und 2017 ist der mittlere Bruttolohn in der Brief- und Paketbranche nominal um über 13 Prozent gesunken. Der mittlere Lohn in der Branche liegt so mittlerweile 30 Prozent unter dem mittleren Lohn in der Gesamtwirtschaft.

    Besonders dramatisch ist die Entwicklung in der Paketzustellung. Aber auch hier ist die Entwicklung keineswegs einheitlich. Während es bei DHL und UPS noch Tarifverträge gibt und DHL seine Pakete weitestgehend von eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zustellen lässt, lassen Hermes, DPD und GLS ihre Aufträge von Subunternehmen erledigen. Zum Teil haben sich dort richtige Subunternehmerketten gebildet, die im Extremfall auch vor offen kriminellen Praktiken nicht zurückschrecken. Am Ende solcher Subunternehmerketten arbeiten oft aus dem Ausland nach Deutschland entsandte Beschäftigte oder Scheinselbständige und dies zu teilweise skandalösen Bedingungen.

    Pascal Meiser ist Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

    Insgesamt ist der Alltag der Paketzustellerinnen und Paketzusteller von einer hohen Arbeitsbelastung gekennzeichnet. Oft müssen sie täglich zwischen 150 und 230 Pakete sortieren, einräumen, zustellen und am Ende des Tages die nicht zustellbaren Pakete zurück in die jeweiligen Paketshops bringen. In den Innenstädten sind sie zudem bei der Auslieferung der Pakete oft gezwungen, ihre Fahrzeuge auf der Fahrbahn stehen zu lassen, zum verständlichen Ärger anderer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, den diese dann nicht selten an den Zustellerinnen und Zustellern auslassen. Der so entstehende Dauerstress drückt sich nicht zuletzt in einem auffällig hohen Krankheitsstand von durchschnittlich zwei Tagen im Monat aus.

    Amazon hat als Monopolist großen Einfluss auf die Bedingungen in der Paketbranche. Jetzt ist Amazon mit Amazon Logistics auch stark im Paketdienst eingestiegen. Welche Gefahr geht davon aus?

    In der Tat: Wer über die miesen Arbeitsbedingungen bei den Paketunternehmen redet, der darf nicht über die Rolle von Amazon und Co. schweigen. Denn sie sind es, die massiven Druck auf die Paketunternehmen ausüben, die Kosten für die Auslieferung von Paketen immer weiter zu drücken.

    Wenn Amazon und andere Online-Händler jetzt zudem eigene Zustelldienste aufbauen, in denen Lohndrückerei, Subunternehmerketten und Scheinselbständigkeit an der Tagesordnung sind, setzt dies die bestehenden Paketunternehmen zusätzlich unter Druck. Der Vorstand der Deutschen Post geht schon jetzt von erheblichen Gewinnverlusten aufgrund von Amazons Umstellung auf eigene Zustelldienste aus. Wer die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche verbessern will, der muss also auch die Regulierung der großen Online-Händler angehen.

    Bei Amazon kämpfen die Beschäftigten seit mittlerweile mehr als sechs Jahren für einen Tarifvertrag. In den USA gibt es auch auf der politischen Ebene stärkere Gegenwehr gegen das Geschäftsgebaren von Amazon. Was muss die Politik hier in Deutschland tun? Wie kann sich die gewerkschaftliche und die politischen Auseinandersetzung ergänzen?

    Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften, die auch in Deutschland schon seit Jahren für gute Arbeitsbedingungen bei Amazon kämpfen, könnten eine stärkere Unterstützung aus der Politik gut gebrauchen. Eine Abschaffung der Befristungen ohne Sachgrund oder auch eine strikte Begrenzung der Leiharbeit wären hier wichtige erste Schritte, die den Beschäftigen das Kämpfen und Streiken für einen Tarifvertrag deutlich erleichtern würden.

    Aber auch darüber hinaus bleibt die umfassende Regulierung des Online-Handels eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Das gilt für die ordnungsgemäße Zahlung von Steuern, das gilt für die Produktqualität und den Verbraucherschutz, das gilt für einen umfassenden Datenschutz und das gilt letztlich auch für die Frage, ob wir es zulassen wollen, dass die digitalen Marktplätze der Zukunft von einigen wenigen Online-Konzernen beherrscht werden, die dann allen anderen die Spielregeln diktieren können. Das wird alles andere als ein Spaziergang, wenn man sich anschaut, wie groß die wirtschaftliche Macht und der politische Einfluss von Amazon und Co. schon heute ist. Aber es lohnt sich dafür zu kämpfen.

    Was haben die neuen Regulierungen von Arbeitsminister Heil gebracht? Was müsste konkret getan werden?

    Das sogenannte Paketboten-Schutz-Gesetz, das am 15. November 2019 in Kraft getreten ist, schreibt fest, das künftig die großen Paketdienstleister für die ordnungsgemäße Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen bei ihren Subunternehmen haften. Für die ordnungsgemäße Zahlung des Mindestlohns gilt diese Nachunternehmerhaftung ja bereits von Anfang an und auch die Neuregelung in der Paketbranche ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber sie lässt weiterhin eine Reihe von Schlupflöchern. So fehlt zum Beispiel eine Verpflichtung für die Paketunternehmen, die geleisteten Arbeitszeiten tagesaktuell dokumentieren und vor Ort zur Einsicht mitführen zu müssen. Ohne eine solche Verpflichtung lassen sich die bestehenden Pflichten des Arbeitgebers aber überhaupt nicht wirkungsvoll kontrollieren. Deshalb hatte zuletzt auch der Bundesrat eine strenge Dokumentationspflicht gefordert.

    Unabhängig davon ist aber auch klar, dass die Nachunternehmerhaftung für die Branche bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein bleibt. Wir brauchen dringend effektive Instrumente zur Durchsetzung bestehender Lohnansprüche wie zum Beispiel ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften, um diejenigen Paketbotinnen und Paketboten, die ihre Rechte nicht aus eigener Kraft geltend machen können, besser unterstützen zu können. Wir müssen die ausufernde Scheinselbständigkeit in der Branche eindämmen, indem hier die Beweislast umgekehrt und somit bei entsprechenden Anhaltspunkten erst einmal davon ausgegangen wird, dass es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis handelt. Als LINKE wollen wir zudem, dass die Erlaubnis zur Zustellung von Paketen an das Vorliegen einer qualifizierten Lizenz gekoppelt wird, wie dies bei der Briefzustellung bereits der Fall ist. Diese Lizenz soll an die Einhaltung bestimmter Arbeits- und Sozialstandards gebunden werden und die Weitergabe von Aufträgen auf die Abarbeitung von Auftragsspitzen begrenzen.

    Was können Kund*innen machen? Was macht DIE LINKE?

    Als LINKE werden wir den Kampf der Beschäftigten in der Paketbranche und im Online-Handel weiter aktiv unterstützen. Mit entsprechenden Anträgen im Deutschen Bundestag, aber auch indem wir die Protestaktionen und Streiks der betroffenen Beschäftigten vor Ort solidarisch zu unterstützen, so wie wir es bei Amazon bereits seit Jahren tun.

    Im Kleinen kann sich aber auch jede Kundin, jeder Kunde solidarisch zeigen. Das fängt mit einem freundlichen Wort für die Paketbotinnen und Paketboten an, wenn die ein Paket abliefern, und dass man möglichen Unmut über eine unzuverlässige Zustellung nicht an denen auslässt, die am wenigsten dafür können. Und klar, wenn man die Wahl hat, ist es natürlich immer gut, ein Unternehmen zu beauftragen, das einen Tarifvertrag hat und möglichst wenig auf dubiose Subunternehmen setzt. Nach aktuellem Stand sieht es da bei DHL am besten aus.

    Wäre die Rekommunalisierung der Post- und Paketdienste eine richtige Forderung?

    Ob und wie die Zustellung von Briefen und Paketen wieder in öffentlicher Verantwortung organisiert werden kann, müssen wir aus meiner Sicht in jedem Fall dringend diskutieren. Es ergibt doch so keinen Sinn, wenn täglich ein halbes Dutzend Paketwagen die gleichen Straßen versorgen und verstopfen. Und das in Zeiten, in denen allerorten über den Klimawandel diskutiert wird! Aber auch Kundinnen und Kunden müssen sich wieder darauf verlassen können, dass das Postgeheimnis gewahrt wird und Sendungen zuverlässig ihr Ziel erreichen. Ein einheitlicher Postdienstleister in öffentlicher Hand mit hohen Qualitätsstandards und einer starken Mitbestimmung der Beschäftigten böte vermutlich die beste Chance, dass der Wahnsinn in der Branche ein Ende findet.

    Der Weg dahin ist angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse allerdings weit. Von daher sollten wir auch über alternative Ansätze diskutieren. Zum Beispiel über die Idee, die Zustellung auf der so genannten letzten Meile, also die abschließende Zustellung bis an die Haustür, ausschließlich in kommunaler Hand vornehmen zu lassen. Hier sind noch viele rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen zu klären, aber ich finde das durchaus einen spannenden Ansatz für eine nach vorne gerichtete linke Kommunalpolitik in den städtischen Zentren.

    Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau hält der Bund noch 21% der Anteile an DHL. Ist es da nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand die Standards in der Branche zu erhöhen?

    Ja, der Bund ist immer noch Minderheitseigentümer der Deutschen Post AG und somit auch der DHL. Doch diesen Einfluss nutzt die Bundesregierung allem Anschein nach nicht, um sich für die Arbeitsbedingungen der dortigen Beschäftigten einzusetzen. Als Anteilseigner scheint auch sie in erster Linie an den Einnahmen für den Staatshaushalt interessiert. Was allerdings noch schwerer wiegt, ist, dass insbesondere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nichts dafür tut, die Paketbranche insgesamt ordentlich zu regulieren. Und das ist eigentlich dringend notwendig! Denn letztlich kann sich auch die DHL nicht dem Konkurrenzdruck im Paketmarkt entziehen, wenn sich ihre Konkurrenten ungehindert mit Dumpinglohmodellen Kostenvorteile verschaffen. Doch statt diese Probleme anzugehen, will Herr Altmaier den Paketsektor jetzt tatsächlich zum Vorbild für den Briefmarkt machen und zudem am liebsten auch noch die verbliebenen Anteile an der Deutschen Post AG privatisieren. Das alles zeigt: mit der aktuellen Bundesregierung werden sich die tiefsitzenden strukturellen Probleme im Postbereich nicht lösen lassen, weder im Sinne der Zustellerinnen und Zusteller noch zur Zufriedenheit der großen Mehrheit der Kundinnen und Kunden.

    Pascal Meiser ist Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

    #Allemagne #travail #numérisation

  • Helpling – Vermittlung von Putzkräften online - Service oder Ausbeutung? - RLS
    https://www.rosalux.de/news/id/41393/helpling-vermittlung-von-putzkraeften-online

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    Mit diesen Worten wirbt die digitale Putzplattform Helpling im Internet um potentielle Kund*innen. Das Produkt ist: Reinigungskräfte über eine App bestellen. Dabei verdient das Unternehmen an einer Vermittlungsgebühr, die bei einmaliger Buchung beachtliche 32 Prozent und bei mehrmaliger Buchung immerhin noch 25 Prozent des Gesamtpreises des Reinigungsauftrags beträgt. Helpling lässt sich damit in die Reihe der Start-ups einordnen, die in den letzten Jahren überall aus dem Boden gesprossen sind und mit App-basierter Vermittlung von Dienstleistungen Geld verdienen. Neben Book a Tiger, die wie Helpling Putzkräfte vermitteln, sind weitere bekannte Beispiele dafür Uber, mit der Vermittlung von Fahrdienstleistungen, sowie Deliveroo und Foodora, mit der Vermittlung von Essenslieferungen. Die Unternehmen werben mit Schnelligkeit und Einfachheit, die Arbeiter*innen zahlen den Preis.

    Denn: Die Anbieter*innen der Dienstleistungen sind zumeist nicht beim Unternehmen angestellt, sondern agieren auf eigene Rechnung, als Solo-Selbstständige. Dabei ist umstritten, ob es sich bei diesem Verhältnis von selbstständigen Arbeitskraftanbieter*innen und digitaler Plattformen überhaupt um ein rechtlich legitimes handelt. Während die Plattformen ihre Auftraggeberschaft verneinen und sich in keinem Fall als Arbeitergeber*innen, sondern als Marktplatz verstanden wissen wollen, sprechen Kritiker*innen aufgrund der restriktiven Vorgaben durch die AGBs – zum Beispiel bei der Preisgestaltung – von großen Abhängigkeiten und Scheinselbstständigkeit. Die Anbieter*innen würden keineswegs als «frei» im Sinne der Selbstständigkeit agieren. Vor dem Hintergrund dieser Diskussion hat Helpling nach etwa zwei Jahren das Preissystem flexibilisiert – wohl nicht zuletzt, um dem Verdacht der Scheinselbstständigkeit entgegenzuwirken. Ob dies rechtlich Bestand hat, kann noch als unklar gelten.

    Der Text wurde zuerst veröffentlicht in der Broschüre «Sieht so aus, als würde niemand drei Euro mehr zahlen wollen». Die Broschüre wurde von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert und kann als PDF runtergeladen werden, weitere Informationen finden sich im begleitenden Blog «Putzen ist Arbeit».

    Ausgangspunkt unserer Online-Umfrage ist nun, dass die Arbeitsbedingungen bei Helpling nach wie vor schlecht sind und wir uns darüber ärgern! Den Kund*innen und Auftraggeber*innen der Reinigungsdienstleistung wird weitgehend entgegengekommen, während die selbstständigen Putzkräfte in vielerlei Hinsicht das Nachsehen haben: Jenseits eingeschränkter Möglichkeiten die Preise festzusetzen, die auf niedrige Nettoeinkommen hinauslaufen, und der hohen Vermittlungsgebühr, an der Helpling verdient, sind auch die Arbeitsbedingungen, wie unsere Umfrage zeigt, schlecht.

    Darüber hinaus werden die Arbeiter*innen durch bestimmte Anwendungsfunktionen der Helpling-App oder im Rahmen der Werbekampagnen mehr als Objekt, denn als fachkundige Arbeiter*innen oder Unternehmer*innen angepriesen. Beispielsweise können die Putzkräfte nach getanem Putzen von den Kund*innen – ähnlich wie im Online-Handel für Sachobjekte üblich – mit Sternchen bewertet werden. Nur die Kund*innen können die Putzkräfte bewerten; anders herum ist das technisch mit der Helpling-App nicht möglich. Diese Form der einseitigen Objektivierung finden wir entwürdigend!

    Auch muten uns die Werbekampagnen der Putzplattform erschreckend sexistisch, klassistisch und rassistisch an. So hat Helpling lange Zeit das Konterfei eines Dienstmädchens aus dem 19. Jahrhundert als Logo verwendet und damit die mit der Dienstmädchenarbeit verbundenen Arbeitsbedingungen und Abhängigkeiten affirmativ vermarktet. Das ist schlimm, bedenkt man die Verhältnisse unter denen Dienstmädchen im 19. Jahrhundert arbeiten mussten. Genauso schlimm muten die Video-Werbekampagnen «Mission To Clean» oder «Mut zum Chaos» an, die online angeschaut werden können.

    All das hat uns sehr geärgert! Wir selbst haben zum Teil für Helpling gearbeitet und beschäftigen uns mit der gesell-schaftlichen Abwertung und Unsichtbarkeit von Care-Arbeit (care heißt: sich kümmern, sich sorgen). Wer putzt, kocht, sorgt und kümmert sich um die Kinder und Beziehungsarbeit in einer Gesellschaft? Care-Arbeit wird immer wieder als einfache, nicht produktive Arbeit dargestellt und damit entwertet. Mit der Vorstellung, dass die Tätigkeit leicht sei und lediglich bestimmte charakterliche – als «weiblich» geltende – Merkmale wie Einfühlsamkeit und Sorgfalt voraussetzen würde, geht einher, dass Frauen* diese Aufgaben als erstes angetragen werden. Lange waren deswegen vor allem Frauen* für die Care-Aufgaben zuständig. Seitdem nun ver-meintlich höher qualifizierte Frauen* für den Facharbeitsmarkt als wichtige Arbeitsmarktressource entdeckt wurden, werden diese politisch in der Auslagerung ihrer Care-Aufgaben an einen Putzarbeitsmarkt unterstützt. Dieses Privileg wird allerdings nicht allen zuteil: Diskriminierende gesellschaftliche Strukturen führen dazu, dass oft migrantische Frauen* und Frauen* aus der Arbeiter*innenschicht diese Arbeit zu schlechten Konditionen übernehmen müssen. Egal wie viel diese selbst Lohnarbeiten– die eigene Care-Arbeit müssen sie ohne Unterstützung selbst erledigen.

    Was nicht passiert, ist dieser Arbeit endlich mehr Wertschätzung entgegen zu bringen und sie würdig zu bezahlen. Eine Angleichung an die Entlohnung ihrer Auftraggeber*innen erschiene uns dabei mehr als gerecht. Denn Care-Arbeit kann nicht hoch genug geschätzt werden. Sie ist nicht nur Voraussetzung für ein «Well-Being», sondern konstitutiv für sämtliche gesellschaftlichen sowie ökonomischen Verhältnisse überhaupt.[8] Diese Arbeit angemessen zu bezahlen, da-für mehr Anerkennung und Zeit zu schaffen, ist längst überfällig. Unserer Ansicht nach ist Helpling dafür allerdings der falsche Weg: Das Start-up ist kein Schritt nach vorn in eine emanzipatorische Zukunft, sondern einer zurück in die Abwertungsspirale der Care-Arbeit sowie in die Prekarität und Unsicherheit der Dienstmädchentätigkeit des 19. Jahrhunderts. Dass dies nicht so bleiben kann, versteht sich von selbst!

    Ziel unserer Umfrage war es, ein erstes Stimmungsbild unter den Arbeiter*innen bei Helpling zu gewinnen und erste Kontakte zu knüpfen. Das ist zunächst einmal gar nicht so einfach, denn die Putzkräfte bei Helpling trifft man nicht einfach so. Sie arbeiten digital vermittelt über die Plattform und vereinzelt im Verborgenen der privaten Haushalte. Anders als die Essenslieferant*innen von Deliveroo und Foodora, die sogenannten «Riders», die sich auf der Straße erkennen und organisieren können, sind Reinigungskräfte in den privaten Haushalten füreinander unsichtbar. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden eine digitale Umfrage zu starten, die wir im Oktober 2018 vor allem per Mail an verschiedene Organisationen, Institutionen und Privatpersonen verschickt haben, die mit Putztätigkeiten, Care-Arbeit oder der Organisierung von Arbeiter*innen zu tun haben. Auch haben wir unseren Fragebogen «Mehr Geld fürs Putzen» über Facebook präsentiert. Die Umfrage konnte über unseren Blog «Putzen ist Arbeit» in drei Sprachen abgerufen werden. Alle, die bis Januar 2019 an der Online-Umfrage teilgenommen haben, werden in der vorliegenden Zusammenstellung der Ergebnisse berücksichtigt. Dabei stützen wir unsere Auswertung auf 14 Teilnehmer*innen des Fragebogens, die unserer Meinung nach sicher bei Helpling arbeiten. Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist zwar nicht repräsentativ, zeigt aber Spuren auf, die es lohnt zu verfolgen. Unsere Diagramme sind also unter großem Vorbehalt zu betrachten, bringen aber möglicherweise eine Tendenz zum Ausdruck. Unterstützt werden die Äußerungen zumeist durch umfangreiche Kommentierungen in den Kommentarspalten, die weitere spannende Einblicke liefern.

    Die Ergebnisse zeigen kaum überraschend: Helpling is not helping! Vor allem die hohe Vermittlungsgebühr, der niedrige Lohn, die einseitige Serviceorientierung des Unternehmens an den Kund*innen sowie die hohen Risiken und Unsicherheiten, die mit der anonymen Arbeitsvermittlung und der Tätigkeit im privaten Haushalt einhergehen, werden von unseren Befragten angefochten. Gefordert wird: Mehr Lohn, Soziale Absicherung, mehr Sicherheit und eine Plattform, die sich hinter ihre Arbeiter*innen stellt!

    #Allemagne #travail #numérisation

  • Digitalisierung der Arbeit - #RLS
    https://www.rosalux.de/dossiers/digitalisierung-der-arbeit/#pk_campaign=rls-newsletter&pk_kwd=01-2020

    Neue digitale Technologien haben längst die Arbeitswelt verändert und das nicht nur im Silicon Valley. Der digitale Wandel umfasst sowohl die klassische Industriearbeit als auch neue Formen der plattformvermittelten Dienstleistungsarbeit, er reicht von der Einführung global vernetzter cyber-physischer Systeme im Rahmen des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 bis hin zur teilweise stark prekarisierten und umfassend durch Algorithmen kontrollierten Arbeit für die Plattformunternehmen.

    Diese Bereiche stellen allerdings nur einen Teilausschnitt des stattfindenden Umbaus dar: mobiles Arbeiten, agiles Projektmanagement, Crowdworking und der Einsatz von Social Media und IT-Systemen zum Enterprise-Resource-Planning oder zur Bewertung und Überwachung der Beschäftigten haben längst weite Teile der Arbeitsorganisation erfasst. Gerade weil diese Bereiche weniger im Zentrum des medialen Interesses stehen lohnt sich ein genauerer Blick auf die dort vorhandenen Potentiale und Verwerfungen.

    Die bisweilen naive Technikgläubigkeit von Startups und Digitalkonzernen weicht zunehmend einer differenzierteren Betrachtung, welche Digitalisierung nicht als eine von außen hereinbrechende, kaum zu beeinflussende Naturgewalt betrachtet und vermehrt auch die sozialen und ökologischen Folgen und Konflikte der Digitalisierung in den Blick nimmt.

    Im Schatten des Siegeszugs der Digitalkonzerne entstehen auch neue Gegenbewegungen: die weltweite Bewegung der Plattform-Genossenschaften, die kollektive Arbeitsniederlegung von Tech-Arbeiter*innen während der sogenannten Google Walkouts, die andauernden Proteste von Amazon-Beschäftigten oder die YouTubers Union, welche die oft einzeln arbeitenden Influencer*innen in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen vernetzt.

    Digitalisierung und Demokratie?
    Publikation | 01/2020
    Di­gi­tal­wirt­schaft

    Worum es wirklich geht
    Interview | 06.01.2020
    «Es gibt kei­ne Bran­che, die nicht be­trof­fen ist.»

    Ein Gespräch über Digitalisierung, Arbeit und Demokratie mit Annette Mühlberg
    Das Produkt sind wir
    Dokumentation | 06.12.2019
    Das Pro­dukt sind wir

    Über das Leben im digitalen Zeitalter
    Pakete zustellen ist ein stressiger Job
    Interview | 20.12.2019
    Aus­ge­lie­fert oder wi­der­stän­dig?

    Zu Weihnachten sprachen wir mit Pascal Meiser über die miesen Arbeitsbedingungen in der Paketbranche
    Kommentar | 16.12.2019
    Or­ga­ni­zing YouTube

    Warum sich YouTuber*innen für bessere Arbeitsbedingungen organisieren und was das mit der Zukunft...
    Digitaler Kapitalismus
    Dokumentation | 31.10.2019
    Di­gi­ta­ler Ka­pi­ta­lis­mus

    Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Luxemburg Lecture von Philipp Staab
    Marx und die Roboter
    Dokumentation | 20.11.2019
    Marx und die Ro­bo­ter

    Buchvorstellung und Diskussion
    Essay | 16.12.2019
    Agi­le Me­tho­den

    Kollaborative Arbeitskultur oder digitaler Taylorismus?
    Artikel | 12/2019
    Die Ver­lo­ckun­gen der «UBER­CI­TY»

    Reibungslos, nahtlos, effizient, just-in-time: städtische Dienstleistungen auf Abruf
    Artikel | 12/2019
    Pro­duk­tiv­kraft kon­kret

    Vom schweren Start der Leichtbauroboter
    Medieninhalt | 16.12.2019
    Di­gi­ta­li­sie­rung – Künst­li­che In­tel­li­genz

    Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Zukunft der Arbeit das sind die Themen,...
    Medieninhalt | 11.06.2019
    The New Tech Worker Mo­ve­ment

    Discussion with Moira Weigel and Ben Tarnoff (writers and co-founders of Logic Magazine) and Ines...
    Artikel | 12/2019
    Mee­t­up zum Ar­beits­kampf

    Wie sich alte und neue Formen der Organisation und Interessenvertretung in Start-ups verbinden
    Interview | 16.12.2019
    «Wir brau­chen kei­ne Da­ten­an­häu­fung, son­dern Da­ten­kol­lek­ti­vie­rung!»

    Wir sprachen mit dem Digitalisierungsforscher Jathan Sadowski über die Politik der Plattformen und...
    Artikel | 12/2019
    Au­to­ma­ti­sie­rung: ist es dies­mal wirk­lich an­ders?

    #travail #numérisation #Allemagne

  • Contre la vie appauvrie | Revue Esprit
    https://esprit.presse.fr/article/angotti-matthieu-et-prady-delphine/contre-la-vie-appauvrie-39709?folder=1

    D’abord, le #progrès n’est plus une #conquête collective, mais une force anxiogène, tout entière dévouée à la recherche d’un #profit individuel. Les conservateurs, gouvernants ou possédants, n’associent plus le progrès à l’ouverture de nouveaux #droits, de nouvelles #assurances contre des risques plus élevés d’#aliénation. Non seulement ils ont accaparé les produits de l’#automatisation et de la #numérisation, mais ils en ont socialisé la #précarité et détruit tout potentiel d’#émancipation. Tous insistent sur l’inéluctable remplacement de l’homme inutile par la machine plus performante, ou sur sa #concurrence généralisée et dérégulée. Ceux qui ne possèdent pas de machines doivent accepter l’#exclusion ou la précarité : une vie appauvrie.

    Ensuite, la démocratisation de la précarité s’organise autour de la confrontation individuelle à des risques toujours plus nombreux, ce moteur utile d’une croissance déshumanisée : la peur du #chômage, de la perte de revenu, de l’#obsolescence de ses compétences, alimente une #compétition propice à l’#exploitation de l’homme. Les progrès de l’assurance collective sont sapés par la « #flexibilité », habillée d’une rhétorique vantant la #mondialisation bienfaitrice, et consistant au détricotage en règle de cadres protecteurs. Par exemple, l’obtention d’un diplôme ne garantit plus une inclusion professionnelle et le fait de travailler, même au-delà de la quantité légale, ne suffit plus à « gagner sa vie ». Tous les risques ne sont pas également « dés-assurés », car tous ne servent pas également l’exploitation productive. Que le risque soit universel – être jeune, être vieux, devenir parent, devenir dépendant – et la socialisation de son assurance sera plus aisée, parce que perçue comme naturelle, à l’exception du risque « jeunesse ». En revanche, que la réalisation du risque touche un sous-groupe de personnes – perdre son emploi, échouer à l’école, vivre dans une famille pauvre – et la #socialisation de son assurance sera remise en question. La robustesse de l’assurance collective est également relative au degré de responsabilité individuelle, réel ou fantasmé, associé au risque : par exemple, le traitement collectif du handicap est plus généreux que celui de la pauvreté.

  • Studie “Das Smartphone, bitte! Digitalisierung von Migrationskontrolle in Deutschland und Europa”

    27. December 2019 by Daniela Turß

    Handydatenauswertung bei Geflüchteten ist teuer, unzuverlässig und gefährlich.

    Cover der Studie „Das Smartphone, bitte! Digitalisierung von Migrationskontrolle in Deutschland und Europa“

    Die Studie „Das Smartphone, bitte! Digitalisierung von Migrationskontrolle in Deutschland und Europa“ befasst sich mit der im Jahr 2017 eingeführten Analyse elektronischer Datenträger durch das BAMF. Wenn eine asylsuchende Person weder Pass noch Passersatzdokument vorweisen kann, ist die Behörde dazu berechtigt, ihr Smartphone auszuwerten, um Hinweise auf Identität und Herkunft zu erhalten. Diese Praxis verletzt das Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme von zigtausenden Menschen – für wenig aussagekräftige Ergebnisse.

    Seit der Einführung des Verfahrens im Jahr 2017 hat das BAMF hochgerechnet etwa 20.000 Mobiltelefone von Asylsuchenden ausgelesen und über 11 Millionen Euro in dieses Verfahren investiert. Im Zeitraum Januar 2018 bis Juni 2019 scheiterte das Auslesen in etwa einem Viertel der Fälle bereits an technischen Problemen. Nur in 1-2 % der verwertbaren Auswertungen fanden sich Widersprüche zu den Angaben, die die Asylsuchenden selbst in ihren Befragungen gemacht hatten.

    Für die Studie wertete die Journalistin Anna Biselli und die Juristin Lea Beckmann einen umfangreichen Quellenbestand aus, darunter Ergebnisberichte von Datenträgerauswertungen, Asylakten, interne Dienstanweisungen, Handbücher und Schulungsunterlagen des BAMF und Dokumente aus dem Gesetzgebungsverfahren. Zudem führten die Autorinnen Hintergrundgespräche mit Geflüchteten, Anwält*innen und Rechtswissenschaftler*innen, Verfahrensberatungsstellen und Menschenrechtsorganisationen in Deutschland und anderen Ländern Europas.

    https://freiheitsrechte.org/studie-handydatenauswertung

    –-> Studie: https://freiheitsrechte.org/home/wp-content/uploads/2019/12/GFF-Studie_Digitalisierung-von-Migrationskontrolle.pdf

    #migration #smartphone #Allemagne #BAMF #Europe #identité #numérisation #contrôle #étude

  • Matthieu Amiech : « Le numérique devient le cœur de la catastrophe écologique »
    https://reporterre.net/Matthieu-Amiech-le-Numerique-devient-le-coeur-de-la-catastrophe-ecologiq

    On perturbait également le milieu universitaire et le mouvement de scientifiques Sauvons la recherche. On leur demandait s’il était décent d’avoir un mot d’ordre de sauvetage de la recherche scientifique au vu de sa contribution à l’ordre social existant, au vu des sommes déjà dépensées dans les nanotechnologies, le nucléaire, les OGM… On avait par exemple bloqué la fête de la science à Orsay, en faisant sortir le directeur du campus. On s’était déguisés en Indiens, avec des plumes et des arcs, et on avait attaqué le petit train de la science en leur demandant de quitter la terre de nos ancêtres. On s’amusait en faisant des choses sérieuses.

    […]

    N’y aurait-il pas eu du sens de mener cette réflexion et ces luttes au sein du système ?

    Si, mais j’étais attiré par la possibilité de me consacrer à des tâches plus matérielles ; et touché par le fait que nous n’arrivions pas à susciter une remise en cause des chercheurs et des universitaires, dans les années 2000. À ce moment-là, notre réflexion sur l’impasse de la société industrielle et capitaliste n’intéressait pas grand-monde. Certains d’entre nous sont quand même restés enseignants, et ils font des choses très bien. Le contexte à l’université a un peu changé. À partir de 2010, il y a eu les travaux menés par François Jarrige, Jean-Baptiste Fressoz, Christophe Bonneuil ; plus récemment, l’émergence de l’Atelier d’Écologie politique à Toulouse. Les lignes bougent, même si c’est encore largement insuffisant.

    […]

    Nous suivons un fil rouge : le divorce entre le progrès technique et le progrès humain. Le progrès technique a pendant longtemps semblé en tant que tel porteur de justice sociale et de liberté. Nous pensons que c’était déjà en bonne partie une illusion aux XIXe siècle, mais, au fil du XXe, on observe carrément un divorce : les outils de la technologie ont facilité le démontage des droits sociaux, des solidarités et considérablement restreint la liberté. Les livres de La Lenteur documentent, de manière assez variée je crois, ce divorce.

    #Matthieu_Amiech #critique_techno #informatisation #numérisation #écologie #science

  • Les gouvernements font partie du problème écologique, pas de la solution
    https://reporterre.net/Les-gouvernements-font-partie-du-probleme-ecologique-pas-de-la-solution

    Les couches dirigeantes, coupables d’inaction climatique ? C’est pire. Elles sont coupables et responsables de politiques farouchement volontaristes qui aggravent la crise. Il n’y a pas lieu de les implorer d’en faire plus, avertit l’auteur de cette tribune. Nous devons plutôt commencer, à la base de la société, à redéfinir nos modes de vie et nos besoins.

    #Matthieu_Amiech #critique_techno #transport #informatique #numérisation #internet #écologie #État #étatisme

  • Linkspartei: Digitaler oder alter Kapitalismus? (neues-deutschland.de)
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1129799.linkspartei-digitaler-oder-alter-kapitalismus.html

    08.12.2019 von Peter Nowak - Konferenz der Linkspartei stellte Fragen nach den eigenen Ansprüchen im digitalen Zeitalter

    Vor knapp 10 Jahren gab es noch zwei gegensätzliche Szenarien für die digitale Gesellschaft. Manche Linke sahen einen Freifahrtschein in den Kommunismus, eher Konservative darüber klagten, dass ganze Branchen wie die Musikindustrie durch das Internet ruiniert würden. Nichts davon ist eingetreten, konstatierte Sabine Nuss. Sie beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich mit dem digitalen Kapitalismus und gehört zu den Herausgeber*innen des Sammelbandes »Marx und die Roboter«. Am Samstag moderierte sie den Abschluss der von der Linkspartei organisierten Digitalkonferenz mit dem programmatischen Titel »(K)eine automatische Revolution«. Für Sabine Nuss sind die Klammern überflüssig. Es habe sich in den letzten Jahren an vielen Punkten gezeigt, dass die Digitalisierung den Kapitalismus stärkt.

    Über die Frage nach linken Gegenkräften tauschten sich die Teilnehmer*innen am Samstag in zahlreichen Workshops aus. Eingeladen waren Gewerkschaft*innen, Wissenschaftler*innen, Softwareentwickler*innen und Politiker*innen der LINKEN. Die Bandbreite der Debatte wurde schon in den Workshops deutlich. Ihre Themen: »Welchen Sozialstaat brauchen wir für den sozialen Wandel?«. »Leben, lernen und arbeiten in digitalen Dörfern«. Oder »Digitalisierung im Gesundheits- und Pflegesystem und in der Bildung«.

    Mit allgemeinen gesellschaftlichen Fragen beschäftigte sich der Workshop »Die Demokratie- und Eigentumsfrage stellen«. Mehrere Teilnehmer*innen betonten, dass eine Demokratisierung der Internetkonzerne nicht mit ihrer Verstaatlichung gleichzusetzen ist. Es könne nicht darum gehen, staatlichen Behörden mehr Daten zukommen zu lassen.

    Weitgehend Konsens bestand darin, dass das Internet Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur sein soll - wie Wohnungsbau, Bildung oder Gesundheit. Der Vorsitzende der LINKEN Bernd Riexinger wies auf den Widerspruch hin, dass das Internet viele Güter kostenlos zur Verfügung stellt, dass aber durch das kapitalistische Profitinteresse Barrieren eingebaut werden, die genau das verhindern sollen. Riexinger sieht gute Chancen für seine Partei, mit diesen Widersprüchen zu arbeiten.

    Das war auch zentrales Thema der Abschlussrunde, die sich mit »digitalen Klassenkämpfen« beschäftigte. Die Journalistin Nina Scholz lehnte den Begriff genauso ab wie auch den Terminus »digitaler Kapitalismus«. Es sei vielmehr der alte Kapitalismus, der schon immer auf Ausbeutung und Arbeitskampf beruhe, betonte Scholz. Sie kritisierte, dass auch die Linkspartei einen feuilletonistischen Katastrophendiskurs bediene und bei der Digitalisierung wie das Kaninchen auf die Schlange starre. Nicht die Gig-Ökonomie, sondern die Gig-Ökonomisierung der Arbeitsverhältnisse sei gewachsen.

    Die tatsächlichen Klassenkämpfe seien viel weiter, moniert Scholz die nach ihrer Ansicht zahmen Lösungen der LINKEN. »Warum wird von einem digitalen New Deal und nicht von der Verstaatlichung von Airbnb gesprochen, fragte Scholz mit Verweis auf ein von den LINKE-Politikerinnen Katja Kipping, Anke Domscheit-Berg und Katalin Gennburg vorgelegtes Positionspapier «Digitale Demokratie statt Herrschaft der Monopole». Als Beispiel führte Scholz aktuelle Kämpfe von Google-Beschäftigten in verschiedenen Ländern an.

    In den Workshops erinnerte ein Teilnehmer an die Konferenz «Bytes und Bäume», auf der im letzten Jahr die Frage gestellt wurde, welchen Beitrag die Tech-Industrie im Nachhaltigkeits- und Klimadiskurs leisten könne. Dort hätten Mitglieder der LINKEN kaum eine Rolle gespielt. Bernd Riexinger sieht aber gerade eine zentrale Aufgabe der LINKEN dahin, die Kämpfe der Klimabewegung mit den Interessen der Beschäftigten zu verbinden. In der Tarifrunde 2020 für die Beschäftigten des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sah er eine gute Chance, Gewerkschaften und Klimaaktivist*innen zusammenzubringen. Schließlich gehe es beiden um die Stärkung des ÖPNV. Das Beispiel gab den Einwänden von Nina Scholz Recht. Hier handelt sich um Klassenkämpfe im Kapitalismus ganz ohne das Adjektiv digital.

    #Allemagne #gauche #numérisation #lutte_des_classes #auf_deutsch

  • ’The perfect combination of art and science’: mourning the end of paper maps | Travel | The Guardian

    https://www.theguardian.com/travel/2019/oct/20/the-perfect-combination-of-art-and-science-mourning-the-end-of-paper-ma
    https://i.guim.co.uk/img/media/500a6267e301b738c315e8712fd5b487ad5a8489/182_238_3370_2022/master/3370.jpg?width=1200&height=630&quality=85&auto=format&fit=crop&overlay-ali

    Some for one purpose and some for another liketh, loveth, getteth, and useth Mappes, Chartes, & Geographicall Globes.”

    So explained John Dee, the occult philosopher of the Tudor era.

    The mystical Dr Dee would, perhaps, have understood the passion stirred by Geosciences Australia’s recent decision to stop producing or selling paper versions of its topographic maps in December, citing dwindling demand.

    #cartographie #numérisation #ère_numérique

  • À Beyrouth, un gigantesque projet d’archive orale de la #Nakba | Middle East Eye édition française
    https://www.middleeasteye.net/fr/reportages/beyrouth-un-gigantesque-projet-darchive-orale-de-la-nakba

    Pour atteindre les locaux du Palestinian Oral History Archive (#POHA), il faut s’enfoncer dans les sous-sols de la librairie de l’Université américaine de Beyrouth (AUB). C’est au cœur de ce dédale que depuis près de quatre ans, une équipe de chercheurs et de techniciens travaille sur un projet non moins labyrinthique : la #numérisation des témoignages #audiovisuels de la Nakba (la « #catastrophe ») en mai 1948, qui a provoqué l’exode de 750 000 à 800 000 Palestiniens vers les pays frontaliers.

    « Ça a été un long processus, c’est la première fois qu’on amène l’histoire orale dans le champ académique », se félicite Kaoukab Chebaro, qui a copiloté le projet de numérisation avec l’Institut Issam Fares et l’AUB et enseigne désormais à l’Université Columbia (États-Unis).

    Le POHA est né de la fusion des archives de deux ONG locales : Al-Jana et Nakba archive. Au début des années 2000, peu après la commémoration du cinquantenaire de la Nakba, celles-ci se lancent dans une course contre la montre pour enregistrer les témoignages de la première génération de Palestiniens expulsés en 1948 et réfugiés depuis dans des camps au Liban.

    #Palestine

  • Colas compte rendre les routes d’Eure-et-Loir plus sûres via le digital
    https://www.latribune.fr/regions/centre-val-de-loire/colas-compte-rendre-les-routes-d-eure-et-loir-plus-sures-via-le-digital-82


    L’application remontera notamment à la plateforme Digital by Colas les comportements à risque.
    Crédits : DR

    Le Département présidé par Claude Térouinard vient de signer un contrat avec le constructeur routier Colas pour installer Anaïs, sa nouvelle application de recommandation d’aménagements. Objectif : dès 2019, réduire à quinze par an le nombre de tués sur les routes.

    Via un partenariat avec Michelin Driving Data Intelligence, la cellule numérique du constructeur de pneumatiques Michelin, Anaïs commencera à la rentrée de septembre à collecter les données embarquées de conducteurs volontaires sur le réseau routier secondaire d’Eure et Loir. L’application remontera notamment à la plateforme Digital by Colas les comportements à risque : freinage intempestif, vitesse excessive, déport latéral du véhicule. Identifiée, cette data sera ensuite analysée et contextualisée. Elle donnera enfin lieu à des recommandations de travaux auprès de la collectivité qui, assure le responsable de Mobility by Colas, Fabrice Luriot, restera libre de choisir le maître d’oeuvre.

    Cet audit des routes en temps réel procurera deux avantages majeurs au département. Il lui permettra d’une part d’agir en amont, et non plus de façon seulement curative, comme actuellement. De plus, Anaïs validera l’efficacité des opérations de maintenance. Deuxième département français pour la densité routière avec 7 650 kilomètres de routes départementales, l’Eure-et-Loir tente ainsi de faire baisser Sa mortalité routière. Après le bilan désastreux de l’année 2017 (47 tués), celle-ci a reculé à 26 morts l’année dernière. La collectivité met en place une politique volontariste pour viser moins de quinze personnes décédées cette année.

  • « #Mozilla est décentralisée, comme le Web des origines » | L’Humanité
    https://www.humanite.fr/mozilla-est-decentralisee-comme-le-web-des-origines-675370

    La #numérisation, le #télétravail et les collectifs éclatés sur plusieurs continents sont souvent propices à une fracturation des #conditions_de_travail. Mozilla s’efforce d’allier une certaine culture de la Silicon Valley et le respect des travailleurs.

    #ergonomie #droit_du_travail #management #travail #internet #santé_au_travail

  • Le début de la fin pour le #billet de 500 euros
    https://www.lemonde.fr/economie/article/2019/01/28/clap-de-fin-pour-le-billet-de-500-euros_5415453_3234.html

    La plupart des Français n’en ont jamais vu la couleur (violette), et leur disparition ne leur fera ni chaud ni froid. Il en va tout autrement outre-Rhin. Dimanche 27 janvier, dix-sept des dix-neuf #banques_nationales de la zone euro ont cessé d’émettre des billets de 500 euros. Seuls les instituts monétaires d’Allemagne et d’Autriche ont obtenu un délai de trois mois pour se conformer eux aussi à la règle, officiellement pour des raisons logistiques.

    […] Un trait national partagé par l’Autriche. « Nous ne voulons pas que quelqu’un puisse tracer numériquement ce que l’on achète, mange, boit, les livres que nous lisons et les films que nous regardons… Nous lutterons partout contre de telles règles », s’insurgeait ainsi début 2016 Harald Mahrer, l’actuel président de la fédération des entreprises autrichiennes, à l’époque au ministère de l’économie.

    Il va pourtant devoir s’y faire. Car avec le développement du paiement par mobile, l’usage du #cash est peu à peu appelé à s’éteindre. En la matière, la Suède a déjà une longueur d’avance : la part des achats en liquide dans le commerce y est tombée de 40 % à 10 % entre 2010 et 2018. A Stockholm, la banque centrale envisage de passer à une monnaie 100 % digitale, tandis que des start-up expérimentent le paiement grâce à des #puces_numériques implantées sous la peau. Voilà qui ferait bondir à Berlin ou Vienne…

    #numérisation #monnaie_virtuelle #vie_privée #argent_sale

  • Ordinateur à l’université : « Combien y’a-t-il d’étudiants dont on ne voit jamais les yeux ? » - Libération

    Par Olivier Estèves, Professeur à l’université de Lille, spécialiste de l’histoire britannique. — 18 septembre 2018 à 17:32

    Alors que l’interdiction des téléphones portables au collège a été officialisée à l’échelle nationale, l’utilisation des ordinateurs portables dans les universités devrait elle aussi faire l’objet d’un débat sérieux.

    Novembre 2017 : lors d’un séminaire de master 2 (en langue anglaise) sur les origines de la révolution conservatrice aux Etats-Unis, je présente les slides d’un PowerPoint qui égrène le bilan morbide des violences urbaines des années 60. Un tableau récapitule les douzaines de morts à Watts (quartier de Los Angeles), Newark, Detroit, Chicago, etc. En parlant, je vois au fond de la salle deux étudiantes, d’ordinaire sérieuses, qui rient ensemble, les yeux rivés sur l’écran de leur ordinateur portable respectif. De toute évidence, leur esprit et attention sont accaparés par un contenu n’ayant absolument rien à voir avec celui du cours. Je les rappelle à l’ordre, une énième fois, tellement ce type de comportement est routinier. Cette anecdote trouve des centaines, pardon des milliers d’échos dans l’expérience quotidienne de collègues universitaires.

    Incapables de participer

    On aurait tort de croire qu’il s’agit là d’un problème lié à la massification de l’enseignement dans l’université française, à laquelle le lamentable et opaque Parcoursup serait censé répondre. En effet, le cours en question est en master 2, pour lequel une sélection existe déjà depuis un an. De toute façon, des filières sélectives en France connaissent exactement le même problème. Ayant animé un séminaire sur la question raciale dans les séries américaines à Sciences-Po Lille, reposant sur un ouvrage que j’avais publié avec mon collègue et ami Sébastien Lefait (Presses de Sciences-Po, 2014), je me souviens distinctement avoir montré des extraits de The Wire, The Sopranos, dont on devait débattre ensuite auprès d’un public dont un tiers avait les yeux rivés sur leurs propres ordinateurs portables tandis que je procédais au visionnage de scènes des chefs-d’œuvre de David Simon et David Chase.

    Une fois ce visionnage terminé, une bonne proportion des étudiants était incapable de répondre aux questions, encore moins de participer au débat en anglais. Rien de plus normal : beaucoup d’entre eux venaient de s’amuser sur Facebook, de faire les soldes en ligne, de répondre à leurs mails, sans oublier qu’un écran d’ordinateur portable sert très souvent à cacher… un téléphone portable d’où l’on envoie des textos. Depuis, notamment dans les Instituts d’études politiques, le nombre de collègues imposant des cours « sans écran » (ni téléphone ni ordinateur portable) n’a cessé de croître. Un certain nombre d’entre eux, en France mais aussi ailleurs, sont des enseignants d’informatique, très bien placés pour connaître les torts que causent ces machines à l’attention étudiante.

    (...)

    La question de la réussite étudiante est, légitimement, dans la bouche de nombreux décideurs, depuis les directeurs d’UFR jusqu’aux cabinets ministériels. Poser sérieusement la question de l’interdiction de ces armes de distraction massive dans certains enseignements ne coûterait rien au gouvernement et réintroduirait les conditions de cours où l’on puisse débattre, discuter, illustrer des contenus et répondre à la contradiction étudiante, sans laquelle les universitaires ne peuvent guère avancer. Avec des étudiants rivés sur leurs écrans d’ordinateurs cela n’est tout simplement pas possible. Le temps est venu de mettre ces problèmes sur la table. A titre personnel, je procéderai à l’interdiction pure et simple de tout appareil connecté dès l’année prochaine, même si je trouve lamentable qu’il soit nécessaire d’en arriver là.❞

    #attention #numerisation #interdiction_de_l'ordinateur

    • Eh ben écoute plutôt pas mal. Je ne suis pas trop arrivé à la faire respecter aux deuxième année (ils avaient déjà pris le pli...) mais pour les première année c’est plutôt efficace. Je les trouve plus attentifs. C’est très subjectif : difficile de distinguer ce qui relève du fait de ne pas avoir d’écran devant les yeux de ce qui relève de « l’effet promo » (d’une année sur l’autre ce n’est jamais pareil). Mais quoi qu’il en soit je vais continuer.

      Je ne crois pas que l’auteur de l’article aie raison de trouver lamentable d’en arriver là. Après tout il s’agit d’un apprentissage des usages.

      En revanche, en TD, donc quand ils sont une trentaine, j’autorise ceux qui veulent à utiliser l’ordi, mais pas pour prendre des notes : ce sont des TD d’algorithmique programmation, donc si certains se sentent de tester leurs solutions s’ils ont le temps, pourquoi pas.

    • @ericw : excuse-moi, mais ça m’intéresse beaucoup, donc je vais te demander des précisions.
      As-tu également demandé aux premières années de ne pas sortir leurs téléphones portables ?
      Qu’est-ce que t’ont dit les secondes années, est-ce que vous avez eu une vraie discussion ?
      Est-ce que tu en as parlé avec des collègues, qu’est-ce qu’ils en pensent ?

    • On a qu’à dire « autre chose » ! Je suis l’affaire de l’appel de Beauchastel — des enseignant-e-s qui désobéissent aux injonctions au tout-numérique dans l’Éducation Nationale — ainsi que celle des tableaux noirs de Gaillac, dont on a déjà parlé sur seenthis. Il commence à y avoir pas mal de professionnel-le-s qui, dans l’enseignement, prennent position, et c’est très précieux.

    • Salut, si tu suis l’appel de Beauchastel tu peux aussi être tenu au courant par « Le rappel de Beauchastel », un format A3 alimenté par des enseignants signataires, qui se photocopie dans les collèges et Lycées et qui peut être envoyé à domicile à condition d’envoyer un carnet de 10 timbres.
      Je crois que nous en sommes au 3ème. Il se diffuse exclusivement au format papier pour éviter les critiques à la noix comme quoi l’Appel est en ligne alors que l’on critique l’informatique - alors qu’il a juste été publié par PMO ou par les journaux qui ont fait des articles.

  • Contre le numérique à l’école - Libération
    http://www.liberation.fr/debats/2018/04/05/contre-le-numerique-a-l-ecole_1641315

    par un collectif d’enseignants

    Contre le numérique à l’école

    Chaque rentrée scolaire est un moment d’annonce concernant un nouveau plan numérique. Les propos apaisants du ministre Blanquer ne font pas oublier que, cette année, la région Grand-Est annonçait une « expérimentation » sur 50 lycées pour 31 000 élèves : disparition de tous les manuels scolaires et achat obligatoire d’ordinateurs portables ou de tablettes pour les élèves. Quant au récent rapport Mathiot, posant les grandes lignes du nouveau lycée et du nouveau baccalauréat, ce texte recommande de recourir « massivement » aux « ressources numériques », qu’il s’agisse de soutien à l’orientation ou de moyens pédagogiques. Depuis une décennie, des « expérimentations » de ce genre se généralisent du primaire au supérieur, si bien qu’il s’agirait plutôt d’une mise au pas. Un regard extérieur pourrait du reste s’étonner qu’avec une telle détermination déployée par les institutions et les industriels, il demeure encore quelque chose, dans l’Education nationale, qui n’ait été passé à la moulinette numérique.

    Nous, enseignants, signataires de l’Appel de Beauchastel (1), sommes réfractaires à ces multiples plans numériques. Toutes ces promesses de renouvellement pédagogique par les technologies « innovantes » relèvent, en réalité, d’un renoncement à la pédagogie. Quand on nous oppose qu’il faudrait vivre avec son temps, nous pensons précisément qu’il est urgent de prendre quelque distance avec une époque affectée d’une boulimie consumériste et technologique aux effets catastrophiques, tant socialement qu’écologiquement.
    Le temps de plus en plus long passé devant des écrans par les adultes comme par les enfants ne peut produire qu’une régression. Les conséquences psychologiques et cognitives chez les plus jeunes commencent à être documentées, prolongeant ainsi ce que l’on connaît déjà à propos de la télévision. La psychologue Sabine Duflo, de l’association Alerte écrans, évoque à ce propos un « problème sanitaire majeur ». La dépendance croissante aux objets numériques chez nos contemporains s’apparente toujours davantage à des comportements addictifs. Récemment, quelques anciens cadres de Facebook ont d’ailleurs fait état de leur stratégie d’exploitation de la « vulnérabilité de la psychologie humaine », afin de rendre les gens toujours plus dépendants. S’agissant en particulier de ce réseau, l’un d’eux a évoqué des « outils qui déchirent le tissu social ».

    Dans un contexte où les industriels transforment, avec une avidité et un cynisme sans cesse renouvelés, les rapports humains en matériau exploitable à des fins de profit, nous voulons affirmer l’importance cruciale de la relation et de l’attention, au premier chef dans notre métier. Cela, les cadres de la Silicon Valley l’ont compris depuis longtemps, en protégeant leurs propres enfants des écrans, dans et en dehors de l’école. L’exercice réfléchi du jugement qui fonde notre métier nous oblige à ne pas leur abandonner cette lucidité quant aux effets délétères de leurs innovations technologiques. Ainsi, en dépit de nos moyens limités reposant sur la fragile et subtile relation humaine, nous ne renoncerons pas à viser, par la transmission, l’horizon de la pensée libre et de l’émancipation sociale et culturelle.❞

    #appel_de_beauchastel #ecran_total #numérisation

    @tranbert

    • Bof...

      Tout d’abord, « la légende n’a pas été réfutée », en tous cas, pas dans les articles cités. On peut bien tourner la chose avec l’argument que les employés de la high tech (en l’occurrence, ce sont plutôt les dirigeants pour lesquels est évoqué un rapport plus qu’ambigu au numérique) sont des parents attentifs comme les autres, mais il n’en demeure pas moins que le mode de consommation du numérique est aussi un marqueur social et que les populations les plus réticentes sont, entre autres, celles qui sont aussi en mesure d’en saisir les tenants et les aboutissants.

      Je ne me vois pas, ni en tant que parent, ni en tant qu’architecte de S.I. venir faire la leçon à qui ne disposerait pas de ce capital culturel. Il me parait plus logique de balayer d’abord devant ma porte et admettre que l’activité qui me rémunère et me fournit un statut, somme toute assez enviable, dans cette société, est aussi une contribution à la production de pures nuisances, et que cette dimension ne relève pas seulement d’un tri à faire entre le bon grain et l’ivraie.

      Si vous souhaitez par ailleurs converser avec le collectif d’enseignants, ne vous privez pas d’employer les moyens qu’ils indiquent dans leur support de communication et que l’on trouve même en ligne sans peine et sans être un expert du monde numérique

      École Les Collines bleues
      607 route de la Gare
      42370 Saint Alban les Eaux
      04-77-64-35-32
      contact@les-collines-bleues.fr

  • La renaissance des manuscrits de Chartres
    https://lejournal.cnrs.fr/articles/la-renaissance-des-manuscrits-de-chartres

    Ils avaient été gravement endommagés par un incendie lors de la Seconde Guerre mondiale. Les manuscrits de Chartres, un fonds médiéval parmi les plus importants d’Europe, font l’objet d’une vaste campagne de restauration et de numérisation qui met en œuvre les technologies les plus innovantes.

  • Projection analysis - detectproj
    https://web.natur.cuni.cz/~bayertom/index.php/projection-analysis/projection-analysis

    Automated estimation of the map projection and its parameters based on the non-linear optimization...
    Designed for cartographers as well as for enthusiasts.

    GNU/GPL projection analysis software for Windows ® 7/8/8.1/10, GNU/Linux and MacOS.

    #outils #projection #numérisation #cartes #java


  • On l’a oublié, François Mauriac, Prix Nobel de littérature, fut aussi l’auteur de plus de 3000 articles de presse. Quels enjeux et obstacles pour les numériser ? Quels usages attendus ?
    http://sms.hypotheses.org/10345
    #littérature #histoire #numérisation #sources #presse #Mauriac #FrançoisMauriac #usages #numérique

  • Vom Untergang des autonomen Subjekts

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/gefahren-der-digitalisierung-vom-untergang-des-autonomen-subjekts-1.360

    […]

    Es geht hier nicht um triviale Bedienungsprobleme, nicht um die Verzweiflung der Ungeschickten an der vermeintlich intuitiven Benutzerführung ihrer Geräte. Es geht um etwas viel Größeres, was die digitale Sphäre, in die unser Leben eingefügt ist, insgesamt kennzeichnet: dieses sonderbare Ineinander von Normalität und Undurchdringlichkeit, von Überblick und Wolkigkeit.

    Denn hinter der geschmeidigen Einfachheit der mobilen Vernetzung, hinter der ungeheuer praktischen, “nahtlosen, kaum bemerkten Verwandlung von gewinnbringenden Prozessen in Durchschnittsverhalten” liegt eine tiefe Ahnungslosigkeit.
    Einerseits ist das Netz eine Geheimwissenschaft, andererseits muss jetzt jeder damit umgehen

    Längst ist “unser Verständnis der Welt”, so schreibt Adam Greenfield, “konditioniert von Information, die uns aufgrund von Interessen übermittelt wird, die aber diese Interessen nicht offenlegt”.

    Was da bei Milliarden Menschen in jeder Sekunde vor sich geht, in scheinbar kühlen, objektiven Rechen- und Schaltprozessen, im ununterbrochenen Senden und Empfangen, und was sich daraus entwickeln wird, das ist nicht etwa nur den Laien noch unklar, sondern auch den Entwicklern und Netzexperten selbst. “Obwohl wir kaum begonnen haben zu erfassen, was das für unsere Seelen, unsere Gesellschaften, unsere Weltordnung bedeutet”, stellt Greenfield fest, so ist das globale Netzwerk doch “schon grundlegend für unsere Alltagspraxis”.

    […]

    via https://diasp.eu/posts/73e5f69053be013557aa4061862b8e7b

    #numérisation #téchnologie #comportement
    #ignorance #crédulité #individu #autonomie

    • Pas mal du tout !

      En général, je me bricole un truc en mettant l’image en fond d’un graphique transparent sur mon tableur habituel. Il faudrait prévoir un système adapté pour des abscisses chronologiques (c’est peut-être présent, mais l’interface super-minimaliste (mais efficace) ne laisse pas apparaître d’aide en ligne…)

    • On peut poser des questions et proposer des améliorations :)

      Pour l’abscisse chrono de ce que j’ai vu dans le code, il n’y a rien de prévu : ça envoie du 0 et du 100 et ensuite il faut te débrouiller pour convertir en dates.

  • Paperwork - La gestion de documents rendue rapide et facile - OpenPaper
    https://openpaper.work/fr/#/slide_ocr

    Cliquez juste sur le bouton « Numériser »
    Votre ordinateur scanne et lit vos documents (ROC)
    Et vous permet de les retrouver rapidement

    Et un un mot... WAOUW !

    #Numérisation avec des fonctions de #calibrage #découpage, etc. mais #importation de #pdf « images » et puis aussi de l’#OCR avec marquage/#mots-clés et ça fonctionne bien ! (Moteur de recherche intégré)

    En python 3 => disponible dans toutes le crèmeries ? #Linux/#Win en tous cas et #GPLv3

    #reconnaissance_optique_de_caractères

  • Modalités de conservation des factures : #Numérisation des #factures papier
    http://www.gers.cci.fr/actualites/modalites-de-conservation-des-factures-numerisation-des-factures-papier.htm

    L’arrêté qui prévoit les modalités de numérisation des factures papier et les règles de conservation des factures numérisées vient d’être publié au Journal officiel.

    Arrêté du 22 mars 2017, JO du 30, texte 14.

    Ces mesures entrent en vigueur à compter du 31 mars 2017.

    Modalités de conservation des factures

    Les entreprises sont autorisées à conserver au format électronique les pièces justificatives, essentiellement les factures, établies ou reçues au format papier.

    Il était temps, ça fait 4 ans que je numérise tout : depuis que je n’ai pu intégrer une facturette à ma compta, l’encre thermique ne tenant même plus 6 mois !

  • Le mystère de la clé USB Le Devoir - Pierre Trudel 9 mai 2017
    http://www.ledevoir.com/societe/justice/498270/acces-a-l-information-le-mystere-de-la-cle-usb

    En cette époque de post-vérité, les nouvelles loufoques, souvent fausses, foisonnent. J’ai dû aller vérifier deux fois, car j’ai cru que c’était un canular. Mais non, il s’agit d’une véritable décision rendue le 20 mars dernier !
    https://www.canlii.org/fr/qc/qccai/doc/2017/2017qccai87/2017qccai87.html
    La Commission d’accès à l’information du Québec (CAI) rejette une demande d’accès à 2493 pages de documents publics parce que l’organisme ne peut les mettre sur une clé USB, faute de place sur ladite clé !

    La décision explique, le plus sérieusement du monde, que « la preuve démontre que l’organisme a tenté de numériser ces mêmes pages et de les enregistrer sur une clé USB, ce qui a été impossible, puisque cette clé n’a pas la capacité suffisante pour contenir toutes ces pages. Il s’agit de difficultés pratiques sérieuses qui doivent être prises en considération, et l’organisme en a fait la preuve à la satisfaction de la Commission ».❞ . . . . . . . . .

    #USB #Accès_à_l_information #foutage_de_gueule #Quebec #cynisme #censure #secret #numérisation

    • C’est surtout une affaire de piastres…

      [22] Vu l’impossibilité pour l’organisme à communiquer à la demanderesse les 2493 pages en format PDF, il appartient donc à celle-ci d’acquitter le montant de 200 $ pour pouvoir obtenir les 2 493 pages sur support papier.

      [23] Conséquemment, la décision de l’organisme doit être maintenue et la demande de révision de la demanderesse rejetée pour les motifs énoncés.