• L"histoire tragique de la fondatrice du parti communiste austro-allemand qui a dénoncé ses frères au comité des activités antiaméricaines
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Fischer

    Après la mort de son conjoint en exile à Cuba l’ancienne militante ultra-gauche se mue en ardente anticommuniste.Sa défection et son ancienne collaboration provisoire avec Trotzky permettent au stalinistes de dénoncer le fondateur de l’armée rouge comme traitre anticommuniste.

    Ruth Fischer ging von einer Ermordung Maslows durch den sowjetischen Geheimdienst aus und begann nun ihren Feldzug gegen die Stalinisten. Ab 1944 gab sie das Nachrichtenbulletin The Network heraus, in dem sie über stalinistische Aktivitäten verschiedener Art berichtete. 1945 erhielt sie an der Universität Cambridge einen Forschungsauftrag zur Geschichte des Kommunismus. 1948 erschien ihr Buch Stalin and German Communism. Unter dem Decknamen Alice Miller war sie eine der Schlüsselfiguren der Geheimdienstorganisation „The Pond“.

    Dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten (HUAC), einem Ausschuss des Repräsentantenhauses, gegenüber bestätigte Ruth Fischer die Tätigkeit ihres Bruders Gerhart für KPD, Komintern und GPU und bezeichnete ihn als mitschuldig am Tode von Hugo Eberlein und Nikolai Bucharin. Ihren Bruder Hanns bezeichnete sie als „Kommunisten im philosophischen Sinn“. Bei der Verhandlung gegen Gerhart war sie Hauptzeugin der Anklage. In der Folge kam Gerhart Eisler in Haft, Hanns Eisler wurde ausgewiesen.

    Sous le nom Elfriede Gohlke elle figure sur la première liste de personnes déchues de la nationalité allemande par les nazis.

    .

    SISTER ELFRIEDE EISLER, now known as Ruth Fischer, testifies against her brother at Un-American hearings, calls him the “perfect terrorist type.” Formerly a Communist, she makes career of exposing Stalinist activities in U.S.

    The Lessons of the German Events, Pamphlet published by the Communist International in 1924

    Télécharger https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/The_Lessons_of_the_German_Events_%281924%29.djvu


    Stolperstein Andreasberger Straße 9, Berlin-Britz
    https://www.openstreetmap.org/node/12957128974


    en 1924

    Arkadi Maslow
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arkadi_Maslow

    #communisme #antifascisme #histoire #nazis #USA #anticommunise #Berlin #Britz #Andreasberger_Staße #parti_communiste #komintern

  • China : Bündnis mit Grenzen
    https://www.jungewelt.de/artikel/525757.china-b%C3%BCndnis-mit-grenzen.html

    Die Brutalität des Bürgerkriegs setzte sich nahtlos fort, als das Bündnis zwischen Guomindang und der KP Chinas zerbrach. Im April 1927 begann der Weiße Terror durch die Truppen Chiang Kai-sheks – massenhaft wurden, wie hier in Shanghai, Kommunisten exekutiert

    Les décennies de révoltes et de guerre civile sont aussi importantes pour l’identité politique du parti communiste chinois comme le siècle d’humiliation. Cet article est un condensé de l’histoire de la Chine et du parti communiste à de l’abdiction de l’empereur jusque l’an 1927, premier tournant dans l’histoire du parti.

    9.7.2026 Kai Köhler - Am 9. Juli 1926 begannen die Guomindang und die KP Chinas den Nordfeldzug. Er verbesserte die Ausgangsbedingungen für die Kommunisten. Das Zusammengehen mit den bürgerlichen Nationalisten musste aber an unterschiedlichen Zielen scheitern

    Das Thema dieses Beitrags ist erklärungsbedürftig. Wer überdurchschnittlich viel über chinesische Geschichte weiß, hat einen vagen Eindruck von der Zerrissenheit des Landes in den 1920er Jahren. Eine auch nur ungefähre Aufzählung der vielen Warlords, die kleine oder auch größere Teile des Landes kontrollierten, und ihrer zahlreichen Auseinandersetzungen vermag wohl fast niemand zu geben. Doch versteht man kaum die Bedeutung von Stabilität für das heutige China, wenn man nicht berücksichtigt, aus welchem Chaos heraus sie im Verlauf vieler Jahrzehnte erkämpft wurde.

    Der Nordfeldzug, der offiziell am 9. Juli 1926 begann und der knapp zwei Jahre später mit der Einnahme Beijings endete, ist im Verlauf dieser Ereignisse mehr als nur eine Episode. Die Guomindang wurde damit von einer nur regional herrschenden Partei zur dominanten Kraft in ­China. Unterstützt wurde sie dabei zunächst von der Kommunistischen Partei und sowjetischen Beratern; exemplarisch lassen sich hier Probleme der Bündnispolitik aufzeigen. Zudem überkreuzen sich Konflikte nationaler Befreiung, regionaler Besonderheiten und kolonialistischer Einmischung.

    Die Vorgeschichte

    Seit dem ersten Opiumkrieg (1839–1842) hatten imperialistische Mächte die politische und ökonomische Öffnung Chinas erzwungen. Schritt für Schritt wurde das Land auf den Status einer Halbkolonie herabgedrückt. In vielen wichtigen Städten gab es »Konzessionsgebiete« – Areale, in denen europäische Mächte, die USA und Japan ein rassistisches Regime ausübten. Das Scheitern der antikolonialistischen Yihetuan-Revolte 1900, hierzulande als »Boxeraufstand« bekannt, verschlimmerte die Situation. Die Interventionsmächte verübten Massaker, erzwangen weitere Handelsprivilegien und hohe Reparationszahlungen.

    Die kaiserliche Regierung sah sich damit vor kaum lösbare Probleme gestellt. Um sich behaupten zu können, musste das Land modernisiert werden; doch eben nur so viel, dass die Monarchie erhalten blieb. Für viele Han-Chinesen war die Mandschu-Dynastie keine glaubwürdige nationale Kraft, galt sie doch selbst als mongolische Fremdherrschaft. Und was fehlte, war angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen und politischen Außenbeziehungen Geld.

    All dies führte zum einen zur Schwächung der Zentralmacht; die Politik der Provinzen gewann an Bedeutung. Vor allem blieb eine durchgreifende Erneuerung aus. Reformen, die es durchaus gab, stärkten ein Bürgertum, das sich ausländische nationalistische Ideologien aneignete. In den letzten Jahren der Mandschu-Herrschaft gab es eine ganze Reihe von Aufständen, bis endlich 1911/12 eine Revolution gelang, das Kaisertum abgeschafft und eine Republik ausgerufen wurde.

    Wesentlicher Machtfaktor dabei war die Beiyang-Armee, der einzige nach westlichem Muster reformierte Großverband der chinesischen Streitkräfte. Ihr Kommandeur, Yuan Shikai, stellte sich auf die Seite der Revolutionäre, nachdem er die Zusicherung erhalten hatte, selbst Präsident zu werden. Im ersten chinesischen Parlament, das von Männern mit Besitztum – etwa fünf Prozent der Bevölkerung – gewählt wurde, gewannen zwar bürgerliche Nationalisten die Mehrheit. Doch putschte Yuan; die Macht, wie Mao Zedong nach einigen weiteren Bürgerkriegen formulieren sollte, kommt eben aus den Gewehrläufen. Die Guomindang wurde zur Oppositionspartei, Sun Yat-sen als ihre wichtigste Persönlichkeit floh ins Exil.

    Yuan Shikai scheiterte zwar mit seinem Vorhaben, sich selbst zum Kaiser auszurufen und eine neue Dynastie zu begründen. Doch schaffte er es, bis zu seinem frühen Tod 1916 die Macht auf sich zu konzentrieren. Dies gelang keinem seiner Nachfolger. In den folgenden gut zehn Jahren kämpften Warlords um die Vorherrschaft in China.

    Die Kriegsherren

    Manche dieser regionalen Herrscher waren ehemalige Beiyang-Offiziere. Bei anderen handelte es sich um Sozialaufsteiger. Zhang Zuolin zum Beispiel hatte in der späten Kaiserzeit seine Laufbahn als Bandit begonnen, war dann zu einer lokalen Miliz gewechselt, die Banditen bekämpfte, und hatte mit dieser Grundlage in den Wirren der Nachrevolutionszeit den gesamten Nordosten Chinas unter seine Kontrolle gebracht – ein Gebiet, das aufgrund seiner Randlage schwer angreifbar war.

    Es ist hier nicht möglich, die zahlreichen Konflikte und dauernden Bündniswechsel der Warlords auch nur aufzuzählen. Wichtig ist jedenfalls zum ersten, dass in gebirgigen und verkehrstechnisch noch kaum erschlossenen Provinzen wie Yunnan oder Sichuan Kleinkriege zwischen lokalen Akteuren stattfanden, während im Norden und in den Küstenprovinzen größere Herrschaftsgebiete entstanden. Doch waren diese Gebilde instabil und überdauerten meist nur wenige Jahre. Sobald eine Gruppierung übermächtig zu werden drohte, schlossen sich andere Warlords gegen sie zusammen.

    Bündniswechsel waren leicht zu bewerkstelligen, denn die Warlords kämpften für keine Ideologie. Dass es um nationale Einheit ging, glaubte man nicht einmal der Clique, die zufällig gerade Beijing und damit eine zivile Marionettenregierung kontrollierte. Familiäre Beziehungen oder Lehrer-Schüler-Verhältnisse aus Militärakademien konnten ein gewisses Maß an Loyalität nahelegen, aber im Zweifelsfall setzte sich das Eigeninteresse durch.

    Das galt auch für die Masse der Söldner, die an Geld und Beute Interesse hatten, aber an keinen Inhalten. Die Bürgerkriege brachten Elend über das Land und sorgten so für ihre Fortdauer: An verarmten Bauernsöhnen gab es keinen Mangel. Sichere Bezahlung und die Aussicht auf Plünderungen lockten, der Schlachtentod weniger: Im Ernstfall waren Rückzug oder gar Desertation zweckmäßig.

    Dessen ungeachtet intensivierten sich die Kämpfe in den gut zehn Jahren nach 1916. Im Krieg zwischen der Chihli- und der Anhui-Gruppe 1920 wurden drei Provinzen zur Kampfzone, während der Nordexpedition zwölf Provinzen. Dem entspricht eine quantitative und qualitative Aufrüstung. An den ersten Kämpfen nach Yuan Shikais Tod waren etwa 55.000 Soldaten beteiligt. 1926 war die Zahl auf 600.000 gestiegen, bis zum Ende des Nordfeldzugs zwei Jahre später auf 1,1 Millionen. Entsprechend weitete sich die einheimische Rüstungsproduktion aus, zum Beispiel von monatlich 1.200 Artilleriegranaten 1923 auf monatlich 96.000 Granaten 1928. Mitte der 1920er Jahre verfügte jeder einigermaßen bedeutende Warlord zumindest über eine eigene kleine Luftwaffe. Ein Straßennetz fehlte allerdings ebenso wie Kraftfahrzeuge, Kanonen mussten per Hand oder Lasttier gezogen werden, oft über Berge. Artilleristisch wichtig waren darum Panzerzüge, die über große Feuerkraft verfügten.

    All dies kostete Geld, und wiederum: Geld war nicht vorhanden. Selbst ein erfolgreicher Warlord wie Zhang Zuolin, dem in seinem isolierten mandschurischen Herrschaftsbereich um 1920 ein ökonomischer Aufbau gelungen war, kam an seine Grenze, als er auf dieser Basis in den Kampf um die Macht im ganzen China eintrat. Die Kriege kosteten so viel Geld, dass es auf eine Ausplünderung der jeweils beherrschten Gebiete hinauslief. Zuweilen mussten Bauern nicht nur die Steuern für das laufende, sondern auch für das folgende Jahr entrichten. Wenn danach der Machthaber gewechselt hatte, war dies natürlich kein Argument, nicht erneut zahlen zu müssen. Truppen, die nur unregelmäßig Sold erhielten, beschlagnahmten Teile der Ernte. Wenn überhaupt, wurde dafür in der Währung der regionalen Machthaber gezahlt, von der jeder wusste, dass sie nichts wert war.

    Die Gegenkräfte

    Die Guomindang richtete sich gegen ausländischen Kolonialismus und das destruktive Handeln der Warlords. Sie war für eine nationalistische Modernisierung. Genaueres lässt sich schwer sagen. Sie vertrat bürgerliche Händler, die unter den Privilegien der Fremden litten, aber mit denen Geschäfte machten. Ebenso vertrat sie ländliche Grundbesitzer, aber auch das Interesse der ganzen Nation, deren Angehörige mehrheitlich unter den Grundbesitzern litten. Ob und in welchem Maße die nationale Befreiung auch von sozialen Reformen begleitet sein müsse, war umstritten. Die Guomindang war also eine von Widersprüchen gekennzeichnete Partei und neigte zu Fraktionskämpfen, die nach dem Tod der Integrationsfigur Sun Yat-sen 1925 immer wieder bürgerkriegsartigen Charakter annahmen.

    Anders als in den Kriegen der Warlords ging es dabei jedoch stets auch um politische Fragen. Dies zeigt sich in der Frühgeschichte der Parteiarmee, die tatsächlich die Armee einer Partei sein sollte, also Mittel zu einem Zweck und nicht der Zweck selbst. Nach mehreren Fehlschlägen war es der Guomindang 1923 gelungen, ein Gebiet um Guangzhou zu sichern. Indessen war die Lage prekär, und ohne ausländische Hilfe ging es nicht. Die UdSSR bot Unterstützung an. Mit Hilfe sowjetischer Berater wurde nach dem Muster der roten Truppen aus dem russischen Bürgerkrieg eine Armee aufgebaut, die sich von den Streitkräften anderer chinesischer Kriegsparteien unterschied. Dies ging bis zur Einsetzung von Politkommissaren, die den militärischen Kommandeuren gleichgeordnet waren.

    Viele dieser Stellen waren von Kommunisten besetzt. Die chinesische KP war jung, und nach ihrer Gründung 1921 bestand sie aus wenigen hundert zumeist intellektuellen Mitgliedern. Die Komintern entschied, dass diese noch kleine Partei nicht nur ein Bündnis mit der Guomindang eingehen, sondern auch in ihren Strukturen mitarbeiten solle. So gab es zahlreiche Doppelmitgliedschaften, und Kommunisten waren auch in Leitungsgremien der Guomindang vertreten.

    Durch diese Wirkungsmöglichkeiten wurde die KP Chinas in dieser Phase zum ersten Mal zu einer ernstzunehmenden Kraft. Dabei blieben wichtige theoretische Fragen ungeklärt, die von großer praktischer Relevanz waren. Unstrittig ging es in China zunächst um eine nationale Befreiung, und die kleine bürgerliche Schicht war sogar noch weit von der Bedeutung entfernt, die sie im vorrevolutionären Russland gehabt hatte. Andererseits kann eine KP sich niemals damit begnügen, nur das Geschäft der jeweiligen nationalen Bourgeoisie zu betreiben, auch lag der ermutigende Erfolg in Russland erst wenige Jahre zurück. So war und blieb ungeklärt, wie weit die soziale Revolution innerhalb der nationalen Befreiung vorangetrieben werden sollte. Dies führte zu Widersprüchen, die bereits vor Beginn des Nordfeldzugs unübersehbar wurden.

    Konflikte im Vorfeld

    Militärisch ließ sich die Vorbereitung allerdings gut an. Zwei von sowjetischen Beratern geplante Kampagnen gegen lokale Warlords sicherten im Frühjahr und Herbst 1925 die Provinz Guangdong als Ausgangsbasis und brachten der Guomindang-Armee die Kampferfahrung, die gegen mächtigere Gegner unabdingbar war. Auch Kommunisten bewährten sich als Kämpfer und Politoffiziere. Zugleich konnten sie die notwendigen Träger organisieren.

    Nachdem britische Kolonialtruppen am 30. Mai 1925 in Shanghai das Feuer auf Demonstranten eröffnet hatten, kam es auch an anderen Orten zu Protesten gegen die Fremdherrschaft. Im Grundsatz waren sich KP und Guomindang in diesem Punkt einig. Dies galt auch, nachdem am 23. Juni britische und französische Truppen in Guangzhou mehr als fünfzig Demonstranten ermordeten. Die Folge war ein gegen die britische Kolonie Hongkong gerichteter Streik; die Wirtschaft Hongkongs war vom Hinterland abhängig und insbesondere vom nahen Guangzhou, einem Hauptpunkt des chinesischen Handels- und Industriekapitals.

    Das kommunistische Interesse lag darin, den Konflikt antiimperialistisch zuzuspitzen und zugleich das städtische Proletariat in eigenen Gewerkschaften – und zwar gegen die Korporationen der Guomindang – zu organisieren. Die bürgerlichen Bündnispartner hingegen hatten bei allem Nationalismus auch das einheimische Kapital im Blick, das trotz einiger Ausweichhäfen auf die Dauer unter dem Boykott von Hongkong litt. Zudem war eine Befreiung Chinas ohne die nötigen Finanzmittel nicht möglich. Ausreichende Einnahmen waren durch einen Streik erschwert, der mögliche Geldgeber finanziell belastete und zudem durch die Bezahlung der Streikenden vor allem kostete.

    Der wichtigste Offizier der Guomindang war Chiang Kai-shek, Kommandant der Whampoa-Militärakademie und somit als Lehrer Bezugspunkt der folgenden Generation von Offizieren. Chiang hatte 1923 drei Monate in Moskau verbracht und von dort das System der Politkommissare mitgebracht. Er galt als Vertreter des linken Flügels der Partei und wurde von den Warlords als »roter General« tituliert. Am 20. März 1926 putschte Chiang in Guangzhou. Seine Aktion richtete sich gegen links; zahlreiche Kommunisten wurden inhaftiert (unter ihnen Zhou Enlai, der Politchef von Whampoa), von ihnen kontrollierte Streikbüros geschlossen.

    Die Auseinandersetzung war eine vorläufige. Der von Chiang geplante Nordfeldzug war ohne sowjetische Unterstützung noch nicht durchzuführen. Die Verhafteten wurden freigelassen, die Streikkomitees arbeiteten bald wieder. Die KP verlor zwar ihre Positionen in der Whampoa-Akademie und in mehreren Armeeeinheiten, also im bewaffneten Apparat, konnte aber wieder innerhalb der Guomindang arbeiten. Auch der rechte Flügel der Partei wurde gerupft; so wurde der strikt antikommunistische Polizeichef von Guangzhou entlassen. Chiang Kai-shek hatte sich als Zentrist etabliert. Als Oberkommandierender der »Nationalrevolutionären Armee« gewann er eine zentrale Machtstellung; bald sollte sich die Frage stellen, ob die Partei eine Armee hatte oder umgekehrt die Armee eine Partei. Am 9. Juli 1926 übernahm er offiziell seine Funktion, wobei die Kämpfe schon zuvor begonnen hatten.

    Die erste Kriegsphase

    Zusammengefasst: Welche hauptsächlichen Kräfte gab es zu diesem Zeitpunkt? Die Guomindang hatte etwa 100.000 Mann unter Waffen: gut ausgebildet, zum großen Teil ideologisch motiviert, aber mit einem Mangel an schwerer Ausrüstung. Die drei mächtigsten Warlords verfügten zusammen über etwa die zehnfache Anzahl an Soldaten. Neben Zhang Zuolin im Nordosten handelt es sich um Wu Peifu, der die zentralen Provinzen Hunan und Hubei beherrschte, und Sun Chuanfang, der sich im Osten (Jiansu, Anhui, Jiangxi, Zhejiang, Fujian) festgesetzt hatte.

    Diese Überlegenheit wurde dadurch relativiert, dass jeder der drei an der Schwächung der je beiden anderen interessiert war und jedenfalls so lange möglichst wenig eigene Truppen opfern wollte, wie die Guomindang nicht als Bedrohung für das Gesamtsystem erkannt war. Der Plan für den Nordfeldzug sah zwar Vorstöße in das Gebiet von Wu und später Sun vor (Zhangs mandschurischer Machtbereich lag vorerst fernab), doch sollte Sun so lange wie möglich neutral gehalten werden.

    Ein weiterer Faktor waren die Kolonialmächte, die in wichtigen Städten an der Küste und am Jangtse-Fluss Konzessionsgebiete besaßen. Diese konnten leicht von Kämpfen betroffen werden; die Sorge vor ausländischen Interventionen – oder die Hoffnung darauf – bestimmten Strategie und Taktik der folgenden Jahre mit.

    Im Frühjahr 1926 waren die nördlichen Warlords vor allem mit der Bekämpfung der Gouminjun des Marschalls Feng Yuxiang beschäftigt. Wie die Guomindang, bekam auch Feng sowjetische Unterstützung und arbeitete bis 1927 mit Kommunisten zusammen; unter anderem war der junge Deng Xiaoping von der Komintern zu seiner Unterstützung entsandt. Feng stimmte seine Aktionen mit der Guomindang ab, jedenfalls bis der Nordfeldzug im Juni 1928 mit der Einnahme Beijings seinen Abschluss fand. Danach begann eine weitere Runde von Bürgerkriegen. Für Frühjahr und Sommer 1926 aber ist wichtig, dass sich Wu Peifu nicht auf die Provinz Hunan konzentrieren konnte, die an den Norden von Guangdong grenzte und das erste Angriffsziel des Nordfeldzugs wurde.

    Hier hatte sich bereits im Frühjahr Tang Shengzhi, der Kommandeur der stärksten von Wu in Hunan stationierten Divisionen, gegen den Gouverneur der Provinz gewandt. Tang erzielte anfangs Erfolge und wollte kein Bündnis mit auswärtigen Kräften, die wiederum ihn als Herrscher der Provinz einschränken würden. Als es aber Wu gelang, die Guominjun zurückzudrängen, und er seine Kräfte in Hunan verstärken konnte, geriet Tang in Bedrängnis. In dieser Lage entschied sich Tang für eine Zusammenarbeit mit der Guomindang und bald auch dafür, seine Division deren Truppen einzugliedern.

    Die Division wurde dabei zur »Armee« aufgewertet, mit entsprechender Beförderung Tangs. Dies zeigt ein Muster, das besonders in der ersten Phase des Nordfeldzugs von Bedeutung war: Karriereinteressen gegnerischer Truppenkommandeure wurden ausgenutzt, und eine gute Bezahlung konnte deren Interesse an einer nationalrevolutionären Befreiung durchaus befördern. Dabei nutzte die Guomindang regionale Sonderinteressen: Als sie von September 1926 an auch in die von Sun Chuanfang beherrschte Provinz Fujian vorstieß, halfen ebenso wie später in Zhejiang Ressentiments gegen nordchinesische »Fremde« dabei, Überläufer zu finden. In der letzten Phase des Nordfeldzugs, als bereits Beijing das unmittelbare Ziel war, kamen Seitenwechsel dann deutlich seltener vor.

    Doch zunächst zerstörten Seitenwechsler immer wieder die Pläne von Warlords für eine geregelte Verteidigung. Bereits am 11. Juli fiel Changsha, die Hauptstadt Hunans. Im August überschritten Truppen der Guomindang die Grenze nach Hubei. In zwei Schlachten Ende August an strategisch wichtigen Brückenübergängen verlor Wu einen Großteil seiner Armee. Während seine Truppen in der Hauptstadt Wuchang – heute Stadtteil von Wuhan – noch bis zum 10. Oktober einer Belagerung standhielten, scheiterte Wu schon Mitte September bei dem Versuch, im gebirgigen Norden Hubeis eine Verteidigungsstellung zu errichten. Er zog sich nach Henan weiter nördlich zurück; wenngleich er Teil eines Bündnisses gegen die Guomindang blieb, hatte er eine eigenständige Machtstellung eingebüßt.

    Als langwieriger erwies sich der Kampf gegen Sun Chuanfang. Auch hier setzte die Guomindang erfolgreich auf Widersprüche im Lager des Gegners. Einen Großteil seiner Armee verlor Sun durch Seitenwechsel oder Desertation. Doch verfügte er über einen harten Kern relativ gut ausgerüsteter Einheiten, die durch Disziplin und Hinrichtungen in den Kampf gezwungen wurden. So gelang es ihm eine Zeitlang, Rückschläge auszugleichen. Im letzten Septemberdrittel eroberte er den größten Teil von Jiangxi zurück. In der Provinzhauptstadt Nanchang ließ er Hunderte von wirklichen und vermeintlichen Guomindang-Sympathisanten hinrichten und die abgeschlagenen Köpfe ausstellen; ein Beispiel von vielen dafür, wie brutal die Bürgerkriege geführt wurden. Im Oktober brachte Sun eine Rebellion in der Provinz Zhejiang unter Kontrolle – freilich um den Preis, Kräfte aus Jiangxi abzuziehen und diese Provinz sowie die Küstenprovinz Fujian zu verlieren.

    Sun verblieben drei Provinzen und die Erkenntnis, den Gegner unterschätzt zu haben. Mit anderen Warlords schloss er daraufhin seine Kräfte zu einer »nationalen Befriedungsarmee« zusammen. Den Oberbefehl bekam Zhang Zuolin, der in seiner mandschurischen Position bislang keine Verluste erlitten hatte und nun in eine zentrale Machtposition rückte. Als es am 11. Dezember zu einer weiteren Rebellion gegen Sun in Zhejiang kam, war klar, dass es nun um diese Provinz und in der Folge um die Verfügung über Shanghai gehen würde.

    Politische Folgen

    Innerhalb weniger Monate hatte die Guomindang vier Provinzen neu unter ihre Kontrolle gebracht. Dies war zum einen möglich durch Ausbildung und ideologische Führung ihrer Truppen. Oft wurden diese als Befreier begrüßt; schon vor dem jeweiligen Einmarsch hatten mehrfach Kommunisten oder Guomindang-Mitglieder Kundschafterdienste geleistet oder Sabotageakte verübt. Die bäuerliche Bevölkerung sah, dass die Befreiungsarmee sich besser verhielt als die Soldateska zuvor. Die neuen Machthaber zahlten für Nahrungsmittel, statt zu plündern, und entlohnten Träger, statt sie als Sklaven zu behandeln und dann halbtot am Wege liegen zu lassen.

    Der rasche Erfolg war auch durch Verhandlungen mit Überläufern möglich gewesen. Dies aber bedrohte den Charakter der Truppe. Zwar bekamen auch die neu eingegliederten Armeen Politkommissare, doch qualifiziertes Personal war knapp, und die Übernahme des Systems blieb oft äußerlich. Die Erfolge gegen die Warlords warlordisierten die Truppe. Regionale Egoismen für einen nationalen Einigungskrieg auszunutzen, ermöglichte zwar zunächst Siege. Es führte aber auch nach der Einnahme Beijings 1928 zu neuen Spaltungen.

    Aus kommunistischer Sicht hatte sich das Bündnis mit der Guomindang, trotz aller Konflikte, als nützlich erwiesen. Die KP verfügte über eine Region, in der sie sich ohne Verfolgungsdruck aufbauen und politische Erfahrungen sammeln konnte. An der Whampoa-Akademie wurden Kader militärisch ausgebildet (im späteren Bürgerkrieg gegen die Guomindang standen sich Absolventen derselben Schule, teils desselben Jahrgangs gegenüber). Sie erwarben Praxis im Kampf und beeinflussten als Politkommissare zahlreiche Rekruten.

    Wu Peifu und Sun Chuanfang hatten alle Versuche von Arbeitern und Bauern, sich zu organisieren, brutal unterdrückt. In den befreiten Provinzen gab es für einige Monate die Möglichkeit, offen kommunistisch aufzutreten. In Changsha und der städtischen Agglomeration Wuhan organisierte die KP Gewerkschaften. Auf dem Land entstanden Bauernvereine. Vor Beginn des Nordfeldzugs verzeichneten die Kommunisten gut 43.000 Mitglieder ländlicher Assoziationen in Hunan, Hubei und Jiangxi; Ende 1926 seien es allein in Hunan und Hubei 1,5 Millionen gewesen. Auch wenn unter den Bedingungen des Krieges genaue Zahlen nicht zu haben waren und es an Kadern fehlte, um aus allen Beteiligten eine schlagkräftige Organisation zu formen: Mit Sicherheit hatten sich die Bedingungen des sozialen Kampfes verändert. Für Bauernpolitik in seiner Heimatprovinz Hunan war auch Mao Zedong zuständig.

    Die von Grundbesitzern unterdrückten, teils in großem Elend lebenden Bauern wollten Veränderungen sofort. An vielen Orten attackierten sie ihre Ausbeuter, an vielen Orten ermordeten von Grundbesitzern bezahlte Banden aufmüpfige Bauern. Es drohte ein Bürgerkrieg im Bürgerkrieg.

    Das bedeutete eine Gefahr für den weiteren Erfolg des Nordfeldzugs. Die Kommunisten konnten und wollten die Bauern nicht verraten und sahen zugleich, dass ein Bündnis mit der Guomindang weiterhin notwendig war. Deren Offiziere aber waren oft Söhne von Grundbesitzern, denen es nun an den Kragen ging. Der Punkt, an dem bürgerlich-nationale und proletarisch-bäuerliche sozialistische Revolution nicht mehr zusammengehen würden, rückte näher. Die Frage, wer daraus zuerst Konsequenzen ziehen würde, wurde dann 1927 beantwortet.

    #Chine #histoite #parti_communiste

  • La Havane, abandonnée face à l’embargo le plus dur de son histoire : reportage
    https://lvsl.fr/la-havane-abandonnee-face-a-lembargo-le-plus-dur-de-son-histoire-reportage

    Avec l’assèchement des exportations pétrolières vers #Cuba, l’embargo change de nature. La pénurie d’or noir paralyse désormais les transports, déstabilise le système électrique et grève la mince production de l’île. Tandis que l’horizon de La Havane s’assombrit, les États-Unis multiplient les menaces d’intervention militaire. Ils ont déjà remporté une victoire conséquente : le monde s’aligne désormais sur leurs sanctions, dirigées contre les entreprises qui échangent avec Cuba. Il n’en a pas toujours été ainsi : plusieurs décennies en amont, durant la « période spéciale » (qui fait suite à la chute de l’Union soviétique et à l’isolement de Cuba), investisseurs et gouvernements contournaient l’embargo américain. Pour imposer son respect, les États-Unis ont eu recours à un arsenal de mesures coercitives contre leurs (...)

    #International #L'Amérique_latine_en_question #communisme #embargo #impérialisme #Parti_communiste_cubain #Sanctions_financières

  • Les #maires de #Seine-Saint-Denis représentent-ils la population ?
    https://metropolitiques.eu/Les-maires-de-Seine-Saint-Denis-representent-ils-la-population.html

    Alors que des recherches montrent l’accentuation de la distance sociale qui sépare les élu·es des populations qu’ils doivent représenter, qu’en est-il dans le département populaire de Seine-Saint-Denis ? L’article souligne que ce sont majoritairement des hommes blancs des classes supérieures qui exercent le pouvoir politique. ---- À l’approche des #élections_municipales de mars 2026, la revue Métropolitiques a souhaité publier une série d’articles questionnant les enjeux socio-politiques de #Terrains

    / élections municipales, #banlieue, #quartiers_populaires, Seine-Saint-Denis, #ouvriers, #Parti_communiste, maires, #immigration, élus (...)

    #élus_locaux
    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-bacque-lafaye.pdf

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    https://metropolitiques.eu/Municipales-2026-quelle-representation-politique.html

    Alors que des recherches montrent l’accentuation de la distance sociale qui sépare les élu·es des populations qu’ils doivent représenter, qu’en est-il dans le département populaire de Seine-Saint-Denis ? L’article souligne que ce sont majoritairement des hommes blancs des classes supérieures qui exercent le pouvoir politique. ---- À l’approche des #élections_municipales de mars 2026, la revue Métropolitiques a souhaité publier une série d’articles questionnant les enjeux socio-politiques de #Terrains

    / élections municipales, #banlieue, #quartiers_populaires, Seine-Saint-Denis, #ouvriers, #Parti_communiste, maires, #immigration, élus (...)

    #élus_locaux
    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-bacque-lafaye.pdf

  • Retrouver une assise populaire de masse : les leçons de l’histoire du PCF
    https://lvsl.fr/assise-populaire-de-masse-apprendre-histoire-parti-communisme-francais

    Alors que la question de la reconquête des classes populaires est sur quasiment toutes les lèvres, le débat stratégique se réduit trop souvent à la simple question de la ligne #Politique à adopter. Suffit-il de tenir un bon discours pour rallier à nouveau les classes populaires à la gauche ? La sociologie établit que les classes […]

    #Jean_Quétier #Marx #Organisation #Parti_communiste_français #Parti_politique

  • #Jeannette_Jara : une « communiste » à la tête du #Chili ?
    https://lvsl.fr/jeannette-jara-une-communiste-a-la-tete-du-chili

    C’est dans la surprise générale que Jeannette Jara s’est imposée avec un score de 60 % (825 835 voix) lors de la primaire de la coalition « Unité pour le Chili ». Ancienne ministre du Travail et de la Protection sociale du gouvernement de #Gabriel_Boric, figure majeure de la gauche, elle se projette dans un duel avec […]

    #International #L'Amérique_latine_en_question #Gauche_chilienne #José_Antonio_Kast #néolibéralisme #Parti_communiste

  • Maos letzte Bastion
    http://www.xifanyang.com/2016/12/maos-letzte-bastion

    Dans son reportage de 2016 la journaliste d’origine chinoise Xifan Wang décrit un village communiste exemplaire dans la Chine capitaliste d’aujourd’hui. Rappelons qu’en Chine les villages ont la taill d’une ville de province européenne. Dans son article Nanjiecun est une sorte de Truman Show mis en scène par un Potemkine chinois aux orders du parti. Elle ne nous fait pasvrencintrer le.metteur en scène mais essaye de comprendre part du vrai et du faut à travers les récits de plusieurs habitants du village et de ses voisins.

    Dezember 2016 von Xifan Wang - Ganz China wird vom Kapitalismus beherrscht. Ganz China? Nein! Ein unbeugsames Maoisten-Dorf im Herzen des Landes leistet Widerstand. Aber: Kann es überhaupt einen richtigen Kommunismus im falschen geben?

    Abrupt verstummt die lärmende chinesische Gegenwart: keine Neonreklamen mehr, keine Autos, keine Shoppingmalls, keine Restaurants. Es ist Mittagszeit, und gerade eben, um Punkt 11.30 Uhr, haben Lautsprecher von den Dächern die Strophen des Propagandaklassikers „Mao ist unser Steuermann“ durch die Straßen gejagt. Mit Lebensmittelcoupons in den Händen trotten die Arbeiter aus den umliegenden Fabriken in die Volkskantinen, flanieren über den Dorfplatz, in dessen Mitte eine kalkweiße, neun Meter hohe Statue des Großen Vorsitzenden wacht, eingerahmt von einem gigantischen Regenbogentor mit leuchtenden Schriftzeichen: „Mögen die Gedanken Maos uns ewig den Weg bestrahlen.“

    China, das Boomland des Turbokapitalismus?

    Nicht hier in Nanjiecun, dem „Dorf der südlichen Straße“ in der Zentralprovinz Henan, gut 700 Kilometer südwestlich von Beijing. Zwischen staubiger Hochhauslandschaft, gleich hinter einer scharfen Kurve an der Nationalstraße G107, dämmert ein Örtchen vor sich hin, in dem das Leben in den 1970er Jahren stehen geblieben zu sein scheint: Kahle Flachbauten reihen sich entlang leerer Boulevards, über die sich vereinzelte Tuk-Tuks und Radfahrer schieben. Privat geführte Geschäfte findet man nicht; alle Bewohner arbeiten in Staatsbetrieben und werden jeden Morgen um 6.30 Uhr vom Revolutionsschlager „Der Osten ist rot“ geweckt; zum Feierabend erschallt das Lied „Der Sozialismus ist gut“. Neben der Mao-Statue auf dem Dorfplatz prangen auf überlebensgroßen Standporträts: Marx, Engels, Lenin und Stalin.

    Doch einer fehlt: Deng Xiaoping, der das Land in den 1980er Jahren mit seiner Politik der Öffnung auf einen neuen Weg gebracht hat – der hat hier offiziell nie existiert.

    Nanjiecun ist ein realsozialistisches Nimmerland, das letzte in China: Alle Häuser, alle Fabriken gehören der Gemeinde. Jeder der 3200 Bewohner hat Anspruch auf ein Rundum-sorglos-Leben: Miete, Essen, Schulgebühren, Arztkosten, alles zahlt der Staat.

    Ein rotes „Asterix-Dorf“, in einem Land, das seine sozialistischen Grundsätze längst über Bord geworfen hat.

    Wie geht das?

    1,4 Milliarden Chinesen marschieren Richtung Marktwirtschaft – und ein paar Tausend genau in die andere? Kann es das geben: einen richtigen Kommunismus im falschen? Echte linke Gesinnung inmitten von nur noch vorgetäuschter?

    EIN DIENSTAG MORGEN im Juli, vor dem Dorfhotel wartet der örtliche Propagandadirektor. Unser Telefonat war ungewöhnlich zuvorkommend gewesen: Anderswo in China schicken Provinzbehörden Spitzel oder Schläger, wenn ausländische Reporter sich ankündigen. In Nanjiecun schickte man einen Minibus mit Fahrer.

    Das Besuchsprogramm startet nach Plan: Wie von Geisterhand angeworfen, sprudelt in der Einfahrt ein rostiger Springbrunnen los. In der Lobby simulieren umherhuschende Servicedamen Geschäftigkeit. Der Teppich riecht nach nassem Hund. Andere Gäste sind nicht zu sehen. Umso präsenter ist der Große Vorsitzende. An der Wand: Mao-Poster. In der Vitrine: Mao-Postkarten, Mao-Broschen, Mao-Tassen. „Jeder will hier leben“, sagt Sheng Ganyu im fröhlichen Singsang-Dialekt der Region. Der Propagandachef ist Ende 40, ein Mann wie aus einem Schwarz-Weiß-Spionagefilm, mit Erich-Honecker-Brille und Föhnfrisur. Nanjiecun, sagt er, sei „ein Sehnsuchtsort für ganz China“.

    Die Erfolgsgeschichte, die das Dorf der Außenwelt verkauft, geht so: Im Rest der Volksrepublik wurde Staatseigentum an Privatleute übergeben, wuchsen Häuser immer höher in den Himmel, wurden die Bankkonten der Reichen immer voller. Zugleich krochen soziale Kälte und Ungleichheit in die Gesellschaft. Nur nicht in Nanjiecun – denn hier bestimmt weiterhin das Kollektiv. Hier siegt noch immer der Gruppengeist. Ein Fortschrittsutopia, ganz im Sinne des Großen Vorsitzenden.

    Dieser Sonderweg wurde schon früh in den 1980er Jahren beschritten, da war der Reformer Deng Xiaoping noch keine fünf Jahre im Amt. Deng stellte die maoistische Politik auf den Kopf: Öffnung statt Abschottung, Konsum statt Klassenkampf. All das habe damals zu Unmut in der Bevölkerung geführt, so lautet die offizielle Geschichtsschreibung in Nanjiecun. Löhne seien nicht ausbezahlt, Arbeiterrechte missachtet worden. Propagandadirektor Sheng sagt: „Unsere Massen wollten das Kollektiv zurück.“

    Ab 1984 schlug Nanjiecun unter der Führung seines jungen, entschlossenen Dorfchefs den Rückwärtssalto: Die Gemeinde übernahm allen Privatbesitz. Und machte wieder einen Plan.

    EIN SOLCHER ALLEINGANG ist eine Anomalie, ja, aber im politischen System Chinas auch kein Ding der Unmöglichkeit. Anders als oft vermutet wird, ist die Volksrepublik keine monolithische Diktatur: Das autoritäre Regime in Beijing ist pragmatisch genug, um hier und da im Land Ausnahmen zuzulassen – wenn es nützlich erscheint. So durften etwa, was der Öffentlichkeit lange verschwiegen wurde, die Bewohner einiger ausgewählter Kleinstädte in China jahrzehntelang zwei Kinder bekommen statt nur eines. Die Behörden wollten eine Alternative zur geltenden Ein-Kind-Regelung testen – ähnlich wie Forscher, die für Studien Kontrollgruppen heranziehen.

    Nanjiecun war von Beginn an ein Lieblingsexperiment der Parteilinken. Seit China sich wirtschaftlich öffnete, lieferten sich Deng-Kritiker immer wieder erbitterte Richtungskämpfe mit dem Reformflügel. Die kleine rote Bastion im Landesinneren kam da wie gerufen – konnte Nanjiecun doch von den Linken als lebender Beweis für die Überlegenheit der Planwirtschaft gefeiert werden. Und von den Reformern als Beweis dafür, dass sie die alten Werte nicht vollends verraten.

    Ökonomisch lief es erst einmal gut für das Dorf: Maos Tochter Li Ne und bekannte Führungspolitiker outeten sich als Fans, Banken boten großzügig Kredite an, die Zahl der ansässigen Fabriken stieg rasch von zwei auf 26 an. Insbesondere die scharf gewürzten Instantnudeln Marke „Nanjiecun Ramen“ und die Schokoladensnacks der dorfeigenen „Volksbetriebe“

    wurden landesweit zum Verkaufserfolg. Aufgrund der puristisch-planwirtschaftlichen Herstellung gewährte Beijing den Edelkommunisten sogar Wettbewerbsvorteile, so der Propagandadirektor: Zeitweilig durften Lastwagen aus Nanjiecun in die Hauptstadt fahren, ohne Maut zu zahlen.

    Zwischen 1989 und 1997 vervielfachte sich der Umsatz der Dorfbetriebe von 21 Millionen auf 1,6 Milliarden Yuan. Irgendwann stiegen sogar Investoren aus Japan und Großbritannien ein – die Schokosticks werden seither unter anderem von der britischen Supermarktkette Tesco verkauft.

    SHENG WINKT JETZT ein Buggy-Car mit roten Samtbezügen heran, eine Frau in Retro-Uniform steuert den Wagen. Routiniert wie ein Reiseleiter spult der Propagandachef die wichtigsten Stationen ab, das Dorfmuseum, die drei Supermärkte, den Erlebnispark mit der Eins-zu-eins-Kopie von MaosGeburtshaus.

    Das Highlight des ersten Nachmittags ist die „Glückssiedlung“: Alle 3200 Bewohner des Ortes leben hier in identischen Reihenapartments, ausgestattet mit den gleichen Möbeln, Fernsehern, Mao-Büsten und elektronischen Wanduhren mit Mao-Emblem. „Nur das Aquarium und die Fische habe ich selbst gekauft“, sagt eine grau melierte, gebückte Frau, die im Parterre in Wohnblock 15 die Tür öffnet.

    Die Modellbewohnerin heißt Wang Chunyu, ist 62 Jahre alt und lebt zusammen mit Mann, Sohn, Schwiegertochter und Enkelkind. Ihr Gehalt als Putzfrau in einer Kartonfabrik ist gering, etwa 75 Euro. Ihr Sohn und ihr Mann, Angestellte in einer Druckerei, bringen kaum mehr nach Hause. Dafür hat die Familie aber fast keine Ausgaben: Neben der Miete übernimmt der Staat auch Wasser-, Strom-, Gas- und Telefonkosten und zahlt ein monatliches Guthaben für Lebensmittel. Dazu bekommt jeder Einwohner 15 Kilogramm Mehl, für Feiertage gibt es Extrageld. Selbst die Hochzeit des Sohnes hat der Staat ausgerichtet: Einmal im Jahr veranstaltet das Dorf eine Gruppenhochzeit, am 1. Oktober, dem Jahrestag der Gründung der Volksrepublik.

    Auch Wangs Tochter, die ihrem Mann eine Zeit lang in den Nordosten des Landes gefolgt war, ist wieder heim ins Dorf gekommen. „Draußen war das Leben hart für sie“, erzählt Frau Wang. Draußen, das ist: Wettbewerb, Konkurrenz, Unsicherheit. „Hier in Nanjiecun haben wir keine Sorgen“, fährt sie mit eingeübter Erleichterung fort.

    Propagandadirektor Sheng sieht zufrieden aus. Er selbst ist einer von knapp 1000 Zugezogenen, die über die Jahre ins dörfliche Sozialsystem eingewandert sind. Neubewohner müssen dazu die „Drei-Gut-Kriterien“ erfüllen: gesund sein, ideologisch treu und berufserfahren.

    Sheng stammt ursprünglich aus einem Nachbarort. Nanjiecun erschien ihm als Insel der Glückseligen. 1994 sah er dann, wie der „Klassenführer“ im Fernsehen auftrat – so nennen die Dorfbewohner ehrfürchtig ihren Parteisekretär. Der „Klassenführer“ sagte, Nanjiecun sei eine große Familie. Nanjiecun suche Talente. Sheng packte seine Sachen.

    SEIT NUNMEHR 39 Jahren ist der Parteisekretär im Amt: Wang Hongbin, ein rundlicher, durchaus charismatischer Mann mit gutmütigem Buddha-Gesicht, die Hose zusammengehalten von einer Gürtelschnalle mit rotem Strass-Stern, an den Füßen militärgrüne Baumwollschlappen für zwei Euro.

    Der Dorfchef empfängt im Rathaus, einem braunen Betonkasten, am Ende eines menschenleeren Flurs. Der Sohn armer Schweinebauern, Jahrgang 1951, diente sich schnell in der Partei hoch, 1977, ein Jahr nach Maos Tod, übernahm er mit 24 Jahren das Ruder im Dorf. Und wurde zum Erfinder des Sonderwegs.

    Wang ist ein unerschütterlicher Altkommunist, der sich vom Zeitgeist nicht beirren lässt: Das Dorf verlässt er nur selten, alle fünf Jahre reist er nach Beijing zum Parteitag. Mit dem Wachstum der Hauptstadt sei er aber irgendwann nicht mehr mitgekommen, sagt er. Seit dem 15. Parteitag, also Ende der 1990er Jahre, gehe er nach dem Abendessen eigentlich immer gleich wieder zurück ins Hotel.

    Seine Tage verbringt er heute weitgehend ungestört zwischen Büchern, Mao-Devotionalien und Aktenstapeln. Nur gelegentlich reißt ihn der Uhu-Klingelton seines Klapphandys aus der Ruhe.

    „Die Chinesen vermissen Mao“, ist der Dorfchef überzeugt. Diesen starken Mann und seine Versprechen von Gleichheit und Solidarität. Denn das Leben in China ist kompliziert geworden: Der Kommunismus ist für Leute wie Wang bloß noch Etikettenschwindel. Die Korruption ist nicht einzudämmen. Jeder kämpft für sich allein.

    In Nanjiecun herrscht dagegen zumindest scheinbar noch so etwas wie heile Welt: Jung und Alt treffen sich nach der Schicht und singen im Park gemeinsam Revolutionslieder.

    Auch anderswo hat Mao in diesen Tagen wieder Konjunktur: Jährlich touren Millionen entlang der Schauplätze des Langen Marsches, jener Militäroperation, bei der der Große Vorsitzende seine Macht gefestigt hatte. Junge Großstädter flüchten sich vor Leistungsdruck in nostalgische Kommunen. Und selbst Präsident Xi Jinping greift in öffentlichen Reden immer öfter in die maoistische Rhetorikkiste, um Missstände der Moderne zu geißeln.

    Auch Dorfchef Wang ist nachdenklich. „Man kann schon der Ansicht sein, dass wir in China vom richtigen Pfad abgekommen sind. Viele denken bloß noch an Geld.“

    Ist das schon Systemkritik?

    Überhaupt nicht, Wang wiegt buddhahaft seinen Kopf hin und her. „Solange die Kommunistische Partei regiert, ist China ein kollektivistisch geführtes Land.“

    Aber außerhalb des Dorfes regiert doch der Raubtierkapitalismus? Ist Nanjiecun nicht die dorfgewordene Mahnung, was laut Propaganda sein sollte, aber nicht mehr ist?

    Der Klassenführer lächelt. Und schweigt.

    ZUM WESEN DES MYTHOS gehört es ja, dass er oft über die Wahrheit siegt: Lupenrein planwirtschaftlich geht es in Nanjiecun dann doch nicht zu. Auch die „Volksbetriebe“ betreiben kapitalistisches Marketing, um ihre Ware loszuwerden. Ein Großteil der Einnahmen, und damit auch der Sozialleistungen, wird ohnehin nicht von den Einheimischen, sondern von mindestens 5000 Leiharbeitern aus Nachbardörfern erwirtschaftet, die selbst keinerlei Ansprüche auf die Nanjiecuner Wohlfahrtsleistungen haben.

    Am zweiten Nachmittag meines Besuchs, als der Propagandachef beim Interview in der Nudelfabrik in der Sofaecke wegnickt, flüstert der dortige Geschäftsführer: Korruption, die gebe es schon auch in Nanjiecun. Kader, die hier mal eine Million Yuan abzweigen, dort eine. Die vom Gemeindegeld Luxuswohnungen in anderen Städten kaufen.

    Und schließlich sind da noch die maroden Dorffinanzen: 2008 hatte eine Zeitung enthüllt, dass das Wirtschaftswunder von Nanjiecun auf faulen staatlichen Krediten fußte. Nur dank eines Schuldenerlasses konnte der Bankrott noch abgewendet werden. Ob die Betriebe inzwischen rentabler arbeiten, darf zumindest bezweifelt werden.

    Wie geht das alles zusammen? Warum bricht der Mythos nicht unter der Beweislast der Realität zusammen? Dieser Frage kommt man nur näher, wenn man sie einem Experten stellt: dem Politikprofessor aus Xi’an zum Beispiel, der seinen Namen nicht gedruckt sehen will. Das Gelingen des Experiments von Nanjiecun sei ein wichtiges Symbol, sagt er: „Ein Beleg, dass die propagierte Planwirtschaft zumindest irgendwo im Land noch existiert und funktioniert. Natürlich ist China in der Praxis ein kapitalistisches System. Aber die Staatsideologie ist sozialistisch. Und die braucht zumindest eine solche Story.“

    Es ist vielleicht das Wesen eines „Sozialismus mit chinesischer Prägung“, dass diese nirgendwo näher definierte „chinesische Prägung“ offenbar alle Widersprüche aufzulösen vermag.

    Im Laufe meines Besuchs wächst schleichend der Verdacht, es hier mit einem Potemkinschen Dorf zu tun zu haben: Wo sind denn all jene jungen Leute, die an den Toren Nanjiecuns um Einlass bitten? Im „Rekrutierungsbüro“, wo sich angeblich jeden Tag Dutzende melden, sind sie jedenfalls nicht.

    Einige arbeiten in der Propagandaabteilung, der Herr Sheng vorsteht. Dort sind Lokalzeitung, Fernsehstation und Radiosender untergebracht, der Job seiner Mitarbeiter ist die „Gedankenerziehung“ der Bewohner. 5500 Exemplare der Lokalzeitung werden wöchentlich gedruckt, sagt Sheng, und „in alle Teile des Landes verschickt, an Arbeiter, Bauern, hochrangige Beamte und Gelehrte“. Liebhaberlektüre für Mao-Nostalgiker, wenn man so will.

    Gerade wird die nächste Ausgabe layoutet: Nanjiecuns Weizenlager hat seinen Bestand von acht auf 20 Tonnen steigern können, lautet eine Schlagzeile. Die Redakteurin, die an der Seite sitzt, trägt High Heels mit Leopardenmuster. Mit der Rechten hantiert sie am Computer herum, mit der Linken klickt sie sich durch ein Modeblog auf ihrem iPhone 5. Nach der Arbeit fahre sie zum Shoppen in die Mall der Kreisstadt, erzählt sie, oder treffe sich mit Freunden dort zum Karaoke.

    WIE VIELE JUNGE LEUTE gehen fort? Kaum jemand, behauptet Sheng. Allerdings sei der Kontakt mit der Außenwelt nicht immer zu vermeiden, räumt er ein. Manche infizierten sich dabei mit neuen Ideen. „Wollen Geld verdienen.“

    Für das, was dann folgt, hat der Klassenführer die Formel „9 + 1 = 0“ geprägt: neun Tage zu Hause, ein Tag draußen, schon ist das schöne rote Weltbild quasi auf null reduziert. „Aber sobald sie sich draußen die Kopfhaut blutig geschlagen haben, kommen sie oft reuig nach Hause geschlichen“, schiebt Sheng mit Genugtuung hinterher.

    Gleich hinter dem leuchtenden Regenbogentor, vor dem der Große Vorsitzende als Statue wacht, hört Nanjiecun auf und Zhuzhai beginnt, eine lebhafte Nachbargemeinde mit Imbisssalons und Internetcafés. Die meisten Menschen, die man hier antrifft, jobben in Nanjiecun. „Klar, die Sozialleistungen hätten wir auch gern“, heißt es hier. Vom roten Propagandakult aber zeigen sie sich unbeeindruckt. „Das mit Mao ist doch nur eine Show der Verwaltung“, meint einer.

    AM MEINEM LETZTEN MORGEN in Nanjiecun tröpfelt Sommerregen auf den Boulevard. Im Dorftheater probt die Schule eine Modelloper, so heißen die Propagandaschmonzetten, die Maos Ehefrau Jiang Qing während der Kulturrevolution aufführen ließ. Vorhang auf, Lautsprecher an. Eine Gruppe Mädchen in roten Trainingsanzügen marschiert auf die Bühne. Sie tanzen in Reih und Glied, wedeln synchron mit Plastikblumen. „Der Osten ist rot, die Sonne geht auf“, singen sie. „Wo es eine Kommunistische Partei gibt, hurra, da ist die Befreiung des Volkes.“

    In der Pause geht Qu Ying, 15, an die frische Luft. Ying besucht die 11. Klasse, der Vater führt beim Stück Regie, ihre Mutter ist Schauspielerin. Die weiteste Reise, die sie bislang unternommen hat, war ein Tagestrip in die Provinzhauptstadt. Die Hochhäuser, die vielen Geschäfte, das hat ihr gut gefallen. Noch schöner findet sie aber die Skyline von Shanghai, die ab und zu im Fernsehen gezeigt wird. Dort zur Universität gehen, „das ist mein Traum“. Was möchte sie denn studieren? Das Mädchen blickt zur Seite. Der Propagandadirektor telefoniert gerade. „ Internationale Wirtschaft“, schießt es aus ihr hervor. Kommt sie später wieder?

    Ying zuckt mit den Schultern.

    A propos de Xifan Wang
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Xifan_Yang?searchToken=8wq8q1s5ockr26j4bq9z7peeu

    #Chine #capitalisme #parti_communiste #propagande

  • L’ultime secret de l’abbé Pierre Le fantôme de Klaus Barbie, ou comment l’abbé a été classé « secret défense »
    https://www.off-investigation.fr/ultime-secret-de-abbe-pierre-le-fantome-de-klaus-barbie-ou-comment

    Exclusif. Après la révélation par la presse de ses nombreuses frasques sexuelles (il abusait de son statut d’icône morale pour agresser sexuellement des femmes), feu l’abbé Pierre est guetté par de nouvelles révélations. Elles concernent la période de l’occupation. Mais pourquoi diable le Parti Communiste Français détiendrait-il un dossier « secret » sur l’abbé Pierre ? C’est là en effet, la toute dernière piste vers laquelle s’oriente désormais une partie de la presse pour tenter d’éclairer le passé interdit de l’abbé Pierre, celui qui fut, 17 années durant, la personnalité préférée des Français. Une autorité morale il y a peu encore incontestable, une icône […]Lire la suite : L’ultime secret de l’abbé Pierre Le fantôme de Klaus Barbie, ou comment l’abbé a été classé « secret défense (...)

    #Enquêtes #Accès_libre

    • Pierre (Abbé) : « 28-30 ans – 1m70 –agent de la S.D. Lyon au service de KAMPF (adjoint de BARBIE) – cheveux noirs – corpulence moyenne – portait un béret basque ». (Ce n’est peut-être pas le célèbre Abbé PIERRE, mais celui-ci était de Lyon, et l’âge concorde… il y a là, à tout le moins, une équivoque que Me Vergès ne manquerait pas d’exploiter).

    • Ah oui effectivement rien de nouveau et ce n’est pas une investigation de Off Investigation : Bakchich avait déjà ressorti tout ça dans les années 2000. Impossible d’avoir la page d’origine complète dans la wayback machine, ça sort tout pété : https://web.archive.org/web/20070701022954/http://www.bakchich.info/article1298.html

      On oublie vite… 15 ans et faut déjà tout ressortir dans des nouveaux articles (archivage militant, archivage journalistique, toussa).

    • SD = service de sécurité de la SS (Sicherheitspolizei und Sicherheintsdienst, Sipo-SD)

      L’organigramme ci-dessous montre comment s’organise le SD au sein du RSHA :

      https://fr.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsdienst
      https://www.cheminsdememoire.gouv.fr/index.php/fr/la-sipo-sd

      Si l’Abwehr est un service classique de contre-espionnage, la lutte contre la Résistance et, en général, contre tous les adversaires idéologiques du Reich (communistes, francs-maçons, juifs, réfugiés politiques…) est confiée à la police secrète de campagne (Feldgendarmerie), à la police de sûreté du Reich et au service de sécurité de la SS (Sicherheitspolizei und Sicherheintsdienst, Sipo-SD). A partir de juin 1942, ces services sont placés sous l’autorité de Carl-Albrecht Oberg, le chef supérieur de la SS et de la police (Höherer SS- und Polizeiführer, HSSPF). Ne comptant pas plus de 2 500 individus pour toute la France, la Sipo-SD (souvent confondue, à tort, avec la Gestapo) obtint des résultats importants dans la lutte contre la Résistance. Elle arrêta 22 356 personnes entre janvier et septembre 1943, le rythme des arrestations s’intensifiant ensuite en 1944. Généralisant l’usage de la torture, la Sipo-SD pouvait compter également sur des auxiliaires français ("Gestapo française" de Bonny et Laffont) pour infiltrer les réseaux de Résistance. Elle fut également un acteur de la déportation des juifs de France.

    • Pourquoi Hernu et Mitterrand auraient détruit toute archive des activités de l’Abbé Pierre sous Vichy, voire couvert qu’il était un agent SD ?

      Combien des collaborateurs du régime de Vichy, blanchis comme Hernu arrêté après guerre puis inscrit quelques jours aux FFI histoire d’avoir son joker de résistant ?

      https://fr.wikipedia.org/wiki/Charles_Hernu

      À la Libération, Charles Hernu est arrêté en raison de ses activités comme délégué départemental à l’Information sociale. Il est emprisonné à la prison de Grenoble d’octobre 1944 jusqu’au début de l’année 1945 puis libéré sans jugement. Alors qu’il est détenu, Hernu fait l’objet d’une plainte déposée contre le « délégué départemental à l’information sociale » le 11 octobre 1944 par Léopold Wolberg, un fourreur juif de Grenoble dont deux des fils, Henri âgé de 14 ans et René âgé de 17 ans6, sont morts en déportation et dont le magasin avait été placé sous séquestre en vertu des lois antijuives. Le commerçant accuse Hernu d’avoir dévalisé son magasin muni d’une réquisition délivrée par la préfecture de l’Isère le 22 juin 1944. Interrogé par la police dans sa cellule, le futur ministre de la Défense nationale nie avoir occupé les lieux et dévalisé le magasin d’Arthur Wolberg, mais admet avoir demandé et obtenu sa réquisition alors que son propriétaire était pourchassé par les Allemands. Hernu est brièvement incorporé sous les drapeaux à sa sortie de prison dans un régiment homologué FFI avant d’être réformé. Son court passage dans ce régiment lui permet plus tard d’avancer un passé de résistant. Au milieu des années 1950, l’ancien collaborateur Georges Albertini utilise ces éléments pour distiller des informations sur le passé de l’intéressé, que celui-ci a constamment minorées ou niées. Bien que son fils, Patrice Hernu, ait prétendu plus tard que son père avait été totalement blanchi par un comité d’épuration après la guerre, aucun élément n’est jamais venu étayer cette assertion7.

  • Le Grand #Paris comme piège institutionnel
    https://metropolitiques.eu/Le-Grand-Paris-comme-piege-institutionnel.html

    Dans un ouvrage en guise de témoignage, l’ancien élu parisien communiste Pierre Mansat raconte et analyse la naissance de la Métropole du #Grand_Paris. Entre espoirs et désillusions réformatrices, retour sur une « dépossession démocratique ». Ma vie rouge raconte un piège, un piège institutionnel, qui se referme progressivement sur Pierre Mansat, coauteur et personnage principal de l’ouvrage. Il y relate son expérience de conseiller de Paris en charge des relations avec les collectivités d’Île-de-France, #Commentaires

    / #dépolitisation, #Parti_communiste, intercommunalité, #réforme, #inégalités, Paris, Grand (...)

    #intercommunalité
    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/lecouple.pdf

  • PCF : lutte des places à gauche

    https://journal.lutte-ouvriere.org/2023/04/12/pcf-lutte-des-places-gauche_609594.html

    Le #PCF a tenu son 39e congrès du 7 au 10 avril à Marseille. #Fabien_Roussel, réélu à sa tête, s’est fait remarquer en déclarant que « la #Nupes est dépassée » et qu’il faut rassembler la gauche jusqu’à #Bernard_Cazeneuve, l’ex-Premier ministre de Hollande.

    Il n’y a pas à s’étonner de la main tendue à un politicien qui a refusé l’alignement du PS derrière la Nupes initiée par #Mélenchon et qui se démarque du spectacle radical joué par les députés #LFI au Parlement.

    D’un côté, même si ce n’est guère que par son nom, le #Parti_communiste_français reste associé à la #lutte_des_classes et à la contestation du capitalisme. Malgré ses déboires électoraux successifs et la perte des municipalités qu’il a dirigées pendant des décennies, il conserve un réseau militant dans certains quartiers populaires et parmi les travailleurs, un réseau que n’ont pas les autres partis de la gauche gouvernementale. Il continue d’attirer à lui des femmes et des hommes, y compris des jeunes, pour qui « la lutte des classes est toujours une réalité » , pour reprendre les termes d’un sondage qu’il a commandé.

    Mais, de l’autre côté, la politique des dirigeants du PCF, depuis des décennies – en fait depuis les années 1930, où il a cessé d’être un parti révolutionnaire pour devenir un gardien de l’ordre social –, a toujours consisté à apporter leur soutien à un politicien bourgeois présentable en vue d’obtenir des ministères . Blum, De Gaulle, Mitterrand, Jospin : la liste est longue et le spectre politique très large. Quand le PCF avait une influence presque hégémonique dans la classe ouvrière, sa capacité à encadrer les travailleurs était le principal argument de ses dirigeants pour monnayer des postes de ministres. Leur participation au pouvoir s’est accompagnée de leur complicité dans les coups portés aux travailleurs, comme sous Mitterrand qui a mis en œuvre le blocage des salaires et laissé supprimer des centaines de milliers d’emplois, puis sous Jospin qui a privatisé en masse. Cette politique a fait chuter les voix du PCF, partir ses militants et baisser son influence, sans que ses dirigeants changent vraiment de politique.

    Quand l’ex-sénateur ­Mélenchon a rompu avec le PS, les dirigeants du PCF, sous l’égide de #Pierre_Laurent, l’ont aidé à créer le #Front_de_gauche, lancé lors des élections européennes de 2009. En 2017 après la création de La France insoumise (LFI), ils ont mis le dévouement de leurs militants au service de sa campagne présidentielle. Mais, à trop suivre Mélenchon, le PCF risquait de disparaître. En 2020, pour conserver des municipalités, il avait besoin d’alliances avec le PS. En 2022, pour sauvegarder l’existence indépendante de son appareil, Fabien Roussel a choisi de se présenter à la présidentielle. Puis, pour faire réélire ses députés, il a pris part à la Nupes, l’alliance électorale proposée par LFI pour les élections législatives de juin 2022. Aujourd’hui, pour ne pas tout parier sur l’alliance avec LFI, Fabien Roussel tend la main aux dissidents du PS, hostiles à #Olivier_Faure et à la Nupes.

    Sur le fond, tous ces politiciens sont bonnet blanc et blanc bonnet, selon une vieille formule du PCF. Sur le terrain du nationalisme ou du protectionnisme, les différences entre Roussel, Mélenchon ou Ruffin sont indiscernables . Sur le terrain de la sécurité, Roussel, qui est allé manifester derrière la police, aux côtés de Darmanin et Bardella en mai 2021, doit apprécier Cazeneuve, ancien ministre de l’Intérieur.

    Depuis des années, la politique du PCF se résume ainsi à ses tentatives de sauvegarder ses positions électorales face aux pressions de ses alliés , tout en se présentant toujours comme candidat à être un parti de gouvernement. Cela signifie en tout cas être « toujours prêt » à faire passer sous la table les revendications des travailleurs, comme on l’a vu quand le PCF a eu des ministres sous Mitterrand comme sous Jospin.

    Ce n’est pas au PCF, pas plus dans sa version Roussel que dans les précédentes, que les militants ouvriers et les jeunes, attirés par le langage « lutte de classe », la référence au communisme et l’envie de combattre le capitalisme, trouveront une réponse à leurs aspirations.

  • Sur la mobilisation contre la réforme des retraites.

    Le texte de l’introduction au Cercle Léon Trotsky du 10 mars 2023, par Jean-Pierre Mercier (vendredi 10 mars 2023). #conférenceLO #Lutte_Ouvrière

    https://videos.lutte-ouvriere.org/download/video/20230310-clt-chine-introduction-retraites-sd.mp4

    La journée de manifestations et de grèves du 7 mars a encore été très massive, preuve que la mobilisation contre le projet de Macron ne faiblit pas.

    Dans un certain nombre d’entreprises comme à la SNCF, ou dans plusieurs raffineries ou chez les éboueurs de Paris et dans d’autres grandes villes, les travailleurs ont décidé de continuer la grève. Et à côté de cela, il y a une multitude d’actions et de débrayages dans des entreprises. Toutes ces actions contribuent à maintenir la pression sur le gouvernement et le #grand_patronat. Eh bien, il n’y a pas le choix, il faut continuer !

    En opposition à cette mobilisation, les médias et le gouvernement mettent en avant le calendrier parlementaire.

    Après le cirque à l’Assemblée nationale où l’opposition et la majorité ont joué respectivement leur partition, c’est au tour du Sénat de faire son bla bla.

    Alors, à grand renfort de publicité, chaque article est voté avec une majorité finalement toute trouvée. Des sénateurs grassement payés, aux longues siestes digestives légendaires, au régime de retraite exceptionnellement généreux, viennent donc de voter l’article 7 qui vole 2 ans de vie à plus de 36 millions de travailleurs.

    Car bien sûr, il n’est pas question ici, de s’attaquer aux régimes très spéciaux des retraites chapeau des PDG des groupes du #CAC40 qui engloutissent des dizaines de millions € par an ou ceux des grands bourgeois qui n’ont de toute façon pas de retraite à prendre, passant toute leur vie à vivre sur le dos des travailleurs.

    Une fois votée au Sénat, le projet de loi repassera à l’Assemblée nationale. Le seul suspense consiste à savoir si le gouvernement trouvera une majorité ou sera contraint à dégainer le 49.3.
    La belle affaire !

    Le gouvernement espère que ce moment-là sonnera la fin de la mobilisation.

    Eh bien il dépendra aux millions de travailleurs d’en décider autrement car nous contestons le droit à ces parlementaires de décider de ci qui est bon ou mauvais pour les travailleurs !

    Quand on parle de la situation avec les travailleurs, de ce qu’il faudrait faire, ils nous disent souvent : il faut tout bloquer. Et dans la tête de bien des travailleurs, bloquer cela signifie en réalité, faire grève.

    Et faire grève cela coute cher. Les médias, tellement ils craignent que les travailleurs se mettent grève le rabâche constamment.

    Oui, c’est vrai que ça coûte cher mais quel prix nous payons en laissant passer les coups et les attaques ? Certainement beaucoup plus cher que de s’engager réellement dans la lutte.

    Et bien souvent, parce que les travailleurs ne se sentent pas encore la force et la détermination de se mettre eux-mêmes en grève, se limitent à exprimer leur soutien à ceux qui font grève, à ceux qui bloquent, parfois même en donnant de l’argent aux caisses de grève…

    Et bien ça ne suffit pas, et nous devons prendre le temps de nous expliquer avec nos camarades de travail sur ce sujet. Ne serait-ce que parce que le mot de « blocage » peut recouvrir des idées, des politiques bien différentes voire opposées.

    Du fait de leur position incontournable dans l’économie, les travailleurs ont la capacité de peser sur les évènements sociaux et politiques du pays car ils sont à la base du fonctionnement, du moindre rouage de la société.

    S’il arrêtent le travail, s’ils se mettent en grève, c’est la société tout entière qui s’arrête, comme cela a été le cas en 1936 et en 1968, où 5, 6, 8 millions de travailleurs ont cessé le travail, y compris dans les métiers et les catégories où il n’y avait jamais eu de grève auparavant.
    La #grève, la #grève_générale, c’est le moment où la colère, la détermination des travailleurs est telle que plus personne ne se pose la question de savoir si l’on a, ou non, les moyens de faire grève, où chacun connait et assume la difficulté, les sacrifices qu’implique le fait de perdre son salaire pour se battre. C’est dans ces moments que le monde du travail, dans son ensemble, est susceptible de peser réellement sur le cours des choses, tout simplement parce que la société ne peut pas fonctionner sans les travailleurs.

    C’est toute la différence qu’il y a – et le patronat et le gouvernement le savent bien – entre une grève qui se généralise et une grève par procuration, portée par une fraction du monde du travail, occupant une position stratégique dans l’économie, comme les #cheminots, les #routiers ou ceux des #raffineries, même avec le soutien massif de la majorité de la population. Soutenir ne suffira pas : il faudra tôt ou tard que la majorité des #travailleurs et notamment ceux des grandes entreprises industrielles du privé soient entraînés à leur tour dans la grève par ceux qui ont commencé la lutte.

    En réalité, chaque profession occupe une position stratégique dans une entreprise et chaque secteur d’activité occupe à lui tout seul une position stratégique dans le fonctionnement de l’économie.
    Mais la force des travailleurs elle réside dans son nombre. C’est quand la masse des travailleurs se mobilise, agit qu’elle devient puissante et peut tout changer.

    Oui, la seule voie possible pour espérer faire plier un gouvernement ou le grand patronat c’est quand la grande masse des travailleurs prends le chemin de la grève, d’une grève profonde, déterminée car à ce moment-là tout peut devenir possible.

    Bien sûr, une grève générale aurait pour conséquence immédiate de bloquer, de paralyser le fonctionnement de l’économie.

    Mais elle permet surtout de débloquer les travailleurs de leur poste de travail auquel ils sont enchaînés, prisonniers physiquement et même dans leur tête. La grève, elle libère les corps et l’esprit.

    C’est en se mettant en grève que les travailleurs peuvent occuper leur entreprise et jusqu’à contester la propriété privée patronale.
    Et ça, nos patrons en sont pleinement conscients, bien plus que la majorité des travailleurs. Et c’est cela qu’ils craignent plus que tout !
    Par exemple, cette semaine, la direction centrale de Stellantis a mis au chômage préventivement, les usines de Sochaux, Mulhouse, Rennes, Hordain, Poissy qui sont les grosses usines de production du groupe. Préventivement, pour que les travailleurs, à l’appel des équipes militantes, ne puissent même pas se réunir en Assemblée générale même sur le temps de pause. Et de telles fermetures préventives, sous les prétextes les plus bidons, ont eu lieu dans de nombreuses grandes usines du pays.

    Les patrons savent que le mécontentement est présent et ne veulent courir aucun risque ou tout simplement ne veulent pas simplifier la tâche des militants pour que la mobilisation démarre dans les usines.
    Alors cette semaine à Stellantis, c’est le patron qui a bloqué lui-même, volontairement, sa propre production.
    Ce ne sont pas les travailleurs qui bloquent l’économie, ce sont les capitalistes. Ce sont eux qui bloquent et sabotent l’économie, pas les travailleurs qui la font tourner.
    Ce sont les capitalistes qui bloquent les millions de travailleurs sans emploi qui sont en train de s’appauvrir au chômage et à qui Macron vient encore de supprimer des droits.

    Ce sont les capitalistes qui sont en train de bloquer des millions de jeunes et de moins jeunes travailleurs dans la précarité leur imposant les postes les plus durs et les plus mal payés.

    Ce sont les capitalistes qui bloquent les salaires face à une inflation galopante.

    Ce sont les capitalistes qui veulent nous bloquer deux ans de plus au boulot.

    Ce sont les capitalistes qui bloquent l’économie en la sabotant avec leur spéculation, leur rentabilité, leurs bénéfices, leurs dividendes.
    Ce sont les capitalistes qui bloquent l’économie avec leur sacrosainte propriété privée de leurs usines et de leurs banques.

    En tant que communistes révolutionnaires, notre objectif est que les travailleurs se débarrassent de ces parasites et de ces saboteurs, prennent en mains les rênes de la société, non pas pour la bloquer mais pour la réorganiser de fond en comble pour la faire tourner et satisfaire les besoins élémentaires de la population !
    Car il faut bien avoir conscience d’une chose : si la mobilisation actuelle contre l’attaque brutale de Macron sur les retraites est complètement légitime, ce que nous prépare la grande bourgeoisie au niveau international est d’une tout autre ampleur.

    Depuis un an, il y a la guerre en Ukraine, une guerre dont personne ne voit la fin à court terme. Une guerre où l’impérialisme américain a tout intérêt à ce qu’elle continue car cela lui permet de renforcer sa position économique en Europe.

    La guerre en Ukraine a accéléré la politique de chaque État occidental pour augmenter leur budget militaire dans des proportions jamais atteintes depuis bien longtemps. Les états-majors alertent les gouvernements sur le fait que les armées ne sont pas en état de faire une guerre « de haute intensité » comme ils disent, c’est-à-dire d’entrer véritablement dans une guerre, longue, coûteuse et terriblement meurtrière. Alors les États dégainent des dizaines, parfois des centaines de milliards pour réarmer, au plus grand profit des marchands de canon.
    Oui ils nous préparent tous la guerre !

    Et avant d’entrer en guerre réelle, c’est-à-dire militaire, le monde capitaliste et principalement les États les plus riches ont déjà commencé une autre guerre, la guerre économique mondiale.

    L’exposé de ce soir va être consacré à la politique de l’impérialisme américain vis-à-vis de la Chine. Mais la guerre économique se déroule également entre les Etats-Unis et les pays européens.

    Le monde capitaliste est en pleine crise économique. Tout peut basculer d’un jour à l’autre à la suite d’un krach boursier par exemple. Et tout ce que la bourgeoisie fera pour défendre ses profits et ses intérêts, soyez en sûrs, elle le fera avec la peau des travailleurs, sur le dos de toute la société.

    Dans la société capitaliste, tout est lié : aussi bien l’attaque de Macron contre les retraites que la crise économique et les menaces de guerre.
    Dans cette situation qui s’aggrave, ce qu’il y a de profondément positif dans la #mobilisation sur les #retraites, c’est cette capacité de la classe ouvrière à se mobiliser, à exprimer son opposition en comptant uniquement sur elle-même, en agissant en tant que classe, en faisant grève, en manifestant.

    Cela n’est pas suffisant ? oui, c’est vrai !

    Mais ce n’est qu’une bataille parmi d’autres dans la guerre de classe qui a le mérite de remuer les consciences, de faire en sorte que de très nombreux travailleurs se posent des questions sur ce qu’il faudrait faire pour faire plier #Macron, qui se posent des questions sur comment être plus nombreux en grève, en manifestation.

    Les périodes de mobilisations sociales ont cela de positif – et c’est entre autres pour cette raison que les patrons et leurs larbins politiques les craignent – que les travailleurs se posent mille et une questions sur tous les sujets de la vie sociale et politique : les vraies raisons de l’#augmentation_des_prix, quoi faire pour que les #salaires augmentent, que faire face aux menaces de guerre, bref mille et une questions sur le fonctionnement général de la société.

    Oui, c’est vrai aussi, notre camp social a du retard sur la bourgeoisie et son personnel politique, tant sur la conscience politique que sur la détermination à se battre et à défendre coûte que coûte ses intérêts.
    Mais ce retard peut se combler très vite. Parce que justement dans les périodes de mobilisation sociale, même limitées comme celle que nous vivons actuellement, on discute politique comme on n’avait pas discuté depuis longtemps. Alors cela laisse entrevoir comment, dans une période bien plus aigüe de #lutte_sociale, les consciences peuvent évoluer extrêmement vite.

    Alors, dès aujourd’hui, il faut mettre toutes les chances de notre côté, ne pas perdre de temps. Il faut être sur la brèche, ne laisser filer aucune occasion de discuter et de prendre contact, il faut sauter sur la moindre discussion, en ayant comme objectif de s’entourer d’un maximum de travailleurs qui se posent des questions et qui cherchent des réponses. C’est à ce prix que nous pourrons espérer avancer dans la construction du #parti_communiste_révolutionnaire qui sera indispensable pour l’emporter quand éclateront les grandes explosions sociales.

    Il faut effectuer ce travail militant en défendant inlassablement, contre vents et marées, la perspective de la lutte de classe, en gardant notre confiance inébranlable dans la capacité de la classe ouvrière à retrouver sa #combativité, son intelligence, sa #conscience_de_classe.

    En étant convaincu qu’elle saura le moment venu réécrire les plus belles pages de son histoire révolutionnaire, en débarrassant la société des tous ces #capitalistes qui ne savent nous préparer que la misère et la guerre.

    Alors camarades, bon courage dans ce travail militant et rendez-vous les 11 et 15 mars dans la rue, en grève et en manifestation.

    Vive la grève ! Vive la #classe_ouvrière !

    #communisme_révolutionnaire #lutte_de_classe #réforme_des_retraites

    • L’Intersyndicale, entre absence de détermination et recherche de compromis impossible
      https://tendanceclaire.org/breve.php?id=42790

      Ce manque de détermination s’est vu, par exemple, le 7 mars au matin, avant que toute la force de la classe ouvrière ne se soit déployée en ce jour historique, lorsque Laurent Berger s’est attaqué au slogan utilisé par un dirigeant de la fédération CGT de la pétrochimie de « mettre l’économie à genoux », discréditant, dans le même temps, toute tendance à la grève reconductible. « L’économie à genoux, ça veut dire nos emplois », a déclaré Laurent Berger, avant d’ajouter : « il est hors de question de le faire pour la CFDT, ça a toujours été très clair ». Une déclaration en phase avec la position de Olivier Dussopt, ministre du Travail qui avait expliqué la veille : « mettre l’économie à genoux, c’est en réalité mettre les travailleurs à genoux. C’est mettre ceux qui rencontrent déjà des difficultés dans des difficultés encore plus grande », avant d’ajouter que la mobilisation du 7 mars « ne change[ait] pas le caractère nécessaire de la réforme » pour réaffirmer la détermination du gouvernement.

      De son côté, Philippe Martinez, qui avant le 7 mars se gargarisait de la nécessité de généraliser les grèves reconductibles partout où c’était possible, ne s’est pas rendu sur un seul des piquets des secteurs en grève pour renforcer cette dynamique, choisissant dans la pratique de ne rien faire qui puisse mettre en péril l’unité de l’Intersyndicale.

      Cette attitude des deux principaux dirigeants syndicaux du mouvement actuel rappelle celle de toutes les bureaucraties syndicales lorsqu’elles sont contraintes d’aller au-delà de leurs souhaits. En 1926, alors que l’Angleterre entrait dans une grève générale et une confrontation ouverte entre les classes, Léon Trotsky s’exprimait ainsi sur la bureaucratie syndicale britannique de l’époque :

      « La puissance d’Etat n’est pas une idée, mais un appareil matériel. Si l’appareil d’administration et d’oppression est paralysé, la puissance d’Etat est paralysée également. Dans la société moderne, on ne peut pas dominer sans avoir en mains les chemins de fer, la navigation maritime, les postes et télégraphes, les stations de force électrique, le charbon, etc… Le fait que Macdonald [principal leader travailliste] et Thomas [leader syndicaliste et travailliste] repoussent tout but politique quelconque les caractérise eux-mêmes, mais ne caractérise en aucune façon Ia nature de la grève générale qui, si elle est menée jusqu’au bout, doit inévitablement placer la classe révolutionnaire devant la nécessité de l’organisation d’une nouvelle puissance d’Etat. Mais à cela s’opposent de toutes leurs forces précisément ceux qui ont été placés par le cours des événements à la tête de la grève générale. Et c’est en cela que consiste le danger principal. Des hommes qui ne veulent pas la grève générale, qui nient le caractère politique de la grève générale, qui ne redoutent rien tant que les conséquences d’une grève victorieuse, doivent inévitablement faire tous leurs efforts en vue de maintenir la grève dans les cadres d’une demi-grève semi-politique, c’est-à-dire, en fait, la priver de ses forces. Il faut voir les faits tels qu’ils sont. Les principaux efforts des chefs officiels du Labour Party et d’un nombre considérable des leaders syndicaux n’auront pas pour but de paralyser l’Etat bourgeois au moyen de la grève, mais, bien au contraire, de paralyser la grève générale au moyen de l’Etat bourgeois. » [3]

      Aujourd’hui, les déclarations et l’opposition absolue de Berger à tout appel à la grève reconductible, l’attitude suiviste de Martinez, la lettre de l’Intersyndicale à Macron exigeant un compromis impossible ainsi que la continuité des journées d’action isolées (parfois sans appel de l’Intersyndicale à la grève comme ce samedi 11 mars) dessinent une situation où nous nous trouvons dans le cadre d’une « demi-grève semi-politique », pour reprendre les termes de Trotsky, et ce malgré les énormes difficultés du gouvernement qui n’a jamais été autant sur la défensive dans l’application d’une contre-réforme. Et cela sans même que la France de 2023 soit jamais entrée dans une grève générale comme ce fut le cas en Angleterre en 1926. L’entière responsabilité en incombe aux dirigeants syndicaux.

      Et pourtant, la possibilité de gagner existe

      Cette semaine, Le Monde publiait un article du collectif de chercheurs Quantité critiqué, dans lequel le collectif présentait les résultats de son enquête sur l’opinion des actifs sur la réforme des retraites et sur leur participation au mouvement social. Cette enquête montre toutes les potentialités du mouvement actuel et sur lesquelles nous avons cherché à insister depuis le début du mouvement. Cette enquête montre ainsi « un rejet massif dans toutes les catégories d’actifs [qui] nourrit la mobilisation », un « refus massif [qui] envoie d’abord à un fait documenté depuis des années : la détérioration des conditions d’emploi et de travail ». En ce qui concerne les secteurs déjà mobilisés, les auteurs ajoutent que « si l’opposition à la réforme des retraites est massive dans tous les secteurs d’activité, tous les individus ne sont pas également armés pour se mobiliser. Les individus jusque-là mobilisés dans les grèves ou les manifestations (15 % des actifs) correspondent à une fraction spécifique des opposants, d’abord caractérisée par la proximité avec un syndicat. Davantage que la syndicalisation, c’est le lien avec les syndicats et le fait d’entretenir des relations de solidarité au travail qui apparaissent décisifs. L’isolement au travail joue ainsi un rôle ambivalent : s’il alimente l’opposition à la réforme, il constitue, dans le même temps, un frein à l’action. »

      Mais le plus intéressant de cette enquête est l’examen de cette « armée de réserve » qui pourrait se mobiliser : « Dans le secteur privé, ce sont en revanche surtout les ouvriers qualifiés, puis les agents de maîtrise et les employés, qui se sont les plus mobilisés. Elément inédit, les salariés de la sous-traitance affichent un niveau de mobilisation égal à celui du reste du salariat (15 %) et un fort potentiel de mobilisation, avec une forte proportion de personnes estimant pouvoir basculer dans l’action (20 %). » Le collectif conclue ainsi que « 15 % des actifs n’ont pas encore participé à la mobilisation mais se disent "prêts à le faire". Ce sont d’abord des jeunes (19 % des 18-24 ans), mais également ceux qui subissent les plus mauvaises conditions de travail et les plus grandes difficultés financières (16 % chez ceux qui en éprouvent tous les mois). »

      Nous insistons sur cette dimension depuis le début de ce grand mouvement social : la question stratégique centrale est de savoir comment mettre en action ces secteurs importants du mouvement de masse. Ces derniers sont plus éloignés des syndicats mais sont ceux qui rejettent le plus la réforme et qui, par ailleurs, souffrent des pires conditions de travail et craignent de perdre leur niveau de vie dans les mois à venir. Mais on peut en dire de même des jeunes, dont la plupart sont ultra précaires, comme l’a démontré l’explosion du recours au colis alimentaires du début de la crise Covid jusqu’à aujourd’hui. La stratégie de l’Intersyndicale de se limiter uniquement au retrait de la réforme et de ne pas élargir le champ des revendications aux questions ultra-sensibles des salaires et des conditions de travail empêche pour l’instant l’entrée massive de ces secteurs dans la mobilisation. Parallèlement, l’Intersyndicale cherche à ce que, si elle venait à se concrétiser, cette entrée en scène se fasse dans le cadre de journées pacifiques proposées par les dirigeants syndicaux, limitant d’emblée le caractère politique et explosif qu’aurait l’irruption des secteurs les plus exploités de la classe ouvrière.

      C’est ce dernier point que redoutent les dirigeants syndicaux qui ne parviennent pas à trouver une issue honorable au conflit. Laurent Berger s’est ainsi expliqué sur France Bleu Loire Océan jeudi 9 mars, observant dans les rangs des militants « une sorte d’incompréhension, de malaise et de colère qui commence à monter ». François Hommeril, président de la CFE-CGC ajoutait pour sa part que, dans les lieux de travail « la base est très en colère, le gouvernement mise sur une résignation et les gens le savent », se disant pour sa part « très inquiet » car la situation « peut vraiment dégénérer ». Un autre dirigeant syndical soulignait pour sa part : « On tient pour l’instant mais beaucoup de copains veulent en découdre, quand on écrit au chef de l’Etat que la situation pourrait devenir explosive, ce n’est pas une blague [4]. »

      Malheureusement, du fait de la stratégie défaitiste de Berger et Martinez, à laquelle Jean-Luc Mélenchon a également adhéré malgré les mises en scène parlementaire de ses troupes, le risque est que tout ceci finisse par s’essouffler. Pour reprendre Trotsky,« en enlevant à la grève son programme politique, les réformistes sapent la volonté révolutionnaire du prolétariat, mènent le mouvement dans une impasse et obligent ainsi les différentes catégories ouvrières à mener des combats isolés... Tel est le danger principal de la lutte actuelle [5]. »

      Depuis Révolution Permanente, à travers le Réseau pour la Grève Générale qui se prépare à organiser un grand meeting de la grève ce lundi 13 mars à la Bourse du travail à Paris avec certains des principaux secteurs en grève, nous nous opposons consciemment à cette stratégie de l’Intersyndicale. Nous luttons pour tous les éléments qui vont dans le sens de l’auto-organisation, de l’auto-activité et de la coordination des grévistes, en cherchant à créer des liens et en élaborant un programme offensif qui fasse écho aux sentiments des secteurs les plus exploités, en créant un petit pôle qui se bat pour imposer à la direction actuelle du mouvement une autre perspective que celle qui mène à la défaite.

      Comme le dit justement un des référents du réseau, dirigeant syndical CGT dans la principale raffinerie de France, au Havre, relayé par Mediapart : « Au micro, Alexis Antonioli, secrétaire général de la CGT de la raffinerie, appelle aussi à reconduire la grève. Il annonce, comme au niveau national, plus de 70 % de grévistes. Mais l’arrêt complet des installations – pour lequel il faut compter un délai de cinq jours de "mise en sécurité" – n’est pas encore à l’ordre du jour. Pour l’heure, il s’agit seulement d’assurer le service minimum dans la raffinerie. Et le délégué syndical de tacler la stratégie de l’intersyndicale, jugée trop molle : "Leur calendrier avec des dates saute-moutons, 24 heures toutes les deux semaines, c’est la stratégie de la défaite… Si on envisage de se mettre quinze jours, trois semaines en grève, ce n’est pas juste pour obtenir le statu quo, c’est pour aller plus loin et reconquérir la retraite à 60 piges, avec 55 ans pour les métiers pénibles." Applaudissements nourris [6]. »

      Sans aucune ambiguïté, nous affirmons que, contrairement à ce que défend l’Intersyndicale, nous devrons bloquer le pays et construire la grève générale pour gagner. Mais pour que la victoire devienne une réalité et que nous puissions lutter jusqu’au bout, nous devons gagner les masses au fait de rejoindre les secteurs stratégiques, sur un programme offensif commun. C’est le seul moyen de vaincre Macron et sa contre-réforme.

  • Les révolutionnaires et les élections (#conférenceLO, 21 février 2016)

    https://www.lutte-ouvriere.org/publications/brochures/les-revolutionnaires-et-les-elections-65850.html

    Sommaire :

    Les longs débuts du #suffrage_universel en France
    – La #Révolution_française, une première tentative
    – Le suffrage universel, mis en œuvre par les révolutionnaires de #1848
    – La #Commune_de_Paris, un pouvoir démocratique
    – La #République_parlementaire installée sur les ruines de la Commune de Paris
    – De nombreuses restrictions au suffrage universel

    Le développement des #partis_ouvriers socialistes de la 2ème Internationale
    – En #France, plusieurs partis socialistes et différentes tactiques électorales
    – Avec la #grève_de_Decazeville, la formation d’un groupe socialiste au Parlement
    – Contre la participation d’un ministre socialiste à un gouvernement bourgeois
    – Le #parti_social-démocrate en Allemagne et la montée de l’influence électorale
    – L’expérience de la social-démocratie russe - Le #parti_bolchevik

    Le #Parti_communiste et ses élus dans les années 1920
    – Des législatives de 1924…
    – … aux municipales de 1925, « semer l’idée communiste »
    #Lutte_Ouvrière et les élections
    – Un courant communiste révolutionnaire
    – Le suffrage universel, toujours bien encadré
    – Faire entendre le camp des travailleurs
    – Construire le #parti_révolutionnaire

    Annexe

    #social-démocratie #révolution_sociale #communisme #démocratie_bourgeoise #communisme_révolutionnaire #LO
    #démocratie_ouvrière #élection #électoralisme #PCF

  • Le jeune parti communiste : du combat pour créer un parti révolutionnaire au stalinisme

    https://www.lutte-ouvriere.org/publications/brochures/le-jeune-parti-communiste-du-combat-pour-creer-un-parti-revolutionna

    12 février 2021 #conferenceLO #archiveLO

    Sommaire :

    Avant le congrès de Tours  : des années décisives
    – La guerre accélératrice et révélatrice
    #Zimmerwald et ses clivages
    – La #révolution_russe et la vague révolutionnaire en Europe
    #Grèves en France en 1919
    – Les révolutionnaires, divisés et dispersés dans la #SFIO et dans la #CGT
    – 1920 : la grève du chemin de fer et ses conséquences politiques
    – Deuxième congrès de l’IC
    – Le #congrès_de_Tours

    1921-1924  : la lutte pour transformer le parti
    – Les interventions de Trotsky et des dirigeants de l’#IC
    – La question syndicale  : l’ISR et la #CGT-U
    – La #grève_du_Havre
    – Le reflux et le front unique
    – La crise dans le parti et le départ de #Frossard
    – L’#occupation_de_la_Ruhr, la politique antimilitariste et anticoloniale du PCF
    – Des femmes et des hommes engagés et dévoués
    – Janvier 1924  : une transformation inachevée

    La «  bolchevisation  » et le #stalinisme
    – La montée de la #bureaucratie en Union soviétique
    – La chasse aux soutiens de #Trotsky
    – La «  #bolchevisation  » du parti
    – Un langage encore révolutionnaire
    – La campagne contre la #guerre_du_Rif
    – Des zigzags politiques permanents
    – Un parti ouvrier réprimé
    – Dix ans après le congrès de Tours, un parti stalinien

    Conclusion

    #parti_communiste

  • 4 - 11 février 1945, la conférence de Yalta : peur de la révolution et partage du monde

    https://journal.lutte-ouvriere.org/2015/02/18/fevrier-1945-la-conference-de-yalta-peur-de-la-revolution-et

    Du 4 au 11 février 1945, le président américain Roosevelt, le Premier ministre britannique Winston Churchill et le dirigeant de l’URSS Staline se réunissaient à Yalta, en Crimée, alors que la fin de la guerre était proche, pour décider du sort de l’Europe. Ce ne fut qu’une des conférences qui jalonnèrent la guerre, après celle de Téhéran en novembre 1943, et avant celle de Potsdam en juillet 1945, sans compter les multiples rencontres bilatérales, ou tripartites, entre chefs d’État ou ministres. Mais Yalta allait rester le symbole d’un accord de partage du monde.

    L’entente entre ces #Alliés contre l’#Allemagne était une collaboration non seulement pour gagner la guerre, mais aussi pour s’opposer à tout mouvement révolutionnaire. Ils n’avaient pas oublié que de la Première Guerre mondiale était sortie une révolution qui, partie de la Russie en 1917, avait ébranlé le monde.

    Alliés… contre le danger d’explosion révolutionnaire

    Les représentants de l’#impérialisme, en la personne de #Roosevelt et de #Churchill, se méfiaient de #Staline. Il était certes un dictateur, ce qui ne pouvait que les rassurer, à la tête d’un État gangrené par la #bureaucratie dont il était le représentant. Mais cet État était issu d’une révolution ouvrière, celle d’octobre 1917. Et si les travailleurs russes n’avaient plus le pouvoir politique en #URSS, l’économie, elle, restait collectivisée. De ce fait, les représentants américains et anglais de l’impérialisme n’auraient pas vu d’un mauvais œil que l’URSS soit vaincue par Hitler. Mais il n’en fut pas ainsi.

    Roosevelt et Churchill durent donc collaborer avec un allié dont la fidélité ne leur paraissait pas assurée. En réalité, Staline était tout autant qu’eux décidé à éviter l’explosion d’une révolution en Europe. Celle-ci aurait pu secouer la #classe_ouvrière soviétique, lui donner l’envie et la force de renverser le #régime_bureaucratique de Staline. Mais celui-ci n’en dut pas moins prouver aux Alliés impérialistes sa volonté de maintenir l’ordre établi.

    La crainte d’une révolution engendrée par la guerre, la misère et l’instabilité, conséquence de la destruction des appareils d’État, n’était pas seulement fondée sur le souvenir des révolutions passées, mais sur les événements révolutionnaires qui agitaient alors l’Italie et la Grèce.

    Italie, Grèce, Allemagne, la peur de révoltes ouvrières

    En Italie, dès le début du mois de mars 1943, en plein conflit mondial, et alors que #Mussolini était au pouvoir depuis vingt et un ans, une #grève contre la vie chère, partie de l’usine #Fiat de #Turin, s’étendit aux autres villes industrielles, du nord jusqu’au sud du pays. Au total, 300 000 ouvriers firent grève contre les bas salaires, mais aussi et surtout parce qu’ils en avaient assez de la guerre et de la dictature. Cette vague de grèves allait contribuer à l’écroulement du régime de Mussolini, et réveiller l’espoir des opprimés.

    Cette agitation, dans laquelle la classe ouvrière joua un rôle prépondérant, continua après le débarquement des troupes anglo-américaines en juillet 1943, après l’arrestation de Mussolini et la mise en place d’un nouveau régime qui ressemblait beaucoup à l’ancien.

    Un an plus tard, en mars 1944, toute l’Italie du Nord connut de nouveau une vague de grèves qui toucha 1 200 000 travailleurs. Mais le dirigeant du #Parti_communiste_italien (#PCI), #Togliatti, de retour d’URSS, assura les Alliés anglo-américains qu’ils n’avaient rien à craindre. Il déclara que le PCI, loin d’envisager une révolution, apportait son appui à « un gouvernement fort, capable d’organiser l’effort de guerre », et dans lequel il y avait, selon lui, « place pour tous ceux qui veulent se battre pour la liberté de l’Italie ».

    Cela incluait entre autres le roi, compromis jusqu’à la moelle avec le fascisme. Le 22 avril 1944, se constitua un gouvernement d’union nationale reconnaissant l’autorité du roi, avec Togliatti comme vice-président !

    Cette politique d’alliance dans des Fronts de résistance, allant des PC à des partis d’extrême droite et à des forces politiques qui s’étaient déjà compromises au pouvoir, fut appliquée partout.

    En #Grèce, comme en Italie, la population se révoltait contre la guerre et la misère. Mais le Parti communiste, qui avait organisé la résistance à l’occupation allemande, accepta de négocier avec les représentants de la dictature honnie de Metaxas et le roi, qui tous avaient fui en exil à Londres, et fit passer ses milices sous le commandement militaire anglais. Le 12 octobre 1944, les troupes allemandes évacuaient Athènes, et trois jours plus tard, les troupes britanniques y faisaient leur entrée. Début décembre, à l’occasion d’une manifestation à Athènes, Churchill donna pour consignes au commandement britannique de ne pas hésiter « à agir comme si vous vous trouviez dans une ville conquise où se développe une rébellion locale ». Le commandement britannique imposa la loi martiale et continua jusqu’au 5 janvier 1945 à réprimer la population qui se révoltait contre le retour de ces politiciens haïs.

    Au travers des événements en Italie et en Grèce, les Alliés purent vérifier la loyauté de Staline et son soutien total à la mise au pas de la population. Mais le danger révolutionnaire n’était pas écarté pour autant. Plus encore que la Grèce et l’#Italie, c’était la possibilité que les classes ouvrières allemande et japonaise réagissent qui inquiétait les dirigeants américains et anglais, et aussi Staline. Leur politique, initiée par les gouvernements américain et anglais dès 1941, fut de terroriser la population ouvrière, de la disperser, par des #bombardements massifs et systématiques des grandes villes, comme ceux qui, à #Dresde, rasèrent littéralement la ville, du 13 au 15 février 1945.

    La même terreur fut appliquée contre la population au #Japon. En 1945, cent villes furent bombardées et 8 à 10 millions de leurs habitants durent les fuir, avant même les bombes atomiques que les États-Unis allaient larguer sur #Hiroshima et #Nagasaki en août 1945.

    Le partage de l’Europe

    La #conférence_de_Yalta se tint trois mois avant la fin de la guerre, mais les futurs vainqueurs discutaient depuis déjà longtemps des zones d’influence qui leur reviendraient. Ces marchandages, se basant sur les rapports de force militaires existant sur le terrain, n’étaient alors pas favorables aux Occidentaux. L’#armée_soviétique, qui avançait à grands pas en Europe de l’Est, n’était déjà qu’à une centaine de kilomètres de Berlin.

    C’est dans ce contexte que se discuta le sort qui serait fait à l’Allemagne, une fois celle-ci définitivement vaincue. Roosevelt, Churchill et Staline tombèrent vite d’accord pour imposer le démantèlement du pays. L’Allemagne fut divisée en trois zones d’occupation, anglaise au nord-ouest du pays, américaine au sud-ouest, soviétique à l’est, auxquelles s’ajouta une zone d’occupation française prélevée sur les zones occidentales. La capitale, Berlin, fut elle aussi divisée en quatre zones. C’est en fait toute l’Europe qui allait être divisée en une zone contrôlée par l’URSS à l’est, et une autre à l’ouest contrôlée principalement par les États-Unis.

    Une fois le danger de révolution écarté avec certitude, l’entente entre les représentants de l’impérialisme et de la bureaucratie allait vite voler en éclats pour faire place à la #guerre_froide – froide seulement parce qu’elle ne dégénéra pas en guerre mondiale – opposant l’impérialisme américain à l’URSS.

    L’alliance militaire entre les États impérialistes et l’URSS stalinienne pour vaincre les #puissances_de_l’Axe se doubla ainsi d’un accord politique pour empêcher, à la fin de la guerre, toute révolution ouvrière qui aurait pu renverser le système capitaliste. La fin de la boucherie impérialiste ne fut pas celle du système économique qui l’avait engendrée. Soixante-dix ans après, l’humanité entière paye très cher cette survie d’un ordre social qui ne cesse d’engendrer crises, guerres et massacres.

    #éphéméride

  • #Congrès annuel de #Lutte_Ouvrière (#LO), intervention de Combat ouvrier (#CO, Martinique et Guadeloupe) | 4 décembre 2022

    Poursuite de la mobilisation contre la suspension des soignants
    Après la révolte sociale de novembre 2021, la Martinique et la Guadeloupe n’ont pas connu cette année de nouvelles explosions de colère. Cette révolte était partie des grèves et de la colère des personnels soignants suspendus sans salaire pour ne s’être pas vaccinés contre le Covid. Ils tombaient et tombent encore sous le coup de la loi du 5 août 2021 sur l’obligation vaccinale.

    Pendant toute l’année, le gouvernement s’est concentré minutieusement sur la répression des bandes de jeunes qui avaient organisé des émeutes nocturnes à Pointe-à-Pitre et à Fort-de-France et tiré sur la police à balles réelles. Ils avaient aussi attaqué des casernes de gendarmerie. Plusieurs chefs de bande, ceux que la presse appelle les «  grands frères  », ont été arrêtés à leur domicile et emprisonnés dans l’Hexagone. D’autres purgent des peines de prison aux Antilles mêmes. Régulièrement, on apprend l’interpellation de l’un d’eux par la police. Ce fut le cas encore il y a encore huit jours. Au sein de ces bandes de jeunes, il existe une grande majorité de jeunes chômeurs, déclassés, marginaux qui tombent dans la drogue, la délinquance et les règlements de comptes. Ils n’ont plus peur de rien, ne craignent ni la prison ni la mort, estimant qu’ils n’ont plus rien à perdre dans cette vie pourrie. C’est un phénomène qui s’aggrave aux Antilles et en Guyane comme partout dans le monde. Les noms que se donnent elles-mêmes ces bandes sont révélateurs  : «  chyenlari  », les chiens de rue, «  section criminelle  » ou «  microbes mafia  ».

    En #Guadeloupe, les organisations du collectif contre l’obligation vaccinale, réunissant l’ensemble des syndicats et plusieurs organisations politiques, dont la nôtre, poursuivent leurs actions pour la réintégration des soignants suspendus.

    En #Martinique, le mouvement est moins actif sur ce point, après que l’unité syndicale s’est fissurée.

    En Guadeloupe, le collectif poursuit ses meetings hebdomadaires un peu partout et ses manifestations de rue. Plusieurs manifestations ont eu lieu ces derniers jours sur le site d’arrivée de la Route du rhum. Le 17 novembre, plusieurs centaines de manifestants ont défilé avec des torches et sont montés sur le podium de la Route du rhum. Ce sont toujours les organisations nationalistes de l’UGTG et du LKP qui dirigent ces manifestations. Notre groupe soutient le mouvement et participe le plus souvent possible à ses manifestations.

    Ce sont ces #manifestations incessantes qui ont provoqué le débat houleux il y a quelques jours à l’Assemblée nationale sur la réintégration des soignants suspendus. Le député Olivier Serva, favorable à la réintégration des soignants, qui avait lancé à son collègue opposant, en plein hémicycle, «  Toi tu vas la fermer  », a été acclamé par une foule venue l’accueillir en fanfare à l’aéroport de Pointe-à-Pitre. Depuis cette petite phrase, sa popularité est montée de plusieurs crans.

    Mobilisation contre l’empoisonnement de la population

    En Martinique, ce sont plutôt des mobilisations anti- #chlordécone qui ont eu lieu. Pour rappel, ce #pesticide avait été autorisé entre 1972 et 1993. Il était utilisé surtout par les gros planteurs békés dans les bananeraies des Antilles, empoisonnant ouvriers agricoles et population, #polluant eaux et productions agricoles, alors que sa toxicité et son pouvoir persistant dans l’#environnement étaient connus depuis les années 1960.

    Après une grande manifestation de plusieurs milliers de personnes en février 2021, il y en a eu une seconde le 28 mai 2022, regroupant un millier de personnes aux cris de «  Non à l’#impunité  », «  Condamnez les pollueurs-empoisonneurs, pas les militants  ».

    Dans cette affaire, le réquisitoire du parquet de Paris est tombé le 25 novembre dernier. Il se prononce comme on s’y attendait pour un non-lieu, favorable donc aux empoisonneurs et leurs complices  ! C’est-à-dire favorable à l’État et aux gros planteurs békés.

    Toujours en Martinique, la justice, si clémente avec les empoisonneurs-pollueurs, s’acharne contre les militants anti-chlordécone, ou militants rouge-vert-noir (couleurs du drapeau nationaliste qu’ils arborent). Plusieurs d’entre eux, auteurs ou pas ces dernières années d’actions contre les biens des possédants békés ou des symboles du colonialisme, sont poursuivis. Certains sont déjà condamnés. ##Combat_ouvrier dénonce la justice coloniale et est solidaire des militants lors des procès.

    Empoisonnement de l’eau

    Sur le plan social, la hausse des prix pèse énormément sur les classes populaires. Cette inflation vertigineuse est encore plus forte aux Antilles que dans l’Hexagone. Comme en France, la pauvreté augmente, avec un niveau de salaire et de revenu général encore plus bas aux Antilles.

    La tempête Fiona a fait beaucoup de dégâts matériels et humains. Le réseau d’adduction d’eau a particulièrement souffert, d’autant plus qu’il était déjà pourri. Les coupures d’eau ont redoublé et les interdictions de boire l’eau se multiplient. On savait déjà que l’on trouvait dans l’eau dite potable du chlordécone et des matières fécales, mais maintenant on y trouve de l’aluminium à un taux intolérable. Résultat, il vaut mieux ne pas boire l’eau du robinet du tout. Et le prix des bouteilles d’eau minérale a augmenté, comme tous les produits.

    Pendant la Route du rhum, des voix se sont élevées pour réclamer avec humour une Route de l’eau  !

    Un contre-feu politicien  : décentralisation et autonomie régionale

    Sur le plan politique, ce qui a marqué l’année a été l’Appel de Fort-de-France des élus des outre-mer français, hors océan Pacifique, le 17 mai dernier.

    En quoi consistait cet appel des dirigeants locaux de la Guadeloupe, de la Martinique, de Saint-Martin, de La Réunion, de Mayotte et de la Guyane  ?

    J’en cite un extrait  : «  Face aux situations de mal-développement structurel à l’origine d’inégalités de plus en plus criantes… les présidents ont rappelé l’urgence d’ouvrir une nouvelle étape historique pour nos territoires d’outre-mer.  »

    Ils poursuivent en proposant d’agir sans délai pour  :

    «  1° Refonder la relation entre nos territoires et la République par la définition d’un nouveau cadre permettant la mise en œuvre de politiques publiques conformes aux réalités de chacune de nos régions  ;

    2° Conjuguer la pleine égalité des droits avec la reconnaissance de nos spécificités, notamment par une réelle domiciliation des leviers de décision au plus près de nos territoires.  »

    Ces dirigeants d’outre-mer concluaient en réclamant avec urgence une rencontre avec le chef de l’État.

    Ils s’étaient succédé sur les ondes pour dire qu’ils ne voulaient pas de réunions petits fours. Car ils voulaient une véritable réunion de travail avec Macron.

    Alors ils eurent droit à un dîner à l’Élysée.

    Car, si Paris vaut bien une messe, il faut croire que Fort-de-France vaut bien une bonne table.

    Les élus eurent quand même droit avant ce dîner à une réunion avec Darmanin, qui est aussi ministre des Outre-mer.

    Et voilà nos dirigeants d’outre-mer sortis tous heureux de l’Élysée. «  Nous avons été entendus  », ont-ils déclaré  ! Ou encore  : «  Nous avons été reçus comme nous le voulions.  »

    Jusqu’à présent, personne ne sait exactement où l’État et les élus veulent en venir. Et peut-être ne le savent-ils pas eux-mêmes.

    Alors, nous en sommes réduits à supputer, à partir de ce que disent commentateurs et journalistes. Il serait question de révision de la Constitution pour revoir les différents statuts d’outre-mer, de la Nouvelle-Calédonie à la Guyane. En fait, ces changements vers une décentralisation plus poussée ne seraient pas uniquement destinés à l’outre-mer, mais aussi à la métropole. Déjà la loi 3DS (différenciation, décentralisation, déconcentration, simplification) votée en février 2022 prévoit d’étendre le pouvoir réglementaire des collectivités à de nouveaux domaines. Cette politique avait été conçue déjà, bien avant, comme une réponse au mouvement des gilets jaunes envers les «  territoires  » métropolitains.

    Les changements iront-ils plus loin pour l’outre-mer  ? Par exemple vers une véritable autonomie, avec ou sans un zeste de pouvoir législatif  ? Certains représentants le demandent clairement. Mais ils sont très divisés sur ces questions. Le gouvernement se dit prêt à répondre «  à la carte  », selon chaque territoire.

    Il veut répondre aux révoltes sociales des outre-mer par des changements juridico-administratifs et constitutionnels. Il n’y parviendra pas, car les raisons des révoltes sont profondément sociales  : ce sont les bas salaires, la pauvreté accrue au sein des couches populaires, les difficultés quotidiennes pour faire face à la hausse des prix, la dégradation des services publics de santé, de la distribution de l’eau, du logement.
    Ce que disent les résultats électoraux

    Ce sont toutes ces raisons qui ont conduit l’électorat populaire et bon nombre de travailleurs d’une part à l’abstention massive, comme d’habitude, et d’autre part au rejet de Macron et de sa politique, aux élections présidentielle et législatives. L’électorat a très largement voté Mélenchon au premier tour et très largement Le Pen au deuxième tour. Le candidat lepéniste de la troisième circonscription de la Guadeloupe à l’élection législative a manqué son élection d’un millier de voix.

    Certes, c’était un vote d’opposition, mais au deuxième tour c’était quand même un vote pour l’extrême droite.

    Aux Antilles aussi, Marine Le Pen a réussi sa dédiabolisation.

    L’argument du racisme contre le RN ne marche plus. Marine Le Pen a maintenant des candidats et des électeurs noirs locaux et de milieu populaire. Ce ne sont plus uniquement des Blancs et de milieu aisé, comme dans le passé.

    En Martinique et en Guadeloupe, l’émigration haïtienne est forte et une bonne partie de la population en fait facilement un bouc émissaire de tous les maux qu’elle subit. Elle est confortée en cela par certains individus et aventuriers locaux qui se font une petite popularité en surfant sur la xénophobie. Et les grands partis de gouvernement laissent faire, quand ils n’en rajoutent pas eux aussi.

    Notre campagne présidentielle et législative s‘est bien déroulée, même si les résultats ne progressent pas. Sur les deux îles, nous avons obtenu 1,98 % à la présidentielle.

    Aux législatives, nous avons obtenu 1,18 % sur huit circonscriptions, c’est-à-dire sur la totalité des circonscriptions. Le fait un peu nouveau, et qui a été remarqué dans le public, c’est que nous avons présenté cinq jeunes sur huit candidatures en position de candidats titulaires. Mais surtout le fait de voir des jeunes à la télé a plu à la population, même si, encore une fois, cela ne s’est pas traduit dans les urnes, mais pas moins que d’habitude. Aux élections, nous brillons en effet par une remarquable stabilité.

    Autre nouveauté  : pour la première fois, le #Parti_communiste_guadeloupéen a appelé à voter Combat ouvrier dans toutes les circonscriptions où il n’avait pas de candidat en Guadeloupe, c’est-à-dire dans trois circonscriptions sur quatre.

    Je vous en parle juste à titre d’information, mais il n’y a absolument rien à en dire de plus.

    Les luttes dans les entreprises

    Certaines ont été longues et sont restées isolées. Ce fut le cas à Carrefour Market en Martinique où la grève a duré six mois, et à ArcelorMittal en Guadeloupe où la grève a duré une année. À Carrefour Market, les travailleurs n’ont pas obtenu tout ce qu’ils demandaient. Mais ils ont quand même gagné 2 % d’augmentation de salaire et l’augmentation de la valeur des tickets-restaurants. Chez ArcelorMittal, il n’y a pas eu de succès matériel, mais un gros succès moral contre un patron raciste et méprisant.

    Une grève vit une forme d’organisation plus poussée des travailleurs, à Datex. C’est une entreprise qui prépare des repas pour les collectivités, les écoles et collèges. Un comité de grève a été élu et a dirigé la grève. Après quinze jours de grève, le 28 octobre, les salariés ont obtenu 150 euros d’augmentation de salaire, le paiement des jours de grève et le bonus Bino. Il s’agit du bonus de vie chère instauré par l’accord Bino à l’issue de la grève générale de 2009. Il permet à certains salariés rémunérés jusqu’à 1,4 smic de bénéficier, sous conditions, d’une prime de 100 € net de la part de l’employeur. Cet accord Bino porte le nom du camarade de la #CGTG Jacques Bino, assassiné on ne sait par qui, pendant les émeutes à Pointe-à-Pitre, dans la nuit du 17 au 18 février 2009.

    Autre sujet de satisfaction  : nos camarades de la banane de l’habitation Bois-Debout à Capesterre ont gagné en Cour de cassation. La direction se trouve donc obligée d’accorder à 62 travailleurs le respect de la loi de mensualisation, de payer les arriérés de salaire, le 13e mois, le bonus Bino. Certes, c’est une victoire juridique, mais c’est aussi le prolongement d’une forte combativité sur le terrain depuis des années. Dans cette plantation, les travailleurs ne se laissent pas faire  : grèves, débrayages y sont fréquents chaque année. Car les conditions de travail sont ignobles. Les morts par accidents de travail y sont nombreuses. Le 22 avril dernier, un travailleur s’est écroulé, mort, avec un régime de 60 kg sur lui. On compte onze morts et plusieurs blessés sur cette plantation en trente ans.

    Avec cette victoire obtenue en cassation, les travailleurs de Bois-Debout se sont sentis vengés.

    Parmi les grèves notables, celle des agents de la CTM dans les collèges et lycées en Martinique. La CTM, collectivité territoriale de Martinique, gère la Martinique sous l’autorité de l’État. Les agents, à l’issue de leur grève en octobre, ont obtenu 12 postes. Ils ont obtenu aussi 22 contractuels et 100 agents sous contrat PEC (parcours emploi compétences). Certes, ces derniers ne sont pas des postes définitifs. Mais c’est déjà bon à prendre et c’est la lutte qui a permis d’obtenir ce résultat.

    Une autre grève a fait l’actualité aussi en Martinique, c’est la grève de chauffeurs de bus de plusieurs entreprises. Elle a permis des améliorations de leurs conditions de travail.

  • À #Nevers, la fin d’un ancrage à gauche ?
    https://metropolitiques.eu/A-Nevers-la-fin-d-un-ancrage-a-gauche.html

    Pour comprendre les recompositions électorales à l’œuvre lors de la présidentielle de 2022, Élie Guéraut et Achille Warnant se penchent sur le cas de Nevers. La composition sociologique des quartiers, de la ville-centre jusqu’aux mondes périurbains et ruraux qui l’entourent, éclaire la géographie des votes. Cherchant un territoire où s’établir politiquement, c’est finalement vers la Nièvre que se tourne François Mitterrand à la Libération. Après un premier échec, il parvient, à partir des années 1960, à #Terrains

    / #élections, #élections_présidentielles, #villes_moyennes, #Parti_communiste, #Parti_socialiste, Nevers

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_gueraut-warnant2_dossierpres22.pdf

  • #Fabien_Roussel : le communiste préféré de la #Droite
    https://www.blast-info.fr/emissions/2022/fabien-roussel-le-communiste-prefere-de-la-droite-o_1pIAVFTHKdedkz5xxPrQ

    "Fabien Roussel, député du Nord et secrétaire national du #Parti_communiste_français, a parfaitement compris comment fonctionnent la presse et les médias dominants. Il a parfaitement compris que ce n’était pas bien sûr en réclamant l’abolition du…

  • Le souffle de Martha

    #Martha_Desrumaux est une enfant du Nord à la destinée romanesque. « Petite bonne », puis ouvrière à neuf ans, elle deviendra, à force de révolte et d’engagement, une pionnière dans les combats pour les droits sociaux dans l’entre-deux guerres. Personnage féminin emblématique du Front Populaire, Jean Renoir la met en scène dans le film La vie est à nous en 1936. Instigatrice de la lutte des mineurs contre l’occupant nazi, elle est déportée en 1942 et participe à la résistance au sein même du camp de Ravensbrück. Dès 1945, elle est désignée pour être l’une des premières femmes députées de l’Histoire de France, avant de tomber dans un relatif oubli.

    https://lcp.fr/programmes/le-souffle-de-martha-55887
    #film #film_documentaire #documentaire

    #syndicalisme #femmes_ouvrières #classe_ouvrière #lutte_des_classes #CGTU #CGT #politique #industrie_textile #France #féminisme #communisme #parti_communiste #femmes_syndicalistes_et_progressistes #meneuse_communiste #engagement_public #vierge_rouge #Louis_Manguine #marche_des_chômeurs #militantisme #guerre_civile_espagnole #brigades_internationales #Résistance #sabotage #grève #Ravensbrück #camp_de_concentration #déportation #droits_des_femmes

    Une citation :

    « Je suis Martha Desrumaux et les nazis ne m’ont pas eue »

  • Le parti des communistes. Extrait du livre de Julian Mischi – CONTRETEMPS
    https://www.contretemps.eu/parti-communiste-histoire-anticapitalisme-gauche-classes-populaires-misc

    #parti
    #Parti_communiste #gauche #PCF #classes_populaires
    #99% #1% #élites_sociales.

    Le mouvement communiste a constitué en cela une entreprise inédite de subversion des règles du jeu politique. Il a remis en question pendant un temps les logiques sociales qui excluent les classes populaires de la scène politique française. Cependant, les inégalités sociales du champ politique ont été reproduites en partie au sein du PCF, à l’image de la distance entre des permanents pris dans les logiques d’appareil et des groupes populaires au nom desquels ils prenaient la parole. Par ailleurs, les hiérarchies sociales et scolaires internes aux classes populaires se sont répercutées dans le parti par la relégation des travailleurs les moins qualifiés, des femmes ou encore des immigrés aux échelons de base de l’organisation. Malgré tout, dans leur globalité, les cellules communistes ont constitué un creuset politique exceptionnel de rencontres sociales, faisant se côtoyer, selon les lieux, ouvriers d’usine, enseignants, femmes au foyer, ingénieurs, paysans, universitaires, employées de bureau, techniciens, etc.

    [...]

    Si les contraintes organisationnelles ont été utilisées selon des logiques sectaires, elles visaient avant tout, dans leur conception initiale, à contrôler les élus et les dirigeants prompts, du fait de leur fonction et de leurs origines sociales, à personnaliser leur action et à s’affranchir des préoccupations de la base militante. Or le rejet du mode de fonctionnement stalinien du PCF dans les années 1990-2000 n’a guère pris en compte l’exclusion politique des classes populaires, l’essentiel étant alors de trouver des moyens de renouveler l’appareil en puisant dans les forces maintenues (élus, militants établis issus de familles communistes) et de rénover l’image publique du parti en mettant à distance son passé ouvriériste afin de contenir le déclin électoral.

    [...]

    Le défi est important car la marginalisation politique des classes populaires s’est accentuée depuis les années 1980, en même temps que les inégalités sociales. Les problèmes au cœur des motivations des militants du mouvement communiste sont loin de s’être dissipés par le jeu du marché et l’extension de la démocratie parlementaire. Le capitalisme s’est renforcé à travers une financiarisation et une internationalisation plus poussées des économies, appuyées sur les démocraties libérales. Les États agissent le plus souvent comme des auxiliaires des intérêts des entreprises multinationales dans un contexte de disparition de l’adversaire communiste et d’un discours libéral sur la « fin de l’Histoire ». La victoire sur le communisme suite à l’effondrement de l’URSS s’est accompagnée d’une dilution des perspectives politiques face à un système économique présenté comme une réalité indépassable et indissociable d’une démocratie moderne. À l’inverse, le communisme est réduit au totalitarisme, assimilé à une forme de fascisme, selon une opposition binaire qui permet de légitimer la démocratie libérale et d’éviter de s’interroger sur ses mécanismes de domination politique et l’impact de la marchandisation généralisée sur les populations et sur l’environnement. La faillite du socialisme autoritaire de type soviétique, avec son économie centralisée et ses dysfonctionnements bureaucratiques, sources de pénuries chroniques, a jeté le doute sur l’idée de propriété sociale des moyens de production et les politiques de planification. Mais – pour ne prendre qu’un exemple –, à l’heure de l’urgence climatique, peut-on rejeter d’emblée toute idée de planification économique ?

    Les significations attribuées au mot « communiste » demeurent plus que jamais diverses. Il renvoie à une histoire tragique pour les peuples et les communistes eux-mêmes. Il est même associé, avec le cas de la Chine, à un acteur central de la mondialisation capitaliste. Mais il reste aussi, pour beaucoup de celles et ceux qui le revendiquent, lié à l’idée d’une alternative au capitalisme, qui vise à l’égalité sociale et à l’établissement d’un pouvoir politique effectivement exercé par le plus grand nombre, non monopolisé par les élites sociales.

  • Comment le #coronavirus défie la #censure chinoise

    https://www.youtube.com/watch?v=qGXfijNZug4

    Ajoutée le 18 févr. 2020

    Au-delà des images glorifiant l’action du gouvernement chinois contre le coronavirus, que se passe-t-il réellement en #Chine ?

    Fin 2019, #Wuhan, ville chinoise de 11 millions d’habitants, est devenue l’épicentre de l’épidémie d’un nouveau virus : le coronavirus. En quelques semaines, selon l’OMS, le nombre de personnes contaminées a dépassé le bilan total du SRAS en 2003.

    Pour faire face, la Chine a créé la zone de quarantaine la plus importante de l’histoire de l’humanité, fait sortir des hôpitaux de terre en une dizaine de jours et asperge même des villes entières de désinfectant. Pourtant, au-delà des images de communication gouvernementale, les #réseaux_sociaux chinois relaient de nombreuses manifestations publiques de mécontentement à l’encontre du gouvernement. Une #liberté_d'expression que le parti unique tente d’étouffer.

    Sources :
    – Rapports de situation de l’OMS : https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports
    #Weibo
    #Chen_Qiushi : https://www.youtube.com/channel/UCv361SF6FKznoGPKEFG9Yhw
    – CGTN : https://www.cgtn.com

    #Li_Wenliang #le_monde #parti_communiste_chinois