• Pädagogik: Die Freiheit, sich zu fügen
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    4.5.2026 von Christoph Horst - Vor 250 Jahren wurde Johann Friedrich Herbart geboren, einer der Begründer der modernen Pädagogik

    »Man kann die eine und ganze Aufgabe der Erziehung in den Begriff: Moralität fassen.« (J. F. Herbart)

    Als Johann Friedrich Herbart 1809 im Alter von 33 Jahren als zweiter Nachfolger Immanuel Kants auf den Königsberger Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik berufen wurde, war dies stringente Folge eines klassischen Gelehrtenlebens ohne bedeutendere außerakademische Vorkommnisse. Er baute dort im Auftrag unter anderem Wilhelm von Humboldts das Pädagogische Seminar für Lehrerbildung nach den Grundsätzen der preußischen Bildungsreform auf.

    Während seiner 24 Jahre an der Universität Königsberg arbeitete Herbart sein System der philosophisch fundierten Pädagogik und der Zusammenführung von Theorie der Bildung und Praxis der Erziehung aus, zu dem er zuvor unter anderem in Göttingen und Bremen publiziert und gelehrt hatte. In Göttingen, nicht so ganz weit entfernt von seiner Heimatstadt Oldenburg, war er bereits philosophisch promoviert und habilitiert worden. Gerne wäre Herbart 1831 Nachfolger Hegels in Berlin geworden, dies blieb ihm jedoch zu seiner großen Enttäuschung verwehrt. Er war von dem ausgebliebenen Karriereschritt sogar so erschüttert, dass er den preußischen Staatsdienst auf eigenen Wunsch verließ und zurück nach Göttingen ging.
    Von der Theorie her

    Praktische pädagogische Erfahrungen hatte Herbart zeitlebens nur geringe. Wohl arbeitete er nach seinem Studium in Jena als Hauslehrer in der Nähe von Bern und dachte, dies reflektierend, über Fragen der Erziehung nach. Ganz seinem rationalistischen Weltbild entsprechend entwarf er für seinen Schüler einen detaillierten Plan der Bildungsentwicklung. Sein Hauptinteresse galt jedoch damals schon der Philosophie.

    Privat blieb ihm der Umgang mit Kindern weitgehend verwehrt. Zwar hatte er ab Ende seiner 30er Jahre zwei Adoptivkinder, aber zeitgenössische Quellen berichten, dass sich eher seine 17 Jahre jüngere Frau um diese kümmerte. Allerdings war Herbart als junger Akademiker Augenzeuge des größten zeitgenössischen Erziehungsexperiments: Er traf den Sozialreformer und (Sozial-) Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi in Burgdorf in der Schweiz, wo dieser an einer kommunalen Schule pädagogisch laborieren durfte. Herbart blieb fortan mit ihm im Briefkontakt, rezensierte dessen Bücher und publizierte über dessen Ideen.

    Trotz dieser Einblicke in erzieherisches Handeln ist es Herbarts akademische Verwissenschaftlichung der deutschsprachigen Pädagogik, die ihm bis heute einen Platz unter den bedeutenden Pädagogen sichert. Zwar hatte schon 1778 Ernst Christian Trapp den ersten Lehrstuhl für Pädagogik in Deutschland, die Disziplin konnte sich jedoch noch nicht klar von ihren Bezugswissenschaften absetzen. Auch Herbarts Pädagogik ist hauptsächlich aus seiner Philosophie und dem Versuch der wissenschaftlichen Fundierung einer Psychologie entstanden. Er bemühte sich aber um ein eigenständiges Fundament einer klar von den anderen Wissenschaften abgegrenzten Terminologie.

    Das pädagogische Denken seiner Zeit war stark geprägt von den Nachwirkungen Jean-Jacques Rousseaus und Immanuel Kants. Rousseau lehnte Herbart ab, da sich in dessen populärem und einflussreichem Erziehungsroman »Emile« zuviel Betonung der Anlage menschlicher Fähigkeiten und zuwenig Einfluss durch die Umwelt, also letztlich den Erzieher, finden. Näher stand ihm der pädagogische Optimismus des Philantropismus, der führend die pädagogischen Debatten der Zeit bestimmte. Johann Bernhard Basedow hatte 1774 in Dessau ein Erziehungsinstitut nach aufklärerischen Prinzipien aufgebaut. Die strenge philantropische Ausrichtung auf moralisches Verhalten als Erziehungsziel – auch Kant fundierte damit seine pädagogischen Vorlesungen – hat Herbart weiterentwickelt, indem er noch stärker eine theoretisch begründete Ethik zum Fundament des Erziehens machte.

    Die Pädagogik ist ihm zwar eigenständige Disziplin, die sich »einheimischer Begriffe« bedient, nachdem sie aus der Philosophie hergeleitet worden sind. In der Pädagogik sah er jedoch zugleich den Anwendungsfall einer ­wissenschaftlichen Ethik auf das Individuum. Die Ethik soll die Erziehungsziele definieren und eine empirisch-naturwissenschaftlich verstandene Assoziationspsychologie die Methodik fundieren. An seinen Vorgängern kritisierte Herbart einen zuwenig theoretischen Zugang zu Fragen der Bildung. Ihm war Erziehungspraxis nur eine konkrete Ausgestaltung der Theorie.
    Pietismus ohne Prügel

    Herbart selbst gab als bedeutendste Inspirationsquelle seiner Pädagogik August Hermann Niemeyer an, der aus dem streng religiösen Pietismus kam, wie er von August Hermann Francke entwickelt wurde. Herbart fasste seinen zentralen Unterschied zu Niemeyer damit zusammen, dass dieser der Zucht den Vorrang gebe und widerspricht: »Die Zucht allein kann keinen Charakter bilden. Derselbe dringt von innen hervor; das Innere also muß man zu bestimmen wissen, um einen Charakter zu bilden.« Die Pietisten hingegen setzen zur Unterstützung der Erziehung gezielt auf die körperliche Züchtigung von Kindern, wie es auch Francke beworben hat, der die Prügelstrafe theologisch herleitete. Eine Absage an pädagogisch legitimierte Fremdbestimmung ist Herbarts Hintanstellung der Zucht nicht, eher der Wunsch einer Internalisierung gesellschaftlich erwünschter Eigenschaften durch das Instrument des Unterrichts.

    Herbart setzt Ziele der Erziehung, die bereits vor der Befassung mit dem konkreten Kind in seiner jeweiligen Lebenswelt feststehen. Anstatt jedoch wie heutige Pädagogen diese Ziele bis in kleinste Schlagworte auszudifferenzieren, fasst er sie in ihrer Vielheit unter den einen Begriff der Moralität. In »Über die ästhetische Darstellung der Welt als Hauptgeschäft der Erziehung« von 1804 – Herbart war gerade 28 Jahre alt, als er dieses bedeutende kleine Werk als Anhang zu einer Auseinandersetzung mit Pestalozzi schuf – heißt es: »Moralität als höchster Zweck des Menschen und folglich der Erziehung, ist allgemein anerkannt.«

    In seinen Erläuterungen darüber, dass die Moral als Bezugswert ja allgemein anerkannt sei und er daher auf ihre Begründung verzichten könne, zeigt er, ohne es zu wollen, auch, was deren Bestimmung ist, wenn er den guten Willen auffasst als den »stete(n) Entschluß, sich, als Individuum, unter dem Gesetz zu denken«. Freiheit äußert sich dabei in der Übernahme des Notwendigen in den eigenen Willen. Somit steht letztlich als oberster Zweck der Pädagogik, die Jugend auf die je existierenden Ausführungsbestimmungen staatlicher Gewalt zu verpflichten.

    Viel kreisten die Pädagogen schon damals um die Frage, ob intellektuelle, moralische oder ästhetische Bildung den Vorrang haben müsse und stritten, ob die römische oder griechische Antike mitsamt ihrer Sprache früher gelehrt werden müsse – Herbart war klar für das frühstmögliche Lesen Homers auf Altgriechisch. In seiner Kulturstufentheorie, die eine Abfolge der Bildungsinhalte vorgab, ging das Griechische dem Lateinischen und der Befassung mit der römischen Geschichte voraus, wie dies auch von den Neuhumanisten favorisiert wurde. Erst im Jugendalter dann sollen die neueren Sprachen gelehrt werden. Zwar war schon John Locke am Anfang des 18. Jahrhunderts gegen die Überbetonung der Bedeutung von Fremdsprachen im Vergleich zu anderen Bildungsinhalten, aber die Frage, ob Latein oder Griechisch wesentlicher sei für die Entwicklung des Kindes spaltete die Pädagogenschaft.
    Produktion loyaler Bürger

    Einigkeit bestand bei allen Pädagogen hingegen in dem Standpunkt der Betrachtung des Edukandus, des zu Erziehenden: Zwar mit mal mehr, mal weniger Schranken seiner Individualität ausgestattet, gilt als unstrittig, dass dieser als möglichst reibungslos funktionierendes Rädchen des Bestehenden herzustellen sei. Zwar betont Herbart den Primat familiärer Erziehung gegenüber einem zu weit gehenden Zugriff des Staates, letztlich ist aber die Familie wieder auf ihre Reproduktionsfunktion für die Gesellschaft verwiesen. Der italienische Herbart-Forscher Bruno Bellerate schreibt über Herbarts Staatsverständnis: »Einen Unterschied zwischen der Erziehung des Bürgers und der des Menschen gibt es für ihn nicht.« Die von Herbart und anderen Pädagogen in den Mittelpunkt ihrer Theorien gestellte Moral ist dann dabei das geistige Rüstzeug, den Kindern das, was sie sollen, als ihren ureigensten Wunsch, gar Bestimmungszweck ihres Wesens darzustellen.

    Die Heranwachsenden – im 18. Jahrhundert noch Zöglinge genannt – werden von Herbart als bildsam dargestellt. Sie sollen vom Erzieher in ihrer Fähigkeit, richtig zu wählen, unterstützt werden: »Machen, daß der Zögling sich selbst finde, als wählend das Gute, als verwerfend das Böse: dies, oder Nichts ist Charakterbildung!« Dazu brauchte Herbart ganz ausdrücklich keine transzendente Freiheit des Schülers, wie sie Kant postuliert hat. Sie steht für Herbart der Bildsamkeit des Heranwachsenden ebenso entgegen wie der Determinismus seines akademischen Lehrers Johann Gottlieb Fichte, dessen Schüler er in Jena war und der ebenfalls als erziehender Hauslehrer seine ersten beruflichen Erfahrungen machte. Statt der Transzendenz, »den gesetzlosen Wundern eines übernatürlichen Wesens«, bemüht Herbart die Freiheit der Wahl. In der Formulierung des Sich-selbst-Findens erkennt man deutlich Herbarts Beschäftigung mit der Psychologie, die den Menschen aufteilt in das, was er tut, macht und denkt, und den angeblichen eigentlichen Faktoren für ihr Verhalten. Sich selbst finden kann man nur, wenn man sich aufgeteilt in mehrere Ichs denkt. Wenn aber das reale Ich das eigentliche Ich finden, gar mit ihm interagieren kann, hängen diese ohnehin zusammen, sind einander zugänglich, letztlich im Subjekt identisch und jedes Ich ist immer – auch in einer vorgestellten Abweichung – vollständig es selbst.

    Foto: Konrad Geyer/gemeinfrei 13.jpg

    Johann Friedrich Herbart (1776–1841)

    Die bedeutsamste Erziehung findet nach Herbart im Unterricht statt. Idealerweise soll dies der Hausunterricht sein – mit der Institution Schule tat sich Herbart wie viele seiner pädagogischen Zeitgenossen schwer. Am damals noch nicht durchgesetzten Unterricht im Klassenverband einer Schule kritisierte er die durch den Betreuungsschlüssel begrenzten Möglichkeiten individueller Förderung. Doch dadurch bekommen seine Vorstellungen auch etwas Elitäres. Er denkt bei den Schülern offenbar nicht an die breite Masse, sondern an die wenigen Kinder aus den gehobenen Ständen, denen Bildung aufgrund der finanziellen Ausstattung von Geburt an zugänglich ist. Schon John Locke hat in seinen berühmten »Thoughts on education« ausschließlich die Kinder aus besserem Hause im Blick. Erst Pestalozzi will die breite Masse, also auch verarmte Bevölkerungsschichten bilden, wodurch er zu einem Wegbereiter der Sozialpädagogik wurde.

    Herbart folgt ihm hier nur bedingt. Herbarts Modell grenzt Unterricht ab von Zucht und Regierung – die den Kindern das angeblich richtige Verhalten vorgebenden Funktionen der Erziehung. Sein Ideal ist ein durch frühe Zucht, »die das Verlangen bändigt«, vorbereiteter erziehender Unterricht: »Und ich gestehe gleich hier, keinen Begriff zu haben von einer Erziehung ohne Unterricht, so wie ich rückwärts (…) keinen Unterricht anerkenne, der nicht erzieht«, heißt es in »Allgemeine Pädagogik aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet« von 1806.

    Der Bildungsforscher Heinz-Elmar Tenorth erkennt in Herbarts Unterrichtsideen den Versuch der Herstellung einer »legitimen Verbindung von Zwang und Freiheit«. Gesellschaftlich Gefordertes wird hier dem Kind vermittelt und dem Kind bleibt die Freiheit, sich dem zu fügen. In seinem zum Schlagwort gewordenen »erziehenden Unterricht« entwickelt der Pädagoge beim Schüler einen »Gedankenkreis« sittlicher Bildung, indem er auf seinen Willen einwirkt. Dabei bildet sich der Charakter des Edukandus, was für Herbart wesentlich bedeutsamer ist, als das reine Erlernen der jeweiligen Unterrichtsinhalte.
    Begründer der Didaktik

    Hier steht Herbart in direktem Gegensatz zu Pestalozzi, dem es viel um die Didaktik der konkreten Sachverhalte ging. Durch Schulung entsteht bei Herbart ein ästhetisches Urteil, das auf Sittlichkeit fußt und über das Empirische hinausweist. Dadurch, dass er mit naturwissenschaftlicher Präzision vorgegeben hat, wie sich dies vollziehen soll, ist er zum Begründer der Didaktik neuzeitlichen Schulwesens geworden. Die in den Grundzügen noch heute gültigen aufeinander folgenden Schritte sind Klarheit, Assoziation, System und Methode. Am Beginn einer Unterrichtsstunde steht die Klärung, worum es geht, wenn möglich durch Wiederholung des bestehenden Wissens (Klarheit). Dem folgt die Verknüpfung mit anderen Wissensbeständen (Assoziation), die dann nach einer Phase der Besinnung systematisiert werden (System). Zuletzt wird das Gelernte angewendet (Methode). Diese Folge steht als Gerüst noch vor der inhaltlichen Befassung mit dem Stoff fest. Daher werden diese Schritte auch Formalstufen genannt. Herbart wollte sie einigermaßen flexibel halten, doch es bleibt der grundsätzliche Fehler, den zu erklärenden Gegenstand ungeachtet seiner Besonderheiten in ein festes Korsett zwängen zu wollen.

    Eine Herbart-Schule, die sich 1868 im Verein für wissenschaftliche Pädagogik organisierte, entstand erst posthum 27 Jahre nach dem Tod des Pädagogen. Die Herbartianer Karl Volkmar Stoy, Tuiskon Ziller und Wilhelm Rein haben Herbarts System noch weiter formalisiert und bis in die Weimarer Republik hinein zur Grundlage staatlicher Lehrpläne im öffentlichen Schulwesen gemacht. Dies geschah in einer methodischen Starrheit, die später der Reformpädagogik zur Zielscheibe wurde. Häufig wurde von reformpädagogischen Vertretern jedoch eher die Herbart-Schule kritisiert als dieser selbst. Für Ziller musste der Unterricht den fünf Stufen: Vorbereitung, Darbietung, Verknüpfung, Zusammenfassung, Anwendung folgen, andere verkürzten sie auf die drei Stufen Anschauen, Denken, Anwenden. Die Grundidee einer Strukturierung des Lehrens blieb dabei immer bestehen.

    Besonders der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirkende Herbartianer Otto Willmann hat zudem der (katholischen) Religiosität wieder Zugang in die Didaktik verschafft. Herbart selber brauchte für seinen Begriff der Sittlichkeit keinen Gott, hat ihn aber im Gegensatz zu progressiveren Zeitgenossen nicht grundsätzlich verworfen. Gott war für Herbart immerhin »das reelle Centrum aller practischen Ideen, und ihrer schrankenlosen Wirksamkeit; der Vater des Menschen und das Haupt der Welt«.

    Die größte politische Wirkung in seinem eher ruhigen Gelehrtenleben erzielte Herbart durch eine Positionierung auf Seiten der Reaktion. 1837 wurden sieben Gelehrte der Universität Göttingen ihres Amts enthoben, weil sie sich gegen rückschrittliche Tendenzen Ernst August von Hannovers wehrten. Dieser verbot als neuer König das gerade erst erkämpfte Parlament und die zugehörige, erst 1833 verabschiedete Verfassung und wollte die Professoren zu einem Huldigungseid auf sich selbst verpflichten. Die liberalen »Göttinger Sieben«, darunter die Philologen Jacob und Wilhelm Grimm, verweigerten dies und protestierten dagegen mit Flugschriften, woraufhin sie ihre Anstellungen verloren. Herbart war zur Zeit dieses Konflikts nicht nur einfacher Mitarbeiter der Universität Göttingen, sondern sogar Dekan ihrer Philosophischen Fakultät. Als solcher bezog er klar Stellung – indem er sich in einer Ergebenheitsadresse an Ernst August von seinen Kollegen distanzierte. Zu seinen Beweggründen zählte, dass praktische Einflussnahme seinem Ideal eines Intellektuellen zuwiderlief.

    Die mehr als nur zeitgenössische Wirkung Herbarts in der akademischen Philosophie ist überschaubar. In den üblicherweise gelesenen Philosophiegeschichten kommt er kaum vor – und wenn, dann kurz genannt als Nachkantianer oder Schüler Fichtes. Tatsächlich arbeitete sich Herbart wie viele Zeitgenossen an Kant ab. Er folgte ihm in vielem, setzte sich in einigem aber auch von ihm ab – so in der Frage der Erkennbarkeit des Wesens der Dinge, die er prinzipiell für möglich hielt.
    Der Lehrer als Führer

    Herbarts Beitrag zur Pädagogik jedoch wirkt bis heute. Die Pädagogik als akademische Disziplin, zu deren Konstituierung Herbart einen bedeutenden Beitrag lieferte, hat ihn schon kurz nach seinem Tod zu einem ihrer Klassiker geadelt. Die Intensität der Beschäftigung mit ihm verlief jedoch im Gegensatz zu anderen Größen seines Faches, die generationenübergreifend geehrt werden, eher wellenförmig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Hermann Nohl aus der Schule der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, der Herbart mit reichlich romantischem Pathos wieder in Erinnerung rief: »Das Genie bleibt aber stets lebendig und eines Tages springt seine Quelle wieder auf.« Eine Unterrichtsmethode, die Herbart sehr sachlich »Vertiefung und Besinnung« (der Bildungsinhalte) nannte, wird bei Nohl zu etwas Mystischem: »Das geistige Leben geht in einem polaren Prozess vor sich, ›ein Atmen des Geistes‹: wir müssen uns hingeben an eine Erfahrung und müssen sie dann einordnen in unseren seelischen Zusammenhang.«

    Nohl kann man jedoch nicht erwähnen, ohne auf seine problematischen Seiten hinzuweisen: Er schrieb seinen Aufsatz »Der lebendige Herbart« 1958, als sich nicht nur die universitären Kreise Westdeutschlands nicht mehr erinnern wollten, dass Nohl 1934 noch eine »Front gegen den Osten« gefordert hatte, »die das weitere Einströmen nicht bloß der jüdischen, sondern auch der slawischen Volkselemente, die den Prozess der deutschen Rassenbildung stören und die Festigkeit unserer Nationalität lockern, verhindert«.

    Nicht zufällig wollte Nohl Herbart als Kronzeugen gegen ein Zuwenig an Autorität einsetzen, wenn er ihn interpretiert: »Solche Ordnung und solche bewußte verantwortliche Gestalt erwächst aber nicht von selbst im Kind, sondern nur in der guten Willensgemeinschaft mit einem führenden Menschen, der bloß selbst diese finale Energie besitzen muß, die den Charakter erst wahrhaft ganz und lebendig macht.« Dass das reaktionäre Bild des Lehrers als Führer sich auf Herbart berufen kann, ist nicht zuletzt dessen Schuld, da er sich oft an romantischen Ideen orientierte. Insgesamt wird ihm eine Einreihung in den Konservatismus der akademischen Pädagogik aber im Ganzen nicht gerecht. Denn das sachbezogene Führen des Herbartschen Lehrers ist nicht das einer dionysischen Schicksalsgemeinschaft, wie es Nohl vorschwebt.

    Würde man in der pädagogischen Historiographie aufhören, Herbart zu einer pädagogischen Lichtgestalt aufzubauschen, bliebe eine historische Figur, die sich um das Nachdenken über Erziehung verdient gemacht hat und neben manchen guten Ideen auch einige reaktionäre Ansätze im Kopf hatte. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

    Am 14. August 1841 starb Herbart im Alter von 65 Jahren in Göttingen. Erst am 11. August hatte er dort seine letzte Vorlesung gehalten, aber ansonsten weitgehend zurückgezogen gelebt.

    Herbartstraße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Herbartstrasse-14057-Berlin

    Postleitzahl 14057
    Ortsteil Charlottenburg
    ÖPNV Zone A Zone B Bus X34, X49, M49, 104, 139 — Zone A S‑Bahn 41, 42, 46 Messe Nord/ICC ♿
    Straßenverlauf von Dernburgstraße bis Neue Kantstraße und Wundtstraße
    Falk‑Stadtplan Planquadrat M 10
    Geschichte von Herbartstraße
    Ehemaliger Bezirk Charlottenburg
    Name seit 27.8.1905

    Herbart, Johann Friedrich, * 4.5.1776 Oldenburg, + 14.8.1841 Göttingen, Philosoph, Pädagoge.

    Der Sohn eines Justizrates besuchte das Gymnasium in Oldenburg und begann 1794 ein Studium der Philosophie an der Universität Jena. Dort setzte er sich vor allem mit Fichtes Auffassungen auseinander. Er war 1797-1800 Hauslehrer in der Schweiz, wo er seine pädagogischen Prinzipien entwarf und publizierte. 1802 habilitierte er sich an der Universität Göttingen; 1805 erhielt er dort eine Professur. 1808 wurde er auf den Lehrstuhl Kants in Königsberg berufen und wirkte dort innerhalb der Reformbewegung Preußens für die Ideen einer Nationalerziehung. In seiner Königsberger Zeit publizierte er mehrere Schriften, u. a. seine „Metaphysik“ (1829). Ab 1833 lehrte Herbart erneut in Göttingen. Durch seine systematische Erziehungs- und Unterrichtstheorie, die den Weg der Erziehung an der Psychologie und ihr Ziel an der Ethik orientierte, wurde er zu einem der Begründer einer wissenschaftlichen Pädagogik.

    Vorher Straße der Abt. V des Bebauungsplanes. Auf der Karte von 1904 war ihre Trasse ohne Bezeichnung eingetragen.

    Örtliche Zuständigkeiten für Herbartstraße
    Arbeitsagentur Berlin Nord
    Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf
    Amtsgericht Charlottenburg
    Grundbuchamt Charlottenburg
    Familiengericht Kreuzberg
    Finanzamt Charlottenburg
    Polizeiabschnitt A 24
    Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

    #Berlin #Charlottenburg #Witzleben #Herbartstraße #Pädagogik #Geschichte

  • Médecins à diplôme extracommunautaire : le gouvernement annonce qu’il va « simplifier » la procédure de titularisation
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2026/04/29/medecins-a-diplome-extracommunautaire-le-gouvernement-annonce-qu-il-va-simpl

    Médecins à diplôme extracommunautaire : le gouvernement annonce qu’il va « simplifier » la procédure de titularisation
    Emmanuel Macron s’est emporté lundi sur le sort de ces praticiens contraints de repasser des concours pour être titularisés et pouvoir travailler dans les mêmes conditions que leurs confrères européens, après parfois des années d’exercice à l’hôpital.
    Le Monde avec AFP
    Le gouvernement va « simplifier » la procédure visant à titulariser les médecins diplômés hors de l’Union européenne (UE) qui exercent en France de manière précaire, « dès qu’un vecteur législatif » le permettra, et une concertation s’ouvrira rapidement, a annoncé, mercredi 29 avril, le ministère de la santé.Emmanuel Macron s’est emporté lundi sur le sort de ces praticiens à diplôme hors Union européenne (Padhue), notamment algériens, contraints de repasser des concours pour être titularisés et pouvoir travailler dans les mêmes conditions que leurs confrères européens, après parfois des années d’exercice à l’hôpital.« Nous sommes engagés pour simplifier » ces procédures et le gouvernement « va bientôt lancer des concertations », avec notamment les ordres professionnels (médecins, sages-femmes, dentistes), les représentants des Padhue, des médecins et établissements de santé, a fait savoir le cabinet de la ministre de la santé, Stéphanie Rist. L’objectif est de « reconnaître » leur exercice tout en garantissant la « sécurité des soins ».
    Pour être titularisés, les Padhue doivent passer un concours baptisé EVC (épreuves de vérification des connaissances) puis entamer un parcours de consolidation des compétences (PCC), sorte de stage de deux ans (pouvant depuis peu être raccourci, sous conditions), avant d’être autorisés ou non à exercer par une commission spéciale.
    Le ministère veut modifier ces EVC pour « mettre fin à cette logique de concours », qui consiste à « ouvrir des postes » sur la base des besoins territoriaux et à attribuer chaque poste aux Padhue en fonction de leur rang au classement. Cela pouvait conduire un Padhue exerçant dans le sud de la France à partir dans le Nord, « cassant la dynamique » de son insertion, a expliqué le cabinet. Le gouvernement souhaite « aller vers une logique d’examen », « en lien » avec l’établissement où il travaille déjà. Une loi est nécessaire et l’exécutif utilisera « tout vecteur législatif qui permettra de le faire ».Le ministère veut aussi donner « plus de poids aux chefs de service qui les encadrent » pour la validation finale du parcours et mieux fixer « les attendus » en amont des PCC. Il veut encore régler le problème des médecins exerçant dans une spécialité sans qu’elle ne soit mentionnée par leur diplôme initial et ne pouvant donc pas s’inscrire au concours. Ces médecins sont « précieux pour nous, en termes d’accès aux soins », a-t-on précisé. Le ministère assure avoir déjà « simplifié » leurs parcours : de 2019 à 2023, la « loi santé » a « contribué à régulariser » une partie du « stock » des Padhue avec « des situations administratives bloquées depuis des années ».

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#santeoublique#PADHUE#politiquemigratoire#

  • „Der Senat hat sich an uns reich gespart“ – wie eine Musiklehrerin nach 30 Jahren vor die Tür gesetzt wurde
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/der-senat-hat-sich-an-uns-reich-gespart-gefeuerte-lehrerin-klagt-ue

    Die Stadt Berlin, sein Senat und seine Bezirksämter sind nicht besser als ausbeuterische Taxi-und Mietwagenunternehmer. Sie zahlen nur etwas besser, weil sie höher qualifiziertes Personal benötigen, das bestimmte formale Kriterien erfüllen muss. Um soziale Verantwortung, Fürsorgepflichten, Lohnforttahlung im Urlaub oder bei Krankheit drücken sich stastliche „Arbeitgeber“ genauso gerne wie private.

    Nicht schön, das sollte sich ändern lassen, ist aber nicht einfach. Der Weg zur Besserung ist steinig und fühlt sich für Betroffene an wie der Anstieg des Kalvarienbergs. Ursache : Die Künstler schließen sich zur Durchsetzung ihrer Interessen so wenig zusammen wie die Taxifahrer. Das muss sich ändern, genau das.

    17.11.2025 von Oliver Weinlein - Die Klavierlehrerin Kathleen Dinius von der Béla-Bartók-Musikschule in Pankow verlor ihren Job, weil sie eine Vertragsergänzung nicht unterschrieb. Nun erhebt sie schwere Vorwürfe.

    Kathleen Dinius hat fast ihr ganzes Berufsleben in ein und derselben Musikschule verbracht. Zwei Flügel, ein großer Saal, Vorspielen, Kammermusikproben, die Kollegen gleich nebenan. Die Béla-Bartók-Musikschule in Pankow war ihr Arbeitsplatz und ihr sozialer Ort. Seit 1993 unterrichtete sie dort, erst als vertretungsweise angestellte Klavierlehrerin, ab Februar 1996 als „freie Mitarbeiterin“ auf Honorarbasis. Heute ist sie draußen. Ihre 31 Schüler wurden zum 30. September 2025 umverteilt. Der Grund: Sie hat eine Vertragsergänzung nicht unterschrieben.

    Damit gehört sie zu fast 2000 Musiklehrern, die zurzeit in Berlin um ihren Job bangen oder ihn, wie in ihrem Fall, bereits verloren haben. Grund ist die gegenwärtige Senatspoltik.

    Dinius redet leise, aber bestimmt: „Zu den Schülern baut man als Musikschullehrerin über Jahre feste Beziehungen auf, die jetzt ohne Not einfach zerstört wurden“, sagt sie der Berliner Zeitung. Die Kündigung habe sie erwartet, „aber als dann wirklich alle Einzelverträge aufgehoben wurden, war es trotzdem sehr, sehr schwierig“.

    Besonders bitter sei der September gewesen: Die Musikschule ließ sie im neuen Schuljahr noch einen Monat weiter unterrichten. Alle wussten, dass danach Schluss ist. „Das Ende war abzusehen, und viele haben nicht verstanden, warum ich als Klavierlehrerin gekündigt werde und dafür neue eingestellt werden. So ein Lehrerwechsel ist ja von vielen natürlich nicht gewünscht. Es sind Tränen geflossen, auch bei einigen Müttern, die das einfach nicht fassen konnten.“

    Die Geschichte von Kathleen Dinius steht exemplarisch für Hunderte Honorarkräfte an Berliner Musikschulen. Sie unterrichtete in einem Umfang, der einer vollen Stelle entspricht – 32 Wochenstunden –, bekam aber kein Gehalt, sondern Honorar je Unterrichtseinheit, ohne Lohnfortzahlung in den Ferien und nur eingeschränkt im Krankheitsfall. „Bei mir mit meiner Erfahrungsstufe würde ich pro Monat mindestens 1500 Euro brutto mehr bekommen, wenn ich fest angestellt wäre“, sagt sie. „Das ist einfach eine Zahl, die ich nicht mehr ignorieren konnte.“ Mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte an ihrer Schule arbeiten nach ihren Angaben auf Honorarbasis, feste Stellen wurden in den vergangenen Jahren fast nur für Lehrkräfte mit Leitungsfunktion geschaffen.

    So sieht es in ganz Berlin aus: An den zwölf öffentlichen Musikschulen der Stadt werden rund 63.000 Kinder unterrichtet. Nur jede vierte der knapp 2500 Lehrkräfte ist fest angestellt. Alle anderen haben Honorarverträge, mit vielen Nachteilen. Eine fest angestellte Lehrkraft erhält für einen Vollzeitjob mit 15 Jahren Berufserfahrung an die 5000 Euro im Monat. Bei einer Honorarkraft sind es keine 3300 Euro. Bei Krankheit gibt es für sie in den ersten drei Tagen kein Ausfallhonorar. Alle sechs Monate muss um den nächsten Halbjahresvertrag gebangt werden.
    „Natürlich ist das Scheinselbstständigkeit“

    Juristisch bewegt sich das Modell seit Jahren auf dünnem Eis. Spätestens das sogenannte Herrenberg-Urteil des Bundessozialgerichts von 2022, das eine Honorar-Klavierlehrerin als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einstufte, hat den Druck auf Kommunen erhöht. Dinius selbst hat bei der Deutschen Rentenversicherung eine Statusfeststellung beantragt – mit dem Ergebnis, dass sie aus Sicht der Behörde seit 1993 abhängig beschäftigt ist. „Natürlich ist das eine Scheinselbstständigkeit“, sagt sie. „Der Senat bestreitet das und versucht es zu verschleiern.“

    Die Politiker in Berlin reagierten nun mit einer Übergangsregelung im Sozialgesetzbuch: Bis Ende 2026 dürfen Musikschulen und andere Bildungseinrichtungen ihre Honorarkräfte weiter wie bisher beschäftigen, selbst wenn die Rentenversicherung sie eigentlich als „im Sinne der Sozialversicherung abhängig beschäftigt“ einstuft. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen zustimmen und auf rückwirkende wie zukünftige Ansprüche aus einer Statusfeststellung verzichten. Genau diese Verzichtserklärung lag Dinius im Frühjahr vor. „Dafür mussten alle Honorarkräfte unterschreiben. Man sollte einverstanden sein, weiter als Honorarkraft zu arbeiten, und gleichzeitig auf Ansprüche verzichten“, erzählt sie. „Das habe ich nicht unterschrieben.“

    Die Verzichtserklärung, die alles veränderte

    Die Konsequenz war drastisch: Alle Einzelverträge mit ihren Schülern wurden gekündigt, zum 30. September. „Ich habe alles verloren“, sagt sie. Einige wenige Schüler seien mit ihr in den Privatunterricht gegangen, die meisten nicht. Sie wohnt nicht in der Nähe der Musikschule, für viele Familien sei der Weg schlicht zu weit und der Privatunterricht zu teuer.

    Gleichzeitig erlebte sie, wie während ihres letzten Monats bereits neue Kollegen ihre Lehrproben gaben. „Soweit ich weiß, sind für uns drei Kolleginnen, die viele Stunden hatten, sieben neue Lehrkräfte eingestellt worden“, berichtet Kathleen Dinius. „Sie werden so eingestellt, dass keine Arbeitnehmerähnlichkeit vorliegt. Auch für diese Kollegen ist das eine schwierige Situation – aber die Schüler wissen vermutlich nicht, dass ihre neuen Lehrer nur befristet da sind.“

    Im Kollegium habe sie die ganze Bandbreite erlebt – von deutlicher Solidarität bis zu stillem Rückzug. „Viele Honorarkräfte haben unterschrieben, obwohl sie das eigentlich nicht wollten. Sie haben Familie, Verpflichtungen, sie sind erpressbar. Sie fühlen sich nicht gut damit“, sagt sie. Von den fest angestellten Lehrkräften habe sie Zuspruch bekommen, mehr aber auch nicht. Böse sei sie ihnen nicht. „Ich möchte nicht in der Haut einer Musikschulleitung stecken, die entscheiden muss, wer eine feste Stelle bekommt und wer nicht.“ Denn die wenigen neuen Festanstellungen seien in der Regel an Leitungsaufgaben gekoppelt gewesen. „So etwas wollte ich nie. In meinem Lebensplan kam eine Leitungsfunktion nicht vor.“

    Bittere Erkenntnis: Senat lässt 2000 Musiklehrer im Regen stehen – und nennt das „haushaltspolitische Realitäten“
    Wut auf den Senat

    Ihre Wut richtet sich nach oben. „Letztendlich richtet sich meine Wut ganz klar an den Senat mit seiner Kulturpolitik, die ich einfach nicht gutheiße“, sagt Dinius. „Berlin hat sich über Jahrzehnte an den schlecht abgesicherten Honorarkräften reich gespart.“ Tatsächlich weisen Verbände seit Jahren darauf hin, dass viele Berliner Musikschulen überwiegend mit Honorarkräften arbeiten und der Senat trotz gesetzlichem Druck keine ausreichenden Mittel für flächendeckende Festanstellungen eingeplant hat.

    Juristisch ist der Fall für Dinius noch lange nicht zu Ende. Ihre erste Tätigkeit als freie Mitarbeiterin datiert aus dem Februar 1996; die Statusfrage reicht damit über Jahrzehnte zurück, mögliche Nachzahlungen würden sich jedoch nur über die vergangenen vier Jahre erstrecken. Sie hat mithilfe eines Anwalts eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Berlin eingereicht. Im Oktober gab es bereits eine Güteverhandlung.

    „Es wurde nur abgefragt, ob eine gütliche Einigung überhaupt denkbar wäre. Ein konkretes Angebot habe ich nicht bekommen“, sagt sie. Innerhalb von zehn Wochen soll nun ein Vergleichsvorschlag der Gegenseite kommen. „Ich habe so wenig Hoffnung, dass das für mich annehmbar sein könnte, dass ich mit der Gerichtsverhandlung im Juni 2026 rechne.“ Das macht ihr auch deshalb zu schaffen, weil eine Kollegin aus Spandau mit einer vergleichbaren Klage bereits gescheitert ist. Das Arbeitsgericht Berlin hatte ihre Klage auf Feststellung eines Arbeitsverhältnisses abgewiesen.
    „Ich bereue nichts“

    Trotzdem spricht Dinius von einer befreienden Entscheidung. Die belastendste Zeit seien die Monate vor der Kündigung gewesen, als sich ihr das Ausmaß der Ungerechtigkeit nach und nach erschlossen habe, erzählt sie. „Der September mit den ganzen Verabschiedungen war sehr belastend“, sagt sie. „Seitdem geht es mir viel besser. Ich erhole mich ziemlich gut.“ Existenzangst habe sie nicht, auch wenn sie genau wisse, dass die wenigen Privatstunden auf Dauer nicht reichen. „Ich habe mir jetzt erst mal eine Pause bis Ende Dezember verordnet. In dieser Zeit muss ich überlegen. Ich werde wahrscheinlich etwas Branchenfremdes anfangen, einfach um einen Grundstock an Geld zu haben.“

    Die Verzichtserklärung nicht unterschrieben zu haben, bereut sie nicht. „Das würde ich immer wieder machen“, sagt sie. „Diese Entscheidung war sehr richtig – auch für meine physische und psychische Gesundheit.“ Was sie sich von der Politik wünscht, ist klar: „Hundert Prozent Festanstellung. Eine Musikschule läuft so auch am besten, was Veranstaltungen, Zusammenarbeit und all die ergänzenden Fächer angeht.“ Nur wenige wollten freiwillig auf Honorarbasis arbeiten, die meisten bräuchten Sicherheit. „Es ist ein wirklich schwieriges Arbeiten, wenn man immer überlegen muss: Ich darf nicht krank sein, wenn ich ein Kind bekomme, gibt es kaum soziale Absicherung.“
    Juristischer Marathon und wenig Hoffnung

    Ob sie erlebt, dass sich daran noch etwas ändert, ist offen. Ab 2027 sollen die Grundsätze des Herrenberg-Urteils eigentlich bundesweit greifen. In Berlin aber ist bisher nicht erkennbar, wie die Tausenden von Unterrichtsstunden, die heute von Honorarkräften gegeben werden, bis dahin in reguläre Stellen umgewandelt werden sollen. Für Kathleen Dinius bedeutet das, dass sie sich auf einen langen Atem einstellen muss. „Ich rechne mit einer sehr langen Zeit“, sagt sie. „Vielleicht bin ich schon im Rentenalter, wenn das alles entschieden ist.“ Bis dahin versucht sie, ihr Leben neu zu sortieren – ohne den Raum mit den zwei Flügeln, der fast drei Jahrzehnte ihr berufliches Zuhause war.

    Und wie geht es an den Musikschulen weiter? Mit den Festanstellungen würden die Musikschulen der Stadt um etwa ein Drittel teurer. Zusätzlich rund 20 Millionen Euro im Jahr würden die Sozialabgaben für die Lehrkräfte kosten. Die würden nicht in Saus und Braus leben, hätten nur Ansprüche auf Krankengeld, Rente und einen sicheren Arbeitsplatz.

    Doch die Senatsverwaltung für Kultur, in deren Verantwortung die Musikschulen fallen, kann nicht sagen, „ob es Geld für Festanstellungen gibt“. Ein Sprecher erklärte der Berliner Zeitung vergangene Woche: „Darüber wird der Haushaltsgesetzgeber, das Parlament, im Rahmen der laufenden Beratungen über den Doppelhaushalt 2026/2027 befinden. Diesem ist die Problematik bekannt. Hier kann man, auch aus Respekt vor der Handlungshoheit des Haushaltsgesetzgebers, derzeit noch keine Aussagen treffen.“

    #Berlin #Pankow #Kultur #Musik #Musikschulen#Pädagogik #Arbeit #Scheinselbständigkeit #Bezirksamt

  • #Cryptpad —> testé, adopté !

    CryptPad provides a full-fledged office suite with all the tools necessary for productive collaboration. Applications include: Rich Text, Spreadsheets, Code/Markdown, Kanban, Slides, Whiteboard and Forms.

    https://cryptpad.fr
    #pad #gestion_de_projets #logiciel #alternative #google_drive #drive #kandan #google_sheet #excel #office_suite #crypté #open_source #logiciel_libre #collaboration #XWiki

  • Dernières nouvelles des PADHUE, le combat reste en cours - SMG, Syndicat de la Médecine Générale
    https://syndicat-smg.fr/dernieres-nouvelles-des-padhue-le-combat-reste-en-cours

    Soit nous avons exercé illégalement pendant des années,
    soit nous avons été exploités par un système hypocrite, qui nous juge indispensables, mais jamais légitimes.

    Ce décret a été adopté sans la moindre concertation avec les PADHUE concernés.
    Il intervient quelques mois après une grève de la faim de 10 jours, menée dans le silence complet du ministère.
    Et aujourd’hui, il est présenté dans les médias comme une réponse à la crise, alors qu’il aggrave la précarité et ferme toute perspective d’intégration durable.

    Les mêmes médecins qui tiennent debout l’hôpital public sont invités à concourir entre eux dans une nouvelle mise en scène technocratique.
    Une mise en scène qui ressemble davantage à une opération de tri administratif qu’à une reconnaissance de compétence.

    Nous sommes aujourd’hui des milliers de médecins diplômés hors UE en exercice,
    et nous refusons d’appeler cette réforme une régularisation.
    Elle ne reconnaît rien, ne répare rien,
    et n’a qu’un effet : institutionnaliser l’exclusion de ceux qui sont déjà là, compétents, engagés, et indispensables.

    #IPADECC
    Praticiens diplômés hors UE (#PADHUE)
    #Europe
    #exclusion
    #santé

    Non seulement la france vole sans vergogne les médecins aux pays qui les ont formés (et qui en ont besoin) parce qu’elle est incapable d’en former, mais en plus elle les maltraite.

  • Les médecins à diplômes étrangers de nouveau mobilisés
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2025/02/23/les-medecins-a-diplomes-etrangers-de-nouveau-mobilises_6560242_3224.html

    Les médecins à diplômes étrangers de nouveau mobilisés
    Par Camille Stromboni
    Publié le 23 février 2025 à 11h00
    Manifestation devant le ministère de la santé, recours en justice… Les syndicats et associations de praticiens diplômés hors de l’Union européenne – les « Padhue », selon l’acronyme en vigueur – donnent de nouveau de la voix. Jusqu’à interpeller collectivement le président de la République, Emmanuel Macron, dans un courrier envoyé jeudi 20 février. Ce sont les résultats des épreuves de vérification des connaissances (EVC) 2024, constituant le sésame pour obtenir une autorisation d’exercice pérenne, publiés le 31 janvier, qui ont rallumé la mèche. Une étape-clé dans les procédures que doivent emprunter ces médecins à diplôme étranger, exerçant sous divers statuts dans les hôpitaux français, que le chef de l’Etat s’était engagé à « régulariser », en janvier 2024. La lassitude est telle que certains de leurs représentants menacent désormais d’entamer une grève de la faim, si la situation reste bloquée.
    En 2024, 4 000 postes ont été ouverts – soit 1 300 de plus que l’année précédente – et plus de 3 800 postes ont été attribués (3 235 pour des candidats en liste principale, 638 en remontant dans les listes complémentaires). Cela représente une « augmentation de 50 % », a souligné le ministère de la santé par communiqué, le 5 février, assurant soutenir ces praticiens venant « en renfort de notre système de soins ». Pourtant, la colère ne retombe pas. Pourquoi les jurys de ces épreuves ont-ils décidé de ne pas pourvoir tous les postes affichés dans certaines spécialités, écartant des candidats ayant pourtant obtenu des notes comme 11/20, 12/20 ou même 14/20 ? « Il y a un principe d’égalité en France, s’indigne Redha Hocine Kettache, chirurgien urologue dans un hôpital du sud-est de la France et l’un des membres de l’Ipadecc, collectif qui a déposé plusieurs recours devant la justice administrative. Des jurys ont supprimé des postes alors que des candidats avaient des notes supérieures à la moyenne, et que la note éliminatoire est de 6/20. Les jurys sont souverains, mais il y a des règles. »
    « C’est un exemple de plus de l’incohérence dans le parcours des Padhue, poursuit M. Kettache. Le ministère nous demande maintenant de déclarer qu’on a échoué, et de repasser encore l’examen en 2025. Ça nous scie les jambes. » Arrivé en France en 2022, l’urologue, actuellement sous statut de « faisant fonction d’interne », à 1 600 euros net par mois, fait partie des recalés, pour la seconde fois, avec 13,25 de moyenne. « J’ai eu 15 en théorie, 11,5 en pratique. La fois précédente, j’avais obtenu 15,6 en pratique. Suis-je un moins bon praticien ? J’ai dépassé la centaine d’actes chirurgicaux au courant de l’année », ajoute-t-il.
    Saisi en référé liberté, le tribunal administratif de Paris a écarté un premier recours porté par plusieurs de ces praticiens, vendredi 21 février, les renvoyant vers le Conseil d’Etat, rapporte le docteur Abdelhalim Bensaidi, président par intérim de l’Ipadecc. « Le juge a reconnu que les principes d’égalité et d’équité n’étaient pas respectés, mais cela n’était pas de sa compétence, il nous a demandé de saisir le Conseil d’Etat, ce que nous allons faire », décrit-il.
    Dans le courrier commun envoyé au président de la République, les organisations de Padhue – Ipadecc, SOS Padhue, SNPadhue – appellent à un « processus dérogatoire urgent permettant l’intégration immédiate dans un parcours de consolidation [les deux années suivant l’obtention des EVC] de tous les Padhue exerçant sur le territoire national depuis plusieurs années, ayant assuré la continuité des soins dans nos hôpitaux et ayant obtenu une note supérieure ou égale à 10 aux EVC ». La revendication du collectif Ipadecc est, elle, plus large : que tous ceux qui exercent déjà dans les hôpitaux français – soit plusieurs milliers de médecins, selon les estimations, sans qu’aucun chiffre précis ne fasse consensus – soient régularisés « sur dossier », comme cela a été le cas au sortir de la crise sanitaire du Covid-19, par le biais d’une procédure dite « stock », désormais fermée. « Nous travaillons soixante-quinze heures par semaine, nous n’avons pas le temps de préparer un concours sur lequel il faudrait plancher toute l’année », défend le docteur Kettache.
    Au ministère de la santé, on ne souhaite pas réagir. Le ministre, Yannick Neuder, a affirmé, début février, vouloir « simplifier » la procédure en 2025, tout en promettant des « concertations » et en évoquant la création d’une « voie interne simplifiée pour les candidats exerçant déjà dans un établissement de santé en France ».
    Voilà plusieurs années que les procédures et les statuts s’enchaînent. A l’extinction des précédents statuts, prévus jusqu’à la fin de l’année 2023, le ministère a demandé, dans l’urgence, aux agences régionales de santé de délivrer des autorisations provisoires d’exercice. Le temps que le décret de la loi Valletoux, visant à améliorer l’accès aux soins et adoptée en décembre 2023, soit publié – ce qui est le cas depuis décembre 2024. Ce texte permet aux Padhue d’être encore « prolongés » grâce à une attestation de treize mois, sous le statut de « praticien associé contractuel temporaire », renouvelable une fois, le temps de passer les examens de l’année suivante.
    Sarra Souii, 33 ans, tunisienne, travaille à l’hôpital psychiatrique Roger-Prévot de Moisselles (Val-d’Oise). Elle suit une file active de 130 patients au centre médico-psychologique. Nous l’avons croisée, elle comme les autres Padhue cités, lors d’un appel à mobilisation devant le ministère de la santé, à Paris, en février. « Mon contrat se termine en juin, je n’ai aucune visibilité sur la suite », dit la jeune femme. Avec 11,45 de moyenne, elle n’a pas eu les EVC de médecine générale, le seuil ayant été fixé à 12. « C’est déprimant. Mon hôpital me soutient, mais j’ai besoin de ce concours », décrit-elle. Depuis trois ans et demi, elle a enchaîné les contrats de stagiaire associé, de praticien attaché, de praticien associé attaché… « C’est stressant ce parcours du combattant. On ne peut pas être stable, et tous les six mois, il faut repasser par la préfecture pour renouveler le titre de séjour », ajoute Sarra Souii. Si elle réfléchit régulièrement à retourner en Tunisie, où elle est inscrite à l’ordre des médecins, elle a sa « vie privée » en France, dit-elle.
    Franco-tunisien, Khaled Ben Mariem, 43 ans, est marié à une Française, avec deux enfants. Il a, lui aussi, été écarté, pour la deuxième fois cette année, avec 14,6 de moyenne en urologie, où la barre retenue par le jury est tombée à 14,7. « Il y avait 32 postes affichés, ils en ont pris 19. Pourquoi ? On ne comprend pas », interroge le médecin sous contrat de faisant fonction d’interne à l’hôpital Cochin, à Paris. « Choqué » par « l’arbitraire » de cette décision, il dénonce un « changement des règles du jeu, après le concours ». Sollicité, le centre national de gestion, chargé de l’organisation de ces épreuves, se défend de toute « irrégularité ». « Chaque jury de ce concours, dans sa spécialité, détermine sa grille de notation et sa barre d’admissibilité, selon le niveau qu’il estime être requis chez un candidat, relate Philippe Touzy, chef du département concours, autorisations d’exercice et coaching. Le fonctionnement a été conforme à la réglementation. »
    « Le président de la République a promis une réponse, mais comme l’an dernier, l’année d’avant, et celle d’avant… on reste avec des solutions alambiquées », déplore Jean-François Cibien, du syndicat Action Praticiens Hôpital, qui soutient la démarche de ces médecins, et a vu en quelques jours 150 dossiers de Padhue recalés ayant eu au moins 10/20 aux EVC lui remonter. « Ils ont la moyenne à cette évaluation de validation de leurs compétences, qui devrait leur permettre d’entrer dans le parcours de consolidation et ils en sont empêchés, alors que ces collègues exercent déjà dans nos établissements de santé, je ne comprends pas ces blocages », critique M. Cibien.
    Le docteur Thierry Godeau, à la tête des présidents de commission médicale d’établissement de centre hospitalier, s’interroge particulièrement sur le verdict du jury de médecine générale, dont l’évaluation lui semble inadaptée au regard des compétences attendues à l’hôpital. « Une évaluation est nécessaire, souligne-t-il toutefois. On parle de praticiens dont les formations peuvent être très diverses, il faut un regard extérieur. On sait que des équipes hospitalières vont être moins regardantes que d’autres, et que certains hôpitaux se servent parfois des Padhue pour maintenir des activités qui devraient fermer où être réorganisées. La qualité des soins doit être assurée. » Une réunion est prévue au ministère de la santé avec le collectif Ipadecc le 4 mars.
    Les départements les moins densément peuplés en médecins sont ceux où la proportion d’anciens « praticiens à diplôme hors Union européenne » (Padhue) est la plus importante. Tel est le constat effectué par le Conseil national de l’ordre des médecins, auprès duquel ces professionnels qui ont obtenu leur autorisation d’exercice sont inscrits, dans une enquête rendue publique le 19 février. Elle pose la loupe sur les 19 154 anciens Padhue enregistrés « au tableau » de l’instance, au 1er janvier 2025. Ces derniers représentent 8 % du corps médical en activité régulière, et exercent en majorité une activité salariée, à l’hôpital. Leur répartition sur le territoire n’est pas uniforme : surreprésentés en Ile-de-France (par exemple 30,6 % dans le Val d’Oise, 25,2 % dans l’Essonne, ou 25,1 % en Seine et Marne), ils sont 29,6 % des médecins actifs dans l’Aisne, 29,1 % en Eure-et-Loir, 23,7 % dans l’Yonne, 22,3 % dans l’Eure, 21,7 % dans le Cher, 20,1 % dans la Nièvre… Avec, selon les spécialités, des présences encore plus marquées : les anciens Padhue représentent ainsi 54,8 % des spécialistes chirurgicaux en activité régulière dans la Nièvre, 53,3 % dans l’Orne, 47,8 % dans la Meuse. Diplômés pour les trois quarts d’entre eux de cinq pays du bassin méditerranéen (Algérie, Tunisie, Syrie, Maroc, Liban), ils se trouvent plus présents dans certaines spécialités, comme la gériatrie, l’onco-hématologie, la chirurgie viscérale.

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#padhue#desertmedicaux#systemesante#migrationqualifiee

  • #Ventimiglia : frontiera dimenticata

    La frontiera di Ventimiglia è una cartina di tornasole del sistema italiano ed europeo di accoglienza. Da dieci anni i controlli sono diventati pressanti e avvengono su base razziale. E i migranti che restano bloccati spesso finiscono in accampamenti di fortuna, in cui la dignità umana è gravemente violata.
    “Ventimiglia, frontiera dimenticata” ha raccolto le voci di alcune associazioni - Caritas Intemelia, Diaconia Valdese, WeWorld e No Name Kitchen - che cercano di dare risposte a bisogni primari, adattandosi a un contesto in continuo cambiamento e a nuove leggi che restringono i diritti delle persone migranti.

    https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=TmS2MDJ_-9w&embeds_referring_euri=https%3A%2F%2Fwww.car


    #Vintimille #reportage #frontière_sud-alpine #Alpes_Maritimes #Italie #France #migrations #réfugiés #PAD #frontières #encampement #SDF #sans-abris #femmes #traite_d'êtres_humains #militarisation_des_frontières #militarisation #contrôles_au_faciès #contrôles_frontaliers

    –-

    #mémoriel aux personnes décédées à la frontière (à partir de la min 9’18) :

  • « Les médecins étrangers investissent surtout les spécialités hospitalières désertées par les médecins français qui préfèrent exercer en libéral »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2024/09/30/les-medecins-etrangers-investissent-surtout-les-specialites-hospitalieres-de

    « Les médecins étrangers investissent surtout les spécialités hospitalières désertées par les médecins français qui préfèrent exercer en libéral »
    Tribune Pierre Micheletti Médecin
    Le débat sur l’aide médicale d’Etat, dont la suppression renforcerait les recours spontanés aux urgences hospitalières, pourrait également faire apparaître la question des praticiens étrangers, qui doivent être mieux traités par notre système de santé, explique le médecin Pierre Micheletti dans une tribune au « Monde ».
    Marie-Claire Carrère-Gée, ministre déléguée chargée de la coordination gouvernementale, ne va pas manquer de dossiers épineux à articuler entre les différents gestionnaires de portefeuille au sein du gouvernement de Michel Barnier. La nomination de Bruno Retailleau à l’intérieur n’a pas tardé à donner des ailes aux défenseurs de lignes dures sur les questions migratoires. En la matière, les interfaces avec la ministre de la santé vont en particulier générer l’attention, voire la mobilisation des acteurs.
    Deux dossiers concernent directement Geneviève Darrieussecq, ministre de la santé et de l’accès aux soins, et serviront d’utiles baromètres sur l’efficacité de la « coordination gouvernementale ». D’abord, l’avenir de l’aide médicale d’Etat (AME), objet de toutes les manipulations symboliques au service d’un discours martial sur le durcissement de l’accueil des étrangers. Une déclinaison plus subtile sera indubitablement à construire dans le discours politique – et dans la pratique – concernant la place incontournable occupée par des médecins détenteurs d’un diplôme délivré à l’étranger.
    Sur l’épouvantail de l’AME, dont la suppression empêcherait des diagnostics à un stade précoce – aggravant le pronostic des pathologies – et renforcerait les recours spontanés aux urgences hospitalières coûteuses et à bout de souffle, beaucoup a déjà été dit, par les associations comme par les professionnels du champ médico-social. La formule de la Fédération hospitalière de France en résume l’argumentation, évoquant « un contresens moral, sanitaire et économique ».
    Sur la démographie médicale globale, comme sur la répartition territoriale des praticiens, aujourd’hui largement soutenue par des médecins étrangers, les données du Conseil national de l’ordre des médecins apportent des informations éloquentes. La place des médecins étrangers est cruciale dans l’offre de soins. Au 1er janvier 2023, 234 028 médecins étaient actifs en France, dont 48,8 % femmes et 51,2 % hommes. Les moins de 40 ans représentent 28,5 % des effectifs, les 60 ans et plus 31,1 %. L’âge moyen des médecins est ainsi de 50,5 ans. Les médecins à diplômes étrangers occupent une place de plus en plus importante au fil du temps. Alors qu’en 2010 ils comptaient pour 7,1 % des médecins en activité, ils représentaient 12,5 % en 2023.
    La hausse de la proportion de médecins en activité à diplômes étrangers se perçoit notamment chez les spécialistes, qu’ils soient médicaux ou chirurgicaux. Ils représentent 19,8 % des médecins spécialistes chirurgicaux en activité et 16,9 % des médecins spécialistes médicaux (hors médecins généralistes) en activité. La Roumanie, la Belgique et l’Italie sont les trois principaux pays d’obtention de diplômes des médecins en activité à diplômes obtenus au sein de l’Union européenne (UE), hors France.
    L’Algérie, la Tunisie, la Syrie et le Maroc sont les quatre principaux pays d’obtention des médecins titulaires de diplômes obtenus en dehors de l’UE. Les proportions de médecins en activité à diplômes étrangers sont particulièrement importantes dans les départements qui présentent les plus faibles densités médicales, participant ainsi à corriger des déséquilibres démographiques et territoriaux.
    Il existe pourtant un traitement à double vitesse pour les médecins étrangers. Afin de pourvoir les postes d’internes, les hôpitaux embauchent des praticiens à diplômes étrangers hors UE, en tant que « faisant fonction d’internes », « attachés associés » ou « assistants associés ». Ces statuts sont caractérisés par la précarité, une moindre rémunération et un emploi du temps surchargé. La présence de ces médecins reste très mal renseignée. On a par ailleurs connaissance de situations d’illégalité, comme le phénomène des médecins étrangers embauchés comme infirmières/infirmiers, qui demeurent également difficiles à quantifier.
    Les ressortissants européens sont dans une situation un peu différente : la directive européenne de 1989, modifiée à plusieurs reprises depuis, prévoit en effet la reconnaissance mutuelle des diplômes et la liberté de s’installer et d’exercer la profession dans les pays membres. Ces médecins étrangers investissent surtout les spécialités hospitalières désertées par les médecins à diplômes français qui préfèrent exercer en libéral : l’anesthésie-réanimation, la psychiatrie, la radiologie, la chirurgie cardio-vasculaire, la néphrologie ou encore les urgences. L’aboutissement du parcours de ces médecins reste néanmoins l’inscription à l’ordre des médecins, qui incarne l’acceptation symbolique par le groupe des pairs, mais aussi l’autonomie et la liberté de la pratique.
    Les conditions d’exercice des médecins ayant obtenu leur diplôme dans un pays extracommunautaire ont été assouplies en avril 2020, afin qu’ils puissent accéder à des positions professionnelles plus favorables. Dès lors, un personnel hospitalier « à la carte », flexible et éjectable selon le contexte, pourrait devenir la stratégie pour l’avenir de l’hôpital français, les soignants étrangers servant, dans cette logique, de variable d’ajustement.
    Les mois qui viennent ne tarderont pas à dire comment la ministre chargée de la coordination gouvernementale pourra contribuer à trouver des solutions acceptables sur le plan « moral, sanitaire et économique » à ces deux dossiers intriqués qui concernent l’offre de soins et les migrations. En évitant que le dossier de l’AME, qui représente 0,5 % des dépenses annuelles de santé, n’occupe tout l’espace de manichéens débats politiques.

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#medecin#PADHUE#economie#systemedesante#AME#diplome

  • France : les médecins étrangers à l’hôpital public attendent toujours le décret censé régulariser leur situation - InfoMigrants
    https://www.infomigrants.net/fr/post/59728/france--les-medecins-etrangers-a-lhopital-public-attendent-toujours-le

    France : les médecins étrangers à l’hôpital public attendent toujours le décret censé régulariser leur situation
    Par RFI Publié le : 10/09/2024
    Alors que les tractations ont commencé en vue de la formation d’un gouvernement en France, les dossiers brûlants s’accumulent sur les bureaux des ministères. La situation de l’hôpital public est particulièrement préoccupante.
    Début septembre, les hôpitaux publics ont alerté sur leur situation financière : d’après la Fédération hospitalière de France leur déficit continue de s’aggraver et devrait dépasser deux milliards d’euros en 2024. Dans le même temps, le manque de personnel soignant continue de provoquer des fermetures de lits. D’après les dernières estimations, 15 000 postes de praticiens hospitaliers sont toujours vacants et autant d’infirmiers ou d’infirmières. Deux chiffres d’apparence sans rapport, mais qui pourraient expliquer l’incertitude dans laquelle sont abandonnés les médecins étrangers.
    À l’hôpital, presque un médecin sur trois a été formé hors de France et pour la moitié d’entre eux, dans un pays extérieur à l’Union européenne (UE) : dans le jargon, on les appelle les « Padue », pour praticiens à diplôme hors Union européenne. Dans de nombreux hôpitaux, ils sont devenus indispensables. « Dans mon service d’oncologie, nous sommes trois pour tout le département où je travaille », explique Zaïneb*, radiothérapeute et diplômée de la faculté de médecine de Casablanca au Maroc. « J’ai mes propres patients, j’encadre même un interne. » Pourtant, les Padhue ne sont pas reconnus comme des médecins à part entière.
    Pour cela, ils doivent passer un « examen de validation des compétences », censé garantir la qualité de leur formation. Un examen qui porte mal son nom puisque dans les faits, il s’agit d’un concours avec à chaque fois un nombre limité d’élus. Tous les ans, des médecins en poste qui exercent parfois depuis des années en France, échouent. « J’ai eu 13,5 à l’examen l’an dernier. Le seuil en oncologie était de 13,95, donc je n’ai pas été retenue pour une histoire de virgule », raconte Zaïneb. Dans certaines spécialités, le recrutement est même encore plus sévère. « L’an dernier, ils avaient annoncé 37 postes en ophtalmologie et ils n’ont retenu que 17 candidats. Je connais des gens qui ont eu 15 sur 20 et qui n’ont pas eu le concours. Des médecins qui ont exercé pendant plusieurs années, au service de la population et qui se voient refuser le droit d’appartenir au corps médical français alors qu’ils ont eu une excellente note, je ne comprends pas. »
    Sous la pression des hôpitaux, le gouvernement d’Élisabeth Borne avait promis de ne pas laisser les Padhue ayant échoué à l’examen sans solution. Une loi a été votée fin 2023 prolongeant leur autorisation de travail pour 13 mois renouvelables. Sauf que le décret d’application n’a jamais été publié. « On se retrouve dans une impasse avec un certain nombre de médecins qui ont quitté leur poste, ce qui entraîne des fermetures de consultation et des fermetures de lit. Un certain nombre sont même rentrés dans leur pays d’origine, s’alarme Christophe Prudhomme, porte-parole des médecins urgentistes de France et responsable de la CGT santé. Un collègue est rentré chez lui au Rwanda parce qu’il n’a pas eu l’autorisation de rester en France alors qu’il avait été responsable d’une réanimation en Auvergne pendant toute la période Covid-19. C’est quand même un problème ! »
    L’explication est peut-être à trouver du côté des finances publiques. Si tous les Padhue voyaient leurs diplômes reconnus, il faudrait les payer comme des médecins français. Or aujourd’hui un Padhue à son arrivée en France est payé 1 700 euros brut, soit beaucoup moins qu’un médecin français et même moins qu’un interne. Même quand ils bénéficient d’un droit temporaire d’exercer, ils restent largement sous-payés : Zaïneb gagne cinq fois moins que ses collègues français."Et cela reste un statut précaire. Que deviendrons-nous dans deux ans ?, s’inquiète-t-elle. L’idée n’est pas de créer un appel d’air et de dépouiller les pays qui forment ces médecins qui viennent ensuite exercer en Europe", souligne Christophe Prudhomme. « Mais ceux qui sont là et qu’ils souhaitent rester, ils bossent ici, ils restent ici’ c’est le slogan de la CGT. Surtout que ce sont des travailleurs indispensables pour maintenir l’hôpital public à flot ».
    Le médecin urgentiste a une explication plus cynique encore pour expliquer les réticences de l’exécutif à régulariser la situation des médecins étrangers. « Les Padhue assurent leur service dans des hôpitaux de petite taille que le gouvernement veut fermer, accuse-t-il. Donc en faisant fuir les Padhue, n’ayant aucun médecin pour les remplacer, cela permet d’accélérer les fermetures de services et d’hôpitaux de proximité. » Autant dire que la position du nouveau gouvernement sur ce dossier sensible est très attendue.

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#PADHUE#migrationqualifiee#systemedesante

  • Les Padhue, ces milliers de médecins étrangers précaires | StreetPress
    https://www.streetpress.com/sujet/1722506275-padhue-milliers-medecins-etrangers-precaires-hopital-sante-p

    Face à l’imposant bâtiment du ministère de la Santé, une poignée de médecins étrangers manifestent à bas bruit en ce mois de mai 2024. « On est à peine 30 alors que nous sommes des milliers dans la précarité ? », s’exaspère Mehdi (1), un diabétologue. L’homme né et diplômé en Algérie est ce qu’on appelle un « Padhue » : un praticien à diplôme hors Union européenne. Après dix ans d’expérience en Algérie, il exerce depuis quatre ans en France avec des responsabilités importantes puisqu’il forme des internes dans son hôpital en Normandie. Pourtant, comme de nombreux Padhue, il ne gagne guère plus que ces derniers, avec un salaire de 1.450 euros bruts par mois, loin des 4.500 euros bruts des praticiens hospitaliers français en début de carrière – un salaire qui évolue jusqu’à 9.200 euros bruts.

    #santé_publique #pénuries #colonialisme #précariat

  • Législatives en France : la montée du RN inquiète les médecins étrangers - InfoMigrants
    https://www.infomigrants.net/fr/post/58197/legislatives-en-france--la-montee-du-rn-inquiete-les-medecins-etranger

    Législatives en France : la montée du RN inquiète les médecins étrangers
    Par RFI Publié le : 04/07/2024
    Alors que le Rassemblement national (RN) est arrivé largement en tête du premier tour des législatives, la perspective de voir l’extrême-droite remporter la majorité absolue inquiète à l’hôpital. Le parti a inscrit dans son programme le principe de la « préférence nationale », qui vise notamment à réserver certains emplois aux ressortissants français. Or l’hôpital public dépend très fortement des médecins étrangers.
    C’est un fait avéré : de nombreux secteurs de l’économie française ne fonctionneraient pas sans main d’œuvre étrangère. Parmi eux, le cas de l’hôpital est emblématique. D’après les chiffres du Conseil national de l’Ordre des médecins, 27 % des médecins à l’hôpital ont été formés hors de France. Pour la moitié d’entre eux, il s’agit d’un pays extérieur à l’Union européenne (UE), qui constituent les Padhue - pour « praticiens diplômés hors Union européenne ».
    Dans le cadre des Padhue, les docteurs en médecine ou en pharmacie, parfaitement opérationnels, sont recrutés au départ sous un statut étudiant, payés 1 700 euros brut, soit beaucoup moins qu’un médecin formé en France. En échange, il y a la promesse que leur diplôme puisse être un jour reconnu en France.
    En théorie, ils ont deux ans pour passer l’examen qui doit leur permettre de faire reconnaître leur diplôme. Dans les faits, les choses sont plus compliquées. « Il y a deux-tiers d’échec, rappelle Éric Tron de Bouchony, médecin hospitalier à la retraite qui suit le dossier des Padhue pour la CGT. Ce n’est pas dû à leur faible valeur : leurs compétences sont très généralement reconnues par leur chef de service. Ces échecs sont dus à l’insuffisance du nombre de postes mis au concours. » D’après lui, il s’agit d’un quota arbitraire fixé pour ne pas faire concurrence aux médecins formés en France.
    Les médecins étrangers n’ont droit qu’à deux tentatives. « Le retour au pays est illusoire quand on sait que la moitié d’entre eux a acquis la nationalité française », insiste Eric Tron de Bouchony. Au bout de deux échecs, la seule alternative qui leur reste est de se reconvertir dans un métier paramédical.Ainsi, alors que 15 000 postes de médecins sont aujourd’hui vacants à l’hôpital, chaque année plusieurs milliers de médecins en poste se voient donc refuser le droit de continuer à exercer. « Un immense gâchis », commente le médecin.
    En janvier dernier, le président français Emmanuel Macron lui-même avait reconnu l’absurdité de la situation appelant son gouvernement à « assumer » de « régulariser nombre de médecins étrangers qui tiennent parfois à bout de bras nos services de soins », au nom de la lutte contre les déserts médicaux.Depuis, un nouveau statut facilitant leur recrutement temporaire a bien été imaginé, mais du fait de la dissolution de l’Assemblée nationale, on attend toujours le décret qui devait lui donner vie.Les exemples concrets ne manquent pas. Zaïneb est marocaine, diplômée de la faculté de médecine de Casablanca. Elle est arrivée en France à la faveur d’un échange universitaire en pleine épidémie de Covid-19, avant d’y revenir à l’invitation de son chef de service une fois diplômée.
    Elle est aujourd’hui médecin radiothérapeute oncologue dans un hôpital du nord de la France. Fin 2023, elle rate d’un cheveu le concours d’équivalence et se retrouve soudainement privée d’exercer, alors que le département manque déjà de spécialistes. « Mes patients se sont retrouvés du jour au lendemain sans radiothérapeute, mes collègues ont dû se partager mes consultations », explique-t-elle à RFI.
    Pendant trois mois elle exerce malgré tout. « J’ai travaillé sans titre de séjour, je voyais mes patients comme si de rien n’était, alors que je n’avais pas de papiers », se souvient-elle dans un rire nerveux. Depuis elle a obtenu un titre de séjour temporaire, elle peut continuer à exercer, mais seulement jusqu’en avril prochain. « J’ai un titre de séjour d’un an au lieu d’avoir un titre de séjour de six mois, ça me fait moins d’aller-retour à la préfecture », ironise-t-elle.
    Dans une tribune intitulée : « Sans les médecins étrangers, le système de santé s’effondre », publiée le 17 janvier 2024 par Le Point, plus de 200 professionnels du secteur, dont les docteurs Mathias Wargon et Hocine Saal, avaient déjà appelé à trouver une solution pérenne à la situation des Padhue.
    La possible arrivée du Rassemblement national au pouvoir les inquiète. Dans le programme de Marine Le Pen pour la présidentielle de 2022, il était écrit noir sur blanc le souhait du RN de « réduire drastiquement le recours aux médecins ayant obtenu leur diplôme hors de l’UE ». La cheffe de file de l’extrême-droite a ensuite nuancé son propos, mettant en avant le besoin de « vraies équivalences » entre les diplômes.Un argument balayé par Eric Tron de Bouchony : « Entre 2002 et 2005, on a trouvé des critères d’équivalence entre un diplôme obtenu à Athènes et un diplôme obtenu à Stockholm. Pourquoi est-ce qu’on ne pourrait pas faire la même chose entre un diplôme obtenu à Beyrouth et un diplôme obtenu à Rennes ? Les effets néfastes de la préférence nationale ne passeront pas par l’hôpital ».
    En pleine campagne législative, les déclarations de candidats du Rassemblement national n’ont pas rassuré. En 2022, la candidate de l’extrême-droite dans la 1ère circonscription des Vosges s’était ainsi étonnée que « d’autres médecins d’autres pays, qui n’ont pas notre savoir-faire, viennent nous soigner en apprenant sur le tas, pourquoi on ne ferait pas pareil ? » Ce n’est pas parce qu’on n’est pas très bon à l’école qu’on ne peut pas être performant sur le terrain", assurait-elle lors d’un débat télévisé, sous le regard consterné des journalistes et des autres candidats sur le plateau.
    Quelques jours après notre entretien, Zaïneb a renvoyé un message à RFI : « Dans l’Aisne, où je travaille, il y a eu un record de vote pour le Rassemblement national. Plus de 50 %, que ce soit aux élections européennes ou au premier tour des législatives. Cela veut dire que statistiquement, un patient sur deux, un collègue sur deux a voté pour le RN. J’ai l’impression que même mes collègues ne réalisent pas que je suis étrangère. Je ne suis pas même pas binationale, je suis médecin étranger. Ces mesures discriminatoires, cette montée de xénophobie qu’on observe déjà sur les réseaux sociaux vont me toucher directement », explique-t-elle amère. Pourtant, elle se souvient de la mobilisation unanime de ses collègues et de ses patients lorsqu’elle a été menacée d’expulsion début 2024. Comme si « l’étranger » ne pouvait pas être aussi la personne qui vous soigne.

    #Covid-19#migration#france#medecin#PADHUE#etranger#immigration#politiquemigratoire#santepublique#sante#extremedroite#discrimination

  • L’Ufficio Immigrazione della Questura di #Padova: quando la vessazione si fa ordinaria
    https://www.meltingpot.org/2024/06/lufficio-immigrazione-della-questura-di-padova-quando-la-vessazione-si-f

    In questo articolo la denuncia rispetto alle condizioni di accesso all’ufficio immigrazione della Questura di Padova. Come ADL Cobas, Open Your Borders e Open Gates, sindacati e associazioni cittadine che lottano per il riconoscimento dei diritti delle persone in movimento nella città di Padova, denunciamo la gestione disorganizzata e incivile dell’Ufficio Immigrazione della Questura di Padova, che quotidianamente ritarda e ostacola l’accesso al diritto d’asilo e alla regolarizzazione della propria posizione a tutte quelle persone migrate che vivono nel territorio padovano. L’ufficio fa acqua da ogni parte. I mesi di attesa per ricevere un appuntamento per il rinnovo o (...)

    #Notizie #Italia #Permesso_di_soggiorno #Razzismo_e_discriminazioni #Rinnovo_permesso_di_soggiorno #Veneto

  • Kita-Sterben? Prenzlauer Berg hat zu viele Kita-Plätze – wie kann das sein?
    https://www.berliner-zeitung.de/news/kita-sterben-prenzlauer-berg-hat-zu-viele-kita-plaetze-li.2192322

    Die Gentrifizierung hat mit ihrer Eigentumswohnungisierung die soziale und Altersmischung des Stadtteils zerstört. Wo früher immer wieder neue junge Familien in die großen Mietwohnungen einzogen, bleiben die Alten heute bis zum Tod in ihrer Eigentumswohnung, dem Lebensprojekt.

    Eine unfähige städtische Schulplanung hatte bereits in den Neunzigern zu einem Angebotsmangel an Kindergarten- und Schulplätzen geführt, der von privaten Trägern im Kitabereich aufgefangen wurde. Die leiden nun an den absehbaren Überkapazitäten. Kapitalismus eben, das organisierte Chaos.

    29.2.2024 von Jule Damaske - In Prenzlauer Berg sind Hunderte Kitaplätze nicht besetzt. Einrichtungen sind sogar offen für Familien aus Brandenburg. Warum ist das so?

    Über Jahre hieß es, in Berlin gebe es zu wenig Kitaplätze. Doch in Prenzlauer Berg sind einem Bericht der Prenzlauer Berg Nachrichten zufolge aktuell rund 800 Plätze nicht belegt. „Das ist fast jeder zehnte von insgesamt 9565 Plätzen, die für 9625 anspruchsberechtigte Kinder zur Verfügung stehen“, heißt es dort. Vor zehn Jahren kämen auf 8700 Plätze noch 10.655 Kinder. Wie kann das sein?

    Schon in den 1990er Jahren wurden in Prenzlauer Berg Schulen geschlossen, weil dafür die Kinder fehlten. Zehn Jahre später kehrte sich das wieder um. Grund dafür ist dem Bericht zufolge die weniger starke Altersdurchmischung im Bezirk. Dadurch komme es zu Schwankungen im Bedarf, nicht nur bei Kitas und Schulen, sondern auch bei Altenheimen.

    Die Kindergärten Nordost in Prenzlauer Berg betreiben den Angaben zufolge 15 Kitas. Von den etwa 1900 Kitaplätzen seien zurzeit rund 300 nicht belegt. „Mittelfristig wäre auch eine Schließung von Einrichtungen, die etwa unsere baulichen und damit pädagogischen Standards nicht mehr gänzlich erfüllen, zu überprüfen“, sagt Sprecherin Judith Frenz den Prenzlauer Berg Nachrichten. Doch nicht nur die sinkende Nachfrage sei dafür verantwortlich, auch der Personalmangel trage dazu bei. Ohne Erzieherinnen und Erzieher könnten nicht alle vorgesehenen Plätze auch wirklich angeboten werden.

    Pankower Kitas offen für Familien aus anderen Berliner Bezirken und Brandenburg

    In den Einrichtungen werde deshalb ein wirtschaftlicher Verlust befürchtet. Vom großen Kita-Sterben sei der Bezirk jedoch noch weit entfernt. Aktuell würden Räume in den Einrichtungen umgebaut oder das pädagogische Profil geschärft, um so im Konkurrenzkampf um Kinder herauszustechen. Selbst kleine Kitas, die jahrelang bewusst auf Werbung verzichteten, sähen sich nun gezwungen Plakate aufzuhängen oder auf Instagram zu posten, um Nachfolger zu gewinnen.
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    Mittlerweile ist der Bezirk sogar offen für Familien aus anderen Bezirken und aus Brandenburg, sagt Pankows Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) dem Artikel zufolge. Das Pankower Jugendamt helfe dabei, suchende Eltern und Kitas mit Plätzen zusammenzubringen. Doch nicht jede Familie fände automatisch einen Platz in ihrer Wunschkita. Insbesondere Eltern mit Spätschicht oder Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf müssten in vielen Fällen länger suchen.

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Kindergarten #Pädagogik #Stadtentwicklung #Verwaltung #Immobilien #Soziologie

  • Le blues des médecins étrangers en France : « Pourquoi on ne me juge pas sur mon expérience ici ? » - InfoMigrants
    https://www.infomigrants.net/fr/post/55272/le-blues-des-medecins-etrangers-en-france--pourquoi-on-ne-me-juge-pas-

    Le blues des médecins étrangers en France : « Pourquoi on ne me juge pas sur mon expérience ici ? »
    Par Bahar Makooi Publié le : 19/02/2024
    La situation de plusieurs milliers de médecins étrangers venus prêter main forte dans les services hospitaliers français se complique depuis la fin d’un régime dérogatoire accordé durant la période du Covid-19. Près de 1 900 ont perdu le droit d’exercer, un manque criant pour les hôpitaux. Certains d’entre eux ont accepté de témoigner.
    Pour Karima*, 39 ans, la dernière visite à la préfecture a viré au cauchemar. Son titre de séjour n’a pas été prolongé. « Je n’ai qu’un récépissé », se désole-t-elle. Pourtant, cette chirurgienne orthopédique pédiatrique exerce depuis deux ans dans un hôpital de banlieue parisienne, y compris aux urgences où elle effectue au moins quatre nuits de garde par mois. « Mes collègues de chirurgie générale m’ont demandé de venir en renfort pour les soulager un peu », explique la praticienne originaire du Maghreb*. « Je ne vais pas les laisser tomber », dit-elle sans savoir combien de temps encore elle pourra exercer.L’hôpital a accepté de la faire travailler, mais Karima redoute l’échéance de son contrat, renouvelé tous les six mois. Elle fait partie des quelque 4 000 praticiens diplômés en dehors de l’Union européenne (appelés Padhue), qui exercent dans les hôpitaux français depuis des années sous divers statuts précaires, comme celui de « faisant fonction d’interne » (FFI).
    « Les tâches que j’occupe sont des tâches de responsabilité, des tâches de praticien, même si je suis considérée comme une interne avec un contrat à 1 400 euros net à renouveler tous les six mois. Si la préfecture a refusé de prolonger mon titre de séjour c’est à cause de ces ruptures de contrats » regrette la médecin, qui jongle en permanence avec l’administration pour tenter de stabiliser sa situation. « Cette fois, la préfecture me demande une autorisation de travail fournie par l’Agence régionale de santé (ARS), qui ne veut plus la donner parce que la loi a changé ».
    En cause, l’expiration au 31 décembre d’un régime dérogatoire qui permettait aux établissements d’embaucher des Padhue sous divers statuts précaires, rendant désormais impossible leur maintien en poste. Depuis le 1er janvier 2024, ces médecins doivent réussir un concours très sélectif appelé « épreuves de vérification des connaissances » (EVC), pour pouvoir être réintégrés. Mais les places sont chères : 2 700 postes pour plus de 8 000 candidats en 2023, dont une partie tente sa chance depuis l’étranger. Résultat, une majorité des Padhue s’est retrouvée sur le carreau cette année.
    Après une levée de boucliers des syndicats, l’exécutif a finalement promis de « régulariser nombre de médecins étrangers », et décidé de prolonger d’un an leurs autorisations temporaires de travail, jusqu’à ce qu’ils passent la session 2024 des EVC.
    Mais pour Karima, diplômée en chirurgie générale, le problème est loin d’être réglé. Elle a bien tenté de passer l’EVC de chirurgie orthopédique pédiatrique en 2023, sauf que son dossier a été refusé. « On me dit que je n’ai pas le bon diplôme, qu’il me faut celui d’orthopédie pédiatrique, mais il n’existe pas ce diplôme dans mon pays ! Je ne comprends pas pourquoi on ne me juge pas sur mon expérience ici. J’opère seule, je consulte, j’ai mes propres patients », affirme la praticienne.
    Lorsqu’elle est arrivée en France en 2020, elle n’avait pas prévu de s’installer de ce côté de la Méditerranée. « J’avais obtenu un détachement du travail pour venir effectuer un perfectionnement en chirurgie orthopédique en France, parce que j’avais constaté des lacunes dans le service où je travaillais au Maghreb », explique-t-elle. Mais après presque deux années à un poste de stagiaire associée dans un CHU de Nice, Karima s’est retrouvée coincée dans l’Hexagone à cause de la pandémie de Covid-19 et la fermeture des frontières avec son pays. Elle a perdu son poste au Maghreb.
    À Nice, elle se souvient de cette période où elle a lutté sur le front du Covid-19, aux côtés des soignants français, en prêtant main forte en réanimation. « On a sauvé des vies. Et on continuera à le faire. C’est notre travail. Parfois aux urgences, je me retrouve dans une situation où il faut réagir dans la fraction de seconde, faire les bons gestes, prendre la bonne décision pour sauver quelqu’un ».
    Rentrer au Maghreb ? La chirurgienne y songe parfois : « Je me pose la question, je me demande si je peux tenir encore dans cette situation. Mais j’exerce un travail que j’aime beaucoup, surtout auprès des enfants. Je suis attachée à mes patients. Quand je vois dans leurs yeux qu’ils sont satisfaits, je me sens utile ». Pourtant, l’idée de partir fait son chemin à défaut de pouvoir se projeter, au quotidien. « Il m’arrive régulièrement de faire mes valises. J’hésite même à commander de nouveaux meubles ». Alors ses proches lui soufflent de postuler en Allemagne. « Des collègues sont partis là-bas. Ils ont été acceptés sur dossier et ont pris des cours de langue allemande », raconte-t-elle.
    Dans un contexte de surcharge de son système de santé, la France, qui a pourtant un besoin criant de renforts, risque de voir ces milliers de médecins lui préférer d’autres États européens.

    Le Dr Aristide Yayi, originaire du Burkina Faso et diplômé en médecine légale à Dakar, au Sénégal, exerce, lui, depuis trois ans en médecine polyvalente dans l’Ephad de l’hôpital de Commercy dans la Meuse. Un secteur qui manque cruellement de médecins. « Mon contrat court jusqu’en juillet 2024. Après je ne connais pas la suite », regrette le jeune médecin, car il souhaite développer un service de prise en charge de la douleur pour les personnes âgées de l’Ephad. Un projet qui pourrait ne jamais voir le jour si sa situation n’est pas régularisée. « J’enchaîne les formations et les contrats de six mois en tant que ‘faisant fi d’interne’. C’est toujours de l’incertitude et de la précarité. J’ai le sentiment qu’on me considère comme un sous-médecin », estime-t-il.
    Plusieurs chefs de service, notamment en Île-de-France, ont prévenu qu’ils seraient « contraints de fermer » leur service sans la présence de ces Padhue. Lors de sa conférence de presse du 16 janvier, le président français, Emmanuel Macron, a admis que la France avait besoin de ces praticiens, affirmant vouloir « régulariser nombre de médecins étrangers, qui tiennent notre système à bout de bras ». Une promesse rappelée par le Premier ministre, Gabriel Attal, dans son discours de politique générale fin janvier.
    Un discours qui doit être suivi de faits, exigent désormais les syndicats. Reçus jeudi par le ministère de la Santé, ils ont salué la publication, la veille, du décret prolongeant les autorisations temporaires de travail pour les médecins étrangers qui s’engagent à passer la session 2024 des EVC. « Un premier pas » qui « ne fait que reporter le problème d’un an », dénonce Olivier Varnet, secrétaire général du Syndicat national des médecins hospitaliers FO.
    En attendant, les médecins étrangers trinquent. Ils sont près de 1 900 à ne pas pouvoir exercer en ce moment. « Mon ancien service cherche désespérément quelqu’un pour me remplacer. Ils sont vraiment dans la galère. Moi j’étais responsable de deux unités avec vingt patients chacune. On marche sur la tête… », s’indigne Mostapha, qui exerçait dans un service de soins de suite et de réadaptation en Normandie. Son contrat de « praticien attaché associé » a été suspendu le 1er janvier, puisqu’il n’a pas été admis aux épreuves de vérification de connaissances. « L’hôpital a voulu me retenir mais l’ARS n’a pas accordé l’autorisation », raconte le quadragénaire.Diplômé de la faculté d’Alger en médecine physique et réadaptation, il a suivi sa femme, de nationalité française, en France il y a trois ans. « Je n’ai pas de problème de papiers j’ai une carte de résident de 10 ans », poursuit-il.
    Mostapha espère que son cas sera examiné de plus près, et que la nouvelle circulaire lui permettra de retrouver son poste. Mais la validation de son parcours par l’EVC, il n’y croit plus trop : « Je compte bien le repasser puisque pour le moment il n’y a pas de solution, quoique les chances de l’avoir soient de plus en plus réduites à cause du nombre de postes. C’est pire que sélectif ».
    De nombreux syndicats, comme le collectif médecins de la CGT, estiment que cet examen s’apparente à un numerus clausus plutôt qu’à une « épreuve de vérification des connaissances ». « Des candidats ont été recalés avec plus de 15 de moyenne », dénonce Laurent Laporte, secrétaire général de l’Union fédérale des médecins, ingénieurs, cadres et techniciens de la CGT. « Trop académique », « aléatoire », « opaque » et « discriminant pour des médecins qui bossent soixante heures par semaine », accusent encore les syndicats, à qui le ministère de la Santé a promis, le 15 février, une « reformulation de l’EVC » avec des modalités plus adaptées à la réalité.

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#PADHUE#systemesante#personnelmedical#penurie

  • « Aller chercher les médecins à l’étranger est un manque de respect pour les pays où ils sont formés »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2024/02/08/aller-chercher-les-medecins-a-l-etranger-est-un-manque-de-respect-pour-les-p

    « Aller chercher les médecins à l’étranger est un manque de respect pour les pays où ils sont formés »
    Jean-Luc Dumas, Directeur général de la Cidmef
    Le recrutement de médecins formés en dehors de l’Union européenne ne saurait compenser le besoin urgent d’augmenter les capacités de formation en France, estime Jean-Luc Dumas, directeur général de la Conférence internationale des doyens et des
facultés de médecine d’expression française, dans une tribune au « Monde ».
    La mesure sidérante d’aller chercher les médecins des pays étrangers a été officialisée. Que le premier ministre français en fasse la déclaration devant le Parlement national est une décision lourde de sens ; que cette volonté soit portée en solution aux insuffisances de notre formation médicale est l’aveu d’un manque de respect pour le développement des systèmes de santé dans l’espace francophone.
    Car il ne faut pas s’y tromper : ce ne sont pas nos confrères formés dans les grandes universités anglophones qui sont attendus, mais bien des futurs médecins de locution française provenant de pays historiquement liés à notre culture médicale. Ces médecins sont formés majoritairement dans des facultés qui, depuis des décennies, font l’effort de se structurer au niveau des standards internationaux, avec le soutien public d’Etats souvent démunis, dans le contexte de besoins en santé immenses des populations de ces territoires. Et ce sont bien ces praticiens venant de pays que l’on nommait autrefois « en voie de développement » que la France semble vouloir mettre à son service.
    Quelle confirmation du renoncement et de la négation des politiques de coopération médicale que notre pays a conduites depuis plus de cinquante ans ; quel affront pour ceux qui les ont déployées et, plus largement, pour nos universités ! Dans le contexte apparent de suspicion, si ce n’est de rejet, vis-à-vis de l’héritage de notre culture dans les pays marqués par la colonisation, cette annonce ne peut que renforcer le sentiment de défiance, y compris à l’échelle politique, tant l’enjeu de la santé est un déterminant sociétal.
    L’année 2024 sera marquée par la tenue en France du sommet de l’Organisation internationale de la francophonie. Plus de quatre-vingts Etats et gouvernements y sont représentés, mais, malgré ce contexte, la préservation des relations indispensables pour ces partenariats n’a visiblement pas incité à retenir la parole officielle et la négation dont elle fait preuve à l’encontre des besoins en santé de ces pays. Quelles sont donc les valeurs que la langue française véhicule dans son espace de diffusion ? Solidarité, respect, humanisme ? Aucun argument ne peut tenir face à la gravité de l’image qui est présentée. Certes, beaucoup de ces médecins formés à l’étranger demandent à venir exercer, et même s’installer, en France. Mais la régulation d’un système global de formation et d’échanges doit être la considération supérieure pour préparer l’avenir de tous. Et c’est justement la considération des besoins de nos partenaires qui doit guider les initiatives de cet ordre. La mobilité internationale doit être une source de formation à l’identité professionnelle et non pas l’objet d’une préemption de ressources humaines.
    Certes, nos politiques et nos facultés se sont longtemps contentés de former trop peu de médecins, avec un manque de prévision, mais c’est précisément un effort significatif d’augmentation des capacités de formation et donc de moyens appropriés qui doit être mis en place immédiatement. Certes, les difficultés d’accès aux soins de premier recours en France sont pressantes, mais ce n’est pas en désespérant les étudiants et en culpabilisant les professionnels que les solutions seront créées : l’accès équitable aux études de santé peut être revu, tout comme la reconnaissance de la diversité des nouvelles compétences des professionnels de soins.
    Gageons que le bon sens reviendra au premier plan et que nos administrations de haut rang sauront se mobiliser pour pondérer des annonces détachées d’un contexte de faisabilité. Gageons que ce qui apparaît comme une faute de communication déclenchera une prise de conscience salvatrice et un sursaut constructif.
    Jean-Luc Dumas est directeur général de la Conférence internationale des doyens et des facultés de médecine d’expression française (Cidmef), ancien doyen de la faculté de médecine de Bobigny, université Sorbonne-Paris-Nord.

    #Covid-19#migrant#migration#sante#medecin#francophonie#formation#PADHUE#emigration#systemesante#accessante#politiquemigratoire#france

  • Médecins diplômés à l’étranger : le gouvernement prolonge les autorisations de travail des praticiens ayant échoué au concours
    https://www.lemonde.fr/sante/article/2024/01/22/medecins-diplomes-a-l-etranger-le-gouvernement-prolonge-leurs-autorisations-

    Médecins diplômés à l’étranger : le gouvernement prolonge les autorisations de travail des praticiens ayant échoué au concours
    Le Monde avec AFP
    Un peu de répit administratif pour les médecins qui ont un diplôme étranger et qui étaient menacés de perdre leur poste s’ils avaient échoué à un concours sélectif cette année. Le gouvernement a annoncé lundi 22 janvier prolonger leurs autorisations de travail et permettre aux lauréats du concours de rester dans leurs services actuels.
    Dans un communiqué, la ministre du travail, de la santé et des solidarités, Catherine Vautrin, explique vouloir, à la demande du président de la République, « sécuriser la situation des Padhue (praticiens à diplôme hors Union européenne), médecins devenus indispensables à notre système de santé ». Les médecins qui n’ont pas eu le concours « ne seront pas laissés sans solution : le gouvernement les autorisera à continuer de travailler durant les mois à venir », précise Catherine Vautrin.
    Ces praticiens, qui travaillent souvent depuis plusieurs années dans les établissements de santé français, étaient cette année contraints de réussir un concours appelé « épreuves de vérification des connaissances » (EVC), pour pouvoir continuer à exercer. Un régime dérogatoire qui permettait auparavant aux établissements d’embaucher des non-lauréats sous divers statuts précaires s’est « éteint » au 31 décembre 2023, rendant impossible leur maintien en poste.
    Le nombre limité de places à ce concours, avec 2 700 postes pour plusieurs milliers de candidats, dont certains le passent à l’étranger, avait laissé une grande partie d’entre eux sur le carreau. Certains se sont même retrouvés sans papiers, car leur carte de séjour est souvent conditionnée à leur travail. Les chefs de service et syndicats hospitaliers avaient aussi dénoncé la répartition territoriale prévue pour les lauréats du concours, dont l’affectation est faite par les services de l’Etat, estimant qu’elle allait priver de nombreux services d’une partie de leurs bras.
    La prolongation des autorisations de travail pour les médecins qui ont un diplôme étranger vaudra jusqu’à « la publication des textes d’application de la loi du 27 décembre 2023 visant à améliorer l’accès aux soins par l’engagement territorial des professionnels [dite loi Valletoux], qui permettra la délivrance d’attestations provisoires d’exercice dans l’attente d’un nouveau passage des EVC en 2024 », précise la ministre.
    « La situation des près de 2 700 candidats lauréats » est elle aussi « clarifiée » : « pour garantir la continuité des soins et ne pas désorganiser les services (…), les lauréats exerçant déjà sur le territoire national seront maintenus dans leurs fonctions et structures actuelles », assure-t-elle. « Les autres lauréats choisiront leurs postes dans les prochaines semaines. »
    « Notre système de santé souffre d’un manque de moyens humains. Nous ne pouvons nous passer de ces milliers de femmes et d’hommes qui contribuent à assurer l’offre de soins », a déclaré Catherine Vautrin à l’Agence France-Presse. « Il était temps, c’est un premier élément de réponse à cette situation d’urgence qui était inacceptable », a réagi la secrétaire générale de la CGT, Sophie Binet. Mais des points « restent à régler », dont la durée « trop courte » des titres de séjour. Pour ceux qui se voient prolongés jusqu’aux EVC 2024, « si c’est pour refaire le même concours ça ne sert à rien », a-t-elle ajouté, estimant que ce concours est « trop académique » et « discriminant pour des médecins qui bossent soixante heures par semaine ».

    #Covid-19#migrant#migration#france#PADHUE#personnelmedical#immigration#systemedesante#economie#sante#santementale#regularisation

  • France : les médecins étrangers se mobilisent une nouvelle fois pour une régularisation administrative - InfoMigrants
    https://www.infomigrants.net/fr/post/54619/france--les-medecins-etrangers-se-mobilisent-une-nouvelle-fois-pour-un

    France : les médecins étrangers se mobilisent une nouvelle fois pour une régularisation administrative
    Par RFI Publié le : 19/01/2024
    Ils représentent environ un quart des effectifs dans les hôpitaux de France. Des médecins étrangers se sont mobilisés à Paris devant le ministère de la Santé jeudi 18 janvier pour réclamer leur maintien en poste et la régularisation de leur situation administrative.
    À cause de conditions météorologiques entrainant la suppression de plusieurs trains, ils étaient moins nombreux que prévu, mais les quelques dizaines présents ont bien donné de la voix sous les fenêtres de leur ministère pour demander la régularisation de tous les Padhue, les praticiens titulaires d’un diplôme obtenu hors Union européenne.
    Parmi les quelques dizaines de soignants à diplômes étrangers présents à la manifestation du jeudi 18 janvier à Paris, le docteur Bienvenu Luemba. Ce médecin généraliste de formation est arrivé du Congo-Brazzaville il y a moins d’un an. Marié à une Française, il n’a pas de problèmes administratifs, mais beaucoup de ses confrères sont dans une situation stressante, explique-t-il. « Ils sont tout le temps stressés, ils ne peuvent pas vraiment avoir de projets à long terme. Je connais un ami, par exemple, il ne peut pas aller voir sa famille dans son pays parce que son visa a expiré depuis octobre. Il l’a renouvelé, sauf que depuis, [le visa] n’est toujours pas sorti, et il n’est valable que six mois et chaque six mois, il faut le renouveler. »
    2 000 à 3 000 médecins étrangers risquent d’être licenciés
    Solidaires de leurs confrères étrangers, des praticiens français sont à leurs côtés comme le docteur Cyrille Venet, chef du service de soins intensifs au CHU de Grenoble. « Oui, je suis là par solidarité, mais je ne suis pas seulement là par solidarité, je suis là aussi pour mon intérêt propre, parce que mon intérêt, c’est que je puisse hospitaliser des malades, et pour ça, j’ai besoin de lits, et il se trouve que les collègues font le même boulot que nous – tiennent les services, tiennent les consultations, tiennent les listes de garde – et ça va nous impacter, donc on ne tiendra pas. »
    Ces médecins, comme l’a rappelé le président Emmanuel Macron mardi lors de sa conférence de presse, « tiennent parfois à bout de bras les services de soins en France ». Ils sont en effet plusieurs milliers à exercer dans les hôpitaux français où ils représentent environ un quart des effectifs. Depuis le 1er janvier dernier, selon les syndicats, 2 000 à 3 000 médecins étrangers qui exercent dans des établissements français risquent d’être licenciés de leur poste faute de renouvellement de leur contrat.
    Depuis plus de 20 ans, la désertification médicale a conduit de nombreux établissements de santé à recruter des médecins diplômés en dehors de l’Union européenne (UE). Très mal rémunérés et précaires, ils pouvaient espérer obtenir une « autorisation de plein exercice » après une procédure complexe de plusieurs années.
    Un régime temporaire supprimé en décembre
    Ces praticiens diplômés hors UE doivent en principe passer un concours sélectif, appelé « épreuves de vérification des connaissances », puis suivre un parcours de consolidation de compétences de deux ans à l’hôpital, avant de voir leur dossier examiné en commission. Mais un régime dérogatoire a longtemps existé, permettant aux hôpitaux de recruter des non-lauréats sous divers statuts très précaires, rémunérés entre 1 500 et 2 200 euros net par mois.
    Ce régime temporaire, plusieurs fois prolongé, s’est définitivement éteint au 31 décembre 2023. Impossible aujourd’hui de renouveler leurs contrats. Ils devaient tous réussir les épreuves requises cette année pour continuer à exercer. « Sauf qu’avec 10 000 candidats au concours - dont une partie inscrits de l’étranger - pour 2 700 postes ouverts, c’est impossible », déplore Halim Bensaïdi.
    Le docteur Halim Abdelhalim Bensaïdi, est venu d’Algérie. Ce diabétologue travaille depuis 2019 en France, il est le vice-président de l’association Ipadecc, Intégration des praticiens à diplôme hors Union européenne."Mon contrat a expiré hier et je n’ai toujours pas de réponse pour [mon] renouvellement ! Le président de la République promet de nous régulariser, sauf qu’officiellement, on n’a pas de texte qui nous permet de continuer l’exercice de notre noble métier, qu’on exerce dignement depuis des années, regrette-t-il."Sur le terrain, on est 2 000 médecins qui ne sont pas régularisés jusqu’à ce jour, malgré le discours du président de la République. On se pose des questions sur notre sort : qu’est-ce qu’on va devenir demain ? Et pour certains qui ont été licenciés le 31 décembre, qui ont reçu des OQTF [Obligation de quitter le territoire français, ndlr], on se pose vraiment cette question du manque de personnel médical alors qu’aujourd’hui, en France, on licencie et on donne des OQTF à des médecins qui sont prêts à exercer leur métier. Des gens sont payés entre 1 400 et 2 000 euros, c’est juste indigne par rapport à leur dévouement total au sein des hôpitaux français."

    #Covid-19#migrant#migration#france#immigration#PADHUE#sante#regularisation#CHU#systemesante#OQTF#personneldesante

  • #Padova. L’appello-denuncia sul centro d’accoglienza temporaneo all’ex aeroporto Allegri
    https://www.meltingpot.org/2023/12/padova-lappello-denuncia-sul-centro-daccoglienza-temporaneo-allex-aeropo

    A settembre scorso la Prefettura di Padova ha allestito un centro temporaneo di prima #Accoglienza di persone migranti, per sopperire alla carenza di posti letto nei CAS locali. Il luogo scelto è l’Aeroporto Allegri, dove le persone sono alloggiate in container da quattro persone ciascuno (6x3x2.8 metri quadri). Inoltre, vi è un modulo separato per la mensa e uno per il bagno. Inizialmente, la Prefettura aveva chiesto alla Croce Rossa la disponibilità ad essere l’ente gestore. In seguito alla risposta negativa della CRI, che si è resa disponibile solo ad effettuare gli screening sanitari, la gestione è attualmente in (...)

    #Comunicati_stampa_e_appelli #Notizie #A_proposito_di_Accoglienza #Decreto_Piantedosi #DL_10_marzo_2023,n._20_Decreto_Cutro #Italia #Minori_e_Minori_Stranieri_Non_Accompagnati #Solidarietà_e_attivismo #Veneto

  • Briançon : appel à soutien au nouveau squat

    Un squat d’habitation à durée indéterminée a ouvert à Briançon ce lundi 7 août 2023 : le #Pado, pour répondre à un besoin d’hébergement dans le Briançonnais ; les structures d’accueil institutionnelles et associatives étant actuellement plus que pleines.
    Nous avons l’idée et l’espoir de pouvoir proposer un nouveau lieu d’habitation pour les personnes sans-pap, dans des conditions plus vivables, car le bâtiment est grand et fait pour accueillir beaucoup de monde.
    Pour l’instant nous n’avons ni l’eau ni l’élec car elles ont été coupées illégalement pendant une intervention coûteuse menée par la mairie, la police nationale et la société d’électricité EDSB, visant à détruire l’infrastructure électrique en amont du bâtiment. Ils ont choisi de rendre invivable le bât plutôt que de nous expulser, en nous forçant à vivre dans des conditions précaires pour qu’on abandonne cet endroit.
    Nous réaffirmons la pertinence d’initiatives en dehors du cadre institutionnel ou associatif, ceux-ci étant trop étroits pour répondre à l’ampleur et la complexité de la situation.

    https://fr.squat.net/tag/briancon

    #frontière_sud-alpine #Briançon #Hautes-Alpes #hébergement #squat #asile #migrations #réfugiés

    • Communiqué de presse de Tous Migrants, 13.12.2023

      Lundi 11 décembre, Mr. le Maire de Briançon signifiait aux occupants du bâtiment les Jeunes Pousses (dénommé le Pado), un arrêté relatif à l’évacuation du bâtiment dans les 36 heures, afin de soi-disant prévenir « un péril grave et imminent » que les occupants feraient courir au voisinage. Cette évacuation s’est opérée ce matin.

      Certes, les conditions d’habitation de ce bâtiment étaient très précaires, sans eau ni électricité dont la coupure en alimentation n’avait en réalité pour seul but que de rendre le lieu invivable pour ses habitants.

      Mais depuis 4 mois, l’occupation du bâtiment des Jeunes Pousses a permis d’accueillir les personnes exilées, en particulier après la fermeture temporaire du bâtiment accueillant le refuge solidaire pour cause de sur-occupation. Jusqu’à plus de 300 personnes ont pu y être hébergées alors que les autorités restaient sourdes à toute demande d’aide pour l’hébergement d’urgence de la part des associations gérant et soutenant le refuge solidaire.

      Il y a urgence à remettre la responsabilité de la situation sur les pouvoirs publics et à cesser de criminaliser la solidarité.

      Si le gouvernement et les pouvoirs publics locaux respectaient la dignité et les droits des personnes, ce squat n’aurait jamais existé, ni le refuge solidaire, ni les maraudes que nous menons avec Médecins du Monde et bien d’autres personnes dans nos montagnes, pour mettre d’autres personnes à l’abri et en sécurité.

      Notre Association Tous Migrants dénonce depuis 7 ans la politique dangereuse, illégale et barbare des gouvernements français et européens.

      Dangereuse, parce que cette politique est responsable de la mort de milliers de personnes en Méditerranée, de centaines de personnes à la frontière franco-britannique, d’une cinquantaine de personnes dans les Alpes dont 10 dans nos montagnes frontalières. Les 3 personnes qui ont perdu la vie depuis cet été sont mortes sur le territoire de la commune de Briançon : Moussa le 7 août, Mohamed le 14 octobre, Mahadi le 29 octobre.

      Cette politique est illégale, parce que les Briançonnais doivent savoir que dans les cas où les personnes exilées parviennent à contester en justice les refus d’entrée ou les obligations de quitter le territoire français, le tribunal administratif annule les décisions des préfectures et souligne que « la situation à la frontière franco-italienne ne peut justifier que les droits des personnes soient bafoués ».

      Cette politique anti migratoire est également barbare et lourde de conséquences pour nos sociétés.

      Parce que tendre des guets-apens et traquer les personnes exilées dans la montagne comme des bêtes sauvages et dangereuses, c’est de la barbarie.

      S’il n’y avait pas les maraudes, Refuges Solidaires et le Pado, les personnes exilées seraient contraintes comme à Calais, à Paris et dans bien d’autres villes de survivre dans la rue et dans les terrains vagues dans le dénuement le plus complet. Leur refuser l’accès à un toit et même à l’eau potable, comme c’était le cas à Briançon au Pado, c’est aussi de la barbarie.

      Refouler systématiquement les personnes à la frontière, parfois en les humiliant, déchirer leurs papiers et leurs maigres affaires, démanteler les campements de fortune en permanence à Calais et Paris et ailleurs, expulser des squats en plein hiver sans solution alternative, c’est de la barbarie.

      Ces politiques qui tentent de déshumaniser les personnes exilées alimentent et légitiment la xénophobie et le racisme, et constituent, comme l’histoire l’a trop souvent montré, un préalable aux pires exactions.

      Comme le disent nos amis de la Cimade, « il n’y a pas d’étrangers sur cette terre ». À l’heure des périls planétaires qui menacent, il est encore temps de choisir l’entraide et la coopération, plutôt que la domination et l’exploitation, de choisir l’humanité plutôt que la barbarie. C’est notre choix et celui d’une grande partie des habitants du Briançonnais et cela contribue à la fierté et à la renommée des Hautes-Alpes dans le monde entier.

      Désormais, ce n’est pas seulement pour son climat, son patrimoine et ses montagnes que les touristes viennent toujours plus nombreux dans notre région, mais aussi pour l’engagement concret de ses habitants en faveur d’un accueil digne des personnes exilées qui frappent à nos portes.

  • Paderborn : les évêques négligents face aux abus cloués au pilori Maurice Page - cath.ch

    Dans la crypte de la cathédrale de Paderborn, en Rhénanie-du-Nord-Westphalie, est posé un panneau avec le texte suivant : « Les archevêques inhumés ici ont commis pendant leur mandat, du point de vue actuel, de graves erreurs dans leur gestion des abus sexuels. Trop souvent, ils ont fait passer la protection et la réputation de l’institution et des coupables avant la souffrance des personnes touchées ». Le texte a été formulé par le chapitre métropolitain et adopté par la représentation des victimes a expliqué l’archevêché, au site katholisch.de .

    Le porte-parole des associations de victimes, Reinhold Harnisch, a déclaré que les responsables de l’archevêché avaient « rapidement » approuvé cette proposition. Selon lui, il y a toujours des membres du clergé à Paderborn qui occultent la thématique des abus et ne veulent pas en parler. C’est aussi pour cette raison que les représentants des victimes avaient demandé un panneau explicatif.


    La crypte de la cathédrale de Paderborn dans laquelle sont ensevelis les évêques | DR

    Le signe d’un dialogue
    L’archevêché prévoit en outre d’apposer un code QR qui mènera à un site Internet encore en cours d’élaboration. « Ce site Internet présentera non seulement les manquements des deux anciens archevêques de Paderborn, mais aussi des informations sur leur vie et leur œuvre », a déclaré une porte-parole de l’évêché. En combinaison avec le panneau d’information, cette solution est le « signe d’un bon dialogue » et une « forme appropriée de confrontation avec les fautes commises ». 
    Depuis 2020, deux historiennes ont mené une enquête sur les abus commis de 1941 à 2002, sous les épiscopats de Mgr Lorenz Jaeger et Mgr Johannes Joachim Degenhardt. Un premier résultat intermédiaire atteste que les anciens archevêques ont commis de graves erreurs dans leur gestion des auteurs d’abus, en protégeant les accusés et en manquant de sollicitude envers les victimes.

    Faut-il punir les morts ?
    La décision de l’archidiocèse de désigner ainsi nommément des coupables à tous les visiteurs de la crypte n’a pas manqué de faire bondir d’indignation certaines personnes. « Pilate avait rédigé un écriteau qu’il fit placer sur la croix ; il était écrit : ‘Jésus le Nazaréen, roi des Juifs’. (Jn,19,20) Cette association m’est inévitablement venue à l’esprit lorsque j’ai lu avec horreur la décision de poser cette prétendue plaque d’abus », écrit ainsi Sœur Anna Mirijam Kaschner, secrétaire générale de la Conférence des évêques des pays nordiques.

    « Comme les évêques sont soustraits à la justice séculière par leur mort, il faut bien les « punir » ultérieurement d’une manière ou d’une autre »
    Sœur Anna Mirijam Kaschner

    Pour la religieuse originaire de Paderborn, une démarche de clarification est peut-être utile, « mais une clarification n’implique-t-elle pas que les personnes accusées puissent s’expliquer, prendre position et demander pardon ? Tout cela n’est malheureusement pas possible pour les deux cardinaux. Et comme ils se sont soustraits à la justice séculière par leur mort, il faut bien les ‘punir’ ultérieurement d’une manière ou d’une autre – même si c’est par une ‘plaque d’abus’. »

    Une question de foi
    « On peut toutefois se demander pourquoi, en bonne logique, on ne trouve pas de telles plaques de culpabilité sur chaque tombe d’un père de famille pédophile, de chaque violeur, de chaque enseignant qui battait ses élèves il y a 50 ans et sur chaque tombe d’une mère qui a avorté un ou plusieurs enfants ? » poursuit Sœur Anna Mirijam. Les cimetières deviendrait des forêts de panneaux d’accusation.

    Pour la religieuse, il y a fondamentalement une question de foi chrétienne : « Je crois en un Dieu juste, qui ne jugera pas seulement les vivants, mais aussi les morts. Ainsi, le panneau des abus dans la crypte de la cathédrale de Paderborn, sur la tombe des deux cardinaux, n’est finalement rien d’autre qu’un signe d’une profonde incrédulité selon laquelle Dieu n’est précisément pas juste et ne demandera pas de comptes aux deux cardinaux. » Sœur Anna Mirijam appelle dès lors l’archidiocèse, le chapitre cathédral et chaque visiteur à reprendre en mains cette question.

    Prisonnière d’une Église coupable
    Le porte-parole du conseil des victimes auprès de la Conférence des évêques allemands, Johannes Norpoth, a réagi avec « une horreur sans nom » au commentaire de Sœur Anna Mirijam Kaschner. Dans une lettre ouverte, il lui reproche « non seulement l’ignorance de la recherche en la matière, mais aussi le manque d’approche sensible aux traumatismes des personnes touchées. Dans son texte, elle exprime une attitude « qui a conduit notre Église exactement là où elle se trouve actuellement : dans une crise existentielle ».

    « Sœur Anna-Mirijam est prisonnière du système de pouvoir de cette Église constituée de manière absolutiste ».
    Johannes Norpoth

    En tant que victime, Johannes Norpoth se dit consterné par les comparaisons et les relativisations qui se trouvent dans l’argumentation. Selon lui, le lien entre avortement et abus sexuels sur des enfants est faux et ne tient pas compte de la complexité de ces questions.

    Il rappelle en outre que les reproches formulés à l’encontre des évêques décédés de Paderborn ne sont pas de vagues suppositions ou des accusations unilatérales de victimes, mais des constatations issues de l’enquête diocésaine.

    « Abstenez-vous de tenir des propos aussi dénués d’empathie et de sens »
    Johannes Norpoth reproche à la religieuse d’être prisonnière « du système de pouvoir de cette Église constituée de manière absolutiste ». Son horreur est d’autant plus grande quand il sait que la secrétaire générale des évêques nordiques participera au synode mondial cet automne avec un droit de vote, contrairement aux victimes de violences sexuelles.

    Le représentant des victimes met en garde Sœur Anna Mirijam contre la poursuite du « système du mensonge » au sein de « l’organisation coupable qu’est l’Eglise » et contre le mépris qu’elle témoigne ainsi aux milliers de victimes de violences sexuelles. « Si vous ne pouvez pas reconnaître et accepter tout cela, accordez-moi au moins une requête : à l’avenir, abstenez-vous de tenir des propos aussi dénués d’empathie et de sens », conclut-il.

    L’archevêché ne veut pas de polémique
    Contacté par katholisch.de , l’archevêché de Paderborn n’a pas souhaité s’exprimer sur la polémique. « En règle générale, l’archevêché ne répond pas aux lettres ouvertes, aux lettres de lecteurs ou aux commentaires. Chacun et chacune peut et doit exprimer son opinion. Il y a des points de vue différents », a expliqué la porte-parole.

    A l’occasion de la célébration des festivités de saint Liboire (évêque du Mans au IVe siècle) patron de la cathédrale de Paderborn, l’administrateur diocésain Mgr Michael Bredeck a reconnu, le 23 juillet 2023, que la mise en place d’un panneau d’information dans la crypte épiscopale était controversée. « Mais nous sommes convaincus qu’elle est un signe important de dialogue, et ce délibérément dans la crypte, lieu où l’histoire, le présent et l’avenir de notre archevêché se rejoignent ». (cath.ch/katholisch.de/mp)

    #Abus_sexuels #archevêque #Cathédrale #Paderborn #Allemagne #pouvoir #église_catholique #religion #QR #crimes_sexuels

    Source : https://www.cath.ch/newsf/paderborn-les-eveques-negligents-face-aux-abus-cloues-au-pilori

    • 44 millions d’euros de bénéfice pour le diocèse allemand de Paderborn

      L’archidiocèse allemand de Paderborn a clôturé ses comptes 2015 avec un bénéfice de 44,2 millions d’euros. Ce montant représente une augmentation d’environ 3 millions d’euros (9%) par rapport à l’année précédente, a indiqué le diocèse le 25 octobre 2016.

      Les rentrées de l’impôt ecclésiastique se sont montées à 396 millions d’euros en augmentation de 20 millions d’euros. Les revenus totaux de l’archidiocèse ont atteint 514 millions d’euros. Quant à la fortune, elle se monte à 4,16 milliards d’euros . L’archidiocèse de Paderborn est ainsi le deuxième plus riche d’Allemagne après Munich (6,26 milliards) et devant Cologne (3,52 milliards).
      . . . . .
      L’archidiocèse de Paderborn en Rhénanie du Nord-Westphalie compte 1,55 million de catholiques sur une population globale de 4,8 mios d’habitants pour un territoire de 14’745 km2. Il regroupe 703 paroisses dans lesquelles sont actifs 1’711 agents pastoraux dont 683 prêtres. Il compte 19 écoles et 498 jardins d’enfants. (cath.ch-apic/kna/mp)

      #richesse #argent #fric #impôt_ecclésiastique #argent

      Source : https://www.cath.ch/newsf/44-millions-deuros-de-benefice-diocese-allemand-de-paderborn

  • Visual #design #rules you can safely follow every time
    https://anthonyhobday.com/sideprojects/saferules

    You do not have to follow these rules every time. If you have a good reason to break any of them, do. But they are #safe to follow every time.

    – Use near-black and near-white instead of pure black and white
    – Saturate your neutrals
    – Use high #contrast for important elements
    – Everything in your design should be deliberate
    – Optical #alignment is often better than mathematical alignment
    – Lower letter spacing and line height with larger #text. Raise them with smaller text
    – Container borders should contrast with both the container and the background
    – Everything should be aligned with something else
    #Colours in a palette should have distinct brightness values
    – If you saturate your neutrals you should use warm or cool colours, not both
    – Measurements should be mathematically related
    – Elements should go in order of visual weight
    – If you use a horizontal grid, use 12 columns
    #Spacing should go between points of high contrast
    – Closer elements should be lighter
    – Make drop shadow blur values double their distance values
    – Put simple on complex or complex on simple
    – Keep container colours within brightness limits
    – Make outer padding the same or more than inner padding
    – Keep body text at 16px or above
    – Use a line length around 70 characters
    – Make horizontal #padding twice the vertical padding in buttons
    – Use two #typefaces at most
    – Nest corners properly
    – Don’t put two hard divides next to each other

  • Immigration : l’impact limité de la carte de séjour « talent-professions médicales »
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2022/12/26/immigration-l-impact-limite-de-la-carte-de-sejour-talent-professions-medical

    Immigration : l’impact limité de la carte de séjour « talent-professions médicales »
    Le projet de loi sur l’immigration, présenté en conseil des ministres en janvier, crée un titre de séjour de quatre ans maximum pour les médecins diplômés hors Union européenne. La portée de cette mesure laisse dubitatives les associations de praticiens de santé.
    Par Soazig Le Nevé
    Publié hier à 14h00, mis à jour hier à 16h46
    C’est le volet immigration qualifiée du projet de loi « pour contrôler l’immigration et améliorer l’intégration », soumis par le gouvernement le 19 décembre au Conseil d’Etat, avant une présentation en conseil des ministres au mois de janvier. En créant une carte de séjour « talent-professions médicales et de la pharmacie », les ministres de l’intérieur et du travail, Gérald Darmanin et Olivier Dussopt, cherchent à donner des gages aux 5 000 praticiens de santé diplômés hors Union européenne (PADHUE) qui exercent dans des hôpitaux publics, dans des conditions précaires.
    Ces derniers mois, ces médecins, sages-femmes, chirurgiens-dentistes ou encore pharmaciens ont exprimé leur impatience lors de sit-in devant le ministère de la santé, alors que plus de 2 000 d’entre eux attendent, depuis près de deux ans, que leur dossier soit examiné par une commission nationale d’autorisation d’exercice. Face au retard, le gouvernement, dans un amendement au projet de loi de financement de la Sécurité sociale, a proposé de reporter au 30 avril 2023 la date limite de passage en commission, initialement arrêtée au 31 décembre 2022. (...)Les praticiens étrangers exercent à 70 % dans des déserts médicaux, estime Brahim Zazgad, président du syndicat d’union des praticiens diplômés hors Union européenne. (...)Deux cartes de séjour « talent-professions médicales et de la pharmacie » sont envisagées par le gouvernement, en fonction du statut du professionnel de santé : la première, d’une durée maximale de treize mois, est destinée au praticien étranger qui occupe un emploi pour une durée égale ou supérieure à un an au sein d’un établissement public ou privé à but non lucratif ; la seconde, d’une durée maximale de quatre ans, est attribuée à celui qui a passé avec succès les épreuves anonymes de vérification des connaissances fondamentales et pratiques (EVC), un concours qui constitue la première étape de la procédure d’autorisation d’exercice. « Pourquoi limiter à quatre ans au maximum la durée du titre de séjour quand on vise la continuité des soins ?, interroge Brahim Zazgad. L’hôpital public a besoin de nous. » (...) En pleine crise sanitaire, le concours des EVC de 2020 avait été reporté à 2021, puis l’absence de session en 2022 a aggravé « un énorme retard », corrobore Françoise Henry, présidente de l’association d’accueil aux médecins et personnels de santé réfugiés en France. (...) En cause, indiquent nos interlocuteurs, un manque de communication entre hôpitaux et ARS, mais aussi des remontées incomplètes des besoins, des ARS vers le ministère de la santé. Plus largement manque un véritable pilotage de la formation des praticiens de santé, depuis les écueils du numerus clausus, instauré en 1971 pour limiter l’entrée dans les études médicales. Malgré sa suppression en 2021, ce plafond annuel fixé par l’Etat pendant cinquante ans influence encore les effectifs de médecins actuellement en activité et qui le seront dans le futur.
    Selon Slim Bramli, « il faudrait 13 000 postes ouverts chaque année en médecine pour compenser les départs à la retraite ». « Les jeunes entrés en formation en France ne seront diplômés que dans dix ans. On a donc intérêt à recourir à des médecins déjà formés et qui viennent de pays francophones, qui peuvent exercer tout de suite, même si ce ne sont pas 2 000 médecins étrangers supplémentaires qui vont régler le problème », relève-t-il. Ce constat est confirmé dans une étude publiée en 2021 par la Drees, service statistique des ministères sociaux, qui estime qu’il faut augmenter de 20 % le nombre d’étudiants en médecine chaque année pour combler le creux qui s’amplifie, un taux non atteint en 2022, les capacités d’accueil n’ayant progressé que de 13 % en médecine. Soazig Le Nevé

    #Covid-19#migration#migrant#france#sante#politiquemigratoire#postcovid#PADHUE#immigration#medecinetranger

  • L’hôpital de Chauny s’inquiète de voir partir ses médecins étrangers après l’application d’une nouvelle réglementation Eric Henry
    https://france3-regions.francetvinfo.fr/hauts-de-france/aisne/l-hopital-de-chauny-s-inquiete-de-voir-partir-ses-medec

    La procédure d’autorisation d’exercice prévoit que les médecins ayant obtenus leurs diplômes en dehors de l’Union européenne doivent, dans certains cas, effectuer un parcours de consolidation des connaissances dans des centres hospitaliers universitaires. À Chauny, les organisations syndicales s’inquiètent de voir s’éloigner de nombreux médecins des hôpitaux de proximité.

    Laurence Mascoli, la secrétaire FO de l’hôpital de Chauny dans l’Aisne, ne cache pas son inquiétude. « Le directeur de l’établissement n’y peut rien, nous essayons de nous battre pour conserver notre offre de soins et nous avons le sentiment que tout est fait pour fermer des établissements comme le nôtre. » _Cible de son inquiétude le départ prévisible de médecins du service cardiologie.

    Quatre médecins du service de cardiologie de Chauny pourraient quitter l’établissement pour faire valider leurs diplômes dans un CHU Laurence Mascoli Secrétaire générale FO centre hospitalier de Chauny

    L’évolution réglementaire décidée en 2020 entre en application. Les médecins étrangers ayant obtenu leurs diplômes en dehors de l’Union européenne peuvent désormais être reconnus comme docteurs à part entière. Jusqu’à présent, ils font fonction d’internes dans les établissements où ils exercent. Une situation qui les contraint à une rémunération beaucoup moins intéressante que leurs homologues de l’Union européenne.

    Désormais, en effectuant un parcours de consolidation dans un centre hospitalier universitaire, leur statut deviendra plus attractif. « Un séjour d’une voire deux années dans un centre hospitalier universitaire leur est demandé pour leur permettre de quitter leur situation contractuelle » , explique Laurence Mascoli.

    Une nouvelle perspective intéressante pour ces praticiens, mais qui risque, selon la représentante FO, de laisser l’hôpital de Chauny dépourvu de cadres indispensables à son bon fonctionnement. « Dans tous les services, ces médecins diplômés hors Union européenne assurent la continuité de l’activité. Dès septembre, un médecin en cardiologie devra quitter Chauny pendant un an pour son parcours de consolidation, trois autres sont concernés. Comment les remplacer ? » _

    Le souhait que l’ARS fasse preuve de discernement dans l’application des textes
    Le maire de Chauny (divers centre) et président du conseil de surveillance de l’hôpital, Emmanuel Liévin, indique avoir été alerté du problème par la direction. « Effectivement c’est un sujet de préoccupation, je ne sais pas si c’est volontaire, mais en tout cas, ces décisions fragilisent encore les hôpitaux de proximité. »

    Emmanuel Liévin appelle la commission qui supervise la consolidation des compétences des praticiens à individualiser les parcours. « Dans de nombreux cas, ces médecins exercent depuis plusieurs années, voire plus d’une décennie. Leur demander subitement de passer une année ou plus en CHU pour prouver leur compétence me semble complétement disproportionné » . Le maire de Chauny demande donc à l’ARS de la souplesse et du cas par cas afin de limiter ces parcours de consolidation à quelques semaines lorsque cela suffit.

    La CGT santé et action sanitaire souligne par la voix de son secrétaire départemental Olivier Fenioux ,que l’évolution des PADHUE (praticiens diplômés hors Union européenne) était réclamée depuis longtemps. « La plupart de ces médecins sont exploités très clairement, leur traitement mensuel est de l’ordre de 1 500 euros, ils sont cantonnés aux tâches les plus ingrates, nous avons milité pour une meilleure reconnaissance de leur travail. »

    Le syndicaliste reconnaît que leurs absences vont poser de gros problèmes aux petits établissements hospitaliers où il évalue leur proportion dans le personnel médical à environ 70 %. Une situation inextricable dont la seule issue reste pour Olivier Fenioux l’augmentation des salaires et l’obligation pour le personnel médical nouvellement formé d’exercer pendant un temps limité dans les zones en tension.

    Le cas de ceux qui n’ont pas effectué l’évaluation des connaissances
    Laurent Schott, le directeur de l’hôpital de Chauny confirme l’existence de difficultés pour le parcours de consolidation des connaissances d’un certain nombre de médecins, mais il nuance une situation très complexe. « Les médecins hors union européenne ayant réussi l’évaluation des connaissances, même à l’étranger, pourront exercer dans des hôpitaux de proximité à la condition qu’un médecin de leur spécialité puisse les encadrer. En revanche, ceux qui n’ont pas effectué l’évaluation des connaissances devront effectivement se rendre en CHU parfois pour plusieurs années. »

    Je peux citer le cas d’un anesthésiste qui devra se rendre pendant 4 ans dans un centre hospitalier universitaire alors qu’il donne satisfaction depuis plusieurs années dans son hôpital, cela pose problème Laurent Schott directeur de l’hôpital de Chauny

    Laurent Schott salue toutefois la prise de conscience des pouvoirs publics pour régler un problème évident de conformité. « Certains médecins PADHUE ne pouvaient pas constater de décès ou signer un arrêt de travail car ils n’avaient pas la reconnaissance de l’ordre. La nouvelle réglementation vise à éliminer ces incohérences. »

    Les médecins PADHUE qui n’ont pas passé l’évaluation des connaissances devront donc se rendre pendant plusieurs années dans des hôpitaux universitaires pour posséder la maîtrise des différents domaines complexes de leurs spécialités. Le directeur de l’hôpital de Chauny souligne que ces hôpitaux universitaires risquent très vite de se retrouver submergés par l’arrivée de ces médecins diplômés hors Union européenne. « Est-ce que ces établissements auront les ressources humaines disponibles pour offrir à ces médecins l’encadrement professionnel nécessaire à leur parcours de consolidation des connaissances ? » , se demande Laurent Schott.

    Il plaide lui aussi pour une application raisonnable de la nouvelle réglementation. Elle peut parfois poser problème pour des médecins étrangers exerçant depuis longtemps en France, mais elle offre également, selon lui, un cadre général pour faciliter le recrutement à l’étranger de nouveaux médecins diplômés hors Union européenne.

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  • Les médecins étrangers inquiets des « lenteurs » de la procédure pour obtenir une autorisation d’exercice
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    Les médecins étrangers inquiets des « lenteurs » de la procédure pour obtenir une autorisation d’exercice
    Le Syndicat national des praticiens à diplôme hors UE a appelé à un rassemblement mardi devant le ministère de la santé. Les praticiens redoutent d’être prolongés dans un « statut précaire ».
    Par Camille Stromboni
    Publié aujourd’hui à 17h29, mis à jour à 18h27
    Cela fait plusieurs mois qu’ils alertent. Les médecins à diplôme étranger pointent désormais une « situation alarmante ». En particulier pour ceux d’entre eux qui attendent de se voir délivrer une autorisation de plein exercice en France, dans le cadre de l’une des principales procédures pour l’obtenir, sur dossier, qui doit s’achever au 31 décembre 2022.
    Un « retard considérable » a été accumulé par les agences régionales de santé et le centre national de gestion, chargés d’examiner les quelque 4 500 dossiers de praticiens à diplôme « hors Union européenne » (UE), dénonce le Syndicat national des praticiens à diplôme hors Union européenne (Snpadhue), qui appelait à un rassemblement, mardi 31 mai, devant le ministère de la santé. « Seuls 1 500 dossiers sont pour l’instant arrivés jusqu’au centre national de gestion, soutient Nefissa Lakhdara, secrétaire générale du Snpadhue. Nous refusons une prolongation de cette procédure après le 31 décembre, elle a déjà été allongée d’un an avec le Covid-19, les médecins veulent voir le bout du tunnel. Il n’est pas question d’être maintenus encore dans des statuts précaires, il faut mettre les moyens pour instruire tous les dossiers. »
    « Madame la ministre, les Padhue sont abattus », ont scandé quelques dizaines de praticiens réunis avenue de Ségur, à Paris, où des membres du cabinet de la nouvelle ministre de la santé et de la prévention, Brigitte Bourguignon, les ont reçus. Elle s’est engagée à « étudier toutes les voies possibles d’accélération du traitement des situations individuelles », rapporte le ministère.Exerçant sous différents statuts, les praticiens titulaires d’un diplôme venant d’un pays hors UE représentent un pan peu connu de l’hôpital, et pourtant crucial pour permettre à de nombreux services de tourner. La colère monte face à la « lenteur » de la procédure relevant du décret dit « stock », ouverte aux médecins étrangers ayant déjà exercé deux ans au moins dans un établissement de santé pour obtenir une autorisation d’exercice définitive, notamment par un examen de leurs dossiers par différentes commissions régionale et nationale.
    « Mon dossier n’est pas encore passé devant la commission nationale… si ça continue à traîner, mon diplôme ne sera pas validé, je n’aurais plus le droit d’exercer », s’inquiète Seif Zebouche, diplômé de médecine générale en Algérie, qui travaille depuis cinq ans aux urgences de l’hôpital de Montfermeil, en Seine-Saint-Denis. « Il faut aussi de la clarté sur les conditions pour valider, parce que pour l’instant, on ne demande pas la même chose à des médecins étrangers qui ont le même parcours, dit-il à propos des stages supplémentaires ou des formations demandées après l’examen du dossier. Pour l’instant, on reste complètement dans le flou, on ne sait pas ce qu’on va devoir faire. » Dans son service, qui comme beaucoup d’hôpitaux se prépare à un été difficile, ils sont 14 Padhue, sur 17 praticiens.

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  • Discovering Colonization, Decolonizing the ‘Discoveries’. by Giulia Dickmans
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    How the Padrão dos Descobrimentos can contribute to the decolonization of Lisbon’s memoryscape and Portugal’s internal process of restorative justice L’articolo Discovering Colonization, Decolonizing the ‘Discoveries’. by Giulia Dickmans sembra essere il primo su roots§routes.