• Streit um das RAW-Gelände: Wer blockiert die geplanten Umbauten in Friedrichshain?
    https://www.berliner-zeitung.de/article/raw-gelaende-eine-unendliche-geschichte-zwischen-bass-und-bebaungsp

    Willkommen bei der nächsten Runde Berlin-Monopoly. Privatisierung der Bahn umd anschließender Verkauf ihrer ringförmig um die Innenstadt angeordneten Güterbahnhöfe und technischen Einrichtungen waren ein riesiger Verlust für Berlin und sind ein entscheidender Teil des Stadtumbaus zulasten der einfachen Berlinerinnen und Berliner. .

    Das Reichsbahnausbesserungswerk abgekürzt „RAW“ ist das bekannteste Objekt der zu Kapital und Spekulationsobjekt verkommenen städtischen infrastruktur. Der alte Schlachthof zwei Kilometer weiter oder der Zehlendorfer Busbetriebshof Winfriedstaße sind weitere Opfer des großen Raubzugs der Nachwendezeit.

    Jetzt kämpfen satt gewordene Kleinunternehmer und Vereinschefs mit einem Großspekulanten um die Kontrolle über das treuhandmäßig von der Bahn verramschte ehemalige Volkseigentum RAW. Ein grüner Stadtrat gibt im großen Spiel den Linienrichter.

    Guten Appetit die Herren, und seien sie nicht so gierig, daß sie sich am RAW verschlucken wie Küchenchef Rockendorf am Geburtstagsbraten. Wir Berlinerinnen und Berliner schauen der Posse ganz entspannt zu und werden noch ordentlich lachen dürfen.

    Ups, schon wieder einer auf der Banane ausgerutscht. Pardauz !

    B.Z. und BLZ (Berliner Zeitung) berichten dann.

    6.6.2026 von Paul Zinken - Das RAW-Gelände hat eine Geschichte. Und eine Gegenwart. Aber die Zukunft ist unklar. Es gibt zwar einen Masterplan, der nicht umgesetzt wird..

    Die Stimmung ist mies bei den Club- und Restaurantbetreibern auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain. Zu den Gründen will niemand offiziell was sagen. „Wer weiß, was die sich sonst noch einfallen lassen“, hört man unabhängig voneinander.

    Mit „die“ ist der Eigentümer des Geländes gemeint, die Kurth Immobilien GmbH mit Unternehmenssitz in Göttingen und Berlin. Seit April 2015 ist die Firma Eigentümerin einer 52.000 Quadratmeter großen Fläche auf dem Gelände. Das geht aus der Standortchronik des RAW-Geländes und der Homepage der Immobilienfirma hervor.
    Eine unendliche Geschichte

    Was damals nicht abzusehen war: Mit dem Erwerb des Grundstückes hat eine unendliche Geschichte ihren Anfang genommen. Eine Geschichte, die davon handelt, dass ein Besitzer auf seinem Grund und Boden eine „Weiterentwicklung“ des Geländes vorantreiben möchte, ohne dabei die historische Bedeutung des Areals zu vernichten. „Wir sind uns der Bedeutung des RAW-Geländes für die Stadt und den Menschen bewusst“, betont Geschäftsführer Lauritz Kurth.

    Er kennt den Vorwurf der Kritiker. Danach soll das Immobilienunternehmen das RAW „abräumen“, strebe sogar einen „kompletten Abriss“ an. Kurth schüttelt den Kopf: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Er spricht erneut von einer „Weiterentwicklung“, bei der die bestehende Kultur erhalten bleibe, ebenso die denkmalgeschützten Gebäude. Für das soziokulturelle L - ein Ensemble von Häusern und Projekten auf dem Gelände - wird ein langfristiger mietfreier Vertrag über eine gemeinnützige Trägerin in Aussicht gestellt.

    Bereits 2018 investierte das Unternehmen in die Planung und den Bau des „House of Music“. Dort treffen sich Musiker und Kulturtreibende zum Austausch und zur Realisierung gemeinsamer Projekte. „Wir haben dafür 12 Millionen Euro investiert“, berichtet Kurth.

    Bezirksamt in der Pflicht

    Das klingt nach behutsamer Stadtentwicklung. Doch es tut sich nicht wirklich was auf dem Gelände. Obwohl seit 2019 ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vorliegt - der nur vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt werden müsste. Federführend wäre Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne).

    Bislang wartet der Grundstücksbesitzer allerdings vergebens auf die Unterschrift des Baustadtrates. Zahlreiche Gespräche seien bis zum heutigen Tag geführt, viele Mails versendet worden, sagt Geschäftsführer Lauritz Kurth. Ohne nennenswerte Erfolge. Kurth weiter: „Durch das fortlaufende nicht Einhalten von Terminen und Vereinbarungen, haben wir das Vertrauen in den Bezirk verloren.“

    Aufgeben ist für Kurth dennoch keine Option. „Das RAW-Gelände bleibt in unserem Bestand“, betont er. Im Rahmen des geltenden Baurechts werde man die Fläche künftig nutzen. Und zu den ursprünglichen Plänen sagt der Geschäftsführer. „Wir rücken von den Plänen nicht ab. Der Bezirksstadtrat ist nun gefordert.“

    Die unendliche Geschichte geht somit also weiter.

    Siegfried Rockendorf
    https://seenthis.net/messages/1176154

    #Berlin #Friedrichshain #Revaler_Straße #RAW #Eldenaer_Straße #Zehlendorf #Winfriefstraße #BVG #Privatisierung #Party #Immobilien #Spekulation #immobiliengewerbe #Treuhand #DDR #Deutsche_Reichsbahn #Monopoly

  • „Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt“ : Berliner Rapperin Ikkimel tritt vor Tausenden auf Linken-Fest auf
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/ich-bin-fur-die-vier-stunden-woche-und-mehr-gehalt-berliner-rapperin-ik

    Bonne nouvelle : la star du.moment de la jeunesse apolitique soutient le parti de gauche Die Linke . Si tout va bien elle sera maire adjointe de la capitale allemande en octobre ;-)
    Sans rire, Miss "Thank You Bomber Harris" Anne Helm poursuit sa carrière au sein du parti Die Linke , alors Ickimel y augmenterait considérablement la moyenne du poids de matière grise par camarade.

    Keta und Krawall
    https://www.youtube.com/watch?v=RiFfJ-mPBTg

    1.5.2026 vin Lisa Röther, Ingo Salmen - Der Abend des 1. Mai gehört in Kreuzberg normalerweise den Revolutionären. Ausgerechnet die Linke kommt ihnen in diesem Jahr in die Quere.

    Tausende Fans, 20 Minuten Musik – und eine tiefe Verneigung zum Abgang. Während die radikalen und anarchistischen Linken mit der revolutionären Demonstration am 1. Mai durch Kreuzberg ziehen, setzt die Berliner Linke bei ihrem Fest auf dem Mariannenplatz, nur wenige Hundert Meter entfernt, einen anderen Ton. Zeitgleich zur Weltrevolution tritt Rapperin Ikkimel auf – und zieht ähnlich viele Leute wie der Umsturzprotest an.

    Mariannenplatz Kreuzberg, 1. Mai 2026, Konzert Rapperin Ikkimel bei Fest der Linke
    Seid ihr auch alle da? Der Mariannenplatz ist voll, als das Konzert der Berliner Rapperin ansteht. Foto Lisa Röther

    Klare Ansagen gibt es am Freitagabend auch von der 28-jährigen Tempelhoferin. „Niemand von uns arbeitet heute – und das ist auch gut so“, ruft sie der Menge zu. „Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt. Und ich find es wichtig, dass wir dafür kämpfen.“

    Dann stellt sie sich vor: „Manche nennen mich die Abtreibungsrapperin. Und das finde ich okay so.“ Genug der Worte. „Für den nächsten Track brauchen wir einen Moshpit“, sagt Ikkimel – und die gesamte Menge fängt zu ihrem Lied „Bikini grell“ an zu springen.

    Der Auftritt des Berliner Stars war lange geheim gehalten worden. Am Donnerstagabend hatte Ikkimel dann ihr Kommen angekündigt. Um 19.15 Uhr sollte es losgehen, hieß es. Doch ein bisschen hängt der Zeitplan an diesem Freitag.

    Minutenlang skandiert die Menge am Mariannenplatz „Ikkimel“. Zuerst tritt jedoch Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linke für die Berlin-Wahl im Herbst, auf die Bühne. „Wir werden dafür sorgen, dass das Rote Rathaus endlich wirklich rot wird. Wir wollen Millionäre belasten, um Millionen von Menschen zu entlasten“, sagt sie.

    Mariannenplatz Kreuzberg 1. Mai 2026 Auftritt Rapperin Ikkimel bei Fest der Linke „Danke, Berlin!“ Nach 20 Minuten verabschiedet sich Ikkimel imagegemäß. Foto Lisa Röther

    Ikkimels Auftritt verzögert sich, weil Männer auf umliegende Dächer geklettert sind. Die Menge ruft: „Sperrt die Männer weg.“ Mit einer Viertelstunde Verzögerung geht es los. Ein paar Botschaften, ein paar Lieder, dann verabschiedet sich Ikkimel wieder, indem sie einen tiefen Blick in ihren Ausschnitt zulässt. Ihr letzter Gruß: „Danke, Berlin!“

    Keta und Krawall

    von Ickimel und Barré

    Intro: Ikkimel

    (Ah, ah)

    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum (Uh, uh)
    [Part 1: Ikkimel]
    Ich bin in Friedrichshain und baller’ mir ein Bierchen rein
    Fotzenpower im Jogger, Ikkimel der Staubsauger
    Nächster Halt: Damenklo, Dickerchen, was glotzt du so?
    Ich leg’ sie überlang, dafür steh’ ich mit mei’m Nam’n
    Wie es in den Wald schallt, schallt’s auch wieder raus (Wouh)
    Ich bin vielleicht eingebildet, aber seh’ gut aus
    Ich bin das Komplettpaket, einfach Traumfrau
    Sprich mich einmal an und ich mach’ dich zu mei’m Wauwau (Ah, ah)

    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Ha)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Wouh)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Ha)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund (Wouh)
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Wouh)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum

    [Part 2: Ikkimel]
    Es gibt kein Limit, weil ich bin es
    French Nails, gut rasiert und ’ne sexy Stimme
    Ich bin gut bewaffnet, jetzt wird einer verhaftet
    Ich hab’ gehört, im Nordatlantik liegt noch eine Kapsel
    Ich will mich schlaumachen, morgen wieder blau machen
    Ein paar Kurze und danach eine aufhacken
    Sehr viel reden, aber sehr wenig aussagen (Oh)
    Morgen wieder ausschlafen und dann wieder rausmachen (Ha-ha, ha)
    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Okay)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund (Wouh)
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Ah, ah)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum

    2026 Anne Helm
    https://www.linksfraktion.berlin/abgeordnete/anne-helm

    Fraktionsvorsitzende

    Sprecherin für Aufarbeitungspolitik, Medienpolitik und Antifaschistische Politik

    Mitglied im Ausschuss Inneres, Sicherheit und Ordnung
    Mitglied im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien
    Stellvertretendes Mitglied der G-10 Kommission
    Stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Gremium Berlin-Brandenburg
    Mitglied der Enquete-Kommission „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“

    Über die Landesliste gewählt
    Zur Person:

    Ich wurde am 1986 in Rostock geboren und bin in Neukölln aufgewachsen, wo ich 2006 mein Abitur absolvierte. Seitdem arbeite ich als Synchronschauspielerin. Von 2009 bis 2014 war ich Mitglied der Piratenpartei, für die ich Bundessprecherin für Asyl- und Migrationspolitik war. 2011 bis 2016 war ich Bezirksverordnete in Neukölln. Seit Januar 2016 bin ich Mitglied der Partei Die Linke. In den letzten Jahren habe ich solidarisch Geflüchtete in Berlin begleitet, die für Selbstbestimmung und ihre Grundrechte streiten. Nur durch konsequent antirassistische Politik können wir Erfolge rechter Demagog:innen verhindern. Seit Oktober 2016 bin ich Mitglied des Abgeordnetenhauses und seit 2021 Vorsitzende der Linksfraktion Berlin

    22.2.2014 Piratinnen feiern Bomber Harris
    https://taz.de/Dresdener-Bombergate/!5048076

    #Belin #manifestation #politique #Die_Linke #gauche #mouvement_ouvrier #syndicalisme #journée_internationale_des_travailleurs #musique #rap #party

  • Berlin: Mehrere Festnahmen bei Abi-Feiern
    https://www.inforadio.de/nachrichten

    Abifeuer polizeilich gwräumt, willkommen im Leben !

    21.3.2026 - Bei eskalierten Abiturfeiern in Berliner Parks hat die Polizei am Abend mehrere Personen festgenommen.

    Bei der Räumung durch die Polizei gab es Widerstand, wie ein Sprecher des Lagezentrums dem rbb heute früh sagte. Ein Polizist sei angegriffen worden; fünf Jugendliche habe man vorübergehend festgenommen.

    Demnach gab es Anwohner-Beschwerden wegen Lärms und Pyrotechnik. Betroffen waren der Vorplatz des Zeiss-Großplanetariums in Prenzlauer Berg und der Rudolf-Wilde-Park in Schöneberg.

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Rudolph-Wilde-Park #Schöneberg #Jugend #Polizei #Repression #Party

  • Koka36 ist pleite: Darum stürzt das die Berliner Konzertbranche in eine neue Krise
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/musik/koka36-ist-pleite-darum-stuerzt-das-die-berliner-konzertbranche-in-

    25.2.2026 von Stefan Hochgesand - Der bekannte Kreuzberger Tickethändler Koka36 hat Insolvenz angemeldet. Für Berliner Konzertveranstalter und Venues bedeutet das wohl ein massives Minus.

    Wieder ein Berliner Traditionsgeschäft, das verschwindet. Seit 1991 wurde Koka36 in der Oranienstraße 29 für viele Konzertliebhaber dies- und jenseits von Kreuzberg der Tickethändler des Vertrauens. In den letzten Jahren auch online, aber für viele traditionell: analog am Tresen.

    So war der Wechsel von Tickets und Talern für viele nebenbei noch etwas mehr – ein kleiner Plausch über die Liebe zur Musik. Dann bekam man als Kunde gern auch mal einen Tipp, warum man diese oder jene unterschätzte Vorband keinesfalls verpassen sollte. Oder warum das günstigere Ticket in jener Venue sogar besser wäre als das teurere.

    Doch damit ist nun Schluss. Das Amtsgericht Charlottenburg hat zum 11. Februar ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Mit anderen Worten: Koka36 ist pleite. Zuerst hatte das Berliner Szene-Medium Groove darüber berichtet. Doch was vielen anfangs gar nicht klar war: Das Problem reicht weit über Koka36 selbst hinaus. Die Berliner Livebranche ist in großem Umfang betroffen.

    Der Deal mit Koka36 wird nun vielen zum Verhängnis

    Wieso das? Einfach gesagt: Von Koka36 bereits verkaufte Tickets bleiben weiterhin gültig. Trotz der Pleite. Als Kunde ist man also auf der sicheren Seite. Der Haken dabei: Die Einnahmen durch verkaufte Tickets fließen normalerweise erst nach den Konzerten von Koka36 an die jeweiligen Konzertveranstalter beziehungsweise -orte. Das wird diesen nun wohl zum Verhängnis. Viele gehen davon aus, dass sie dieses Geld niemals sehen werden. Denn eine insolvente Koka36 wäre nicht mehr zahlungsfähig.

    Und die Rede ist hier nicht von Kleinkram. Der Club Gretchen zum Beispiel, seit 2011 beheimatet in der Kreuzberger Obentrautstraße, ein wichtiger Livemusik-Ort, insbesondere für hippen Jazz, rechnet mit einem Minus von 15.000 Euro. Andreas Oberschelp, der Gründer und Chef beim Neuköllner Indie-Konzertveranstalter Puschen, kalkuliert sogar mit 67.000 Euro Schaden durch die Koka36-Pleite. Peanuts sind das nicht.

    Doch Puschen und Gretchen sind längst nicht die einzigen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind auch Astra, Festsaal Kreuzberg, Lido, Bi Nuu und das Wild At Heart massiv betroffen. Und das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Neben den Clubs trifft es auch Veranstalter ohne festes Haus, große wie kleine.
    „Wir stehen in der Verantwortung gegenüber Bands“

    In der Szene exzellent vernetzt ist Pamela Schobeß. Sie hat 2011 nicht bloß besagten Gretchen-Club mitgegründet, sondern ist zudem politische Sprecherin im geschäftsführenden Vorstand von LiveKomm, dem Bundesverband der Musikspielstätten. Wenn eine weiß, wie es um die Konzertorte dieser Tage bestellt ist, dann sie. „Vielen von uns drohen zurzeit auch noch Rückzahlungen aus Corona-Hilfen“, merkt Schobeß, angesprochen auf die Koka36-Pleite, an. „Beides zusammen ist mehr als ungut.“

    Das Gretchen hat am Freitag einen kleinen Spendenaufruf gestartet: Soli-Tickets gegen Gästeliste. Und der Festsaal Kreuzberg hat für Donnerstag, 26. Februar, sogar eine Art Krisentreffen im Bi Nuu anberaumt. Für alle von der Insolvenz Betroffenen. Denn die Festsaal-Macher sehen Clubs und unabhängige Veranstalter „und damit einen wichtigen Teil unserer Kulturlandschaft“ bedroht: „Denn wir stehen weiterhin in der Verantwortung gegenüber Bands, Techniker:innen, Securitys und vielen weiteren Beteiligten.“ Sie alle wollen und sollen nämlich bezahlt werden für die anstehenden Shows, doch nun brechen die fest einkalkulierten Koka36-Gelder weg.

    „Leider ist für die meisten von uns der Vorverkauf elementar wichtig“, sagt Pamela Schobeß, „weil sich teilweise nur darüber absehen lässt, ob sich zum Beispiel eine Tour auch lohnt beziehungsweise wirtschaftlich machbar ist.“ Läuft der Vorverkauf nicht, komme es häufig auch zur Absage der Tour. „Deshalb werben ja auch immer mehr Künstler:innen dafür, Tickets im Vorverkauf zu erwerben – damit die Veranstaltungen auch besser planbar sind.“

    Für die Veranstalter ist es also nicht egal, ob sie die Tickets schon vorab oder erst an der Abendkasse loswerden. So gesehen trifft das Koka-Aus auch mittel- und langfristig. Zum einen hat eine im Stadtbild präsente Konzertkasse auch zu Gelegenheitskäufen animiert. Zum anderen war der Deal mit Koka gerade für kleinere Player oft praktikabler und rentabler als mit den internationalen Platzhirschen der Branche.

    Davon weiß auch Oberschelp von Puschen ein Lied zu singen: „Das Vorverkaufsgeschäft wird immer wichtiger“, sagt er. Selbst bei kleineren Shows, zum Beispiel im Privatclub, Badehaus oder in der Berghain-Kantine, verkauft Puschen mehr als 90 Prozent der Karten über den VVK. Teils sogar noch am Abend der Show. Online ist das ja bequem möglich. Bislang auch bei Koka36. „Das Risiko, an der Abendkasse abgewiesen zu werden, weil das Konzert dann doch noch kurzfristig ausverkauft ist“, sagt Oberschelp, „nehmen viele nicht mehr in Kauf.“

    Als Einzelunternehmer treffen ihn die 67.000 Euro Koka-Miesen besonders hart. „Aber es wird weitergehen“, sagt er auch. „Es sind keine Shows gefährdet.“ Vermutlich ist man als Konzertveranstalter, Pandemie-Lockdown-gebeutelt, ohnehin krisenerprobt. Sorgen macht sich Oberschelp aber um die größtenteils kleinen und mittelgroßen Veranstalter und Clubs, die nun am Koka-Schlamassel zu leiden haben. „Hoffentlich werden alle überleben.“

    #Berlin #Wirtdchaft #Nachtleben #Party #Konzert

  • Insolite. Ivre, nu et sans permis, il est arrêté au volant d’un camion-benne
    https://www.estrepublicain.fr/insolite/2026/01/21/ivre-nu-et-sans-permis-il-est-arrete-au-volant-d-un-camion-benne

    C’est une scène pas banale à laquelle les policiers montpelliérains ont assisté lundi vers 4 heures du matin, rapporte l’hebdomadaire local Métropolitain. Une patrouille a remarqué un camion-benne délabré, sans feux et en excès de vitesse dans les rues de la ville héraultaise. De quoi déjà justifier un contrôle.
    Il évoque une soirée « assez animée »

    Au volant se trouvait un homme de 48 ans, nu et en bas résille, évidemment ivre après, évoque-t-il, une soirée « assez animée ». Comme si cela ne suffisait pas, il n’avait pas le permis et le camion était sans assurance...

    Placé en garde à vue, poursuit Midi Libre, le chauffard a assuré manquer de temps pour se mettre en conformité avec la législation.
    Convoqué en justice

    Le quadragénaire a été remis en liberté avec une convocation pour une "comparution sur reconnaissance préalable de culpabilité". Il devra répondre de plusieurs infractions, comme le refus de se soumettre aux vérifications, le défaut de permis et d’assurance et l’exhibition sexuelle.

  • Günstig ausgehen war einmal : Berlin zählt zu den teuersten Partystädten Europas
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/guenstig-ausgehen-war-einmal-berlin-zaehlt-zu-den-teuersten-partyst

    Qu’on arrête de se plaindre des jeunes qui font la fête dans les parcs. A Berlin comme prèsque partout en Europe les sorties en boîte nuit ne sont plus une affaire d’argent de poche. On dit que Budapest est peu cher.

    14.1.2026 von Enno Kramer - Berlins Nachtleben war einst für seine günstigen Preise bekannt – doch das ist lange her. Eine aktuelle Analyse zeigt nun: In Europa geht es kaum kostspieliger.

    Die Zeiten, in denen Berlin von niedrigen Mieten, jeder Menge Leerstand und improvisierten Clubs geprägt war, in denen der Eintritt oft symbolisch oder gar kostenlos war, sind definitiv vorbei. Dazu genügt ein Blick auf eine der vielen Veranstaltungswebsites, die die besten Partys bereits Wochen im Voraus ankündigen: Weniger als 15 Euro verlangt in der Hauptstadt kaum noch ein angesagter Club; teilweise kostet der Eintritt sogar mehr als 30 Euro.

    Auch wenn Berlin weiterhin den Ruf eines schillernden Nachtlebens genießt, gehört die deutsche Hauptstadt im europäischen Vergleich inzwischen zu den teuersten Partystädten.

    Beste Partystädte Europas: Berlin verpasst die Top 10

    In einem aktuellen Vergleich von casino.at wurden 32 europäische Städte auf ihr Partypotenzial geprüft. Neben der Anzahl an Bars und Clubs, die mit mehr als vier Sternen bewertet wurden, sind auch die Preise für Bier, Cocktails und Clubeintritt unter die Lupe genommen worden. Dabei verpasst Berlin knapp die Top 10: Die Stadt zählt zwar zu den europäischen Metropolen mit den meisten gut bewerteten Bars, rutscht aufgrund hoher Drink-Preise aber im Vergleich zur gleichen Analyse vor zwei Jahren nach unten.

    Demnach liegt der durchschnittliche Eintrittspreis in angesagten Berliner Clubs bei 17,20 Euro. Nur in spanischen Großstädten wie Madrid, Barcelona und Sevilla sowie in Lissabon ist der Eintritt noch teurer – dort müssen Feiernde im Schnitt teilweise sogar über 20 Euro allein für den Einlass einplanen.

    Besonders auffällig ist der Preisunterschied bei Cocktails in europäischen Metropolen. Nur in München und Madrid sind die gemixten Getränke europaweit noch teurer als in Berlin. Hier kostet ein Cocktail durchschnittlich zwölf Euro. Biertrinker hingegen dürfen sich im innerdeutschen Vergleich glücklich schätzen: Während man in anderen Großstädten rund fünf Euro für ein Bier zahlt, sind es in der Hauptstadt nur 4,50 Euro. Das kann sich bei einer langen Nacht durchaus läppern.

    Auch Berlin: Wir haben die meisten angesagten Clubs

    Auch interessant: Berlin hat im europäischen Vergleich mit 951 angesagten Bars zwar mehr als jede andere deutsche Stadt, liegt aber dennoch weit hinter den Spitzenreitern Madrid und Barcelona zurück – letztere bieten über 500 weitere Adressen. Bei der Anzahl hipper Clubs macht Berlin allerdings keine europäische Stadt etwas vor: Insgesamt 73 Clubs erhielten eine Bewertung von vier Sternen oder mehr – ein absoluter Spitzenwert.

    Die schlechteste Partystadt Deutschlands ist Frankfurt am Main. Im europäischen Vergleich liegt die Main-Metropole nur auf Platz 26 und verfügt über besonders wenige Bars und Clubs, die von ihren Gästen für gut befunden wurden (292 Bars, 18 Clubs).

    Der Analyse zufolge ist Budapest übrigens die beste Stadt zum Ausgehen in Europa – und zugleich eine der günstigsten. Hier kostet ein Bier im Schnitt 2,50 Euro, ein Cocktail sieben Euro, und der Eintritt liegt für Berliner Verhältnisse bei schier unvorstellbaren 4,51 Euro. Auf Platz zwei folgt dann Porto, mit den günstigsten Bierpreisen aller untersuchten Städte (drei Euro) und ebenfalls sehr moderaten Eintrittspreisen von durchschnittlich 5,33 Euro. Den dritten Platz belegt die polnische Hauptstadt Warschau.

    #Berlin #clubs #boîtes_de_nuit #party

  • Civic, “Chrome Dipped” | Bandcamp Daily
    https://daily.bandcamp.com/album-of-the-day/civic-chrome-dipped

    First-time CIVIC producer Kirin J. Callinan has guided the band towards a sharper, more space-filled sound, stripping back the furious drumming of previous releases to a dry, precise cracking, and cutting way back on guitar pyrotechnics. You can hear the difference right away on lead-off track “The Fool,” where whiplash chords are set off by white space and you can hear every drum thwack separately and without blurring. This cleaner sound makes room for melody, as on the title track, where singer Jim McCullough sings rather than shouts or growls or harangues. He floats a mournful melody over guitar cacophony, and the sound breaks for choruses that drift like smoke. It’s not that they’ve softened the music—the guitar sound still swells in frenetic, obliterating waves—but now there’s room in it, somehow, for languid, trance-y tunefulness.

    Poison tracks 8 de l’album édité chez ATO records
    https://atorecords.bandcamp.com
    https://civicivic.bandcamp.com/track/poison


    https://atorecords.com/artists/civic
    2 dates en france cet été : 25/7 Supersonic à Paris et au BFBF le 26&27.
    https://lanefdfous.fr/la-programmation-2025
    #protopunk

  • Das war unser Wochenende in Berlin – einem Fiebertraum von einer Stadt
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/das-war-unser-wochenende-in-berlin-einem-fiebertraum-von-einer-stad

    24.02.2025 von Suri Manelis - Ein wenig wildes Wochenende – schließlich darf man nicht jeden Sonntag mit Harry Styles im Berghain tanzen. Über Träume, Projektionen und eine besondere Berliner Bevölkerungsschicht: die Expats.

    Freitagabend ziehe ich mit einem Freund los, wir spazieren durch Neukölln, Hakan Demir raucht vor einem Späti auf der Sonnenallee selbstgedrehte Zigaretten. Wir verirren uns in Das Labor in der Fuldastraße, auf der Google-Maps-Seite sieht man das Bild einer jungen Frau, die für junge und social-media-affine Berliner:innen unschwer als die hier wohnhafte chinesische Influencerin Jing Yu erkennbar sein sollte, 170.000 Follower, Lifestyle-Content, ein fotogener Dalmatiner.

    Mit dem sah ich sie auch schon einmal an der Türschwelle dieses Ladens sitzen, der bei Maps als Galerie ausgewiesen ist. Musik strömt raus, wir gehen rein, klein und voll ist es hier, vor allem voller angetrunken Tanzender. Nicht unbedingt ein Vibe. Viel Spannendes scheint es an diesem Abend nicht zu geben.

    Spannend eher in L.A.

    Es ist ja immer noch Berlinale. Mein Handy blinkt auf: ein neues Raya-Match. Raya ist eine Dating-App für die Schönen, Reichen oder Einflussreichen. Für Menschen, die berühmt sind oder beliebt. Zugang auf Einladung, und auch dann nur nach Prüfung des Instagram-Accounts. Manche warten ewig auf Zulassung, auch solche mit vielen Followern. Lewis Hamilton sah ich dort mal, aber der ist nicht wirklich mein Typ. Und jetzt wohl auch vergeben, an Sofia Vergara.

    Natürlich sind nicht alle potenziellen Matches von dieser Größenordnung. Und wenn man nur in Berlin ist, das musste ich feststellen, lohnt sich die App ohnehin kaum. Viel spannender ist die Nutzung in New York oder L.A. Oder halt eben zur Berlinale, wenn Leute vom Film von überall her angereist kommen.

    Wie der Regisseur aus New York, der mir gleich schreibt. Seine Bilder und Nachrichten lassen vermuten, dass ein Date witzig werden könnte. Wir texten ein wenig hin und her und verabreden uns für Samstag auf einen Kaffee. Die Sonne scheint, das Eis ist geschmolzen, Menschenmassen fluten die Straßen. Alle sprechen über die Wahlen. Mein sehr charmantes Date und ich streifen das Thema nur kurz, furchtbar natürlich, das mit dem Rechtsruck, er hat das Böhmermann-Video auf der Seite der New York Times gesehen. Dann kommen wir auf Berlin zu sprechen. Der junge Mann merkt an, auch schon mit der Idee gespielt zu haben, herzuziehen. Nicht besonders originell, denke ich mir.

    Berlin ist für viele junge Menschen weltweit eine Art Projektionsfläche. Was ihn hierherzieht? „The dream of living in a libertine city“, sagt er. Berlin – die Hauptstadt sexueller Freiheiten. Wenn ich in New York ausgehe und Leuten erzähle, dass ich in Berlin lebe, heißt es oft gleich: „Ich liebe Berlin! Das Mekka sexueller Freiheiten! Und die Clubs, so was könnte es hier nicht geben!“

    So zieht es unheimlich viele junge Menschen auf der Suche nach ganz verschiedenen Formen der Selbstverwirklichung hierher. Sie machen eine eigene Bevölkerungsgruppe aus, deren Bedeutung für das kulturelle Leben der Stadt kaum zu unterschätzen ist. Immer wieder Thema zahlreicher Gespräche und Anekdoten: die Expats. Jene Menschen, die, anders als Geflüchtete, aus freien Stücken hierherkommen. Auf der Suche nach kreativer Selbstentfaltung, zum Arbeiten oder auch einfach nur zum Feiern: Sexpartys, Drogen, Exzess.

    Was machen sie hier, diese Expats? Warum leben sie so häufig in besseren Apartments als gleichaltrige Deutsche? Warum bleiben so viele von ihnen unter sich, in ihren Bubbles?

    Auf der Suche nach Abenteuern

    Viele meiner Freundinnen und Freunde aus dem Ausland haben ihren Traum, nach Berlin zu ziehen, Realität werden lassen. Künstler, Fotografen, Performer, Filmemacher – nur wenige haben deutsche Freunde. Sie wollen die Stadt, ihr Freiheitsversprechen kennenlernen, aber nicht unbedingt deren Bevölkerung. Oder Bürokratie. Oder Sprache. Es ist eine Art Parallelwelt, die sich da manchmal auftut. Nicht alle, aber viele von ihnen leben besser als meine deutschen Freunde.

    Manche sind vorrangig auf der Suche nach Abenteuern, andere sind hier, um zu arbeiten. Das Leben in Berlin ist schlichtweg einfacher als an vielen anderen Orten dieser Welt, geringerer ökonomischer Druck, zugängliches Kulturangebot, gute Gesundheitsversorgung. Wer New Yorker oder Londoner Mietpreise gewohnt ist, für den ist Berlin immer noch günstig. Der kann sich einen ziemlich guten Lifestyle leisten hier, insbesondere dann, wenn das Gehalt kein deutsches ist. Und die Freiheiten. Irgendwie gibt es sie schon, diese Berlin-Erfahrung. Dieses Gefühl: Woanders wäre das nicht möglich gewesen.

    Dass man an manchen Orten in Berlin nur noch Englisch spricht, darüber kann man sich natürlich echauffieren – viel schwerer wiegt, dass sich das Sozialgefüge verändert, die Mieten steigen. Die Menschen, die in Deutschland aufgewachsen oder geboren sind, vor allem die Urberliner, hört man deshalb häufig über Expats sagen, sie hätten die Stadt kaputt gemacht. Aber sie machen die Stadt auch aufregender.

    Und mein Date? Gefällt mir trotz der etwas platten Bemerkung eigentlich ganz gut. Wir treffen uns noch einmal am Sonntag in der Nähe seines Hotels, spazieren durch den Tiergarten. Anne Will spaziert hier auch, mit ihrer neuen und ihr aus der Ferne verblüffend ähnlich sehenden Freundin. Ich erkläre meinem Date, wer das ist. Er sagt, er wolle später noch ins Berghain, und fragt, ob ich mitkommen wolle. Ich lehne ab, da habe ich schließlich schon die letzten zwei Sonntage verbracht. Manchmal braucht es eben auch ein weniger wildes Wochenende in diesem (Fieber-)Traum von einer Stadt.

    #Berlin #Kultur #Tourismus #Clubszene #Party #Berlinale

  • Berlin auf Mephedron : „Das ganze Berghain hat nach Chemie gestunken“
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/berlin-auf-mephedron-das-ganze-berghain-hat-nach-chemie-gestunken-l

    Après consommation de la dernière drogue à la mode à Berlin tu pues comne une litière pour chats qui mamque d’attention.

    https://www.youtube.com/watch?v=RZq3_mASEbo


    L’inoubliable Helge Schneider : Katzenklo

    17.11.2024 von Johann Voigt - Auf der Tanzfläche stinkt es danach, und niemand weiß genau, was er sich da eigentlich durch die Nase gezogen hat. Trotzdem erlebt Mephedron gerade einen massiven Hype im Berliner Nachtleben.

    „Das ganze Berghain hat nach Chemie gestunken“, sagt ein Freund zu mir. Es ist Samstagabend, wir sitzen auf der Couch, trinken Tee. Die Vorstellung davon, wie so ein kontaminierter Club riechen könnte, wirkt in diesem rentnerhaften Setting weit entfernt. Sein Schweiß habe noch mehr gestunken als bei anderen Drogen nach seiner letzten „Klubnacht“. Er holt seine Umhängetasche vom Kleiderhaken, hält sie sich unter die Nase und sagt: „Riecht immer noch ein bisschen.“

    Der Grund, warum es in einigen Berliner Clubs zumindest auf den Toiletten mittlerweile nach Ammoniak oder Katzenurin riecht – je nachdem, wen man fragt –, hat mit Mephedron zu tun. „Mephi“ oder „Mephe“ wird in Deutschland immer beliebter. Einige nennen es angeblich auch „Meow Meow“. Klingt ja ganz süß, nach Kätzchen. Aber ist diese Droge wirklich so harmlos?

    Als ich vor etwa drei Jahren zum ersten Mal von Mephedron hörte, dachte ich, es ginge um Crystal Meth. Das kenne ich noch aus meiner Jugend in den 2010er-Jahren in Ostdeutschland. Damals versorgten Meth-Labore aus Tschechien die ganze Gegend. Ich habe genügend Gründe dafür gesehen, warum man sich davon besser fernhält. Stichwort Suchtfaktor und Psychosen. Aber Mephedron, was ist das nun schon wieder?

    Mit Drogen bin ich hauptsächlich in privaten Settings, bei Geburtstagen oder nach einem Dinner konfrontiert. Ich gehe im Jahr vielleicht noch einmal im Quartal feiern, bin dementsprechend nicht auf After Hours und bekomme die neuesten Drogen-Trends nicht als erster mit. In Berlin geht alles ohnehin ziemlich schnell.

    Irgendjemand hat immer eine neue Substanz parat, die im besten Fall noch nicht unters Betäubungsmittelgesetz fällt, dafür aber aufputscht. Mal eine halbe Ecstasy-Pille nehmen? Ist was für Leute, die in den 90ern schon auf der Loveparade getanzt haben. Seit den 90ern hat sich viel getan in Sachen Rauschzuständen aller Art. Heute liegt der Fokus nicht mehr nur auf Speed, Koks und MDMA. Es gibt ein riesiges Spektrum an Substanzen, die als Line auf dem Handydisplay landen können.

    Pferdebetäubungsmittel und K.-o.-Tropfen

    Ketamin, das auch als Pferdebetäubungsmittel genutzt wird, war mal sehr angesagt. An der Charité wurde in den letzten Jahren zu dessen antidepressiver Wirkung geforscht. Viele machen sich damit aber lieber zu immerhin liebenswürdigen Untoten. Wer gemütlich von der Couch aus sehen will, wie das aussieht, sollte den Film „Rotting in the Sun“ von Sebastián Silva sehen, in dem ein depressiver Regisseur auf Ketamin vor sich hin trippt.

    Auf Partys wird es oft mit Koks kombiniert, was dann Keks heißt. Wieder so eine Verniedlichung dafür, dass im Körper beim Mischkonsum zwei konträre Substanzen gegeneinander ankämpfen. Das sei gerade das Spannende, sagen mir Keks-Fans. Wer zu viel davon nimmt, zerstört seine Niere und uriniert im schlimmsten Fall Blut, sagen Ärzte.

    Dann kam GHB. Man muss es penibel mit einer Pipette dosieren. Und weil dunkle Clubtoiletten nicht der Übungsraum des Chemie-Leistungskurses sind, dosieren sich Leute sehr oft über, werden leicht ohnmächtig. 2021 initiierten Akteure aus der Berliner Clubkultur eine Plakatkampagne gegen GHB, weil eine Frau im Suicide Circus an einer Überdosis starb. „Safe Use ist nicht immer die beste Lösung #NoGHB“, war unter anderem zu lesen.

    Rausch ja, aber bitte billig

    Und jetzt also das Amphetamin Mephedron, das man nicht mit der Pipette dosieren muss wie GHB, das einen auch nicht zu einem debil grinsenden Clown macht wie Ketamin. Es wird durch die Nase gezogen, kostet knapp 25 Euro pro Gramm, oft sogar weniger. Rund ein Viertel vom Kokspreis. So viel zum Monetären. Und das ist nicht zu unterschätzen. Denn wenn wir beim Berghain bleiben, ist das weitaus billiger, als sich zu betrinken.

    Weiter mit der Habenseite: Mephedron setzt Dopamin und Serotonin frei. Es wirkt euphorisierend, macht wach, sozial, und wirkt sexuell stimulierend. Nicht die schlechteste Voraussetzung, um auf eine Party in Berlin zu gehen. Auch die Kater seien weniger schlimm als beispielsweise bei MDMA oder Speed, sagen mir Menschen, die Mephedron schon mal genommen haben. Die Droge passt damit wie viele andere Substanzen gut in unsere Leistungsgesellschaft.

    Ende der Zweitausender-Jahre wurde Mephedron in Großbritannien als Badesalz und Pflanzendünger in Onlineshops verkauft. Die Droge erlebte dort einen riesigen Hype - und wurde 2010 schließlich fast überall verboten. Auch in Deutschland fällt sie seitdem unters Betäubungsmittelgesetz, bevor sie sich überhaupt verbreiten konnte. Seit einigen Jahren tanzt Berlin trotz des Verbots auf „Mephi“ und verseucht die Clubluft.

    Und wo ist jetzt der Haken, abgesehen vom Gestank? Ist es nicht egal, ob Menschen, wenn sie sich denn berauschen wollen, nach acht Bieren vom Stuhl fallen oder nach Mephedron-Konsum schlaflos im Bett liegen und die Decke anstarren?

    Mephedron: Niemand kennt die Langzeitfolgen

    Als letztens bei einem Geburtstag irgendwann die Frage aufkam, wer was nehmen will, wollte ich wissen, was es denn gäbe. 4-MMC, sagte jemand. Das ist die offizielle Bezeichnung für Mephedron. Schnell waren alle drauf, redeten enthemmt. Die Wirkung hält etwa zwei Stunden an, aber viele wurden schon nach kurzer Zeit unruhig und legten nach. Auch mein Freund sagt beim Teetrinken: „Man wird richtig gierig.“

    Das große Problem an Mephedron ist: Wer einmal angefangen hat, hört ähnlich wie bei Koks zumindest an diesem Abend so schnell nicht mehr auf. Laut meinem Freund ist man aber deutlich sympathischer unterwegs als im von Koks induzierten Egomodus. „Aber ich habe das Gefühl, die Droge wird von vielen nicht ernst genommen“, sagt der Freund. Denn: Übelkeit, Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall auch Wahnvorstellungen können zwar laut Drugchecking Berlin die Folge dieser Maßlosigkeit sein, aber niemand, mit dem ich spreche, hat das je erlebt. Plötzliche Ohnmacht wie bei GHB gehört dagegen nicht zu den Nebenwirkungen. Mephedron erzeugt das Gefühl, sich im Griff zu haben, auch wenn man sich längst nicht mehr im Griff hat, wie viele andere Drogen auch. Aber was ist jetzt neu?

    Es gibt einen großen Haken. Mephedron ist kaum erforscht, die Langzeitfolgen durch den Konsum noch nicht bekannt. Und nur weil Dealer Substanzen als Mephedron verkaufen, heißt das noch lange nicht, dass man auch 4-MMC bekommt. Während bei anderen Drogen die gewünschte Substanz mit Streckmitteln versetzt ist, bekommt man bei Mephedron oft ganz was anderes. Mittlerweile sind unzählige Derivate im Umlauf. Sie heißen 2-MMC oder 3-CMC. Ihre Wirkung ist noch schlechter erforscht, die Folgen sind noch unberechenbarer. Nur 13 Prozent des bei Drugchecking Berlin abgegebenen Mephedrons waren auch wirklich 4-MMC.

    Der Status Quo ist also: Menschen putschen sich mit Substanzen auf, von denen niemand so richtig weiß, was sie langfristig mit einem machen. Was bleibt, ist ein Hype, der ziemlich stinkt. So lange, bis die nächsten neuen Kristalle am Partyhimmel glitzern.

    #Berlin #party #drogues #puanteur

  • Party in Berlin: Was passierte, als ich mit Ende 30 auf einen Rave gehen wollte
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/party-in-berlin-was-passierte-als-ich-mit-ende-30-auf-einen-rave-ge

    SPOILER ALERT : l’extase programmée des rave party est menacée par la nouvelle sobriété.

    15.8.202 von Clint Lukas - Die wilden Jahre hat unser Autor längst hinter sich. Dann überkam ihn die Feierlust. Für sein Comeback wollte er auf einen Open-Air-Rave – und war schockiert.

    Ich hatte einfach mal wieder Bock, feiern zu gehen. Das ist mir seit einer ganzen Weile nicht mehr passiert. Meine wilde Zeit war Anfang der Zehnerjahre. Ich empfand damals ein Wochenende nur dann als gelungen, wenn ich im Berghain, im Sisyphos oder im Kater gewesen war. Natürlich spielten Drogen dabei eine entscheidende Rolle – je mehr, desto besser. Es war und ist mir bis heute ein Rätsel, wie man diesen Bums nüchtern ertragen kann.

    Drogenkonsum ist ein Hasardspiel, vor allem bei psychedelischen Substanzen wie LSD oder Pilzen. Ich habe mich einfach furchtlos hineingestürzt, meist mit einem zuverlässigen Rauschpartner, bisher ist es nicht schiefgegangen. Freilich ist Furchtlosigkeit kein Zustand, der sich beliebig herbeiführen lässt. Bei mir endete er, als meine Tochter geboren wurde. Das bedeutete eine völlig neue Gefahrenlage. Ich wollte als Vater keine Psychose oder andere Horrortrip-Schäden riskieren. Also hörte ich vorerst auf, Drogen zu nehmen. Und ging folglich auch nicht mehr feiern; für zehn Jahre nicht.

    Die Furchtlosigkeit endete mit der Geburt meiner Tochter

    Umso erstaunlicher also der plötzliche Ausgehdrang, der mich neulich befiel. Man muss dazusagen, dass die Mutter meiner Tochter und ich getrennt leben. Unter der Woche ist unsere Tochter bei ihrer Mutter, an den Wochenenden bei mir. Das schränkt die Möglichkeiten schon ziemlich ein. Einem Kindergeburtstag sei dank, bekam ich jedoch unverhofft frei – und war entschlossen, diese Freiheit zu nutzen, ganz wie in alten Zeiten! Wodurch sich direkt die Frage stellte: Wo soll ich hin? Die einschlägigen Clubs sind selbstverständlich tabu. Ab einem gewissen Alter, sagen wir ab 35 Jahren, schickt es sich einfach nicht mehr, sich dort in die Schlange zu stellen. Da sollte man den Kelch getrost an die nachfolgenden Generationen weiterreichen.

    Bleiben also nur die ominösen Open-Air-Raves, die alle naselang in Berlin stattfinden. Das Problem dabei: Ich habe keinen Schimmer mehr, durch welche subversiven Kanäle man heutzutage erfährt, wann und wo diese meist unangemeldeten Partys steigen. Die Clubszene war mir schon immer suspekt. Dementsprechend lässt meine Vernetzung zu wünschen übrig. Der Vorteil: Ich wohne direkt neben dem Humboldthain, dessen Flakturm-Ruine ein beliebter Austragungsort spontaner Raves ist. Und wie es die Vorsehung will, kann ich an meinem unternehmungslustigen Abend Bässe über die Baumkronen wummern hören.

    Ich futtere ein Stück der Pilzschokolade, die ich für diesen unwahrscheinlichen Anlass in der Tiefkühltruhe aufbewahrt habe. Immerhin ist mein Kind inzwischen neun Jahre alt – und man muss ja nicht sein ganzes Leben lang christlicher sein als der Papst.

    Mit dem altbekannten wohligen Bauchgefühl, dass meine Wahrnehmung bald einer Transformation unterworfen sein wird, mache ich mich auf den Weg in den Park. Es ist bereits dunkel, auf dem schmalen Humboldtsteg begegne ich einer Clique von Mittzwanzigern, die offensichtlich das gleiche Ausflugsziel haben. Auch auf dem ansteigenden Pfad treiben sich Feiervolk-Gruppen herum, man fühlt sich prompt wie auf einem Festival. Je weiter unsere Pilgerschar sich dem verfallenen Bunker auf dem Trümmerberg nähert, desto deutlicher sind die Techno-Klänge zu unterscheiden. Man fühlt sich unwillkürlich, als stünde man vor einem Höhepunkt.

    Durch die Dunkelheit kann ich es nur erahnen, aber es dürften an die 150 Menschen sein, die sich auf dem südlichen der beiden Türme drängen. Manche sitzen auf dem Beton, andere tanzen zu der Musik, die eine DJ mithilfe von Laptop und Aktivboxen auflegt. Auch außerhalb des Stahlzauns kampieren und zappeln die Besucher im Schatten. Die Pilze bewirken längst, dass ich ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis verspüre. Ein Umstand, der mir augenblicklich die Schwachstelle meines geplanten Comebacks offenbart: Man sollte niemals allein feiern gehen. Vor allem, wenn man vorhat, nicht nüchtern zu bleiben.

    „Joa, und dann haben Ole und ich noch eine Woche Kroatien drangehängt, ganz spontan“, höre ich es von einem der kleinen Tische unter den Bäumen.

    „Echt? Cool! Und wie war’s?“

    „Na ja, ich muss sagen, die haben da schon ganz schön angezogen. Also in den Touri-Hochburgen nimmt sich das echt nicht mehr viel im Vergleich zu Spanien oder Italien. Aber dafür war es echt sauber. Hätte ich so nicht erwartet.“

    „Entschuldige, das hier ist eigentlich ein Sober-Event“

    Ich würde gern meinen Senf dazugeben, bin jedoch zum Glück noch fähig zur Impulskontrolle. Außerdem befremdet es mich, dass diese jungen Dinger so reden wie ein 40-jähriger Immobilien-Makler aus Wilmersdorf. Während mein Kopf sich ganz eigenständig zur Musik bewegt, öffne ich eins der beim Späti erstandenen Biere. Das mindert das nagende Gefühl, hier vollkommen fehl am Platz zu sein, mich nicht altersgerecht zu verhalten. Vielleicht muss ich nur abwarten. Mit der Zeit wird sich bestimmt die ein oder andere Zufallsbekanntschaft ergeben. Kaum habe ich diesen Gedanken gedacht, als mir jemand vorsichtig auf die Schulter tippt.

    „Äh, entschuldige“, höre ich die Stimme einer jungen Frau. „Du kannst natürlich machen, was du für richtig hältst, aber das ist hier eigentlich ein Sober-Event.“

    „Ein was?“, frage ich unsicher.

    „Drogen sind heute unerwünscht, dazu zählen auch Zigaretten und Alkohol. Also ich wollte dich jetzt nicht vertreiben. Wäre nur cool, wenn du mitmachen könntest, okay?“

    Ich bin so überrumpelt, dass ich ohne zu überlegen meine Kooperationsbereitschaft signalisiere. Erst danach wird mir klar, was sich soeben ereignet hat. Diese Generation wird mir wohl einfach ein Rätsel bleiben. Nüchtern zu Techno zu tanzen – auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Doch ich bin ohne Bitterkeit. Ich öffne das nächste Bier und ziehe damit in die Dunkelheit, nur ein alternder Druffi auf der Suche nach später Erleuchtung.

    #Berlin #techno #party

  • Sound of Berlin
    https://www.youtube.com/watch?v=BF-fTJolMSM

    Techno-Rundfahrt durch die Geschichte von Dance und Techno Sound

    A journey through the capital of electronic music

    Interviews w/ Juan Atkins, Dr. Motte, Dimitri Hegemann, Marc Houle, Monolink, Pan-Pot, Mathias Kaden, Nela, Alexander Krüger, Ekaterina, FreedomB

    https://www.apple.com/music

    Score by Marc Houle: https://lnk.to/MarcHouleSoundOfBerlinEP

    Executive Producer - Hermes Eck
    Producer - Franziska Koch, Carolina Thiele
    Produced by Herr!Media tv-productions GmbH

    SoB Apple Music Curator: https://apple.co/2Mp0fAL
    SoB-Playlist Spotify: http://bit.ly/SoundOfBerlin
    Juan Atkins:

    / juanatkinstheoriginator
    Marc Houle:

    / marchoule.official
    @Monolink :

    / monolink
    @PanPot:

    / panpotofficial
    Dr. Motte:

    / drmotteofficial
    NELA:

    / nelamusic
    @MATHIASKADEN :

    / mathiaskaden
    Freedom B:

    / freedombdj

    Facebook:

    / embassyonerecords
    Twitter:

    / embassy_one
    Official Homepage: http://www.embassyone.de

    Sound of Berlin Documentary

    #SoundOfBerlin #Documentary #BerlinMusic
    #Berlin #Musik #Party #Tourismus #Geschichte

  • Nachtleben für 20 Euro : Berlin, du bist so teuer geworden !
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/nachtleben-fuer-20-euro-berlin-du-bist-so-teuer-geworden-li.372871

    C’est fini les belles nuits berlinoises pour trois fois rien. Même les pires avares ne s’en sortent pas pour moins de 25 Euros pour un ticket de club et deux ou trois boissons. Tant pis, on fait comme tout le monde et profite des belles plages gratuites au bord des lacs

    28.7.2023 on Maria Häußler - Ein Türsteher vor dem Salon zur Wilden Renate hält etwas in der Hand, das aussieht wie ein Nagelknipser, klemmt den abgebrochenen Draht des Sektflaschenverschlusses zwischen die Zange und dreht sie gegen den Uhrzeigersinn. Der Sekt bleibt zu. Also schiebt er das Metallteil unter den Drahtbügel und macht eine Hebelbewegung so lange, bis der Bügel zerspringt. Der Korken knallt und Sekt quillt aus der Flasche.

    Die Flasche mit dem defekten Verschluss haben wir auf der anderen Straßenseite gefunden, vor dem Club Ost, in dem ich mit Freunden am Sonntagabend das Wochenende ausklingen lassen will. In der Gegend gibt es vor allem Clubs, und außer dem Türsteher war niemand in Sicht, den wir hätten um Hilfe bitten können. Mit unserer Beute setzen wir uns zu viert auf die Mauer, die den Beginn der Elsenbrücke kennzeichnet, und sehen uns den Sonnenuntergang an. Perfekt für den Beitrag zur 20-Euro-Serie, denke ich. Es ist schon der zweite Abend in Folge, an dem ich feiern gehe, und das zweite Mal, dass ich am Versuch scheitere, nur 20 Euro auszugeben.

    Für 20 Euro in Berlin feiern gehen – eine meiner leichtesten Übungen. Das dachte ich zumindest, als das Thema in der Redaktionssitzung aufkam. In meiner Studienzeit habe ich es immer geschafft, beim Feiern unter 20 Euro zu bleiben. Deshalb dachte ich, dass das auch ohne konkrete Planung funktionieren würde. Die Angewohnheit vorzuglühen, im Club dann ein bis zwei Bier und danach nur noch Wasser zu trinken, habe ich zwar weitgehend beibehalten – die Eintrittspreise sind aber so hoch, dass ein Clubabend für 20 Euro unrealistisch ist.

    Nachdem der gefundene Sekt geleert ist, geht’s zum Späti. Der Pfefferminzlikör kostet vier Euro, die Club Mate zwei Euro, damit ist mein Budget für diesen Abend überschritten: Der Eintritt im Club Ost zur Veranstaltung des DJ Duos Hoe_mies kostet 20 Euro. Dann kaufe ich im Club noch ein Bier für 4,50 Euro. Eigentlich recht sparsam, trotzdem habe ich mehr als 20 Euro ausgegeben.
    Der erste Abend: Geschenke auf dem Christopher Street Day

    Ursprünglich war der Plan ein anderer: Ich starte am Sonnabend auf dem Christopher Street Day mit 20 Euro in der Tasche. Die Einladung zu einem Brunch vor der Parade nehme ich dankend an, dort gibt es Getränke, Essen und viel Glitzer-Make-up. Die Truppe ist bunt gekleidet und gut gelaunt, einer spielt Gitarre und singt „Easy“ von Cro, bevor wir losgehen, alle singen mit. Der Sekt aus dem Kühlschrank wandert in die Rucksäcke.

    Auf der Parade gebe ich kein Geld aus: Der Sekt fließt aus den Taschen in meinen Pappbecher. Wasser, Eistee, Red Bull und ein Bier reichen die Menschen von den Wagen zu uns herunter. So kann man auch für wenig Geld feiern, denke ich: sich von anderen durchfüttern lassen. Die Herausforderung ist meiner Ansicht nach, günstige Gelegenheiten wahrzunehmen, aber selbst zu zahlen. In einem Geschäft für Kronleuchter dürfen wir die Toilette benutzen – im Austausch für eine Googlebewertung. Am Abend wollen die anderen zurück zur Gastgeberwohnung. Für mich keine Option, ich muss schließlich recherchieren, wie man für 20 Euro feiern gehen kann. Einer meiner Freunde begleitet mich.

    Vor und während der Parade habe ich in Telegram-Gruppenchats für Raves gefragt, ob an diesem Tag im Park gefeiert wird. Als Antwort kamen nur private Nachrichten: „Wie geht’s?“, „Brauchst du Geld?“, „Kann ich dich was fragen?“. Scheinbar wird das nichts mit dem Raven im Park. Seit die Menschen die Masken abgelegt und die Clubs geöffnet haben, war ich auch nicht mehr auf solchen Veranstaltungen. Also zum Späti und dann mal schauen? Oder lieber hinter die bemalte Mauer in der Nähe des Ostkreuz’, wo die linke Szene pogt und Bier auf Spendenbasis trinkt?

    Erst mal müssen wir etwas essen, vielleicht Pizza in der Zuckerzauberbar: Ich sehe mich schon in einem Liegestuhl die Füße in den Sand stecken – aber es kommt anders. Wir gehen gerade am Club About Blank vorbei, da ruft ein alter Bekannter nach mir. Als ich höre, dass er die Abendleitung macht, frage ich, ob wir an der Schlange vorbei in den Club dürfen. Dürfen wir, allerdings gegen Eintrittsgeld. Vor zwölf Uhr „nur“ 15 Euro. Nach Mitternacht soll es dann 20 Euro kosten. Wir freuen uns so über diesen Wink des Schicksals, dass wir sofort die Treppen am Ausgang heraufsteigen, unsere Handykameras abkleben lassen und bezahlen.
    Vom Club in die Zukunft und zurück

    Der Club ist noch leer, wir setzen uns zwischen die Bäume im Garten und sprechen darüber, dass dieser Ort bald dem Weiterbau der A100 weichen soll. Der Hunger treibt uns schließlich raus aus dem Club zu einem Imbiss. Ich hebe noch mal Geld ab, denn eine kleine Zucchinipizza kostet acht Euro. So viel habe ich nicht mehr. Es waren schließlich nur 20 Euro Bargeld in der Tasche, aber ich bin unsicher, ob das nun zum Feiergeld zählt. Nach dem Essen sind wir müde. Aber wir haben schließlich Eintritt bezahlt, also wollen wir noch in eine Bar und dann in den Club.

    In der Zukunft am Ostkreuz soll eine Feier im Garten sein, DJs sind angekündigt und vegetarischer Grill. Hinter Zäunen und aufgetürmtem Baumaterial ist der Garten von den Bauplänen der Start-ups und Investoren noch unberührt. Die Bar mit Kino und Konzertraum soll nach Alt-Stralau zwischen die Bahngleise und den Salon zur Wilden Renate ziehen. Wir wollen noch mal einen Blick auf den jetzigen Standort werfen, der mit Erinnerungen an alte Zeiten verbunden ist. Die Menschen sitzen auf Bierbänken, umhüllt von grünem und rotem Licht. Von dem für den Nachmittag angekündigten Programm ist gegen 0 Uhr nichts mehr zu sehen, also gehen wir weiter.

    Vor dem About Blank ist in der Zwischenzeit Chaos ausgebrochen. Die Menschen drängeln sich in einem großen Pulk vor dem Eingang, der Rest reiht sich brav hintereinander fast bis zur S-Bahn-Station Ostkreuz. Auch mit Stempel müssen wir warten, vor uns quetschen sich Menschen dazwischen, die beim regulären Einlass abgewiesen wurden und schnell online ein Ticket kaufen. Die Türsteherin erinnert sich an einen von ihnen, er diskutiert, sie weist ihn wieder ab und erstattet den Preis. Das dauert.

    Zum Christopher Street Day reisen viele Touristen an, vor allem solche, die gerne feiern. Das wirkt sich auf die Warteschlangen und teilweise auch auf die Preise aus. Das About Blank ist in der queeren Szene beliebt und der Eintritt im SchwuZ soll an diesem Abend 30 Euro kosten. Feiern für 20 Euro ist heute also eher schwierig.

    Endlich im Blitzlicht und Nebel angekommen, spüle ich eine Flasche aus und fülle sie am Wasserhahn auf. Auf die Garderobe verzichte ich und trage meinen Turnbeutel beim Tanzen oder lege ihn auf Sitzgelegenheiten ab. Leider sind wir nicht mehr besonders motiviert, bleiben bis etwa 3.30 Uhr und gehen dann. Schließlich muss ich am nächsten Tag arbeiten. Wäre ich länger geblieben, hätte ich bestimmt meinen Beutel abgegeben, noch ein oder zwei Bier getrunken und damit die 20 Euro auch ohne Pizza überschritten.

    Wenn man die Pizza dazuzählt, habe ich 23 Euro ausgegeben. Also versuche ich es am nächsten Tag noch einmal – und gebe 31,50 Euro aus. Mein Fazit nach diesem Wochenende ist: Feiern mit 20 Euro ist möglich, aber ich hab keine Lust dazu. Entweder man tanzt im Club nüchtern oder betrinkt sich und bleibt draußen. Wer trinken und clubben will, braucht mehr Geld.

    #Berlin #party #vie_chère

  • Jonathan Lis - “Open secrets: A culture of suppressing scandals festers at the heart of public life”
    https://perspectivemag.co.uk/open-secrets

    The minute an open secret becomes open knowledge, it becomes democratised but also de-fanged: the damage it threatened has come to pass and the people who held its explosive contents have now relinquished them. In this way, open secrets encourage the holders both to keep them and let them go.

    #secrecy #uk #politics #partygate #journalism

  • Loveparade 2.0 in Berlin: 200.000 Technofans tanzen vor Siegessäule
    https://www.berliner-zeitung.de/news/loveparade-nachfolger-rave-the-planet-zieht-heute-durch-berlin-li.2

    Berlin = Party = Tourismus. Die Loveparade hat uns einen kleinen Boom beschert. Toll wenn das wieder losgeht. Nur greifen heute die Uberisten diese Gäste ab. Das muß aufhören.

    9.7.2022aktualisiert 10.07.2022 von Susanne Lenz - Dr. Motte hat seine Loveparade unter dem Namen „Rave The Planet“ wiederbelebt. Das Wetter ist egal, gefeiert wird trotz Regens. Unsere Reporterin ist mit dabei.

    Mehr als 100.000 Technofans haben sich am Abend zur Abschlusskundgebung an der Siegessäule versammelt.
    Es ist kurz nach zwei am Sonnabend, als der DJ Dr. Motte von Truck Nummer 1 seine Botschaft verkündet: „Wir sind alle gleich, wir sind alle eins. Und wir wollen friedlich zusammen tanzen. Heute, morgen und für immer.“

    Es ist das utopische Potenzial einer Gesellschaft ohne Ideologie, ohne Vorbehalte, die Dr. Motte beschwört. Als „Kirche der Ununterscheidbarkeit“ hat der Schriftsteller Rainald Goetz die Loveparade in den 90er-Jahren bezeichnet. Im Jahr 2022 begrüßen die Menschen jeden dieser Sätze mit Jubel, und bald skandieren alle zusammen den Refrain der House-Hymne: „Your house is my house, my house is your house.“ Dann wird die Anlage aufgedreht, die Beats fliegen über den Ku’damm und fahren in die Glieder, die Bässe wummern in der Brust.

    Es ist ein Moment, der Gänsehaut erzeugt, auf jeden Fall bei Loveparade-Veteranen. Die Beats triggern die Erinnerung, und die Hauswände werfen den Rhythmus zurück. Es ist egal, dass die Loveparade 2022 nicht so heißen darf, weil der Veranstalter Dr. Motte alias Matthias Roeingh, nicht die Rechte an diesem Markennamen besitzt.

    Dr. Motte wird an diesem Tag 62 Jahre alt, aber die ihm da unten zujubeln, sind nicht nur Boomer. Was das Alter angeht, ist diese Parade mit dem Namen „Rave the Planet“ extrem gemischt. Es sind Menschen gekommen, die früher dabei gewesen sind – die letzte Loveparade hat in Berlin im Jahr 2006 stattgefunden – und es sind Junge dabei, die dieses Parade zum ersten Mal erleben.

    So wie die 21 Jahre alte Marie-Luise Stöber, seit vier Jahren lebt sie in Berlin. „Ich bin wegen der Menschen gekommen“, sagt sie. „Hier kann man sein, wie man will, man kann tragen, was man möchte, ohne bewertet zu werten“, sagt sie. Bei ihr ist das ein durchsichtiges Oberteil. „Und die Menschen sind einfach verdammt gut drauf.“

    Loveparade 2022 in Berlin: Alle lächeln, alle tanzen

    Wenn man über den Ku’damm geht, vorbei an den 18 Trucks oder Floats, von denen die Musik kommt, empfindet man das genau so. Alle lächeln, tanzen. Da sind Hochgefühl, Ausgelassenheit. Wer hätte gedacht, dass sich das so einfach wieder beleben lässt. Jemand rempelt einen anderen an und entschuldigt sich höflich. Das ist der Spirit. Auch mancher Polizist wippt mit. Was die Outfits angeht, knüpfen viele an die Moden der Vergangenheit an. Man sieht neonfarbene T-Shirts, Zöpfe, wie sie die DJane Marusha einst populär gemacht hat, auch das schwarz-weiß gescheckte Kuhmuster von damals, viel nackte Haut. Sogar die Tanz-Moves von damals sind noch da, die Arme, die in die Höhe fliegen, wenn die Musik es verlangt.

    Um kurz vor drei fängt es an zu schütten, und auch das ist eigentlich nur folgerichtig, denn geregnet hat es auch auf der allerersten Loveparade im Juli 1989, die ebenfalls auf dem Ku’damm stattgefunden hat. Das Motto damals: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Auch diese Parade hat Dr. Motte initiiert, zusammen mit ein paar anderen, es kamen vielleicht 150 Menschen. An diesem Sonnabend zählt die Polizei beim Umzug mindestens 45.000 Teilnehmer, 25.000 hatten die Veranstalter angemeldet.

    Am Abend zur Abschlusskundgebung vor der Siegessäule sind Tausende dazugekommen. Die Polizei spricht um 21.20 Uhr von mindestens 100.000 Menschen. „Die genaue Zahl haben wir noch nicht. Es könnten auch noch viel mehr sein“, sagte ein Beamte aus dem Lagedienst der Polizei. Dr. Motte schätzt die Zahl derweil auf 300.000. Am Sonntagmorgen teilte die Polizei mit, dass rund 200.000 Menschen an dem Techno-Spektakel teilnahmen. Rund 600 Polizisten sicherten den Umzug. Immer wieder müssen die Musiktrucks stoppen, weil sie nicht durch die Menschenmassen kommen. Alles läuft friedlich ab. Es gibt laut Polizei keine nennenswerten Vorkommnisse – wie schon den ganzen Tag lang.

    Doch zurück zum Nachmittag: Technofans trotzen dem miesen Wetter. Es regnet in Strömen, und die Loveparade stürmt einen Drogeriemarkt, die Schirme sind im Nu ausverkauft, genau wie die Regenmäntel. Die Leute vertreiben sich die Zeit damit, Joints zu drehen. Hier treffen wir die 36 Jahre alte Ola Iwanowska und den 30-jährigen Mihal Tarnowski aus Lodz, Polen. Tatsächlich hat die Parade sehr bald Menschen aus Osteuropa angezogen, jetzt also wieder. Die beiden erzählen, dass sie als Kinder von der Parade in Berlin gehört haben „Wir konnten diese Gelegenheit auf keinen Fall auslassen“, sagen sie. In Polen sei die Technoszene im Aufschwung. Was diesen Teil der Party-Szene von anderen unterscheide? „In einem Techno-Club bist du frei“, sagt der stark tätowierte Mihal Tarnowski. Und über die Berliner Parade: „Ich fühle hier nur positive Energie.“

    Die Loveparade hat den Mythos Berlins begründet

    Aus dem 150-Menschen-Parade von 1989 entwickelte sich innerhalb weniger Jahre die größte innerstädtische Tanzveranstaltung der Welt. Ende der 90er-Jahre musste die Berliner Parade auf die Straße des 17. Juni umziehen, auf dem Höhepunkt drängten sich eineinhalb Millionen Menschen um die Siegessäule, wo die Schlusskundgebung stattfand - so wie auch in diesem Jahr.

    Die Bilder, die Berlin damals produziert, von den Hunderttausenden, die friedlich auf der Straße tanzen, gehen um die Welt und begründen den Mythos der Stadt. Der Mauerfall war nur der Startschuss, die Entwicklung des Nachwende-Berlin hat die Loveparade in Bewegung gesetzt. Daran hat man lange nicht gedacht, aber die Bilder aus dem Jahr 2022, erinnern einen daran.

    Irgendwann übertrugen die Öffentlich-Rechtlichen die Loveparade live, die FDP schickte einen eigenen Wagen los, und Gotthilf Fischer sang eine Techno-Version von „Hoch auf dem gelben Wagen“. Da wurde die Massenveranstaltung längst von kritischen Stimmen begleitet, Kommerzialisierung lautete ein Vorwurf, naiver Hedonismus. 2001 wurde der Loveparade Berlin der Status als politische Kundgebung aberkannt, sie fand unter ständigen Querelen und dem Kampf um Genehmigungen noch dreimal in Berlin statt und zog dann ins Ruhrgebiet um. 2010 dann Duisburg, die Massenpanik mit 21 Toten. Das endgültige Ende schien gekommen.

    An diesem Sonnabend ist auch Steffen Pade, 42, dabei. Er fällt auf mit seinem leuchtend blauen T-Shirt mit dem alten Logo der Parade, dem strahlenden Herzen. Steffen Pade ist Lehrer, er kommt „aus dem tiefsten Brandenburg“, lebt aber schon lange in Berlin und war von 1998 bis 2001 schon auf der Loveparade.

    „Wenn alle Menschen so denken würden wie hier, das wäre ein Traum“, sagt er. Er hofft, dass die Loveparade nach Berlin zurückgekehrt ist. Und als wir uns verabschieden: „Haben Sie Angst vor einer Umarmung?“

    Die Veranstaltung ist bis 22 Uhr angemeldet.

    Die Party-Stationen des „Rave The Planet“-Umzugs im Überblick:

    Kurfürstendamm (U-Bahnhof Uhlandstraße)
    Breitscheidplatz
    Wittenbergplatz
    Nollendorfplatz
    Potsdamer Straße
    Schöneberger Ufer
    Potsdamer Platz
    Brandenburger Tor
    Großer Stern (Siegessäule)

    #Musik #Berlin #Party #Techno #Geschichte #Tourismus #Taxi #Wirtschaft

  • Jahreswechsel: Wie ein Taxifahrer die Silvesternacht in Berlin erlebt - Berlin - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/jahreswechsel-wie-ein-taxifahrer-die-silvesternacht-in-berlin-erlebt/23808302.html

    1.1.2019 von Robert Klages - Wenn sich Fahrgäste vor den Wagen schmeißen und auf der Rückbank würgen, dann muss Silvester sein in Berlin. Und Christian Schmitz sitzt hinterm Steuer.

    Silvester, die Nacht ohne freie Taxis. Das erfahren jährlich zahlreiche Berliner, wenn sie in der Nacht des Jahreswechsels versuchen, eines der hellelfenbeingelben Autos zu bekommen. Man steht am Straßenrand und winkt und winkt, keine Taxe hält an. Man ruft die Hotline an: entweder besetzt oder eine Wartezeit von mehr als einer Stunde. Ja, arbeitet denn keiner mehr?

    Wir ändern die Perspektive: Für Taxifahrer ist es die Nacht ohne Pause. Christian Schmitz fährt Nachtdienst, seine Schicht geht von 16 Uhr bis open end. „Silvester ist natürlich einer der wichtigsten Tage, da kann man das Dreifache des sonstigen Umsatzes machen“, erzählt er bei einem Kaffee an einer Schöneberger Tankstelle, wo seine Schicht beginnt und er den Wagen eines Kollegen übernimmt.

    Silvester kann er sich vor Kunden kaum retten. Schmitz berichtet vom vergangenen Jahr: Die Taxisuchenden hätten ihm sogar den Kofferraum aufgerissen und versucht, hineinzuklettern, obwohl der Wagen bereits voll war. Es verginge keine Minute ohne Auftrag und die „Winker“ verteilten sich entlang der größeren Straßen. Winker, das ist Taxifahrerjargon für Kunden, die vom Straßenrand aus versuchen, einen Wagen zu bekommen. Silvester jedoch würden diese Winker zu Springern, da sie sich teilweise sogar auf die Motorhauben der an Ampeln wartenden Taxen werfen, in der Hoffnung, mitgenommen zu werden. „Aber ich kann nur vier Leute mitnehmen“, sagt Schmitz und lacht. „Mehr geht nicht.“

    „Bitte... bitte, ich suche schon seit Ewigkeiten“
    In der letzten Silvesternacht habe er versucht, eine Pause zu machen. Er fuhr in eine dunkle Straße und stellte die Scheinwerfer, die Innenbeleuchtung und die Fackel, also das Taxilicht auf dem Dach, aus. Schmitz wühlte sein Pausenbrot heraus und wollte soeben abbeißen, da klopfte es an der Scheibe. Ein Mann lallte, er müsse nach Kreuzberg. Schmitz rührte sich nicht, vielleicht würde ihn der Mann durch die verdunkelte Scheibe nicht sehen. Doch es klopfte erneut. „Hallo. Halloooo! Ich muss nach Kreuzberg.“

    Schmitz schaute ihm direkt in die Augen. „Bitte… bitte, ich suche schon seit Ewigkeiten“, winselte der Mann und sackte zusammen, seine Hand glitt an der Scheibe herunter. Schmitz stellte das Licht an und öffnete die Tür, der Mann fiel ihm um den Hals und nur wenige Sekunden nach Start des Motors in einen komatösen Schlaf. „Das war knapp“, dachte sich Schmitz.

    Als Nachtfahrer hat er es öfter mit Betrunkenen zu tun. In seinem Buch „Der Fuchsflüsterer vom Zeltinger Platz“ erzählt er humorvoll davon. Der 57-Jährige hat 1983 seinen Taxischein gemacht, ist aber eigentlich Historiker. An der Freien Universität hat er zu Berliner Bürgermeistern im 17. Jahrhundert geforscht. Taxi gefahren ist er schon als Studierender, das sei damals so üblich gewesen.

    Im vergangenen Jahr hat Christian Schmitz seine Taxi-Geschichten auf diversen Berliner Lesebühnen präsentiert, wie „LSD – Liebe Statt Drogen“ oder der „Reformbühne Heim und Welt“. Sein Buch verkauft er natürlich auch im Taxi, im Schnitt eins pro Woche. Er ist nicht der erste Taxifahrer, der ein Buch schreibt. Das wohl bekannteste heißt „Rauchender Hund zur Nolle 17“ von Stefan Buchenau, erschienen 1984. Die Interaktionen zwischen Menschen, die von A nach B gebracht werden wollen, und denen, die sie von A nach B bringen, liefern immer neue Geschichten.

    Bei Betrunkenen gilt: Heizung aus, Fenster öffnen
    Silvester 2017/2018, Bahnhof Spandau, kurz nach Mitternacht. „Ein Pärchen, beide rotzevoll. Sie wollen nach Falkensee gefahren werden.“ Schmitz erzählt das mit tiefer, ruhiger Stimme. Das Wichtigste bei Betrunkenen sei: Heizung aus und das Fenster einen Spaltbreit runter. „Und dann ist denen immer noch zu warm.“ Und man müsse den Moment erkennen können, ob sich jemand wirklich übergeben muss oder nur besoffen ist. So auch diesmal: die Frau würgt, Schmitz hält, die Frau spuckt aus dem Wagen. Und wieder: „Das war knapp.“

    Ein paar Tipps für Taxikunden hat Christian Schmitz auch: Die Kurzstrecke, eine Eigentümlichkeit der Hauptstadt – maximal zwei Kilometer für fünf Euro. Ein Kollege aus Hamburg berichtete, dass sich immer wieder Kunden zu ihm in den Wagen setzen und „einmal Kurzstrecke“ wünschen. „Ah, Sie kommen aus Berlin“, weiß der Kollege dann sofort.

    Kurzstrecke gibt es nur bei einer Taxe aus freier Fahrt. Und die Kunden sollten darauf bestehen, meint Schmitz. Es gebe durchaus Taxifahrer, die so täten, als gäbe es den Tarif nicht. Übrigens sei es in Berlin üblich geworden, hinten einzusteigen. Man könne auch vorne einsteigen, betont Schmitz. Würde aber kaum jemand machen. Auch am Halteplatz: Man müsse nicht den ersten Wagen nehmen, wenn dieser nicht gefällt, weil etwa der Fahrer schläft oder das Auto zu dreckig ist.

    Nicht jeder Taxifahrer kennt sich mit Fußball aus
    Was aber, wenn der Taxikunde dem Fahrer nicht gefällt? Schmitz mag keine ausländerfeindlichen Fahrgäste. Letztens sei einer mit den Worten „Oh, mal ein deutscher Fahrer“ eingestiegen. Schmitz fuhr auch diesen Mann an sein Ziel, er fühlte sich schlecht hinterher, betrübt und traurig. „Ich hätte sagen sollen: oh, mal wieder ein ausländerfeindlicher Fahrgast.“

    Nicht ganz so schlimm, aber ungünstig fürs Gespräch ist es, wenn die Kunden mit Schmitz über Fußball reden wollen. „Von einem Berliner Taxifahrer wird anscheinend erwartet, dass er sich wie selbstverständlich für Fußball interessiert.“ Wenn von hinten die Frage kommt: „Wie haben sie denn gespielt?“, weiß Schmitz das nicht. Er stellt dann meistens das Radio an.

    In seinen Kurzgeschichten erzählt er auch davon, wie sich manche Leute von ihm durch Berlin kutschieren lassen – nur, um zu quatschen. Dem Taxifahrer, dem kann man es ja erzählen, so anonym in der Nacht. Schmitz hat eine Regel: „Die Unterhaltung muss immer vom Fahrgast ausgehen.“ Und klar: Die Gespräche wiederholen sich. So zum Beispiel der alte Witz auf die Frage, wo es denn hingehen soll: „Nach Hause“. Da lacht Schmitz nicht mehr, sondern drückt aufs Gas.

    „Aber im Grunde macht es Spaß, Silvester zu fahren. Die Leute sind gut drauf“, sagt er. Der Kaffee ist leer, seine Schicht beginnt. In diesem Jahr bleibt Schmitz zum Jahreswechsel allerdings zu Hause. Er will mit seiner Familie feiern.

    Wer Christian Schmitz und seine Texte ohne Taxe live erleben möchte: Am 10. Januar ist er um 20.30 Uhr bei den „Brauseboys“ zu Gast, der Lesebühne in Wedding im „La Luz“ in den Osramhöfen, Oudenarder Straße 16-20. Eintritt 8 Euro, ermäßigt fünf Euro. „Der Fuchsflüsterer vom Zeltinger Platz“ ist beim Periplaneta-Verlag erschienen, 144 Seiten, 12 Euro.

    #Taxi #Berlin #Anekdoten #Arbeit #Party

  • Clubszene in Berlin : Am Samstag kehrt das Berghain zurück
    https://www.berliner-zeitung.de/news/clubs-in-berlin-oeffnen-im-berghain-wird-jetzt-wieder-getanzt-li.16
    OumphdOumphdOumphdOumphd... da capo al infinita

    In den Außenbereichen der Clubs in Berlin dürfen Gäste trotz Corona wieder feiern. Am Samstag öffnet dann auch das legendäre Berghain.

    Voici des infos de première main
    https://www.berghain.berlin/de

    Berghain Klubgarten
    https://www.berghain.berlin/de/event/72790
    Je n’ai jamais compris pourquoi on se gâchait la soirée en faisant la queue pendant des heures devant Die Tür du Berghain alors qu’il y avait plein de clubs pas mal autour. Là ce « club » continue à faire ch... son monde : il faut payer pour avoir le droit de porter ce masque dégeu dans un jardin qui n’en est pas un ...
    Il faut souffrir pour être techno .

    Samstag 10.07.2021 beginn 13:00
    Klubgarten
    Garten

    13:00
    Paramida Love On The Rocks
    16:00
    Etapp Kyle Ostgut Ton
    19:00
    Freddy K Key Vinyl

    281 Tage später und wir treffen uns wieder in einem Garten. Von diesem Samstag an öffnen wir bei gutem Wetter jedes Wochenende unseren Outdoor-Dancefloor mit DJ-Programm. Frei nach dem Motto eines großen amerikanischen DJ-Philosophen: We keep on dancing and prancing! Den Auftakt bilden Sets von unserem ukrainischen Berghain-Resident Etapp Kyle, dem Marathon-Mensch und Techno-Aktivisten der ersten Stunde Freddy K sowie Panorama-Bar-Resident Paramida. Tanzen für ein besseres Morgen.

    Nur bei trockenem Wetter. Zu deinem und aller Schutz vor Tröpfcheninfektion und Aerosolen werden im Klubgarten Hygienemaßnahmen sichergestellt. Einlass nur für Geimpfte, Genesene oder binnen weniger als 24 Stunden negativ Getestete. Vor dem Betreten muss der aushängende QR-Code gescannt und damit die eigene Anwesenheit dokumentiert werden [Anwesenheitserfassung ≠ Einlassgarantie]. Mund und Nase sind in Schlange, Eingangsbereich und im gesamten Klubgarten per eigener medizinischer oder FFP2-Maske zu bedecken.

    #Berlin #loisirs #tourisme #party #covid-19 #clubs #Berghain

  • Wilde Renate und Co.: Diese Clubs in Berlin haben jetzt wieder geöffnet
    https://www.berliner-zeitung.de/news/partys-in-berlin-diese-clubs-haben-trotz-corona-jetzt-auf-li.164744

    Getanzt und gefeiert wird beispielsweise im Ritter Butzke oder im Birgit & Bier. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test.

    Welche Clubs haben jetzt in Berlin geöffnet? Alle Orte und Zeiten im Überblick:

    Aeden: Samstag und Sonntag 14 bis 22 Uhr (mit Kunstausstellung)
    Badehaus Berlin: Donnerstag bis Montag ab 17 Uhr
    Birgit & Bier: Freitag bis Montag 12 Uhr bis Mitternacht
    Cassiopeia: Montag bis Freitag ab 16 Uhr; Samstag ab 13 Uhr; Sonntag ab 12 Uhr
    Clärchens Ballhaus: Mittwoch bis Sonntag 17 bis 22 Uhr
    Frannz Club: Montag bis Samstag 16 bis 23 Uhr; Sonntag 18 bis 23 Uhr
    Golgatha Biergarten: Montag bis Sonntag ab 12 Uhr
    James June: Montag bis Samstag 15 bis 23 Uhr; Sonntag 13 bis 23 Uhr
    Klunkerkranich: Täglich 16 bis 23 Uhr
    Mauersegler: Montag bis Sonntag ab 15 Uhr
    Panke: Mittwoch bis Sonntag ab 12 Uhr
    Revier Südost/Baergarten: Montag bis Freitag 14 bis 22 Uhr; Samstag und Sonntag 12 bis 23 Uhr
    Ritter Butzke: ab Donnerstag, 18 Uhr
    Sage Beach: Mittwoch bis Sonntag 14 Uhr bis Mitternacht
    Soda Club Beach Garden: Freitag bis Sonntag ab 16 Uhr
    Urban Spree: Freitag 16 Uhr bis 23 Uhr; Samstag und Sonntag 12 bis 23 Uhr
    Weltwirtschaft am HKW: Montag bis Sonntag ab 12 Uhr
    Salon Zur Wilden Renate: Montag bis Sonntag 14 Uhr bis Mitternacht
    Yaam: Mittwoch bis Sonntag 16 Uhr bis Mitternacht

    Welche Corona-Regeln gelten in den Clubs in Berlin? Hier die Übersicht:

    Zutritt zu den Clubs haben aktuell nur vollständig Geimpfte, Genesene oder Besucher, die einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test mitbringen. Da der Abstand nicht immer gewahrt bleiben kann: Bringt besser eine FFP2-Maske mit!

    #Berlin #party

  • Einsatz am Gleisdreieck: Flaschen auf Polizisten geworfen – 2500 Menschen in Berliner Park - Berlin - Tagesspiegel Mobil
    https://m.tagesspiegel.de/berlin/einsatz-am-gleisdreieck-flaschen-auf-polizisten-geworfen-2500-menschen-in-berliner-park/27062660.html

    Tausende Menschen waren am Mittwoch im Gleisdreieckpark. Als die Polizei kam, wurden die Beamten aus einer Gruppe heraus angegriffen.

    Aus einer Gruppe von rund 100 Menschen heraus sind am Mittwochabend in Berlin-Kreuzberg Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen worden. Getroffen wurde aber niemand, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

    Die Menge sei zuvor im Park am Gleisdreieck gewesen, wo sich am späten Nachmittag etwa 2500 Menschen aufgehalten hätten. Diese seien bis in die Abendstunden des Mittwochs im Park gewesen – teilweise ohne Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

    Erst nach Verstärkung der Polizeikräfte und gezielter Ansprache der Beamten habe sich die Ansammlung langsam aufgelöst. Ein großer Teil der Menschen sei anschließend zum U-Bahnhof Gleisdreieck gelaufen. Dort habe die Gruppe schließlich die Polizei beworfen und sei anschließend mit einer einfahrenden U-Bahn und zu Fuß verschwunden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Park_am_Gleisdreieck

    #Berlin #party #covid-19 #Kreuzberg

  • Les Berlinois ont ras le bol des mesures anti-covid
    https://flickr.com/photos/128010152@N03/50940369296/in/photolist-rk2xCg-2kBqH4f-2kBDG5q-2kBZvZ7-e65Qaf-24YTCP7-2kBJyU3-2kBJyNS-bxoS

    Flickr

    Vidéo :
    https://twitter.com/rbbabendschau/status/1361258484633899008

    Ce lundi à Kreuzber la surface gelée de l’ancien port fluvial #Urbanhafen situé dans le courant du #Landwehrkanal se remplit avec des milliers de personnes qui célèbrent un party spontané.

    Les bars et clubs étant fermés depuis bientôt un an chaque occasion est bonne pour surprendre la police qui n’intervient qu’après quelques heures.

    Les promeneurs sur le #Müggelsee, le plus grand lac de Berlin, sont chassés de la surface à plusieurs reprises par un hélicoptère de police. C’est un spectacle qui ressemble à des scènes de guerre civile et sera alors le sujet d’une session du parlement berlinois.

    https://flickr.com/photos/sigalrm/50943129691/in/photolist-2kBERCg-QiTz77-Eyp4jD-QmFHEV-2kBFoEc-QTZGqu-RASN7U-Vf5CMC-QZ2GSf-C

    Flickr

    Vidéo :
    https://www.twitter.com/rbbabendschau/status/1361056609267572743

    Deux jours plus tard il fait 5 degrés et la prévision pour le weekend annonce 14 degrés. Il pleut. La prochaine party aura lieu dans un des nombreux parcs de la ville.

    #Berlin #party #covid-19 #hiver

  • Chaudière !
    https://www.nova-cinema.org/prog/2019/175-pink-screens/ouverture/article/chaudiere-22036

    Le collectif organisateur des soirées Chaudière et des apéros queer qui se déroulent dans des occupations temporaires à Bruxelles est aux manettes de la programmation musicale du jeudi d’ouverture du Pink ! Ce sera militant, fun, punk et pop …alles of niets !

    jeudi 7 novembre 2019 à 23h

    #Party