•  »Peter Thiel hält den Menschen nur für eine mängelbehaftete Fleischmaschine« 
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    Peter Thiel Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

    L’intelligence artificielle est dangereuse car ses propriétaires sont des ennemis déclarés de l’humanité. Chomsky avait raison, Trump est plus dangereux que Hitler parve qu’il est le produit de l’avant-garde antihumaine moderne et des imbéciles réactionnaires fanatiques.

    Peter Thiel gilt als einer der einflussreichsten und rätselhaftesten Akteure des Silicon Valley. Sein Fokus liegt auf Technofeudalismus, KI, digitale Kontrolle und den Machtanspruch der Tech-Eliten.

    Roberto De Lapuente sprach mit Tariq Hübsch, der zusammen mit Tahir Chaudhry ein Buch über den Tech-Milliardär Peter Thiel geschrieben hat: »Peter Thiel. Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen«. Die beiden Autoren beschäftigten sich mit den politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung sowie den Machtansprüchen globaler Technologiekonzerne.

    De Lapuente: Peter Thiel ist für die Öffentlichkeit ein Phantom und Rätsel: Wenn Du ihn als Person mit drei Sätzen beschreiben wolltest, welche Sätze wären das?

    Hübsch: Peter Thiel ist ein in Frankfurt am Main geborener Milliardär, Investor und Technologie-Unternehmer, der – weil er Mitbegründer von PayPal und der Überwachungsfirma Palantir Technologies sowie der erste externer Investor von Facebook war – als einer der einflussreichsten Strippenzieher des Silicon Valley gilt, wodurch er maßgeblich die heutige digitale Infrastruktur mitgestaltete. Auf politischer Ebene war Thiel der erste Tech-Mogul, der Donalds Trumps politische Ambitionen unterstützte, wobei er der wohl einflussreichste Förderer der neoreaktionären Ideen der sogenannten »Dunklen Aufklärung« ist, welche die liberale Demokratie als ineffizientes System ablehnt und stattdessen autoritäre politische Modelle propagiert, in denen eine technologische Elite außerhalb demokratischer Kontrolle regiert. Zudem investiert Peter Thiel als Transhumanist in Zukunftstechnologien, durch die der Mensch mit Hilfe Künstlicher Intelligenz mit Maschinen verschmelzen und ewiges Leben erlangen oder aber durch die Verbindung mit der digitalen Sphäre besser kontrollierbar gemacht werden soll.

    De Lapuente: Ihr sprecht in Eurem neuen Buch viel von Ideologie im Silicon Valley – was ist für Euch der gefährlichste Glaube dort?

    Hübsch: Dass der Mensch als Gattung überwunden werden soll, dass der Mensch nur ein biologischer Bootloader, also Startprogramm, für die kommende Herrschaft einer allgemeinen Künstlichen Superintelligenz sei, wie Elon Musk es gesagt hat. Das Valley glaubt an die Religion der Technologie, und dass der Mensch durch ebenjene einen evolutionären Schritt machen kann, indem er durch Technologie seine Evolution selbst in die Hand nimmt. Vollbracht werden soll das durch die Künstliche Intelligenz, in die göttliche Eigenschaften hineinprojiziert werden. Die KI ist gewissermaßen ein säkularisierter, technologischer Gott. Dies geht gar so weit, dass junge KI-Forscher im Valley bewusst keine Kinder kriegen wollen, weil das dem Kommen der neuen digitalen, dem Menschen tausendfach überlegenen Spezies ein Hindernis wäre. Der Mensch soll sich gewissermaßen auf das Kommen dieser künstlichen Superintelligenz selbstaufopfernd vorbereiten. Das trägt kultische Züge und mag hier verlacht werden. Das Problem ist nur, dass das Silicon Valley der Ort ist, wo die Religionen der Gegenwart und Zukunft geschrieben werden, wie der bekannte und extrem einflussreiche Historiker Yuval Noah Harari es so treffend auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos formuliert hat.

    De Lapuente: Ihr beschreibt außerdem eine Entwicklung in Richtung Technofeudalismus. Wie belegt Ihr das, dass wir uns wirklich in diese Richtung bewegen – und nicht einfach nur in eine neue Form von Kapitalismus?

    Hübsch: Der ehemalige Finanzminister Griechenlands, Yanis Varoufakis, hat den Begriff Technofeudalismus in die öffentliche Debatte eingeführt. Für ihn hat die Privatisierung des Internets und die Dominanz der Big-Tech-Konzerne zur Entstehung von Cloud-Kapital geführt, das klassische Märkte und Profite verdrängt hat. Anstatt durch Produktion Gewinne zu erzielen, extrahieren moderne »Cloudalisten« nun digitale Renten von Nutzern und Unternehmen, was an die Strukturen des historischen Feudalismus erinnert. In unserem Buch werden andere Facetten dieser aufkommenden neuen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung thematisiert. Es ist mehr ein modernes Machtgefüge, in dem Internet-Konzerne und Tech-Oligarchen die Rolle mittelalterlicher Feudalherren übernehmen. In diesem System wird die herkömmliche staatliche oder kirchliche Ordnung durch digitale Infrastrukturen ersetzt: Plattformen fungieren als Throne, Landbesitz wird durch Daten ersetzt und Algorithmen treten an die Stelle von Gesetzen oder kirchlicher Autorität.

    De Lapuente: Das heißt, die neuen Herren regieren zwar ohne Land, aber über alle Länder?

    Hübsch: Anstatt über Territorien zu herrschen, kontrollieren die neuen Feudalherren die digitalen Räume, Infrastrukturen und Entscheidungsprozesse. Tech-Riesen wie Peter Thiel strukturieren durch ihre Firmen (wie PayPal für Finanzen oder Palantir für Datenanalyse) die Kommunikation, das Wissen und die Märkte. Diese Kontrolle erinnert an die Leibeigenschaft, da eine kleine Elite über das Geld, die Macht und den Zugang zur Information verfügt.

    De Lapuente: Das klingt aber doch nach einer neuen Form des Kapitalismus …

    Hübsch: Peter Thiel ist ein Erzkapitalist durch und durch. Seine politischen und unternehmerischen Bestrebungen zielen vor allem darauf ab, »die Welt für den Kapitalismus sicher zu machen«, wie er es selbst gesagt hat. Der Technofeudalismus ist in dieser Lesart nur eine Radikalisierung des Kapitalismus selbst, gewissermaßen die Endstufe: Völlig deregulierte Räume, in denen der Staat selbst zu einem Unternehmen wird. Der demokratisch gewählte Präsident wird abgelöst von einem CEO, der, wie in einem Konzern, absolut, ohne jegliche Kontrolle, herrscht. Der Bürger wird zu einem Kunden, der keine Rechte besitzt. Der Slogan lautet: No rights, but exit. Man hat keine Rechte, nur jenes, auszuwandern. Alles ist auf Effizienz und Produktivität getrimmt. Der Mensch ist nur ein gut funktionierendes Zahnrad in einer gigantischen kapitalistischen Maschinerie, die von Künstlicher Intelligenz angetrieben wird. Ebendies besagt die Ideologie der neoreaktionären Bewegung, die, angeführt vom von Thiel protegierten »Philosophen« Curtis Yarvin, seit Jahren offen antidemokratisch auftritt und propagiert, dass die USA ihre Angst vor einem Diktator überwinden müssten.
    »Wir Menschen wären dann wie Ameisen für die Superintelligenz«

    De Lapuente: Von der KI zeichnet Ihr ein düsteres Bild. Ist es für Euch ausgemachte Sache, dass KI die Welt nur zu einem schlechteren Platz machen kann?

    Hübsch: Mitnichten. Künstliche Intelligenz ist erst einmal nur eine Technologie, die von Menschen eingesetzt wird. Man kann sie auch für die Besserung der sozialen und ökonomischen Verhältnisse einsetzen. Problematisch ist, dass KI, während es das Leben vieler Menschen im heute erleichtert, mittel- und langfristig das Menschliche selbst unterminiert. Kreativität, individueller Ausdruck, das Bemühen und Ringen während des Schaffensprozesses – vieles, was das menschliche Streben auszeichnet, wird von Systemen künstlicher Intelligenz jetzt schon übernommen. Und dabei sind die uns bekannten KI-Systeme noch recht primitiv – glaubt man den Utopisten aus dem Silicon Valley und den Förderern von Künstlicher Intelligenz wie Peter Thiel. Zentral ist, dass die Rolle der Künstlichen Intelligenz sowohl individuell als auch gesellschaftlich systematisch aufgewertet wird, was dazu führen kann, dass wir ihr eine Autorität einräumen, die letztendlich zu einer subtilen Form der Kontrolle und Unterjochung führen kann.

    De Lapuente: Die KI wird uns folglich regieren?

    Hübsch: Eine der Kernthesen des Buches, die sehr minutiös dargelegt wird, ist, dass die KI die Rolle eines technologischen Gottes einnehmen soll: Eine allmächtige, allwissende, den Tod überwindende Kraft, die omnipräsent ist und mit der wir alle verbunden sind. Noch leben wir seit wenigen Jahren mit ChatGPT und ähnlichen Large Language Models (LLM). Wenn die Systeme immer ausgefeilter werden, kann es dazu führen, dass sie wie Filter zwischen dem Menschen und dem Wissen der Welt gelegt werden, sodass wir ganz automatisch immer nur die allmächtige KI befragen, wenn wir etwas wissen wollen – ohne sie jemals zu hinterfragen. Die Frage ist dabei nicht, ob sie tatsächlich allwissend sein wird, sondern die eigentliche Frage lautet: Wer kontrolliert die KI, die dann uns kontrolliert? Es wird so getan, auch von den Vordenkern des Valley, die wir im Buch diskutieren, als wäre die KI der Zukunft ein autonomer Akteur, ein unabhängiges »Subjekt«, das irgendwann superintelligent und unfehlbar sein wird. Doch das ist nur Augenwischerei, ein großes Blendwerk. Die KI selbst wird immer eingesetzt und gesteuert werden von elitären Kräften wie Peter Thiel, die sie verkaufen möchten als neuen Gott, der dann nicht hinterfragt werden darf. Die KI hat definitiv das Potential zu einem neuen Götzen, der, gestützt auf die riesigen Datenmengen, die wir alle produzieren, eine neue Form der Kontrolle ermöglicht, die alles Dagewesene in den Schatten stellt.

    De Lapuente: KI ist für Leute wie Thiel also eine Form von Göttlichkeit?

    Hübsch: Leute wie Peter Thiel tun zumindest so, als würde die kommende künstliche Superintelligenz gottgleiche Fähigkeiten aufweisen. Auch Elon Musk ist besessen von dieser Idee – wie fast alle Tech-Mogule des Valley. Diese Leute haben sehr viel in die Forschung an AGI, also Künstlicher Allgemeiner Intelligenz, investiert. Sie sehnen sich die sogenannte technologische Singularität herbei. Das ist der hypothetische Zeitpunkt, an dem der Mensch eine künstliche Superintelligenz erschafft, die sich ohne menschliche Hilfe selbstständig weiterentwickelt. Es wird eine »Explosion« der Intelligenz erwartet, bei der Maschinen ihre eigenen Fähigkeiten rekursiv verbessern und den Menschen weit übertreffen. Wir Menschen sind dann wie Ameisen für diese Intelligenz – oder im besten Fall wie Tiere, die man im Zoo hält.
    »Wenn der Mensch Elemente einer Maschine hat, kann er besser gesteuert werden«

    De Lapuente: Ich spüre im Alltag wenig von einer wirklich intelligenten künstlichen Intelligenz …

    Hübsch: Viele sehr profilierte KI-Wissenschaftler sehen in diesem Glauben an die Superintelligenz auch nur einen Betrug. Noch gäbe es keine Spur einer solchen Intelligenz, im Gegenteil, LLM wie ChatGPT könnten aus wissenschaftlicher Sicht niemals zur Superintelligenz führen. Für mich persönlich ist das Geraune um eine gottgleiche KI nur ein listiges Manöver, um den Ausbau und die Investitionen in KI zu legitimieren. Sowie die religiöse Aufladung der KI auch dazu dient, ihr eine Legitimation und Autorität zu verleihen, die sie eigentlich nicht hat. Die eigentliche Funktion der KI besteht für mich vor allem aus dem Verarbeiten der riesigen Datenmengen und einer Herrschaft der von ihr gesteuerten Algorithmen, durch die das Individuum besser kontrolliert werden kann. Wichtiger als die Rhetorik um die KI ist das, was mit ihr im Hier und Jetzt angestellt werden kann. Und das sind dann Dinge, die Peter Thiel mit seiner Überwachungsfirma Palantir macht: Daten schürfen, um Zielobjekte zu erfassen. KI-gestützte Kriegsführung, umfassende Einsicht in das Verhaltensprofil eines jeden Menschen.

    De Lapuente: Menschen könnten zu Maschinen werden: So hast Du Peter Thiel und sein Werk deinem kleinen Sohn erklärt. Man muss das doch als Metapher verstehen, oder?

    Hübsch: Nein, es ist wortwörtlich zu verstehen. Peter Thiel ist ein Transhumanist, der glaubt, wir könnten durch Technologie zu verbesserten, optimierten Menschen werden – oder aber wir könnten diesen biologischen Körper vollends hinter uns lassen. Wir sind dann Maschinen-Menschen. Hinter diesem schwierigen Wort – Transhumanismus – versteckt sich eigentlich etwas ganz Banales: Wenn der Mensch Elemente einer Maschine hat, kann er besser gesteuert werden. Diese transhumanistische Idee eines Übermenschen hat zwei Seiten: Für Eliten wie Peter Thiel ist es ein technologisches Upgrade, durch das sie potentiell ewig Leben können. Für den gemeinen Pöbel bedeutet die Verschmelzung mit der Maschine vor allem eine Steuerbarkeit von außen.

    De Lapuente: War die Steuerbarkeit immer das Ziel der KI-Forschung?

    Hübsch: Diese Ideen zirkulieren schon lange im Dunstkreis um das Silicon Valley: Ziel ist die tatsächliche Anbindung eines jeden Menschen an das »Internet« oder an die gottgleiche Künstliche Intelligenz. Und wir sind ja eigentlich schon recht weit fortgeschritten in diesem Prozess: Wir tragen Smartphones und Smartwatches durchgehend mit und an uns und werden nervös, wenn wir mal nicht online sind. Der nächste Schritt geht dann unter die Haut, wenn durch Nanorobotik und Chips eine sogenannte Bio-Digitale-Konvergenz herbeigeführt wird, etwas, wovon Ray Kurzweil, der wichtigste transhumanistische Vordenker des Valleys und jahrelange Chefentwickler bei Google, schon lange spricht. Eventuell wird dadurch unser Leben ja besser, wenn wir direkt mit unserem Gehirn an die Cloud und an KI angeschlossen sind. Gleichwohl öffnet sich dadurch auch die Büchse der Pandora, weil zwangsläufig auch eine Kontrolle und Steuerung von außen ermöglicht sein würde. Dies würde tatsächlich auf einen Autonomieverlust des Menschen hinauslaufen – und wir wären von außen steuerbare Roboter.
    »Thiel ist tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes antihumanistisch eingestellt«

    De Lapuente: Thiel ist ein Mysterium, vieles weiß man von ihm nicht: Was hat Euch persönlich am meisten erschreckt während Eurer Recherche?

    Hübsch: Die Verachtung für den Menschen. Und das in jeglicher Hinsicht. Politisch will er die Demokratie abräumen – und das propagiert er schon seit Jahren. Und biologisch will er den Menschen überwinden – er ist nur eine mängelbehaftete Fleischmaschine, die ein neues technologisches Upgrade benötigt. Das Erschreckende an all dem ist, dass er, als unfassbar mächtiger Strippenzieher, dies alles auch ganz offen in seinen Interviews oder philosophischen Erörterungen sagt. Thiel ist tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes antihumanistisch eingestellt.

    De Lapuente: Was sollte der Leser konkret anders machen, nachdem er Euer Buch gelesen hat? Oder anders gefragt: Kann man sich den Tech-Giganten und ihren Visionen und Planungen, also solchen Leuten wie Peter Thiel, überhaupt als Privatmensch entziehen?

    Hübsch: Ich glaube, die Kraft dieses Buches liegt darin, dass man hinterher, so hoffen wir, besser versteht, was die uns beherrschende Technologie eigentlich ist. Und wenn man das durchdrungen hat, eröffnen sich auch Räume, sich dem schädlichen Einfluss zu entziehen. Ich bin der Überzeugung, dass die rationale Durchdringung eines Sachverhalts zu Aha-Effekten führen kann, die dann auch eine tatsächliche Veränderung der Lebensführung bewirken. Das Problem der heutigen Zeit ist, dass wir häppchenweise mit so vielen Informationen überflutet werden, dass ein Wandel durch Erkenntnis kaum mehr möglich ist. Wir sind mehr affektgesteuert als tatsächlich rational von einer Sache überzeugt – und verändern unsere Gewohnheiten dann darauf aufbauend. Das Buch bietet, denke ich, so einige Aha-Effekte, da es sich sehr intensiv mit der Ideologie der Technologie und dem Aufbau der gegenwärtigen und zukünftigen digitalen Kontrollinfrastruktur beschäftigt. Und wenn man diese uns umgebenden Herrschaftssysteme tatsächlich rational durchdrungen und somit auch entzaubert hat, eröffnen sich viele Exit-Strategien, die vor allem in einer geistigen Autonomie liegen – in einem Dasein jenseits der Herrschaft der Algorithmen.

    Tariq Hübsch, geboren 1983, studierte Politikwissenschaft und Germanistik an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine Magisterarbeit trug den Titel „Dialektik der Anerkennung. Das Streben nach Anerkennung zwischen Selbstverwirklichung und Entfremdung“. Derzeit lehrt er deutsche Kulturgeschichte an einer theologischen Privathochschule in Riedstadt. Seit 2022 ist er Teil von Grenzgänger Studios, wo er politische und gesellschaftliche Entwicklungen kommentiert. Hübsch hat vier Kinder und lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

    #USA #impérialisme #technofeudalisme #objectivisme #transhumanisme #singularité #capitalisme

  • Report : ICE Using Palantir Tool That Feeds On Medicaid Data
    https://www.eff.org/deeplinks/2026/01/report-ice-using-palantir-tool-feeds-medicaid-data

    Dans sa chasse aux immigrés le gouvernement Trump cible surtout les pauvres. Au premier regard on n’y découvre rien de nouveau mais avec l’entrée en jeux des données médicales les administrations états-uniennes n’ont plus rien à envier aux praticiens de la rampe d’Auschwitz. On se rappelle que les SS n’y furent que les sbires des médecins rois incontestés de l’univers d’extermination de races et d’individus impurs.

    A la différence avec les nazis antisemites les trumpistes visent les pauvres superflus sans égard de leurs « race » mais selon les critères de leur apôtre ultra-libérale Ayn Rand. La « race » ne jouant pas de rôle particulier dans cette idéologie les tradictions racistes du pays de la liberté y entrent d’une manère assez convenable par l’arrière-porte.

    Vu que le racisme des États Unis a toujours été une idéologie de l’extermination on peut qualifier le pouvoir actuel du pays comme hyper-génocidaire. C’est un Leviathan qui dévore toute vie hors des forteresses de la Terre Promise. Le projet national-socialiste de la génération de mes grand-parents n’a été que celui d’apprentis sorciers en comparaison avec ce qui est en train d’être déployé par les mégalomanes d’outre -Atlantique.

    Rappellez-vous du monument idéal du libéralisme exterminateur Georgia Guidestones .
    https://en.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones#Inscriptions

    Maintain humanity under 500,000,000 in perpetual balance with nature.

    On nous y annonce un avenir glorieux.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones#Inscriptions

    15.1.2026 by Josh Richman - EFF last summer asked a federal judge to block the federal government from using Medicaid data to identify and deport immigrants.

    We also warned about the danger of the Trump administration consolidating all of the government’s information into a single searchable, AI-driven interface with help from Palantir, a company that has a shaky-at-best record on privacy and human rights.

    Now we have the first evidence that our concerns have become reality.

    “Palantir is working on a tool for Immigration and Customs Enforcement (ICE) that populates a map with potential deportation targets, brings up a dossier on each person, and provides a “confidence score” on the person’s current address,” 404 Media reports today. “ICE is using it to find locations where lots of people it might detain could be based.”

    The tool – dubbed Enhanced Leads Identification & Targeting for Enforcement (ELITE) – receives peoples’ addresses from the Department of Health and Human Services (which includes Medicaid) and other sources, 404 Media reports based on court testimony in Oregon by law enforcement agents, among other sources.

    This revelation comes as ICE – which has gone on a surveillance technology shopping spree – floods Minneapolis with agents, violently running roughshod over the civil rights of immigrants and U.S. citizens alike; President Trump has threatened to use the Insurrection Act of 1807 to deploy military troops against protestors there. Other localities are preparing for the possibility of similar surges.

    Different government agencies necessarily collect information to provide essential services or collect taxes, but the danger comes when the government begins pooling that data and using it for reasons unrelated to the purpose it was collected.

    This kind of consolidation of government records provides enormous government power that can be abused. Different government agencies necessarily collect information to provide essential services or collect taxes, but the danger comes when the government begins pooling that data and using it for reasons unrelated to the purpose it was collected.

    As EFF Executive Director Cindy Cohn wrote in a Mercury News op-ed last August, “While couched in the benign language of eliminating government ‘data silos,’ this plan runs roughshod over your privacy and security. It’s a throwback to the rightly mocked ‘Total Information Awareness’ plans of the early 2000s that were, at least publicly, stopped after massive outcry from the public and from key members of Congress. It’s time to cry out again.”

    In addition to the amicus brief we co-authored challenging ICE’s grab for Medicaid data, EFF has successfully sued over DOGE agents grabbing personal data from the U.S. Office of Personnel Management, filed an amicus brief in a suit challenging ICE’s grab for taxpayer data, and sued the departments of State and Homeland Security to halt a mass surveillance program to monitor constitutionally protected speech by noncitizens lawfully present in the U.S.

    But litigation isn’t enough. People need to keep raising concerns via public discourse and Congress should act immediately to put brakes on this runaway train that threatens to crush the privacy and security of each and every person in America.

    hyper- | Dictionnaire de l’Académie française | 9e édition
    https://www.dictionnaire-academie.fr/article/A9H1280

    #USA #ICE #intelligence_artificielle #génocide #iatrocratie #surveillance #vie_privée #xénophobie #racisme #objectivisme #expulsion #immigration

  • Comment les #cartes sont devenues des #contre-pouvoirs pour redessiner le monde

    Luttes écologistes, défense des libertés, mouvements féministes… Longtemps réservée aux puissants, la cartographie se réinvente sous l’impulsion de collectifs citoyens, de chercheurs, de journalistes et d’artistes. Un mouvement critique ancré dans une riche histoire théorique.

    Des îlots de forêt sillonnés par des camions de rondins et cernés par des usines de papier et de pellets, d’où surgit un impressionnant crapaud sonneur à ventre jaune, une espèce protégée. C’est ainsi que des habitants de la Montagne limousine ont représenté « leur » massif forestier, à la croisée de la Corrèze, de la Creuse et de la Haute-Vienne.

    Coéditée par IPNS, le journal d’information et de débat du plateau de Millevaches, et la maison d’édition associative A la criée, située à Nantes, la carte au format papier n’est pas destinée aux randonneurs ou aux touristes de passage. En mêlant #dessins et #récits, elle « vise à questionner les dynamiques forestières », explique #Frédéric_Barbe, géographe, artiste et membre de l’association, et donne à voir ce que les cartes institutionnelles ne montrent pas : l’industrialisation d’un territoire, la tristesse des riverains face aux coupes rases et leur volonté d’un autre avenir pour la #forêt.
    La publication fait partie de la douzaine de « #cartes_de_résistance » produites en dix ans par l’éditeur, vendues à prix bas ou libre avec un certain succès. La conception est toujours collective, menée à l’initiative ou au plus près des habitants, avec le soutien d’un géographe et d’un graphiste. La première, celle de la ZAD de Notre-Dame-des-Landes (Loire-Atlantique), en février 2016, est épuisée après cinq tirages et plus de 20 000 exemplaires diffusés. Celle des Jeux olympiques de Paris, en partenariat avec le collectif local Saccage 2024, raconte le revers de la médaille des JO, les expulsions d’habitants à Saint-Denis (Seine-Saint-Denis) et les morts d’ouvriers sur les chantiers du Grand Paris.
    Ces productions rompent délibérément avec les conventions graphiques de la cartographie institutionnelle. « La carte n’est pas le #territoire, mais invite à le penser, affirme l’éditeur. C’est un outil d’#éducation_populaire, simple et pas cher, que l’on peut afficher au mur ou poser sur une table pour réfléchir ensemble à la façon dont on veut vivre sur cet espace. »
    Un vent de rébellion souffle sur la cartographie, une discipline pourtant perçue comme technique et très codifiée. Un foisonnement d’initiatives et de réflexions a émergé depuis une quinzaine d’années, dont il est difficile de cerner les contours, tant il exprime une variété d’intentions, de méthodes et de productions. « Je travaille dans ce domaine depuis trente-cinq ans, et je n’arrive pas à suivre le rythme de toutes les initiatives », s’exclame #Philippe_Rekacewicz, chercheur associé au département des sciences sociales de l’université de Wageningue (Pays-Bas) et l’une des figures françaises de ce courant.

    Pour la « #justice_spatiale »

    Cet ex-journaliste au Monde diplomatique se réclame d’une pratique « radicale » de la discipline, d’autres préfèrent se dire « critiques », d’autres encore ont adopté le terme de « #contre-cartographie ». Ces démarches, à la croisée des sciences, des arts, de la politique et de militantisme social, partagent un socle commun, celui de vouloir renverser le #pouvoir_des_cartes et les mettre au service d’une forme de « justice spatiale ». Luttes écologistes et urbaines, défense des libertés et des droits humains, mouvements féministes… Associations et collectifs contestent les représentations institutionnelles, se réapproprient l’espace ou montrent des réalités jusque-là invisibilisées. Elles sont souvent soutenues par des cartographes reconnus, et s’inscrivent dans une riche réflexion théorique et un « dialogue ancien entre le champ académique et les pratiques sociales », constate #Irène_Hirt, professeure au département de géographie et environnement de l’université de Genève (Suisse).
    De fait, ces pratiques contestataires trouvent leurs racines dans l’histoire même de la discipline. La géographe #Françoise_Bahoken, coautrice avec Nicolas Lambert de Cartographia. Comment les géographes (re)dessinent le monde (éditions Armand Colin, 2025), en date les prémices dès la fin du XIXe siècle, alors que la cartographie occidentale s’est imposée comme un modèle de scientificité, d’abord avec la précision des mesures, puis avec l’essor de la géographie quantitative liée à l’utilisation de données statistiques.

    Dès les années 1880, le géographe allemand #Ernest_George_Ravenstein s’empare du recensement de la population britannique pour infirmer l’idée selon laquelle les populations migrantes se déplaceraient de façon anarchique. Un peu plus tard, le sociologue afro-américain W. E. B. #Du_Bois visualise, à l’occasion de l’Exposition universelle de Paris de 1900, les « lignes de couleur » qui divisent la société américaine, démontrant, cartes et graphiques à l’appui, comment le racisme empêche toute égalité sociale.

    Il faut cependant attendre les années 1960 pour que ces travaux commencent à se diffuser, grâce à deux figures respectées de la profession, les géographes #David_Harvey et #William_Bunge (1928-2013). Le premier crée un courant d’inspiration marxiste, désigné sous le nom de « #géographie_radicale », qui s’attache à analyser la façon dont le capitalisme modèle les #inégalités_spatiales. Le second décide, en 1968, de rompre avec l’approche quantitative lorsqu’il prend conscience de son rôle dans les politiques urbaines ségrégationnistes aux Etats-Unis.

    Avec #Gwendolyn_Warren, leader militantiste des droits civiques de la communauté noire de Detroit (Michigan), William Bunge développe, dans cette ville ouvrière du nord des Etats-Unis, un projet de recherche géographique fondé sur l’enquête de terrain, embarquant dans l’aventure plusieurs centaines de jeunes habitants, femmes et hommes, du quartier noir de Fitzgerald. Pour Warren et Bunge, former les résidents à documenter les #logiques_spatiales, c’est démocratiser l’exercice du pouvoir. Ces « #expéditions_géographiques » conduiront à la publication d’un livre (Fitzgerald : Geography of a Revolution, Cambridge, 1971) sur les processus de paupérisation et d’exclusion du quartier.
    Ce sont toutefois les travaux d’un historien, #John_Brian_Harley (1932-1991), qui, à la fin des années 1980, opèrent un tournant théorique majeur. Dans son article fondateur, « Deconstructing the Map » (Cartographica, 1989), il invite à lire les cartes non comme de simples reflets du réel, mais comme des constructions sociales, traversées par des #rapports_de_pouvoir. La carte est une construction située dans le temps et dans l’espace, affirme-t-il, dont « une grande part du pouvoir (…) est qu’elle opère sous le masque d’une science en apparence neutre. Elle cache et nie sa dimension sociale en même temps qu’elle la légitime ».

    L’historien identifie un double pouvoir derrière l’outil : celui du cartographe ou de son commanditaire, qui décide de ce qui est représenté par le biais de choix multiples (projection, échelle, toponymes…), mais aussi un pouvoir interne, propre à la carte elle-même. Non seulement elle n’est pas neutre, mais elle est performative : elle agit sur nos #imaginaires et induit des #représentations. « Pour Harley, il faut absolument analyser d’un côté les intentions et les choix politiques de l’auteur, et de l’autre les usages, la façon dont la carte peut être instrumentalisée pour penser un territoire », souligne le géographe et chercheur au CNRS #Matthieu_Noucher.

    Ces réflexions, ainsi que l’ambitieuse History of Cartography que John Brian Harley dirige avec David Woodward (Presse de l’université de Chicago) à la même époque – le premier volume est publié en 1987 –, provoquent un choc méthodologique durable. La mise en lumière des formats multiples des cartes non occidentales contribue à décentrer le regard et à éclairer la dimension partielle et politique de toute représentation spatiale.

    Mythe de la #terre_vierge

    Cette prise de conscience va inspirer de nombreuses études en sciences sociales, notamment sur le rôle central de la cartographie dans l’#histoire_coloniale. « Elles montrent que, du XVIIe au XIXe siècle, la carte a servi à créer le mythe de la #terra_nullius, la terre vierge inhabitée, pour justifier les #conquêtes_coloniales en accréditant l’idée de territoires vides d’hommes et de femmes », explique Matthieu Noucher. Le chercheur s’est attaché à analyser le « #blanc_des_cartes », voire leur « #blanchiment » lorsqu’il s’agit d’effacer les rares mentions de populations autochtones. Ainsi, en Guyane, une première carte française notifie, en 1732, la présence de « nations indiennes » sur le territoire, une formule remplacée trois décennies plus tard par la mention de « belles et très fertiles plaines que doit habiter la nouvelle colonie française ». Entre-temps, la France a perdu ses possessions canadiennes et a décidé de fonder une colonie de peuplement en Guyane.
    L’approche critique ne se limite pas à questionner la carte comme représentation dominante. A partir des années 1970, l’outil lui-même est réinvesti par les communautés autochtones pour défendre leurs droits territoriaux face aux projets extractivistes. Pour les communautés locales d’Amérique du Sud, d’Asie, d’Afrique et d’Océanie, produire des cartes devient une stratégie de #résistance à l’industrialisation des terres, comme en Colombie-Britannique (Canada) contre la construction de pipelines de gaz et de pétrole. En 1995, la sociologue américaine #Nancy_Lee_Peluso forge le terme de « #contre-cartographie » pour désigner cette production destinée à contester les structures de pouvoir.

    Ces « contre-cartes » interrogent aussi la dimension culturelle des #méthodes utilisées, et du même coup les frontières de la science occidentale. « La contre-cartographie invite en effet à une #décolonisation des savoirs géographiques qui ne se matérialisent pas tous sous forme d’images. Ils peuvent se transmettre par la parole, le chant, la danse, la sculpture ou les rêves, intimement liés aux pratiques et aux territoires de la chasse ou de la pêche, souligne Irène Hirt, qui a accompagné des communautés mapuche au Chili et innu au Québec dans la reconstitution de leur milieu de vie. Loin d’être vides comme le disent les cartes, ces terres sont pleines de toponymes, de lieux de rassemblement ou de sépultures, de sentiers de portage et de routes de migration humaine et non humaine. »

    A l’aube des années 2000, la généralisation des outils numériques ouvre un nouveau chapitre. L’essor des techniques de la géomatique (systèmes d’information géographique – SIG –, GPS, télédétection, etc.) et l’accès à de larges bases de données transforment profondément la cartographie conventionnelle. La géovisualisation devient en quelques années l’alliée indispensable de l’organisation des territoires. « Avec l’arrivée de l’application cartographique Google Maps en 2005, on a vu ressurgir une forme de croyance aveugle dans l’objectivité des données, et dans leur capacité à livrer en temps réel une image exacte du territoire », constate Matthieu Noucher.

    Les algorithmes et leur vision du monde

    Cette rupture renouvelle radicalement les enjeux de pouvoir. « Pour prendre au sérieux la proposition de John Brian Harley, il faut désormais s’intéresser aux fonctionnements des #algorithmes, des #bases_de_données et des applications », prévient le géographe. Et comprendre comment ces programmes, loin d’être neutres, imposent eux aussi une vision du monde. L’auteur de Blancs des cartes et boîtes noires algorithmiques (CNRS Editions, 2023) analyse les choix et les silences de modèles économiques fondés sur la publicité, qui « conduisent à privilégier, par exemple, l’affichage des commerces et à ignorer les milieux vivants ».

    Le « blanc des cartes », affirme Matthieu Noucher, prend un tout autre sens avec la personnalisation algorithmique et les bulles de filtre qui imposent désormais des réalités différentes selon le profil des utilisateurs, leur pays et leurs usages. Ainsi, Google Maps adapte son affichage en fonction du contexte politique et géographique du pays. « Depuis la décision de Donald Trump de remplacer l’appellation “golfe du Mexique” par “golfe d’Amérique”, un écolier américain ne voit plus la même carte qu’un élève mexicain », regrette le géographe.

    Cette personnalisation enferme les individus dans des visions fragmentées de l’espace, où commerces, infrastructures et frontières symboliques sont hiérarchisés différemment pour chacun. Ce basculement marque une rupture : « En se substituant aux organismes nationaux et internationaux chargés de réguler les noms et les représentations des lieux, les grandes plateformes numériques imposent progressivement leurs propres logiques, souvent guidées par des intérêts économiques ou géopolitiques », alerte le chercheur. Alors que la carte constituait jusque-là un #bien_commun et un support partagé indispensable au débat démocratique, « elle tend désormais à devenir un objet individualisé, soumis à une postsouveraineté cartographique dominée par les géants du numérique, au risque d’éroder toute représentation collective de l’espace ».

    Confrontées à ces évolutions, les approches critiques se sont, elles aussi, renouvelées. La démocratisation d’outils de plus en plus accessibles et participatifs a renforcé les pratiques alternatives. Lancé en 2004, le projet collaboratif de cartographie en ligne #OpenStreetMap, créé et mis à jour par des bénévoles du monde entier, et dont les données géographiques sont ouvertes à tous, reste « l’exemple le plus abouti de la contestation de la mainmise d’une multinationale comme #Google sur les représentations géographiques du monde », estime #Nicolas_Lambert, ingénieur en sciences de l’information géographique au CNRS. Ce spécialiste de la #géovisualisation a rejoint Migreurop en 2009, un réseau d’experts et d’une cinquantaine d’associations de défense des droits humains, qui « documente » et « dénonce » les effets des politiques migratoires européennes à travers la publication d’atlas « engagés ».

    Les initiatives de cartographie critique se développent aujourd’hui dans une grande diversité de contextes, d’échelles et de formes. Elles peuvent être individuelles ou collectives, concerner un quartier, un pays ou avoir une portée internationale, s’inscrire dans le cadre de travaux académiques, de luttes politiques ou d’enquêtes journalistiques, ou encore entremêler tout cela à la fois.
    De nombreuses productions s’appuient sur des données statistiques, tandis que d’autres ont recours à des approches dites « sensibles », qui visent à réinscrire les #expériences_vécues au cœur des #représentations_spatiales. Cette cartographie fondée sur les #sens et les #émotions s’est développée à travers les marches exploratoires de femmes, créées dans les années 1990 au Canada, à Toronto et à Montréal, puis organisées en France depuis une dizaine d’années. Angoisse, peur, sentiment de sécurité ou de confort deviennent autant d’éléments traduits en symboles graphiques. En rendant visibles les expériences de l’#espace_public différenciées selon le #genre, ces marches ont fait de la carte un outil pour repenser l’aménagement urbain et lutter contre les violences, mais aussi un levier d’émancipation. « S’inscrire dans l’espace symbolique de la carte revient à se réapproprier l’espace, à forcer la reconnaissance de soi et à exister aux yeux des autres », se réjouit l’historienne Nepthys Zwer, autrice de Pour un spatio-féminisme. De l’espace à la carte (La Découverte, 2024).

    « #Cartes_mentales » des émotions

    Dans ce contexte, le recours à des modes d’expression créatifs (collage, dessin, broderie) facilite la participation de publics peu familiers des codes classiques. A Grenoble, des « rencontres cartographiques » entre migrants, chercheurs en sciences sociales et artistes, organisées dans les locaux de l’association Accueil Demandeurs d’asile, ont permis de collecter les récits de parcours migratoires par le dessin, la broderie et même la sculpture de l’argile à travers des « cartes mentales » des émotions, comme l’ont montré les travaux des géographes #Sarah_Mekdjian et #Anne-Laure_Amilhat-Szary.

    Dans cette perspective, la #subjectivité de la démarche est clairement revendiquée. Mais ces approches soulèvent aussi des questions : que peuvent apporter ces représentations à des pratiques plus conventionnelles ? Quelle place leur accorder dans une discipline formalisée ?

    « Parce qu’elle légitime et réhabilite les attachements et l’expérience empirique qu’ont les individus d’un territoire, la contre-cartographie est forcément subjective, comme toute carte d’ailleurs », souligne Nepthys Zwer. Elle se réclame d’un double héritage : celui de John Brian Harley, pour qui la carte n’est jamais neutre, et celui de la philosophe féministe américaine #Donna_Haraway, pour qui « toute #objectivité est toujours produite à partir d’un “#savoir_situé” ». Pour autant, « ces pratiques ne peuvent se réduire à un outil de lutte politique, prévient l’historienne. Elles font partie intégrante de la discipline qu’elles complètent et enrichissent, et doivent à ce titre être évaluées comme les autres ».

    C’est aussi l’avis de Philippe Rekacewicz, qui a choisi de son côté d’abandonner le terme de « contre-cartographie », parce qu’il « peut être interprété comme s’opposant à la cartographie conventionnelle ». « Or, nous utilisons les mêmes règles, nos méthodes d’enquête et d’entretien sont celles de la géographie qualitative et des sciences humaines en général. Ce qui change, c’est l’#intention, la volonté de déconstruire le discours du pouvoir et de rendre visible ce qu’il ne souhaite pas montrer », explique-t-il.

    Néanmoins, pour Françoise Bahoken, il faut différencier les cartes des « images et autres représentations de territoire ». « Certes, aucune représentation n’est objective par définition, mais la cartographie en tant que discipline scientifique s’appuie sur des théories et des méthodes, des dispositifs et des principes, et tend vers l’objectivité. Certaines approches ne sont pas scientifiques, ce qui ne veut pas dire qu’elles ne sont pas importantes, puisqu’elles permettent à des non-spécialistes de s’emparer des questions d’inégalité spatiale. »

    Planisphères et contre-cartes

    Longtemps marginal, le mouvement commence à se faire une place à l’université. « La cartographie critique fait l’objet de travaux académiques aujourd’hui largement reconnus et qui suscitent des vocations », affirme Nicolas Lambert. A l’université de Tours, un cursus de cartographie expérimentale a vu le jour au sein du département de géographie où des étudiants s’initient à des ateliers de #cartographie_sensible, tandis que d’autres universités comme Bordeaux et Grenoble proposent, elles aussi, des ateliers.

    De son côté, l’approche critique numérique fait l’objet d’un intérêt croissant, avec la prise de conscience de la puissance et de l’opacité des boîtes noires algorithmiques et du besoin de méthodes pour analyser leur fonctionnement. L’Agence nationale de la recherche finance désormais des projets dans ce domaine. « Un vrai progrès », se réjouit Matthieu Noucher, qui anime un groupe de travail autour des approches critiques au sein du réseau Magis, principalement composé de géomaticiens, ces spécialistes des données et des systèmes d’information géographique, et premiers concepteurs de cartes. « Jusque-là, les acteurs de la cartographie critique et ceux de la production de cartes officielles ne se parlaient pas beaucoup. Le principal enjeu aujourd’hui est de faire dialoguer les points de vue pour enrichir les modes de représentation », souligne le géographe.

    Le chercheur prépare, pour juin, à Bordeaux, une exposition à la croisée des arts et des sciences, qui fera dialoguer différentes représentations spatiales de la planète : des planisphères et des contre-cartes des Attikamek du Québec, des globes terrestres numériques à la manière de Google Earth et des sculptures de communautés autochtones kali’na de Guyane. Une autre façon de construire des ponts entre différentes visions du monde.

    https://www.lemonde.fr/idees/article/2026/01/02/comment-les-cartes-sont-devenues-des-contre-pouvoirs-pour-redessiner-le-mond
    #cartographie #visualisation #cartographie_radicale #cartographie_critique #pouvoir #performativité
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  • Le mythe de la bonne IA

    Dans une perspective décoloniale, il n’y a pas de bonne IA, estime le philosophe #Arshin_Adib-Moghaddam. Lecture.

    « La société délirante dans laquelle nous vivons ressemble à un #mensonge parfaitement mis en scène que l’on nous persuade d’accepter comme une réalité », estime Arshin Adib-Moghaddam dans son livre The myth of good AI : a manifesto for critical Artificial intelligence (Le mythe de la bonne IA : un manifeste pour une intelligence artificielle critique, Manchester university press, 2025, non traduit). Cette société délirante n’est pas le produit de l’IA, constate pourtant le professeur de philosophie et codirecteur du Centre pour les futurs de l’IA de l’université de Londres. Mais, l’IA vient la renforcer parce qu’elle « floute les lignes de nos modes de compréhension de la vérité et du mensonge, du #pouvoir et de la résistance, de la subjectivité et de l’objectivité, de la science et de la fiction ». Ce qui change avec l’IA, c’est que Big Brother n’est plus une autorité qui nous contrôle de l’extérieur, mais une perturbation qui vient altérer nos #facultés_cognitives elles-mêmes.

    Pour Arshin Adib-Moghaddam, ni Orwell, ni Foucault ne peuvent nous aider à saisir le monde actuel. L’assaut contre notre #autonomie est massif, à l’image du projet délirant de #Torre_Centilena à #Ciudad_Juarez, équipée de 1791 lecteurs de plaques d’immatriculation, 74 drones et 3000 caméras panoramiques pour surveiller la frontière américano-mexicaine à perte de vue. Le pouvoir n’est plus incarné. « Le pouvoir est en train de devenir liquide, il prend la forme de tout ce qu’il colonise et devient quasiment invisible ». Le régime de #surveillance est en passe de devenir « microbien ». C’est-à-dire que non seulement il est partout, qu’il est intégré au plus profond de nous, mais qu’il tend à exercer un #contrôle_total, partout, tout le temps en étant totalement intrusif et en régissant jusqu’à notre psychisme même. Adib-Moghaddam parle de « #psycho-codification » du monde pour évoquer cette #intrusion inédite des méthodes qui altèrent jusqu’à ce que l’on pense, jusqu’à nos intentions disions-nous récemment. Cette intrusion nous entraîne dans une #guerre_posthumaine, entre les humains et les machines. Nous sommes désormais la cible de #drones, de #machines, d’#algorithmes qui s’en prennent à nos individualités mêmes. Partout, le meurtre et la torture s’étendent sans avoir plus de comptes à rendre, à l’image de la police des frontières américaines, ICE, qui déploie son emprise, comme d’autres armées et d’autres polices, via des machines de surveillances totalitaires. Comme le pointait pertinemment le journaliste Olivier Tesquet suite aux révélations que l’ICE aurait arrêté plus de 75 000 personnes aux Etats-Unis sans historique criminel (soit un tiers des 220 000 personnes arrêtées depuis 9 mois) : « plus l’ICE s’appuie sur #Palantir pour « rationaliser » l’appareil répressif, plus les arrestations deviennent arbitraires. Ce n’est pas un bug mais une fonctionnalité : la machine produit la catégorie d’indésirables dont l’administration Trump a besoin ».

    Derrière ces transformations bien réelles, l’IA les prolonge encore, en s’en prenant à nos sens mêmes, jusqu’à nous faire douter de la réalité même.

    Derrière cette société délirante, il faut entendre qu’il y a une « utilisation infâme » des technologies. De la reconnaissance faciale qui criminalise les #minorités raciales aux logiciels de récidives qui discriminent les populations racisées aux scores de risques qui refusent des aides et des prêts aux populations minorisées et pauvres… une même #oppression se déploie pour renforcer et cimenter les #inégalités_structurelles de la société.

    Dans ce contexte, estime Arshin Adib-Moghaddam, on entend beaucoup parler d’#éthique, d’IA responsable, qui serait à même, bientôt, demain, de réparer les systèmes et « d’atténuer les dommages ». Mais l’IA peut-elle être éthique ?

    L’IA peut-elle être éthique ?

    Non répond le philosophe. L’IA est là pour imposer sa #terreur, comme le disaient Hagen Blix et Ingeborg Glimmer. L’IA est là pour produire de l’#incertitude, de l’#angoisse, et cette peur est une méthode de #gouvernance. « L’IA augmente la capacité de ceux qui l’utilisent à nous terrifier, dans un but de #contrôle, de #surveillance et de #profit ». L’écrivain iranien Jalal Al-e Ahmad parle de « #westoxification » (contraction entre West, l’Occident, et intoxication pour désigner une forme d’absorption toxique, de submersion par la #culture_occidentale – le terme a été traduit en français en « #occidentalité ») pour désigner l’oppression de la modernité occidentale, comme le chercheur et sociologue péruvien Anibal Quijano dénonce la « #colonialité », c’est-à-dire le fait que les rapports de pouvoir colonialistes perdurent notamment depuis les technologies.

    Dans son livre, Arshin Adib-Moghaddam commence par débugger le discours des machines éthiques. Les fondations idéologiques de la science sont dysfonctionnelles, rappelle le philosophe. La science a accompagné le projet politique de la #modernité, comme l’expliquaient Ulises A. Mejias et Nick Couldry dans Data Grab (voir notre recension). Les Lumières ont transformé le #racisme en science. Et l’IA n’est qu’une extension d’un #système_techno-colonial, remanié par le #néofascisme en cours.

    L’idée même d’éthique est poreuse à ces idées problématiques, explique-t-il. L’éthique se présente comme un mécanisme universel, mais oublie que cette philosophie qui pense pouvoir rendre nos machines et nos actions responsables, est une pensée spécifique, historique, contingente à la philosophie occidentale… Et qui l’est d’autant plus qu’elle a oublié les apports des autres philosophies. Arshin Adib-Moghaddam évoque nombre de philosophes asiatiques, arabes ou juifs effacés de la tradition philosophique au profit des philosophes grecs et européens. « Les façons de poser les questions éthiques autrement ont été balayées ». Pour les thuriféraires de l’IA, la vénération de sa puissance tourne à la #religion. Mais si la machine peut-être Dieu, ce #fondamentalisme s’annonce aussi dangereux que l’extrémisme religieux, prévient Arshin Adib-Moghaddam. Pourtant, qui s’inquiète de l’interfaçage des machines à nos cerveaux, du devenir posthumain que nous promettent les développeurs de l’IA ? Kant, Hume ou Locke, ces grands penseurs de l’Occident, ont tous tenu des propos racistes, ont tous défendu l’idée que les barbares devaient être civilisés par les Européens. Et ces grandes pensées occidentales sont celles-là même qui viennent alimenter de leurs données l’IA moderne. « L’IA est ethnocentrée et cet #ethnocentrisme ne sera pas corrigé par les données », par l’amélioration des traitements ou par un sursaut éthique. Les manuels d’éthique doivent être réécrits, estime Adib-Moghaddam, qui invite à partir d’autres philosophies pour bâtir d’autres IA.

    L’IA : machine à discriminer

    Arshin Adib-Moghaddam dénonce le terme de #biais qui a colonisé la critique de l’IA. Les biais sont un terme bien dépolitisé pour évoquer l’#oppression_structurelle inscrite dans les #données, dans notre histoire. Le racisme des sociétés occidentales a été intériorisé dans une « #géopolitique_eugéniste » qui ne domine pas seulement les relations internationales ou économiques, mais qui psycho-codifie jusqu’à nos corps et nos esprits. Le #racisme a été la stratégie impériale et scientifique qui a encore des effets quotidiens, qui inocule nos outils, comme la #médecine, qui tue encore des patientes et des patients parce qu’elles et ils sont noirs, parce qu’elles sont des femmes et parce que les #données_médicales ne sont pas collectées sur elles et eux. Les rapports et les études sur le sujet s’accumulent sans que la médecine elle-même ne réagisse vraiment, comme si elle ne s’était jamais départie des origines racistes de la science, que dénonçait par exemple le sociologue #Eduardo_Bonilla-Silva dans son livre Racism without Racists : Color-Blind Racism and the Persistence of Racial Inequality in the United States (Le racisme sans les racistes : le racisme indifférent à la couleur et la persistance des inégalités raciales en Amérique, Rowman & Littlefield , 2003, non traduit). Même durant le Covid, les quartiers racisés ont été plus décimés que les autres.

    On peut alors dénoncer les #biais_racistes des systèmes, de la reconnaissance faciale aux pratiques algorithmiques d’Uber. Mais c’est oublier que nous sommes cernés par des données algorithmiques « blanchisées » (#whitewashing), c’est-à-dire à la fois blanchies parce qu’ignorantes de la couleur de ceux qu’elles écartent et blanchies parce qu’elles masquent leurs dysfonctionnements raciaux. Nous sommes coincés entre un passé pollué et un présent problématique. Nous restons par exemple coincés dans les constats où les cancers de la peau sont plus importants pour les populations de couleurs alors qu’ils sont moins diagnostiqués pour les patients noirs que blancs. Ces données et ces erreurs pourtant ne sont pas corrigées, pas prises en compte. La perspective d’augmenter notre capture par des données n’annonce pourtant pas d’amélioration, au contraire, d’abord et avant tout parce que cette invasion doit être comprise pour ce qu’elle est : une extension de l’héritage de l’#eugénisme raciste de la #science, une forme d’expansion biopolitique du contrôle plus qu’une promesse de justice et d’égalité.

    Les mauvaises données produisent de mauvais algorithmes et de piètre systèmes d’IA, rappelle le philosophe. Or, nous sommes cernés de mauvaises données. Les #préjudices du passé envers certaines populations sont intégrés aux systèmes qui vont produire l’avenir. Cela ne peut pas bien se passer. Pourtant, fort de ces constats, terribles, les recommandations éthiques paraissent bien trop mesurées. Elles invitent à améliorer la représentation et la diversité des ingénieurs et des éthiciens, à améliorer les principes éthiques, à améliorer l’éducation des ingénieurs… dénonce Arshin Adib-Moghaddam. Autant de mesures qui tiennent plus de l’#orientalisme qu’autre chose, pour faire référence au concept développé par l’intellectuel palestino-américain Edward Saïd dans son livre éponyme (Le Seuil, 1978), ouvrage fondateur des études postcoloniales. Pour Saïd, la tradition artistique et scientifique orientaliste n’est qu’une étude de l’Orient par l’Occident, une interprétation de l’Orient, une condescendance au service de l’impérialisme.

    Du #techno-orientalisme au #privilège_épistémique

    Pour Arshin Adib-Moghaddam, le techno-orientalisme qui consiste à améliorer la diversité des développeurs ou à produire une équité par des corrections techniques n’est en rien une solution. ll ne remet pas en cause le pouvoir de la #technologie. « Les personnes historiquement marginalisées et vulnérables continuent à être inventées comme objets de la technologie ». Les erreurs à leurs égards, finalement, renforcent l’obsession à mieux les surveiller sous prétexte d’#objectivité, pour mieux hiérarchiser la société par le calcul. « Le techno-orientalisme ne vise qu’à renforcer les frontières entre nous et eux, l’est et l’ouest, les noirs et les blancs, entre les nationaux et les autres ». Shoshana Zuboff a montré que la tolérance à l’extrémisme est bien souvent un modèle d’affaire acceptable. Dans une étude sur la toxicité de Twitter, le Centre de lutte contre la haine numérique avait montré qu’une dizaine de comptes sur X pouvaient produire du contenu haineux et conspirationniste capable de rapporter… 19 millions de dollars en revenus publicitaires. « Le techno-orientalisme s’impose comme un incubateur pour l’expansion impériale afin de maximiser les revenus pour quelques personnes sélectionnées ». L’#impérialisme de X prolifère et impose sa #colonialité. Comme les projections de Mercator ont valorisé l’Occident, nous montrant un Groenland par exemple aussi grand que la Chine, quand en réalité il ne fait qu’un quart de la superficie de la Chine. L’impérialisme de X, comme l’impérialisme de l’IA rend possible un « privilège épistémique » qui « confère à une poignée d’hommes le privilège d’interpréter, de juger et de planifier l’avenir de la majorité ». Partout, une poignée d’hommes blancs parlent d’un avenir inévitable (le leur), utilisent ces outils pour diffuser leurs idées sans nuances, mégalomanes, patriarcale et coloniales influentes, sans se préoccuper du sort des autres. Derrière leurs idées rances, ils défendent avant tout leur #identité. Les néo-Nazis comme les terroristes d’ISIS tuent au nom de l’identité, comme le soulignait Paul Gilroy dans Against Race. Les médias sociaux sont devenus des paradis pour les fausses informations des extrémistes, où ils peuvent se faire les avocats de leurs agendas hystériques avec plus ou moins d’impunité. La #stupidité y est le meilleur capital, assène le philosophe.

    La coercition est forte avec les technologies. Microsoft et Google déploient des technologies de surveillance à l’encontre des Palestiniens. Saïd disait que la #déshumanisation des Palestiniens était l’un des grands héritage de l’orientalisme. Pour Arshin Adib-Moghaddam, une IA vraiment éthique devrait assurer que ses traitements et données soient auditables en accord avec les législation qui défendent les #droits_humains au niveau international, national et local. Le déploiement sans limite des technologies aux frontières, par la police et les militaires, nous montre qu’il n’en est rien.

    L’IA pour peaufiner l’oppression

    L’oppression structurelle, codifiée dans des institutions genrées et racistes, dans des normes politiques et sociales omniprésentes, s’apprête à entrer plus profondément dans nos esprits avec l’IA générative. Quand on pose des questions à ces moteurs, ils produisent certaines réponses qui sont le reflet des sociétés occidentales qui les produisent. A la question y-a-t-il un génocide à Gaza, #ChatGPT répond non. A la question peut-on torturer une personne, ChatGPT répondait par l’affirmative si cette personne venait d’Iran, de Corée du Nord ou de Syrie. Ces « #erreurs » qui n’en sont pas mais qui peuvent nous être présentées comme telles, sont bien sûr corrigées parfois. Les #modèles_de_langage galvanisent les préjudices raciaux comme le montrait l’étude menée par Valentin Hofmann (qu’on évoquait ici : https://danslesalgorithmes.net/2024/06/04/open-source-lia) qui montrait que l’IA s’adapte aux niveaux de langage de son interlocuteur ou qu’elle classe les mêmes CV différemment selon les consonances culturelles des noms et prénoms. Mais ils ne sont que les reflets des sociétés qui les produisent. Les modèles de langage sont bien les produits racistes de sociétés racistes, affirme celui qui avait dénoncé le caractère raciste de l’IA dans un précédent livre. Les corrections sont possibles, au risque d’enseigner superficiellement aux modèles à effacer le racisme, tout en le maintenant à des niveaux plus profonds. « En fait, nous sommes confrontés par une forme furtive de #technoracisme soigneusement dissimulée par un univers d’IA de plus en plus opaque ». Dans ces IA, les musulmans sont toujours associés à la violence.

    Weizenbaum nous avait prévenu : les humains sont plus enclins à se confier à une machine qu’à un humain. Et ce pourrait être exploité plus avant par les machines de coercition de demain. La CIA a beaucoup travaillé sur les drogues et outils permettant de mettre les gens en confiance, rappelle Arshin Adib-Moghaddam. Si les méthodes d’interrogation utilisées à Abu Ghraib ont été sur la sellette, le Mikolashek Report montrait par exemple que les frontières entre la torture, les abus et les techniques d’interrogations dites légitimes étaient plus poreuses que strictes. A Abu Ghraib, la torture n’était pas un accident. Les individus qui ont été torturés n’étaient pas isolés. A Abu Ghraib, les interrogatoires ne devaient pas laisser de traces sur les prisonniers et le système médical a donné ses conseils aux militaires pour y parvenir. C’est lui qui a proposé des modalités d’interrogatoires coercitives. A Abu Ghraib comme à Guantanamo Bay, des procédures ont été mises en place, comme le fait d’empiler les prisionniers nus pour profiter du fort tabou de l’homosexualité dans la culture arabe et musulmane.

    Que fera l’IA qui est déjà appelée à assister les interrogatoires de la CIA ou de la police ? Aura-t-elle encore plus que les humains la capacité de briser notre humanité, comme s’en inquiétaient des chercheurs ? Sera-t-elle l’outil parfait pour la #torture, puisqu’elle pourra créer du contexte psychologique ou informationnel pour rendre les gens toujours plus vulnérables à la #manipulation, comme des #chatbots compagnons, dressés contre nous.

    La torture à Abu Ghraib a été rendu possible parce qu’elle a épousé totalement la culture de ceux qui l’ont pratiqué. « L’histoire récente de l’IA n’apporte aucune preuve que les systèmes d’IA soient plus objectifs que les humains, à mesure qu’ils déploient les mêmes biais qu’eux, avec bien moins de responsabilité ».

    L’IA pour pour penser à notre place et prendre le contrôle des esprits

    Pour le philosophe, le contrôle de l’esprit est le Graal des systèmes d’IA. Ce que veulent ceux qui déploient l’IA, c’est qu’elle prenne le contrôle des esprits.

    Mais, dans les systèmes de domination, la résistance apparaît souvent là où on ne l’attend pas, disait Anibal Quijano. Pourtant, souligne Arshin Adib-Moghaddam, la société civile ne regarde pas suffisamment ce qui se déploie, elle semble peu impliquée dans le très dynamique secteur de l’IA militaire. Face à l’inégalité de pouvoir entre utilisateurs de l’IA et producteurs d’IA qui se sédimente avec le déploiement et l’extension des outils d’IA partout, peu est fait pour nous protéger. L’érosion lente de la #vie_privée, l’objectivation posthumaine… nous éloignent de la dé-technologisation qu’appelle de ses vœux Carissa Véliz dans son livre, Privacy is Power (Penguin, 2021).

    Pour Adib-Moghaddam, nous devrions pourtant chercher à protéger notre humanité, plutôt que de chercher à flouter les différences entre l’homme et la machine, comme l’attendent les tenants du posthumanisme. Adib-Moghaddam souhaiterait un futur qui soit post-IA, dans lequel l’IA, au moins telle que nous la connaissons aujourd’hui, n’ait pas sa place. Tant que nous la laisserons exploiter les données passées nous laisserons construire une IA fondamentalement destructrice, extractive, qui perpétue l’#irrationalité et l’agenda des conservateurs et de l’extrémisme de droite, en exploitant les données pour renforcer les différences entre un nous et un eux dans lesquels personne ne se reconnaîtra autres que les plus privilégiés.

    La promesse d’une bonne IA est centrale dans l’approche éthique que pousse la Silicon Valley, enrôlant les meilleurs chercheurs avec elle, comme ceux du MIT, du Berkman Klein Center for internet et society de Harvard. Leur travail est remarquable, mais la poursuite d’une IA éthique ne nous aide pas à trouver des restrictions au déploiement de technologies qui maximalisent la #surveillance_de_masse et la #violence_systémique. « Tant qu’il n’existera pas de #restrictions, les délibérations morales et politiques sur l’informatisation demeureront secondaires par rapport à l’impératif de profit ».

    A l’heure de l’IA, la lutte pour la #démocratie risque d’être plus essentielle que jamais et plus difficile que jamais. Le mythe de la bonne IA nous promet un monde dont les fondations et constructions sociales ne changeront pas. « L’âge de l’IA nous promet un rapport léthargique et résigné au monde ». C’est sans surprise que ceux qui refusent cette IA là sont qualifiés d’être irrationnels, radicaux ou idéalistes… Mais ne soyons pas dupes. « Il est plus facile de prendre le parti des puissants à l’heure de l’IA, alors que nous devrions prendre la direction inverse ». « Les technologies d’IA sont un danger pour nos démocraties car elles inhibent nos choix en donnant de l’impulsion aux seuls extrêmes ». Elles nous confinent dans un espace de pensée restreint. Pour Arshin Adib-Moghaddam, il nous faut reconnaître notre humanité, une humanité qui ne peut être programmée par des machines qui ne seront jamais sensibles.

    Être humain, c’est savoir se protéger

    Être humain signifie savoir se protéger de la pénétration, c’est-à-dire un droit à être laissé tranquille, seul. Nous devons réaffirmer la nécessité d’un « bouclier de la vie privée ». La critique féministe et décoloniale nous donne des armes, comme le fait Françoise Vergès par exemple en croisant les deux. Ressentir, penser, percevoir ou croire doivent rester des valeurs humaines, sans altération des machines. C’est notre #intimité même que tente d’envahir le complexe industriel de l’IA.

    Ainsi par exemple, être créatif c’est indubitablement être humain. La #créativité des machines n’est qu’un effort pour rendre confus nos sens et émotions, au profit du profit et dans une aversion de l’art comme un comportement insurrectionnel. Psycho-codifiés, TikTok, FB ou X sont des moyens d’envahir nos sanctuaires intérieurs. Les machines peuvent faire n’importe quelle tâche sans ressentir la douleur et la discipline nécessaire que l’auto-amélioration nécessite. D’où des productions sans âme, « inutiles pour l’émancipation sociale comme politique ». En associant l’art au seul profit, la matrice technologique propose de faire suffoquer l’essence même de l’art, comme s’il n’était qu’une extension technologique, qu’un moyen de contrôler la subjectivité humaine.

    De quelque endroit qu’on l’analyse, l’IA ne nous offrira aucun antidote à l’#impéralisme, au #colonialisme et à l’#extrémisme. « Nous sommes tous devenus les objets du #colonialisme_des_données extraites de nos corps mêmes ». Le colonialisme était horizontal, géopolitique dans son expansion. Le colonialisme des données, lui, est intimement vertical. Il vise à objectifier des individus vulnérables au profit des sociétés technologiques du Nord global. Les grandes entreprises exigent de nous psycho-codifier en permanence et partout. Arshin Adib-Moghaddam défend un manifeste post-IA qui seul peut gagner la bataille entre le poète et la machine, le stylo et l’épée, le modérateur biaisé et l’activiste paisible. Nous avons besoin de #justice et d’#émancipation_sociale, rien d’autre. Ce qui n’y œuvre pas n’a pas d’intérêt. L’#ignorance, l’#évitement et la #passivité que nous promettent l’IA et ses tenants, ne nous proposent aucun avenir. « Si nous avons besoin d’une bonne IA, nous avons besoin d’une bonne IA qui réponde à nos termes », qui puisse nous permettre de reprogrammer le futur plutôt que de subir la perpétuation du passé.

    Être humain, c’est savoir se protéger. Et face aux machines, l’enjeu est encore de le pouvoir.

    https://danslesalgorithmes.net/2025/12/11/le-mythe-de-la-bonne-ia
    #décolonial #IA #AI #intelligence_artificielle

  • Interview: „Kriege werden unmöglich, wenn die Menschen sich ihnen verweigern“
    https://www.telepolis.de/article/Interview-Kriege-werden-unmoeglich-wenn-die-Menschen-sich-ihnen-verweigern

    Werbeplakat der Bundeswehr (Bild: Achim Wagner/Shutterstock.com)

    https://www.youtube.com/watch?v=WDTtMTcj8X0


    Befragung eines Kriegsdienstverweigerers - Franz Joseph Degenhard

    7.12 2025 von Benjamin Roth -
    Die neue Wehrpflicht stößt auf massiven Widerstand. Susanne Bödecker sieht junge Menschen in großer Gefahr. Ein entschlossener Schritt könnte ihr Leben retten.

    Die Bundestagsfraktionen von CDU, CSU und SPD haben sich auf einen Gesetzesentwurf zur Ausgestaltung des Neuen Wehrdienstes geeinigt. Voraussichtlich ab dem 1. Januar 2026 erhalten alle 18-jährigen Frauen und Männer einen Fragebogen, der ihre Motivation und Eignung für den Wehrdienst ermitteln soll.

    Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig. Voraussichtlich ab dem 1. Juli 2027 sollen wieder alle Männer eines Jahrgangs verpflichtend gemustert werden. Ein Dienst auf freiwilliger Basis wird angestrebt, allerdings kann bei Nichteinhaltung eines Korridors der Aufwuchszahlen der Bundeswehr eine Bedarfswehrpflicht eingeführt werden; die Eingezogenen eines Jahrgangs werden dann per Los oder Zufall ermittelt.

    Gegen die Neue Wehrpflicht regt sich Protest. Für die Betroffenen organisieren verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen Hilfe und Beratung. Susanne Bödecker berät Kriegsdienstverweigerer und bezieht auf Grundlage ihrer Erfahrungen und Überzeugungen Stellung zur Debatte.

    ▶ Sie beraten Kriegsdienstverweigerer für die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigung der Kriegsdienstverweigerer e.V.. Welche Veränderungen haben Sie im Zuge der Wehrpflichtreform bemerkt?
    Susanne Bödecker

    Susanne Bödecker
    (Bild: Autor/Privat)

    Susanne Bödecker: Die DFG-VK, als älteste Friedensorganisation, berät und begleitet schon seit Jahrzehnten Menschen, die den Kriegsdienst verweigern möchten. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 bis zum Februar 2022 sanken die Zahlen der Verweigernden auf einen niedrigen dreistelligen Wert pro Jahr.

    2023 gab es schon mehr als 1000 Anträge, 2024 verdoppelte sich die Zahl auf fast 2250. In diesem Jahr sind bis Ende Oktober schon weit mehr als 3000 Anträge eingegangen.

    Bei uns steht das Telefon nicht mehr still. Wir haben unseren Beraterstamm im Bundesgebiet wieder aufgebaut und unsere Dienste werden gerne und zahlreich in Anspruch genommen. Das Thema Militär, Kriegsdienst an der Waffe, zu einem Dienst in der Bundeswehr verpflichtet zu werden beschäftigt nicht nur die ganz jungen Menschen, auch Reservisten verweigern. Die übergestülpte Kriegstüchtigkeit lässt viele die Konsequenz ziehen: Nicht mit mir!

    ▶ Wer meldet sich bei Ihnen? Welche Sorgen und Probleme treiben die Anrufenden um?

    Susanne Bödecker: Bei uns melden sich vorwiegend besorgte Eltern von Jugendlichen. Sie möchten wissen, was auf ihre Kinder mit der Neuen Wehrpflicht ab dem 1.1.2026 zukommt, wie mit der Bereitschaftserklärung – dem Fragebogen – umgegangen werden soll, die alle ab dem 1.1.2008 Geborenen zugeschickt bekommen; wie verpflichtend die Musterung sein wird und wie ein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt werden kann.

    Sie haben große Angst davor, dass über das Leben Ihrer Kinder verfügt wird, dass sie zu einem Kriegsdienst einberufen werden und schwer verletzt, traumatisiert oder gar nicht mehr zurückkommen.

    Jüngere Männer, die bisher nicht bei der Bundeswehr waren, fragen, wie sie sich als Wehrpflichtige vor einem Dienst an der Waffe schützen können. Menschen, die bereits bei der Bundeswehr gedient haben, bitten um Hilfe beim Ausstieg aus dem Militärapparat, dem sie nicht mehr angehören wollen.
    Gefahren der Wehrpflicht – und Alternativen

    ▶ Welche Gefahren sehen Sie in der Wiedereinführung des Wehrdienstes – für die einzelnen und für die Gesellschaft?

    Susanne Bödecker: Die DFG-VK sieht mit dem Inkrafttreten des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes besonders die ganz jungen Menschen in Gefahr. Sie werden durch die angebliche Freiwilligkeit, durch ein hohes Gehalt, Zuschüsse zum Erwerb eines Führerscheins, flexible Arbeitszeiten, Karrierechancen, Ansehen und die Zugehörigkeit zu einer tollen Truppe in die Bundeswehr gelockt und sind sich nicht im Klaren darüber, was das für sie bedeutet.

    Über die Köpfe der jungen Menschen hinweg, die mehrheitlich gegen eine Wehrpflicht sind, wird über ihre Zukunft bestimmt. Sie verlieren ihr Selbstbestimmungsrecht und sollen schlimmstenfalls für Interessen, die nicht die ihren sind, töten oder sterben.

    Bis jetzt hat sich niemand für sie interessiert. Während der Coronapandemie hat man sie vergessen.

    An den Folgen des Klimawandels, für den sich die Bundesregierung nicht interessiert, werden sie ihr Leben lang zu leiden haben. In einem kaputt gesparten Bildungssystem sind sie Druck und Perspektivlosigkeit ausgesetzt, statt die Möglichkeit zu erhalten, ihre Potenziale zu entfalten, sich im kreativen Denken zu üben und in der Gemeinschaft mit echten Zukunftsfragen zu beschäftigen, um mit an einer friedenstüchtigen Gesellschaft und einem guten Leben für alle Menschen auf der Welt arbeiten zu können.

    Nun wird ihnen noch die enorme Schuldenlast für die immense Aufrüstung aufgebürdet und schlussendlich sollen sie in den Krieg ziehen. Auf die Gesellschaft bezogen sehen wir nicht, dass sie sich durch eine personelle Aufrüstung der Bundeswehr sicherer fühlt.

    Im Gegenteil: Armut, soziale Ungleichheit und somit soziale Spannungen werden weiter zunehmen, denn das Militär bindet Ressourcen, die dringend für die Bewältigung großer Herausforderungen innerhalb der Gesellschaft benötigt werden: leistbarer Wohnraum, gute Gesundheitsversorgung, Zugang zu Bildungsangeboten, ein warmes Essen jeden Tag für alle, soziale Angebote.

    Die Kriegstüchtigkeit, mit der die Menschen jetzt unentwegt konfrontiert werden, die massive Militarisierung aller gesellschaftlichen Bereiche macht sie unsicher, ängstlich und lähmt sie.

    ▶ Welche Alternativen sehen Sie zu Wehrpflicht, Aufrüstung und Militarisierung?

    Susanne Bödecker: Alternativen, an denen die DFG-VK arbeitet, sind: Keine Art von Krieg unterstützen, an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitarbeiten, alle militärischen und nicht-militärischen Kriegsdienste verweigern, die Wehrpflicht und die Bundeswehr endgültig abschaffen, Konflikte gewaltfrei lösen, die Welt vollständig abrüsten, politische, soziale und ökonomische Gerechtigkeit auf der ganzen Welt verwirklichen, nur gewaltfreie Mittel bei Konflikten anwenden, das Verletzen und Töten von Menschen ausschließen, sich gegenseitig als Mensch und einzigartiges Individuum achten und schützen.

    Kriege brechen nicht einfach über uns herein. Kriege werden unmöglich, wenn die Menschen sich ihnen verweigern.
    Wehrdienstverweigerung – Vorgehen und Hilfsangebote

    ▶ Was können Menschen, die den Wehrdienst verweigern wollen, konkret tun? Auf welche Hilfsangebote können Sie zurückgreifen?

    Susanne Bödecker: Alle Wehrpflichtigen, die den Kriegsdienst verweigern möchten, können das ab 17 ½ Jahren tun.

    Sie stellen ihren Antrag beim Karrierecenter der Bundeswehr in ihrem Bundesland. Da ein Wehrpflichtiger nur dann den Kriegsdienst verweigern kann, wenn er wehrdienstfähig ist, bekommt er eine Einladung zur Musterung, wenn er bis jetzt noch nichts mit der Bundeswehr zu tun hatte.

    Ist er tauglich, wird sein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung bearbeitet. Bei Untauglichkeit kann er keinen Antrag stellen, ist aber als Ausgemusterter kein Wehrpflichtiger mehr, wird also nicht mehr eingezogen.

    Reservisten – ab dem 1. Diensttag bei der Bundeswehr – und Soldaten sind bereits gemustert. Ihr Antrag wird dann gleich an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln weitergeleitet. Dieses entscheidet im schriftlichen Verfahren über den Antrag.

    Der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung umfasst drei Papiere: Das eigentliche Antragsschreiben, bestehend aus dem einen Satz: Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4, Absatz 3 des Grundgesetzes, einem einseitigen tabellarischen Lebenslauf und der mindestens zwei Seiten langen schriftlichen Begründung der Gewissensentscheidung.

    Bei Ungedienten ist sie verbunden mit der reinen Vorstellung, mit einer Waffe schießen und töten zu müssen, bei Reservist innen und Soldaten mit der Beschreibung des Erlebten, warum sie damals zur Bundeswehr gegangen sind, sich zum Töten ausbilden ließen und jetzt den Kriegsdienst mit der Waffe verweigern.

    Die DFG-VK bietet auf ihrer Seite www.verweigern.info einen Überblick und erste Informationen für Ratsuchende. Wer sich zu einer Antragstellung entschließt, kann gerne unsere vertrauliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Es gibt keine Garantie, aber die Menschen, die sich an uns gewandt haben, sind bisher alle anerkannt worden!

    Benjamin Roth sprach mit Susanne Bödecker. Sie ist für die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigung der Kriegsdienstverweigerer in der Beratung von Kriegsdienstverweigerern aktiv.

    Franz Josef Degenhardt - Die Befragung eines Kriegsdienstverweigerers (1972)
    https://zivilcourage.dfg-vk.de/befragung-eines-kriegsdienstverweigerers

    Dies ist die Befragung eines Kriegsdienstverweigerers
    Durch den liberalen und zuvorkommenden Kammervorsitzenden
    Also sie berufen sich hier pausenlos aufs Grundgesetz
    Sagen sie mal, sind sie eigentlich Kommunist?
    Ja sie dürfen sitzen bleiben
    Überhaupt wir sind hier ziemlich liberal
    Lange Haare, Bärte, Ketten, Ringe
    Ha’m wir alles schon gehabt
    Aber in die Akten scheißen mögen wir hier nicht
    Marx und Engels haben sie gelesen sagen sie uns
    Sagen sie, verstehen sie das denn?
    Sie ha’m doch bloß die Volksschule besucht
    Na, nu‘ regen sie sich nicht gleich auf
    Dafür können sie ja nichts
    Lesen dürfen sie ja was sie wollen, überhaupt
    Hier darf jeder machen, was er will
    Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich
    Ja, Soldat sein das will heute keiner mehr
    Kann ich auch verstehen
    Und ich selber hätte keine Lust, aber
    Gründe haben müssen wir dafür
    Na, nu‘ fangen sie nicht wieder an
    Mit Imperialismus, den zwei Kriegen
    Und die alte Klasse ist noch immer an der Macht
    Und sie wollten nicht für die
    Kastanien aus dem Feuer holen
    Das versteh’n wir ja
    Mag auch alles richtig sein
    Interessiert uns aber nicht
    Das ist nämlich Politik
    Hier interessieren nur Gewissensgründe
    Was das ist?
    Hört sich zwar sehr grausam an
    Trifft den Nagel aber auf den Kopf, nämlich
    Ob sie töten können oder nicht
    Ja hier darf jeder machen, was er will
    Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich
    Also fangen wir mal an!
    In ’ner Kirche sind sie nicht?
    Auch nicht in ’ner anerkannten Sekte?
    Sehen sie, da wird’s schon schwierig mit Gewissensgründen
    Einen haben wir ‚mal hier gehabt
    Und der machte auf Buddhist
    War so’n Typ mit Glatze, aber
    Durchgekommen ist er. Schlaues Kerlchen!
    Also passen sie mal auf
    Ich werd jetzt ihr Gewissen prüfen
    Nehmen wir mal an, sie geh’n spazieren
    Mit ihrer Freundin nachts im Park
    Plötzlich kommt ’ne Horde Russen
    Stockbes… Halt!
    Sagen wir ’n Trupp Amerikaner
    Schwer betrunken und bewaffnet nachts im Park
    Machen sich an ihre Freundin ‚ran
    Sie haben ’ne MP dabei!
    Na, was machen sie?
    Was sagen sie uns da?
    Sie verbitten sich dies Beispiel?
    Meinetwegen, bitte schön
    Hier darf jeder machen, was er will
    Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich
    Schön die Russen und Amerikaner fallen also weg
    Die Chinesen sicher auch
    Und mit Negern brauch‘ ich gar nicht erst zu kommen
    Lassen wir das eben
    Nehm‘ wir einfach ein paar ganz normale Kriminelle
    Schwer betrunken und bewaffnet
    Nachts im Park
    Machen sich an ihre Freundin ‚ran
    Sie haben wieder die MP dabei
    Na, was machen sie?
    Sagen sie uns bloß jetzt nicht
    Sie fallen auf die Knie und beten
    Denn mit so ‚was kommt hier keiner durch
    Der Marx und Engels liest
    Was sagen sie uns da?
    Ich red die ganze Zeit von Politik
    Das ist aber wirklich komisch
    Bilde einen Fall
    So richtig auf sie zugeschnitten
    Baue ihnen auch noch goldene Brücken
    Aber Sie, aber!
    Hier darf jeder machen, was er will
    Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich
    So nun woll’n wir aber wirklich wissen, was sie tun
    Also, noch mal
    Ein paar schwere Jungen
    Schwer bewaffnet und betrunken nachts im Park
    Machen sich an ihre Freundin ‚ran
    Sie haben wieder die MP dabei
    Na, was machen sie?
    Was sagen sie uns da?
    Sie wehren sich
    Weil sie ja in Notwehr sind?
    Ätsch
    Das ist aber falsch
    Durften sie nicht sagen
    Richtig ist die Antwort, nämlich die
    Ich werfe meine Waffe fort
    Und dann bitte ich die Herr’n
    Mit der Vergewaltigung doch bitte aufzuhör’n
    Was sagen sie uns da?
    Sie kämen als Soldat doch nie in eine solche Situation?
    Fangen sie schon wieder an?
    Ist doch Politik!
    Hat doch mit Gewissen nichts zu tun
    Ja Grundgesetz, ja Grundgesetz, ja Grundgesetz!
    Sie berufen sich hier pausenlos aufs Grundgesetz
    Sagen sie mal
    Sind sie eigentlich Kommunist? Na ja
    Hier darf jeder machen, was er will
    Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich

    Franz Josef Degenhardt (1931 – 2011; war ein deutscher Liedermacher, Schriftsteller, promovierter Jurist und Rechtsanwalt)

    #Allemagne #militaire #objecteurs_de_conscience

  • Face à l’#IA générative, l’#objection_de_conscience

    #Manifeste pour l’#enseignement_supérieur et l’#éducation_nationale

    Nous, membres de l’enseignement supérieur et de la recherche (ESR) et de l’éducation nationale (EN), déclarons adopter une posture d’objection de conscience face au déploiement des technologies d’#IA_générative[1] (#IAg) dans nos institutions.

    L’objection de conscience désigne le #refus individuel, mais aussi collectif en tant qu’il est publiquement partagé, de prendre part à une activité que l’on perçoit comme incompatible avec des #valeurs fondamentales.

    Dans le cas présent, nous considérons que le déploiement de l’IAg dans les institutions de l’ESR et de l’EN est incompatible avec les valeurs de #rationalité et d’#humanisme que nous sommes censé·es représenter et diffuser.

    Trois considérations majeures justifient cette position. Pour des raisons de concision, ce manifeste ne les développe pas mais on trouve dans la littérature scientifique de quoi les étayer solidement[2].

    Considération 1.

    L’IAg est un gouffre énergétique et matériel tel que personne ne peut prétendre qu’elle soit compatible avec les grands engagements internationaux tels que l’#Accord_de_Paris sur le climat, et plus généralement avec la #protection_du_vivant. Accepter le déploiement de l’IAg, c’est amplifier le dépassement des limites planétaires. Ceci est une attitude résolument anti-humaniste eu égard à la gravité de la situation. Le caractère écocidaire de l’IAg est en soi une raison suffisante pour en refuser le déploiement au sein de nos institutions.

    Considération 2.

    L’IAg représente un #choix_technologique qui agit comme un accélérateur des #infrastructures_industrielles sur lesquelles repose le secteur du #numérique : #mines, #datacenters, #centrales_électriques, usines de matériel électronique, etc. Ainsi, outre les problèmes de #pollution massive déjà évoqués, ce sont les lourds dégâts sociaux associés à ce système qui se voient renforcés : #travail prolétarisé dans les usines de fabrication et ultraprolétarisé dans le « #travail_du_clic », non-respect des #droits_humains, conflits d’usage (#eau, #métaux, #énergie), rapports extractivistes et néo-coloniaux entre pays du Nord et du Sud, #déstabilisation_géopolitique des régions minières, etc. Dans tous ces domaines, la compétition effrénée à laquelle se livrent les acteurs de l’IAg mènera aux méthodes les plus sauvages et prédatrices. Il nous semble inacceptable de contribuer à une telle dynamique par nos pratiques pédagogiques et scientifiques.

    Considération 3.

    La #banalisation des IAg dans le grand public alimente des usages qui ouvrent la voie à un futur dystopique – qui est, pour partie, déjà là : multiplication des vidéos deepfake, #désinformation à grande échelle par des « usines à trolls », #dépendance affective aux compagnies virtuelles, intensification du #marketing_digital et des #escroqueries, etc. Plus généralement, il permet à des mégafirmes d’accumuler un pouvoir démiurgique, mégafirmes dont les dirigeants ne font pas mystère de leurs projets mégalomaniaques, eugénistes et de leur détestation de la #démocratie. Nos institutions ne peuvent soutenir de telles techno-oligarchies, y compris de manière indirecte.

    *

    Le support principal de l’objection de conscience est le refus de participer à une activité qui contrevient à des valeurs fondamentales. Dans le cas de l’IAg, les trois considérations ci-dessus permettent d’assurer cette #posture au regard de nos missions d’éducation et de diffusion des savoirs.

    Face à ces analyses globales, les arguments les plus fréquents de légitimation de l’introduction de l’IAg dans nos institutions apparaissent immédiatement irrecevables[3]. Notamment, l’idée commune selon laquelle la diffusion de l’IAg dans nos sociétés serait « inéluctable » ne remet aucunement en cause la pertinence de l’objection de conscience. En effet, le principe de l’objection de conscience, voire de toutes les formes de #résistance, consiste à s’opposer à ce qui contrevient à nos valeurs fondamentales non pas parce que l’on pense que l’on va « gagner », mais parce que l’on a la certitude que c’est ce qui est juste et digne, ici et maintenant. Par ailleurs, contrairement à d’autres technologies délétères déjà profondément implantées dans nos sociétés, l’apparition des IAg est récente et par conséquent ses usages ne sont pas profondément intégrés dans nos pratiques professionnelles. Ainsi, l’effet de « verrouillage sociotechnique » empêchant tout retour en arrière n’est pas encore pleinement là avec les IAg et il est encore effectivement possible d’exercer un refus.

    Engagements

    Nous, membres de l’ESR et de l’EN signataires de ce manifeste nous engageons à :

    – adopter face au déploiement des IAg dans nos institutions une posture d’objection de conscience. Face à un phénomène qui nous dépasse mais dont nous savons qu’il est mortifère, nous choisissons d’opposer un refus net, indiscutable, et politique parce qu’il est partagé : nous ne les utiliserons pas, à moins d’y être expressément contraint·es, dans nos cours, dans nos communications, dans nos recherches, dans nos activités administratives. Nous refuserons, autant que nos situations individuelles nous le permettent, de participer à des projets ou à des activités qui les mobilisent (enregistrement et compte-rendu automatique de réunion ; activité pédagogique ; formation à l’usage, fût-il qualifié de raisonné ou éthique, etc.). À tout le moins, nous exprimerons publiquement notre malaise profond face à ces pratiques. Nous sommes par ailleurs conscient·es que le terme « IAg » recouvre des applications très diverses, dont certaines sont déjà largement intégrées à nos pratiques, telles que la traduction ou la transcription automatique. S’il n’est pas réaliste de tout remettre en cause, il s’agit au moins de stopper ce qui peut encore l’être.

    – afficher dans nos activités, nos signatures mails, nos publications, nos diaporamas, etc. notre ralliement à ce manifeste via un logo et/ou le lien vers le présent texte. L’enjeu est de ne jamais laisser l’IAg apparaître dans nos milieux professionnels « comme si de rien n’était » et d’afficher partout dans nos sphères d’activité que « cela ne va pas de soi ». Parvenir à ouvrir des discussions sur le sujet par cet affichage permettrait déjà d’éviter une banalisation qui, dans des institutions prescriptrices comme les nôtres, se confond avec de la promotion.

    – promouvoir autant que possible une réflexion collective sur la place du numérique dans nos institutions. Si les arguments que nous opposons au déploiement de l’IAg nous permettent en effet de refuser une nouvelle « escalade numérique », nous savons également que le système sociotechnique du numérique dans son ensemble est sujet aux mêmes questionnements. Le « stop » opposé à l’IAg pourrait ainsi être l’ouverture d’une séquence d’évaluation de nos dépendances plus générales à un système problématique, qui permette de s’engager vers la « sobriété numérique »[4] en vue d’aboutir à un numérique effectivement soutenable.

    [1]Les IA génératives constituent un type particulier de système d’Intelligence Artificielle, destiné à générer du texte, des images, des sons, des vidéos, sur la base de modèles de langage (LLM pour Large Language Model) entraînés sur de vastes corpus de données.

    [2]Une bibliographie indicative est proposée en fin de document.

    [3]Celles et ceux qui souhaitent des éléments de discussions plus précis sur ce type d’arguments (l’IA « souveraine », l’IA « sobre », la « praticité », l’IAg « inéluctable », etc.) pourront par exemple consulter le texte « Oui mais l’IAg… » publié sur le site web de l’Atécopol de Toulouse.

    [4]Pour aller plus loin sur ce sujet voir : affiche 10 de l’exposition « Pour la sobriété numérique dans l’ESR » (https://www.irit.fr/exposition-sobriete-numerique).

    –-
    Voici deux logos qui permettront aux signataires d’afficher leur adhésion à cette position. Chacun·e est invité·e à choisir le logo qui lui convient en fonction du contexte et/ou de ses préférences.

    https://atecopol.hypotheses.org/13082
    #intelligence_artificielle #résistance #éducation #ESR #université #enseignement #limites_planétaires #extractivisme #néo-colonialisme #désobéissance

  • „Tipps und Tricks“ für Kriegsdienstverweigerer : „Linke will anscheinend den Staat nicht schützen“
    https://www.berliner-zeitung.de/news/hilfe-fuer-kriegsdienstverweigerer-linke-wolle-anscheinend-den-staa

    Le monde vu par les meurtriers d’état. Pourquoi cette racaille a le droit de se pernoncer en public ? Qu’ils la ferment et retournent faire leur travail, cad la protection des frontières contre les armées étrangères. Ah, ils ont d’autres missions ? Effectivement, il y a quelque chose qui ne tourne pas rond.

    Voilà une raison de plus ne ne pas les rejoindre. Ennemis du peuple.

    21.11.2025 von Mario Jacob - Die Vorsitzenden der Linken wollen jungen Männern helfen, sich dem Wehrdienst zu entziehen. Das ruft bei Union und Reservistenverband scharfe Kritik hervor.

    Der Plan der Linken-Vorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner, Kriegsdienstverweigerern mit „Tipps und Tricks“ zur Seite zu stehen, ist auf heftige Kritik gestoßen. Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Bundestags-Verteidigungsausschusses, warf der Linken vor, auf „Polarisierung und billige Mobilisierung“ zu setzen, wie er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte. Dies gefährde unverantwortlich die Verteidigungsfähigkeit und damit Frieden und Freiheit, betonte der CDU-Politiker.

    Auch der Präsident des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, kritisierte das Verhalten der Linken-Spitze. Die Linke wolle anscheinend den Staat nicht schützen, so Sensburg. Ein solches Verhalten mache Europa angreifbar und führe gerade zu Krieg. Er betonte, dass die Möglichkeit zur Kriegsdienstverweigerung zwar grundgesetzlich verbrieft sei, die Linke aber auch auf andere Formen des Dienstes wie beim Technischen Hilfswerk oder den Feuerwehren verweisen könne.
    Linke wollen Unterstützungsangebote für Wehrdienstverweigerer

    Laut einem Bericht des Spiegels fordert die Linke in einem Antrag für die Vorstandssitzung am Wochenende, sich praktisch an die Seite derjenigen zu stellen, die den Wehrdienst verweigern wollen. Dazu sollen eigene Unterstützungsangebote etwa über den parteieigenen Zusammenschluss „Die Linke hilft“ oder Kooperationen mit Organisationen wie der „Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFGVK) dienen.

    In dem Antrag heißt es: „Wir werden über Tipps und Tricks für die Zwangs-Musterung und Kriegsdienstverweigerung informieren, denn es gibt viele Möglichkeiten, sich dem Zwangsdienst zu entziehen.“ Die geplante Pflicht zur Musterung sieht die Linke als ersten Schritt in den „militärischen Zwangsdienst“.

    Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in diesem Jahr gestiegen – bis Ende Oktober auf 3034.

    #Allemagne #militaire #objecteurs_se_conscience

  • #Palestine au #Collège_de_France : la protestation de #François_Héran

    _Titulaire de la chaire « Migrations et sociétés » au Collège de France, François Héran rend publique la lettre qu’il a adressée à son administrateur, Thomas Römer, à propos de l’#annulation du #colloque sur la Palestine de son collègue #Henry_Laurens._

    Paris, 9 novembre 2025

    Lettre à #Thomas_Römer,
    administrateur du Collège de France

    Cher Thomas,

    Malgré mon nouveau statut de retraité, tu as bien voulu m’inclure parmi les destinataires de ton message sur l’annulation du colloque de notre collègue Henry Laurens. Je t’en remercie.

    En lisant ton message envoyé à la presse, je découvre que, loin d’être l’apanage du #wokisme, la #cancel_culture peut aussi inspirer l’administration du Collège. Il fallait du courage pour donner des leçons d’#objectivité et d’#intégrité_scientifique à Henry Laurens, qui compte seulement à son actif quelques dizaines d’ouvrages sur la question d’Orient et les affaires de Palestine. Notre collègue, à l’évidence, ne maîtrise pas les enjeux du débat dans un domaine aussi brûlant.

    Il était bon de rappeler aussi qu’en la matière, les partis pris d’un hebdomadaire bien connu pour son traitement rigoureux des faits ont plus de #légitimité qu’un professeur occupant sa chaire depuis vingt-deux ans. On se demande comment ce dernier a osé inviter à son colloque un ancien chef de la diplomatie de l’UE ou un ancien premier ministre, aux côtés d’intervenants capables d’exprimer un large éventail de savoirs et d’opinions, alors qu’il était si simple d’inviter uniquement des intervenants validés par la #Licra.

    Ton message me suggère qu’une révision du règlement intérieur du Collège s’impose de toute urgence :

    Les professeurs qui souhaitent traiter de questions d’#actualité dans des colloques, des cours ou des séminaires risquant de donner lieu à #controverses, devront désormais soumettre la liste des participants à l’autorisation de l’administrateur.

    1. Ils devront également s’assurer de l’assentiment du ministre de la Recherche. Si l’on objecte que la détention d’un doctorat d’informatique ne donne aucune légitimité à intervenir dans des questions de science politique ou d’orientalisme (selon le principe de la séparation des ordres posé en d’autres temps par Pascal), on rappellera dûment aux professeur-es qu’il n’y a pas de plus haute autorité qu’un tweet ministériel.
    2. Le recrutement des professeur-es sera désormais soumis au tribunal de l’opinion publique et médiatique, selon une procédure à déterminer.
    3. Le règlement intérieur proclamera dans son préambule que la notion d’« #engagement », jadis inhérente au libre exercice de la recherche, est désormais désuète. Elle sera donc bannie du Collège. Il faudra effacer de la mémoire de notre institution toute référence aux grands intellectuels, littéraires ou scientifiques, qui se sont aventurés à sortir de la « #neutralité » telle qu’elle est strictement définie dans ton message et dans celui du ministre. On veillera aussi à tenir compte de cet impératif dans la préparation du 500e anniversaire de la fondation du Collège.

    Ces modifications du règlement contribueront, je n’en doute pas, à défendre le Collège. La fable se trompe : mieux vaut la prospérité du Chien que l’indépendance du Loup.

    En te renouvelant, cher Thomas, mes meilleures salutations,

    In dubio pro libertate
    François Héran*

    –-

    Post Scriptum : l’argumentaire du colloque

    Ayant choisi de rendre publique ma lettre à l’administrateur du Collège de France, j’ajoute l’argumentaire du colloque, qui a été transmis à l’ensemble des professeurs. Comme à l’accoutumée chez Henry Laurens, c’est de la science historique de haut niveau, précise et rigoureuse. Pas une ligne, pas un mot, qui justifie le soupçon d’antisémitisme.

    Avec l’ouverture de la « question d’Orient » dans le dernier tiers du XVIIIe siècle, la Palestine, qui dispose du statut particulier de Terre sainte, devient le lieu névralgique des relations internationales européennes. Durant les décennies qui précèdent la Grande Guerre, les luttes d’influence entre les puissances européennes se multiplient, chacune se présentant comme la protectrice d’une communauté religieuse. Alors que la France et la Russie étendent respectivement leur influence sur les catholiques et les orthodoxes, les Anglais se présentent comme les protecteurs des juifs en Palestine. C’est dans ce cadre que s’inscrit le mouvement sioniste.

    Si la France se voit reconnaître une primauté d’influence à l’issue des guerres balkaniques, les Britanniques profiteront de l’alliance nouée avec le mouvement sioniste lors de la Première Guerre mondiale pour s’arroger un mandat sur la Palestine. La période du mandat britannique est essentielle pour la mise en place des acteurs contemporains que sont le mouvement national palestinien et le mouvement sioniste. Pris dans une double obligation entre les uns et les autres, les Britanniques sont dans l’incapacité de trouver une solution politique satisfaisante pour les deux parties, que ce soit un État palestinien unitaire, une division en cantons ou un partage territorial. Ils doivent ainsi faire face à une révolte palestinienne, puis à une révolte juive. Non sans arrière-pensées, ils délèguent le dossier à l’ONU qui, avec le vote du plan de partage de novembre 1947, provoque une guerre entre Arabes et sionistes, puis, après le 15 mai 1948, une guerre israélo-arabe.

    Dans ce conflit de longue durée, les Européens s’identifient largement à l’État d’Israël. Dans les années 1950 et 1960, la France et l’Allemagne lui fournissent les armements qu’il demande, mais la priorité pour l’État hébreu est d’obtenir l’aide militaire américaine, qui ne devient substantielle qu’après la guerre de juin 1967.Après cette guerre, les « discussions à quatre » voient un rapprochement des positions de la Grande-Bretagne et de la France sur la nécessité d’un retrait des territoires occupés contre une reconnaissance de l’État d’Israël, mais la question de la prise en compte du facteur palestinien reste ouverte.

    S’ouvre ainsi un dialogue euro-arabe. Ce dernier mènera à la résolution de Strasbourg de 1975, appelant Israël à se retirer des territoires palestiniens occupés et à reconnaître les droits nationaux du peuple palestinien, puis à une nouvelle déclaration en 1977 appelant à la création d’une patrie pour le peuple palestinien, et marquant pour la première fois l’opposition européenne à la construction de colonies israéliennes dans les territoires occupés. L’étape la plus importante demeure la déclaration de Venise du 13 juin 1980, qui parle de solution juste et préconise l’intégration de l’OLP dans les discussions de paix.

    Deux niveaux d’action sont à considérer. Le premier est celui de la politique propre à chaque État, le second est celui de l’action collective de la Communauté, devenue Union européenne, le tout étant pris dans le jeu complexe des relations transatlantiques. De fait, la présence de l’Union est forte dans le domaine économique, aussi bien par le traité d’association UE-Israël, qui fait de l’État hébreu le premier partenaire commercial de l’Union, que par le financement des institutions palestiniennes à partir du processus d’Oslo. Néanmoins, l’Europe n’est que simple observatrice des négociations du processus d’Oslo, et si le « quartet » des années 2000 lui reconnaît un rôle, c’est dans un cadre impuissant à faire accepter une solution politique satisfaisante.

    L’Europe est ainsi prise entre le poids de son héritage colonial et impérial, son identification culturelle avec Israël, la charge représentée par sa culpabilité dans la destruction des juifs d’Europe durant la Seconde Guerre mondiale, l’importance de ses relations économiques, technologiques et scientifiques avec l’État hébreu, la montée de l’indignation d’une partie de son opinion publique, marquée par l’accusation d’apartheid et aujourd’hui de génocide dans la guerre de Gaza.

    La question est de savoir si les États européens vont, dans leur grande majorité, reconnaître l’État palestinien et exercer des pressions envers l’État hébreu, en particulier dans le domaine de l’économie, ou s’il s’agit là plutôt de faux-semblants destinés à masquer une impuissance, voireune adhésion, liées à leurs héritages historiques et à leurs engagements géopolitiques. Il n’en reste pas moins que l’Europe, dans sa globalité, est un des grands théâtres d’affrontements du conflit israélo-palestinien, en particulier dans les opinions publiques. En un sens, c’est une bonne part de l’identité européenne qui est en jeu, aussi bien dans l’interprétation de son passé que dans la définition de son identité à venir.

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    Adage juridique latin : Dans le doute, pour la liberté
    *
    François Héran explique l’immigration à Bruno Retailleau

    https://blogs.mediapart.fr/francois-heran/blog/101125/palestine-au-college-de-france-la-protestation-de-francois-heran-0

    #censure #France

    • Annulation d’un colloque sur la Palestine : lettre du conseil académique de « #Jewish_Voice_for_Peace »

      Plus de 120 universitaires représentant le Conseil académique de l’organisation américaine Jewish Voice for Peace expriment leur #inquiétude et leur #indignation face à l’#annulation par le Collège de France du colloque « Palestine et Europe ». « Lorsqu’une institution aussi prestigieuse se laisse contraindre à censurer des activités universitaires, elle risque de perdre son #indépendance et son intégrité académiques, mais elle crée également un précédent inquiétant. »

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      À Thomas Römer, administrateur du Collège de France
      et Philippe Baptiste, Ministre de l’Enseignement supérieur
      Le 10 novembre 2025

      Le Conseil académique de Jewish Voice for Peace* écrit pour exprimer son inquiétude et son indignation face à l’annulation par le Collège de France du colloque « Palestine et Europe », sur la base d’#attaques_médiatiques infondées et de #pressions exercées par le ministère français de l’Éducation.

      Nous comprenons que l’annulation du symposium, prévu depuis plusieurs mois, n’est intervenue qu’après la publication d’un article dans l’hebdomadaire conservateur français #Le_Point, le 7 novembre, qualifiant à tort le symposium de promoteur de l’#antisémitisme, ce qui a incité le ministre de l’Enseignement supérieur, #Philippe_Baptiste, à l’annuler, ce qu’il a fait. De plus, la justification fournie pour cette décision recherchait le recours à l’excuse fallacieuse de « garantir la rigueur scientifique », bien qu’aucune preuve n’ait été fournie à l’appui de cette affirmation. En effet, comme cela s’est déjà produit auparavant, cette justification s’avère être un bouclier pour commettre une #injustice, en censurant de manière injuste la #recherche_scientifique légitime et les conférences consacrées à sa diffusion.

      En tant que plus de 120 universitaires issus de diverses disciplines représentant le Conseil académique de Jewish Voice for Peace*, nous représentons un large éventail de domaines académiques liés aux études juives et l’histoire de l’antisémitisme, y compris les études sur le génocide. Nous nous opposons à toute forme d’antisémitisme, comme nous nous opposons à toutes les formes de racisme. Nous rejetons également tous les efforts visant à utiliser l’ accusation d’antisémitisme à des fins de censure ou pour supprimer des points de vue sur Israël et la Palestine qui devraient être entendus et discutés. L’accusation d’antisémitisme doit être réservée à toutes les occasions où elle est véritablement méritée. Mais l’utilisation fallacieuse et spécieuse de cette accusation pour mettre fin à des travaux universitaires légitimes et à un débat ouvert non seulement sape sa force morale, mais sert les objectifs de la censure. Au contraire, nous vous exhortons à défendre les principes largement partagés de la #liberté:universitaire : la publication et la diffusion des travaux universitaires, la libre recherche dans les #universités et le #débat_public dans les sociétés démocratiques.

      Nous connaissons bien les travaux universitaires des participants cités dans le projet de symposium et attestons de la grande qualité de leurs recherches universitaires et de leurs présentations publiques : leurs publications répondent aux normes les plus élevées en matière de #rigueur_académique, d’ #impartialité et d’#érudition. Il n’y a aucune preuve d’antisémitisme dans le programme qui a été publié, et toute allégation contraire repose sur une fausse représentation de ces universitaires et de leurs travaux. Les participants sont issus de certaines des plus prestigieuses universités d’Europe, où leurs travaux universitaires ont été entièrement examinés et approuvés. Le programme du symposium reflète à juste titre l’état actuel des discussions universitaires et des débats publics sur #Gaza et #Israël/#Palestine de manière plus générale. Nous vous exhortons à ne pas supprimer les discussions universitaires sur des questions d’#intérêt_public, même lorsque les passions s’exacerbent. Seul un engagement en faveur d’une vie intellectuelle ouverte et fondée sur des preuves peut permettre de replacer ces questions dans leur juste perspective et servir à la fois les objectifs universitaires et un débat public éclairé.

      Nous attirons votre attention sur les calomnies proférées par la LICRA, la Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme. Non seulement cette organisation mène une campagne diffamatoire contre le symposium , mais elle est depuis longtemps considérée comme un groupe dont la crédibilité scientifique est très limitée, concentrant ses efforts sur des campagnes visant à attiser les peurs et à enflammer la haine anti-arabe/musulmane/palestinienne. Le ministère de l’Enseignement supérieur et le Collège de France ne devraient pas se laisser influencer par un groupe dont les références scientifiques sont manifestement faibles et dont les objectifs sont polémiques, diffamatoires et incendiaires, sapant ainsi les critères mêmes des normes intellectuelles appliquées dans les universités françaises les plus prestigieuses. De plus, les établissements d’enseignement ont l’obligation, en période de tensions politiques exacerbées, d’acquérir et de diffuser des connaissances, de prendre en considération un large éventail de points de vue et de créer les conditions propices à un débat et à un jugement publics éclairés. Le #colloque que vous avez annulé proposait précisément cela.

      Lorsqu’une institution aussi prestigieuse que le Collège de France se laisse contraindre à censurer des activités universitaires, elle risque non seulement de perdre son #indépendance et son intégrité académiques, mais elle crée également un précédent inquiétant pour les universités qui luttent pour maintenir leurs normes internes et leurs procédures d’autogestion en ces temps de plus en plus autoritaires.

      Soyons clairs : la décision d’annuler cet événement important est un acte de censure, qui permet aux propos arbitraires et incendiaires circulant dans les médias de servir de base à une décision qui aurait dû être, et qui devrait être aujourd’hui, selon toute norme raisonnable, de soutenir le symposium et ses objectifs. Lorsque des sujets « sensibles » sont ouvertement abordés et débattus par le public, les points de vue scientifiques peuvent être affinés et diverses perspectives peuvent être ouvertement discutées et débattues. La communauté universitaire internationale s’est traditionnellement appuyée sur le Collège de France pour maintenir ces normes, malgré les demandes croissantes des groupes politiques et des responsables gouvernementaux. C’est ni plus ni moins que son #autonomie très admirée qui est en jeu, une autonomie qui a inspiré les collèges et les universités du monde entier. Nous appelons donc le Collège de France à maintenir ses principes les plus élevés et à revenir sur sa décision, afin de permettre au symposium de se dérouler avec son programme publié et important.

      Nous demandons également au ministère français de l’Enseignement supérieur de revoir le processus qui a conduit à une décision aussi malavisée, privilégiant une opinion publique incendiaire et mensongère au détriment de critères scientifiques. Cette décision aurait dû refléter l’autonomie de l’université. Le refus de modifier le jugement scientifique ou professionnel en réponse à une intervention extérieure aurait défendu cette autonomie et reflété à la fois les normes scientifiques du Collège et son attachement à la liberté académique et à la liberté de recherche.

      –-

      *Le Conseil académique de Jewish Voice for Peace est un réseau de chercheurs qui se consacrent à la promotion de la vision et des valeurs de JVP https://www.jewishvoiceforpeace.org. Forts de notre engagement commun en faveur des valeurs juives progressistes et de la libération de la Palestine, nous organisons des actions de solidarité avec la lutte pour la liberté du peuple palestinien dans les milieux éducatifs et universitaires. Nous mettons à profit nos compétences en tant que chercheurs, éducateurs et écrivains pour développer une analyse critique de la censure contemporaine sur la Palestine. Nous nous opposons à l’utilisation de l’accusation d’antisémitisme pour censurer ou criminaliser les discours critiques à l’égard du traitement réservé aux Palestiniens par l’État d’Israël. Nous défendons les droits du travail, la liberté académique et les droits d’association dans l’enseignement supérieur et confirmons les valeurs fondamentales de Jewish Voice for Peace.

      https://blogs.mediapart.fr/jewish-voice-peace-conseil-academique/blog/111125/annulation-dun-colloque-sur-la-palestine-lettre-du-conseil-academiqu
      #ESR #recherche #science #enseignement_supérieur

    • Comment le Collège de France en est venu à annuler un colloque scientifique sur la Palestine

      La décision de suspendre l’événement, prise le 9 novembre par l’administrateur de l’établissement, crée un précédent. Des universitaires dénoncent le rôle joué par le ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche, qui aurait contribué à faire du colloque un « #événement_politique ».

      Pourquoi un colloque universitaire consacré à la Palestine a-t-il été annulé au Collège de France ? La question est posée après la décision prise par l’administrateur de l’établissement de déprogrammer un événement intitulé « La Palestine et l’Europe : poids du passé et dynamiques contemporaines », qui devait se tenir les 13 et 14 novembre, coorganisé par l’historien Henry Laurens et le Centre arabe de recherches et d’études politiques de Paris (Carep Paris).

      Les motivations ayant conduit à cette décision radicale – du jamais-vu depuis le Second Empire, quand le cours d’Ernest Renan fut « suspendu jusqu’à nouvel ordre » par l’empereur Napoléon III, le 26 février 1862 – interpellent dans leur enchaînement. A en croire Thomas Römer, l’administrateur du Collège de France, elle s’est imposée « en réaction à la polémique entourant la tenue » de l’événement.

      La « polémique » a démarré avec un article du Point, publié le 7 novembre. Sous le titre « Un colloque propalestinien à haut risque », le média formule l’hypothèse de « deux journées à tendance pro-Hamas ». La liste des intervenants « ne laiss[ant] aucune place au doute », « le colloque sera propalestinien, antisioniste et décolonial », décrète l’hebdomadaire. La Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme (Licra), interrogée, y voit même un cas d’« entrisme pur et simple ».

      « Foire antisioniste »

      Dès sa parution, l’article est posté sur X par la Licra, qui annonce « saisir » le ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche, car il s’agit d’un « colloque antisioniste » et d’un « dévoiement » du Collège de France. Le 8 novembre, sur Europe 1, la vice-présidente de la ligue, l’avocate Galina Elbaz, décrit les intervenants comme des « personnalités très sulfureuses qui ont toutes eu des prises de position qui flirtaient avec l’#apologie_du_terrorisme ». Une « #foire_antisioniste » où se seraient retrouvés « défenseurs du #Hamas, militants de #BDS [Boycott Désinvestissement Sanctions], éditorialistes d’#Al-Jazira », insiste la Licra.

      Ces accusations, qui insistent sur le financement du #Carep par des fonds qataris et l’accusent d’œuvrer en sous-main pour les #Frères_musulmans, indignent Salam Kawakibi, le directeur exécutif du centre de recherche. « Nous ne sommes ni des agents du Qatar ni des Frères musulmans, déclare-t-il. Nous sommes financés par un fonds privé, et nous dépendons de l’#Arab_Center_for_Policy_Studies, le plus prestigieux think tank arabe basé à Doha et qui compte des antennes à Washington, Beyrouth, Amman, Tunis, Madrid et Paris. » Le fondateur du centre, Azmi Bishara, vient plutôt de la gauche laïque. Le conseil d’orientation du Carep Paris est dirigé par Denis Bauchard, un diplomate respecté à la retraite, ayant été ambassadeur, notamment en Jordanie et au Canada.

      Le Carep a également été accusé par Le JDD d’avoir choisi à dessein le 13 novembre, qui coïncide avec le 10e anniversaire des attentats du Bataclan et des terrasses, à Paris, et du Stade de France, à Saint-Denis (Seine-saint-Denis). La date a en réalité été proposée par l’administration du Collège de France.

      Dans un communiqué annonçant l’annulation de l’événement, dimanche 9 novembre, Thomas Römer a tenu à rappeler la « stricte neutralité de l’établissement au regard des questions de nature politique ou idéologique ». En tant que « responsable de la sécurité des biens et des personnes, ainsi que de la sérénité des événements », il explique par ailleurs n’avoir d’autre choix que de renoncer « face à la polémique, mais aussi aux risques qui se manifestent autour de ce colloque ».

      Le Collège de France a indiqué au Monde, mardi 11 novembre, que le colloque « ne contrevenait pas aux règles générales en matière de #liberté_académique », mais a souligné que « la question de la pluralité des analyses a été publiquement mise en cause par différents acteurs », ce qui aurait suffi à compromettre la tenue de l’événement. « La violence des mises en cause sur les réseaux sociaux nous a fait craindre des risques liés à d’éventuels débordements aux abords et au sein de l’amphithéâtre », ajoute-t-on.

      Henry Laurens, coorganisateur du colloque au titre du Collège de France, est l’historien français le plus reconnu sur le Proche-Orient. Contacté par Le Monde, il a souhaité s’en tenir à son « devoir de réserve et aux strictes règles de la collégialité ». Des proches le disent très affecté par les accusations d’antisémitisme portées par plusieurs polémistes. Une source interne au Collège de France estime que « l’annulation du colloque est désastreuse : elle a causé plus de bruit et de dommages que n’en aurait causé sa tenue ».
      « Tout cela est assez emblématique de ce qui se passe dans le monde académique avec des approches très orientées, un regard très militant sur la question du Proche-Orient », juge, à l’inverse, Yonathan Arfi, le président du Conseil représentatif des juifs de France, qui se félicite que le ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche se soit « largement fait écho du fait que cela dépassait le cadre usuel pour la #recherche_publique ». Dès l’annonce de l’#annulation du colloque, dans un tweet, le ministre, Philippe Baptiste, a en effet salué une « décision responsable d’une institution qui doit symboliser l’excellence du savoir (…) et, pour cela, être le lieu du débat dans toute sa #pluralité, ouvert à tous les courants de pensée ».

      « Je doute que vous soyez en mesure de garantir un débat »

      M. Baptiste n’a pas été un simple spectateur dans cette affaire. Au lendemain de la publication de l’article du Point, il a adressé une lettre à l’administrateur du Collège de France, que Le Monde s’est procurée. Dès les premières lignes, M. Baptiste considère que ce colloque fait l’objet d’une « vive #polémique ». « Sans préjuger des propos qui seront effectivement tenus, je ne peux que constater, à la lecture du programme, un parti pris sur un sujet délicat et fortement polémique », acte-t-il. Avant de mettre en garde M. Römer : « Au vu de ce programme, je doute que vous soyez en mesure de garantir un débat où le pluralisme des idées puisse pleinement s’exprimer. »
      Conscient que son statut de ministre « dans un Etat de droit » lui interdit d’empêcher la tenue d’une manifestation scientifique, Philippe Baptiste poursuit d’une phrase sibylline : « C’est mon rôle de le faire respecter [le code de l’éducation et le principe de liberté académique], et ce y compris dans le contexte de ce colloque, bien que je sois personnellement en profond désaccord avec l’angle retenu par celui-ci. »

      L’entourage du ministre assure au Monde que « c’est la décision exclusive du Collège de France que de choisir d’annuler le colloque » et qu’il n’y a eu « aucune pression » exercée par M. Baptiste. « Un événement comme celui-ci, avec la visibilité qu’il avait acquise au fil des jours, était porteur de risques de troubles à l’ordre public », justifie-t-on sans préciser sous quelle forme auraient pu avoir lieu ces troubles. C’est par « un écosystème de chercheurs, dont certains se sont émus du programme », ajoute-t-on, que le ministre a été informé, le 6 novembre, de la tenue de ce colloque.

      Selon nos informations, un groupe d’universitaires appelé « réseau de recherche sur le racisme et l’antisémitisme », structure fédérative associant huit universités et des associations dont la Licra, a produit de nombreux échanges entre les 8 et 10 novembre. Dans cette boucle qui compte des dizaines de membres de sensibilité plutôt pro-israélienne, on affirme que « certains collègues ont lâché la rampe et ne font plus aucune distinction entre leur expertise scientifique et leur #militantisme », qu’ils ont « pris l’habitude de se servir de leurs diplômes et de l’autorité morale qui en émane pour faire passer ce qui est tout bonnement de l’ordre de la #propagande [propalestinienne] ».

      On y évoque aussi la nécessité de prendre des « mesures coercitives pour les faire rentrer dans le cadre ». Enfin, on y raille le débat de clôture du colloque du Carep, qui prévoyait des prises de parole de l’ancien chef de la diplomatie française Dominique de Villepin, de la rapporteuse spéciale des Nations unies sur les territoires palestiniens occupés, Francesca Albanese, et de l’ex-haut représentant de l’Union européenne pour les affaires étrangères, Josep Borrell.

      « Accablant »

      Historienne et politiste, directrice de recherche au CNRS, Stéphanie Latte Abdallah devait intervenir au cours de l’une des tables rondes sur « Le sionisme comme projet européen d’expansion coloniale ». Elle confie être « choquée » par cette annulation et balaie tout caractère univoque dans les exposés prévus. « Il s’agit d’un colloque qui a un sujet scientifique, la Palestine et l’Europe, et des intervenants qui sont les meilleurs spécialistes de cette question, explique-t-elle. Les choix scientifiques relèvent des libertés académiques et non de la décision d’un ministre. En revanche, quand un colloque clairement politique est organisé au Sénat, le 10 novembre, par l’organisation israélienne #Elnet, financée par le gouvernement de Nétanyahou, cela ne semble poser de problème à personne. » Un autre intervenant, qui préfère garder l’anonymat, ironise : « Faudra-t-il aussi, à chaque colloque sur Israël, inviter un chercheur présentant le point de vue palestinien ? »

      Quant au panel de clôture, « il était bien séparé de la dimension purement scientifique », précise Mme Latte Abdallah. « Faire intervenir Dominique de Villepin, Josep Borrell et Francesca Albanese était un acte conclusif politico-diplomatique, centré sur des questions de #droit_international par des figures qui le portent, en plein génocide, dans un contexte où il nous oblige plus encore », décrit-elle en soulignant que « tout se passe comme si, au lieu de faire respecter le droit international, il était au contraire devenu une cible et quelque chose de dangereux ».

      Parmi les universitaires, plusieurs dénoncent une censure. D’après le politiste Fabien Jobard, directeur de recherches au CNRS et membre de l’Observatoire des atteintes à la liberté académique, « tout cela est vraiment accablant ». « Le ministre a dérogé au principe de respect de la liberté académique, et il le sait. Dans un même courrier, le ministre dit qu’il est le garant de la liberté académique, mais qu’il se garde d’agir pour la garantir. »

      Alors que le colloque était programmé depuis plusieurs mois, les organisateurs s’étonnent d’un tel revirement. « Sous couvert de garantir la #scientificité, le ministre justifie ainsi une intervention politique dans le champ de la recherche, en contradiction avec sa mission première : protéger la liberté académique », écrivent dans un communiqué, le 10 novembre, les responsables de la chaire d’histoire contemporaine du monde arabe du Collège de France et le Carep.

      Appel à la démission

      Cette annulation va « créer un précédent dangereux : il suffira désormais d’un article polémique ou d’un tweet ministériel pour censurer un colloque jugé “sensible”. Accuser ces chercheurs d’antisémitisme ou de militantisme revient à disqualifier sans fondement leurs travaux, pourtant validés par leurs pairs et publiés dans les revues scientifiques les plus prestigieuses, alertent-ils. La recherche n’a pas vocation à être équilibrée politiquement : elle doit reposer sur la compétence, la méthode et la probité intellectuelle. »

      « C’est le ministre qui a transformé ce colloque en événement politique, et c’est une première, observe l’une des intervenantes, qui souhaite taire son nom. Cela brouille toute possibilité d’une réflexion scientifique, équitable et compréhensive. On voit monter ce côté trumpiste, c’est comme une restriction de notre périmètre de recherche, alors même qu’il y a une énorme incompréhension du conflit et un manque de culture générale et de connaissance de l’histoire. »

      L’association France Universités, qui réunit les chefs d’établissement, indique avoir découvert « avec stupeur » cette annulation. Dans un communiqué daté du 10 novembre, elle exprime son incompréhension et une « vive inquiétude » à l’égard des libertés académiques. Près d’un millier de chercheurs, enseignants, étudiants ont signé une pétition dénonçant « la volonté délibérée d’empêcher la recherche académique sur Israël-Palestine, dès lors qu’elle contrevient aux cadres intellectuels portés par les soutiens à la politique israélienne », qu’ils jugent « extrêmement préoccupante ». Demandant une « réponse à la hauteur des enjeux », ils appellent à la démission de Philippe Baptiste.

      https://www.lemonde.fr/campus/article/2025/11/11/comment-le-college-de-france-en-est-venu-a-annuler-un-colloque-scientifique-

    • Annulation du colloque « La Palestine et l’Europe » au Collège de France : « Cette interdiction ouvre la voie à une ère de censure institutionnelle »

      Dans une tribune au « Monde », un collectif de plus de 300 universitaires, parmi lesquels Jean-François Bayart, Judith Butler et Pierre-Cyrille Hautcœur, s’élève contre l’annulation de l’événement. Ils y voient une « atteinte sans précédent à la liberté académique ».

      N ous, membres de la communauté scientifique, chercheurs, enseignants, étudiants et citoyens attachés à l’indépendance du savoir, exprimons notre profonde inquiétude face à l’annulation du colloque « La Palestine et l’Europe : poids du passé et dynamiques contemporaines », initialement prévu au Collège de France.
      Cette décision, prise à la suite d’un article polémique et de pressions directes exercées par le ministère de l’enseignement supérieur et de la recherche, constitue une atteinte sans précédent à la liberté académique en France. Sous prétexte de garantir l’intégrité scientifique, le ministère a légitimé une intervention politique dans le champ de la recherche, en contradiction avec sa mission première : protéger l’indépendance des universitaires et la pluralité des approches scientifiques.

      Issus d’universités prestigieuses telles que l’Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (Suisse), la School of Oriental and African Studies de Londres, l’université d’Amsterdam, l’Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS) et le Centre national de la recherche scientifique, à Paris, ou la Queen Mary University of London, les intervenants ont été injustement discrédités, sur la base d’amalgames et d’accusations infondées. Leur compétence, leur rigueur et la reconnaissance internationale de leurs travaux ne sauraient être effacées par des campagnes de dénigrement.
      Des principes mis en péril
      La recherche n’a pas vocation à plaire ni à se conformer à un « équilibre politique » dicté par le pouvoir. Elle repose sur la méthode, la critique, le débat argumenté, des principes aujourd’hui mis en péril. En confondant évaluation scientifique et contrôle idéologique, cette interdiction ouvre la voie à une ère de censure institutionnelle, où des calomnies médiatiques suffiraient à bâillonner la réflexion universitaire.

      Nous refusons que la France suive cette pente. Nous refusons que le Collège de France devienne le réceptacle d’une telle dérive. Nous affirmons que la mission des universités et des institutions de recherche n’est pas de conforter le pouvoir, mais d’éclairer la société.
      Nous appelons le Collège de France à revenir sur sa décision et à garantir la tenue de ce colloque dans le respect de la liberté intellectuelle. Nous appelons le ministère à honorer son devoir de protection de la recherche, non à en devenir le censeur. Et nous appelons la communauté scientifique tout entière, en France et en Europe, à défendre fermement le principe fondateur de toute science : le droit de penser librement.
      ¶Parmi les signataires : Michel Agier, anthropologue, directeur d’études EHESS ; Bertrand Badie, professeur émérite à Sciences Po ; Frédéric Bauden, professeur à l’université de Liège ; Jean-François Bayart, professeur à l’IHEID (Genève) ; Sophie Bessis, historienne ; Karim Emile Bitar, enseignant à Sciences Po ; Judith Butler, professeure distinguée à l’université de Californie ; Bernard Chazelle, professeur à Princeton ; Delphine Dulong, professeure à l’université Paris-I-Panthéon-Sorbonne ; François Héran, professeur honoraire au Collège de France ; Pierre-Cyrille Hautcœur, directeur d’études à l’EHESS ; Michel Kaplan, président honoraire de l’université Paris-I-Panthéon-Sorbonne ; Catherine Mayeur-Jaouen, professeure d’histoire contemporaine à Sorbonne Université ; Maurice Sartre, professeur honoraire à l’université de Tours. Liste complète des signataires à retrouver ici : https://docs.google.com/document/d/1p3GSo7mWGeE_0kWoqF_PcYMicwkzm9wK/edit

      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/11/11/interdiction-du-colloque-la-palestine-et-l-europe-au-college-de-france-cette

    • Colloque annulé au Collège de France : les manœuvres d’universitaires pro-Israël

      L’interdiction du colloque « Palestine et Europe » qui devait se tenir au Collège de France les 13 et 14 novembre suscite de nombreuses réactions. Entre stupéfaction et dénégation, le temple du savoir vacille. Comment une telle décision, portant une si grave atteinte à la liberté académique et d’enseignement a-t-elle été prise ? Le Collège de France et son administrateur ont fait l’objet de pressions orchestrées notamment par un collectif d’avocats, en coordination avec un réseau de chercheurs, le #RRA (#Réseau_de_recherche_sur_le_racisme_et_l’antisémitisme), qui a largement échangé par courriels pour parvenir à ses fins. Nous avons pu consulter ces échanges, dont la lecture révèle une entreprise coordonnée de délégitimation, de délation et d’influence.

      « Nous avons adressé un courrier à l’administrateur du Collège de France, plus copie au ministre de l’Enseignement, hier par e-mail. J’imagine que notre courrier et toutes les autres initiatives ont permis cette annulation. Bravo à tous. #Déborah_Journo »

      Par ce mail triomphal, l’avocate Déborah Journo s’enorgueillit d’avoir contribué à l’annulation du colloque « La Palestine et l’Europe », coorganisé par l’historien Henry Laurens et le Centre arabe de recherches et d’études de Paris (Carep Paris), qui devait se dérouler au Collège de France les 13 et 14 novembre et qui vient d’être déprogrammé par Thomas Römer - l’administrateur de ce prestigieux établissement.

      Le message de l’avocate est adressé à une centaine d’universitaires, regroupés sous le nom de RRA, Réseau de recherche sur le racisme et l’antisémitisme. Cette structure a été créée en 2019 et a son siège et sa direction à l’université de Picardie. Elle se présente comme un « dispositif contractuel » regroupant « des unités de recherche rattachées à différents partenaires » publics et privés. La plaquette énumère : « Universités, CNRS, associations, institutions publiques ou privées. » Ce RRA se propose de fédérer « les unités de recherche et laboratoires », de renforcer « les synergies » et d’organiser des colloques. Sa direction revendique environ 500 membres, qui communiquent beaucoup entre eux.

      Dans la boucle de mails, des membres du réseau jubilent après l’interdiction du colloque du Collège de France :

      « Je ne boude pas le plaisir de voir ce colloque annulé », lâche une chercheuse (#Danielle_Delmaire, de l’université de Lille).

      « Bravo... j’ose espérer que cela puisse nous servir au sein de nos établissements pour faire jurisprudence. Vaillamment », ajoute une autre, tout aussi satisfaite (#Véronique_Benzaken, Paris-Saclay).

      D’autres encore espèrent que la punition fera office d’avertissement : « L’idée d’inviter des politiques dans un colloque académique – fût-il orienté, malfaisant et non pluraliste – tentera moins de personnes. » (#Paul_Audi, Paris-Descartes).
      Lobby

      Pour bien comprendre ce qui se joue dans ces échanges, il faut remonter au 7 novembre dernier.

      Ce jour-là, l’hebdomadaire Le Point publie un article de son rédacteur en chef #Erwan_Seznec dénonçant la tenue, « au Collège de France », de ce que ce magazine appelle un « colloque propalestinien à haut risque », qui « réunira », selon Seznec, « des personnalités aux positions radicales ».

      L’article provoque une nouvelle panique morale dans le monde politique et médiatique, mais aussi universitaire : au sein du groupe RRA, on perçoit le colloque comme « un autre signe du basculement progressif dans la légitimation et la banalisation des actions antijuives sous couvert d’antiracisme et d’anticolonialisme » - dixit le politologue retraité Pierre-André Taguieff.

      Ce samedi 8 novembre, l’avocate Déborah Journo explique aux universitaires du RRA qu’elle écrit au ministre de l’enseignement pour « dénoncer ce colloque au sein d’un établissement public sous sa tutelle ». Le colloque est annulé et, deux jours plus tard, l’avocate se félicite de l’efficacité de son action.

      Déborah Journo est avocate, elle déclare sur LinkedIn « consacrer l’essentiel de [son] activité à des actions de lobbying auprès du gouvernement, des institutions, des ONG ». Elle est également signataire d’une tribune publiée en août dernier, et sobrement titrée : « Non, il n’y a pas de génocide à Gaza. » Après le 7-Octobre, elle a fondé l’association Actions Avocats, qui mène des actions de lobbying ou des actes juridiques notamment pour défendre « toutes les victimes du racisme, de l’antisémitisme et du terrorisme ».

      Le Collège de France, temple du savoir et de la rigueur scientifique, aurait-il été influencé par l’action de l’avocate lobbyiste ? C’est en tout cas ce dont se targue l’intéressée.

      Rappelons qu’officiellement, c’est au nom de la « sérénité des débats » et du « respect de l’intégrité scientifique » que le colloque qui devait se tenir les 13 et 14 novembre a été annulé par l’administrateur du Collège de France Thomas Römer.

      Pour le chercheur à l’origine du colloque, Henry Laurens, c’est bien « la question de la liberté académique qui est en jeu ». Il exprime des réserves quant à la possibilité de pouvoir encore l’exercer à l’avenir : « Il y a déjà un colloque qui est prévu sur Gaza avec mon collègue Didier Fassin. Au mois de décembre, on verra pour ce colloque-là. »

      #Dénigrement

      Les membres du groupe d’universitaires constitué autour de RRA tiennent des propos dénigrants et calomniateurs à l’égard de leurs collègues investis dans les études autour de la Palestine. Paul Audi écrit par exemple :

      « Personnellement je crois ces gens capables de tout. Il y a un an j’ai fait une émission de radio face à Henry Laurens, et je l’ai vu accumuler des contre-vérités et des mensonges en s’abritant derrière son “autorité”. C’était ahurissant. Ce professeur n’est pas autre chose qu’un militant. »

      Le sérieux méthodologique des enseignants et chercheurs ainsi incriminés est sans cesse remis en cause. Ils sont accusés d’être avant tout des militants, au mieux négligents sur le plan scientifique, au pire antisémites. « De Didier Fassin à Henry Laurens et quelques autres, académo-militants qui occupent le terrain, le Collège de France est en passe de devenir le Collège de la France antijuive », écrit très sérieusement #Pierre-André_Taguieff.

      « Il ne faut pas se tromper de sujet. Il faut avoir balayé le programme de ce colloque […] pour mesurer à quel point il n’a rien à voir avec le périmètre académique et pourquoi il s’agit effectivement d’un meeting », estime quant à lui l’historien Emmanuel Debono.

      Délation, fichage, calomnies : la chasse est ouverte

      Dans ce climat d’insultes et de dénigrement, certains échanges entre universitaires les mieux gradés laissent apparaître une véritable #chasse_aux_sorcières visant les chercheurs travaillant sur les questions palestiniennes, au-delà du seul cas du colloque au Collège de France.

      Le samedi 8 novembre 2025, le directeur de Sciences Po Strasbourg, Emmanuel Droit, s’inquiète de l’invitation, dans son IEP, de la chercheuse Stéphanie Latte Abdallah. Ne pouvant, dit-il, « pas faire grand-chose en interne », il écrit à son réseau afin d’obtenir des informations qui lui serviraient à prévenir la présidence de l’université de Strasbourg contre cette historienne et anthropologue : « Que savez-vous à propos de Stéphanie Latte-Abdallah ? [...] Si jamais vous avez des infos sur cette chercheuse du CNRS me permettant d’alerter la présidence de l’Unistra, je vous en serai reconnaissant. »

      Les réponses aux relents nauséabonds ne tardent pas : « Clairement militante pro-palestinienne étant elle-même d’origine palestinienne Tte sa production universitaire est là-dessus Ses interventions aussi » (#Régine_Waintrater, Paris-Cité).

      La qualité de chercheuse de Stéphanie Latte Abdallah est également attaquée dans ce climat calomniateur qui règne dans le groupe RRA : « Elle fait toutes ces déclarations douteuses dans les médias, clairement pas scientifiques, a-historiques et non vérifiées », écrit #Évelyne_Chayes (CNRS).

      Enfin l’initiateur de cette traque, #Emmanuel_Droit, répond : « Merci oui en faisant des recherches, je viens de voir qu’elle n’a que le mot génocide à la bouche.... »

      Un informateur confie à Blast que ces personnes, importantes au sein de la hiérarchie du monde universitaire, exercent une influence considérable, capable de museler les voix contestataires : « Ils ont beaucoup de pouvoir. Ils ont beaucoup de moyens d’intimider les autres. Donc, il y a beaucoup de gens qui se taisent par #peur. » De plus, « ils ne veulent pas que tout ce qui est relatif à la reconnaissance du génocide puisse être audible », analyse une autre source.

      Un autre encore nous indique que « sous une apparence et des valeurs républicaines et de laïcité, il se joue beaucoup d’ostracisme et un double discours qui s’est envenimé après le 7 octobre en soutenant Israël mais sans jamais le revendiquer vraiment ».

      Dans une autre boucle de mails, un historien propose de constituer, avec l’aide du réseau RRA, des fiches sur les intervenants du colloque annulé sur la Palestine : « Je souhaite constituer un petit groupe de volontaires pour travailler sur l’épluchage des bios de ces intervenants. Il faut du pédigrée et du verbatim, et constituer la revue de presse accablante que cet aréopage mérite. Merci de me contacter si vous souhaitez réfléchir et mettre en œuvre, rapidement, ce travail de salubrité publique. Bien à vous, Emmanuel Debono. »

      Connivences politiques

      Plusieurs membres du RRA se félicitent en outre d’avoir influencé la position de ministres dans une décision aussi sensible que celle de l’annulation du colloque prévu au Collège de France.

      L’une de ces membres, #Déborah_Levy, écrit ainsi le 9 novembre : « Les ministres Aurore Bergé et Philippe Baptiste, prévenus depuis jeudi dernier (les alertes que vous faites remonter ici sont donc précieuses), ont demandé à l’administrateur du Collège de France d’annuler ce colloque, eu égard au risque élevé de trouble à l’ordre public et afin de garantir la sécurité des personnes. »

      À plusieurs reprises, les liens de proximité et de courtoisie entre ces universitaires et l’exécutif apparaissent au fil des échanges. Le 1er novembre, #Isabelle_de_Mecquenem (université de Champagne-Ardenne) évoque ainsi « une invitation à échanger avec le ministre de l’Enseignement supérieur », avant de préciser que la rencontre n’aura finalement pas lieu en raison de « l’instabilité politique ».

      À la lecture des échanges, une inquiétude sourde de voir leur #responsabilité engagée dans la décision d’interdire le colloque apparaît chez certains membres du RRA : « Chers amis, Aucun d’entre nous n’est responsable de l’annulation du colloque. A ma connaissance, en tout cas, nous n’avons pas demandé une telle chose. Comme beaucoup d’autres, nous avons fait état de notre effarement devant la programmation d’un meeting politique au Collège de France, où il ne faisait aucun doute que les échanges “scientifiques“ annoncés étaient de la poudre aux yeux. Albanese ? Villepin ? Peut-être en invitée surprise aurions-nous vu monter à la tribune Rima Hassan… »

      On retiendra de cette histoire qu’un colloque organisé avec et par des personnalités et des scientifiques confirmés et respectés, tels que Salam Kawakibi - directeur du Centre arabe de recherches et d’études politiques de Paris - ou encore Henry Laurens, a pu être interdit entre autres sous la pression d’un #lobbying d’universitaires aux positions ouvertement favorables au gouvernement d’Israël.

      D’autre part, cet événement confirme la volonté d’empêcher la tenue de manifestations scientifiques consacrées à l’histoire de la Palestine, lorsqu’elles ne sont pas agréées par les milieux pro-israéliens. Plus grave encore, les participants font l’objet de manigances et malveillances susceptibles d’affecter leur carrière universitaire.

      La LDH, (Ligue des droits de l’Homme) dans un communiqué publié hier soir, résumait la situation en ces termes : « Cette décision interroge sur l’exercice de la liberté académique et la nécessaire diffusion auprès des citoyens du travail scientifique. (...) Les chercheurs doivent pouvoir librement, indépendamment de toutes pressions directes ou indirectes, organiser des événements scientifiques sur le thème, sous le format et les modalités qui leur paraissent appropriés. »

      Contactée ce mardi 11 novembre au sujet de l’implication du RRA dans l’annulation du colloque, #Céline_Masson, la directrice de la structure universitaire, n’a pas souhaité répondre à nos questions : elle a tenu à préciser que le RRA n’avait aucun lien avec l’annulation du colloque.

      https://www.blast-info.fr/articles/2025/colloque-annule-au-college-de-france-les-manoeuvres-duniversitaires-pro-i

    • Le colloque scientifique sur la Palestine connaît un succès inédit en ligne

      Annulé par le Collège de France, l’événement consacré à la relation entre la Palestine et l’Europe se tient les 13 et 14 novembre dans les locaux du Centre arabe de recherches et d’études politiques de Paris, devant un public très nombreux, mais à distance.

      Entrera ? N’entrera pas ? Sur un trottoir parisien, jeudi 13 novembre à 8 h 15, une cinquantaine de personnes patientent dans une file d’attente devant le Centre arabe de recherches et d’études politiques de Paris (Carep). Les locaux sont exigus, 35 places maximum, et tout le monde ne pourra pas y pénétrer, prévient un agent de sécurité. Par petits groupes, on se questionne, pour savoir qui dispose ou non d’une invitation nominative pour assister au colloque scientifique « La Palestine et l’Europe : poids du passé et dynamiques contemporaines ».

      Les entrées se font au compte-goutte. Arrive Henry Laurens, titulaire de la chaire d’histoire contemporaine du monde arabe au Collège de France, suivi de plusieurs intervenants. A quelques exceptions près, tous sont des chercheurs représentant des institutions universitaires prestigieuses à Londres, Madrid, Amsterdam, Montréal, Rome ou encore Bruxelles.
      L’incompréhension se lit sur les visages, l’inquiétude aussi. Comment le Collège de France a-t-il pu en venir à annuler cette rencontre académique ? Comment ce lieu du savoir ouvert à tous a-t-il pu « se refermer comme une huître sous la pression d’un article du Point puis du ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche ? », interroge un couple de retraités, dans la file d’attente.
      « Conditions dégradées »
      L’administrateur de l’établissement, Thomas Römer, avait annoncé l’annulation de l’événement, le 9 novembre, « face à la polémique, mais aussi aux risques qui se manifestent autour » – tels que « d’éventuels débordements aux abords et au sein de l’amphithéâtre », avait-on précisé au Monde. Dans un courrier adressé le 8 novembre à M. Römer, le ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche, Philippe Baptiste, avait confié être « personnellement en profond désaccord avec l’angle retenu » par le colloque tout en rappelant l’« entière responsabilité » de l’administrateur s’il décidait de le maintenir.
      L’événement a lieu malgré tout, ces 13 et 14 novembre, mais « dans des conditions très sensiblement dégradées, au regard, notamment, de la taille de la salle, par rapport à celles initialement prévues », a convenu le juge du tribunal administratif de Paris, saisi en référé de cette annulation par plusieurs collectifs de chercheurs et associations, le 12 novembre. Du fait de cette réorganisation dans un autre lieu et de la transmission des échanges en visioconférence, il a estimé que les libertés académique, d’expression et de réunion n’étaient pas atteintes, rejetant ainsi les pourvois formés contre le Collège de France.

      « Bienvenue dans la seule salle parisienne qui a osé accueillir ce colloque », démarre Salam Kawakibi, le directeur exécutif du Carep, co-organisateur de l’événement. Le petit auditoire, qui se tient pour partie debout, est décuplé à distance, plus de 500 personnes suivant les échanges en direct sur YouTube.
      En guise d’introduction, le chercheur en sciences politiques évoque un souvenir remontant à 2002, à Alep, en Syrie : « J’organisais à l’Institut français un colloque scientifique sur la pensée religieuse et la réforme dans le monde musulman. C’était l’époque où le pouvoir autoritaire de Bachar [Al-Assad, l’ex-président syrien] était à son apogée, voulant surveiller les respirations avant même les idées. Pourtant, le colloque a eu lieu. Les agents de sécurité sont venus, ils ont posé des questions, ont pris des notes, fait leur rapport. Mais personne n’a empêché le colloque avant qu’il ne commence. »
      « Droit de penser sans tutelle »
      En France, en 2025, « certains imaginent la recherche comme un débat télévisé », regrette le chercheur : « Ils n’ont pas compris que la science ne cherche pas l’équilibre entre les opinions mais la vérité (…). Nous revendiquons, le droit de penser sans tutelle, de discuter sans permission et de chercher sans peur. On peut interdire les colloques mais on ne peut pas interdire les questions. »
      « Malgré les pressions, les censures, le colloque se tient et nous ne pouvons que nous en féliciter », souligne l’ex-ambassadeur Denis Bauchard, président du conseil d’administration du Carep, avant de lancer les travaux, avec un exposé d’Henry Laurens. « Nous sommes en train de vivre une atteinte en règle contre les libertés académiques et l’indépendance de la recherche, renchérit auprès du Monde Bertrand Badie, professeur émérite à Sciences Po et vice-président du conseil d’administration du Carep. On est dans un moment incroyable, où l’on juge de la recherche à partir de traits qui sont prêtés à certains chercheurs de façon mensongère, au lieu de juger un travail sur la qualité et la rigueur scientifique de ce qui est produit. Aujourd’hui nous n’allons pas parler de “la Palestine”, mais de “la relation entre l’Europe et la Palestine”. Et c’est un vrai sujet de recherche qui a été très peu pratiqué. »
      Josep Borrell, ex-haut représentant de l’Union européenne pour les affaires étrangères, dont l’intervention est prévue en clôture des échanges, confie également sa « surprise » : « En Espagne, on ne peut pas imaginer qu’un ministre dise à une université ce qu’elle doit faire ou pas. »

      https://www.lemonde.fr/campus/article/2025/11/13/annule-le-colloque-scientifique-sur-la-palestine-connait-un-succes-inedit-en

    • La justice valide l’annulation du colloque du Collège de France, et c’est grave

      Le tribunal administratif de Paris a rejeté les recours contre l’annulation du colloque sur la Palestine et l’Europe qui devait se dérouler au sein du prestigieux établissement. Une décision dangereuse, fondée sur des éléments douteux, qui catalyse la mise en danger des libertés académiques.

      MercrediMercredi 12 novembre au soir, le tribunal administratif de Paris a rejeté les recours référés-liberté formés contre l’annulation du colloque intitulé « La Palestine et l’Europe : poids du passé et dynamiques contemporaines », qui devait se tenir au Collège de France jeudi 13 et vendredi 14 novembre.

      Trois jours plus tôt, dimanche 9 novembre, l’administrateur du Collège de France, Thomas Römer, a décidé d’annuler le colloque, dont le programme et les intervenants étaient connus et annoncés depuis des mois, « en réaction à la polémique » initiée par un article du Point publié le 7 novembre.

      Le 8 novembre, le ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche, Philippe Baptiste, s’était fendu d’une lettre d’une tartufferie rare adressée à Thomas Römer, prétendant à la fois défendre les libertés académiques comme des « principes fondamentaux de notre État de droit » tout en intervenant contre ces dernières. Il faisait part de son « désaccord avec l’angle retenu » et regrettait « l’impact durable » que l’organisation de ce colloque serait « susceptible d’avoir sur l’image de l’institution ».

      De son côté, le juge des référés a estimé que dans la mesure où les organisateurs de l’événement ont réussi à le maintenir aux mêmes dates dans un nouveau lieu – en l’occurrence les locaux exigus du Centre arabe de recherches et d’études politiques (Carep), co-organisateur de l’événement, à Paris –, « il n’est pas porté une atteinte grave et manifestement illégale à la liberté d’expression, à la liberté de se réunir et à la liberté académique de nature à justifier l’intervention du juge des référés dans un délai de quarante-huit heures ».
      « Un inadmissible coup porté aux libertés académiques »

      Les dizaines d’intervenants venus des quatre coins du monde, qui avaient organisé leur emploi du temps pour être présents à Paris et dont les déplacements et frais de séjour étaient déjà payés pour une somme totale avoisinant les 50 000 euros, n’ont en effet pas été privés de parole.

      « Mais il est inexact de dire que le colloque a pu se tenir, juge l’avocat Raphaël Kempf, qui avait été saisi par des organisateurs et des participants pour déposer un recours contre cette annulation et a décidé de saisir le Conseil d’État. Un colloque comme celui-ci, ce n’est pas seulement des communications, c’est aussi des échanges, des rencontres, des discussions. Par définition, la science naît de ces moments de dialogues et de débats. Or, ceux-ci ne sont pas possibles dans une salle avec une jauge de trente-cinq personnes, réduite encore par la nécessité de mettre des caméras pour diffuser le colloque en direct. »

      Celui-ci aurait dû avoir lieu dans l’amphithéâtre Marguerite-de-Navarre du Collège de France, qui peut accueillir plus de 460 personnes et dispose de dispositifs de traduction simultanée, nécessaires pour un colloque à dimension internationale.

      Pour Raphaël Kempf, « cette décision est une prime à l’ignorance et une incitation à la censure » et « constitue un inadmissible coup porté aux libertés académiques, au débat d’idées et à la possibilité de diffuser les résultats de la recherche académique ».

      Deux éléments interrogent particulièrement la décision du tribunal administratif de valider l’annulation. Le premier est la défense produite par le Collège de France, fondée essentiellement sur des graffitis vus dans la rue quinze jours avant l’ouverture du colloque et sans lien avec ce dernier.

      L’établissement avait alors déposé une plainte, que Mediapart a pu consulter, pour « dégradation ou détérioration légère d’un bien par inscription, signe ou dessins » après avoir découvert, le 3 novembre, « des graffitis mentionnant le conflit entre Israël et la Palestine, mentionnant aussi deux noms de professeurs tel que [Henry] Laurens, titulaire de chaire d’histoire contemporaine du monde arabe, et [Patrick] Boucheron, titulaire de chaire histoire des pouvoirs en Europe occidentale XIIIe et XVIe siècle, évoquant ses thèmes durant leurs cours. On y retrouve aussi des phrases mentionnant “Hamas Tueurs Violeur” [sic] ».

      Le gardien de la paix qui enregistre la plainte précise ensuite : « aucune violence [n’]a été commise envers ces deux professeurs » ; « aucun harcèlement n’a été commis envers ces deux professeurs » ; « aucune autre dégradation n’a été commise ».

      Si l’historien Patrick Boucheron n’avait rien à voir avec le colloque sur la Palestine et l’Europe, Henry Laurens, un des meilleurs historiens du Proche-Orient en France, en était l’organisateur. On se retrouve donc dans la situation ubuesque où des tags visant un professeur au Collège de France aboutissent à l’annulation du colloque que celui-ci devait organiser…

      Rappelons pour mémoire l’indignation inverse qui avait traversé la France lorsque des tags désignant des enseignants accusés d’islamophobie étaient apparus sur les murs de l’université de Grenoble. Ici, non seulement ces attaques sur les murs d’une institution académique n’ont suscité aucune indignation, mais elles ont abouti à la silenciation de celui qui en était victime.

      Le second élément est l’implication dans l’affaire du collectif Actions Avocats, une association fondée « pour lutter contre la recrudescence des actes antisémites en France, lutter contre l’apologie du terrorisme et pour la libération des otages encore entre les mains de l’organisation terroriste Hamas ».

      Ce collectif avait écrit le 8 novembre au ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche, Philippe Baptiste, pour lui faire part de « sa vive préoccupation concernant le colloque ».

      Actions Avocats rappelait dans cette lettre le fait que « la France a officiellement adopté la définition de l’antisémitisme de l’IHRA (Alliance internationale pour la mémoire de l’Holocauste) qui précise notamment que la “négation du droit à l’autodétermination du peuple juif” ou “l’application de standards différents à Israël” peuvent constituer des formes contemporaines d’antisémitisme ».

      Rappelons que cette définition est très controversée et que le juriste états-unien Kenneth Stern, qui a pourtant contribué à la forger, juge désormais que « loin de faciliter la lutte simultanée contre l’antisémitisme et contre les préjugés dogmatiques visant Israël, la tentative de censurer toute critique d’Israël la rend plus difficile ».

      Dans une boucle d’e-mails d’un groupe d’universitaires appelé « Réseau de recherche sur le racisme et l’antisémitisme », Déborah Journo, présidente d’Actions Avocats, écrit : « Nous avons adressé un courrier à l’administrateur du Collège de France + copie au ministre de l’enseignement hier par e-mail. J’imagine que notre courrier et toutes les autres initiatives ont permis cette annulation. Bravo à tous. »

      L’administrateur du Collège de France, Thomas Römer, n’ayant pas répondu à nos sollicitations, la chaîne qui a abouti à cette annulation demeure incertaine. Pression médiatique organisée par la Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme (Licra) et Le Point ? Rôle de ce « Réseau de recherche sur le racisme et l’antisémitisme » outillé juridiquement par l’association Actions Avocats ? Pression liberticide du ministre de l’enseignement supérieur et de la recherche dans sa lettre adressée à Thomas Römer ? Ou initiative personnelle de ce dernier, ainsi qu’il l’a laissé entendre devant les professeurs du Collège de France réunis lundi 10 novembre dans l’urgence ?

      Un autre doute émerge : le Germano-Suisse Thomas Römer, bibliste et grand spécialiste de l’Ancien Testament, a-t-il pu agir par crainte que ses recherches en Israël et en Cisjordanie soient compromises s’il laissait ce colloque se tenir en l’état dans sa prestigieuse institution ?
      « Un précédent d’une extrême gravité »

      Sa décision, lourde de conséquences, a, quoi qu’il en soit, fait réagir non seulement un collectif de prestigieux universitaires, qui estime que « cette interdiction ouvre la voie à une censure institutionnelle », mais aussi une partie des professeur·es du Collège de France, qui juge que cette annulation « crée un précédent d’une extrême gravité ».

      « Bien que conscients des pressions qui pesaient sur sa tenue et des responsabilités administratives qui en découlent, nous regrettons cette décision qui fait prévaloir, de façon disproportionnée, les questions de sécurité sur le respect de la liberté académique, objet de menaces croissantes en de nombreux endroits du monde », écrivent ainsi les quatorze professeur·es.

      L’annulation de ce colloque, remplacé par des communications à huis clos au goût d’ersatz, fait aussi rejaillir d’anciennes querelles, notamment celles qui ont opposé les islamologues et « djihadologues » François Burgat et Gilles Kepel, encore vives alors que la France se souvient, ce 13 novembre, des attentats de Paris et de Saint-Denis commis il y a tout juste dix ans.

      L’article du Point a ainsi mis directement en cause François Burgat, sans lien avec le colloque, mais qui fut directeur du Carep. En avril, ce centre de recherche, indépendant mais financé par des fonds publics qataris, avait apporté son soutien à ce directeur de recherche émérite au CNRS, alors que celui-ci était jugé pour apologie du terrorisme à la suite d’un message sur X où il affirmait avoir « infiniment plus de respect et de considération pour les dirigeants du Hamas que pour ceux de l’État d’Israël ». Des faits pour lesquels le tribunal d’Aix-en-Provence l’a relaxé fin mai.

      Quant au « Réseau de recherche sur le racisme et l’antisémitisme », où l’on retrouve les noms de Pierre-André Taguieff, de l’historien Emmanuel Debono ou encore d’Emmanuel Droit, directeur de Sciences Po Strasbourg, il relaye dans ses échanges d’e-mails l’obsession ancienne de Gilles Kepel, relayée par la chercheuse aux thèses complotistes et farfelues Florence Bergeaud-Blackler sur l’entrisme des Frères musulmans en France.

      Le colloque y est présenté comme une offensive frériste destinée à faire vaciller l’université française. « Les Frères et leurs collaborateurs ont un objectif précis : ils veulent administrer le chaos ; […] donc dans l’ordre a. semer la zizanie dans les démocraties occidentales ; b. profiter du chaos pour gagner du terrain en termes de pouvoirs », assure une maître de conférences en psychologie membre de ce réseau.

      Reprenant la rhétorique également présente dans le rapport très controversé commandé par le ministère de l’intérieur sur les Frères musulmans, elle explique encore que l’université est investie « comme terrain fertile principal pour semer la zizanie par exemple entre collègues, entre étudiants, au sein des directions et décanats de facs ».

      Mais outre ces rejeux de querelles plus médiatiques qu’académiques déjà anciennes, l’annulation du colloque s’inscrit évidemment dans les effets de long terme du massacre du 7-Octobre et de l’anéantissement de Gaza.

      L’article du Point a ainsi dénoncé un colloque qui risquait de se muer en « deux journées à tendance pro-Hamas ». Il pointait notamment la présence, parmi les modérateurs, de l’anthropologue Véronique Bontemps, en précisant qu’elle avait fait l’objet d’une procédure disciplinaire pour « apologie du terrorisme ».

      Signalée par des collègues sur la plateforme Pharos pour avoir relayé sur une liste interne un tract de Solidaires étudiant-e-s appelant, le 8 octobre 2023, au « soutien indéfectible à la lutte du peuple palestinien dans toutes ses modalités et formes de lutte », cette chercheuse avait dû effectivement s’en expliquer devant sa hiérarchie.

      Le fait qu’elle ait condamné les massacres de civils dans deux messages suivants et pris ses distances avec le communiqué du syndicat n’avait pas empêché une convocation dénoncée par nombre de chercheurs.

      « Après deux ans de génocide, on a l’impression d’être revenus au point de départ : c’est-à-dire que le simple fait de parler de la Palestine peut vous valoir des accusations d’apologie du terrorisme. À ce sujet, Le Point a écrit que j’avais fait l’objet d’une procédure disciplinaire du CNRS pour “apologie du terrorisme”, sans préciser que j’avais été blanchie de cette accusation », explique-t-elle aujourd’hui à Mediapart.

      L’état des libertés académiques, notamment quand il est question de la Palestine, sera tout bientôt de nouveau à l’ordre du jour puisque, le 16 décembre, doit se tenir, toujours au Collège de France, une journée d’études intitulée « Politics and Poetics on the Ruins of Gaza » (« Politique et poésie sur les ruines de Gaza »), organisée par le professeur Didier Fassin.

      Le titulaire de la chaire « Questions morales et enjeux politiques dans les sociétés contemporaines » assure à Mediapart qu’il a reçu « l’assurance de l’administrateur du Collège de France qu’il ne sera[it] pas annulé » même s’il ne doute pas que son colloque fera « l’objet d’attaques et de pressions ».

      https://www.mediapart.fr/journal/culture-et-idees/131125/la-justice-valide-l-annulation-du-colloque-du-college-de-france-et-c-est-g

  • #Diella, première #ministre artificielle en #Albanie : le #piège de la #féminisation des #IA

    Pour la première fois dans l’histoire, une intelligence artificielle a fait en Albanie son entrée au sein d’un #gouvernement. Au-delà des questionnements sur la place des IA dans la #décision_publique, la nomination de Diella comme ministre chargée des #marchés_publics suscite des interrogations sur la féminisation quasi systématique des avatars IA. Cette pratique trompeuse qui entretient les #stéréotypes de #genre perpétue l’#objectification des femmes et facilite la #manipulation.

    Le gouvernement albanais vient de créer la surprise en nommant Diella, une intelligence artificielle (IA), au poste de ministre des marchés publics. Présentée comme un atout dans la lutte contre la #corruption, Diella serait chargée d’analyser les #appels_d’offres, repérer les #conflits_d’intérêts et garantir l’#impartialité des #décisions_publiques.

    Cette initiative inédite marque une étape historique. Pour la première fois, une IA entre officiellement dans un gouvernement, ici, sous les traits d’un #avatar_numérique féminin. Mais au-delà du coup médiatique, et des questionnements éthiques que peut soulever cette nomination – peut-on vraiment gouverner avec une IA ?, elle suscite des interrogations fondamentales sur la féminisation quasi systématique des agents IA.

    Pourquoi Diella est-elle une #femme artificielle ? Et quelles sont les implications de cette féminisation de l’IA ?

    Diella : un cas d’école problématique

    L’IA a déjà été utilisée comme outil de gouvernance. Certaines villes se servent, par exemple, des #algorithmes pour optimiser les #transports ou pour détecter la #fraude. Mais en nommant une IA au rang de ministre, l’Albanie franchit une étape symbolique majeure : plus qu’un outil, elle devient une #figure féminine publique, censée incarner des #valeurs de #transparence et de #justice.

    La #promesse est séduisante : même si une IA peut reproduire ou amplifier les #biais de ceux qui l’ont programmée, une machine ne peut, en théorie, ni accepter de pots-de-vin ni favoriser des proches. Elle paraît offrir une garantie d’impartialité dans un pays où les scandales de corruption entachent la vie politique. L’Albanie est, en effet, classée 80e sur 180 pays dans l’indice de perception de la corruption, selon Transparency International.

    Mais cette vision occulte un problème central : les conséquences éthiques de la féminisation de l’IA sont loin d’être anodines.

    Pourquoi les IA sont-elles presque toujours féminines ?

    Depuis #Siri (Apple), #Alexa (Amazon) #Cortana (Microsoft) ou encore #Sophia, le premier robot ayant obtenu la nationalité saoudienne en 2017, la plupart des assistants virtuels et robots intelligents ont été dotés d’une voix, d’un visage, d’un corps ou d’un prénom féminins. Ce n’est pas un hasard.

    Dans une première recherche sur la question, nous avons montré que nous percevons les bots féminins comme plus chaleureux, plus dignes de confiance, voire même plus humains que leurs équivalents masculins.

    Pourquoi ? Parce que les femmes sont, en moyenne, perçues comme plus chaleureuses et plus susceptibles d’éprouver des #émotions que les hommes… et ces qualités font défaut aux machines. La féminisation des objets en IA contribue donc à humaniser ces objets.

    Cette féminisation s’appuie sur des stéréotypes bien ancrés : la femme serait « naturellement » plus douce, attentive et empathique. En dotant leurs machines de ces attributs, les concepteurs compensent la froideur et l’artificialité des algorithmes et facilitent leur acceptation et leur adoption.

    Quand la féminisation devient #manipulation

    Mais cette pratique soulève des problèmes éthiques majeurs, que j’ai développés dans un article récent publié dans les pages du Journal of Business Ethics.

    Cet article compare les implications éthiques de l’usage d’attributs genrés et sexués féminins dans deux contextes. D’un côté, la #publicité, où l’on recourt depuis longtemps à des #représentations_féminines idéalisées pour séduire les consommateurs. De l’autre, les agents IA, qui reprennent aujourd’hui ces mêmes codes. Cette mise en parallèle permet de montrer que, dans les deux cas, la féminisation engendre trois dangers majeurs : #tromperie, #objectification, et #discrimination.

    - La tromperie et la manipulation

    Attribuer artificiellement des caractéristiques humaines et féminines à des machines exploite nos réactions inconscientes et automatiques aux traits néoténiques (caractéristiques juvéniles associées aux traits féminins comme les yeux ronds, des traits arrondis) qui évoquent inconsciemment l’innocence et, donc, l’honnêteté et la sincérité.

    Cette manipulation subtile pourrait faciliter l’acceptation de décisions algorithmiques potentiellement problématiques. Une IA féminisée fait croire qu’elle est plus humaine, plus empathique, plus « digne de confiance ». Or, il ne faut pas oublier qu’il s’agit d’un programme informatique, sans émotions ni conscience – question qui commence à être discutée –, dont les décisions peuvent être biaisées voire instrumentalisées.

    – L’objectification littérale

    Contrairement à la publicité qui compare métaphoriquement les femmes à des objets, l’intelligence artificielle va plus loin : elle transforme littéralement la femme en objet programmable (une machine, un algorithme). Les IA féminines réduisent les attributs féminins à de simples outils de service : des machines obéissantes, disponibles en permanence. Cette mécanisation de la féminité reproduit et amplifie les logiques publicitaires d’objectification, mais avec une dimension inédite : l’interactivité.

    Résultat, des chercheurs relèvent la persistance de propos agressifs et à caractère sexuel dans les interactions avec ces assistantes, normalisant ainsi des comportements abusifs envers les « femmes-machines » qui risquent de se reporter sur les vraies femmes… In fine, l’humanisation et la féminisation de l’IA peut paradoxalement conduire à une déshumanisation accrue des femmes.

    - La perpétuation de stéréotypes

    À première vue, Diella pourrait apparaître comme une victoire symbolique : une femme – même virtuelle – accède à un poste de ministre. Dans un pays où la politique reste dominée par les hommes, et alors que la plupart des IA féminines sont des assistantes, certains y verront un signe d’égalité.

    Mais cette lecture naïve et optimiste occulte un paradoxe. Alors que les femmes réelles peinent à accéder aux plus hautes fonctions dans de nombreux gouvernements, c’est une femme artificielle qui incarne l’intégrité au pouvoir. Surnommée « la servante des marchés publics », c’est en réalité une femme sans pouvoir d’agir. On retrouve ici un vieux schéma : « l’Ève artificielle », façonnée pour correspondre à un idéal de docilité et de pureté. Une ministre parfaite, car obéissante et inaltérable… et qui ne remettra jamais en cause le système qui l’a créée.

    L’IA au féminin, sainte dévouée ou Ève manipulatrice

    La féminisation des IA repose en réalité sur deux tropes profondément enracinés dans notre imaginaire, qui réduisent l’identité féminine à l’archétype de la sainte dévouée ou de l’Ève manipulatrice.

    La #sainte_dévouée, c’est l’image de la femme pure, obéissante, entièrement tournée vers les autres. Dans le cas de Diella, elle se manifeste par une promesse de transparence et de loyauté absolue, une figure de vertu incorruptible au service de l’État et de son peuple.

    La représentation visuelle de Diella rappelle d’ailleurs fortement l’iconographie de la Vierge Marie : visage doux, regard baissé, attitude humble, et voile blanc. Ces codes esthétiques religieux associent cette IA à une figure de pureté et de dévouement absolu. Mais en faisant de l’IA une figure féminine idéalisée et docile, on alimente un sexisme bienveillant qui enferme les femmes réelles dans ces mêmes stéréotypes.

    L’Ève manipulatrice : dans la culture populaire, la confiance accordée à une IA féminisée se transforme en soupçon de tromperie ou de danger. Exemple emblématique : le film de science-fiction Ex Machina, dans lequel le héros est dupé par une IA dont il tombe amoureux.

    Si Diella venait à servir d’instrument politique pour justifier certaines décisions opaques, elle pourrait elle aussi être perçue sous ce prisme : non plus comme une garante de transparence, mais comme une figure de dissimulation.

    Ces deux représentations contradictoires – la vierge sacrificielle et la séductrice perfide – continuent de structurer nos perceptions des femmes et se projettent désormais sur des artefacts technologiques, alimentant une boucle qui influence à son tour la manière dont les femmes réelles sont perçues.

    Pour une IA non humanisée et non genrée

    Plutôt que d’humaniser et de genrer l’IA, assumons-la comme une nouvelle espèce technologique : ni homme ni femme, ni humaine ni divine, mais un outil distinct, pensé pour compléter nos capacités et non pour les imiter. Cela suppose de lui donner une apparence et une voix non humaines, afin d’éviter toute confusion, toute tromperie et toute manipulation.

    Le développement des IA devrait s’appuyer sur une transparence totale, en représentant l’IA pour ce qu’elle est vraiment, à savoir un algorithme.

    Enfin, les concepteurs devraient rendre publics la composition de leurs équipes, les publics visés, les choix de conception. Car, derrière l’apparente neutralité des algorithmes et de leur interface, il y a toujours des décisions humaines, culturelles et politiques.

    L’arrivée de Diella au gouvernement albanais doit ouvrir un débat de fond : comment voulons-nous représenter l’IA ? Alors que ces technologies occupent une place croissante dans nos vies, il est urgent de réfléchir à la façon dont leur représentation façonne nos démocraties et nos relations humaines.

    https://theconversation.com/diella-premiere-ministre-artificielle-en-albanie-le-piege-de-la-fem
    #AI #intelligence_artificielle

  • Politiques publiques : passer de l’#IA… à la #dénumérisation

    L’intelligence artificielle et son monde est en train de prendre la main sur les #politiques_publiques, au risque de nous laisser sans échappatoire, alerte Dan McQuillan.

    L’IA prédictive comme générative semble offrir une multitude d’avantages à l’élaboration des politiques publiques : de l’analyse de données complexes à l’optimisation des ressources. Elle semble à la fois être capable d’apporter une vision globale et d’identifier les leviers permettant de la modifier. Recourir à l’IA signifie mettre en place des politiques conduites par les données, ce qui permet d’assurer une forme d’#objectivité, notamment quant il s’agit de rationner le #service_public

    Mais, cette production de solutions politiques semble oublier que l’IA est incapable de résoudre les #problèmes_structurels. Elle propose des #solutions_performatives qui obscurcissent et amplifient les problèmes, explique l’iconoclaste #Dan_MacQuillan dans un article pour la Joseph Rowntree Foundation, une association britannique de lutte contre la pauvreté, qui a initié une réflexion sur l’usage de l’IA pour le #bien_public. Dan McQuillan est maître de conférence au département d’informatique de l’université Goldsmiths de Londres. Il est l’auteur de Resisting AI, an anti-fascist approach to artificial intelligence (Résister à l’IA, une approche anti-fasciste de l’intelligence artificielle, Bristol University Press, 2022, non traduit) dont nous avions déjà parlé.

    McQuillan rappelle que l’IA, par principe, consiste à produire des #corrélations réductrices plutôt que des analyses causales. « La complexité de l’IA introduit une #opacité fondamentale dans le lien entre les #données_d’entrée et les #résultats, rendant impossible de déterminer précisément pourquoi elle a généré un résultat particulier, empêchant ainsi toute voie de recours. Ce phénomène est aggravé dans les applications concrètes, où les résultats apparemment fiables de l’IA peuvent devenir auto-réalisateurs. Un #algorithme d’apprentissage automatique qualifiant une famille de « difficile » peut ainsi créer une #boucle_de_rétroaction entre les membres de la famille et les #services_sociaux. De cette manière, l’IA imite des phénomènes sociologiques bien connus, tels que les #stéréotypes et la #stigmatisation, mais à grande échelle ». Ses inférences au final renforcent les #stratifications_sociales de la société comme pour les rendre acceptables.

    Or, rappelle le chercheur, « une bonne politique doit impérativement être ancrée dans la réalité ». C’est pourtant bien ce lien que rompent les calculs de l’IA, à l’image des #hallucinations. Celles-ci proviennent du fait que l’IA repose sur l’#imitation_du_langage plutôt que sa #compréhension. Le même principe s’applique à toutes les #prédictions ou #classifications que produit l’IA. « Que l’IA soit appliquée directement pour prédire la #fraude aux #aides_sociales ou simplement utilisée par un décideur politique pour « dialoguer » avec une multitude de documents politiques, elle dégrade la #fiabilité des résultats ».

    Des données probantes suggèrent déjà que l’imbrication des #algorithmes dans les solutions politiques conduit à une appréciation arbitraire de l’#injustice et de la #cruauté. Les #scandales abondent, de #Robodebt en Australie à l’affaire des allocations familiales aux Pays-Bas, qui auraient tous pu être évités en écoutant la voix des personnes concernées. Mais l’IA introduit une #injustice_épistémique, où la capacité des individus à connaître leur propre situation est dévaluée par rapport aux abstractions algorithmiques. Si l’IA, comme la #bureaucratie, est présentée comme une forme généralisée et orientée vers un objectif de processus rationnel, elle engendre en réalité de l’#inconscience : l’incapacité à critiquer les instructions, le manque de #réflexion sur les conséquences et l’adhésion à la croyance que l’ordre est correctement appliqué. Pire encore, l’IA dite générative offre la capacité supplémentaire de simuler une large consultation, que ce soit par « l’interprétation » hallucinatoire d’un grand nombre de soumissions publiques ou par la simulation littérale d’un public virtuel et prétendument plus diversifié en remplaçant des personnes réelles par des avatars d’#IA_générative. Une technique, qui, si elle a l’avantage de réduire les coûts, est dénoncée par des chercheurs comme contraire aux valeurs mêmes de l’enquête et de la recherche, rappelait Scientific American. « L’approche technocratique mise en œuvre par l’IA est à l’opposé d’un mécanisme réactif aux aléas de l’#expérience_vécue », explique McQuillan. « L’IA n’est jamais responsable, car elle n’est pas responsable ». Si l’on considère les attributs de l’IA dans leur ensemble, son application à l’élaboration des politiques publiques ou comme outil politique aggravera l’#injustice_sociale, prédit le chercheur. L’apport de l’IA à l’ordre social ne consiste pas à générer des arrangements de pouvoir alternatifs, mais à mettre en place des mécanismes de classification, de #hiérarchisation et d’#exclusion.

    Chaque signalement par l’IA d’un risque de #fraude, d’un classement d’une personne dans une catégorie, mobilise une vision du monde qui privilégie des #représentations_abstraites à la complexité des relations vécues, et ce dans l’intérêt des institutions et non des individus. « Imprégnées des injustices criantes du #statu_quo, les solutions de l’IA tendent inexorablement vers la #nécropolitique, c’est-à-dire vers des formes de prise de décision qui modifient la répartition des chances de vie par des désignations de disponibilité relative. Détourner massivement les individus des parcours éducatifs ou des prestations sociales dont ils ont besoin pour survivre, par exemple, constitue un #filtre_algorithmique pour déterminer qui est bienvenu dans la société et qui ne l’est pas ».

    Le problème, c’est que la pression sur les décideurs politiques à adopter l’IA est immense, non seulement parce que ses #biais viennent confirmer les leurs, mais plus encore du fait des engagements commerciaux et des promesses économiques que représente le développement de ce secteur. Et McQuillan de regretter que cette orientation nous éloigne de l’enjeu éthique qui devrait être au cœur des politiques publiques. La politique s’intéresse de moins en moins aux injustices structurelles de la société. « Un monde où l’élaboration et la mise en œuvre des politiques publiques reposent sur l’IA est aussi un monde qui confère un #pouvoir considérable à la petite poignée d’entreprises capables de disposer de ces ressources ». Par essence, « l’adoption de l’IA constitue un engagement en faveur de l’#extractivisme et d’un transfert de contrôle à un niveau qui supplante toute politique réelle ».

    En fait, explique McQuillan, adopter l’IA dans l’élaboration des politiques publiques revient à soumettre les politiques à des agendas corporatifs et idéologiques plus vastes (à savoir se soumettre à ceux qui ont déjà décidé que l’avenir de la civilisation réside dans l’intelligence artificielle générale (IAG), ceux qui ont décidé que la meilleure réponse à la crise structurelle est de la masquer sous le battage médiatique de l’IA, et ceux qui ont conclu que le meilleur moyen de maintenir les revenus en période de récession mondiale est de remplacer les travailleurs réels par des émulations d’IA de mauvaise qualité). L’impact net de l’IA dans l’élaboration des politiques la rendrait plus précaire et favoriserait l’externalisation et la #privatisation sous couvert d’une #technologie surmédiatisée. Il s’agit d’une forme de « #stratégie_du_choc », où le sentiment d’urgence généré par une technologie prétendument transformatrice du monde est utilisé comme une opportunité pour l’#emprise des entreprises et pour transformer les systèmes sociaux dans des directions ouvertement autoritaires, sans réflexion ni débat démocratique.

    Pour Dan McQuillan, plutôt que de se demander comment l’IA va imprégner l’élaboration des politiques, il faudrait se concentrer sur des politiques publiques qui favorisent la dénumérisation. C’est-à-dire favoriser une stratégie sociotechnique de réduction de la #dépendance à l’échelle computationnelle, de participation maximale des communautés concernées et de reconnaissance accrue du fait que le raisonnement computationnel ne saurait se substituer aux questions politiques exigeant un jugement réfléchi et perspicace. L’IA, en tant qu’appareil de calcul, de concepts et d’investissements, est l’apothéose de la « vue d’en haut », l’abstraction désincarnée du savoir privilégié qui empoisonne déjà nombre de formes d’élaboration des politiques. Pour McQuillan, un pivot vers la « #décomputation » est une façon de réaffirmer la valeur des #connaissances_situées et du contexte sur le seul passage à l’échelle. Contrairement aux prédictions et simulations de l’IA, notre réalité commune est complexe et intriquée, et la théorie ne permet pas de prédire l’avenir. Cela ne signifie pas que nous ne pouvons pas progresser vers des objectifs tels que la justice sociale et une transition juste, mais la dénumérisation suggère de les aborder de manière à la fois itérative et participative. Le véritable travail de restructuration réoriente l’attention des technologies toxiques vers le développement de techniques de #redistribution du #pouvoir_social, telles que les #conseils_populaires et les #assemblées_populaires. Bref, pour sortir de l’enfermement des politiques publiques de l’abstraction qu’impose l’IA, il faut prendre un virage contraire, suggère McQuillan. Un constat qui n’est pas si éloigné de celui que dresse le chercheur Arvind Narayanan quand il invite à limiter l’emprise du calcul sur le social, même s’il est exprimé ici d’une manière bien plus radicale.

    https://danslesalgorithmes.net/2025/10/07/politiques-publiques-passer-de-lia-a-la-denumerisation
    #intelligence_artificielle #AI

  • Peter Thiel warnt : Der Antichrist will Künstliche Intelligenz regulieren
    https://www.telepolis.de/features/Peter-Thiel-warnt-Der-Antichrist-will-Kuenstliche-Intelligenz-regulieren-1

    Peter Thiel bei einem Vortrag (Bild : mark reinstein / Shutterstock.com)

    La stratégie des Thiel et Trump est une lutte contre l’antichrist. Ces milliardaires détraqués se servent de l’absence de formation et de culture de leur électorat pour répandre une vision du monde où leur richesse monstrueuse est le seul rempart contre les forces du mal. Chomsly avait raison quand il désigna Trump comme plus dangereux que Hitler.

    27.9.2025 von Bernd Müller - Mit religiösen Endzeitvisionen warnt Tech-Investor Peter Thiel vor KI-Regulierung: Wer die Technologie zügelt, bereitet dem Antichristen den Weg.

    Der Tech-Milliardär und PayPal-Mitgründer Peter Thiel hat mit einer vierteiligen Vortragsreihe für Aufsehen gesorgt: Darin warnt er eindringlich vor den Gefahren einer staatlichen Regulierung von Wissenschaft, Technologie und insbesondere Künstlicher Intelligenz (KI).

    Für Thiel ist klar: Wer KI regulieren will, ebnet dem Antichristen den Weg und riskiert nichts weniger als das Ende der Welt.

    Der Antichrist als Regulierer: Thiels düstere Prophezeiung

    In seinen vom Acts 17 Collective organisierten Vorträgen zeichnet Thiel ein apokalyptisches Bild der nahen Zukunft: Atomkriege, Umweltkatastrophen, Biowaffen und autonome Killerroboter, gesteuert von KI, werden die Menschheit an den Rand des Abgrunds bringen.

    Doch die eigentliche Bedrohung sieht er in einer Ein-Welt-Regierung, die angesichts dieser existenziellen Risiken Frieden und Sicherheit verspricht – aber in Wahrheit die Ankunft des Antichristen markiert.

    Thiel stützt sich auf die Theorie, dass der Antichrist als charismatische Person oder Organisation auftreten könnte, die ständig vor dem Weltuntergang warnt und so die Gesellschaft dazu bringt, ihr die Macht zu geben, Wissenschaft und Technologie zu regulieren. Der US-Präsident könnte ein Kandidat für den Antichristen sein, so Thiel – vermutlich, wenn er damit anfinge, die Technologien zu regulieren.

    Doch genau diese Regulierung, so Thiel, werde das Kommen des Antichristen erst recht beschleunigen.

    Geschäftsinteressen und Endzeit-Rhetorik: Thiels zwiespältige Rolle

    Was Thiels Warnungen so brisant macht, ist die Tatsache, dass er selbst massiv in jene Technologien investiert, deren Regulierung er als Werk des Antichristen brandmarkt. Als Gründer von Palantir und Risikokapitalgeber hat er ein vitales Interesse an einem unregulierten Tech-Sektor – und scheut nicht davor zurück, religiöse Ängste für seine Agenda zu instrumentalisieren.

    Kritiker sehen darin einen gefährlichen Widerspruch: Thiel profitiert von den Technologien, die er als Bedrohung darstellt, und nutzt apokalyptische Rhetorik, um berechtigte Regulierungsbestrebungen zu diskreditieren.

    Religiöser Libertarismus: Thiels politische Vision

    Doch es geht Thiel um weit mehr als seine Geschäftsinteressen. Sein religiös gefärbter Libertarismus zielt auf eine radikale Neuordnung der Gesellschaft ab: Liberale Demokratie und globale Institutionen betrachtet er als Vorstufe einer tyrannischen Weltregierung.

    Als Gegenentwurf propagiert er eine „starke Ordnung“, die sich auf den rätselhaften „Katechon“ aus der christlichen Apokalyptik beruft – eine Macht, die das Chaos aufhält.

    Gemeinsam mit Gesinnungsgenossen wie dem Monarchisten Curtis Yarvin und dem bekennenden Katholiken JD Vance, den er zum US-Vizepräsidenten machte, arbeitet Thiel an einer christlich-libertären Gegenordnung.

    Unheilige Allianzen: Wenn Glaubenseifer auf Tech-Milliarden trifft

    Thiel ist nicht der einzige Tech-Mogul, der religiöse Motive mit handfesten wirtschaftlichen Interessen verquickt. Gerade in den USA gibt es eine wachsende Allianz zwischen konservativ-religiösen Kreisen und libertären Milliardären, die gegen staatliche Regulierung Sturm laufen.

    Experten warnen vor den Folgen: Wenn Glaubenseifer auf die Milliarden und den Einfluss der Tech-Elite trifft, geraten die Fundamente der liberalen Demokratie ins Wanken. Sachliche Debatten über Regulierung werden unmöglich, wenn Giganten wie Thiel ihre Agenda mit der Autorität des Glaubens untermauern.
    Fazit: Die Gefahr der digitalen Apokalypse

    Peter Thiels Vortragsreihe ist ein Alarmsignal: Sie zeigt, wie religiös-libertäre Ideologien im Silicon Valley an Einfluss gewinnen. Unter dem Deckmantel apokalyptischer Warnungen betreibt Thiel einen Feldzug gegen jede Form von staatlicher Regulierung – insbesondere im Bereich Künstlicher Intelligenz.

    Doch seine Argumentation ist mehr als fragwürdig: Ausgerechnet jene Technologien, mit denen er sein Vermögen gemacht hat, stilisiert er nun zur Bedrohung der Menschheit. Gleichzeitig arbeitet er an einer autoritären Gegenordnung, die auf religiösem Fundamentalismus und radikaler Regulierungsfeindlichkeit basiert.

    Als einer der reichsten und best-vernetzten Tech-Investoren hat Thiel die Mittel und den Einfluss, die politische Debatte zu prägen. Seine Kritik an der KI-Regulierung ist nur ein Aspekt einer umfassenderen Agenda, die auf nichts weniger als eine Neuerfindung der westlichen Gesellschaft abzielt.

    #USA #impérialisme #fascisme #technocratie #objectivsmie #nazis #idiocratie

  • Francesca Albanese, UN Special Rapporteur oPt sur X : «Il male del nostro tempo sta tutto in questa domanda mostruosa: “definisci bambino” dinanzi a chi denuncia il massacro di decine di migliaia di bimbi Palestinesi a Gaza. E sta anche in chi permette di fare una tale domanda in TV, in nome del “contraddittorio”.» / X

    Il male del nostro tempo sta tutto in questa domanda mostruosa: “definisci bambino”dinanzi a chi denuncia il massacro di decine di migliaia di bimbi Palestinesi a Gaza.
    E sta anche in chi permette di fare una tale domanda in TV, in nome del “contraddittorio”.

    #objectivité#MSM #sans_vergogne

  • Comment on Arnauld Bernard and the article in Politico (20250905) -

    via https://diasp.eu/p/17852157

    cf. Eldridge Colby - The Strategy of Denial (2021) - China, Asia, and the Anglo-American Hegemony

    x.com/RnaudBertrand/status/196…

    politico.com/news/2025/09/05/p…

    by oAnth - Isar Athenian.

    Whenever I read that the US is withdrawing its obvious influence from a region, I immediately suspect that the opposite is true. Influence through military proxy alliances, supported by ideologically and medially sophisticated disinformation strategies, coup d’états, as the course and catastrophic effects of the war in Ukraine in Europe all too clearly demonstrate, are usually part of this rhetorical approach to conceal hegemonic long-term intentions.

    If @RnaudBertrand’s assumption proves to be correct, Europe and Latin America will (...)

    • (... Europe and Latin America will) face even more difficult times in the next 50 years under the media-driven and by digitation controlled disinformation strategies coordinated by the US and British NATO hegemony, and more and more under open right-wing dictatorships.

      Some Latin American countries may be supported by the BRICS+ states in order to withstand this pressure, but 90% of Europe’s politically and media-relevant class now consists of a Western-selected nomenclature, regardless of which of the relevant political parties is involved.

      The Anglo-Americans will stop at nothing to maintain their influence on these two continents. Economic and ideological impoverishment, deindustrialization, wars and social unrest will be the order of the day. Schools and universities are already (not only in Germany, were these lines are written) and will be even more rigorously subordinated to these goals.

    • cf.

      The Marathon Initiative
      Strategic Sequencing, Revisited

      – A.Wess Mitchell

      https://themarathoninitiative.org/wp-content/uploads/2024/10/Strategic-Sequencing-Revisited-Final-2024-10.pdf

      October 18, 2024

      The United States faces a growing risk of multi-front war against Russia, China and Iran. The optimal response to this danger would be a sequential strategy aimed at inflicting a strategic defeat on Russia in Ukraine on a faster timeline than China is prepared to move against Taiwan. But for that strategy to work, the United States must use the current window wisely to shore up the situation in Eastern Europe, broker a more effective division-of-labor with allies in Europe and the Indo-Pacific, and reform the U.S. defense industrial base.

      A. Wess Mitchell

      [....]

    • ... and there is already an update:

      How to Understand Trump’s Russia Strategy

      https://nationalinterest.org/feature/how-to-understand-trumps-russia-strategy

      September 2, 2025
      By: A. Wess Mitchell

      Diplomacy with Russia is not capitulation, and talking to Vladimir Putin is not a reward for good behavior.The recent hardening of Russian president Vladimir Putin’s position on Ukraine has led some critics to claim that the Trump meeting in Anchorage was a waste of time. A few have gone further and alleged that Trump effectively capitulated to Putin in the meeting, drawing the obligatory comparisons to Neville Chamberlain’s appeasement of Adolf Hitler at Munich in 1938.

      This is bad history and poor analysis. In fact, Trump’s diplomacy with Putin was a potentially game-altering move that could pay significant strategic dividends down the road. By focusing on immediate outcomes for Ukraine, critics are missing both the underlying logic of Trump’s moves and their potential benefits for US national interests and international stability.

      […]

  • Peter Thiel : The Billionaire Buying the End of Democracy
    https://perfectunion.us/peter-thiel-the-billionaire-buying-the-end-of-democracy

    On le savait depuis The Perks of Being a Wallflower de Stephen Chbosky : la pensée égocentrique anticommuniste d’Ayn Rand allait faire des dégats. Depuis l’adepte de son « objectivisme » Peter Thiel a crée sa « church of money » qui doit lui servir à établir un régime mondial de « paypal supremacy » avec lui comme pontife à vie.

    Trumps n’est qu’un pion rusé sur l’échequier anarcho-capitaliste, l’homme de liaison entre mafias, capitalistes états-uniens, suprémacistes de tous bords et praticiens d’apartheid exterminatrice génocidaire et sans vergogne. Nous sommes tous pareils, un néant face au dieu de l’argent et son grand-prêtre..

    14.11.2022 by Sean Morrow - Billionaire Peter Thiel wants unfettered corporate power and the destruction of government institutions. This election got him closer than ever.

    We all live in Peter Thiel’s world. From business to technology to politics, he’s used his massive wealth to shape society and control your life. And he wants even more power.

    In 2022, Thiel’s investment in handpicked far-right candidates — some of whom he nurtured for years — shaped the narrative for the entire election.

    [News clip]: JD Vance will be the next Republican Senator, a victory for Peter Thiel who spent millions backing JD Vance.

    But Thiel wasn’t always on top of the world. In 1996 Peter Thiel was lost — a law school graduate and the author of a middling book on the dangers of diversity.

    [Peter Thiel]: The problem of racism, sexism, other forms of oppression have been vastly exaggerated.

    But then he found something: venture capital. In just a few short years Thiel took a million dollar investment from friends and family and created a massive amount of wealth for himself. Lots of tech founders say they’re going to change the world — it’s a big part of the VC schtick — but Thiel is different.

    [Peter Thiel]: Our goal was nothing less than to replace the U.S. dollar by creating a new digital currency.

    For him, it wasn’t about making a pitch sound good to investors, it was about using the philosophy of venture capital investing to forcibly shape the world to his liking. And the world Peter Thiel wants to create is chilling, and rooted in VC philosophy: monopolization, anti-democratic ideology, and absolute power for corporations over American working people.

    This is The Class Room from More Perfect Union, and today we’re looking at How Peter Thiel Got Rich — and what it means for the rest of us.

    Growing up, Peter Thiel was like a classic nerd trope: obsessed with Dungeons and Dragons and sci-fi. Not just Star Wars and Star Trek, but the real stuff — Clark, Asmiov, Heinlein. He was a chess star, and the head of the math team.

    Thiel’s good grades and familial wealth earned him a spot at Stanford University — for undergrad and law school — where he got into his first venture, an alternative student newspaper aimed at conservatives, The Stanford Review. The publication was Thiel’s response to what he perceived as a takeover by the ‘politically correct.’ It seemed designed to offend: calling the school’s sexual assault regulations too strict, excortiating diversity initiatives, and attacking anything that questioned “western culture.”

    The Review was the beginning of Thiel’s later network. Many of the students who wrote for or staffed the far-right newspaper would end up as Thiel’s future business partners.

    Stanford is also where Thiel was introduced to philosopher and professor René Girard, who influenced Thiel’s worldview. Girard wrote about how humans intently imitate each other, and how that holds society back. He specifically pointed to human’s competitive nature holding back scientific and technological progress.

    Thiel really connected to this viewpoint, and it fueled his belief that monopolies are actually a good thing.

    [Peter Thiel]: If you’re a startup, you want to get to monopoly. You’re starting a new company, you want to get to monopoly.

    Before graduating, Thiel wrote one last op-ed for the Review, where he said, “The PC alternative to greed is not personal fulfillment or happiness, but anger at and envy of people who are doing something more worthwhile.”

    So what was more worthwhile to Thiel? The money business.

    Peter joined up with a few young engineers building a new way to send payment digitally, pretty revolutionary in the late 90s. The company started as ‘Confinity’ — a play on “infinite confidence.” It briefly became x.com, as partner Elon Musk insisted, but eventually became PayPal.

    Staffing up, Thiel recruited some of his friends from The Stanford Review. The anarcho-capitalist views of that contingent were essential in the founding of PayPal, he explained at Libertopia 2010.

    [Peter Thiel]: The initial founding vision was that we were going to use technology to change the whole world and basically overturn the monetary system of the world… We could never win an election on getting certain things because we were in such a small minority, but maybe you could unilateral change the world without having to constantly convince people and beg people and plead with people who are never going to agree with you through technological means, and this is where I think technology is this incredible alternative to politics.

    You might think of PayPal today as a harmless mechanism for buying vintage movie posters on eBay, but the real goal was to completely destroy the global order of currency.

    [Peter Thiel]: We need to take over the world, we can’t slow down now.

    In a PayPal all-hands meeting in 2001, Thiel told the full staff “the ability to move money fluidly and the erosion of the nation-state are closely related” as they were building a system to move money fluidly. But just a few months later Thiel took the money and ran: PayPal went public with an IPO.

    [Peter Thiel]: We were the first company in the U.S. to file after 9/11.

    Shortly after, PayPal sold to eBay. Thiel’s 3.7 percent stake in the company was worth 57 million dollars. What happens when you give a guy who wants to remake the world into one that follows his own twisted political vision 57 million dollars? Well, it’s not great.

    Look at his investment in Patri Friedman, a young Google engineer, pickup artist blogger, amateur model, and grandson of Milton Friedman, which… don’t get us started on Milton Friedman.

    But Patri had a big idea: build artificial islands at sea to house lawless libertarian “utopias.” Peter Thiel got wind of this and offered Friedman $500,000 to quit his job at Google and get started on the project.

    Thiel truly saw starting new nations as the same as starting companies. Really, he said it.

    [Peter Thiel]: Just like there’s room for starting new companies because not all existing companies solve all the problems we need to solve, I think there should also be some room for trying to start new countries, new governments.

    But starting countries is difficult.

    [Question for Thiel]: What if you start a new country somehow, with a few billion dollars, and build it from the ground up?

    [Peter Thiel]: We’ve looked at this. We’ve looked at all these possibilities. I think the basic challenges are that it’s not that easy to get the country, you might not want to be stuck with the people you already have, and then the basic infrastructure might cost quite a bit more. You want to do something that works much more incrementally and organically.

    Friedman eventually left the Seasteading Institute and Thiel’s involvement seemed over, but let’s look at the last part of that quote: “do something that works much more incrementally and organically.”

    After giving up on starting a brand new country, Thiel set about refashioning the country he already lived in.

    This is how Peter Thiel used the venture capital mindset to seize political power. Presumably to the chagrin of Thiel’s friends at Libertopia, he immediately got involved with the CIA.

    His next company was Palantir — a surveillance and data tech outfit — and seed funding came from In-Q-Tel, a non-profit venture capital firm dedicated to funding projects that would be helpful to the CIA. The firm isn’t officially run by the CIA, but there is a revolving door of staff between the two, and the firm is colloquially referred to as “the CIA’s private equity firm.”

    Palantir eventually did help the CIA and the FBI and the CDC and a host of other governmental organizations that would’ve gotten Thiel booed right out of Libertopia. But to Thiel, it didn’t matter that he didn’t live in an anarcho-capitalist utopia because he was building his own using his enormous wealth.

    Thiel exploited systems within the existing libertarian-but-only-for-billionares system, like his tax trick. ProPublica unveiled in 2021 that much of Thiel’s wealth is held in a Roth IRA, a type of tax-free investment fund meant for retirement. The amount you’re allowed to contribute is capped at a few thousand dollars a year, but in 1999 Thiel turned $2,000 he had in his account into PayPal stock, an investment which paid off.

    When Thiel was the first large investor in Facebook, that half-a-million dollar “angel investment” — immortalized by this guy who looks nothing like Thiel in The Social Network — was just a restructuring of his tax free retirement fund. He can eventually withdraw the over 5 billion dollars in the account, tax-free. The average IRA has .000008 percent of that. Thiel’s Libertopia friends have to pay high taxes, but Thiel won’t on a large portion of his wealth.

    Then there’s litigation financing. The ultra-rich can actually gamble on court cases: they fund legal fees for a lawsuit, then take a percentage of the winnings if they picked the right side. It’s completely legal. And Thiel used it to silence free speech.

    After Gawker, an online news and blogging outlet, outed Thiel as gay he set his eyes on destroying them. When Gawker posted a shadily-acquired sex tape of Hulk Hogan, the wrestler,

    Thiel bankrolled Hogan’s lawsuit against the publication. Gawker was bankrupted, and Thiel made a profit.

    Thiel uses his inordinate wealth — and investment principles — to get richer, to destroy the free speech of others, and to live in his own libertarian paradise.

    Another big investment area is in ideas — pretty chilling ones.

    Let’s look at the Dark Enlightenment movement, which Quartz calls an “obscure neo-fascist philosophy,” and media researcher David Golumbia calls “the worship of corporate power to the extent that corporate power becomes the only power in the world.”

    One of the movement’s loudest voices is blogger Curtis Yarvin. Thiel has invested heavily in Yarvin’s startups, basically funding a big portion of the Dark Enlightenment movement, and it’s obvious the movement mirrors Thiel’s beliefs — complete corporate control.

    And two of his assets — long term investments that he’s been nurturing for years — could help that goal: 2022 Senate candidates JD Vance and Blake Masters. Both of them worked for Thiel firms, and he’s been bolstering their careers this whole time, supporting their projects along the way. Vance and Masters are long term Thiel investments.

    [Peter Thiel]: As an investor I’ve always tried to be contrarian, to go against the crowd, identify opportunities in places where people were not looking.

    And they’re just two of the far-right candidates Thiel invested in in 2022. He’s been donating big for years in order to further his political goal: a corporate ruled utopia for billionaires.

    He’s also investing in tech companies that will help his dark political project like Rumble, a “free speech” focused social network populated almost entirely by the far right. So if Thiel is treating politics like investing, what can his investment strategies teach us about what’s to come? Well the guy loves monopolies.

    [Peter Thiel]: I have a single, idée fixe that I’m completely obsessed with on the business side, which is that if you’re starting a company — if you’re the founder, the entrepreneur starting a company — you always want to aim for monopoly. You always want to avoid competition, hence “competition for losers,” something I’ll be talking about today.

    What does it mean when a nation is ruled by a monopoly — one single all-powerful entity? Well, let’s just say it’s not a democracy.

    [Peter Thiel]: There also should also be some room for trying to start new countries.

    And that country would have a complete lack of accountability for the ultra-rich.

    [Peter Thiel]: We want to get rid of government regulation of technology, to allow us to build nuclear power, go into space, have supersonic planes again, allow us to get rid of the FDA.

    Peter Thiel doesn’t need to build an island to have his libertarian dreamland, he can build it right here in America, and he already is.

    #libéralisme #capitalisme #objectivisme #USA

  • How To Get Out of the U.S. Military Now
    https://empirefiles.substack.com/p/how-to-get-out-of-the-us-military
    Les objecteurs de conscience aux États-Unis

    Mode d’emploi ...
    https://drive.google.com/file/d/12w9Q0bFtZD59pQyRDRZK9KzGYsA_eq0d/view

    Befragumg eines Kriegsdienstverweigerers
    https://www.youtube.com/watch?v=WDTtMTcj8X0

    ... version états-unienne

    5.7.2025 by Empire Files - The Eyes Left podcast (an Empire Files production) created this factsheet and downloadable two-sided brochure to print and distribute to service members.

    Domestically, Trump is illegally using service members against immigrants and legitimate protests against ICE paramilitary raids. This campaign has grown increasingly fascist and modeled after white nationalist fantasy.

    At the time of this publishing, it was just announced at least 300 Marines would be sent to Florida to aid Trump’s “Alligator Alcatraz” concentration camp project.

    Abroad, Trump and his team have given us the Iraq War script all over again, putting us on the precipice of disastrous war with Iran while using US forces to enable the worst genocide of our generation.

    If you are conflicted about your role, you are not alone. Service members have the right, and moral obligation, to refuse to participate in these moral obscenities. Below are all the ways you can exercise those rights. There is a community of veterans and supporters who are ready to stand with you. What you do can make a difference now and for generations to come.

    This is general guidance, not legal advice; be sure to contact the GI Rights Hotline at 1-877-447-4487 if you are considering any of these options.

    CONSCIENTIOUS OBJECTOR: An honorable discharge and near 100% success rate if you work with GI rights counselors. If you have a firm, fixed and sincere objection to your participation in killing and war. You don’t have to be religious; “firm and fixed belief” means you will not have peace if you are forced to continue this work in the military. The CO process is essentially just explaining your change of heart from when you joined. Regulations require your command, once your process is pending (counselors can help you prepare a one-page intent to file CO) to immediately assign you to duties that conflict as little as possible with your beliefs (including being non-deployable). The form is relatively easy to complete and expert counselors are available to help you.

    FAILURE TO ADAPT: If you are within 365 days of service, leaving is an easy entry-level separation. Very low evidence bar, just maintain “I am not adapting” and document examples.

    “COGENT PERSONAL REASONS” for Reserve and Guard units being mobilized: excuses like caring for child, spouse, parent or other family member; medical issue; financial hardship if you were to leave your job; etc can exempt you from mobilization. Document these things now.

    AWOL: Desertion means you have no intent to return; maintain you always had intent to return. There will be a warrant for your arrest during your AWOL so avoid situations you’ll have your ID checked (like driving).

    Marines: No Court Martial. Stay gone 180 so you are dropped from your unit roles; turn yourself in at Camp LeJeune; about 2-3 months process (not in detention) where you end up with an Other Than Honorable (OTH) Discharge–veterans benefits still available, no criminal or public record.

    Navy: In most cases if you’re gone 120 days, just walk into a Navy recruiting office and tell them you’re AWOL; Navy will send paperwork to the recruiter and they will lift the warrant and discharge you there.

    Army: If you are in training or stationed outside of continental US and you go AWOL you can immediately turn yourself in at Fort Sill; about 1 month process then you’re out with an OTH discharge. For those in permanent units within continental US, stay gone 180 days and turn yourself in to your unit for OTH discharge.

    Air Force: known to court martial but legal support is available to help you fight it; going AWOL for reasons of conscience is a legitimate defense.

    DESERTION: You still have rights. Punishment can be just a few months in detention. In the words of Army infantryman Sgt. Camillo Mejia, who refused to return to combat from mid-tour leave, said: “For the 9 months in prison I was more free than if I had to go back to Iraq.”

    MEDICAL DISCHARGE: Most common and successful method. Document any physical or mental medical issue, be firm and consistent in pursuing care and. The military is required to care for your “wellbeing.” Mental health issues, including your service impacting your wellbeing, are your right to assert. You don’t have to have been exposed to combat to have symptoms that qualify you for discharge. Gets you an honorable discharge with disability benefits.

    HARDSHIP: Someone back home requires your care or attention. These applications cannot lawfully be ignored.

    PROTEST RIGHTS: Reminder that you have the same constitutional rights as civilians, per DODI 1325.06. restrictions are that you cannot make public statements in your uniform or engage in protest activities at work, or say you are representing the military. All other speech is protected, including attending (or organizing) protests, including anti-war protests, and posting your opinions on social media.

    Download the leaflet below.
    https://drive.google.com/file/d/12w9Q0bFtZD59pQyRDRZK9KzGYsA_eq0d/view

    Also check out the Right To Refuse campaign by About Face: Veterans Against the War
    https://aboutfaceveterans.org

    #USA #objecteur_de_conscience #service_militaire

  • DOGE’s Social Security Cuts Create Chaotic ‘Day of the Dead Living’
    https://www.thedailybeast.com/doges-social-security-cuts-create-chaotic-day-of-the-dead-living

    These supposed dead are not to be confused with more than 6,000 living immigrants the Trump administration moved to the SSA Death Master File (DMF) in an attempt to force them to self-deport by depriving them of the ability to work legally.

    Many more American citizens were wrongly consigned to the DMF after Elon Musk’s DOGE goons bullied their way onto the SSA’s databases and mistakenly decided that “countless” people listed as 120 years old and older were receiving benefits.

    “[DOGE staffers] went into the system and they killed off people,” Glasgow told The Daily Beast. “About 4 million people, they marked them as dead. But they’re not sure if those people were supposed to be marked as dead, so they’re sending us an email saying, ‘If these people come into the office with their identification, you can reinstate them.’”

    The 55-year-old father of six added, “So we’re going to be resurrecting a lot of dead people.”

    And restoring financial life is never simple.
    “We have to go through this long process to resurrect them, to get them back as alive, which can take about three to four days,” Glasgow said.

    He noted that until people get off the DMF, they endure a kind of financial death.

    “When they mark someone dead on the Social Security record, it stops their life,” he said. “It stops their car payments, it stops their credit, it stops their ability to do anything. Their identification gets flagged. And most times those things have to go to the payment center.”

    The system’s payment centers have suffered DOGE cutbacks that have at least doubled and maybe tripled the wait people must endure.

    “What used to take 15 days to get done when we send something to a payment center is now taking about 30 to 45,” Glasgow reported.

  • Gegen die Kriegstüchtigkeit: »Ich bin nicht bereit, für einen Staat zu sterben«
    https://www.jungewelt.de/artikel/496966.gegen-die-kriegst%C3%BCchtigkeit-ich-bin-nicht-bereit-f%C3%BCr-eine

    Für seinen Antimilitarismus wird Ole Nymoen regelmäßig hart angegangen

    Voilà un jeune homme raisonnable qu’on n’enverra pas faire la guerre.

    29.3.2025 von Karim Natour - Warum man nicht für Deutschland in den Krieg ziehen sollte. Ein Gespräch mit Ole Nymoen

    Vor zwei Wochen ist Ihr Buch »Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde« erschienen. Sie legen dar, warum Sie nicht für Deutschland in einen Krieg gegen einen anderen Staat ziehen würden. Können Sie Ihre Argumentation erläutern?

    Ich bin nicht bereit, für einen Staat zu sterben. Die Menschheit ist in etwa 200 konkurrierende Staaten eingeteilt und wird alle paar Jahre, je nachdem, was diese Staaten gerade als »ihre Sicherheit« definieren, aufeinandergehetzt. Da werden Menschen aufeinander losgelassen, die sich nicht kennen, die sich nie kennengelernt hätten und denen es garantiert kein Problem bereitet hätte, friedlich nebeneinanderher zu leben. Sie gehen allein wegen der Machtansprüche ihrer Staatschefs mit dem Gewehr aufeinander los. Ich habe wirklich keinerlei Lust, mich daran zu beteiligen. Das bezieht sich nicht nur auf Deutschland. Solange die Menschen sich mit Kategorien wie Staat oder Volk identifizieren, steht man mit einem Bein schon im Schützengraben.

    Aktuell befindet sich die Bundesrepublik nicht im Krieg. Es besteht keine Gefahr, dass Sie morgen zum Dienst eingezogen werden. Wieso haben Sie gleich ein ganzes Buch zum Thema geschrieben?

    Der Diskurs dreht sich doch merklich. Vor einem knappen Jahr hat der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius die Kriegstüchtigkeit ausgelobt. Es wird eine »Zeitenwende« vollzogen, wie es so schön heißt. Jetzt, wo die alte Weltordnung in Frage gestellt wird, nimmt man das gerne als Anlass für ein neues Großmachtstreben der EU. Und Deutschland sieht sich klar in der Führungsrolle. Wenn Friedrich Merz mit den Worten »Deutschland ist zurück« vor die Weltöffentlichkeit tritt, ist das für mich ein Ausdruck dieses Strebens.

    Die Gegenseite argumentiert, dass durch Hochrüstung eine Abschreckung des Feindes bezweckt wird, was am Ende den Frieden sichert.

    Das ist, was immer schon alle Staaten gesagt haben. »Wir bewaffnen uns, um am Ende die Waffen nie zu gebrauchen.« Komischerweise stimmt das nie. Historisch betrachtet versuchen Staaten, mehr Gewaltmittel zu haben als der Gegner. Und wenn der Punkt kommt, wo man seine Konflikte nicht mehr friedlich lösen kann, dann greift man auch zu den Mitteln der Gewalt. Ich bin nicht bereit zu glauben, dass Deutschland niemals solche Ambitionen anmelden wird.

    Ich glaube nicht, dass Deutschland bald irgendwo einmarschiert. Aber Friedrich Merz wollte schon vor über 20 Jahren mit in den Irak. Im Bundestag hat er gesagt, Deutschland müsse bereit sein, seine Interessen in der Welt durchzusetzen. Das klingt nicht so, als wäre langfristig alles defensiv gedacht. Selbst wenn Staaten offen angreifen, wird es »Verteidigung« genannt. Die USA mit all ihren Interventionen haben stets nur ihren »Way of Life« verteidigt. Putin behauptet, die Freiheit der russischsprachigen Ukrainer zu verteidigen. Die deutsche Freiheit wurde am Hindukusch verteidigt.

    Die berühmte Vorwärtsverteidigung.

    Jeder Krieg wird mit Verteidigungsgründen gerechtfertigt – jede Aufrüstung genauso. Ich glaube nicht daran.

    Sie haben eine neue Weltordnung und das deutsche »Großmachtstreben« erwähnt. Sind das die Hauptursachen der aktuellen Aufrüstung?

    Die »Zeitenwende« ist nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgerufen worden. Aber innerhalb der EU hat man schon länger mit diesen Gedanken gespielt. Es wurde befürchtet, dass die USA sich irgendwann zurückziehen. Die US-Amerikaner haben ja nicht aus Nettigkeit Truppen in Europa, sondern weil sie Russland in Schach halten wollten. Jetzt merkt Washington, Moskau kriegt mit Ach und Krach ein Viertel der Ukraine eingenommen. So gefährlich sind sie wohl nicht. Nun konzentriert man sich auf China.

    In einem Kapitel befassen Sie sich mit den Ursachen von Krieg. Sie behaupten, dass Krieg unterm Strich schädlich für das Kapital sei, da Produktionsstätten und Infrastruktur zerstört würden. In der marxistischen Imperialismustheorie wird von Krisen der Überakkumulation ausgegangen, die durch Kapitalvernichtung – zum Beispiel im Krieg – »gelöst« werden können.

    RLP Rolf Becker 2025

    Ich kann der Leninschen Imperialismustheorie nicht viel abgewinnen. Wenn ich mich frage, warum in der Ukraine Krieg geführt wird. Natürlich geht es auch um Ressourcen. Aber ich denke nicht, dass das der Kriegsgrund ist. Der russische Präsident Wladimir Putin meint die Invasion durchaus als Angriff auf die NATO. Manche Kriege mögen aus ökonomischen Gründen geführt werden, aber oft gibt es andere Motive.

    Sie sehen im staatlichen Machtstreben die Ursache kriegerischer Konfrontationen. Dann stellt sich doch die Frage, was Staaten »als solche« für ein Interesse an Krieg haben. Schließlich kostet er Haushaltsmittel und bringt der Regierung Ärger mit der Bevölkerung ein.

    Man muss zunächst fragen, was überhaupt ein Staat ist. In der Staatstheorie wird der Staat für sein Gewaltmonopol gelobt. Ansonsten wäre es ja ein Krieg aller gegen alle. Da glaube ich nicht dran. Aber selbst wenn, bräuchte es nicht 200 konkurrierende Staaten – einer würde reichen. In der Realität existieren mehrere Gewaltmonopolisten, die die Gewalt nach innen reduzieren, um dann nach außen permanent gewalttätig zu sein, aber in viel krasserer Form. Ein Staat tendiert dazu, seine Macht erweitern zu wollen.

    Was bringt es Deutschland, seinen Machtbereich zu erweitern? Stehen dahinter nicht auch ökonomische Interessen?

    Die modernen Nationalstaaten sind aus den Kriegen der vergangenen Jahrhunderte hervorgegangen. Ein Staat, der einer sein will, muss in diesem System permanent zum Krieg bereit sein, weil er sonst eingenommen wird. Aus den konkurrierenden Souveränen, die permanent konfligierende Interessenlagen haben – auch ökonomischer Art – ergeben sich quasi automatisch »Reibereien«.

    Zurück zur aktuellen Debatte: Vor zwei Wochen haben Bundestag und Bundesrat Grundgesetzänderungen beschlossen, um Schulden in Billionenhöhe für höhere Rüstungsausgaben aufnehmen zu können. Was bedeutet das für die kommenden Jahre?

    Das heißt zunächst, dass es einen Blankoscheck für sogenannte Verteidigungsausgaben gibt. Der Staat behauptet umgekehrt, woanders sparen zu müssen. Zwar hat man die »Verteidigung« aus dem Kernhaushalt genommen. Daraus müssen aber trotzdem die Zinszahlungen für die Schulden geleistet werden, und die werden üppig sein. Nun will Friedrich Merz den Sozialstaat schröpfen. Das wollte er zwar sowieso, aber jetzt gibt es eine gute Rechtfertigung: Die nationale Sicherheit verlangt es. Er sagt dann: Tja, blöd, jetzt muss bei der Rente und dem Bürgergeld gekürzt werden. Wir hätten das auch gerne anders. Aber es muss verteidigt werden, sonst gibt es überhaupt kein Bürgergeld mehr.

    Egal woher man das Geld für den Panzer nimmt, irgendwer muss ihn fahren – derzeit zumindest noch. In Ihrem Buch beschreiben Sie als wesentlichen Teil der Hochrüstung den Prozess, in der Bevölkerung die Bereitschaft zu schaffen, in den Krieg zu ziehen. Laut mehreren Studien ist aktuell nur eine Minderheit bereit, das deutsche »Vaterland« mit der Waffe zu verteidigen. Bewerten Sie die Gefahr einer möglichen Mobilmachung in der Zukunft vielleicht über?

    Das Perfide ist: Darauf lässt es der Staat gar nicht ankommen. Ein Staat, der nicht bereit ist, seine Bürger gegen deren Willen zu opfern, kann sich überhaupt nicht ernsthaft in der Staatenkonkurrenz behaupten.

    In Deutschland gibt es ein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung.

    Das gab es in der Ukraine auch. Es wurde schnell gekippt. Wer es momentan in Anspruch nehmen will, kommt in den Knast oder wird trotzdem an die Front zum Krepieren geschickt.

    Buch hin oder her, Sie können sich also gar nicht aussuchen, ob Sie für Deutschland in den Krieg ziehen.

    Ja. Der Titel ist zwar gut geeignet, um Bücher zu verkaufen. Das spricht den Alltagsverstand an. Aber es ist in Wahrheit doppelt gelogen. Erstens, weil ich Deutschland nicht als »mein Land« ansehe. Und zweitens, weil der Staat es darauf gar nicht ankommen lässt.

    Sie haben Spott und Hohn für Ihre Position geerntet, sagen Sie. Wie fielen die Reaktionen aus? Und warum werden Sie attackiert?

    Als ich einen Artikel dazu bei Zeit Online geschrieben habe, war es extrem. In der Kommentarspalte waren fast alle wahnsinnig sauer, dass ich nicht kämpfen wollen würde. Das liegt an der Klientel. Also an einem bürgerlichen Publikum, das sauer ist, wenn sich jemand erlaubt zu sagen: »Mir ist es der Staat nicht wert.« Weil diese Klientel den Staat wahnsinnig schätzt, ist es wie eine Art Sakrileg.

    Es ist ein Problem für den Staat, wenn Leute plötzlich sagen: Ich identifiziere mich nicht damit.

    Solange das eine Minderheitsmeinung bleibt, ist das erst mal kein Problem. Aber es ist schon bemerkenswert, dass ganz normale Bürger, die wohl auch nicht gern im Schützengraben sitzen würden, sich von meiner Kritik derart angegangen fühlen.

    Haben Sie eine Hypothese, warum das so ist?

    Ich war kürzlich zu dem Thema in einer Late Night Show bei Sarah Bosetti zu Gast. Da war ein linksliberales Publikum. Leute, die aussahen, als würden sie einer Friedensdemo entspringen. Ich denke, es sind Menschen, die wirklich von diesem System profitieren. Also solche, die irgend einen Bullshitjob machen, der in Ordnung bezahlt wird und ihnen nicht zu viel Energie abverlangt. Oder Beamte. Es sind diejenigen, die den regsten Gebrauch von ihrer Meinungsfreiheit machen. Für viele andere Menschen, die sich jeden Tag halb zu Tode rackern, danach noch drei Stunden pendeln müssen und sich abends um die Kinder kümmern, ist die Meinungsfreiheit nicht das Entscheidende im Leben.

    Angenommen, ich hätte das Publikum gefragt: Ist etwas von dem, wofür ihr demonstriert habt, mal eingetreten? Wenn man ihnen vorhalten würde, dass, obwohl sie sich frei etwa zum Mindestlohn oder der Geflüchtetenpolitik äußern dürfen, sich komischerweise nie etwas ändert, dann müsste es ihnen irgendwann mal aufgehen: Ich mache hier Gebrauch von einer Freiheit, die realpolitisch gar nicht so relevant ist, und die mir genau deshalb gelassen wird. Für diese Menschen ist es das Allergrößte, dass sie etwas fordern dürfen, was sie nie bekommen. Und das ist ihnen angeblich ihr Leben wert.

    Und Ihres.

    Und meins.

    Ole Nymoen ist freier Journalist, Podcaster und Buchautor. Sein Buch »Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde« erschien im März 2025 im Rowohlt-Verlag.

    Ole Nymoen
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ole_Nymoen

    Ole Nymoen (* 1998) ... erlangte das Abitur an einem deutsch-französischen Gymnasium. Danach begann er beim Rundfunk Berlin-Brandenburg eine Berufsausbildung zum Mediengestalter. Nymoen studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften und Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Studium beendete er mit einem Bachelorabschluss.

    #guerre #conscription #objecteur_de_conscience #Allemagne

  • AI myths

    With every genuine advance in the field of ‘artificial intelligence,’ we see a parallel increase in hype, myths, misconceptions and inaccuracies. These misunderstandings contribute to the opacity of AI systems, rendering them magical, inscrutable and inaccessible in the eyes of the public.

    https://www.aimyths.org
    #déconstruction #mythe #idées-reçues #AI #IA #intelligence_artificielle #fact-checking #à_lire
    #éthique #objectivité #biais #régulation

  • Unregulierte Tech-Tests : Thiel, Altman und Co wollen Freedom Cities
    https://www.heise.de/news/Unregulierte-Tech-Tests-Thiel-Altman-und-Co-wollen-Freedom-Cities-10309769.htm


    Les acolytes high-tech de DJT ont lu Jules Verne et préfèrent annexer des villes aux ctoisières objectivistes .

    C’est bizarre de voir comment l’illusion d’un retour aux sources mercantilites du capitalisme et la folie objectiviste d’Ayn Rand s’sccouplent avec l’esprit pragmatique mafieux du président états-unien.

    L’incapacité intellectuelle et le volontarisme de la bande désormais au pouvour de l’a nation exceptionelle feraont couler plus qu’une simple île à hélices.

    10.3.2025 von Eva-Maria Weiß - Im Weißen Haus sollen Gespräche geführt werden, wie man Freedom Cities in den USA errichten kann – Städte ohne Regulierung.

    Klinische Tests ohne Genehmigung, autonome Autos ohne Auflagen, Kernreaktoren und Nuklearenergie ohne staatliche Überwachung und eine Sonderwirtschaftszone, in der es kaum Steuern zu zahlen gibt und auch die Rechte von Arbeitskräften außer Kraft gesetzt werden. So stellen sich zahlreiche Chefs der Big-Tech-Unternehmen und US-Investoren die Zukunft vor – von Peter Thiel bis Sam Altman und Marc Andreessen. Donald Trump soll es möglich machen. Schon 2023 hatte er im Wahlkampf davon gesprochen, solche Freedom Cities in den USA zu ermöglichen.

    Es gibt bereits seit 2020 eine Freedom City: Próspera auf der honduranischen Insel Roatán, die unter anderem von Thiel und Andreessen finanziert wurde. Genehmigt wurde das von der ehemaligen Regierung Honduras, doch nach einem Wechsel müssen die Startups vor Ort bangen. Die aktuelle Regierung betrachtet den Status als illegal, die Bürger sollen das Projekt ablehnen, es gibt einen Rechtsstreit über die Aufhebung des Sonderstatus.

    Pläne, solche Städte auch in den USA zu errichten, gibt es schon länger. Wired berichtet nun über Treffen der Gruppe mit Vertretern des Weißen Hauses. Die Interessengemeinschaft nennt sich Freedom Cities Coalition. „Entfesseln Sie mit Freedom Cities die Dynamik Amerikas“ heißt es auf der Webseite der FCC. Die „Wohlstand-Zonen“ seien eine einmalige Gelegenheit, die Krise auf dem Wohnungsmarkt zu lösen, die amerikanische Produktion nach Hause zu holen und das volle Potenzial amerikanischer Unternehmen zu entfesseln.

    Freedom Cities per Dekret oder Kongress

    In der Folge geht es auf der Seite um die Modernisierung des Regulierungssystems und darum, wie man eine solche Freedom City rechtlich umsetzen könne. Die Kritik an der aktuellen Situation: Man riskiere, Millionen Jobs zu verlieren, wenn man nichts ändere, Innovation werde gebremst und dadurch sei die globale Führung gefährdet. Kein Wort davon, dass Regulierung Menschen schützen kann. Demokratische Prinzipien würden nicht gelten, die Macht läge bei den Eigentümern der Städte beziehungsweise den Unternehmerchefs.

    Laut Wired sollen in den Städten große Produktionszentren entstehen. Trey Goff, Stabschef von Próspera und FCC-Mitglied sagte gegenüber dem Magazin, dass Bauunternehmen beispielsweise den Umweltprüfungsprozess umgehen könnten. Eines der Startups, das seinen Sitz auf der Insel hat, ist Minicircle – ein Biotech-Startup, finanziert von Thiel und OpenAI-CEO Sam Altman. Einer der Gründer von Minicircle, Mac Davis, sagte Wired, er wünsche sich eine Stadt, in der jeder und auch noch sein Hund eine Gentherapie erhält, eine „Stadt der Langlebigkeit“.

    Zu den Profiteuren solcher Städte gehörten auch SpaceX und Tesla sowie Anduril, weil sie auf autonome Systeme setzen, die in den USA reguliert werden. Sam Altman ist etwa mit Oklo dabei, seinem Nuklearunternehmen, das ebenfalls staatlichen Beschränkungen unterliegt. Aber auch ein vollkommen freier Umgang mit Daten und Ressourcen könnte KI-Anbietern Vorteile bringen.

    Wie weit die Gespräche mit dem Weißen Haus sind, ist unklar. Klar ist, dass es sie gibt und bis zum Ende des Jahres erwartet Goff ein Ergebnis. Drei Optionen beschreibt die FCC für die Errichtung der Freedom Cities: Trump könnte eine Executive Order unterschreiben, nach der bestimmte geografische Gebiete jeweils umgewandelt werden – ein solches Dekret kommt mit Einschränkungen daher. Eine weitere Möglichkeit wäre daher, dass der Kongress ein dauerhaftes Abkommen abnickt, nach dem „spezielle Regulierungs- und Steuerzonen“ eingerichtet werden können. Als dritten Ansatz spricht die FCC von einem „föderalen Enklave-Konzept“, bei dem der Kongress „speziellen Rechtssprechungszonen mit umfassenden rechtlichen Rahmenbedingungen und stärksten rechtlichen Befugnissen“ zustimmt.

    #USA #ultra-libéralisme #objectivisme #trumpisme #wrf

  • Diese 24-jährige Deutsche hat Elon Musk zum AfD-Fan gemacht : Ein Interview mit Naomi Seibt
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/diese-24-jaehrige-deutsche-hat-elon-musk-zum-afd-fan-gemacht-ein-in

    Naomi Seibt ist 24 Jahre alt, in Münster geboren und arbeitet laut eigener Aussage als freie Journalistin. Vorwiegend auf der Plattform X .

    Une interview avec le vide. Ce qui frappe dans le discours de cette jeune femme sont l’absence totale d’humanité et de raisonnement analytique. Elle vend ses idés politiques sur Youtube et X comme d’autres influenceuses le font avec des produite « de beauté ».

    Voilà l’incarnation allemande de l’esprit libertaire de droite. Ces gens sont pires que les nazis historiques. Ils sont les rejetons de l’accouplement du culte du Führer avec le libéralisme fanatique. Ce mélange anti-intellectuel est toxique pour toute société humaine.

    8.1.2025 von Sophie-Marie Schulz - Naomi Seibt hat sich bei X für die AfD eingesetzt und so das Interesse von Elon Musk geweckt. Nun erklärt sie ihm Deutschland. Ein Gespräch.

    „Mein Name ist Naomi Seibt und ich wähle die AfD.“ Zehntausende Menschen lesen diesen Satz. Hunderte hinterlassen einen Kommentar. Einer von ihnen: der reichste Mann der Welt. Elon Musk. Er scheint interessiert zu sein und möchte wissen, was „denn da in Deutschland los ist?“. Wieso stellt sich eine junge deutsche Frau hinter die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestufte AfD? Sie antwortet ihm. Erst in der Kommentarspalte, dann privat. Irgendwann schickt Musk der jungen Frau Memes. Dann wirbt der Milliardär und Tech-Unternehmer selbst für die AfD.

    2020 gab der Spiegel Naomi Seibt den Namen „Anti-Greta“, da sie den menschengemachten Klimawandel anzweifelt. Während der Corona-Pandemie fiel sie als Impfkritikerin auf, sie kritisierte die Wirkungsweise des PCR-Tests und wurde von Correctiv als Verschwörungstheoretikern bezeichnet. Andere nennen Seibt eine Rechtsextremistin. Sie weist diese Vorwürfe von sich. Fakt ist: Martin Sellner, ehemaliger Sprecher der Identitären Bewegung Österreichs, ist ein „guter Freund“ von ihr, wie sie der Berliner Zeitung berichtet. Mit Elon Musk sei sie nur über X in Kontakt.

    Ein Kontakt, der weitreichende Folgen hatte. Mittlerweile tauscht sich Elon Musk mit der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel aus. Und das nur, weil eine 24 Jahre alte Münsteranerin den reichsten Mann der Welt über die AfD beraten hat? Ob Seibt von X oder anderen politischen Kräften Geld für ihre Arbeit erhält, ist nicht bekannt. Ein Gespräch.

    Berliner Zeitung: Frau Seibt, wenn Sie jemanden kennenlernen und gefragt werden, was Sie beruflich machen, was antworten Sie?

    Naomi Seibt: Das hängt sehr davon ab, mit wem ich mich unterhalte. Ich weiß, dass meine Arbeit und politische Haltung oft stigmatisiert wird. Ich möchte aber, dass Menschen mich als mich kennenlernen. Unvoreingenommen.

    In den Sozialen Medien und in Interviews bezeichnen Sie sich in der Regel als Aktivistin und freie Journalistin.

    Das ist richtig. Ich arbeite als freie Journalistin und Aktivistin. Auf der Plattform X spreche ich nicht nur über Überzeugungen und Philosophien, die meinen Lebensweg begleitet haben, sondern berichte auch über internationale Politik.

    Welche gesellschaftlichen und politischen Themen sind Ihnen besonders wichtig?

    Freiheit. Meinungsfreiheit. Und ich bin gegen offene Grenzen und die unkontrollierte Einwanderung von Migranten. Wenn wir ganz Afrika, Indien oder sonst irgendwas aufnehmen, verkraftet Europa das nicht. Ich finde es sehr schade, dass der Patriotismus in Deutschland untergraben wird. Wenn ich einige Menschen fragen würde, was die deutsche Kultur ausmacht, dann würden sicherlich viele sagen: „Keine Ahnung, was deutsche Kultur ist, vielleicht Lederhosen.“

    Welchem politischen Spektrum würden Sie sich zuordnen?

    Dem Libertarismus. Ich bin Libertaristin. Das kann ich ganz offen so sagen, weil ich mich schon seit 2015 damit identifiziere und immer schmunzeln muss, wenn ich in den Medien als Rechtsextremistin bezeichnet werde. Also ich persönlich sehe mich nicht so. Ich habe von Anfang an – seitdem ich in der Öffentlichkeit stehe – klargestellt, dass ich Libertaristin bin.

    Lassen Sie uns einen Schritt zurückgehen und über Ihren beruflichen Werdegang sprechen. Haben Sie jemals ein Volontariat, ein journalistisches Studium oder Praktikum absolviert?

    Nein. Nichts dergleichen.

    Wieso nicht?

    Nach der Schule war ich komplett orientierungslos und wusste nicht genau, was ich machen soll. Ich hatte so viele Träume, wollte nach Cambridge gehen und dort studieren, aber ich war komplett desillusioniert. Nach einem Bewerbungsgespräch in der zehnten Klasse habe ich mich gegen Cambridge entschieden. Das ist so eine elitäre Veranstaltung, davon möchte ich kein Teil sein. Ich möchte mich frei bilden. In der Schule habe ich an Wissenschaftswettbewerben teilgenommen, um mich von der Systemschulung befreien zu können. Mit meinem 1,0 Abitur standen mir alle Türen offen, aber ich war so durch mit dieser Systemschulung. Für sechs Monate habe ich VWL in Mannheim studiert. Das hat mich echt depressiv gemacht. Die Professoren zeigen Vorlesungsfolien von 2007 und ziehen ihre Lesungen ohne Leidenschaft durch. Nichts ist individualisiert.

    Was haben Sie dann gemacht?

    Über X habe ich Kontakt mit Leuten aufgenommen, zu denen ich aufschaue, die ich für unglaublich intelligent halte. Vor allem Wissenschaftler, Mediziner und sowas.

    Und seitdem bezeichnen Sie sich als Journalistin. Das heißt, dass sich eigentlich jeder als Journalist bezeichnen kann oder verstehe ich Sie falsch?

    Meine generelle Vorstellung von erfolgreichem Journalismus ist: Angebot und Nachfrage. Das entspricht meiner libertären oder kapitalistischen Denkweise. Was bringt es, wenn jemand eine klasse Ausbildung vorweisen kann, aber sich die Leser nicht für seine Artikel interessieren? Er hat nicht besonders viel Erfolg mit seiner Arbeit, ist dann aber trotzdem mehr wert als jemand, der keine Ausbildung hat, dafür aber Millionen Aufrufe. Dieses Prinzip verstehe ich nicht. Ich glaube, dass manche Menschen nicht für dieses Bildungssystem gemacht sind und dann wählen sie eben einen anderen Weg. Diese Menschen sollten aber auch an ihrem Erfolg gemessen werden. An ihrer Leserschaft oder Zuschauerschaft. Das finde ich viel wichtiger.

    In Beiträgen auf Ihrem X-Account schreiben Sie immer wieder: „Wir sind die Medien“. Wer ist „Wir“?

    Elon Musk hat diesen Satz geprägt und ich teile seine Meinung. Ich bin auch der Ansicht, dass nicht nur ich meinen Beitrag auf X leiste, sondern sich jeder daran beteiligen kann. Die Interaktion zwischen den X-Nutzern ist etwas Besonderes. Das gibt es bei vielen Mainstream-Medien nicht. Deswegen ist für mich jeder, der in den sozialen Medien irgendeine Art von journalistischem Beitrag leistet, ein Teil von diesem „Wir“.

    Sie haben derzeit über 350.000 Follower auf X. Seit wann nutzen Sie die Plattform?

    Früher, als X noch Twitter hieß, war ich hauptsächlich auf YouTube aktiv. Aber dort bin ich ständig gesperrt worden und meine Videos wurden als „Hassrede“ gekennzeichnet. Dabei habe ich mich nur kritisch über die Corona-Impfung geäußert. Das waren wissenschaftliche Videos, die sogar vor der Veröffentlichung von YouTube gelistet wurden. Da muss mich wohl jemand im Auge gehabt haben, denn normalerweise bekommt man eine Meldung und erst dann wird der Account gesperrt. Als Elon Musk die Plattform gekauft hat, bin ich auf X wieder aktiv geworden. Mir war klar, dass ich gegen Windmühlen – das Vorgehen von YouTube – keine Chance habe und trotzdem wollte ich etwas verändern. Also habe ich damit angefangen, mir auf X eine internationale Community aufzubauen und an Livestreams mit Nutzern aus der ganzen Welt teilgenommen.

    Auf X behandeln Sie diverse Themen. Sie bezeichnen die Ampel-Regierung als öko-marxistisch, diskutieren den Einfluss von Bill Gates auf deutsche Medien, kritisieren die europäische Migrationspolitik. Was wollen Sie damit erreichen?

    Mein Traum war immer, deutsche Politik international zu verbreiten. Durch die Sprachbarriere können sich viele Menschen, die kein Deutsch sprechen, nur bedingt informieren. Wenn Sie im Guardian etwas über die AfD lesen, dann werden dort folgende Schlagwörter stehen: „Das ist die Nazi-Partei, die rechtsextreme Partei.“ Und so weiter. Als Deutsche können wir überhaupt nicht mehr patriotisch sein oder irgendeinen Wert unserer Kultur wertschätzen, wenn wir international so verunglimpft werden. Genau das wollte und will ich ändern.

    2020 haben Sie sich mit einem Reporter vom Spiegel getroffen. Nach dem Treffen erschien ein Text mit dem Titel „Wie die Einser-Schülerin Naomi zum Postergirl der Rechten wurde“. Heute bezeichnen Sie das Magazin als die „schlimmste Propagandamaschine“ Deutschlands. Wie würden Sie reagieren, wenn der Spiegel Ihnen jetzt eine Interviewanfrage stellen würde?

    Ich würde zusagen. Die Entstehungsgeschichte des damaligen Textes ist wirklich interessant. Dieser Spiegel-Journalist war über drei Monate hinweg mehrfach bei mir zu Hause. Jedes Mal für mindestens sechs Stunden. Das war ein richtig heftiges, intensives Interview. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich alle seine Fragen beantworten werde. Und das habe ich auch gemacht.

    Gab es einen bestimmten Grund, wieso Sie zugestimmt haben?

    Ich habe es gemacht, weil ich im Spiegel abgedruckt wurde. Mir war klar, dass meine Stimme gehört wird, und wenn ich diesem Mann vollkommen offen gegenübertrete, zeige ich ihm, dass ich nicht der Nazi bin, den er in mir sieht. Zu meiner Überraschung war der Artikel für einen Spiegel-Artikel recht neutral.

    Trotzdem kritisieren Sie heute in Ihren Tweets auf X nun immer wieder den Spiegel, auch andere deutsche Leitmedien. Was stört Sie?

    Besonders bei international relevanten Themen, beispielsweise Donald Trump und Elon Musk – tauchen immer die gleichen Begriffe auf - Rechtsextremist, rechtsradikal – und inhaltlich ist auch alles identisch. Die schreiben doch alle voneinander ab und dann fragst du dich: Ist dieser Journalist wirklich frei, der das gesagt hat? Journalismus bedeutet für mich, zu recherchieren und nicht irgendwas zu bringen, was zehn andere Medien genau so berichtet haben.

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    Seit einigen Monaten wird in den deutschen Medien wieder über Sie berichtet. Sie werden aber nicht mehr als „Anti-Greta“, sondern als neurechte, manchmal auch rechtsextreme „Deutschland-Erklärerin“ bezeichnet, die mit Elon Musk Privatnachrichten auf X austauscht. Kam der Kontakt wegen Ihrer Inhalte zustande?

    Das ist eine lustige Geschichte, die im Juni 2024 ihren Anfang genommen hat. Ich habe im Kontext der Europawahlen einen Post veröffentlicht und geschrieben: „Mein Name ist Naomi Seibt und ich wähle die AfD.“ Durch Zufall ist der Post Elon Musk angezeigt worden. Der Algorithmus hat dafür gesorgt. Musk hat dann kommentiert und gefragt: „Jedes Mal, wenn ich etwas über die AfD höre, dann bekomme ich negatives Feedback und alle sagen, dass das so eine gefährliche Partei ist. Was ist denn da los?“ Das war das erste Mal, dass er mit mir interagiert hat.

    Was haben Sie dann gemacht?

    Zum ersten Mal ist jemand auf mich aufmerksam geworden, der wirklich Einfluss hat. Mir war klar, dass ich ihm erklären muss, wieso ich hinter der AfD stehe. Also habe ich angefangen, seine Fragen in Videos auf Englisch zu beantworten, die ich auf meinem X-Account veröffentlicht habe. Damals war ich die einzige Deutsche, die diese Art von Content international zur Verfügung gestellt hat. Ich hatte ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

    Und dann haben Sie sich irgendwann in einem privaten Chat mit Elon Musk ausgetauscht?

    Ja. Er hat mir auch Memes geschickt. Er liebt Memes. Im Grunde ist er noch ein kleines Kind, aber unfassbar intelligent. Irgendwann wird er uns auf den Mars bringen.

    Haben Sie Elon Musk darauf hingewiesen, dass die AfD in Deutschland vom Verfassungsschutz als „in Teilen gesichert rechtsextrem“ eingestuft wird?

    Ich habe ihm erklärt, dass ich die AfD mehr als eine Bewegung sehe, die sehr an die Ursprünge der Deutschen Revolution im 19. Jahrhundert erinnert. Diese Menschen waren Patrioten, wollten sich aber von den territorialen Autoritäten befreien. Diese Freiheitsbewegung hat nicht mit dem Nationalsozialismus zu tun. Unter Otto von Bismarck ist dieser Liberalismus und Freiheitsdrang dann verloren gegangen. Die Menschen haben ihre Freiheit an den Staat abgegeben. Das ist meine Analyse des Ganzen.

    Die AfD ist Ihrer Meinung nach keine rechtsextreme Partei? Obwohl zahlreiche Bundesabgeordnete sie verbieten wollen?

    Ja.

    Gibt es Äußerungen von AfD-Politikern, die Sie schwierig finden oder in denen Sie nationalsozialistisches Gedankengut erkennen? Denken Sie an Alexander Gauland von der AfD. Er hat den Holocaust als „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnet und für Empörung gesorgt. Der AfD werden auch deshalb antisemitische Tendenzen vorgeworfen.

    Bei manchen Zitaten denke ich mir auch: „Okay, das war jetzt ein bisschen unsensibel.“ Aber ich möchte mich persönlich nicht für den Holocaust rechtfertigen müssen. Ich habe damit nichts zu tun, meine Großeltern haben damit nichts zu tun. Meiner Meinung nach ist es auch nicht richtig, dass ganz Deutschland bis heute stigmatisiert wird. Trotzdem muss das Thema politisch behandelt und über Antisemitismus gesprochen werden. Wir lassen aber jedes Jahr tausende Islamisten in dieses Land, die schlimmsten Antisemiten. Viele Juden haben Angst vor diesen Islamisten. Das ist ein reales Thema, über das wir als Gesellschaft sprechen müssen. Und wenn in Deutschland Nazis existieren, dann verurteile ich diese Menschen ganz genauso wie ich Islamisten verurteile.

    Ihrer Meinung nach gibt es somit keine Nazis in Deutschland? In der AfD auch nicht?

    Richtige Nazis, die sehe ich persönlich jetzt nicht in der AfD. Auch Höcke ist kein Nazi. Aber ich habe auch keine persönliche Verbindung zu Höcke. Ich müsste mich mit diesen Personen, die man als „den rechten Rand der AfD“ bezeichnet, erstmal persönlich unterhalten.

    Sind Sie AfD-Mitglied?

    Nein. Ich wurde auch niemals von der AfD bezahlt.

    Gibt es einen bestimmten Grund, wieso Sie auf X für die AfD werben, obwohl Sie, wie Sie sagen, sich mit dem Personal noch näher beschäftigen müssen?

    Die AfD ist die einzige Oppositionspartei. Diese Partei repräsentiert die Menschen in Deutschland. Und der wichtigste Grund ist, dass ich die AfD von außen beeinflussen und zu einer besseren Partei machen kann. Das ist mir wichtig. Als freie Journalistin unterstützte ich die AfD, bleibe dabei aber auch immer kritisch. Ich prostituiere mich nicht für die AfD. Das würde ich niemals machen.

    Stimmen Sie bei allen Themen mit der AfD überein?

    Ich finde es nicht richtig, gar keine legale Immigration zuzulassen. Und Menschen abzuschieben, die sich über viele Jahre integriert haben, ist auch nicht richtig. Generell bin ich für die legale Immigration, das möchte ich auch so klarstellen. Trotzdem müssen wir in Deutschland ein kluges Migrationsgesetz entwickeln. Daran würde ich mich sehr gerne beteiligen. Also rein hypothetisch, wenn die AfD das Migrationsgesetz voll und ganz selbst gestalten könnte, dann würde ich gerne einen gewissen Einfluss darauf haben.

    Sie würden der AfD also gerne als Politikberaterin zur Seite stehen, ohne Studium und Arbeitserfahrung in diesem Bereich. Woher nehmen Sie dieses Selbstvertrauen und wieso sollte sich eine Partei darauf einlassen?

    Mit meiner Arbeit repräsentiere ich den Konsens der Menschen. Ich würde mit anderen hochintelligenten Personen sprechen und Kontakt zu Elon Musk suchen. Wir tauschen uns nicht regelmäßig aus. Es ist auch sehr schwer, irgendeine Art von dauerhaftem Kontakt zu etablieren.

    Würden Sie ihm eine Privatnachricht schicken?

    Ich würde ein Video veröffentlichen und fragen, wie meine Community ein Migrationsgesetz ausgestalten würde. Letztlich bin ich Demokratin und der Ansicht, dass wir in Deutschland gemeinsam entscheiden sollten. Davor sollten wir diskutieren, uns austauschen und Meinungen gegenüberstellen. Ich plane gerade auch etwas mit einem guten Freund von mir.

    Wer ist dieser Freund?

    Der Name Martin Sellner sagt Ihnen bestimmt etwas. Er ist ein guter Freund von mir. Aber beim Thema Migration stimmen wir nicht immer überein. Also habe ich ihm neulich angeboten, dass wir auf X einen Livestream starten und öffentlich diskutieren. Er findet die Idee super. Und an so einer Diskussion könnte auch ein Linker teilnehmen. Sowas finde ich spannend.

    Die Teilnahme an Livestreams und die Nutzung der Plattform sind kostenlos. Kann man mit X überhaupt Geld verdienen?

    Es gibt die Möglichkeit, ein Konto kostenpflichtig zu abonnieren. Elon Musk hat mich vor kurzem abonniert. Jetzt bekomme ich pro Monat fünf Dollar von ihm. Das ist lustig.

    Apropos Livestream. Am Donnerstag werden Elon Musk und Alice Weidel, Kanzlerkandidatin der AfD, auf X aufeinandertreffen. Sie haben angeboten, als Übersetzerin teilzunehmen. Gehen Sie davon aus, dass Alice Weidels Englisch nicht ausreicht, um der Diskussion folgen zu können?

    So meinte ich das nicht. Die beiden werden vermutlich auf Englisch sprechen und ich würde die Unterhaltung ins Deutsche übersetzen. Ich weiß, dass viele Deutsche kein Englisch sprechen und verstehen. Ich gehe aber ehrlich gesagt davon aus, dass jemand von der AfD als Dolmetscher auftritt. Das finde ich sehr schade, weil ich Alice Weidel auch vorher beraten könnte.

    Was würden Sie Alice Weidel raten?

    Ich würde ihr erklären, wie die Plattform X funktioniert, da sie noch nicht so lange auf X aktiv ist. Es ist toll, dass sie diese Plattform für sich entdeckt hat. Es ist klasse, dass sie es an die Spitze geschafft hat. Nicht, weil sie eine Quotenfrau ist, sondern wegen ihrer Kompetenz.

    Haben Sie Kontakt mit der AfD aufgenommen?

    Der Kontakt zu mir wird aus irgendeinem Grund abgeblockt, obwohl ich mich sehr bemühe. Ich würde auch niemals sagen, dass mir Alice Weidel jetzt das Rampenlicht wegnimmt, weil sie eine Diskussion mit Elon Musk führt. Das möchte ich auch öffentlich klarstellen: Ich bin unglaublich stolz auf Alice Weidel. Ich möchte nicht ihren Posten haben und auch nicht Kanzlerkandidatin der AfD werden. Auf das Gespräch zwischen Elon Musk und ihr freue ich mich sehr.

    Auf X schreiben Sie, dass Musk und Weidel in diesem Gespräch endlich „die Wahrheit über die AfD sagen werden“. Was meinen Sie damit?

    Dass endlich mit dem Stigma über die angebliche Nazi-Partei aufgeräumt wird. Außerdem finde ich es großartig, dass wir – alle Nutzer auf X – Fragen stellen dürfen.

    Was bedeutet Wahrheit für Sie und wer sagt, was wahr ist?

    Es bedarf einer gewissen Evidenz. Wenn ich in meinen Videos ein Urteil fälle, dann ist das natürlich meine Meinung. Ich versuche aber immer, beides miteinander in Einklang zu bringen. Ob Sie zu der Wahrheit, die ich evidenzbasiert erbringe, eine andere Meinung haben, ist Ihre Sache. Im Grunde nähern wir uns der Wahrheit Stück für Stück an. Es ist ein Prozess. Und wenn ich sage „Du wirst die Wahrheit auf X finden“, dann geht es darum, die Wahrheit gemeinsam zu finden. Als Community.

    Zur Person

    Naomi Seibt ist in Münster geboren und aufgewachsen. Derzeit lebt sie in Amerika.

    2020 fiel Seibt durch klimakritische Videos auf und wurde in Deutschland als „Anti-Greta“ bekannt. Seit 2024 wirbt sie in den Sozialen Medien für die AfD und steht seitdem in direktem Kontakt zu Elon Musk.

    #Allemagne #USA #libéralisme #fascisme #objectivisme #médias #politique #propagande #réseaux_sociaux #journalisme

  • La population palestinienne de Gaza victime d’un génocide - Amnesty International France
    https://www.amnesty.fr/actualites/rapport-genocide-palestiniens-gaza-commis-par-etat-israel

    C’est juste à pleurer à chaudes larmes.

    Après des mois d’enquêtes, de collecte de preuves et d’analyses juridiques, nos équipes publient un rapport appelé à faire date, dont les conclusions démontrent que les autorités israéliennes commettent un crime de génocide contre la population palestinienne de Gaza.

    Les recherches de nos équipes, rassemblées dans un rapport de près de 300 pages intitulé « ’On a l’impression d’être des sous-humains’ - Le génocide des Palestiniens et Palestiniennes commis par Israël à Gaza », révèlent que l’État d’Israël, fait subir un déchaînement de violence et de destruction permanent aux Palestinien·nes de Gaza à la suite des attaques meurtrières du Hamas dans le sud de son territoire le 7 octobre 2023, et ce en toute impunité.

    Les autorités israéliennes ont commis et commettent toujours des actes interdits par la Convention de 1948 pour la prévention et la répression du crime de génocide, dans l’intention spécifique de détruire physiquement la population palestinienne de Gaza.

    ➡ Elles se sont notamment rendues coupables de meurtres, d’atteintes graves à l’intégrité physique ou mentale des personnes, et de soumission délibérée des Palestiniens et Palestiniennes de Gaza à des conditions de vie destinées à entraîner leur destruction physique. Depuis plus d’un an, la population palestinienne de Gaza a été déshumanisée et traitée comme un groupe de sous-humains ne méritant pas le respect de ses droits fondamentaux, ni de sa dignité.

    Nos conclusions accablantes doivent sonner comme un signal d’alarme pour la communauté internationale : il s’agit d’un génocide, qui doit cesser immédiatement.

    Agnès Callamard, secrétaire générale d’Amnesty International

    Nos équipes de chercheur·ses et d’expert·es ont examiné et analysé rigoureusement et méthodiquement un ensemble de faits survenus entre octobre 2023 et juillet 2024, qui par leur récurrence, leur simultanéité, leurs effets immédiats ou leurs conséquences cumulées s’avèrent constituer des actes relevant de la Convention sur le génocide.

    #Génocide #Gaza #Amnesty_International