Streit um das RAW-Gelände: Wer blockiert die geplanten Umbauten in Friedrichshain?
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Willkommen bei der nächsten Runde Berlin-Monopoly. Privatisierung der Bahn umd anschließender Verkauf ihrer ringförmig um die Innenstadt angeordneten Güterbahnhöfe und technischen Einrichtungen waren ein riesiger Verlust für Berlin und sind ein entscheidender Teil des Stadtumbaus zulasten der einfachen Berlinerinnen und Berliner. .
Das Reichsbahnausbesserungswerk abgekürzt „RAW“ ist das bekannteste Objekt der zu Kapital und Spekulationsobjekt verkommenen städtischen infrastruktur. Der alte Schlachthof zwei Kilometer weiter oder der Zehlendorfer Busbetriebshof Winfriedstaße sind weitere Opfer des großen Raubzugs der Nachwendezeit.
Jetzt kämpfen satt gewordene Kleinunternehmer und Vereinschefs mit einem Großspekulanten um die Kontrolle über das treuhandmäßig von der Bahn verramschte ehemalige Volkseigentum RAW. Ein grüner Stadtrat gibt im großen Spiel den Linienrichter.
Guten Appetit die Herren, und seien sie nicht so gierig, daß sie sich am RAW verschlucken wie Küchenchef Rockendorf am Geburtstagsbraten. Wir Berlinerinnen und Berliner schauen der Posse ganz entspannt zu und werden noch ordentlich lachen dürfen.
Ups, schon wieder einer auf der Banane ausgerutscht. Pardauz !
B.Z. und BLZ (Berliner Zeitung) berichten dann.
6.6.2026 von Paul Zinken - Das RAW-Gelände hat eine Geschichte. Und eine Gegenwart. Aber die Zukunft ist unklar. Es gibt zwar einen Masterplan, der nicht umgesetzt wird..
Die Stimmung ist mies bei den Club- und Restaurantbetreibern auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain. Zu den Gründen will niemand offiziell was sagen. „Wer weiß, was die sich sonst noch einfallen lassen“, hört man unabhängig voneinander.
Mit „die“ ist der Eigentümer des Geländes gemeint, die Kurth Immobilien GmbH mit Unternehmenssitz in Göttingen und Berlin. Seit April 2015 ist die Firma Eigentümerin einer 52.000 Quadratmeter großen Fläche auf dem Gelände. Das geht aus der Standortchronik des RAW-Geländes und der Homepage der Immobilienfirma hervor.
Eine unendliche Geschichte
Was damals nicht abzusehen war: Mit dem Erwerb des Grundstückes hat eine unendliche Geschichte ihren Anfang genommen. Eine Geschichte, die davon handelt, dass ein Besitzer auf seinem Grund und Boden eine „Weiterentwicklung“ des Geländes vorantreiben möchte, ohne dabei die historische Bedeutung des Areals zu vernichten. „Wir sind uns der Bedeutung des RAW-Geländes für die Stadt und den Menschen bewusst“, betont Geschäftsführer Lauritz Kurth.
Er kennt den Vorwurf der Kritiker. Danach soll das Immobilienunternehmen das RAW „abräumen“, strebe sogar einen „kompletten Abriss“ an. Kurth schüttelt den Kopf: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Er spricht erneut von einer „Weiterentwicklung“, bei der die bestehende Kultur erhalten bleibe, ebenso die denkmalgeschützten Gebäude. Für das soziokulturelle L - ein Ensemble von Häusern und Projekten auf dem Gelände - wird ein langfristiger mietfreier Vertrag über eine gemeinnützige Trägerin in Aussicht gestellt.
Bereits 2018 investierte das Unternehmen in die Planung und den Bau des „House of Music“. Dort treffen sich Musiker und Kulturtreibende zum Austausch und zur Realisierung gemeinsamer Projekte. „Wir haben dafür 12 Millionen Euro investiert“, berichtet Kurth.
Bezirksamt in der Pflicht
Das klingt nach behutsamer Stadtentwicklung. Doch es tut sich nicht wirklich was auf dem Gelände. Obwohl seit 2019 ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vorliegt - der nur vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt werden müsste. Federführend wäre Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne).
Bislang wartet der Grundstücksbesitzer allerdings vergebens auf die Unterschrift des Baustadtrates. Zahlreiche Gespräche seien bis zum heutigen Tag geführt, viele Mails versendet worden, sagt Geschäftsführer Lauritz Kurth. Ohne nennenswerte Erfolge. Kurth weiter: „Durch das fortlaufende nicht Einhalten von Terminen und Vereinbarungen, haben wir das Vertrauen in den Bezirk verloren.“
Aufgeben ist für Kurth dennoch keine Option. „Das RAW-Gelände bleibt in unserem Bestand“, betont er. Im Rahmen des geltenden Baurechts werde man die Fläche künftig nutzen. Und zu den ursprünglichen Plänen sagt der Geschäftsführer. „Wir rücken von den Plänen nicht ab. Der Bezirksstadtrat ist nun gefordert.“
Die unendliche Geschichte geht somit also weiter.
Siegfried Rockendorf
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