• Sœur Emmanuelle ou la précarité d’un cœur joyeux

    C’est l’histoire que raconte Sœur Emmanuelle dans une interview TV sur KTO — inspirée de la célèbre parabole attribuée à Saint Augustin —, une anecdote majeure qui m’a interpellé, à tel point que je m’en suis souvenu à la fin de l’émission ; je l’ai même carrément mémorisée instantanément.

    Vous trouverez à la fin une vidéo interview de Sœur Emmanuelle

    https://www.lejournalcorrosif.fr/forum/forum-rubrique-douce/soeur-emmanuelle-ou-la-precarite-dun-coeur-joyeux

    #Précarité #Pauvreté #Espoir #SœurEmmanuelle

  • Bierverbot am Bahnsteig, Sekt im Abteil : Die bittere Wahrheit hinter dem Bahn-Plan
    https://www.berliner-zeitung.de/article/bierverbot-am-s-bahnsteig-sekt-im-abteil-die-bittere-wahrheit-hinte

    La chasse aux pauvres continue. Le propriétaire privé des gares allemandes Deutsche Bahn y iinterdit la consommation d’alcool . La mesure concerne uniquement les plus pauvres qui vivent et dorment dans ces lieux publiques. Dans les bars et restaurants des gares et trains on continuera à vendre de l’alcool.

    21.7.2021 vom Oliver Weinlein - Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an 5400 Bahnhöfen. Warum die Regel vor allem Obdachlose verdrängt und soziale Probleme nicht löst.

    Im Bordbistro des ICE wird auch künftig Sekt ausgeschenkt. Auf dem Bahnsteig davor kostet die geöffnete Bierdose bald einen Platzverweis. Das ist die Logik des Alkoholverbots, das die Deutsche Bahn nun auf alle 5400 Bahnhöfe ausweiten will – bis spätestens 15. Oktober 2026, in Berlin ab 1. September am Hauptbahnhof und in Gesundbrunnen.

    Der Anlass ist ernst. Nach dem brutalen Angriff auf einen Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer eskalierten Ticketkontrolle zieht Bahnchefin Evelyn Palla die Notbremse. Gut ein Drittel aller Gewalttaten an Bahnhöfen geschieht laut Bundespolizei unter Alkoholeinfluss.

    Wer abends am Gleis wartet, während nebenan eine Wodkaflasche kreist, kennt das mulmige Gefühl. Frauen kennen es besser als Männer.

    Und das Verbot ist kein Papiertiger, jedenfalls nicht überall. An den rund 30 Bahnhöfen, wo es bereits gilt, darunter Köln, München und Hamburg, meldet die Bahn weniger Gewaltdelikte, auch weniger Müll. Wer das Verbot pauschal als Symbolpolitik abtut, macht es sich zu einfach.
    Wer hier eigentlich verschwinden soll

    Trotzdem lohnt ein genauer Blick auf die Zielgruppe. Der Fan mit dem Wegbier steigt in seinen Zug und ist weg. Getroffen wird, wer nicht wegfahren kann: Menschen, die ihre Tage und Nächte am Bahnhof verbringen, weil sie keine Wohnung haben. Für sie ist er einer der letzten öffentlichen Orte mit Dach und Wärme.

    Dass die Gastronomie ausgenommen bleibt, entlarvt den Plan. Wer sich den Prosecco im Sitzen leisten kann, darf weitertrinken. Verboten wird der Alkohol der Armen.
    Ausgewichen ist nicht verschwunden

    „Verdrängung löst keine Probleme“, hält die Berliner Caritas dagegen. Die Bahnhofsmission am Ostbahnhof, wo das Verbot seit Mai als Modellversuch läuft, beschreibt aus der Praxis, was dann passiert: Wer vom Bahnsteig verwiesen wird, zieht ein paar Hundert Meter weiter – in den nächsten Park oder hinunter in den U-Bahnhof, wo die BVG-Hausordnung gilt und die neue Regel ins Leere läuft.

    Das Elend wird verschoben, dorthin, wo keine Bahnhofsmission mehr hinschaut. Genau darin liegt der Denkfehler: Die Leute müssen von der Straße – nicht bloß aus dem Blickfeld der Touristen und Reisenden.
    Ein Schild ist billiger als Hilfe

    Was stattdessen nötig wäre, haben die Sozialverbände längst aufgeschrieben: aufsuchende Sozialarbeit auch nachts, dazu Suchtberatung direkt am Bahnhof statt drei Ämter weiter. Das kostet Geld. Ein Schild mit durchgestrichener Bierflasche kostet fast nichts. Deshalb hängt bald das Schild.

    Ob es mehr wird als ein Schild, bezweifelt ausgerechnet die Gewerkschaft der Polizei: Bei der aktuellen Personallage sei eine konsequente Durchsetzung kaum machbar.

    An neuralgischen Orten kann ein Verbot ein sinnvoller Baustein sein. Als Antwort auf Wohnungslosigkeit und Sucht ist es ein Offenbarungseid. Wenn im Oktober das letzte Schild hängt, sind die Bahnhöfe aufgeräumter. Wie viele Menschen dann noch draußen schlafen, steht auf keinem Schild.

    #Allemagne #alcool.#sdf #gares #prohibition #pauvreté

  • Kriegserklärung an arbeitende Klasse
    https://www.unsere-zeit.de/kriegserklaerung-an-arbeitende-klasse-4816323

    C’est fait, le 10 juillet pendant sa dernière séance avant la pause d’été les élus SPD/CDU du Bundestag ont voté les pires mesures antisociales depuis l’agenda 2010 du gouvernement SPD/Verts qui a remplacé l’aide sociale et les allocations chômage par le système Hartz IV.

    Là c’est pire. On ne vous le dit pas dans les médias aux mains de la politique et des riches, mais on vient de sacrifier la garantie pourtant déjà peu fiable d’une survie dans des condition dignes pour les plus pauvres afin de remplir les poches des actionnaires des usines d’armement.

    Pour les employés aussi plusieurs modifications ont été introduites qui vous rendent la vie plus dure, mais le plus grave sont les mesures antisociales qui feront des morts.

    Le changement est tel qu’il faut le qualifier de nouveau paradigme. L’état de providence ou social allemand gravement endommagé par l’agenda 2010 fait désormais partie des configurations historiques de l’Allemagne.

    On découvrira au fur et à mesure la brutalité du nouveau régime berlinois.

    20.7.2026 von Ulf Immelt - Koalition will weitere Belastungen und „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarktes. DGB sieht „richtige Signale“

    „Die Koalition hat den Arbeitgebern eine unsoziale Wunschliste erfüllt.“ So kommentierte Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, in einer ersten Stellungnahme ebenso zutreffend wie prägnant das in der vergangenen Woche vom Koalitionsausschuss beschlossene „Reformpaket“. So heißt es etwa in dem Papier mit dem vielsagenden Titel „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ zur Rente: Der Bericht der Alterssicherungskommission sei „wegweisend für unseren Sozialstaat, für den Wirtschaftsstandort Deutschland, aber vor allem für die Gesellschaft insgesamt“. Die Koalition werde „die darin enthaltenen Empfehlungen in einem Gesetzespaket umsetzen. Dieses wird bis Ende 2026 im Deutschen Bundestag verabschiedet.“

    Was nach der Umsetzung des Rentenkürzungsprogramms und den ebenfalls schon angekündigten Einsparungen bei Gesundheit und Pflege unter dem Strich von den von Lars Klingbeil großspurig angekündigten „Entlastungen für Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen“ übrigbleibt, wird wohl das Geheimnis des Finanzministers und Vizekanzlers bleiben. Selbst Friedrich Merz musste bei der Vorstellung des Reformpapiers kleinlaut zugeben: „Wir wissen natürlich, dass die Belastungen an anderer Stelle nach wie vor hoch sind.“

    Geht es nach Union und SPD, soll auch der Arbeitsmarkt nach dem Vorbild der Hartz-Reformen weiter flexibilisiert werden. „Wir beginnen die Fesseln zu lösen, die unser System auch den Unternehmen auflegt“, lautet die frohe Botschaft des Kanzlers an die Entscheider in den Vorstandsetagen. Konkret sollen zukünftig sachgrundlose Befristungen bis zu 48 Monaten möglich werden und bis zu sechs Mal verlängert werden dürfen. Aktuell sieht das Teilzeit- und Befristungsgesetz vor, Arbeitsstellen maximal zwei Jahre lang zu befristen und die Befristung bis zu drei Mal zu verlängern. Besonders für junge und expandierende Unternehmen sei diese Änderung „eine wichtige Möglichkeit“, begründete Merz die Deregulierung. Tatsächlich wird durch die Ausweitung des Zeitraums für sachgrundlose Befristungen das unternehmerische Risiko auf die Beschäftigten verlagert. Ganz nebenbei soll auch der Kündigungsschutz in einem ersten Schritt gelockert werden: Für Abfindungen sollen die Steuern gesenkt werden, wenn zeitnah eine neue Stelle angetreten wird.

    Darüber hinaus sehen die insgesamt 34 Beschlüsse des Koalitionsausschusses vor, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und Strafen für das unrichtige Ausstellen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhöhen. Außerdem muss eine entsprechende Bescheinigung zukünftig bereits ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden. In der Folge ließ ein gut gelaunter Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), verlauten, mit der geplanten Ausweitung der sachgrundlosen Befristung komme es „erstmals seit Jahrzehnten“ zu einer Flexibilisierung im Arbeitsrecht. Und mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der verpflichtenden Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag reagiere die Koalition „zu Recht auf den im internationalen Vergleich hohen Krankenstand“.

    Auch der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bezeichnete die vorgeschlagenen einschneidenden Veränderungen bei Krankschreibungen und Befristungen für alle Arbeitgeber als ein wichtiges Signal. Deren Präsident Dirk Jandura mahnte mit Blick auf die von Schwarz-„Rot“ angekündigte Abschaffung des Achtstundentages an, nun müsse sich die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Regelungen zur Arbeitszeit „zeitnah anschließen“. Dies soll laut Merz „im Laufe des Sommers“ besprochen werden. Beim Thema Arbeitszeitrecht hätten die Koalitionäre, so der Kanzler jedoch schon jetzt, mit der Ausweitung der Öffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken an Sonntagen erste Entscheidungen getroffen.

    Tiefes Misstrauen hegt man in Regierungskreisen anscheinend nicht nur gegenüber Beschäftigten und deren Arbeitsmoral, sondern in noch größerem Maße gegenüber Leistungsempfängern. Daher planen das Bundesarbeits- und das Bundesinnenministerium noch im Juli einen „Aktionsplan zur Bekämpfung des Missbrauchs von Sozialleistungen“ vorzulegen. Dazu soll ein möglichst umfassender Datenaustausch zwischen allen zuständigen Behörden gehören.

    Bei Unternehmen setzt man hingegen auf „Entbürokratisierung“. So will die Regierung in der EU darauf hinwirken, dass kleine und mittelständische Unternehmen sowie „risikoarme Bereiche“ von Datenverarbeitung von der Anwendung der Datenschutzgrundverordnung ausgenommen werden. Darüber hinaus ist geplant, gesetzliche Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen aufzuheben und alle Dokumentationspflichten mit dem Ziel zu überprüften, innerhalb eines Jahres jede vierte abzuschaffen.

    Zusammengefasst: Das sogenannte Reformpaket ist eine offene Kriegserklärung an die arbeitende Klasse. Vom DGB-Bundesvorstand und seiner Vorsitzenden Yasmin Fahimi kommt dagegen nur punktuell Kritik an einzelnen Maßnahmen. Ansonsten sind es bisher vergleichsweise moderate, ja fast versöhnliche Töne, die aus der Spitze des Gewerkschaftsbunds zu vernehmen sind: „Viele der Ergebnisse des gestrigen Koalitionsausschusses sind richtige Signale für Beschäftigung, Wachstum und Entlastung. Ich erkenne darin den ernsthaften Willen der Bundesregierung, die großen Herausforderungen wirklich anzupacken. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich der konstruktive Dialog mit den Sozialpartnern lohnt. Der DGB wird diesen Weg auch weiterhin engagiert und lösungsorientiert begleiten.“

    #Allemagne #bellicisme #austérité #pauvreté

  • 52 milliards d’aide publique aux entreprises : et si on en faisait autre chose ? - Fédération des maisons médicales
    https://www.maisonmedicale.org/52-milliards-serieusement

    Alors que le gouvernement Arizona a voté une série de réformes faisant peser la plupart de l’effort sur les travailleurs et la Sécurité sociale, il y a une dépense publique que les patrons et leurs amis au gouvernement se gardent bien de mettre en évidence : le montant exorbitant des aides publiques aux entreprises. Avec éconosphères, nous avons chiffré ce montant à 52 milliards en 20225. 52 milliards d’aide publique aux entreprises : et si on en faisait autre chose ?

    -- Permalien

    #belgique #économie #pauvreté

  • "Ceux qui restent" : À #Mbour, le #deuil « en #silence » des enfants de migrants disparus en mer

    "Depuis lors, je suis devenu silencieux", murmure Fallou, 12 ans, dans une évocation déchirante de la mort de sa mère sénégalaise après le #naufrage de la pirogue qui l’emmenait vers l’Europe. La jeune Sokhna est, elle, tourmentée par des #rêves où réapparaît son père migrant disparu en mer, au point qu’elle évite de passer devant l’océan et ses fantômes traumatiques.

    On les appelle "#ceux_qui_restent" : ces orphelins doivent composer face à l’attente insoutenable et le #deuil_impossible des "#absents-présents", leurs parents morts en mer ou dont on n’a plus jamais eu de nouvelles après la #disparition de leur embarcation.

    Le nombre de ces morts et disparus - et de leurs enfants - se chiffre au moins "à des milliers" au Sénégal ces dernières années, indique à l’AFP Saliou Diouf, fondateur de l’association "#Boza_Fii" qui lutte contre l’#oubli des personnes migrantes disparues.

    Dans la ville portuaire de Mbour (ouest), les vies abîmées et la parole sensible de ces enfants s’écoutent derrière les murs des maisons. Le #tabou entoure encore le choix de partir de leurs parents. La peur des familles de se confier aussi, dans un contexte où les autorités ont essentiellement une approche répressive pour empêcher les départs de pirogues, arrêter les passeurs, et secourir régulièrement des embarcations à la dérive.

    "J’ai beaucoup pleuré... et puis après je me suis dit que c’est la #volonté_divine", souffle à l’AFP dans une diction hachée Fallou, silhouette agitée de spasmes, en évoquant la mort de sa mère.

    A #Tefees, quartier de pêcheurs, aux ruelles de sable et maisonnettes précaires, Fallou et son frère de neuf ans sont heureux de se retrouver, appuyés l’un contre l’autre dans la chambre et seule pièce de vie de leur grand-mère, Ndeye Ndiaye.

    Leur vie a basculé quand leur mère, Awa, âgée d’une trentaine d’années, est décédée au Maroc en 2024, après le naufrage d’une pirogue.

    Depuis ce drame, "je suis devenu silencieux", lâche Fallou. Le garçon "n’en parle pas avec sa grand-mère ni avec ses amis", seulement avec son père lors de ses visites. "Il me raconte que ma mère était une bonne personne...".

    Comme souvent dans les familles où la mère migrante a disparu, la famille s’est disloquée : le père est retourné vivre dans sa famille, les enfants sont restés avec leur grand-mère. Mais acculée par le dénuement, elle a dû séparer les frères, confiant le plus jeune à son parrain.

    Awa n’avait pas informé sa mère de son projet, mais elle déplorait souvent de la voir "se fatiguer" et voulait lui "venir plus en aide".

    – "Prie pour moi" -

    "Elle m’a simplement dit qu’elle devait aller à Dakar", la capitale, relate Ndeye. Mais un soir, Awa l’appelle : "Maman, j’ai pris une pirogue pour rejoindre l’Europe et je voudrais que tu pries pour moi".

    Deux semaines d’#angoisse plus tard, un appel leur annonce son décès dans un hôpital au Maroc.

    "On ne m’a pas rapporté son #corps et j’en suis toujours là...", murmure Ndeye, qui ne peut retenir ses larmes. "Voir des enfants, des innocents comme eux, devoir vivre sans mère, ça vous affecte au plus profond de vous".

    En 2024, au moins 10.457 migrants sont morts ou disparus "à la frontière occidentale euro-africaine" en tentant de rejoindre l’Espagne via la périlleuse #route_Atlantique, selon Caminando Fronteras, le nombre le plus élevé enregistré depuis le début du recensement en 2007 opéré par cette association.

    Poussés par le désespoir face au manque d’opportunités dans leur pays (chômage, disparition des ressources halieutiques, etc...) et du fait que l’Europe restreint les visas et contrôle drastiquement ses frontières, les candidats à l’exil sont forcés de recourir à des embarcations clandestines, souvent vétustes et surchargées.

    "Souvent les #familles n’obtiennent pas assez d’informations pour faire leur deuil", souligne Saliou Diouf. "L’#acceptation de la disparition se fait très difficilement".

    Les enfants apprennent parfois la nouvelle brutalement dans la rue ou chez des voisins. Certains se débattent entre une attente insupportable, le refus d’accepter le décès, ou la colère.

    C’est le cas de Sokhna, 11 ans, visage d’ange assombri par un regard douloureux. Sa mère Fatou Ngom, son frère et sa soeur vivotent à Mbour dans une chambre et une cour louée à plusieurs familles.

    Le père, Assane, est porté disparu depuis que la pirogue qui le transportait a pris feu au large des côtes en 2022. On a simplement rapporté à Fatou qu’il "faisait partie des victimes".

    #Pauvreté aggravée -

    Fatou explique que Sokhna a depuis des moments "d’#absence", notamment en classe, et du retard dans sa scolarité. "Des fois la nuit, elle fait des rêves, elle crie “papa" plusieurs fois" dans la chambre où toute la famille vit.

    Même si leur relation semble complice, Sokhna explique sans détour que sa mère, encore accablée par le #chagrin et qui a beaucoup de mal à parler de la disparition de son mari, ne la "comprend pas" quand elle veut lui parler de son père.

    "Quand je rêve de lui et que j’ai peur parce que j’ai vraiment l’impression qu’il me parle, le lendemain je vais voir ma grand-mère", confie Sokhna. "Elle me raconte quand mon père courtisait ma mère, et des histoires sur lui...".

    "Je pense toujours à mon père quand je vois la mer", souffle-t-elle. C’est sa grand-mère, voyant son chagrin, qui a dit à Sokhna d’éviter de circuler par la plage et son alignement de pirogues.

    Contrairement à sa soeur qui garde son chagrin enfoui, Boubacar, 14 ans, a du mal à retenir son émotion en racontant ce jour de 2022 : "ma famille est venue trouver ma mère ; elle préparait du café. Ils ont dit “Assane est mort dans la pirogue“ ; elle était en état de #choc, elle s’est mise à pleurer, et nous aussi".

    "Mon père voulait nous construire une maison. Avant d’y arriver, Dieu a pris son âme...".

    "Je pense souvent à lui, surtout quand ma mère n’a pas l’argent pour la dépense quotidienne parce que c’est lui qui nous aidait à vivre", sanglote-t-il.

    A 14 ans, l’adolescent travaille déjà régulièrement après l’école dans un atelier de menuiserie métallique pour aider sa mère.

    Ces #orphelins doivent tenter de se reconstruire dans des familles brisées et qui tombent dans une précarité encore plus prégnante (réduction du nombre de repas, déscolarisation des enfants, endettement...). Nombre d’entre eux grandissent trop vite, éprouvés par les responsabilités.

    Près de Boubacar, sa soeur Coumba, cinq ans, pieds nus, vêtements élimés, s’amuse à dessiner sur un tableau accroché au mur de la cour. La fillette a grandi sans presque connaître son père.

    "C’est elle qui me fait pleurer parce qu’elle me demande toujours des nouvelles de son père", confie Fatou. "Je lui réponds qu’il est en voyage".

    "Elle peut devenir folle si on lui explique maintenant...", renchérit Boubacar.

    – Briser le silence -

    La douce Amy Dramé n’a pas non plus dit la vérité à ses enfants de dix, six et trois ans. Son mari - qui avait vu tous ses collègues pêcheurs acculés par la pauvreté tenter la traversée - l’a appelée depuis un bateau le 10 août 2024.

    "Il m’a demandé des nouvelles des enfants, et de prier pour lui ; c’est la dernière fois que j’ai eu des nouvelles", dit-elle, bouleversée.

    Un mois après, les autorités les ont informés que la pirogue avait échoué au Cap-Vert, sans survivants.

    Amy continue à dire à ses enfants que leur père est en campagne de pêche. "Ce sont des enfants...", lâche-t-elle. "Ils prennent tout le temps mon téléphone pour regarder des vidéos de leur père ; ils ne vont pas l’oublier...".

    Tenter de briser ce silence, c’est l’objectif d’un programme pionnier au Sénégal de prise en charge psycho-sociale de ces enfants, débuté en 2024.

    Plus d’une cinquantaine d’orphelins sont accompagnés par l’ONG internationale #Délégation_diocésaine_des_Migrations_du_Sénégal (#DDM_Sénégal) et le #Collectif_des_victimes_de_l'émigration_irrégulière_au_Sénégal (#Coves), qui ont entamé ce travail après avoir constaté la souffrance des femmes de disparus et leurs enfants, particulièrement due au "#deuil_ambigu" lié à l’#incertitude sur le décès.

    "On a constaté que beaucoup de leurs enfants souffraient aussi, d’une manière différente, plus en silence, avec beaucoup de #colère", explique Jordi Balsells, directeur de la DDM.

    L’ONG fait trois tournées par an dans d’autres régions du Sénégal, et mène des accompagnements à domicile.

    Dans le centre de Mbour, dans un bâtiment baigné de lumière, alors que leurs mères travaillent dans un atelier de couture pour avoir une source de revenus supplémentaire, les enfants - tous orphelins de pères migrants - sont reçus en thérapie.

    Si en apparence plusieurs chahutent en patientant, cela masque souvent une attitude fragile.

    Babacar Ndiaye, 12 ans, submergé par l’émotion, ne parviendra pas à se confier sur la disparition de son père mareyeur en 2024 dans le chavirement d’une pirogue au large de Mbour.

    "Sache que si tu veux parler, on est là", lui dit doucement Tesa Reimat Corbella, médecin spécialisée dans le deuil, qui s’occupe de l’accompagnement psycho-social.

    – "#Stigmatisation" -

    A l’inverse, son frère de neuf ans, Pape Balla, dégage une assurance étonnante. Il se confie tout en ne lâchant pas deux figurines de crocodile et de lama.

    "Mon père ne voulait pas partir mais c’est celui qui a organisé le voyage qui l’a forcé !", lance-t-il, manière à lui de faire face à cet abandon qu’il ne comprend pas. "Ca me fait mal qu’il ait disparu ; je voulais qu’il reste avec nous...".

    "J’ai des amis au quartier qui ont vécu la même chose mais on n’en discute pas", ajoute Pape, qui raconte aussi des souvenirs aux côtés du père. "Il m’achetait souvent des ballons et ça me manque...".

    A l’instar de Babacar, Bambi Diop, 10 ans, ne pourra d’abord n’articuler que quelques mots : "je veux pas parler de mon père...".

    Avec sollicitude, la psychothérapeute Katy Faye prend Bambi par les épaules et tente de calmer son accès de larmes.

    "Quand je pars en classe je pense à lui", lâche Bambi finalement, expliquant que c’est souvent son père qui la déposait à l’école.

    La fillette reste en partie dans le déni, affirmant à l’AFP que son père vit dans une autre ville du Sénégal et qu’il va "bien". Des mots qui surprendront sa mère, qui assure que sa fille "sait" que son père est décédé dans un naufrage en 2024.

    Pour Tesa Reimat Corbella, le principal défi, "c’est de casser le silence" entourant la disparition. "Il faut commencer à donner des mots à ce qui s’est passé, pouvoir parler avec les enfants du souvenir de qui était leur père, et travailler avec le parent qui est resté".

    Elle se réjouit que l’ONG ait réussi à créer "un espace sûr, où ils peuvent partager avec les autres enfants". "Le fait qu’ils acceptent ce qui est arrivé et qu’ils peuvent en parler sans peur, sans honte, c’est le plus important".

    Mais il y a "encore beaucoup de travail", reconnaît-elle. "Quand les enfants sortent de cet espace, à l’école ou dans la rue il y a encore de la stigmatisation".

    Acteur de la société civile et spécialiste depuis 20 ans des questions migratoires, Mamadou Diop Thioune regrette que le soutien économique et psycho-social à ces familles ne soient "pas pris en compte dans (nos) politiques publiques".

    Il pointe le manque d’information des autorités, d’outils et de personnel formé, alors que les "conséquences sociales" pour le Sénégal de ces disparitions d’exilés "sont dramatiques".

    Au centre DDM, une lumière douce de fin de journée apaise l’atmosphère. Les enfants alignés sur des matelas au sol sont fascinés par le film d’animation "Kirikou et la Sorcière", sous le regard de Tesa et ses collègues.

    La société sénégalaise doit être davantage "sensibilisée sur la situation des disparus et de leurs familles", martèle Tesa. "C’est important de redonner une dignité aux personnes disparues, des gens qui étaient partis chercher une vie meilleure", plaide-t-elle.

    "Il faut qu’on puisse parler de ce sujet sans cacher ces enfants et ces familles".

    https://www.seneweb.com/fr/news/Societe/ceux-qui-restent-a-mbour-le-deuil-en-silence-des-enfants-de-migrants-dispar

    #Sénégal #migrations #mourir_aux_frontières #morts_aux_frontière #décès

    ping @6donie

  • Erwerbslosigkeit : Was steht den Beziehern nun bevor ?
    https://www.jungewelt.de/artikel/525154.erwerbslosigkeit-was-steht-den-beziehern-nun-bevor.html

    À partir de demain l’Allemagne sera plus pauvre qu’aujourd’hui. Cette interview explique quelques éléments de l’affaire. Vous avez bien lu : je ne considère pas les profiteurs des mesures antisociales comme des Allemands, il ne font même pas partie du collectif humain habitant cette planète.

    30.6.2026 von Niki Uhlmann - Neue Grundsicherung: Wie es Erwerbslosen an den Kragen geht und was dagegen unternommen werden kann, schildert Thomas Wasilewski

    Am 1. Juli tritt die neue Grundsicherung in Kraft. Sie planen am Mittwoch eine Mahnwache vor dem Ministerium für Arbeit und Soziales in Nordrhein-Westfalen. Kann die Reform damit noch gestoppt werden?

    Nein, ganz bestimmt nicht. Aber das Thema ist nicht erledigt. Ich fordere, dass die Reform wieder rückgängig gemacht wird.

    Auch die Gewerkschaft Verdi hat aufgerufen. Wer unterstützt Sie noch?

    Wirklich gefreut habe ich mich über die Hilfe von Christoph Gille, der an der Hochschule Düsseldorf Sozialwissenschaften lehrt. Er hatte mich in seine Vorlesung eingeladen, wo ich viele Unterstützer gewinnen konnte. Verlassen kann ich mich auf das Bündnis für Menschenwürde und Arbeit. Auch Die Linke beteiligt sich stark.

    Verdi hat einen Landeserwerbslosenausschuss, dessen Gewerkschaftssekretärin, als ich dort war, sofort Unterstützung zusagte. Wenig später hat sie den Aufruf veröffentlicht und für die Aktion eine Anlage organisiert. So viel Elan ist heute sehr, sehr selten. Zumal der DGB sonst sehr behäbig ist. Meines Wissens ist Verdi auch die einzige Gewerkschaft, die Erwerbslosenausschüsse hat. Das ist komisch: Es gibt ja auch Metall- und Chemiearbeiter ohne Job. Der DGB müsste sie alle vertreten.

    Werden auch Erwerbslose protestieren?

    Ja: Mitglieder vom Ausschuss, von »Ich bin armutsbetroffen« und ein paar, die privat zugesagt haben. Insgesamt dürften es 30 Teilnehmer werden.

    Das sind, gemessen an den vielen Erwerbslosen, nicht viele. Warum?

    Auf dem Arbeitsmarkt gibt es wenige offene Stellen und dafür oftmals keine qualifizierten Bewerber: Menschen, die Arbeit suchen, finden keine. Das beschreibt auch die Agentur für Arbeit so. Aber die Regierung behauptet ständig, die Menschen wären zu faul, gar arbeitsscheu, und stellt sie dar, als agierten sie in mafiösen Strukturen. Und viele Medien machen mit. Das ZDF sendete neulich unter dem Titel »Leben ohne Leistung«. Dagegen sind die Erwerbslosen machtlos. Viele trauen sich nicht, öffentlich für ihre Interessen einzustehen. Wir müssen mittlerweile sogar Angst haben, dass wir in irgendwelchen Arbeitslagern landen.

    Ist das nicht etwas drastisch formuliert?

    In meinen Kommentaren lese ich täglich: »Parasit«, »arbeitsloses Miststück«, »ab ins Lager mit euch Viechern« und so weiter. Das ist die Stimmung, die Politik und Medien anheizen. Leuten wie Dobrindt und Söder geht die Verarmung per Grundsicherung noch nicht wenig genug. Wie Säue werden wir durchs Dorf getrieben. Ausgebildet und für Berufe qualifiziert werden die Betroffenen derweil kaum. Egal wie sehr man auf uns eindrischt: Die neue Grundsicherung wird die Zahl der Erwerbslosen nicht merklich senken.

    Wie verhalten sich denn CDU und SPD in Nordrhein-Westfalen dazu?

    Ich habe vor Monaten alle Abgeordneten der Landesgruppen von CDU und SPD im Bundestag eingeladen, sich den Fragen der erwerbslosen Menschen zu stellen. Kein einziger hat zugesagt. Die SPD-Landtagsfraktion hat sich in einem Schreiben gegen die Totalsanktionen ausgesprochen. Es ist aber ziemlich scheinheilig, das auf Landesebene zu kritisieren und dann im Bundesrat abzunicken, was die Regierung treibt.

    An der Grundsicherung ist also vorerst nicht zu rütteln. Was steht den Beziehern bevor?

    Die Sanktionen und die Drangsalierung durch die Jobcenter werden zunehmen. Da die Karenzzeit bei den Vermögen sowie die Unterkunftskosten beschränkt und die Regelsätze dieses und – wie es aussieht – auch nächstes Jahr nicht erhöht werden, wird sich die Situation vieler Menschen deutlich verschlechtern. Dass man zeitgleich das Wohngeld kürzt, wird weitere Menschen unter das Existenzminimum und in den Leistungsbezug drücken. Übrigens leiden die Menschen hier darunter, dass es nicht genug bezahlbaren Wohnraum gibt.

    Worauf können die Betroffenen hoffen?

    Retten kann sie nur Solidarität untereinander. Die sehe ich leider nicht. Bei vielen Protesten gegen die Sozialkürzungen bleibt die Grundsicherung außen vor. Erwerbslose haben kaum Verbündete. Beschämend finde ich, dass von der evangelischen Kirche nichts kommt. Die Sozialverbände und die Gewerkschaften muss man ausgiebig motivieren. Die Erwerbslosen selbst müssen jeden Tag zusehen, wie sie über die Runden kommen, und haben daher kaum Kraft für Gegenwehr. Ich helfe bei der Tafel und sehe da wöchentlich Menschen, die – mal im Klartext – nichts zu fressen haben.

    Als Hartz IV eingeführt wurde, waren viele Akademiker arbeitslos; die konnten sich natürlich wehren. Heute haben zwei Drittel der Erwerbslosen überhaupt keine Qualifikation. Die ertragen demütig ihr Schicksal in dem Glauben, sie hätten eh keine Chance. Viele machen dann ihr Kreuz bei der AfD. Die stärkt die Regierung mit der Grundsicherung also auch: Steigbügelhalter sind das. Solange die Erwerbslosen, um es ganz deutlich zu sagen, nicht den Arsch hochkriegen und auf die Straße gehen, wird sich an dieser Misere nichts ändern.

    #Allemagne #hartz_iv #Grundsicherung #pauvreté

  • Zwischen Selbst-Bestärkung der von Armut Beschämten und der Ambivalenz eines viralen „Aufstands der Armen“ – Aktuelle Sozialpolitik
    https://aktuelle-sozialpolitik.de/2022/05/29/hashtag-ichbinarmutsbetroffen

    Lors ce qu’en 2022 une mère célibataire publie un tweet à propos de sa situation précaire (Attention à l’euphémisme !) et y ajoute un joli #hashtag (traduction : #jesuisconcernéparlapauvreté ) c’est l’engouement médiatique. On accorde même son moment de gloire à la pauvre mère et l’état lui octroie une fois deux cent Euros de prime d’inflation sippmémentaire.

    Quatres années passées il n’y a plus rien. Pas de site web, pas de campagne soutenue en faveur des laissés pour compte, aucun parti n’a fait son sujet de campagne de la pauvre mère et ses enfants. On est passé à d’autres thëmes plus urgents que le sort des millions de personnes sans voix.

    La pauvreté demeure. Elle n’est pas de la "news" ( not newsworthy ).

    Il est temps d’apporter une solution incontournable au problème.

    29.5.2022 von Stefan Sell - Hashtag #IchBinArmutsbetroffen auf Twitter: Zwischen Selbst-Bestärkung der von Armut Beschämten und der Ambivalenz eines viralen „Aufstands der Armen“

    Seit Mitte Mai kann man es auf Twitter beobachten und mit Hilfe des Hashtags #IchBinArmutsbetroffen auf Twitter verfolgen oder sich beteiligen: Seitdem berichten viele Menschen öffentlich aus ihrem Leben. Der Hashtag soll im Umfeld der Initiative (ar)-MUT – mit dem anspruchsvollen Motto „Raus aus der Nische – aber richtig“ – entstanden sein und wurde durchaus erfolgreich auf Twitter platziert, wenn man denn Erfolg erst einmal quantitativ bemisst. Der Anspruch der Initiative wird so selbst beschrieben: »ar-MUT steht für Bestärkung von Armutsbetroffenen sowie für Sensibilisierung und Aufklärung für Nichtbetroffene. Armut ist nach wie vor ein Thema das von Scham, Vorurteilen, Unwissen, Stigmatisierungen und falschen Vorstellungen davon begleitet wird. Umso wichtiger ist es, Wissen über strukturelle Armut, die Zahlen, die Hintergründe, den Alltag, die Folgen von Armut und Beschämung sowie darüber warum Armutsbekämpfung nur beschämungsfrei funktionieren kann, zu vermitteln.«

    »Was es mit Armut auf sich hat, warum es kein individuelles Versagen ist, wie sehr Sprache beschämen und ausgrenzen kann, welche Folgen das für Betroffene hat, was man unter struktureller Armut und sozialer Ungleichheit versteht und vor allem – warum es es so wichtig ist unsere lange antrainierten Bilder über Armutsbetroffene zu hinterfragen« – das versucht die Initiative voranzutreiben.

    „Es ist traurig, dass es überhaupt so viele arme Menschen gibt, aber wunderschön, dass sie sich endlich rauswagen und darüber reden“, sagt Daniela Brodesser von der Initiative. Sie wird zitiert in dem Beitrag Warum im Internet viele von ihrem Alltag in Armut erzählen von Okan Bellikli (auf Twitter unter @okbelli unterwegs), eine gute Zusammenfassung dessen, was um den Hashtag passiert.

    Mit Blick auf die Initiative, deren Website 2021 an den Start gegangen ist, berichtet Bellikli: »Vier Jahre zuvor fing Brodesser, damals selbst betroffen, auf Twitter an, über ihre Erfahrungen zu schreiben. „Entweder ich fange an, darüber zu reden oder ich resigniere komplett“, beschreibt sie einen damaligen „Kippunkt“ in ihrem Leben. Über mehrere Jahre habe sie zuvor gemerkt, wie sehr man anfange, sich zurückzuziehen, „weil man die ganzen Vorurteile kennt und sich immer wieder rechtfertigen muss“. Die Reaktionen auf Twitter gaben ihr eigenen Angaben zufolge Kraft, zeigten aber auch, dass viele Menschen bei dem Thema vorschnell Urteile fällen. Sie startete vor einigen Monaten deshalb eine Whatsapp-Gruppe für Betroffene als „Safe Space, wo keine Trolle und Beschämer hineinkommen und sie reden können, ohne niedergemacht zu werden“. Dort kam einer Nutzerin die Idee zu dem Hashtag.«

    Das, was sich nun unter dem Hashtag versammelt, wird in einem Teil der Medienberichterstattung durchaus aufgegriffen: „Armut ist keine Schande“: Wie Menschen auf Twitter mit einem Tabu brechen, so ist beispielsweise ein Beitrag von Maria Häußler überschrieben. Ihre Wahrnehmung dessen, was da seit einiger Zeit passiert: »Wer arm ist, versucht das oft zu verbergen. Doch auf Twitter outen sich in diesen Tagen immer mehr User unter dem Hashtag #IchBinArmutsbetroffen. Sie brechen das Tabu und erzählen ihre Geschichte, beschreiben also auch die Umstände, die sie in die Armut geführt haben. Darunter sind oft psychische Krankheiten, die Verantwortung für Angehörige mit Behinderung, ein Leben als Alleinerziehende. Die User wollen vor allem zeigen, dass Armut selten selbstverschuldet ist und jeden treffen kann.« Einigen Usern ist aufgefallen, wie oft eine Krankheitsgeschichte, darunter vor allem chronische Krankheiten, hinter den einzelnen Armutsgeschichten steht.

    Aber Häußler deutet zumindest am Ende ihres Beitrags auch an, dass es in den sozialen Netzwerken und gerade auch (?) auf Twitter eine Schattenseite gibt, mit der diejenigen, die ihre Twitter-Stimmen erheben, mehr oder weniger schnell konfrontiert werden: »Kommentare zu Spartipps unter den Tweets kommen gar nicht gut an. Inzwischen wird auch hitzig diskutiert, ob Studierende und Auszubildende von „echter“ Armut betroffen sind. Das hängt vor allem davon ab, ob die Eltern ihre Kinder unterstützen können.«

    Und man kann das hier dahingehend ergänzen, dass es keine Übertreibung ist, wenn man darauf hinweist, dass nicht wenige Menschen die Interaktionen, wenn sie denn auf Twitter ablaufen, als „toxisch“ bezeichnen. Oftmals werden die Betroffenen verbal übel angegangen in den Kommentierungen zu ihren Tweets. Und man braucht schon eine ganz eigene „Professionalität“ im Sinne einer ausgeprägten selektiven Wahrnehmung, um zu verstehen, was da zuweilen passiert (und von wem).

    Letztendlich sind wir hier schon angekommen bei einem Grunddilemma dessen, was nun erneut auf Twitter passiert: Zum einen kann es für die wirklich Betroffenen (also exklusive der „berufsmäßigen“ Beobachter und Akteuere der Armutsthematik, wenngleich die nicht selten das, was da von den Originalquellen vorgetragen wird, „natürlich“ für ihre Anliegen instrumentalisieren) durchaus eine bestärkende Wirkung haben, wenn ihnen der Hashtag vermittelt, dass sie mit ihrem ganz individuellen Leben und dessen Beschwernissen Teil eines größeren Kollektivs sind. Man steht nicht alleine vor den Belastungen und Herausforderungen. Zum anderen aber spiegelt sich die schon in der Vergangenheit in der Armutsforschung immer wieder beschriebene und trotz ihrer Unvermeidlichkeit auch kritisierte Individualisierung (oftmals problematisch potenziert mit einer Personalisierung und Moralisierung des Arm-Seins) in den zuweilen verletzenden, ja toxischen Kommentierungen der individuellen Tweets, die verheerend wirken (können), wenn man keine entsprechenden Abschirm- und Einordnungsfähigkeiten hat oder in der Vergangenheit herausbilden konnte.

    ➔ Wieso „erneut“? Gab es das schon mal so oder ähnlich? Okan Bellikli klärt uns auf: »Etwas Ähnliches gab es auch Ende 2018: Damals war über einen Artikel in der Wochenzeitung „Der Freitag“, geschrieben vom Journalisten Christian Baron, „#Unten“ entstanden. Unter diesem Hashtag äußerten sich ebenfalls auf Twitter viele zu ähnlichen Punkten. Seitdem hat sich nicht viel verändert.« Hier die Original-Quelle:
    ➞ Christian Baron (2018): Sie nannten uns Sozialhilfe-Adel, in: der Freitag, Nr. 45/2018: »Wenig Geld? Selber schuld. Faul. Dumm. Soziale Diskriminierung gehört in diesem Land zum Alltag. Zeit für einen Aufschrei.«

    Bellikli ergänzt mit Blick auf die (Nicht-)Wirkung: »Damals wie heute fand der jeweilige Hashtag seinen Weg in den Bundestag: Vor dreieinhalb Jahren erwähnte die damalige Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht „#Unten“ während einer Debatte, Mitte Mai wiederum las ihre Parteikollegin Janine Wissler Tweets zu „#IchBinArmutsbetroffen“ vor. Einen Unterschied gibt es aber: Anders als im Koalitionsvertrag der damaligen Regierung aus SPD und CDU/CSU kommt in der Vereinbarung der Ampelparteien der Begriff „Hartz IV“ vor – einmal. Und zwar in dem Zusammenhang, dass es durch ein sogenanntes Bürgergeld ersetzt werden soll, das „die Würde des und der Einzelnen achten, zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigen sowie digital und unkompliziert zugänglich sein“ soll.« Wir werden sehen, was der Sommer bringt – denn den angekündigten Umbau von Hartz IV zu einem „Bürgergeld“ will der zuständige Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Sommer mit einem Gesetzentwurf konkretisieren.

    Wieder zurück zur aktuellen Rezeption des Hashtags in den „klassischen“ Medien: »Von Armut betroffene Menschen werden auch in Deutschland traditionell verachtet. Scham wird dabei zu einer Waffe – die marginalisierte Menschen auch gegen sich selbst richten«, schreibt Samira El Ouassil in ihrer SPIEGEL-Kolumne unter der auf den ersten Blick positiv daherkommenden Überschrift #IchBinArmutsbetroffen: Warum der Hashtag so wirkmächtig ist. Sie weist darauf hin, dass der Hashtag #IchBinArmutsbetroffen von der alleinerziehenden Mutter »Finkulasa« in Gang gebracht wurde (auf Twitter unter @finkulasa unterwegs).

    WimalDie »Formulierung »von Armut betroffen« ist hier sehr wichtig, denn es geht eben nicht darum, arm zu sein, als sei es eine Eigenschaft, sondern man muss Armut als etwas begreifen, das einem widerfährt, als einen Schicksalsschlag. Und das ist vielleicht auch die Essenz dieses Hashtags: deutlich zu machen, dass Armut in verschiedenen Konstellationen jeden treffen kann. In den zahlreichen Schilderungen wird jedoch auf detaillierte Weise anschaulich, wie schwer es ist, hierzulande mit Hartz IV, Niedriglöhnen, Aufstockung oder einer geringen Rente ein würdevolles Leben zu führen.« Auch die Autorin sieht die Schattenseiten des Sprechens über Armut: »Denn jedes Mal, wenn ich irgendwo über Armut schreibe, können Sie Ihre Rolex darauf verwetten, dass etliche Kommentare darauf hinweisen, dass von Armut betroffene Menschen im Grunde doch immer auch selbst an ihrer Situation schuld seien. Von »Die sollen halt arbeiten gehen!« über »Warum geben sie sich nicht mehr Mühe beim Geld haben?« bis zu »Faul, drogensüchtig und dumm!« ist alles an ätzenden Erniedrigungen dabei. Von Armut betroffene Menschen werden auch in Deutschland traditionell verachtet, weil die unterstellte Disziplinlosigkeit, das angebliche Sichgehenlassen vielen hier geradezu als frech erscheint, stellt es doch die verteidigte Funktionalität einer Leistungsgesellschaft infrage.«

    Armut als Beleg eines individuellen Scheiterns, persönlichen Unvermögens oder aber eines Unwillens, mehr aus sich zu machen. »Um diesen Mythos erfolgreich aufrechtzuerhalten, kommt vor allem ein soziales Instrument zum Einsatz: Scham. Genauer: Beschämung. Ein Mechanismus, der zur Verhaltenskontrolle eingesetzt wird.«

    Die Beschämung funktioniert auf zwei Arten, die von Samira El Ouassil so beschrieben werden:

    »Die Beschämung ist ein fabelhaftes soziales Tool, um das Ideal der Eigenverantwortlichkeit aufrechtzuerhalten, denn sie führt zu einer gern gedrehten Armuts-Beschämungs-Spirale, die es ökonomisch abgesicherten Bürgerinnen und Bürgern einfacher macht, sich Armut – was? In Deutschland? Unmöglich! – nicht konkret vorstellen zu müssen. Durch sie entsteht die Wahrnehmungslücke einer naiven Elendsleugnung. Analog zum berühmten Konzept der Schweigespirale der Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann funktioniert diese Armuts-Beschämungs-Spirale folgendermaßen: Eine Gesellschaft hält an der vorherrschenden These »Wer arm ist, der ist selbst dran schuld!« fest – vor allem in einem aufgeklärten, liberalen, prosperierenden Land.
    Auf Grundlage dieser gesellschaftlichen Ansicht werden einkommensschwache Menschen als randständig stigmatisiert, weshalb sie nicht darüber sprechen, weshalb sie unsichtbar bleiben und die Schicksale vieler in einer Schweigespirale des Sichgenierens verstummen; weshalb im wohlständigen Teil der Gesellschaft wiederum gedacht wird, dass es den meisten ja gut gehe – und sie folglich zum Schluss kommen: Wer arm ist, muss also selbst daran schuld sein! In einer Mischung aus Klischees über Arme, die auch in deutscher Unterhaltung und schlechter Berichterstattung transportiert werden, aber auch aus reiner, dumpfer Ignoranz und fehlender Verfügbarkeit, weil man die Gesamtheit an prekär lebenden Menschen ja nicht immer vor Augen hat, erkennt die Mehrheit der Gesellschaft das Problem nicht als ein gesamtgesellschaftliches an, sondern als individuelles Versagen einiger aus einer abseitigen Minderheit.«

    Zur Bekämpfung der Armut müsste neben ökonomischen Lösungen auch eine Entstigmatisierung erfolgen sowie eine Sichtbarkeit geschaffen werden, welche eine grundlegende Auseinandersetzung erzwingt. In diesem Kontext wird nun auch die Überschrift des Beitrags von Samira El Ouassil verständlich: »Deswegen ist der Hashtag in seiner Formulierung »Von Armut betroffen« auch so wirkmächtig.«

    Es gibt noch eine zweite Art der Beschämung:

    »Der zweite Hebel der Beschämung: Mit der Behauptung von Schuld und Faulheit, von Charakterschwäche und der potenziellen Möglichkeit, es ja aus eigenem Antrieb besser machen zu können, wenn man denn nur wollte, gibt man Menschen erfolgreich so lange die Schuld an der eigenen Armut, bis sie die Scham verinnerlicht haben und gegen sich selbst einsetzen; bis sie sich selbst für unzureichend und schwach halten, für nicht zugehörig und zu Recht in der aussichtslosen Position gelandet. Das heißt, zur ökonomischen Ausgrenzung kommt nicht nur eine soziale hinzu, die z.B. den Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem erschwert, sondern auch eine innerliche Selbstausgrenzung. Dieses Gefühl geht einher mit der Feststellung, dass man im tiefsten Inneren machtlos ist.«

    Daraus resultiert oftmals ein großes Problem: Die „Blockierung des Selbsthilfepotentials durch die Scham“ (vgl. Kurt Salentin: Nicht nur zu wenig Geld: Armut, Scham und die Folgen, 2008). »Scham also als eine Waffe, die marginalisierte Menschen gegen sich selbst richten, eine Fessel, die verhindert, dass man über sein Elend öffentlich spricht, und somit ein Instrument, welches die Sichtbarkeit dieser Ungerechtigkeiten verhindert. Das Dilemma beziehungsweise die Stärke symbolischer Gewalt ist die Internalisierung der Ungleichheiten, bis sie selbstverständlich erscheinen.«

    Samira El Quassil beendet ihre Ausführungen hoffnungsvoll: »Betrachtet man die politische Auseinandersetzung und die gescheiterte Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte, dann ist man offenbar wirklich kein richtiger Mensch, sondern nur ein zählbares Element in einer Statistik. Diese Entmenschlichung wird hoffentlich durch die Sichtbarmachung und das Aufbrechen der Armuts-Beschämungs-Spirale reduziert, wenn hoffentlich endlich klar wird: Da Armut jeden Menschen treffen kann, betrifft sie uns alle.«

    Und abschließend soll auf einen weiteren ersten Einordnungsversuch dessen, was mit dem Hashtag (nicht) verbunden ist bzw. sein kann, hingewiesen werden. Unter der wortgewaltig daherkommenden Überschrift Der Aufstand der Armen berichtet Jörg Wimalasena: »Unter dem Hashtag #IchbinArmutsbetroffen schildern Menschen mit finanziellen Problemen ihr Leben – und stellen gängige Klischees von vermeintlich faulen Arbeitslosen in der sozialen Hängematte infrage. Politische Antworten aber bleiben aus.«

    Wimalasena verweist auf die Urheberin des Hashtags: »Anni ist nicht arm, sondern von Armut betroffen. Auf diese Feststellung legt die 39-Jährige wert. „Ich habe Freunde und meine Familie. Arm sein klingt, als hätte ich nichts im Leben“, sagt sie. Aber es sei vor allem die wirtschaftliche Situation, unter der sie leide. Man merkt: Die zweifache Mutter, die von Hartz IV lebt, möchte endlich einmal die Definitionshoheit haben über ihr Leben und ihre Situation – und das Armutsbetroffene endlich einmal selbst zu Wort kommen.« Anni hat nicht nur sich selbst eine Stimme in den sozialen Netzwerken verschafft, sondern auch Tausenden anderen Menschen in prekären finanziellen Situationen in Deutschland. »Unter dem Hashtag #IchbinArmutsbetroffen forderte sie Betroffene, die von Hartz IV, Niedriglöhnen und zu geringen Renten leben auf, im Netz ihre Lebensrealitäten zu schildern. „Lasst uns zeigen, wer wir sind, dass wir KEINE Zahlen sind“, schrieb sie. Anni machte selbst den Anfang: Erzählte von den vielen Jobs, die sie schon hatte. Davon, dass sie mit einer schweren Arthrose, einer Depression und zwei Kindern derzeit nicht arbeiten kann. „Aber ich bin nicht unsozial, faul, dumm“, ließ sie Twitter wissen.«

    Sie beschreibt »das „Gedankenkarussell“, das sie ständig beschäftige. „Was ist, wenn der Kühlschrank kaputtgeht, was wenn ich die Stromrechnung nicht bezahlen kann?“ Ständig kreisten die Gedanken ums Geld. Das aktuell größte Problem: Wegen der steigenden Lebensmittelpreise werde es immer schwerer, sich frisches Obst und Gemüse leisten zu können.«

    Nun könnte bei diesem „viralen Aufstand der Armen“ – viral deshalb, da sie ja nicht analog durch die Straßen des Landes ziehen, sondern die Arena dieses Aufstandes ist eine der Social Media-Plattformen – die Gefahr bestehen, dass man in einer nach außen getragenen Selbstbespiegelung des individuellen von Armut betroffenen Lebens sowie der sich um den Vernetzungs-Hashtag herausbildende Blase gleichsam „steckenbleibt“. Dass es nach einer schnellen Wachstumsphase, die so typisch ist für Twitter & Co., zu einem Ab- und Auskühlen kommt und am Ende das bittere Gefühl bleibt, dass es wieder einmal ein „Aufstand im Wasserglas“ gewesen ist, den wir einen Moment lang erleben durften.

    Aber es gibt eben auch diese andere Seite, die Wimalasena in seinem Artikel so beschreibt: »Ein früher Unterstützer der Kampagne ist Konstantin Seefeldt. Der 41-Jährige hilft gemeinsam mit zwei anderen Mitgründerinnen und einem Netzwerk aus Helfenden mit seiner Stiftung OneWorryLess Foundation (zu deutsch: „Eine Sorge weniger“-Stiftung) Bedürftigen mit Sach- und Geldspenden. Das Hashtag sei eine wichtige Entwicklung. „Das Milieu der Armutsbetroffenen ist sehr abgekapselt – und das bricht nun ein bisschen auf“, beobachte er. Man unterstütze sich gegenseitig gegen diffamierende Kommentare im Netz, spreche sich gegenseitig Mut zu. Es gebe einen neuen Zusammenhalt.«

    Man wird abwarten müssen, wie sich das weiter entwickelt. Ob das wie andere Vorläufer auch einfach versanden wird – oder mehr daraus entstehen kann. Das ist derzeit alles sehr unklar.

    Für Betroffene hat das, was auf Twitter unter dem Hashtag passiert, den positiven Effekt, man fühle sich selbst sicherer und selbstbewusster, erzählt Anni: „Twitter hat mir geholfen, weniger Scham zu empfinden für meine Situation.“

    Le texte a également été publié ici :
    https://www.labournet.de/politik/wipo/wipo-deb/kapitalismuskritik/ichbinarmutsbetroffen-warum-der-hashtag-so-wirkmaechtig-ist

    #Allemagne #pauvreté #précarité #réseaux_sociaux

  • 13 millions de victimes et plus de 3 000 morts en 2025 : l’Afrique paie un lourd tribut aux événements climatiques extrêmes

    L’agence onusienne, qui fait autorité pour les questions relatives à l’atmosphère terrestre, au climat et à l’eau, recommande aux pays africains de renforcer leurs systèmes d’alerte précoce, et d’investir davantage dans l’adaptation au changement climatique et la préparation aux catastrophes.

    Les #phénomènes_extrêmes liés au #climat ont sinistré au moins 13 millions de personnes et entraîné plus de 3 000 décès recensés en #Afrique en 2025, avec des répercussions sur l’ensemble des secteurs de l’économie et les moyens de subsistance des populations, selon un rapport publié le jeudi 18 juin par l’Organisation météorologique mondiale (OMM). Intitulé « State of the Climate in Africa 2025 », le rapport révèle que les #inondations et #sécheresses ont constitué les #catastrophes_météorologiques les plus importantes sur le continent durant l’année écoulée, les inondations représentant plus de la moitié de tous les événements extrêmes signalés.

    L’#Afrique_de_l’Est a été particulièrement touchée, avec plus de 8,5 millions de personnes affectées par la sécheresse, alors que des conditions de sécheresse prolongées ont aggravé l’#insécurité_alimentaire et les pénuries d’#eau dans la #Corne_de_l’Afrique et les régions voisines. En #Afrique_de_l’Ouest, le #Nigeria a connu en mai des inondations dévastatrices qui ont fait plus de 200 #morts, tandis que les inondations en #République_démocratique_du_Congo (#RDC) ont coûté la vie à plus de 160 personnes en avril, soulignant l’intensité croissante des #précipitations saisonnières extrêmes.

    Le #Sahel a enregistré des précipitations supérieures à la moyenne, prolongeant une tendance observée ces dernières années, tandis qu’une grande partie de l’Afrique de l’Est et de la Corne de l’Afrique est restée plus sèche que d’habitude. En Afrique australe, les précipitations ont été marquées par une forte #variabilité, avec des épisodes intenses qui ont provoqué des inondations. En #Afrique_de_Nord, les #vagues_de_chaleur et les sécheresses prolongées ont causé des dégâts considérables à la #production_agricole, menaçant la #sécurité_alimentaire et les #moyens_de_subsistance.

    Le rapport précise également que l’Afrique se réchauffe plus rapidement que la moyenne mondiale. La #température moyenne annuelle de l’air en surface enregistrée à l’échelle continentale s’est classée entre le troisième et le septième rang des valeurs les plus élevées jamais enregistrées en fonction des données utilisées, avec une anomalie positive de 0,51 °C par rapport à la moyenne de la période 1991-2020.

    C’est l’Afrique du Nord qui a connu la plus forte anomalie de #températures en 2025 comparativement aux autres sous-régions africaines, soit +0,76 °C par rapport à la moyenne de la période 1991-2020. À l’inverse, l’Afrique australe a enregistré l’anomalie de températures la plus faible, soit +0,21 °C par rapport à la même période de référence.

    40 % des pays africains disposent de systèmes d’alerte précoce multi-dangers

    Au-delà des inondations et des sécheresses, le rapport met en évidence des changements climatiques à long terme qui sont déjà en train de remodeler le continent.

    Les #glaciers africains ont perdu plus de 90 % de leur superficie depuis la fin du XIXe siècle. La couverture glaciaire du #mont_Kilimandjaro est passée de 11,4 km2 en 1900 à 0,98 km2 ces dernières années. La superficie des glaces du #mont_Kenya et des #montagnes du #Ruwenzori (une chaîne de montagnes d’Afrique centrale, située à la frontière entre l’#Ouganda et la RDC) a aussi diminué, passant respectivement de 1,64 km² à 0,07 km², et de 6,51 km² à seulement 0,38 km².

    D’autre part, l’élévation du niveau de la mer le long des côtes africaines entre 1999 et 2025 dépasse la moyenne mondiale (estimée à environ 3,6 mm par an) dans plusieurs régions, atteignant environ 4,2 mm par an le long de la côte atlantique, 5,2 mm par an le long de la côte de l’océan Indien, et 5,6 mm par an en mer Rouge. Parallèlement, le réchauffement et l’#acidification croissante des océans endommagent les écosystèmes marins et menacent les moyens de subsistance des communautés qui dépendent de la #pêche. La température de la mer en surface (SST) a augmenté de 0,14 °C en moyenne en Afrique par décennie depuis la fin du 19e siècle, tandis que le PH de surface de l’océan a diminué de 0,017 unité par décennie.

    Malgré la fréquence et la gravité croissantes de ces changements qui favorisent des phénomènes météorologiques extrêmes plus destructeurs et exercent une pression croissante sur des communautés déjà vulnérables, seulement 40 % des pays africains disposent de systèmes d’alerte précoce multi-dangers, privant ainsi des millions de personnes d’#alertes en temps utile qui pourraient contribuer à sauver des vies et à réduire les dégâts, surtout dans les zones rurales particulièrement affectées.

    Alors que les coûts associés aux changements climatiques dans les pays africains peuvent atteindre jusqu’à 5 % de leur produit intérieur brut (PIB) et représenter ainsi un obstacle considérable à leur développement ainsi qu’à leur capacité à réduire la #pauvreté, l’OMM les appelle eux et leurs partenaires au développement, à renforcer les #mesures_d'adaptation au changement climatique, à améliorer la préparation aux catastrophes et à accroître les #investissements dans les infrastructures d’alerte précoce, afin de protéger les communautés contre des événements climatiques de plus en plus fréquents et intenses.

    https://www.agenceecofin.com/actualites/2306-139549-13-millions-de-victimes-et-plus-de-3-000-morts-en-2025-laf
    #changement_climatique #Sud_global

    • State of the Climate in Africa 2025

      Key messages

      Extreme weather wreaks heavy economic and human cost
      – Floods are most common reported hazard
      - African glaciers – including iconic Mt #Kilimanjaro - are vanishing
      - Sea level rise along some African coasts outpaced the global average since 1999
      - Africa faces critical gap in early warning systems but is making progress

      –-

      he African continent is warming faster than the global average, and the rate of warming across the continent since 1991 is substantially higher than in any of the previous 30-year periods. The annual mean surface air temperature averaged over land areas in 2025 ranked between the third and seventh warmest on record, depending on the dataset used, according to the report.

      Extreme weather is hitting the continent hard. Floods accounted for more than half of reported events – for instance severe flooding in Nigeria in May led to over 200 deaths, and flooding in the Democratic Republic of the Congo in April led to over 160 deaths. The 2024/2025 tropical cyclone season was particularly active in the South Indian Ocean. Drought affected more than 8.5 million people in East Africa.

      https://www.youtube.com/watch?v=MMwJ4-LQz5I

      https://wmo.int/resources/publication-series/state-of-climate-africa/state-of-climate-africa-2025
      #climat #rapport

  • “Les amendes policières sont l’arme fatale pour rendre les pauvres plus pauvres en France”
    https://www.telerama.fr/debats-reportages/les-amendes-policieres-sont-l-arme-fatale-pour-rendre-les-pauvres-plus-pauv

    Ces amendes alimentent un cercle sans fin de pauvreté. Les jeunes de notre enquête vivent déjà dans des foyers en situation de précarité et cumulent des dizaines de contraventions. Les amendes, de 68 à 135 euros, sont majorées jusqu’à 450 euros, créant des milliers voire des dizaines de milliers d’euros de dettes. Une mère que nous avons reçue doit par exemple 56 000 euros pour ses trois fils mineurs. Ces situations financières empêchent les jeunes de se lancer dans un projet professionnel : comme l’argent est pris sur leurs comptes, ils sont empêchés de chercher un logement, une formation, un prêt ou un travail… L’amende est l’arme fatale pour rendre les pauvres plus pauvres, les faire tomber dans l’illégalité et la défiance envers leur propre pays qui les condamne à vivre isolés et en marge.

  • [Reportage vidéo] « Je suis traitée pour #dépression et anxiété » : Cécile Weyer, maraîchère, poursuit #maël_de_calan après la perte de son #rsa
    https://splann.org/reportage-video-cecile-maraichere-rsa-finistere

    La date du 15 juin est cochée depuis plus de deux mois dans l’agenda de Cécile Weyer. La maraîchère bio de Guengat, dans le Sud-Finistère, a rendez-vous ce lundi au tribunal judiciaire de Brest. Radiée du RSA, elle s’est portée partie civile contre Maël de Calan dans la procédure pour « harcèlement moral institutionnel » engagée par la #cgt. L’article [Reportage vidéo] « Je suis traitée pour dépression et anxiété » : Cécile Weyer, maraîchère, poursuit Maël de Calan après la perte de son RSA est apparu en premier sur Splann ! | Premier média d’enquête indépendant en Bretagne.

    #Libertés_et_droits_humains #agricultrice #agriculture #agriculture_biologique #bimbamjob #burn_out #cécile_rigard #charlie_renaud #confédération_paysanne #ferme #finistère #ludovic_morin #maraîchage #minima_sociaux #nathan_martin #pauvreté #paysanne #précarité #psychologie #souffrance #travail

  • « Leur nombre continue d’augmenter » : au moins 929 sans-abri sont morts en 2025 | TF1 Info
    https://www.tf1info.fr/societe/leur-nombre-continue-d-augmenter-au-moins-929-sans-abri-sont-morts-en-2025-2

    Un hommage leur est rendu ce mardi dans le Vᵉ arrondissement de Paris.
    Retrouvées sur la voie publique, dans une cage d’escalier ou une cabane de chantier... Au moins 929 personnes sans domicile fixe, à qui un hommage est rendu ce mardi à Paris, sont décédées en 2025 en France, selon un décompte provisoire du collectif les Morts de la Rue(nouvelle fenêtre). Ce nombre, recueilli à partir des remontées d’une cinquantaine d’associations proches des sans-abri en métropole et en outremer et membres du collectif, est déjà supérieur à celui de 2024, qui s’était établi à 912 décès.(...)

  • Von Existenzängsten geplagt : Wenn alle Tuben bis aufs Letzte ausgedrückt werden
    https://www.berliner-zeitung.de/article/von-existenzaengsten-geplagt-wenn-alle-tuben-bis-aufs-letzte-ausged

    De l’existence comme journaliste sans mari bourgeois

    27.5.2026 von Gabriele Bärtels - Unsere Autorin möchte nicht jammern, aber berichten: über ein Leben fast ohne Geld, mit etwas Neid und viel Hilfsbereitschaft.

    Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine geben allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

    Dass ich von sehr wenig Geld lebe, ist keine Folge der gegenwärtigen Krisen. Mir hat von jeher das Talent gefehlt, mein Tun zu vermarkten. Doch ich arbeite gern und viel.

    Solange ich fest angestellt war, hielten sich meine finanziellen Probleme in Grenzen. Wie schlecht ich als Verkäuferin meiner jetzigen freiberuflichen Tätigkeit bin, kristallisierte sich erst mit der Zeit heraus. Erschwerend kommt hinzu, dass Text- und Bild-Honorare seit Jahren sinken. Als die Zeit verstrich, musste ich konstatieren, dass ich eines Tages zu denen gehören werde, die man in der Statistik unter „Altersarmut“ ablegt.

    Ich finde das zum Fürchten, denn wie jeder Mensch bin ich davon ausgegangen, dass man sein Leben an einem Nullpunkt beginnt und viel weiter oben beendet. Andererseits ist es unmöglich, dauernd in Existenzangststarre zu verharren. Nach Jahrzehnten der Praxis kann ich Zustände aushalten, da würden die meisten Bundesbürger schnell die Nerven verlieren.
    Alle Wünsche werden gestrichen

    Ich sehe mich am Bug eines Schiffes stehen, das alle vier Wochen ungebremst auf eine Kaimauer zufährt. Schon zu Beginn des Monats droht in der Ferne dieses Ultimo, an dem wieder Miete fällig wird, Krankenkasse und Internet. Dabei habe ich den Crash doch gerade erst durch Improvisationen und Leihgaben verhindert.

    Oft weiß ich bereits, dass im Laufe der nächsten dreißig Tage nur ein Hunderter hereinkommt, der restlos verplant ist. Geliehenes zurückzahlen, Haftpflicht überweisen, Stiefel besohlen. Die zehn Euro, die ich sparen wollte, hebe ich am Folgetag wieder ab.

    Solange ich noch einen Euro im Portemonnaie habe, geht es. Ganz ohne Cent fühlt man sich unkorrekt bekleidet und in leiser Gefahr. Das ist auszuhalten, wenn mindestens Shampoo da ist, Kaffee und Nudeln. Alle Tuben werden auf das Letzte ausgedrückt, alle Wünsche gestrichen.

    Ist das jahrelang der Normalzustand, so lernt man, abends auf Treibeis einzuschlafen, bis ungefähr zwei Tage vor dem nächsten Bankrott. Will man nicht als verbitterte, verhuschte Alte enden, muss man sich am Morgen trotzdem auf Arbeit fokussieren können oder auf einen glücklichen Moment.

    Eigentlich würde sich unsere Autorin im KaDeWe gern mal was gönnen – und kauft am Ende doch nur, was auf dem Einkaufszettel steht.

    Eigentlich würde sich unsere Autorin im KaDeWe gern mal was gönnen – und kauft am Ende doch nur, was auf dem Einkaufszettel steht.

    © Emmanuele Contini via www.imago-images.de

    Oft war ich gelb vor Neid und rüttelte erbost an meinem Habe-nichts-Schicksal. Wenn ich zum Beispiel durch das KaDeWe schlenderte, in dem es summt, brummt, glänzt, duftet und alles appetitlich dekoriert ist, sodass man nur zugreifen müsste, um am Puls der Zeit zu sein, schön, gepflegt, erfolgreich, mit den edelsten Accessoires ausgestattet, kam ich mir vor, als gucke ich durch ein U-Boot-Fernrohr auf Kunden, Verkäufer und Regale.

    Da eilten diese Erfolgspaare vorbei, in Kaschmir und handgeschütteltes Parfum gehüllt, mit Rohmilchkäse ernährt, und ich schrie schweigend vor Zorn, weil ich es nicht haben konnte, dieses winzige Glücksgefühl beim Kauf knallgrüner Kalbslederhandschuhe. Auf meinem Einkaufszettel standen dringendere Dinge: ein neuer Staubsauger, weiße Wandfarbe, ein besserer Monitor, Ersatz für die ausgelatschten Joggingschuhe und die rostige Pfanne, ach, und so weiter.

    Deutsche Bruchstelle: „Nicht ganz Ossi, nicht ganz Wessi: Ich bin der Wossi“
    Deutsche Bruchstelle: „Nicht ganz Ossi, nicht ganz Wessi: Ich bin der Wossi“
    Ein Tag, der nur eine Tüte Zwieback kostet

    Es gab diesen Zorn auch auf Frauen, die sich jedes Schönheitsmittelchen leisten können, um ihre Attraktivität zu erhöhen, ihr Altern hinauszuzögern. Ich muss mich weitgehend auf meine Grundausstattung verlassen, mit Minimaldekoration. Doch ich bin undiszipliniert genug, gelegentlich Geld für schöne Kleider zu verschleudern. Leid tut es mir nicht, denn ich will nicht in Sack und Asche durch diese Gesellschaft laufen.

    Möchte man von der klaffenden Lücke zwischen andererleuts Haben und dem eigenen Soll nicht verschluckt werden, so darf man sich irgendwann nur noch mit sich selbst vergleichen. Ich kann halt nicht in ferne Länder reisen, ohne U-Bahn-Fahrschein komme ich nicht mal ins Zentrum. Man kann aber beschließen, so weit wie möglich zu Fuß zu gehen.

    Das hat den Vorteil, dass man langsam genug ist, um Menschen kennenzulernen. So kam ich mit einem 80 Jahre alten Vatermörder ins Plaudern, der in die Fremdenlegion geflüchtet war und zwölf erwachsene Kinder auf mehreren Kontinenten hat. Davon abgesehen hält viel Bewegung ziemlich fit.

    Als Fotografin besitze ich nur zwei Objektive und eine Speicherkarte. Doch ich kann am Ufer eines Park-Sees einen Möwenschwarm mit Zwiebackstücken veranlassen, für mich Kunstflug zu üben, der sich herrlich fotografieren lässt. Und plötzlich bietet ein fremder Herr an, das Futter-Werfen zu übernehmen. Und es blieben andere stehen, die vom Flügeldurcheinander fasziniert sind. Man verbringt einen ergiebigen Tag, der nur eine Tüte Zwieback kostete.
    „Langfristige Lebensplanung kann ich mir schenken“

    Bei meiner Bank erscheine ich gelegentlich, um meinen Sachbearbeiter zu überzeugen, noch 50 Euro herauszurücken. Weil ich darum bemüht bin, den Leuten die Peinlichkeit zu nehmen, die meine Probleme entstehen lassen, prustete der Sachbearbeiter neulich heraus: „Sie sind die Einzige, an der die ganze Krise spurlos vorbeigeht!“ Wir lachten aus vollem Halse, bis sich die Kunden umdrehten.

    Leider ist fehlendes Geld teuer. Eine Rücklastschrift kostet zwölf Euro. Und wenn ich in letzter Not mit der Kreditkarte zehn Euro abhebe, sie auf das Girokonto einzahle, um eine Rücklastschrift zu verhindern, kosten die mich 15. Nicht mitgerechnet die zeitraubende Rennerei.

    Langfristige Lebensplanung kann ich mir schenken, denn Nichts lässt sich weder sparen noch investieren. Die schönsten Wochen sind die, in denen die meisten Grundbedürfnisse abgedeckt sind und keine Mahnung droht.

    Auch beim Eislaufen im Park knüpfte unsere Autorin neue Kontakte.

    Auch beim Eislaufen im Park knüpfte unsere Autorin neue Kontakte.

    © Halil Sağırkaya/imago

    Auch in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr passiert nicht viel, dann kann ich sogar an Winterurlaub denken. Letztes Jahr half ich unserem Hausmeister beim Schneeschippen und übte auf dem zugefrorenen Park-See Schlittschuhlaufen. Weil die Sonne strahlend schien, hätte es in den Alpen nicht herrlicher sein können.

    Als ich meine ersten wackligen Schritte auf dem Eis machte, sauste eine ältere, teure Dame vorbei. Ihr Haar, ihr Schal, ihre Hosen flatterten, als sie elegante Pirouetten drehte. Ich, von Stolper-Angst gebeutelt, rief ihr zu: „Sie sehen fantastisch aus!“ Da fuhr sie einen Bogen, nahm mich an den Händen und zog mich schwatzend über den ganzen See, bis ich meine Unsicherheit vergessen hatte.
    Ein ständig schlechtes Gewissen

    Monatelang kann ich mit fast nichts auskommen, nur auf eines bin ich dauernd angewiesen: gute Freunde. Die gewinnt man nun nicht, wenn man sie ständig anbettelt. Trotzdem reichen meine Freundschaften zwanzig Jahre weit und in alle gesellschaftlichen Schichten. Wenn eine Nachbarin Hilfe beim Ausfüllen von Formularen braucht, kommt sie zu mir. Kollegen empfehle ich für Jobs, und wenn ich einen Auftrag nicht annehmen kann, leite ich die Anfrage weiter. Dass ich ein unruhiger Geist bin, dem Nichtstun ein Greuel ist, und der ständig etwas produziert, wissen sie alle.

    Meine Freunde kennen mich nicht anders als blank. Obwohl ich wohl zu oft davon rede, ahnen sie häufig nicht, dass ich unter der Oberfläche ständig schlechtes Gewissen in Schach halte. Denn es ist mir keineswegs egal, was meine Vermieter von mir denken, wenn ich die Miete schuldig bin.

    Viel zu oft muss ich es dann doch tun: um eine Leihgabe bitten. Daran kann ich mich nicht gewöhnen, weil die Augenhöhe eben doch verrutscht und nicht zuletzt, weil ich stolz bin. Es ist der allerletzte Schritt, wenn die Existenzbedrohung bereits einen Schatten auf mich wirft, so groß wie Rübezahl. Ich gehe ihn erst am letztmöglichen Tag, kurz vor der Kaimauer. Bis dahin hilft wieder nur eins: arbeiten und nicht daran denken. „Der Tag sorgt für sich selbst“, hat mal jemand zu mir gesagt. Ich kann nicht erklären, warum mich der Gedanke beruhigt. Wache ich nachts doch einmal auf, knurre ich mir selber zu: „Du wirst nicht untergehen!“

    Mir ist schon auf die unterschiedlichste Art geholfen worden, oft unerwartet. Einmal saß ich am Mittagstisch einer Kindertagesstätte, auf diesen ganz kleinen Stühlen, weil die Köchin eine Freundin war. Sie packte mir dann noch eine ganze Tüte voll mit Kaffee, Reis und Käse, obenauf zwei Päckchen Zigaretten. Geld hatte sie kaum mehr als ich.
    „Nur weil ich kein Geld habe, bin ich nicht machtlos“

    Ein benachbartes, altes Ehepaar unterhielt ein Abonnement bei der Philharmonie. Als der Mann gebrechlich wurde, schenkten sie mir einmal die Karten. Es ergab sich dann, dass sie ihr Abonnement über ein Jahr behielten, nur für mich. Alle paar Wochen klingelte die liebenswürdige Dame an meiner Tür, reichte mir die Karten mit den Worten: „Wir können leider nicht. Sie würden uns eine große Freude machen …“ Sie schenkte mir außerdem die Möglichkeit, mich bei Freunden mit Konzerteinladungen zu bedanken.

    Letztes Jahr schob mir ein italienischer Fotograf, den ich insgesamt nur zwei Stunden kannte, seine nagelneue Spiegelreflex-Kamera über den Kaffeetisch. Er sagte: „You need it more than I do.“ Und seit kurzem zahlt mir ein pensionierter Regierungsdirektor eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr. Das hat meinen Aktionsradius deutlich erweitert.

    Das sind nur Auszüge aus einer langen Liste. Es erschreckt mich fast, wenn ich alles zusammenrechne, ich fühle mich vielfach verpflichtet und will es auch sein, denn wenigstens im Prinzip des Geben und Nehmens wünsche ich mir auf lange Sicht eine ausgeglichene Bilanz. Nicht immer kann man sich direkt revanchieren. Doch es gibt genug Leute, die Unterstützung brauchen. Nur weil ich kein Geld habe, bin ich ja nicht machtlos.

    Trotzdem sah ich mich lange als Außerirdische, irgendwo angesiedelt, wo Flugpläne, Kinokarten und Restaurantbesuche überhaupt keine Rolle spielen. Mittlerweile stelle ich erstaunt fest, dass mir von oben Leute entgegenpurzeln, die im mittleren Alter plötzlich lernen müssen, was ich schon lange kann: jonglieren, improvisieren, über Abgründe balancieren. Bisher haben sie einen PC-Notdienst angerufen, wenn ihr Laptop abgestürzt ist. Jetzt müssen sie das Problem selbst in den Griff kriegen. Schadenfroh bin ich nicht.

    Gabriele Bärtels wagte mit knapp 40 den Sprung in ein Leben als freie Autorin; seither erschienen ihre Reportagen, Glossen, Porträts und Essays in zahlreichen überregionalen Zeitungen und Zeitschriften. Für ihre journalistische und literarische Arbeit gewann sie mehrere Medienpreise bzw. war dafür nominiert.

    #Allemagne #journalisme #pauvreté

  • https://fr.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Mujica?wprov=sfla1

    José Alberto Mujica Cordano (/xoˈse muˈxika/[1]), dit Pepe Mujica, est un homme d’État uruguayen, né le 20 mai 1935 à Montevideo et mort le 13 mai 2025 à Rincón del Cerro. Il est président de la république orientale de l’ #Uruguay de 2010 à 2015.

    Guérillero des #Tupamaros dans les années 1960-1970, il est détenu en tant qu’otage et torturé sous la dictature militaire. Après le rétablissement de la démocratie, il participe à la création du Mouvement de participation populaire (MPP) avec le Mouvement de libération nationale Tupamaros (MLN-T).

    [...]

    Il se distingue, à l’échelle internationale, par son mode de vie, très éloigné du faste habituel de la fonction présidentielle. Il délaisse le palais présidentiel pour habiter la petite ferme de son épouse, « au bout d’un chemin de terre » en dehors de Montévidéo. Il continue à y cultiver avec son épouse des fleurs à des fins commerciales et donne environ 90 % de son salaire présidentiel à un programme de logement social, conservant pour lui-même l’équivalent du salaire moyen en Uruguay (environ 900 € par mois). Le couple présidentiel bénéficie de la protection de deux policiers à la ferme.

    [...]

    Politique sociétale

    En octobre 2012, le Parlement vote la légalisation de l’ #avortement. Contrairement à son prédécesseur, qui avait mis son veto à cette légalisation, Mujica fait approuver la loi[30]. L’Uruguay devient ainsi le deuxième pays d’Amérique latine à autoriser l’avortement après Cuba[29]. En avril 2013, les parlementaires approuvent définitivement une loi ouvrant le mariage aux couples de même sexe[2].

    En juin 2012, le gouvernement propose de légaliser et réguler la vente de #marijuana. Malgré des critiques venues du monde entier[31], la revue britannique Monocle[32] salue cette décision, et le magazine américain Time se demande ensuite si ce n’est pas un exemple à suivre pour le reste du monde[33]. Le 6 mai 2014, Mujica signe une loi légalisant le cannabis et régulant toute sa chaîne de production sous l’autorité de l’État[34].

    [...]

    Politique économique et sociale

    En termes généraux, il s’inscrit dans la continuité de la politique de la mandature précédente. La part des dépenses sociales dans le total des dépenses publiques passe ainsi de 60,9 % à 75,5 % entre 2004 et 2013[21]. Selon le sociologue Denis Merklen, lorsque José Mujica rend le pouvoir à son successeur, l’Uruguay est à nouveau « champion de l’Amérique latine en matière sociale. En décembre 2013, le #chômage représente 6,3 % de la population active. L’emploi non déclaré concerne seulement 16 % des salariés. La #pauvreté passe de 40 % en 2005 à 11,5 % de la population et elle est inférieure à 3 % dans les zones rurales. L’indigence touche 0,5 % des personnes. Sur la totalité de ces indicateurs, l’Uruguay est alors le pays le mieux placé de l’Amérique latine[22]. » Le #salaire minimum est rehaussé de 250 %[23].

    Il soutient par ailleurs le renforcement des #syndicats. D’après la Confédération syndicale internationale, l’Uruguay est devenu le pays le plus avancé d’Amérique en matière de respect « des droits fondamentaux du travail, en particulier la liberté syndicale, le droit à la négociation collective et le droit de grève »[21].

    [...]

    Documentaires

    Emir #Kusturica réalise en 2018 pour Netflix El Pepe, una vida suprema, documentaire sur son parcours où il tient le premier rôle, avec son épouse Lucía Topolansky.

    En 2023, le cinéaste haïtien Arnold Antonin [53]a sorti un documentaire d’une heure, « Pepe Mujica, Nelson Mandela et Haïti »[54], consacré à cet ancien président hors

    du commun.

  • Obdachlosigkeit: Eine Frau macht Berlins Unsichtbare seit Jahren wieder sichtbar
    https://www.berliner-zeitung.de/article/eine-frau-die-berlins-unsichtbare-seit-jahren-wieder-deutlich-sicht

    Rendre visibles les SDF de Berlin

    29.5.2026 von Paul Zinken - Die Zahlen sind sehr nüchtern. Über 53.000 wohnungslose Menschen lebten zum Stichtag 31.01.2025 in Berlin in einer Unterkunft. 6000 Menschen hatten 2024 keine.

    Berlin hat viele Geräusche. Die S-Bahn auf den Brücken. Die Sirenen in der Nacht. Das Klirren von Flaschen am Bahnhof. Und dann gibt es dieses andere Geräusch: Papier. Briefe vom Vermieter. Mahnungen. Räumungsklagen. Behördenpost. Für manche Menschen beginnt Wohnungslosigkeit nicht im Schlafsack, sondern mit einem Umschlag im Briefkasten.

    Susanne Gerull kommt nicht aus der akademischen Glasvitrine. Sie war Sozialarbeiterin, ist Wissenschaftlerin. „Manche Fragen lassen sich aber auch heute nicht mit beruflichem Alltagswissen beantworten“, ist sie überzeugt. Später wurde genau daraus ihre wissenschaftliche Spur: Mietschulden, Prävention, soziale Wohnhilfe, Wohnungslosigkeit. Armut, sagt sie sinngemäß, sei nicht nur ein Mangel an Geld, sondern eine politische Frage. Soziale Ungleichheit beruhe auch auf Strukturen, die „politisch gewollt“ seien.

    Immer mehr sind von Wohnungslosigkeit betroffen

    Deutschlandweit waren zum Stichtag 31. Januar 2025 rund 474.700 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht – acht Prozent mehr als im Vorjahr. 41 Prozent der gemeldeten untergebrachten Menschen waren jünger als 25 Jahre. Nicht enthalten sind dabei jene, die auf der Straße schlafen oder verdeckt wohnungslos sind, also etwa bei Bekannten unterkommen.

    Gerulls Arbeit beginnt genau an dieser statistischen Lücke. Wer ist sichtbar? Wer verschwindet? Wer wird gezählt – und wer bleibt draußen vor der Zahl?
    Eine schlechte Zahl kann politisch gefährlich werden

    Als Berlin seine obdachlosen Menschen zählen wollte, war Gerull wissenschaftlich beteiligt. Später, als eine weitere Zählung verschoben wurde, zeigte sie sich enttäuscht. Doch wegen zu weniger Freiwilliger habe sie selbst zur Verschiebung geraten. Eine berlinweite Zählung ergebe so „methodisch keinen Sinn mehr“.

    Das klingt trocken, aber es ist der Kern ihres Denkens: Nicht jede Zahl ist besser als keine Zahl. Eine schlechte Zahl kann politisch gefährlich sein, weil sie Genauigkeit vortäuscht. Eine Stadt, die ihre Ärmsten zählt, muss wissen, wie schnell sie sie wieder übersieht.

    Menschen dürfen nicht unsichtbar gemacht werden

    In einer wissenschaftlichen Einordnung zur „Nacht der Solidarität“ schrieb Gerull, verdeckte Wohnungslosigkeit lasse sich nicht einfach erfassen. Das dürfe aber nicht dazu führen, auf der Straße lebende Menschen „unsichtbar“ zu machen.

    Dieses Wort bleibt hängen: unsichtbar.

    Unsichtbar ist der Mann, der morgens um sechs seine Decke zusammenrollt, bevor die Stadt wach wird. Unsichtbar ist die Frau, die bei einem Bekannten schläft, weil sie Angst vor der Notunterkunft hat. Unsichtbar ist das Kind, das in einem Wohnheim groß wird und nach außen so tun soll, als sei alles normal.

    Geschichtlicher Querverweis

    Gerull hat Wohnungslosigkeit nie als Randthema behandelt. In einem Beitrag für die Bundeszentrale für politische Bildung schrieb sie, wohnungslose Menschen würden weiterhin „ausgegrenzt, stigmatisiert“ und teils in ihrer Existenz bedroht. Sie erinnert auch an die historische Gewaltgeschichte: Im Nationalsozialismus wurden als „asozial“ verfolgte Menschen kriminalisiert, deportiert, ermordet; die Stigmatisierung wohnungsloser Menschen hat tiefe historische Wurzeln.

    Der moderne Blick ist oft nur scheinbar milder. Mal gelten Wohnungslose als Opfer, mal als Störung. Mal friert die Stadt mit ihnen, mal will sie sie aus Parks, Bahnhöfen und Hauseingängen entfernen. Gerull beschreibt diesen Mechanismus hart: Aus einem sozialen Problem werde ein „ordnungs- und strafrechtliches Problem“.

    Dann kommt Housing First. Zuerst kommt die Wohnung

    Der Ansatz ist einfach und radikal zugleich: Erst die Wohnung. Dann die Hilfe. Nicht erst Abstinenz, Therapie, Wohlverhalten, Stufenplan. Nicht erst beweisen, dass man „wohnfähig“ ist. Sondern ein eigener Mietvertrag – und danach freiwillige, begleitende Unterstützung.

    Gerull evaluierte unter anderem das Berliner Modellprojekt „Housing First Berlin“. Das Ergebnis: Während der Modellprojektlaufzeit wurden 40 Menschen mit Wohnraum versorgt. 42 Mietverträge wurden unterschrieben. Die Wohnstabilität lag nach drei Jahren bei 97,3 Prozent. Der Bericht bewertet diese Quote als außerordentlich hoch, auch im internationalen Vergleich.
    „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“

    Mittlerweile gibt es sechs Träger in der Stadt, die an mehreren Standorten solche Angebote anbieten. „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, weiß auch die Expertin. „Aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Die Politik sei nun verstärkt gefordert.

    Die positiven Zahlen sind mehr als Statistik. Sie widersprechen einem alten Vorurteil: dass wohnungslose Menschen erst lange geformt, geprüft, diszipliniert werden müssten, bevor sie wohnen können. Housing First dreht die Logik um: Wer schlafen kann, kann Termine wahrnehmen. Wer eine Tür abschließen kann, kann Kraft sammeln. Wer eine Adresse hat, existiert wieder im System.

    Ein Umdenken ist erforderlich

    Ein langer Weg, der Geduld und Geld braucht. Und ein Umdenken in der Struktur der Verwaltung erfordert. „Wenn es um Wohnungslosigkeit und deren Bekämpfung geht, sind viele Behörden gefordert“, lautet das Fazit von Gerull. Aber anstatt die Kräfte zu bündeln, „macht jeder sein Ding“. So werde beim Thema Wohnungslosigkeit immer auf die Senatsverwaltung für Soziales verwiesen. „Doch Wohnungslosigkeit ist kein ausschließlich soziales Problem“, erklärt sie. Die anderen Ressorts wie Bauen, Gesundheit, Jugend und Familie müssten auch eingebunden werden. „Ohne bezahlbaren Wohnraum nutzt die beste sozialarbeiterische Unterstützung nichts.“

    Statistik
    178.000 Wohnungslose zum Jahresbeginn in Unterkünften

    Doch Berlin ist nicht nur Housing First. Berlin ist auch ASOG.

    ASOG-Unterkünfte sind ordnungsrechtliche Unterbringungen – eigentlich Notlösungen, gedacht gegen die unmittelbare Gefahr, obdachlos auf der Straße zu stehen. Gerull leitete 2023/2024 mit Studierenden eine Studie über die Lebenssituation wohnungsloser Menschen in Berliner ASOG-Unterkünften. Grundlage waren 23 Interviews; Teile des Forschungsprozesses wurden durch wohnungslose Menschen selbst wissenschaftlich begleitet. Ziel war unter anderem die Entwicklung sozialer Mindeststandards.

    Unbequeme Ergebnisse

    Die Ergebnisse sind unbequem. In einer zusammenfassenden Darstellung der Studie heißt es: Formal würden Mindeststandards oft eingehalten, menschenwürdiges Wohnen werde aber durch unzumutbare sanitäre Zustände, fehlende Privatsphäre und lange Aufenthaltsdauern erschwert. Ein Satz aus der Studie lautet: „Das Leiden unter diesen Wohnbedingungen steigt“ mit zunehmender Dauer.

    Darin liegt die ganze Berliner Härte: Die Stadt bringt Menschen unter – und lässt sie dann manchmal Jahre in einem Provisorium hängen. „Ein Unding“, sagt die Expertin. Ein Bett sei kein Zuhause. Ein Wohnheim keine Wohnung. Eine Notlösung keine Lebensperspektive.

    Studie fordert Änderungen

    Die ASOG-Studie fordert unter anderem Einzelzimmer als Regelfall für Alleinstehende, Internetzugang, verbindliche Besuchsregeln, Mitspracherechte, verpflichtende soziale Unterstützung, Schutzkonzepte für vulnerable Gruppen und regelmäßige unangemeldete Kontrollen.

    Die neue Lebenslagenuntersuchung, ebenfalls unter Gerulls Projektleitung, verschärft den Befund. Die Diakonie fasst eine zentrale Erkenntnis so zusammen: „Je unsicherer die Unterkunftssituation“, desto unsicherer fühlten sich die Menschen insgesamt. Die Studie unter rund 900 wohnungslosen Erwachsenen, die von diakonischen Einrichtungen in Deutschland unterstützt werden, zeigt: 21,4 Prozent befanden sich in einer äußerst prekären Wohn- oder Unterkunftssituation, 13 Prozent lebten ganz ohne Obdach auf der Straße.

    Dr. Jens Rannenberg vom Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe formuliert daraus eine politische Forderung: Das „Recht auf Wohnen“ müsse als staatliche Verpflichtung anerkannt werden.

    Zahlreiche offene Fragen

    Das ist die eigentliche Streitfrage: Ist Wohnen Fürsorge oder Recht? Ist Wohnungslosigkeit ein persönliches Drama oder ein politisches Versagen? Ist Hilfe ein Schlafplatz im Winter oder eine Wohnung mit Schlüssel, Beratung und Schutz?

    Gerull steht in dieser Debatte für eine nüchterne Empörung. Sie dramatisiert nicht billig. Sie zählt. Sie fragt. Sie evaluiert. Sie widerspricht. Denn hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der irgendwann einmal eine Tür hatte.

    Vielleicht ist das ihre wichtigste Botschaft: Man darf Menschen nicht erst dann sehen, wenn sie am sichtbarsten unten angekommen sind.

    Wohnungslosigkeit beginnt früher. Und genau dort müsste eine Stadt handeln: bei Mietschulden, Räumungsklagen, fehlender Beratung, fehlenden Wohnungen, schlechten Unterkünften, überforderten Ämtern, Armut, Scham und Stigma. „Wir brauchen einen Masterplan, Geld für die Wohnungssuche, einen geschützten Wohnungsmarkt, eine Anpassung der entsprechenden Gesetze, eine Änderung der Eigenbedarfskündigung“, lauten einige ihrer Forderungen.

    Susanne Gerull hat Berlin über Jahre einen Spiegel hingehalten. Darin sieht man keine abstrakte „Problemgruppe“. Man sieht Menschen ohne sichere Tür. Menschen, die oft nicht laut sind, sondern müde. Menschen, die nicht nur verwaltet werden wollen.

    Man sieht eine Stadt, die sich entscheiden muss, ob sie Armut zählt – oder bekämpft. Und dafür sucht Gerull auch künftig Mitstreiter.

    #Berlin #social #SDF #sans_abri #pauvreté #misère #misérables

  • Le Mouvement national des chômeurs et précaires sollicite un échange avec la CARSAT | Le Club
    https://blogs.mediapart.fr/mncp/blog/270526/le-mouvement-national-des-chomeurs-et-precaires-sollicite-un-echange

    Dans nos associations, partout sur le territoire, nous accompagnons régulièrement des personnes confrontées à des ruptures de droits, des retards de traitement, des informations contradictoires ou encore des demandes de remboursement parfois très importantes de la part de #France_Travail. Face aux nombreux dysfonctionnements, nous demandons à rencontrer la présidente de la #CNAV, Patricia Bocciarelli.

    Création d’une commission d’enquête sur l’augmentation de la pauvreté chez les seniors
    https://www.petitsfreresdespauvres.fr/sinformer/actualites/creation-commission-enquete-pauvrete-seniors

    Il y a un an à Marseille
    https://www.laprovence.com/article/edition-marseille/3979090/a-la-carsat-solidarite-avec-patrice-immole-par-le-feu.html

    Marseille : à la Carsat, solidarité avec Patrice, qui s’est immolé par le feu pour sa retraite

    #pauvreté #chômage #surnuméraire #retraite #mncp

  • « Elle ne parvenait plus à nourrir sa famille » : à Toulon, la colère après la mort d’une mère et ses trois enfants
    https://www.leparisien.fr/faits-divers/elle-ne-parvenait-plus-a-nourrir-sa-famille-a-toulon-la-colere-apres-la-m

    Toulon (Var), le 20 mai 2026. Après le drame, la stupeur et la consternation règnent au pied de la tour. « C’était une femme à bout et il y en a beaucoup comme elle », dénonce une responsable d’association qui a connu la défunte.

    Esseulée avec sept enfants à élever, la maman s’est jetée du 13e étage de sa résidence, à Toulon (Var). Une association qui lui avait tendu la main tire la sonnette d’alarme.

    La voix est posée, le ton ferme, mais les larmes ne tardent pas à couler des joues d’Anne-Marie Kazourian. La responsable de l’association Bébés et Familles qui intervient auprès des mamans du quartier Pontcarral de Toulon (Var) est plongée dans une profonde introspection, et « de la colère, aussi ». La thèse du suicide est privilégiée par le parquet de Toulon après la mort d’une mère de famille et de trois de ses enfants, tombés mercredi à l’aube du 13e étage d’une des deux barres qui composent le quartier classé en politique prioritaire de la ville. Les quatre enfants les plus âgés de la fratrie sont restés à l’intérieur de l’appartement.

    on les blâme, mais y a des pauvres qui savent mourir sans aide.

    #pauvreté #suicide

    • La société sait faire comprendre aux femmes qu’elles n’ont pas à désobéir aux préceptes de dépendance aux hommes. Et ce sont celles qui n’ont pas pris l’autoroute familial hétéronormé qui payent le plus cher tribu et servent d’exemple de la torture infligée.

  • Regelbedarfsrelevanter Preisindex - BMAS
    https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sozialhilfe/entwicklung-des-regelbedarfsrelevanten-preisindex.pdf

    Voici ce qu’on vous autorise à consommer quand vous êtes pauvres en Allemagne. On part d’un niveau des allocations qui ne couvre pas les besoins réels et vous oblige chaque mois à ne pas manger certains jours où à vous priver d’autres produits essentiels pour vivre.

    Liste des augmentations à télécharger, à comparer avec le taux d’inflation.
    https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sozialhilfe/entwicklung-des-regelbedarfsrelevanten-preisindex.pdf?__blob=publicationFile&v=

    #Allemagne #pauvreté #social #Grundsicherung

  • “Surveillance City”

    Directed by Harjant Gill and Pearl Sandhu and featuring Professor Inderpal Grewal, Surveillance City takes viewers on a journey through contemporary #Delhi, narrating a city marked by the extreme inequality resultant of decades of neoliberalism, and highlighting the insidious work of an authoritarian state deploying surveillance and securitisation measures to govern diverse populations and temper unrest. It’s a powerful meditation on masculinism and militarism, populism and patriarchy, the aesthetics and affects of security, nationalism and religion, policing and the law, discourses of terror, fear of the other, the role of the media, but also dissent, protest, and the prospects of democracy in a postcolonial state.

    https://vimeo.com/1149568432?fl=pl&fe=vl


    https://antipodeonline.org/2026/05/13/surveillance-city

    #film #film_documentaire #surveillance #Inde #inégalités #autoritarisme #néolibéralisme #New_Delhi #géographie_urbaine #ville #nationalisme_hindou #nationalisme #minorités #pauvreté #gentrification #enclaves #caméras_de_vidéosurveillance #sécurité #sentiment_de_sécurité #patriarcat #sécuritisation #espace_domestique #masculinité #religion #esthétique #Narendra_Modi #normalisation #émotions #peur #insécurité #lois #lois_coloniales #armée #militaires #policing #réseaux_sociaux #terrorisme #terreur #hindous #homogénéité #géographie #géographie_sociale #classes_sociales #castes #démocratie #Etats_post-coloniaux #colonialisme #répression #droits

    ping @cede

    via @reka

  • Why Puerto Rico Remains a Colony in All but Name
    https://jacobin.com/2026/05/puerto-rico-us-colonialism-howell

    La raison des la misère sociale en Puerto Rico est la domination coloniale par les États Unis. Un nouveau livre rsconte la genèse de la siruation actuelle.

    4.5.2026 by Alex MacArthur - Cold War Puerto Rico by Steve Howell argues that Washington has long treated the island as giant aircraft carrier. The result has been severe: residents face economic strain while lacking many democratic rights and social protections.

    In December 1939, just a few months after the outbreak of World War II, the National Geographic reporter E. John Long caught a flight to Puerto Rico. As the Clipper seaplane buzzed over the island’s turquoise waters and densely forested hills, the copilot called Long’s attention to a map. “Now do you see? About 1,000 miles to the Panama Canal, 1,000 miles to Miami, 700 to Bermuda, 550 to Caracas on the mainland of South America, 650 to Trinidad. This is the hub of a wheel. Put enough planes here, and enough land forces to guard your bases, and Puerto Rico becomes the ‘Gibraltar of the West Indies,’ or the ‘Hawaii of the Atlantic.’”

    Long’s cover story, titled “Puerto Rico: Watchdog of the Caribbean,” captured the attention of Americans at a time when concerns about foreign military encroachment and the security of the Panama Canal gripped Washington. As it appeared in print, engineers and convoys of troops and equipment poured onto the island to build and man new US military bases. With its central position and many miles of usable coastline, Puerto Rico came to be seen by US authorities as a kind of vast, terrestrial aircraft carrier.

    But Western powers had taken stock of the island’s importance long before the outbreak of World War II or the construction of the Panama Canal. As early as 1502, the Spanish clergyman Bartolomé de Las Casas was noting how many ships bound for the Americas relied on it as a crucial stopover; soon afterward, it was fortified by the Spanish as a key asset in protecting their trade routes from piracy. By the time the United States won the island from Spain — along with the Philippines, Guam, and Cuba — in 1898, its occupation was seen by President William McKinley as a “strategic necessity” because, in the words of one of his most senior generals, it was “the gateway to the Spanish possessions on the Western Hemisphere.”

    More than eighty years after Long’s article, Puerto Rico has once again come to the forefront of US foreign policy. In the months leading up to the raid that extracted Venezuelan president Nicolás Maduro, 15,000 American military personnel were deployed across the Caribbean, with more than a third heading to Puerto Rico. Last November, F-35 fighter jets, combat helicopters, and Navy destroyers were reported massing across the island.

    As early as August, Vieques island and the Roosevelt Roads Navy base — two crucial military sites that had been in operation since the 1940s but were closed in 2003 and 2004, respectively, following protests over US-inflicted civilian deaths — were reopened. As the current administration continues to extrajudicially strike boats alleged to be carrying narcotics and appears to threaten military intervention in nearby Cuba, Puerto Rico has once again emerged as a strategic center for projecting US power across the Caribbean basin.

    Given Puerto Rico’s crucial regional importance, the question is not why the United States held onto it — long after conceding independence to the Philippines — but how it did so. Journalist Steve Howell’s new book, Cold War Puerto Rico: Anti-Communism in Washington’s Caribbean Colony, offers both a comprehensive and deeply personal answer. The son of an exiled American architect who came to the island to work for the New Deal governor Rexford Tugwell, Howell only began earnestly digging into his father’s past after his death. What he uncovered, and presents capably in this rich and informative work, is the story of Puerto Rico’s struggle for autonomy and the American repression that repeatedly smothered it, all while claiming to uphold the principles of international self-determination.

    Meeting in Placentia Bay, Newfoundland, amid an escalating war effort, Franklin D. Roosevelt and Winston Churchill signed the Atlantic Charter, which laid out a vision for a postwar order that would bind the Allies in a web of international cooperation, ensuring freedom of the seas, disarmament, and an end to territorial expansion. It also promised the right of all peoples to choose their form of government, giving people in Puerto Rico, then an “unincorporated territory” of the United States, grounds to hope they might break free. In inaugurating this new and profoundly moral vision of a postwar order, Washington created a predicament: how to hold onto what was effectively a colonial possession while publicly championing self-determination.

    The history Howell tells shows, first, how Washington responded to this challenge by nominally changing the terms of rule and incorporating elements of consent to create the illusion of a compact. In 1952, against the backdrop of widespread suppression, strikes, and a violent nationalist insurrection on the island, Public Law 600 — the so-called Gag Law — was passed by the Puerto Rican legislature, giving the island Commonwealth status and the right to draft its own constitution.

    Abroad, American officials presented this as a way to placate the United Nations and secure Puerto Rico’s removal from the list of non-self-governing territories. In Puerto Rico, however, they unilaterally altered the constitution — removing a bill of social and economic rights — while retaining near-total control over the island’s defense, currency, and trade.

    The parallel, and more comprehensive, story Howell tells is of the United States’ shifting strategies of intimidation and repression, which drove his family from the island to the United Kingdom and continued to haunt their lives even there. The first phase saw the imposition of the Gag Law, which criminalized even the hypothetical advocacy of independence and gave the state license to surveil and then round up thousands of suspected nationalists and critics of the proposed Commonwealth.

    When local prosecutions failed to stabilize the island, the FBI under J. Edgar Hoover intervened directly, using tools later associated with McCarthyism. FBI agents infiltrated local politics, tracked suspected Communists and independentistas, and drew up secret and illegal “custodial detention” lists of individuals to be rounded up in times of unrest. As Howell shows, Red Scare tactics — and the Smith Act specifically, a piece of legislation used to prosecute and bully suspected enemies of the state — were deployed in Puerto Rico more extensively than almost anywhere in the continental United States, effectively neutering meaningful political opposition to American hegemony.

    When a 1958 US Supreme Court ruling drastically curtailed the scope of Smith Act prosecutions of political speech, the government switched strategies again. This time, the infamous House Un-American Activities Committee, headed by Gordon Scherer and William Tuck, arrived on the island to investigate “Communist activities among Puerto Ricans.” Islanders of all political stripes, however, flooded the streets and surrounded the courthouse, insisting that the committee had no legal authority to operate in Puerto Rico.

    The exhaustion of “legal” methods of repression, however, did not deter Hoover and his agents. In 1960, the FBI began shifting to covert and illegal action through COINTELPRO, a program that included all manner of harassment — from poison-pen letters meant to break up marriages to the encouragement of gang warfare and violence, including falsely outing gang members as police informers — in order to sow division and chaos among the organizations that threatened American hegemony in the lead-up to a landmark 1967 vote that affirmed the Commonwealth option.

    That political arrangement has persisted to this day, leaving Puerto Rico less a self-governing polity than a modern vassal of the United States: a captive economy in which roughly 85 percent of consumed goods are imported, while enormous amounts of locally generated wealth are siphoned off the island each year in profits, dividends, and other payments to external investors. This was not, as Howell notes, the natural product of development but the result of an economic order built above all around attracting US capital.

    By the late twentieth century, the gap between Puerto Rico’s output and the income actually retained by Puerto Ricans had grown dramatically, such that now, roughly a third of the island’s GDP leaves annually in payments to nonresidents.

    The result is a quasi-colonial status that remains starkly tangible for islanders: though they carry US passports, Puerto Ricans on the island still cannot vote for president; they send no voting members to Congress — electing only a resident commissioner without a final vote — and appoint no electors to the Electoral College; their political status remains subject to Congress’s plenary authority, meaning ultimate control rests in Washington; their referendums are nonbinding; and their fiscal life is overseen by a president-appointed control board with the power to review laws, police contracts, and impose budgets.

    They are excluded from the Affordable Care Act Marketplace, receive capped Medicaid and block-grant food assistance rather than the federal programs available in the states, cannot receive Supplemental Security Income while living in Puerto Rico — and yet, like other US citizens, young men there must still register with the Selective Service System.

    Howell’s story of state surveillance and suppression — and of the costs Washington is willing to incur to hold a Caribbean stronghold — is more instructive now than ever. Not only is the island being militarized as a modern corollary to the Monroe Doctrine, revived as the United States tries to consolidate control over the Americas; Howell’s account of Hoover’s rogue FBI — its intimidation, interference, and visa denials — also strongly echoes the tactics of the current administration. As Puerto Rico is once again enlisted in the service of American power, Howell’s book makes clear how little the underlying terms of that relationship have changed.

    #USA #Puerto_Rico #colonialisme #impérialisme #pauvreté #exploitation #militarisme #CIA #histoire #livre

  • Thomé Newsletter 16/2026 vom 03.05.2026
    https://harald-thome.de/newsletter/archiv/thome-newsletter-16-2026-vom-03-05-2026.html

    Allemagne : escalade de la guerre contre les pauvres . Désormais l’administration peut simplement imposer des mesures qu’elle a été obligée jusqu’á l’entrée envigeur de la nouvelle loi à négocier avec les ayants droit. Chaque infraction et chaque rendez-vous manqué sera obligatoirement puni par une réduction de 30 pour cent de l’allocation déjà insuffisante pour vivre. La punition anticonstitutionnelle de cent pour cent de réduction des allocations pour des manquements répétés est restaurée.

    Ce n’est pas tout, la newsletter de Harald Thomé en explique d’autres.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    mein heutiger Newsletter zu folgenden Themen:

    1. Das 13. SGB II-ÄndG wurde verkündet – Sofortige Wiedereinführung der 100-Prozent-Sanktionen

    Am 22. April 2026 wurde das 13. SGB II-Änderungsgesetz verkündet. Damit ist das Bürgergeld Geschichte und wird zum 1. Juli 2026 durch das neue „Grundsicherungsgeld“ ersetzt. 100-Prozent-Sanktionen für sogenannte „Totalverweigerer“ gelten bereits ab dem Tag der Verkündung.

    Die Bundesregierung etabliert damit ein Sanktionsregime, das in weiten Teilen restriktiver ausfällt als das frühere Hartz-IV-System – jenes System also, dessen Sanktionspraxis bereits durch das Bundesverfassungsgericht begrenzt wurde. Die Reform markiert einen historischen Richtungswechsel: Sie hinterlässt ein Grundsicherungsrecht, das sich schärfer gegen Menschen in Armut richtet als jede Phase des deutschen Sozialrechts seit 1945.

    Dieses Gesetz ist „Union pur“: Mit Unterstützung der SPD wird ein autoritäres System aus Druck und Kontrolle zementiert, das in weiten Teilen offen verfassungswidrig ist. Insbesondere vulnerable Gruppen, wie etwa psychisch kranke Menschen, werden dabei unter die Räder kommen. Diese Politik verkennt die Lebensrealitäten der Betroffenen und drängt sie systematisch in Armut, prekäre Beschäftigung oder gar in die Obdachlosigkeit.

    Weitere Infos hier: https://t1p.de/65p0j

    Verschärftes Sanktionsrecht: https://t1p.de/que0c

    2. Zahl der Leistungsminderungen ist 2025 deutlich gestiegen

    Laut Presseinformation Nr. 13 der Bundesagentur für Arbeit vom 13. April 2026 sind die Sanktionen drastisch gestiegen. Die Leitsätze sind:

    25 Prozent mehr Leistungsminderungen gegenüber 2024

    Terminversäumnisse sind häufigste Ursache von Minderungen

    Weitere Infos hier: https://t1p.de/y3xv5

    Bemerkung: Dass im Fahrwasser der populistischen Hetze und Diffamierungen der Union die Sanktionen steigen, ist erwartbar gewesen. Dies wird sich mit Einführung des Grundsicherungsgeldes zum 1. Juli 2026 drastisch verschärfen.

    Das Motto wird sein: Wir können und wir sollen sanktionieren, wo wir nur können, also werden wir das tun. Leider werden wir erleben, dass die IFKs (Integrationsfachkräfte) sich jetzt austoben werden – ob es der Integration nun nützt oder nicht.

    Die neuen Sanktionen haben erhebliche Folgen:

    Die Nichterreichbarkeitsfiktion nach § 7 Abs. 4 SGB II-N; im Zweifel die 100-Prozent-Sanktionen für vulnerable Gruppen.
    Jede Sanktion beträgt immer 30 % des Regelsatzes für ein bis drei Monate (§ 31a Abs. 1 SGB II-N, § 32 Abs. 1 SGB II-N).
    Bei einmaligem Terminversäumnis der Durchsetzungsverwaltungsakt: Da das Jobcenter in Zukunft alles per Verwaltungsakt bestimmen kann, ist bei Nichterfüllung immer mit 30 % zu sanktionieren (§ 15a SGB II-N).

    Dies wird erhebliche Beratungsarbeit bedeuten, um über dieses Sanktionsregime aufzuklären und Gegenstrategien zu entwickeln.

    3. Deportation Hubs und Abschiebekonzerne – eine wuchernde Staatsgelder-Branche

    Fünf EU-Länder wollen über Drittstaaten in sogenannte „Return Hubs“ abschieben, darunter auch Deutschland. Davon profitiert vor allem die wachsende internationale Deportationsindustrie.

    Die christdemokratische und die faschistische Fraktion haben nach internen Absprachen im EU-Parlament die Etablierung sogenannter „Return Hubs“ vorangebracht. Das bedeutet, auch Familien mit Kindern sollen nun in Abschiebelagern außerhalb der EU deportiert werden können. Und dort bis zu 24 Monaten – in Ausnahmefällen sogar länger – untergebracht werden.

    Weitere Infos: https://t1p.de/1kl51

    4. IEA-Chef Fatih Birol: Schlimmste Energiekrise der Geschichte

    Die Welt steht nach den Worten des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der „größten Energiekrise ihrer Geschichte“ gegenüber. Laut Spiegel droht Deutschland eine Energienotlage; die Bundesregierung ignoriert die Krise (Stand: 01.05.2026). Der Krieg zwischen den USA, Iran und Israel treibt die Preise hoch und schmälert die Wirtschaftsleistung.

    Siehe dazu: https://t1p.de/fn0x5

    Das bedeutet Rezession und Inflation. Diese werden am schärfsten die einkommensschwachen und armen Menschen treffen. Die Bundesregierung, allen voran Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), ignoriert dies. Mantrahaft wird heruntergebetet und betont, dass kein Engpass bei der Energie bestehe. Dabei wäre die richtige Antwort auf die Krise ein entschlossener Ausbau der heimischen erneuerbaren Energien – was von der Regierung jedoch vernachlässigt wird.

    Konkret wird es darum gehen:

    Dass die Regierung angesichts der Preissteigerungen und Inflationsentwicklungen infolge des Nahostkrieges gezwungen sein wird, entweder die Regelleistungen zu erhöhen und/oder zusätzliche Einmalzuschüsse zu gewähren (siehe dazu: https://t1p.de/sw021, Nr. 1).
    Anpassung der Fahrtkostenpauschale bei Kfz-Nutzung im SGB II und SGB XII auf 0,40 Euro pro Entfernungskilometer (siehe dazu: https://t1p.de/cinwe).
    Festsetzung der angemessenen Heizkosten im SGB II/SGB XII (im Sinne von § 22 Abs. 1 SGB II, § 35 Abs. 1 SGB XII) nicht auf Geldbeträge, sondern auf kWh pro Heizart. Damit könnten Preissteigerungen direkt aufgefangen werden.

    Allgemein würde es ungemein helfen, in Zeiten der Energiekrise den ÖPNV kostenfrei zu machen oder für einen überschaubaren Beitrag von z. B. 9 Euro anzubieten. Dies entspräche der Wiedereinführung eines Deutschlandtickets für umsonst oder maximal 9 Euro für die nächsten sechs Monate. Weitere sinnvolle Maßnahmen wären die Einführung eines Tempolimits und eine komplette MwSt-Befreiung für Maßnahmen zum Einsatz erneuerbarer Energien.

    Das wären Maßnahmen, die Einkommensschwachen unmittelbar helfen würden, auf Energievermeidung setzen und somit die Auswirkungen der Energiekrise reduzieren könnten.

    5. GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Übersicht zu den wesentlichen Änderungen

    Eine umfangreiche Zusammenfassung findet sich bei „Ihre Vorsorge“, hier zu finden: https://t1p.de/9p3i5

    Passend dazu kritisiert der Vorstandsvorsitzende der DAK, Andreas Storm, die geplante GKV-Reform scharf. Der Vorschlag sei „absurd“, weil demnach die GKV-Beitragszahler den Bundeshaushalt sanieren sollten. Mehr dazu unter: https://t1p.de/6tu8b

    Ein Überblick über das Gesetzgebungsverfahren ist hier abrufbar: https://t1p.de/rhxph

    6. Zum Sozialportal: Bitte eintragen / bitte auf Aktualität prüfen!

    Das Sozialportal von Tacheles e.V. wächst – mittlerweile umfasst es über 21.000 Einträge von Beratungsstellen und Anwält*innen. Ich möchte alle bereits Eingetragenen bitten, ihre Einträge auf Aktualität zu prüfen und bei Fehlern oder Änderungen diese selbst vorzunehmen oder uns mitzuteilen.

    Das Sozialportal ist neu und lebt vom Mitmachen. Wir laden alle Beratungsstrukturen, Rechtsanwält*innen, Selbsthilfeinitiativen und andere Institutionen, die sich für die Rechtsmobilisierung ratsuchender Menschen einsetzen, herzlich ein, sich in das Sozialportal einzutragen. Helfen Sie mit, es zu der bundesweiten und trägerübergreifenden Adressdatenbank für Beratung und Hilfe werden zu lassen.

    Hier der Link zum Sozialportal: https://sozialportal.net oder https://t1p.de/rthv4

    #Allemagne #législation #pauvreté #allocations_sociales