• Einsatz von KI, mehr Razzien und Verbundeinsätze: Berliner CDU will den Kampf gegen Organisierte Kriminalität weiter verstärken
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/einsatz-von-ki-mehr-razzien-und-verbundeinsatze-berliner-cdu-will-den-k

    16.11.2025 - Bei Organisierter Kriminalität geht es oft um Drogen, Waffen oder Menschenhandel - aber auch Mietwagen und Spielautomaten. Die CDU will den Druck auf Netzwerke erhöhen.

    Die Berliner CDU will den Kampf gegen Organisierte Kriminalität weiter verstärken. Dafür hat der Landesvorstand der Partei bei einer Klausurtagung in Magdeburg ein Papier mit zehn Maßnahmen beschlossen, wie eine Sprecherin mitteilte. Zuvor hatte die „Welt“ unter Berufung auf den Zehn-Punkte-Plan berichtet.

    Das Sofortprogramm geht auf eine Vorlage von Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) zurück, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ziel ist, kriminellen Netzwerken die finanziellen Grundlagen zu entziehen, Ermittlungen zu beschleunigen und Einflussnahme auf Justizverfahren zu erschweren. „Wir sind entschlossen, den Sumpf der Organisierten Kriminalität in unserer Stadt trockenzulegen“, sagte CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein der dpa.

    Dabei dürften nicht nur die Täter ins Visier genommen werden, sondern auch Netzwerke und Strukturen, die im Hintergrund kriminelle Handlungen ermöglichten. „Das heißt, wir müssen Kriminalität dort angreifen, wo sie entsteht – in den Grauzonen der Wirtschaft und in der Schattenwelt der Finanzströme“, heißt es in dem Papier.
    Mehr Durchsuchungen im Gefängnis

    Geplant sind unter anderem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Finanzermittlungen und eine Erlaubnispflicht für Autovermietungen mit Zuverlässigkeitsprüfung. In Gefängnissen soll es mehr Durchsuchungen mit Drogen- und Datenträgerspürhunden geben, damit Straftäter nicht aus der Haft weiter agieren.

    Eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Organisierte Kriminalität nehmen aus Sicht der CDU sogenannte Verbundeinsätze ein, bei denen Polizei, Justizverwaltung, Ordnungsämter der Bezirke und Staatsanwaltschaft gemeinsam vorgehen. In diesem Jahr gab es mehrere solcher Einsätze, beispielsweise im April, als mehr als 400 Polizisten 80 Orte in Berlin durchsuchten und Spielautomaten beschlagnahmten. Durch solche Einsätze wurden nach CDU-Angaben 620.000 Euro an illegalen Erträgen gesichert, weitere 3,5 Millionen Euro stehen zur Einziehung an.

    Clans im Fokus

    Mit ihren Maßnahmen nimmt die CDU weiter Clans in den Fokus. Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert. Die CDU verweist jedoch auf Erkenntnisse von Sicherheitsbehörden: Aktuelle Lageberichte und Erkenntnisse belegten „alarmierende Verbindungen zwischen Clanmitgliedern und islamistischen Gruppierungen“.

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte den CDU-Plan. „Die Organisierte Kriminalität ist wie eine Hydra, die immer mehr Geschäftsfelder für sich erkennt, global agiert und sich schnell an die gesetzlichen Rahmen anpasst“, teilte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh mit. „Am Ende des Tages geht es um Einfluss, vor allem aber um Geld, und genau da müssen wir ran.“

    Die GdP erneuerte auch ihre Forderung nach Bargeldobergrenzen. Man müsse Geldwäsche endlich effektiver verfolgen können. „KI kann dabei helfen, eine Reduzierung der Möglichkeiten, mit Bargeld zu hantieren, sowieso“, sagte Weh. (Tsp, dpa)

    #Berlin #Kriminalität #organisierte_Kriminalität

  • Justizminister folgen Berlins Vorschlag : Härterer Kampf gegen die Autovermieter der Clans und Banden
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/justizminister-folgen-berlins-vorschlag-harterer-kampf-gegen-die-autove

    8.11.2025 von Alexander Fröhlich Wer Autos vermieten will, soll von den Behörden stärker durchleuchtet werden. Berlins Justizsenatorin legt für den Kampf gegen das Geschäft mit Fluchtwagen, Kokstaxis, Autorennen und Protzfahrten einen Plan vor.

    Erfolg für Berlin im Kampf gegen die organisierte Kriminalität bei der Justizministerkonferenz in Leipzig: Am Freitag hat das Gremium auf Vorschlag von Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) ein härteres Vorgehen im Bereich der Autovermieter beschlossen. Wer Autos vermieten will, soll künftig durchleuchtet, der Markt für gewerbliche Autovermieter stärker reguliert werden.

    Grund für den Antrag Berlins sind Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, dass immer mehr Autovermieter direkt und indirekt Verbindungen zur Organisierten Kriminalität aufweisen. Auch Clanangehörige fallen immer wieder damit auf, dass sie gezielt Autovermietungen betrieben, um die Fahrzeuge für schwere Straftaten zu benutzen.

    Dazu zählen Geldautomatensprengungen, Raubüberfälle auf Geldtransporter, Blitzeinbrüche, Drogenkuriere, das Einschleusen von Ausländern, aber auch illegale Autorennen, die teils mit schweren Unfällen enden. Regelmäßig fallen Ermittlern Clan-Sprösslinge auf, die eigentlich Sozialleistungen bekommen und sich trotzdem Luxuswagen ausleihen – etwa für Protzfahrten. Nach Erkenntnissen der Polizei werden einige Unternehmen inzwischen als systemrelevant für das Milieu eingestuft.

    Das Landeskriminalamt (LKA) stellte bei einer Sonderauswertung fest, dass von den 2000 Berliner Autovermietungen mit rund 60.000 Fahrzeugen rund 60 Firmen mit ihren rund 2200 Autos Verbindungen zur Clankriminalität haben. Vor zwei Jahren waren es 40 verdächtige Vermieter.

    Ohne präventive Überprüfung der Anbieter können auch kriminelle Akteure Fahrzeuge bereitstellen. Felor Badenberg (CDU), Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz

    Doch bislang fehlt den Behörden das nötige Werkzeug, um kriminelle Geschäfte bei der Autovermietung bereits von Beginn an im Keim zu ersticken. „Ein zentrales Problem ist, dass der Zugang zum Mietwagenmarkt nach wie vor weitgehend unreguliert bleibt“, sagte Justizsenatorin Badenberg dem Tagesspiegel. „Ohne präventive Überprüfung der Anbieter können auch kriminelle Akteure Fahrzeuge bereitstellen.“

    Rechtliche Vorgaben, dass Autovermieter ihr Geschäft von den Behörden genehmigen lassen müssen, fehlen. Bislang reicht es, die Vermietung anzumelden. Es gibt keine Zuverlässigkeitsprüfung. Auch sind Vermieter nicht wie Banken oder Versicherer verpflichtet, Hinweise auf Geldwäsche zu melden oder ihre Geschäfte umfassend zu dokumentieren. Einige Vermieter verschleiern daher ihre Strukturen bis ins Ausland. Auch Leasingfirmen, die Verträge mit Vermietern machen, erleiden dadurch Verluste.
    Niederländische Banden weichen auf deutsche Anbieter aus

    „Deshalb ist eine Erlaubnispflicht für Autovermietungen dringend notwendig, um sicherzustellen, dass nur zuverlässige Anbieter tätig werden“, sagte Badenberg. „So verhindern wir, dass Mietfahrzeuge weiterhin für kriminelle Zwecke missbraucht werden und erschweren den Zugang zu den Mitteln der Organisierten Kriminalität.“

    Felor Badenberg (CDU), Berlins Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, hat den Kampf gegen die organisierte Kriminalität zu ihren Schwerpunkten erklärt. © dpa/Sebastian Gollnow

    Die Justizminister der Länder drängen nun darauf, dass eine gewerberechtliche Erlaubnispflicht für Autovermietungen eingeführt wird. Mit den bisherigen Mitteln, wie einem Gewerbeverbot, sei das Problem nicht mehr in den Griff zu bekommen, hieß es. Denn inzwischen greifen wegen der laxen Regeln in Deutschland sogar niederländische Banden, von Automatensprengern bis zur bewaffneten Drogenmafia, wegen der strengeren Vorgaben im Nachbarland auf deutsche Mietwagen zurück.

    Die Justizminister wollen, dass bei fehlender Zuverlässigkeit und ohne Nachweis des Versicherungsschutzes derlei Vermieter gar nicht erst zugelassen werden. Wer bereits wegen Straftaten verurteilt wurde, soll kein Auto vermieten dürfen. Abfragen zu Straftaten, beim Gewerbezentralregister und beim LKA sollen zum Standard werden.
    Autovermieter als Dienstleister für Banden

    Die Ermittler haben bislang große Probleme in dem Bereich. Sie gehen davon aus, dass dubiose Vermieter genau wissen, dass ihre Autos für Straftaten genutzt werden. Die Ermittler sprechen vom Phänomen „Crime as a service“ – also Kriminalitätsdienstleistung.

    Einige Autovermieter haben Ermittlern zufolge teils einzig die Aufgabe, ihre Dienste Kriminellen anzubieten oder allein zum Zweck der Geldwäsche. Weit verzweigte Strukturen führen häufig dazu, dass Ermittler nicht feststellen können, wer einen Mietwagen, der als Fluchtauto genutzt wird, gefahren hat.

    Beute aus Straftaten fließt in Autovermietungen

    Oft setzen Kriminelle für ihre Firmen Strohmänner als Geschäftsführer ein, nicht selten mittellose Personen aus dem Ausland, um Eigentumsverhältnisse zu verschleiern. Häufig werden auch Firmennamen gewechselt, Scheinadressen genutzt und Betriebsstätten erfunden.

    Hinzu kommen mehr Betrugsstraftaten. Vermieter versichern ihre Autos als Privat- und nicht als Mietwagen und sparen so bei den Kosten für die Versicherer. Die Firmen werden teils auch für Geldwäsche genutzt. Mit Beute aus Straftaten und Erlösen aus kriminellen Geschäften werden teurer geleast und ebenfalls mit schmutzigem Geld angemietet.

    Das Berliner LKA hat trotz der Ermittlungsprobleme beim Einschreiten gegen die Geschäfte solcher Vermieter deutschlandweit eine Vorreiterrolle. Derzeit läuft unter Führung des Berliner LKA nun für zwei Jahre ein europaweites Projekt namens „Rent“.

    Mit dabei sind die europäische Polizeibehörde Europol, die Niederlande, Italien und Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen, aber auch die Versicherungswirtschaft. Eine Million Euro fließen dafür von der Europäischen Union.

    #Berlin #Kriminalität #organisierte_Kriminalität #Mietwagen #Autovermietung

  • Spuren führen ins Clan-Milieu: Berlin geht gegen Vermieter von Luxusautos und Fluchtwagen vor
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/spuren-fuhren-ins-clan-milieu-berlin-geht-gegen-vermieter-von-luxusauto

    22.10.2025 von Alexander Fröhlich - Fluchtwagen, Kokstaxis, Autorennen und Protzfahrten: Das Landeskriminalamt führt ein europaweites Projekt gegen kriminelle Autovermieter an. Deren Zahl in Berlin steigt.

    Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) verschärft den Kampf gegen dubiose Autovermietungen. Bei einer Sonderanalyse stellten die Experten des LKA im vergangenen Jahr Spuren ins Clan-Milieu fest. Demnach haben von den 2000 Berliner Autovermietungen mit rund 60.000 Fahrzeugen rund 60 Firmen mit ihren rund 2200 Autos Verbindungen zur Clankriminalität. Vor zwei Jahren waren es 40 verdächtige Vermieter.

    Berlin hat laut Senatsinnenverwaltung beim Einschreiten gegen die Geschäfte solcher Vermieter eine Vorreiterrolle. Deshalb leitet das LKA nun für zwei Jahre ein europaweites Projekt namens „Rent“. Mit dabei sind die europäische Polizeibehörde Europol, die Niederlande, Italien und Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen, aber auch die Versicherungswirtschaft. Eine Million Euro fließen dafür von der Europäischen Union.

    Autos dienen als Rennfahrzeuge, Koks-Taxis und Fluchtwagen

    Oft sind es teure und PS-starke Autos nobler Marken. Überwiegend junge Männer, die bei den großen Vermieterketten solche Wagen gar nicht erst bekämen, kommen nur über kleine Anbieter an die Fahrzeuge heran.

    Ermittlern fallen regelmäßig Clan-Sprösslinge auf, die eigentlich Sozialleistungen bekommen und sich trotzdem Luxuswagen ausleihen. Sei es, um zu protzen, denn die Wagen dienen auch als Herrschaftssymbol und sichern im Milieu Anerkennung. Oder aber für sogenannte Profilierungsfahrten, also Autorennen. Nicht selten kommt es zu schweren Unfällen.

    Obendrein vermieten einige Anbieter ihre Wagen gezielt an Kriminelle – als Fluchtwagen für Einbrüche, Raub, Überfälle auf Geldtransporter oder Kokstaxi-Fahrten. Die Ermittler sprechen vom Phänomen „Crime as a service“ – also Kriminalitätsdienstleistung.

    Einige Autovermieter hätten teils einzig die Aufgabe, ihre Dienste Kriminellen anzubieten oder allein zum Zweck der Geldwäsche. Weit verzweigte Strukturen führen häufig dazu, dass Ermittler nicht einmal feststellen können, wer einen Mietwagen, der als Fluchtauto genutzt wird, gefahren hat.
    Durchsuchungen bei bekannter Großfamilie in Neukölln

    Gegen einen der 60 verdächtigen Vermieter sind Staatsanwaltschaft und Polizei bereits vorgegangen. Im Januar durchsuchten Ermittler in Süd-Neukölln eine Firma, vier Männer stehen unter Verdacht. Der Kopf der Bande ist Mitglied der berüchtigten arabischen Großfamilie Miri. Es geht um Versicherungsbetrug, Krediterschleichung, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche.

    Die Männer sollen die Autos als Privatwagen versichert haben, was deutlich günstiger war als Mietwagen. Um 45.000 Euro sollen sie damit die Versicherung betrogen haben. Die Ersparnis soll in weitere Autos geflossen sein.

    Zudem soll weitere Beute aus Straftaten in die Firma gewaschen worden sein. Bei der Razzia fanden die Ermittler auch ein Koks-Taxi. Auch Drogen wurden gefunden und ein Vermögen von 250.000 Euro beschlagnahmt. Durch Betrug sollen sie sich auch Kredite in Höhe von 400.000 Euro erschlichen haben.
    Berlins Innensenatorin will gegen organisierte Kriminalität vorgehen

    Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bezeichnete das vom LKA initiierte Projekt als wichtigen Baustein im Kampf gegen Clankriminalität. Damit solle die organisierte Kriminalität an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen werden: bei Geld, Status und Prestige.

    Spranger erhofft sich davon einen wichtigen Schlag gegen Geldwäsche und Versicherungsbetrug. „Außerdem steigern wir dadurch die Sicherheit auf den Berliner Straßen“, sagte die Innensenatorin. Gerade die Wagen der dubiosen Autovermieter fielen durch aggressives Verhalten der Fahrer, Raserei und fehlender Rücksichtnahme auf. Die schwächsten Verkehrsteilnehmer, Fußgänger, Familien, Kinder und Senioren, müssten davor geschützt werden, sagte Spranger.

    Die Ermittler setzen darauf, mit dem Projekt die Strukturen auszuleuchten. Die Niederlande etwa sind dabei, weil dort bereits härter vorgegangen wird gegen kriminelle Vermieter. Zudem beklagen sich die Behörden dort, dass etwa Banden, die gewerbsmäßig Geldautomaten sprengen, inzwischen auf deutsche Vermieter für ihre Tatfahrzeuge zurückgreifen.

    Auch das Bundesinnenministerium ist Teil des Projekts. Die Senatsinnenverwaltung will neue rechtliche Vorgaben anstoßen, etwa dass Autovermieter sich ihr Geschäft von den Behörden genehmigen lassen müssen. Bislang reicht es, die Vermietung anzumelden. Auch sind Vermieter nicht wie Banken oder Versicherer verpflichtet, Hinweise auf Geldwäsche zu melden. Angestrebt wird auch eine Regulierung des Markts. So könnten neue Vorgaben zur Dokumentation der Geschäfte kommen. Einige Vermieter verschleiern ihre Strukturen bis in Ausland. Auch Leasingfirmen erleiden dadurch Verluste.

    #Berlin #Kriminalität #organisierte_Kriminalität #Mietwagen #Autovermietung

  • Organisierte Kriminalität: Berlin federführend bei Projekt gegen illegale Autovermieter
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/organisierte-kriminalitat-berlin-federfuhrend-bei-projekt-gegen-illegal

    22.10.2025 - Verdächtige Mietwagen, Geldwäsc22.10.2025 - Verdächtige Mietwagen, Geldwäsche, tödliche Unfälle: Wie Berlin mit einer Million Euro und Gesetzesverschärfungen gegen illegale Autovermietungen vorgehen will.

    Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat ein entschlossenes Vorgehen gegen illegale Autovermietungen angekündigt. Dazu leitet das Berliner Landeskriminalamt (LKA) das entsprechende europaweite Projekt „Rent“ (englisch für Miete), wie die Innenverwaltung mitteilte.

    Daran nehmen unter anderem das Bundeskriminalamt (BKA), die Niederlande, Europol, die Landeskriminalämter von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Bayern, Brandenburg, das Bundesinnenministerium sowie die Gesamtverbände der Versicherungswirtschaft und Autovermieter teil. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien über das Thema berichtet.
    Eine Million Euro Fördermittel kommen von der EU

    Für das Projekt steht den Angaben zufolge aus EU-Fördermitteln eine Million Euro zur Verfügung. Es soll zunächst zwei Jahre laufen. Unter anderem ist ein Rechtsgutachten geplant, das klären soll, welche Gesetzesverschärfungen oder Gesetze notwendig sind.

    Es soll außerdem die Strukturen europaweit analysieren, ein Lagebild erstellen, Erkenntnisse über verdächtige Autovermietungen zusammenführen und weitere Bekämpfungsansätze entwickeln.

    „In Berlin gibt es circa 2.000 Autovermietungen mit 60.000 Kraftfahrzeugen. Davon haben rund 60 Autovermietungen Verbindungen zur Clankriminalität“, sagte Spranger. „Deshalb haben wir das Projekt „Rent“ federführend über das LKA Berlin initiiert, um die Organisierte Kriminalität an ihren empfindlichsten Stellen treffen: Geld, Status und Prestige.“
    Spranger hofft auf mehr Sicherheit

    Wenn es gelinge, dem Geschäftsmodell dieser verdächtigen Autovermietungen mit ihren rund 2.200 Autos in Berlin den Nährboden zu entziehen, sei dies ein wirksamer Schlag gegen Geldwäsche und Versicherungsbetrug.

    „Außerdem steigern wir dadurch die Sicherheit auf den Berliner Straßen“, sagte Spranger. „Denn gerade diese Fahrzeuge fallen im täglichen Straßenverkehr mit aggressivem Fahrverhalten, Geschwindigkeitsübertretungen und fehlender Rücksichtnahme gegenüber anderen negativ auf.“ Sie seien häufig in schwere, teilweise tödliche Verkehrsunfälle verwickelt.

    Regeln und Gesetze müssten durchgesetzt und befolgt werden, um gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Familien, Kinder und Senioren zu schützen, so die Innensenatorin. „Nach meiner Überzeugung kann nur so das Vertrauen in den handlungsfähigen Staat gestärkt werden. Auf Berliner Straßen gelten Recht und Gesetz und nicht das Recht des Stärkeren.“

    he, tödliche Unfälle: Wie Berlin mit einer Million Euro und Gesetzesverschärfungen gegen illegale Autovermietungen vorgehen will.

    Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat ein entschlossenes Vorgehen gegen illegale Autovermietungen angekündigt. Dazu leitet das Berliner Landeskriminalamt (LKA) das entsprechende europaweite Projekt „Rent“ (englisch für Miete), wie die Innenverwaltung mitteilte.

    Daran nehmen unter anderem das Bundeskriminalamt (BKA), die Niederlande, Europol, die Landeskriminalämter von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Bayern, Brandenburg, das Bundesinnenministerium sowie die Gesamtverbände der Versicherungswirtschaft und Autovermieter teil. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien über das Thema berichtet.
    Eine Million Euro Fördermittel kommen von der EU

    Für das Projekt steht den Angaben zufolge aus EU-Fördermitteln eine Million Euro zur Verfügung. Es soll zunächst zwei Jahre laufen. Unter anderem ist ein Rechtsgutachten geplant, das klären soll, welche Gesetzesverschärfungen oder Gesetze notwendig sind.

    Es soll außerdem die Strukturen europaweit analysieren, ein Lagebild erstellen, Erkenntnisse über verdächtige Autovermietungen zusammenführen und weitere Bekämpfungsansätze entwickeln.

    „In Berlin gibt es circa 2.000 Autovermietungen mit 60.000 Kraftfahrzeugen. Davon haben rund 60 Autovermietungen Verbindungen zur Clankriminalität“, sagte Spranger. „Deshalb haben wir das Projekt „Rent“ federführend über das LKA Berlin initiiert, um die Organisierte Kriminalität an ihren empfindlichsten Stellen treffen: Geld, Status und Prestige.“
    Spranger hofft auf mehr Sicherheit

    Wenn es gelinge, dem Geschäftsmodell dieser verdächtigen Autovermietungen mit ihren rund 2.200 Autos in Berlin den Nährboden zu entziehen, sei dies ein wirksamer Schlag gegen Geldwäsche und Versicherungsbetrug.

    „Außerdem steigern wir dadurch die Sicherheit auf den Berliner Straßen“, sagte Spranger. „Denn gerade diese Fahrzeuge fallen im täglichen Straßenverkehr mit aggressivem Fahrverhalten, Geschwindigkeitsübertretungen und fehlender Rücksichtnahme gegenüber anderen negativ auf.“ Sie seien häufig in schwere, teilweise tödliche Verkehrsunfälle verwickelt.

    Regeln und Gesetze müssten durchgesetzt und befolgt werden, um gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Familien, Kinder und Senioren zu schützen, so die Innensenatorin. „Nach meiner Überzeugung kann nur so das Vertrauen in den handlungsfähigen Staat gestärkt werden. Auf Berliner Straßen gelten Recht und Gesetz und nicht das Recht des Stärkeren.“

    #Berlin #Kriminalität #organisierte_Kriminalität #Mietwagen #Autovermietung

  • 663 ungenehmigte Taxis in Berlin aufgeflogen: Verkehrsverwaltung geht gegen kriminelle Strukturen vor
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/663-ungenehmigte-taxis-in-berlin-aufgeflogen-verkehrsverwaltung-geht-ge

    11.4.2025 von Benedikt Schmidt - Vor einem Jahr kam heraus, dass etwa 1600 sogenannte Mietwagen bei Uber und Co. ohne Erlaubnis vermittelt wurden. Jetzt hat sich die Verwaltung die Taxis vorgeknöpft.

    Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheit, kurz Labo, hat die von ihr erteilten Zulassungen aller Taxis in Berlin mit den Datensätzen der Vermittlungsdienste und Rufzentralen abgeglichen. Dabei kam heraus, dass bisher mehr als 600 Taxis in der Hauptstadt an Fahrgäste vermittelt wurden, obwohl sie dazu keine behördliche Erlaubnis hatten.

    Das erklärte die fürs Labo zuständige Senatsverkehrsverwaltung am Freitag. Insgesamt hat die Behörde 663 „Fahrzeug-Datensätze“ beanstandet, weil sie keine Fahrerlaubnis für die Wagen erteilte, diese abgelaufen war oder aufgrund von Verstößen von einem Sachbearbeiter widerrufen wurde.

    Ein Sprecher der Verkehrsverwaltung teilte auf Nachfrage mit, hinter der Gesamtzahl würden sich zwar keine doppelt gezählten Datensätze verbergen. Es könne aber sein, dass darunter „Karteileichen“ seien, also „Taxiunternehmen, die aus dem Markt gegangen sind, ohne daran zu denken, sich bei dem Vermittler ,abzumelden’“.

    Für den Datenabgleich hatten sämtliche in Berlin tätige Vermittler die Daten der bei sich registrierten Fahrzeuge und ihre zugehörigen Unternehmen an das Amt übermittelt. Dazu zählen die App-basierten Vermittler Freenow, Bliq, Uber, Bolt und taxi.eu sowie die analogen Rufzentralen von Hermann Waldner (unter anderem Würfel-Funk und Taxi Berlin).

    Als Stichtag des Abgleichs hat man sich auf den 1. November 2024 verständigt. Insgesamt ist der Datensatz rund 13.000 Einträge groß: Taxi-Unternehmen melden ihre Fahrzeuge in der Regel bei mehreren Plattformen an. Diese kassieren pro Vermittlung eine Provision.
    Offensive gegen mutmaßliche Betrüger

    „Das Labo wird Maßnahmen gegen die beanstandeten Unternehmen einleiten, soweit die Unternehmen nachweislich weiterhin Beförderungsleistungen erbracht haben“, heißt es in einer Mitteilung der Verkehrsverwaltung.

    Mietwagen-Anbieter wie Bolt oder Uber konkurrieren mit klassischen Taxiunternehmen um die Kunden in der Hauptstadt.

    © picture alliance/dpa/Bolt

    Wie berichtet, geht das Land Berlin seit geraumer Zeit ruppig gegen die Plattformen und die von ihr vermittelten Firmen vor. Der Abgleich der Taxi-Bestandsdaten ist Teil einer größeren Offensive gegen kriminelle Strukturen in dem Sektor: Analog zu der jetzt erfolgten Maßnahme hatte das Labo vor einem Jahr die bei den Vermittlern hinterlegten Daten sogenannter Mietwagenbetriebe untersucht und rund 1600 auffällige Fahrzeuge entdeckt. Mutmaßlich hatten Kriminelle die Genehmigungen gefälscht und sich damit bei den Plattformen angemeldet. So konnten sie ihr Geschäft betreiben und zugleich bei Steuern und Sozialabgaben sparen.
    Uber und Bolt vermitteln auch Taxis

    Im Gegensatz zu Taxis kann man die per App vermittelten Mietwagen nicht heranwinken und nur auf den Plattformen von Uber und Co. bestellen. Sie müssen nach jeder Tour an ihren Betriebssitz zurückkehren. Im Straßenverkehr erkennt man sie an der blauen Ordnungsnummer auf der Heckscheibe. In aller Regel handelt es sich um Fahrzeuge der Automarke Toyota.

    Bolt, Uber und Co. vermitteln neben diesen Mietwagen seit Längerem auch klassische Taxis. Seit diese in Berlin Festpreise vereinbaren können, ist die Taxivermittlung für die Plattformen attraktiver geworden – denn nun können sie einen exakten Preis in der App anzeigen.

    Um gegen nicht genehmigte Fahrzeuge und deren Vermittlung vorzugehen, hatte das Labo die mit Vermittlern getroffene Vereinbarung für einen fairen Markt im Dezember 2024 auf die Taxibranche ausgeweitet. Seit einiger Zeit gehen die Sachbearbeiter im Labo zudem restriktiver mit der Vergabe von Fahrgenehmigungen um. In der Branche heißt es, das Labo habe einen faktischen Konzessionsstopp verhängt. Zoll, Polizei und weitere Behörden arbeiten eng zusammen und führen viele Kontrollen durch.

    Die Maßnahmen zeigen Wirkung, das verdeutlicht die Verkehrsverwaltung anhand aktueller Zahlen: Ende März 2025 waren in Berlin nur noch 436 Mietwagenunternehmen mit 2335 Fahrzeugen unterwegs, darunter fallen auch Hunderte Autos gehobener Chauffeurdienste, die gar nicht auf den Apps registriert sind. Vor einem Jahr waren in Berlin noch fast 4500 Mietwagen konzessioniert. Die Zahl der Taxis ist im gleichen Zeitraum kaum gesunken. Ende März 2025 waren 5680 Wagen registriert.

    #Berlin #Taxi #LABO #organisierte_Kriminalität

  • An exploration of #ubuntu #leadership using interactive qualitative analysis
    https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2025.1686493/full

    Ubuntu is characterized as a communal philosophy emphasizing values such as survival, solidarity, compassion, respect, and dignity. It is encapsulated in the isiXhosa proverb “umntu ngumntu ngabantu,” meaning a person is a person through others. Literature often describes Ubuntu as humaneness, embodying a spirit of caring, community, harmony, and mutual respect. suggests that values of caring, sharing, and compassion are essential for assessing humane presence within #organizations.

    — Permalink

    #transformation #inclusion #ethics #growth #management #bestof

  • Victoire de Mamdani : c’est l’organisation et la mobilisation populaire qui sont la clé - CONTRETEMPS
    https://www.contretemps.eu/victoire-mamdani-new-york-democratie-organisation-populaire

    Les membres de DSA militent pour une vision socialiste affirmée, et c’est généralement leur programme politique qui attire l’attention. Mais on s’attarde moins sur leur méthode : une organisation de masse, populaire et démocratique.

    L’organisation compte plus de deux cents sections locales et plus de 85 000 membres à travers le pays. Chacune dispose de processus démocratiques non seulement pour élire ses responsables, mais aussi pour définir sa stratégie et ses priorités. Et DSA a bâti une véritable culture de l’action collective : une fois la ligne choisie ensemble, les membres travaillent collectivement à atteindre leurs objectifs, par l’action démocratique.

    La section new-yorkaise de DSA (NYC-DSA), dont je suis coprésidente, est le plus grand exemple de ce modèle à l’œuvre. À la fin du mois d’octobre, elle comptait plus de 11 300 membres — un chiffre appelé à croître encore après la victoire historique de Zohran Mamdani à la mairie. NYC-DSA a joué un rôle central dans la mobilisation de plus de 100 000 bénévoles qui ont consacré leur temps et leur énergie à porter Zohran Mamdani à la victoire. Un tel niveau d’engagement citoyen est presque inédit dans la politique étatsunienne — et c’est précisément cela, la politique démocratique.

    Le message de Zohran sur le coût de la vie et sa communication claire et ciblée ont inspiré des millions de personnes à travers le pays et même au-delà. Mais son dispositif d’organisation a permis à cent mille personnes de passer du soutien enthousiaste à l’action collective. Voilà la démocratie en acte. Zohran ne s’est pas contenté d’appeler à voter : il a permis à chacune et chacun de s’organiser.

    Cette approche de la campagne électorale a été adoptée et développée par NYC-DSA, le foyer politique de Zohran et l’un de ses plus proches alliés organisationnels. Membre de la section depuis 2017, il s’était déjà présenté avec notre soutien à l’Assemblée de l’État de New York en 2020. Comme militant actif, puis comme élu, Zohran a contribué à l’élaboration par NYC-DSA d’une stratégie d’organisation de masse dans les campagnes électorales.

    S’inspirant des travaux du stratège des mouvements sociaux Marshall Ganz[1] et du modèle organisationnel de masse de la campagne d’Obama en 2008, NYC-DSA a développé une stratégie électorale centrée sur les bénévoles. Les militant·es dévoué·es ne se contentent pas de faire du porte-à-porte : ils et elles élaborent les stratégies de terrain, conçoivent les outils de communication, pilotent la récolte de fonds et élaborent les propositions politiques. Au fil des campagnes, nous avons formé des centaines de militant·es chevronné·es qui ont constitué l’ossature de la campagne de Zohran et lui ont permis d’atteindre des sommets inédits.

    #mamdani #élections #organisation

  • #Frontex, agent intouchable du #renseignement_migratoire

    L’Agence européenne de garde-frontières et de garde-côtes, Frontex, est devenue, en vingt ans [1], le bras armé des politiques sécuritaires de l’Union européenne (UE) et de ses États membres. Initialement créée pour coordonner le contrôle des #frontières, organiser les #expulsions et produire des « #analyses_de_risques » des mouvements de populations, Frontex a élargi son champ d’intervention bien au-delà des questions migratoires.

    Nonobstant des enquêtes institutionnelles et journalistiques ayant démontré que ses officiers s’étaient rendus coupables de graves #violations_de_droits, tout semble organisé pour que la responsabilité de l’agence Frontex ne soit ni engagée ni reconnue. En sus de ses traditionnelles activités de #surveillance et de #contrôle des frontières prévues dans le règlement (UE) 2019/1896, l’agence tentaculaire dotée de moyens exponentiels est devenue tout à la fois agent du renseignement, négociateur, influenceur et membre d’un réseau de dissuasion violente, que rien ni personne ne semble pouvoir arrêter.

    Produire de l’information, qu’importe sa véracité

    Comme pour tout bon agent du renseignement, recueillir et exploiter des informations relevant de la vie privée est un axe essentiel du travail de Frontex. Elle collecte ces #données par le biais des États membres, d’agences européennes et d’organisations partenaires, mais aussi dans le cadre de ses propres opérations (maritimes, aériennes, terrestres). Elle est présente aux #frontières_maritimes (Méditerranée centrale et Manche), ainsi qu’aux #frontières_terrestres et aériennes de plusieurs pays (#Albanie, #Géorgie, #Monténégro, #Serbie, #Macédoine_du_Nord, #Moldavie, #Ukraine). Elle a progressivement élargi ses activités vers la zone #pré-frontière de l’UE et ouvert des bureaux #satellites temporaires dans des pays tiers du voisinage méridional et en #Afrique_de_l’Ouest [2].

    Quantité d’informations sont susceptibles d’être enregistrées : certaines sont générales, telles les routes migratoires empruntées, les dates de franchissement de frontière, les listes de passagers ou le pays de provenance ; d’autres, plus spécifiques, sont relatives aux #données_biographiques, aux incidents au cours d’opérations, jusqu’au lieu où se cachent les personnes au moment du contrôle. Les données recueillies nourrissent divers fichiers, parmi lesquels celui d’#Eurosur, instrument de surveillance et d’échange d’informations entre Frontex et les États membres, ou le #Joint_Operation_Reporting_Application (#Jora). Elles donnent aussi – et surtout – lieu à la production de #rapports_analytiques, avec une photographie de la situation aux frontières, supposés permettre de déterminer le niveau de « #risques » de déplacements vers le continent européen.

    Le Contrôleur européen de la protection des données (CEPD) estime que, malgré les moyens déployés, les « analyses de risques » produites par l’agence sont fondées sur des informations peu fiables, obtenues lors d’entretiens menés sans le consentement des migrant·es ni protection de leur identité [3]. Il a également émis des réserves quant à la sécurisation des données et l’ampleur de la collecte.

    L’#opacité des activités de Frontex inquiète aussi le Médiateur européen, qui a traité plusieurs plaintes concernant l’impossibilité d’accéder à des documents et informations. Il faut préciser que l’agence est très réticente à fournir les informations demandées, y compris à ses propres contrôleurs, chargés depuis 2019 d’évaluer en permanence le respect des droits fondamentaux dans ses activités opérationnelles [4].

    Frontex reconnaît elle-même que ses chiffres comportent des #erreurs : alors qu’elle communique chaque année sur le nombre de franchissements de frontières non autorisés, elle admet qu’« il n’existe aucun dispositif permettant d’établir le nombre exact de personnes ayant franchi les frontières [5] ». Mais pour elle, il s’agit presque d’une question secondaire : selon sa directrice adjointe, Aija Kaljana, « il est essentiel de devenir une organisation axée sur le #renseignement, car les ressources humaines et techniques sont limitées [6] ». L’ambition de Frontex est donc de passer d’une agence du contrôle migratoire à un #service_de_renseignement.

    Travailler en synergie, y compris hors du champ migratoire

    L’agence, au cœur d’un vaste réseau d’échanges de données, coopère avec de nombreux services, civils ou militaires, ayant des objets aussi variés que la pêche, la lutte contre le #narcotrafic ou la #sécurité_aérienne [7]. Frontex a créé, en 2018, la #Maritime_Intelligence_Community–Risk_Analysis_Network (#MIC-RAN), soit une communauté du #renseignement_maritime et un réseau d’analyse des risques, pour collecter des données et diffuser des rapports sur les #menaces_maritimes (i.e. l’appropriation illégale des zones maritimes, les conséquences du réchauffement climatique, les « usages illégaux » de la mer). Autre illustration de la diversité de ses collaborations : l’agence négocie des accords avec des sociétés d’affrètement comme #EASP_Air, #DEA_Aviation ou #Airbus [8] qui fournissent des #aéronefs, le personnel pour les exploiter et l’infrastructure technique pour la transmission des données enregistrées, en temps réel, au siège à Varsovie [9]. Elle capte également des données depuis l’espace, car elle a conclu un contrat avec #Unseenlabs, une entreprise française spécialisée dans la surveillance maritime par radiofréquence depuis l’espace, ou se sert des satellites du programme #Copernicus d’observation de la Terre qui sont utilisés pour la sécurité, la protection civile, la gestion de l’environnement et la recherche sur le changement climatique [10].

    Engagée dans des projets de recherche et développement, l’agence finance ceux qui se focalisent sur le matériel de surveillance [11]. Elle a étroitement suivi les avancées du programme #ITFlows, un outil de prédiction des flux migratoires à partir de techniques d’analyse automatisée de données, en y contribuant activement via la fourniture d’informations récoltées dans le cadre de ses missions [12]. Dans le même registre, elle a organisé avec des garde-côtes italiens, début 2025, un atelier international intitulé Évolution des garde-côtes : l’#intelligence_artificielle et les systèmes sans pilote améliorent les opérations de recherche et de sauvetage. Vaste programme à l’heure où le recours à l’intelligence artificielle (#IA) pose de sérieuses questions éthiques [13].

    Au-delà des frontières de l’Europe, Frontex multiplie des #campagnes qui sont de véritables opérations de séduction, afin de s’assurer du concours des États tiers pour empêcher les départs depuis les pays d’origine. Ainsi est-elle à l’initiative du projet #Africa–Frontex_Intelligence_Community (#Afic) dans huit pays africains (#Côte_d’Ivoire, #Gambie, #Ghana, #Mauritanie, #Niger, #Nigeria, #Sénégal et #Togo), officiellement lancé pour « collecter et analyser des données sur la #criminalité_transfrontalière et soutenir les autorités impliquées dans la #gestion_des_frontières ». Frontex a également organisé des séances opérationnelles de #sensibilisation à la lutte contre la #fraude_documentaire et la fraude à l’identité en #Albanie, #Bosnie-Herzégovine, #Égypte, #Géorgie, #Moldavie, #Macédoine_du_Nord, #Serbie et en #Tunisie.

    Comme pour conforter sa place centrale dans le réseau d’information qui surveille tout et constamment, c’est avec les services de répression, tels l’#Office_européen_de_police (#Europol) et l’#Organisation_internationale_de_police_criminelle (#Interpol), que l’agence a intensifié ses relations. Depuis 2008, Frontex signe des accords de coopération et des plans d’action conjoints avec Europol pour partager avec cette agence les informations qu’elle recueille, singulièrement via Eurosur, à des fins de lutte contre la criminalité ou le terrorisme. Sur le terrain, cette entente s’est notamment matérialisée durant des opérations relevant de la politique de sécurité et de défense commune (opérations #Sophia et #Jot_Mare en 2015). Plus surprenant : en 2024, Frontex a codirigé une opération internationale visant à lutter contre la #contrebande_de_drogue par voie maritime en fournissant un soutien technique et opérationnel [14] ; elle est aussi intervenue pour des opérations de soutien pendant les #Jeux_olympiques en France [15], pendant la compétition de l’Euro en Allemagne, ou encore durant la guerre en Ukraine... Elle outrepasse ainsi sa mission initiale et s’érige comme un organe de « super-contrôle ».

    De son côté, Interpol travaille avec l’UE et Frontex dans le domaine de la sécurisation des frontières, sous forme de collaborations techniques, de #formations et de projets de recherche communs. Frontex a élaboré un manuel de référence contenant des alertes de falsification et des cartes de contrôle rapide servant d’aides visuelles à la décision lors de la vérification de documents. Ce dispositif est désormais au cœur du système de bibliothèque électronique de documents #Frontex-Interpol (#Fields). Les #bases_de_données d’une agence de surveillance des frontières et celles d’une organisation de lutte contre la criminalité sont dès lors interconnectées.

    Une agence opaque et délétère qui influence les législations

    Plusieurs enquêtes documentées décrivent les actes illicites commis par l’agence sur ses terrains d’intervention. Il n’est plus à démontrer qu’elle s’est rendue complice ou coupable, à de nombreuses reprises, de #refoulements (#push-backs) en Grèce, pourtant interdits par le droit international. Des refoulements qui sont recensés dans sa base de données #Jora comme de simples opérations de « #prévention_de_départs [16] ». Des pratiques similaires ont été dénoncées à la frontière bulgare, où des violences ont été commises par des garde-frontières participant aux opérations de Frontex [17]. À #Chypre, de nombreux ressortissant·es syrien·nes ont été illégalement enfermé·es et d’autres ont été expulsé·es vers la Syrie, sous les yeux d’officiers de Frontex [18]. Des pratiques épinglées par l’Office européen de lutte antifraude (Olaf), qui a émis des doutes sur « la capacité de l’agence FRONTEX à […] veiller au respect et à la protection des droits fondamentaux dans toutes ses activités aux frontières extérieures ».

    L’agence va jusqu’à fabriquer de fausses informations lorsqu’elle prétend sauver des vies en mer, alors qu’elle transmet la position des embarcations en détresse aux #garde-côtes_libyens, dont les comportements violents envers les personnes migrantes sont notoires [19]. Il lui arrive aussi d’interrompre la prise de vue aérienne au-dessus de la mer Méditerranée pour ne pas avoir à référer d’abandon de personnes en mer [20]. En 2023, un navire où s’entassaient près de 200 migrants au large des côtes italiennes (Crotone) ne présentait, selon le rapport d’incident de Frontex, « pas d’intérêt particulier ». La même année, Frontex a omis d’envoyer un signal de détresse lors du naufrage de l’Adriana (Pylos), provoqué par une manœuvre des garde-côtes grecs [21]. Faut-il le rappeler, alerter les secours relève pourtant d’une obligation internationale de droit maritime. La multiplication des cas de refoulements ou le silence gardé à la vue d’embarcations en détresse contribuent à abaisser les standards de protection. L’agence fait en outre croire qu’elle s’intéresse au sort des personnes expulsées, voire améliore leur situation, lorsqu’elle met en avant les effets bénéfiques qu’aurait eu le retour dans le pays d’origine [22]. La violation des #droits_fondamentaux se banalise et, dans un contexte d’impunité généralisée, est traitée en matière migratoire comme un dommage collatéral.

    Malgré ces multiples mises en cause, Frontex exerce une influence croissante sur les instances politiques et les législations européennes. Ses « analyses de risques » sont l’unique source d’information de la Commission européenne, et l’image construite d’une perpétuelle « #crise aux frontières » qu’elles donnent à voir sert à justifier l’augmentation des contrôles et des mesures sécuritaires. Depuis des années, l’agence véhicule une image négative de la migration en la présentant comme une menace dont il faudrait se protéger.

    Cette image trouve sa traduction dans les réformes législatives. L’insistance de Frontex à alerter, dans ses rapports d’activité, sur « les #mouvements_secondaires […] à grande échelle » ou sur la persistance de la #pression_migratoire a sans nul doute contribué à l’adoption, en 2024, du #pacte_européen_sur_la_migration_et_l’asile. Un pacte dans la mise en œuvre duquel Frontex détient un rôle clé, avec, notamment, les nouvelles attributions qui lui sont confiées aussi bien lors des procédures frontalières (« #filtrage ») que dans l’organisation des #expulsions. Onze États sont en train de s’équiper d’un système informatique numérisé de gestion des retours sur le modèle du #Return_Case_Management_System (#Recamas) mis au point par Frontex.

    La réforme du règlement #Eurodac ouvre une nouvelle brèche en permettant à l’agence de consulter le #répertoire_central_des_rapports_et_statistiques (#CRRS) et d’avoir accès aux #statistiques de l’agence de l’Union européenne pour la gestion opérationnelle des systèmes d’information à grande échelle au sein de l’espace de liberté, de sécurité et de justice (#EU-Lisa).

    Enfin, la #réforme en cours des directives « Facilitation » et « Retour » risque de renforcer les pouvoirs de l’agence, en augmentant – encore – son #budget et en l’autorisant à transférer à des pays tiers des données relatives à des ressortissants aux fins de #réadmission.

    Une agence peu fiable, mais intouchable

    Selon l’Organisation internationale pour les migrations (OIM), plus de 74 352 personnes ont trouvé la mort depuis 2014 en tentant de franchir les frontières [23]. En dehors du champ de la migration, l’acteur, personne physique ou morale, qui serait impliqué dans une telle hécatombe serait poursuivi et jugé, voire condamné. Malgré les preuves tangibles de la #responsabilité de Frontex, comme de l’UE et de ses États membres, dans ces drames, aucun d’entre eux n’a jamais été inquiété. Bien au contraire, la Commission européenne confirme son agenda politique basé sur la mise à l’écart des personnes exilées en donnant à l’agence un rôle de premier plan dans les politiques migratoires européennes et en proposant de tripler ses effectifs. Les États s’appuient toujours plus sur Frontex : en 2024, la #Belgique a adopté une loi pour permettre le déploiement d’officiers de l’agence sur son territoire afin de soutenir la police fédérale dans l’exécution des expulsions. Le #Royaume-Uni a signé un accord de coopération avec Frontex sur divers aspects de la gestion des frontières, comme la surveillance et l’évaluation des risques, l’échange d’informations, le renforcement des capacités et le partage d’expertise. Dans ces conditions, pourquoi l’agence intouchable s’arrêterait-elle là, même coupable du pire ? La meilleure défense étant l’attaque, la criminalisation des solidarités et la décrédibilisation de celles et ceux qui dénoncent ses actions – à l’image de la campagne Abolish Frontex accusée de « discours haineux » – sont érigées en stratégie de dissuasion. De même, celles et ceux qui pallient l’action défaillante des États, comme les ONG de sauvetage en mer, sont assimilées à des réseaux de passeurs. Une #rhétorique qui ressemble à s’y méprendre à celle des partis populistes.

    https://migreurop.org/article3472.html
    #migrations #réfugiés #directive_retour #directive_facilitation

    ping @karine4 @reka

  • La Scomparsa di Bruno Breguet

    En 1970, Bruno Breguet, lycéen d’à peine vingt ans, est arrêté en Israël alors qu’il tente de faire entrer des explosifs dans le pays pour la résistance palestinienne. Il se radicalise durant sa détention et à sa sortie de prison, il rejoint le groupe du terroriste Carlos. Il disparaît mystérieusement en 1995. Le film cherche à reconstituer l’histoire de Breguet en rencontrant d’anciens compagnons de route tessinois.

    https://www.film-documentaire.fr/4DACTION/w_fiche_film/70241

    #film #documentaire #film_documentaire #Bruno_Bréguet #justice #Carlos #OLP #disparition #terrorisme #Movimento_giovanile_progressista (#MGP) #Fronte_popolare_per_la_liberazione_della_Palestina (FPLP) #terrorisme #prison #Organizzazione_rivoluzionaria_internazionale (#ORI) #Giorgio_Bellini #Gianluigi_Galli #CIA #FDBONUS/1 #Marina_Berta #lutte_armée #Palestine

  • #Eyal_Weizman : Israël déploie à #Gaza une « #architecture_de_la_mort »

    Comment établir la #matérialité du #génocide ? Depuis le 7 octobre 2023, Forensic Architecture travaille à dévoiler par la #cartographie la #destruction_systématique, par #Israël, des #infrastructures de la société palestinienne, qui s’en trouve « déracinée ». Entretien avec son fondateur.

    Regroupant des architectes, des journalistes, des universitaires comme des artistes, le laboratoire pluridisciplinaire #Forensic_Architecture s’est illustré ces dernières années en enquêtant sur différents crimes de guerre, en Syrie ou en Ukraine, ou encore sur des violences policières. En septembre 2022, Forensic Architecture avait notamment montré comment l’armée israélienne a sciemment exécuté la journaliste Shireen Abu Akleh (Al Jazeera) au cours d’un reportage à Jénine (Cisjordanie).

    Au lendemain du 7-Octobre, l’équipe a commencé à travailler sur l’offensive israélienne contre Gaza, convaincue que s’y déroulait une entreprise de #destruction d’une ampleur inédite.

    Ce travail a abouti à la publication de plusieurs rapports visant à mener une « #cartographie_du_génocide ». L’un de ces rapports a montré en juillet l’organisation de la #famine par Israël, notamment à travers les attaques contre l’#agriculture.

    Le fondateur de Forensic Architecture, l’architecte israélien Eyal Weizman, explique à Mediapart pourquoi son organisation, basée à l’université Goldsmiths à Londres (Royaume-Uni), et qui compte désormais une douzaine de bureaux dans le monde, a choisi d’accompagner la plainte pour génocide déposée contre Israël devant la Cour internationale de justice à La Haye (Pays-Bas). Il revient sur la notion de « #génocide_colonial » au cœur de son prochain livre. Entretien.

    Mediapart : Forensic Architecture a commencé à documenter le génocide perpétré à Gaza juste après le 7-Octobre. De quelle manière travaillez-vous sur ce terrain ? Est-ce un travail de même nature que les enquêtes que vous avez menées jusque-là ?

    Eyal Weizman : Non, c’est complètement différent. Normalement, Forensic Architecture peut passer un an à travailler sur une séquence d’une seconde. Dans un cas de violence policière, par exemple, comme on l’a fait en France avec notre partenaire #Index, c’est dans cette temporalité que nous travaillons.

    Concernant le génocide en cours à Gaza, on ne peut évidemment pas fonctionner comme ça. Nous avons donc commencé par collecter des informations sur des dizaines de milliers d’événements, puis nous avons essayé de comprendre quels liens existaient entre toutes ces situations.

    Face à des #crimes_de_guerre, nous essayons d’établir si ce sont des civils ou des combattants qui ont été tués, si c’était proportionné, etc. Dans le cas d’un génocide, c’est la relation entre une énorme multiplicité de cas qui est déterminante. Est-ce qu’il y a un #système, un #dessein, un #plan ?

    L’#intentionnalité est au cœur de la notion de génocide, selon la Convention des Nations unies pour la prévention et la répression du crime de génocide. Elle peut être établie par des #schémas_d’action qui donnent un sens à des cas a priori isolés. Au-delà de toutes les déclarations génocidaires du gouvernement israélien depuis le 7-Octobre, notre travail a consisté à faire apparaître ces schémas sur nos cartes.

    De quelle manière ? Quels sont vos outils ?

    Concrètement, dans chaque cas que nous investiguons, le bombardement de tel centre alimentaire, la destruction de tel terrain agricole, nous sauvegardons les vidéos, les images que nous recevons, nous les authentifions et nous analysons « l’#incident » : cela s’est passé là à telle heure, tel jour, etc.

    Ensuite, nous avons différents #modèles_mathématiques pour regarder les relations entre ces différents événements. Quel est le système derrière ? Pouvons-nous établir qu’il y a un plan visant à détruire le peuple palestinien en tout ou en partie, ce qui est la définition du génocide ?

    Si nous voyons qu’Israël détruit systématiquement les #terres_agricoles, qu’ensuite il empêche l’#aide_alimentaire d’entrer dans Gaza et cible les centres de #distribution_alimentaire, le #dessein qui apparaît alors est celui d’affamer la population. La famine à Gaza est créée par cette multiplicité d’actions.

    L’article II, c) de la convention des Nations unies mentionne la « #soumission_intentionnelle » de la population à « à des conditions d’existence devant entraîner sa destruction physique totale ou partielle ». Vous ne tuez pas les gens directement, mais vous les tuez en détruisant l’#infrastructure qui rend leur vie possible.

    Si vous détruisez l’accès à la #nourriture, si vous détruisez les #hôpitaux, si vous détruisez les #écoles, si vous détruisez les #maisons, ce que j’appelle une « #violence_architecturale », alors les conditions de vie sont anéanties et la mort arrive lentement, parfois indirectement.

    La famine ravage aujourd’hui Gaza. Or vous montrez, notamment dans le dernier rapport de Forensic Architecture, qui couvre la période du 18 mars au 1er août, comment cela correspond à un objectif d’#anéantissement méthodiquement poursuivi.

    Gaza est une bande de terre longue et fine qui a deux types de sols. Des #sols sablonneux, du côté ouest, et des sols argileux à l’est. Quasiment toute l’agriculture à Gaza se situe à l’est de la route Salah al-Din, artère principale de la bande de Gaza. Et c’est cette partie qui a justement été la plus ciblée pour pousser la population vers les terres les plus difficiles à cultiver.

    Ce que nous avons vu depuis le début du génocide, c’est une campagne systématique pour détruire la #souveraineté_alimentaire palestinienne, par la destruction des #champs, des #vergers, la destruction des moyens de pêcher – tous les bateaux ont été détruits…

    Les Palestiniens n’ont plus les moyens de se nourrir. Ils dépendent entièrement de l’#aide_humanitaire qui passe par les checkpoints contrôlés par Israël. Israël a un contrôle total, peut ouvrir ou fermer le robinet. Parfois, il a dû l’ouvrir un peu sous la pression internationale, mais jamais assez.

    Toute la matrice de la société palestinienne, tous les lieux de distribution de la nourriture, les familles, les associations caritatives, les mosquées, les boulangeries, tout ce qui permet la #résilience de la population, a été systématiquement ciblé. C’est une tentative de détruire la société palestinienne, en attaquant les #liens_invisibles qui la constitue.

    À la place, Israël a construit des espaces nouveaux pour la distribution de nourriture qui sont en réalité des trappes de la mort.

    C’est-à-dire ?

    Vous devez penser Gaza à la fois comme une zone de #démolition et comme une zone de #construction. Parce que les #bulldozers israéliens détruisent les bâtiments palestiniens, mais avec les décombres, ils construisent une #architecture complètement nouvelle.

    Par exemple, ils ont construit des centres de distribution alimentaire à partir des gravats des maisons détruites, selon ce que j’appelle une architecture de la mort. Ils le font dans une petite enceinte qui devient un genre de « #trappe_de_mort » où les gens peuvent se faire facilement tirer dessus par les forces israéliennes. Tout est fait pour qu’il soit très compliqué et très dangereux d’essayer d’y obtenir de la nourriture.

    Les #gravats des maisons servent aussi à construire des jetées dans la mer, des petites #collines qui permettent à l’armée de surveiller Gaza, un territoire globalement plat.

    L’architecture, en tant qu’#organisation_de_l’espace, est un très bon cadre pour analyser le génocide car elle est basée, elle aussi, sur une intention.

    C’est ce qui forme la base de votre contribution à la plainte de l’Afrique du Sud contre Israël, devant la Cour internationale de justice, pour génocide.

    Oui, c’est tout ce travail qui a permis de produire un rapport de 825 pages pour l’équipe juridique de l’Afrique du Sud, qui sert de base factuelle dans cette procédure.

    Nous amenons des éléments de #preuve concernant la destruction des hôpitaux, de l’agriculture, de l’#éducation, l’organisation de la famine, et nous montrons comment tout cela marche ensemble.

    Nous considérons le procès intenté par l’Afrique du Sud contre Israël comme une chance pour les droits humains et le droit international. Ce qui s’y joue est, selon nous, très important. Qu’un pays qui a souffert de l’apartheid, qui a expérimenté le colonialisme de peuplement, un pays du Sud, attaque Israël, défendu par les pays occidentaux dans leur ensemble…, c’est un événement historique. C’est pourquoi nous sommes très engagés dans cette plainte.

    Nous n’avons pas l’illusion que la Cour puisse avoir un impact sur les événements en cours, mais il existe une puissance historique, symbolique dans cette affaire.

    Dans l’enquête que vous avez menée sur l’assassinat de la photojournaliste #Fatma_Hassona, vous dites que les forces israéliennes ont pixelisé l’image satellitaire de la toiture de sa maison pour brouiller les preuves. Est-ce de plus en plus compliqué pour vous de travailler avec les #images ? Les témoins qui vous envoient des photos, des vidéos, prennent aussi des risques énormes.

    Oui, c’est un enjeu. C’est très difficile de télécharger des vidéos à Gaza. Les connexions sont systématiquement coupées, trouver du réseau est difficile. Mais malgré les difficultés, malgré le fait que les personnes risquent leur vie pour tourner des images, les gens continuent à nous envoyer des #vidéos de Gaza comme des bouteilles à la mer.

    Vous ouvrez la bouteille, vous lisez ce message avec un soin infini pour honorer le risque qu’ils ont pris. Nous avons donc des protocoles très précis pour ne pas exposer nos sources sur le terrain. Nous faisons très attention à retirer toutes les indications qui pourraient permettre d’identifier ou de localiser nos sources.

    Nous ne sollicitons jamais de vidéos, de photos. Les gens nous les envoient parce qu’ils nous connaissent et qu’ils nous font confiance. Mais nous préférons encore les prendre lorsqu’elles sont déjà en ligne, parce que cela assure mieux la sécurité des personnes.

    Le climat dans lequel vous travaillez sur Gaza est particulièrement difficile. Votre bureau allemand a dû récemment fermer.

    L’État allemand a retiré les financements et, effectivement, cela a conduit à fermer ce bureau en janvier. De façon générale, après le 7-Octobre, j’ai été accusé d’être antisémite dans plusieurs pays où nous travaillons, en Israël bien sûr mais particulièrement en Allemagne. Pour moi qui viens d’une famille juive rescapée d’Auschwitz, entendre cela dans ce pays est particulièrement douloureux.

    Cela dit, nous avons encore une très petite équipe dans ce pays, qui vient juste de dévoiler un très important cas de violence policière lié aux manifestations de soutien à Gaza. La police avait accusé des manifestants d’avoir violemment molesté un policier à Berlin. Le gouvernement en avait profité pour interdire les manifestations de soutien à la Palestine. Nous avons pu établir que les faits étaient à l’opposé de la version officielle. En réalité, le policier a frappé un manifestant tellement fort qu’il s’est cassé la main. Donc, ils pensaient se débarrasser de nous mais ils n’ont pas complètement réussi…

    Concernant le climat, mon université à Londres est actuellement sous enquête pour antisémitisme et je sais que c’est en partie à cause de l’activité de Forensic Architecture.

    Je veux être très sérieux sur ce sujet, parce qu’il y a vraiment de l’antisémitisme, notamment en France, et il est meurtrier. La sécurité des juifs là où ils vivent doit être garantie.

    Mais Israël, à force de faire passer la défense des droits humains, le droit international pour de l’antisémitisme, crée encore plus d’#antisémitisme. Ce qui me donne de l’espoir, ce sont ces jeunes juifs dans différents pays qui rejettent l’État génocidaire. Ils sont le futur.

    Vous travaillez à un livre qui sortira dans quelques mois. Vous y parlez de ce que vous appelez « le génocide colonial ». Pouvez-vous nous en dire plus sur ce concept ?

    Quand on pense au génocide, nous avons en tête l’Holocauste. Un crime perpétré sur un temps et un espace resserré. Mais un génocide peut prendre différentes formes.

    Le génocide des Palestiniens n’a pas commencé le 7-Octobre. Pour le comprendre, il faut regarder l’#histoire_longue et la transformation de l’environnement, des lieux de vie palestiniens.

    Je voudrais, à travers un travail sur les cartes, sur les sols, revenir sur l’histoire de la création de la bande de Gaza, de l’expulsion des Palestiniens du sud de la Palestine et la façon dont les villages palestiniens ont été littéralement rayés de la carte. Il faut comprendre comment les #colonies_israéliennes ont été localisées sur ce territoire, en particulier les #kibboutz, construits sur les ruines des #villages_palestiniens.

    Ce sera, à travers l’#histoire_de_l’environnement et l’histoire des sols, une longue histoire de Gaza. Une grande partie des habitants de Gaza étaient auparavant des #bédouins. Pas des nomades, mais des #agriculteurs qui habitaient autour du fleuve #Waadi_Gaza. Ils y avaient élaboré des #techniques_agricoles très sophistiquées. Je travaille en particulier sur le village d’#Al-Ma’in, d’où viennent l’historien Salman Abu Sitta et le célèbre médecin palestinien Ghassan Abu Sitta.

    Nous essayons de reconstruire précisément la manière dont la colonisation a transformé le #paysage, l’#environnement. C’est ce qui permet d’inscrire le génocide post 7-Octobre dans un bien plus long processus de #colonialisme_de_peuplement, qui est une forme de génocide.

    Après le 7-Octobre, Israël a transformé Gaza en #désert. Mais là encore, c’est une histoire bien plus longue. On connaît le slogan revendiqué en Israël d’avoir fait « #fleurir_le_désert ». Mais Gaza n’a jamais été un désert. La région a toujours été habitée par des bédouins palestiniens qui cultivaient notamment de l’#orge à destination des Britanniques, qui s’en servaient pour la #bière. Jusqu’en 1948, c’était un territoire luxuriant.

    Vous travaillez sur l’#effacement de ces #traces. Voire, sur l’#effacement_des_traces_de_l’effacement, qui est aussi une caractéristique des entreprises génocidaires.

    Quand les Israéliens détruisaient un village palestinien, ils ne détruisaient pas seulement les bâtiments. Ils labouraient la terre, et même les #cimetières et les #routes.

    Et, s’il y avait un champ qui était labouré dans un sens, ils le labouraient dans l’autre sens. Pour effacer toute trace, effectivement, des formes de vie qui existaient jusque-là. Aujourd’hui, j’observe les mêmes phénomènes, à la différence que le labour est fait par des bulldozers.

    La destruction, c’est une chose. Par mon activité au sein de Forensic Architecture, j’ai vu beaucoup de destructions de bâtiments. Mais ce que je vois à Gaza, ce n’est pas simplement des bâtiments détruits, je vois la destruction des sols eux-mêmes, de la terre, ce que j’appelle « déraciner » Gaza.

    À l’époque de la création d’Israël, une forme de #torture vis-à-vis des Palestiniens était de les amener sur les lieux où leur village avait été rasé et dont il ne restait rien. Pas même une trace.

    C’est pour cela que vous avez voulu vous focaliser sur les sols, la #terre ?

    Oui, parce que organiser la #désertification à Gaza est politique. Construire des #barrages pour détourner l’#eau au profit d’Israël, c’est utiliser l’environnement pour expulser les Palestiniens de leurs #terres.

    #Créer_le_désert est une caractéristique continuelle du génocide. C’est la destruction des formes d’#habitabilité. D’abord Israël crée un désert, puis y envoie les Palestiniens. Si l’on pense au génocide arménien et au génocide en #Namibie par les Allemands, dans ces deux cas le désert a été un « outil » de destruction.

    Je travaille aussi sur les dommages causés en profondeur aux sols. Depuis le 7-Octobre, Israël a lancé des bombes qui explosent à 30 mètres sous terre, officiellement pour détruire les tunnels du Hamas.

    Ces bombes contiennent énormément de #produits_chimiques qui contaminent en profondeur les sols, et ce, pour des décennies. De l’eau salée a aussi été injectée dans la terre, ce qui a endommagé l’aquifère. La poussière de tous les bâtiments détruits à Gaza s’est infiltrée en profondeur et, là encore, va créer une pollution pour de très nombreuses années. C’est aussi politique. Contaminer les #sous-sols, c’est aussi détruire les capacités d’habiter des générations à venir.

    Je pense que le colonialisme de peuplement, comme l’a dit l’anthropologue Patrick Wolfe, a une logique d’#élimination. La plupart des gens qui meurent dans le génocide colonial ne meurent pas de façon violente. Bien sûr, il y a des #massacres. Mais les gens meurent de #causes_secondaires. C’est comme un génocide sur la durée.

    https://www.mediapart.fr/journal/international/010925/eyal-weizman-israel-deploie-gaza-une-architecture-de-la-mort

    #architecture_Forensique #ressources_pédagogiques #contamination #pollution #bombes #verticalité

    voir aussi :
    DIAGRAMMES - INTENTION GÉNOCIDAIRE
    https://seenthis.net/messages/1118337
    signalé par @reka

    ping @isskein

    • Faut descendre un moment avant d’avoir la réponse :

      One likely reason, says Amy Bogaard, an archaeologist at the University of Oxford who wasn’t involved with the study, was that land was readily available there. Her recent work, some with Kohler since 2017, has shown that using draft animals for plow agriculture typically only increases inequality in societies where land is scarce. In Egypt and Mesopotamia, for example, farming is confined to river valleys. “There’s nothing about the plow that inherently causes land limitation,” Bogaard says.

      Bogaard says many of the Carpathian Basin societies appear instead to be what she calls “labor-limited.” In labor-limited societies, commoners upset over a leader who demands too much of their time can simply move elsewhere, as there is plenty of available space. Indeed, Duffy says, people in the Carpathian Basin frequently “voted with their feet” by leaving existing communities and forming new ones.

      Du coup, moins de population sur un territoire cultivable donné = plus d’égalité. Ça va dans le sens du malthusianisme :) (de gauche)

      Trop de densité de population = exploitation et inégalités, en étant impossible d’en partir.

  • #leadership #derailment : How Good Managers Go Bad
    https://www.leadingsapiens.com/leadership-derailment

    Recovery and prevention shouldn’t rely on individual heroics. Many derailments are preventable with better org architecture: Disciplined #promotion processes. Define expectations clearly, ensure cross-functional calibration, and treat promotions as design decisions, not rewards. Advancement tied to developmental readiness, not just performance. Don’t confuse title inflation with readiness. This means evaluating not only what someone has done, but whether they’ve shown the capacity to evolve. Support during transitions. The most common point of derailment is the jump to a more complex role. This is where systems typically underinvest. Yet it’s where scaffolding like coaching, onboarding, and reset conversations are most needed. Learning cultures that surface reality. Environments that (...)

    #management #fall #strengths #context #changemanagement #organizations #selfawareness #communication #asymetry #peter #standards #feedback #titles #warning #psychologicalsafety #bestof

  • Ljubiša Beara: come si organizza un genocidio?
    https://irpimedia.irpi.eu/srebrenica30-come-si-organizza-un-genocidio

    Sono passati trent’anni, eppure ancora oggi – nonostante anni di processi – non si è potuta ricostruire l’esatta dinamica dei fatti che a Srebrenica, dal 6 al 16 luglio 1995, portarono all’eliminazione fisica di più di ottomila persone L’articolo Ljubiša Beara: come si organizza un genocidio? proviene da IrpiMedia.

    #Mondo #Bosnia_ed_Erzegovina #Giustizia