• Ich will, wo Es ist | Telepolis
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    Il est sans doute inefficace de se débarasser des extrémistes de droit par une intervention psychiatrique. L’idée a des côtés comiques mais elle restera probablement sans résultat. Pourtant une déscription psychoanalytique de la droite apporte des élements utiles pour la compréhension de phénomènes autrement difficiles à décrire correctement. Pourqoui la violence contre les femmes et les abus sexuels de mineurs sont-ils courants dans les milieux de droite ? Comment est-il possible que des mouvements propulsés par des idées évidemment fausses ont des succès aux élections ? Comment y remédier ? Thomas Konicz publie une introduction dans les résultats de cent ans de recherches psychologiques.

    Wie krank sind Rechtspopulisten und Rechtsextremisten? Versuch einer kleinen Psychopathologie der Neuen Deutschen Rechten

    Die ersten Gerüchte über Chemnitz, gestreut in den rechten Wahnräumen des Netzes, waren eindeutig sexuell konnotiert: Eine deutsche Frau sei von dunkelhäutigen Ausländern sexuell belästigt worden, die drei Deutsche töteten, als diese versuchten, die bedrängte Frau zu schützen. Die erste rechtsextreme Gewaltwelle, die sich spontan in Chemnitz am 26. August 2018 entlud, wurde gerade durch diese Gerüchte von einer versuchten Vergewaltigung durch Flüchtlinge angefacht.

    Und dies ist ein immer wiederkehrendes Motiv der paranoiden rechten Gewaltphantasien, die einen regelrechten „Genozid“ am „deutschen Volk“ halluzinieren. Immer wieder erfinden Rechte schlicht sexuelle Übergriffe, wie etwa die angebliche Gruppenvergewaltigung einer Verkäuferin durch Flüchtlinge in Zwickau. In Görlitz wiederum hielten sich tagelang Gerüchte um Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Ausländer auf dem Gelände des dortigen Klinikums.

    Auch in Chemnitz gab es im Vorfeld der Geschehnisse Ende August Gerüchte über Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Ausländer. Die in der Neuen Rechten allgegenwärtige, sexualisierte Angst vor dem Völkermord an den Deutschen, vor der „Umvolkung“ Deutschlands, sie ist eingebettet in einen hysterischen Opferwahn, der inzwischen bizarre Ausmaße angenommen hat.

    Auf rechten Kundgebungen werden Transparente hochgehalten, auf denen DGB, DFB, der Antichrist, die Kirchen, BMW, Porsche, alle Bundestagsparteien (mit Ausnahme der AfD) und sämtliche Massenmedien (die der AfD eine breite Bühne zur Selbstdarstellung bieten) für den angeblichen „Genozid an den Deutschen“ verantwortlich gemacht werden. In Szeneläden werden Judensterne verkauft - mit der Aufschrift „Sachse“.

    Und dennoch ist es tatsächlich notwendig, diesen ganzen Unrat ernst zu nehmen. Nicht, weil sich hier irgendwo so etwas wie eine aluhuttragende „Wahrheit“ verstecken würde, sondern weil hier zuvor randständige Irrationalitäten zu einem brandgefährlichen, gesellschaftlichen Machtfaktor heranwachsen, der in Teilen der Bundesrepublik schon die politische Hegemonie beanspruchen kann.

    Politischer Massenwahn, so lächerlich er auch sein mag, ist gefährlich. Die Nazis glaubten tatsächlich an ihre genozidale Halluzination von der „jüdisch-bolschewistischen-Weltverschwörung“. Genauso, wie derzeit immer mehr Menschen, die dem Wahn der Neuen Rechten verfallen, tatsächlich fest daran glauben, der Jude George Soros habe die derzeitige Flüchtlingskrise ausgelöst, die zu einer „Umvolkung“ Deutschlands führen solle.
    Neurechte „Gemeinschaftsneurose“?

    Die Neue Rechte kann folglich auch als soziale Pathologie begriffen werden, als sozialpsychologisches Studienobjekt, das Ausfluss einer irrationalen Verarbeitung tatsächlich gegebener, gesellschaftlicher Widersprüche ist. Sigmund Freud hat schon in seiner berühmten Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ darauf hingedeutet, dass die „Kulturentwicklung“ aufgrund der ihr innewohnenden Widersprüche regelrechte „Gemeinschaftsneurosen“ hervorbringen könne, die sich in manifesten „Pathologien kultureller Gemeinschaften“ manifestierten. Es gilt somit zu eruieren, inwiefern es sich bei der Neuen Rechten um eine zu einer Bewegung geronnenen Psychopathologie handelt, die Züge einer aus Triebverzicht und Unterwerfung gespeisten Massenneurose aufweist.

    Die Beschäftigung mit dem Wahn der Neuen Rechten dürfte somit auch ein grelles Licht auf die Widersprüche und Absurditäten des krisengebeutelten, in offene Zersetzung übergehenden Spätkapitalismus werfen. Die unbewusste, irrationale Verarbeitung unverstandener gesellschaftlicher Vorgänge und Widersprüche, die kennzeichnend ist für weite Teile der Praxis und Ideologie der Neuen wie der Alten Rechten, sie verweist selbstverständlich auf die krisengeschüttelte und widerspruchszerfressene Gesellschaft, die sie hervorbringt.

    Selbstverständlich nutzen rücksichtslose Demagogen - teils unbewusst und instinktiv - diese komplexbeladene Gemengelage aus, um hieraus politisches Kapital zu schlagen. Angesichts der zunehmenden Krisendynamik dürften auch Funktionseliten in Politik, Staat und Wirtschaft den Faschismus wieder als eine gangbare Krisenoption in Erwägung ziehen. Doch dürfen hier nicht Ursache und Wirkung vertauscht werden.

    Der Faschismus ist eine genuine Massenbewegung, die eine eigene, aus irrationalen Reaktionen auf die krisenbedingt zunehmenden Widersprüche gespeiste Dynamik aufweist. Demagogen mögen die gegebenen reaktionär-irrationalen Stimmungen in der angstschwitzenden Mitte instrumentalisieren, Teile der Funktionseliten können schließlich mit diesen Bewegungen paktieren - doch dies erklärt nicht die Genese, die Popularität der Neuen Rechten.

    Gehören die mit Chrystal Meth vollgepumpten Nazi-Orks der Bundesrepublik auf die Couch? Die Neue Rechte operiert ja offensichtlich mit dem unreflektierten, irrationalen Affekt, der gerne durch das Konstrukt der bequemen „einfachen Wahrheiten“ nachträglich rationalisiert wird.

    Dabei fungieren diese „alternativen Fakten“, deren Unsinnigkeit eigentlich sehr schnell enthüllt werden kann, nur als ideologisches Vehikel, um die von unbewussten, irrationalen Triebkräften motivierte Praxis zu legitimieren. Deswegen sind alle Bemühungen, Aufklärung, Logik oder Fakten in die rechten Wahnräume hineinzutragen, in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt - der braune Mob will seine primitiven Lügen glauben, weil sie nur ein scheinrationales Vehikel für das Ausleben irrationaler, unbewusster Triebkräfte sind.
    Des braunen Pudels klebriger Kern

    Es gilt folglich, diesen irrationalen Kern der neuen deutschen Rechten - der sich unter ihrer harten, braunen Schale verbirgt - freizulegen und der analytischen Reflexion zugänglich zu machen. Dies ist gerade deswegen notwendig, weil die Neue Rechte sich jeglicher Selbstreflektion verweigert. Das Irrational-Unbewusste, die Brutstätte des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, muss der bewussten Analyse zugänglich gemacht werden. Und hierbei bieten die eingangs erwähnten sexuellen Gewaltphantasien einen ersten Anknüpfungspunkt, da sie den irrationalen, triebgesteuerten Charakter rechter Ideologie und Praxis offenlegen.

    Der paranoide neurechte Wahn von der jüdisch organisierten „Umvolkung“ Deutschlands, in dem sich Antisemitismus und Rassismus paaren, resultiert aus Frustrationen, die sich durch Triebverzicht einstellten - und die zu entsprechenden Projektionen führen. Dies gilt vor allem in Hinsicht auf den Sexualtrieb, dem ja bekanntlich in der neuen deutschen Rechten überdurchschnittlich oft das Ausleben verwehrt bleibt.

    Der Hass, der sich durch das populäre neurechte Wahnbild der sexuell zügellosen Flüchtlinge manifestiert, die - von Merkel oder Soros persönlich mit dem neusten iPhone ausgestattet - daran gehen, das deutsche Volk durch massenhafte Vergewaltigungen zum Verschwinden zu bringen, verweist auf das vermutlich oft traurige, mitunter nicht existente Sexualleben in vielen neurechten Schlafzimmern. Es ist eine simple unbewusste Projektion, die selbstverständlich weitgehend immun ist gegen die gesellschaftliche Realität, die von einer fallenden Kriminalitätsrate geprägt ist.

    Der Zug ins Sadistische, der all dieser neurechten Propaganda anhaftet, rührt gerade aus dem besagten Triebverzicht her, der in diesem männlich geprägten Milieu, das auf dem spätkapitalistischen Beziehungsmarkt eher schlechte Karten hat, notgedrungen vorherrscht. Sexuelle Triebregungen, denen das Ausleben verwehrt bleibt, driften oft ins Sadistische und Sado-Masochistische ab.

    Diese psychopathologische Konstitution, in der sadistische Projektionen sexueller Frustration zu Hass führen, insbesondere auf die als potente sexuelle Konkurrenz wahrgenommenen arabischen „jungen Männer“, spielt als unbewusste, irrationale Treibkraft der Neuen Rechten eine wichtige Rolle. Der Rechtspopulismus fungiert hier auch als politische Ausscheidung einer massenhaften, aus Liebesmangel resultierenden Psychopathologie, als ein „stummer Schrei nach Liebe“.
    Massenpsychologie des Faschismus

    Genau diese massenpsychologische Konstellation thematisierte schon Wilhelm Reich in seiner berühmten, 1933 publizierten Schrift „Die Massenpsychologie des Faschismus“. Reich arbeitete als erster Sozialwissenschaftler den Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung - insbesondere der Sexualunterdrückung - und der autoritären, irrationalen Charakterstruktur heraus, die anfällig sei für faschistische Tendenzen.

    Somit ist es die zunehmende Triebunterdrückung durch die sich beständig verschärfenden „Sachzwänge“ im krisengeplagten Spätkapitalismus, die den Faschismus auch auf dieser psychopathologischen Ebene - zusätzlich zu den sozioökonomischen Faktoren wie verschärfter Krisenkonkurrenz - immer wieder anfacht. Reich sah in seiner kurz nach der Machtübertagung an die Nazis publizierten Schrift gerade hierin einen zentralen Faktor: „Die Sexualhemmung verändert den wirtschaftlich unterdrückten Menschen strukturell derart, dass er gegen sein materielles Interesse handelt, fühlt und denkt.“

    Ein hinreichendes Verständnis der allgemeinen psychopathologischen Dynamik des Faschismus scheint aber nur bei einer Einordnung in das Instanzenmodell der Psychoanalyse möglich. Die Wechselwirkung zwischen den unbewussten Triebregungen und der autoritären Struktur des faschistischen Bewusstseins könnte so näher beleuchtet werden.

    Die Psychoanalyse begreift den Menschen als ein weitgehend triebgesteuertes Wesen, dessen Innenleben durch drei Instanzen geprägt ist: Das Über-Ich bildet die Gesamtheit der leidvoll im Verlauf der Erziehung und Sozialisation aufgerichteten gesellschaftlichen Normen, Werte und Moralvorstellungen, die das Gewissen konstituieren.

    Dem gegenüber steht das dem Lustprinzip folgende Es, das als die Summe der unbewussten Triebe, Bedürfnisse und Affekte seine unbewusste Wirkung entfaltet. Das Ich wiederum umfasst das Alltagsbewusstsein des Menschen, das das Denken, die Wahrnehmung und das Gedächtnis umfasst - und in dem zwischen den Triebregungen des Es und dem Lustprinzip, sowie dem Realitätsprinzip des Über-Ich samt den Ansprüchen der konkreten Vergesellschaftung vermittelt wird.

    Das starre, „veräußerte“ Über-Ich der ichschwachen Subjekthülsen, die sich in der konformistischen Revolte des Faschismus treiben lassen, ist durch Überanpassung an die widersprüchlichen Gebote und Verbote spätkapitalistischer Gesellschaften geprägt. Diese masochistische Unterwerfung unter das falsche Ganze der krisengeschüttelten Vergesellschaftung im Spätkapitalismus fordert aber ihren Tribut am Triebleben. Durch Triebverzicht, durch Entsagungen, baut sich in dem konformistischen Rebellen der Neuen Rechten psychischer Druck auf, der ein sadistisches Ventil finden muss.

    Dies geht häufig einher mit einem Mangel an Sublimierung der rohen Triebe innerhalb der Neuen wie Alten Rechten. Hierunter verstand Freud die Ablenkung, gewissermaßen „Veredelung“ der Triebenergien des Es, die von einem starken Ich in schöpferische Tätigkeiten, in Schaffenskraft umgewandelt würden. Laut Freud basierten die künstlerische Tätigkeit, die geistigen Leistungen der Menschheit, mitunter der Zivilisationsprozess als solcher auf der Sublimierung ihrer Triebe.

    Die Unfähigkeit oder Unmöglichkeit zum Sublimieren innerhalb der Neuen Rechten muss nicht nur auf entsprechende innere Dispositionen zurückzuführen sein, die dies verunmöglichen - auch die äußeren Umstände, gerade in Krisenphasen, können Strategien der Sublimierung erschweren oder verunmöglichen.
    Sado-Masochismus und Ich-Schwäche

    Ohne Möglichkeit oder Fähigkeit zur Sublimierung driftet folglich das stark unterdrückte Triebleben - in Wechselwirkung mit einem nur oberflächlich verinnerlichten Über-Ich - ins Sadistische ab. Der aus Triebverzicht resultierende Hass sucht sich Sündenböcke unter Zuhilfenahme von Projektionen. Gerade in den vielfachen Projektionsleistungen der Neuen Rechten findet eine unbewusste Wiederkehr des Verdrängten und eines sadistisch deformierten Trieblebens statt.

    Schon die berühmten Studien zum autoritären Charakter, an denen unter anderen Adorno mitarbeitete, stellten fest, dass der autoritäre Charakter dazu tendiere, „seine unterdrückten Impulse auf andere Menschen zu projizieren“, die dann umgehend angeklagt, beschuldigt würden. Die Projektion sei demnach ein Mittel, „Es-Triebe ich-fremd zu halten“, sie deute auf die „Unzulänglichkeit des Ichs … seine Funktionen zu erfüllen“.

    Es ließe sich überdies fragen, ob diese irrationale Dynamik der Neuen Rechten nicht eigentlich Charakteristika einer Neurose aufweist, einer mit Paranoia und hysterischen Anfällen angereicherten Massenneurose. Das schwache, unter dem Konformitätsdruck des Über-Ich zur bewussten Unterwerfung angehaltene Ich der Neuen Rechten treibt unbewusst dorthin, wo das deformierte Es in seinen sadistisch-barbarischen Fantasien sich bereits befindet.

    Das Ich des Faschismus will letztendlich dorthin, wo sein pervertiertes Es bereits ist. Dieser irrationale Mechanismus, bei dem die masochistisch unterdrückte Triebenergie nach sadistischer Metamorphose zum Treibstoff der „Bewegung“ mutiert, bildet das irrationale Fundament der drohenden Barbarei, die die Neue Rechte - gleich ihrem historischen Vorbild - anstrebt.

    Die Xenophobie der Neuen Rechten gleicht der Zwangsneurose, die von Sigmund Freud auf angestaute Triebenergie, eine „im Verborgenen ungedämpfte Lust“ zurückgeführt wird. Der Zwangsneurotiker leidet unter unbewusstem Triebverzicht, der die Ausbildung von Zwangshandlungen zur Folge habe. Freud spricht in seiner Schrift „Totem und Tabu“ in Hinblick auf neurotische Zwangsvorstellungen davon, dass diese durch absurd erscheinende Verbote einen Trieb an der Entfaltung hindern und hierdurch den Kranken die betreffenden Objekte „unmöglich“ machten: „Die Zwangskranken benehmen sich so, als wären die ’unmöglichen’ Personen und Dinge Träger einer gefährlichen Ansteckung, die bereit ist, sich auf alles Benachbarte durch Kontakt zu übertragen.“ Die Parallelen zum neurechten Hass auf „Ausländer“, die den deutschen „Volkskörper“ kontaminieren, scheinen evident.

    Entscheidend bei dieser neurotischen Dynamik sei die „großartige Verschiebbarkeit“ der unterdrückten Trieblust, so Freud in „Totem und Tabu“. Das neurotische Verbot oder Gebot verdanke seinen Zwangscharakter gerade seinem „unbewussten Gegenpart“, der im Verborgenen ungedämpften Lust, einer „inneren Notwendigkeit“, in welche die „bewusste Einsicht fehlt“. Hierbei handele es sich nicht um einen Zustand, sondern um eine Dynamik, da die Trieblust sich beständig verschiebe, nach „Surrogaten für das Verbotene“, nach Ersatzobjekten und Ersatzhandlungen suche, um der Absperrung zu entgehen.

    Folglich verschieben sich auch die „Abwehrmaßnahmen“ der Neurotiker entsprechend, um den Trieb an der Entfaltung zu hindern. Aus diesem neurotischen Konflikt entstehe ein Bedürfnis nach „Abfuhr“, um die bestehende innere Spannung zu verringern. Schließlich würden diese Zwangshandlungen sich immer mehr dem annähern, was sie abzuwehren versuchen, so Freud: „Es ist ein Gesetz der neurotischen Erkrankung, dass diese Zwangshandlungen immer mehr in den Dienst des Triebes treten und immer näher an die ursprünglich verbotene Handlung herankommen.“

    Die Wechselwirkung von Projektion und neurotischer Zwangshandlung müsste somit zur Folge haben, dass die Neue Rechte sich in ihrer unreflektierten Praxis genau den Handlungen annähert, die sie in hysterischer Hetze ausschlachtet und für und Propaganda und Hasswellen instrumentalisiert. Dies gilt es zuerst beim Themenkomplex Sexualität zu beleuchten - insbesondere in Hinblick auf die sexuelle Gewalt gegen Frauen.
    Rechte Triebtäter

    Nichts scheint die Neue Rechte in bessere Stimmung zu versetzen, als wenn es tatsächlich zur sexuellen Gewalt von Migranten oder Flüchtlingen gegen Frauen kommt. Die Rechte würde die Gruppenvergewaltigung einer Freiburgerin im vergangenen Oktober feiern, wurde etwa beobachtet

    Mehrere Demonstrationen wurden in Freiburg von der AfD durchgeführt, um die brutale Vergewaltigung politisch auszuschlachten. Frauen, die sexuelle Übergriffe durch Migranten vereiteln, werden von den rechten Rattenfängern mitunter gegen ihren Willen instrumentalisiert.

    Die zur rassistischen Hetze transformierte Empörung über sexuelle Gewalt von „Ausländern“ an deutschen Frauen, die in der Neuen Rechten in den hysterischen Vorwurf des sexuellen Genozids gesteigert wird, schlägt in diesem Milieu aber sehr schnell in ihr Gegenteil um, sobald die Feindbilder wechseln: Dann wandelt sich die scheinbare Empörung über sexuelle Gewalt zur sadistischen Vergewaltigungsphantasie, die der neurechte Mann allen Frauen androht, die nicht bereit sind, den faschistischen Ausländer- und Rassenhass der Neuen Rechten zu teilen. Frauen, die Flüchtlinge unterstützten, wird dann von rechten Trolls im Netz schon mal gewünscht, sie sollten „zu Tode vergewaltigt“ werden.

    Mit massenhaften Vergewaltigungsdrohungen müssen vor allem Politikerinnen leben, die sich öffentlich für Flüchtlinge einsetzen. Eine Politikerin der Grünen ist mit Vergewaltigungsphantasien rechter Trolle überschwemmt worden, nachdem sie im vergangenen August vorschlug, künftig Klimaflüchtlinge auszunehmen.

    Ähnlich erging es Hamburger Bürgschaftsabgeordneten und Politikerinnen der Partei Die Linke, die sich mit detaillierten „Beschreibungen der geplanten Ermordung“, oftmals „kombiniert mit sexualisierten Inhalten“, mit Vergewaltigungsdrohungen und Folterfantasien rechter Sadisten konfrontiert sehen. Ein simples „Nazis Raus“ einer ZDF-Jounralistin, gepostet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, reichte aus, eine Welle von Mord- und Vergewaltigungsdrohungen auszulösen.

    Die Zwangsneurose der Neuen Rechten ist hier mit Händen zu greifen: In Reaktion auf sexuelle Übergriffe von Migranten auf Frauen, wird jenen Frauen sexuelle, sadistische Gewalt angedroht, die sich weiterhin für Flüchtlinge einsetzen. Im Unbewussten wirkender, sadistischer Neid ist es, der diese irrationale Dynamik der Neuen Rechten anzutreiben scheint.

    Es bleibt nicht nur bei Drohungen: Die sexuelle Gewalt gegen Frauen, die durch rechte Triebtäter begangen wird, wird aber kaum thematisiert. Etwa der Fall eines 21-Jährigen Nazischlägers, der ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigte. Eine Lokalzeitung berichtete über den Vorfall im November 2018.

    Ermittlungen wegen Vergewaltigung wurden auch gegen einen AfD-Politiker geführt. Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Rhein-Mein“ stehen hingegen inzwischen wegen einer Vergewaltigungsserie vor Gericht - ohne dass dies zu breiter Empörung innerhalb der Neuen Rechten führte.

    Deutsche Frauen werden in diesem neurechten Milieu offensichtlich immer noch (oder schon wieder?) als „Besitz“ begriffen. Nicht nur als ein Objekt, über das der deutsche Mann zu verfügen hat, sondern auch als Teil der deutschen Volksgemeinschaft, die offenbar immer noch rassisch definiert wird. Deswegen triggern vor allem Frauen, die sich für Flüchtlinge engagieren oder bloß aussprechen, die beschriebenen sadistischen Vergewaltigungsphantasien, da hier schon wieder in der Neuen Rechten das altrechte Motiv der „Rassenschande“ mitzuschwingen scheint. Missbrauch von Frauen durch deutsche Männer wird hingegen kaum wahrgenommen, eventuell sogar geduldet („stell dich nicht so an“).

    Dieses archaische Frauenbild insbesondere in den ostdeutschen Stammländern der Neuen Rechten, das sich auch in entsprechenden sexistischen öffentlichen Äußerungen manifestiert, scheint mit einem simplen empirischen Befund in Zusammenhang zu stehen. In den ostdeutschen „failed States“ herrscht extremer „Frauenmangel“, wie die New York Times in einem Hintergrundbericht ausführte.

    Demnach handelte es sich bei zwei Dritteln der ehemaligen DDR-Bürgerinnen, die Ostdeutschland nach dem Mauerfall verließen, um junge, gut ausgebildete Frauen. Es sei ein „extremer Fall von Frauenflucht“ gewesen. Deswegen herrsche nun in eben den ostdeutschen Regionen, in denen die AfD ihre größten Wahlerfolge erziele, ein global kaum erreichtes Ungleichgewicht „zwischen Männern und Frauen“.

    Nur die Arktis und einige „Inseln vor der Küste der Türkei“ würden einen ähnlichen Männerüberschuss ausweisen. Arktis oder Sachsen? Frauen, die vor solch eine schwere Wahl gestellt würden, müssten somit lange überlegen, wo das kleinere Übel liege.

    Eine ähnliche neurotische Dynamik zwischen zwanghafter öffentlicher Anprangerung und klammheimlicher sadistischer Sehnsucht nach Triebbefriedigung herrscht auch beim Kindesmissbrauch vor. In keiner anderen politischen Strömung scheinen pädophile Tendenzen so weit verbreitet wie in der Neuen Rechten, die ja immer wieder die Todesstrafe oder zumindest „Keine Gnade für Kinderschänder“ fordert.

    Dies gilt vor allem für den Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik. Yavuz Narin, einer der Opferanwälte im NSU-Prozess, der das Thema eingehend recherchiert hat, bezeichnete gegenüber der Deutschen Welle (DW) die Häufung der Fälle von Kindesmissbrauch im rechten Milieu als frappierend:

    Zahlreiche Personen aus dem Umfeld des NSU-Trios sind bereits in der Vergangenheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern oder der Verbreitung kinderpornographischen Materials in Erscheinung getreten. Wir haben dort einen Sumpf, der sich bis nach Bayern und Sachsen erstreckt.
    Yavuz Narin

    Sexueller Missbrauch von Kindern durch Rechte könnte nach Ansicht von Opferverbändern auch eine Form des Auslebens von Machtbedürfnissen sein. Eine Sprecherin eines Verbandes der Opfer von Pädophilen, der Zartbitter e.V., erklärte gegenüber DW, dass der unter Rechtsextremen verbreitete Hang zum „Machtmissbrauch und Respektlosigkeit“ dafür verantwortlich sein könnte. Der Kindesmissbrauch scheint hier somit ein perverser, sexualisierter Machtrausch zu sein, dem sich die rechten Möchtegern-Führer hingeben.

    Er habe eine eindeutige „Häufung von Fällen rechtsextremer Gesinnung und pädophiler Neigung“ festgestellt, erklärte der Opferanwalt. Diese Erkenntnisse wurden von Opfergruppen pädophiler Gewalt bestätigt. Nachdem Narin seine Rechercheergebnisse publik gemacht habe, sei er von Betroffenen und Opfer-Verbänden kontaktiert worden: „Ich bekam mitgeteilt, dass sexueller Missbrauch von Kindern gerade in der rechten Szene sehr gängig sei und dass ich deshalb nicht überrascht sein sollte.“

    Derzeit ermitteln Behörden allein in Hessen gegen 37 Rechtspopulisten und Rechtsextremisten wegen des Verdachts auf organisierten sexuellen Kindesmissbrauch.
    Die „neurotische Währung“

    Mit Fakten lässt sich innerhalb dieser irrationalen faschistischen Dynamik aus masochistischen Triebverzicht samt autoritärer Zwangshandlung, der Projektion des Verdrängten auf „Sündenböcke“ und der Wiederkehr des sadistisch deformierten Triebimpulses in der barbarischen Praxis kaum etwas ausrichten. Es ist müßig, etwa darauf hinzuweisen, dass mehr als zwei Drittel der Täter, die Frauen schwere Gewalt antun, Deutsche sind, oder dass die Kriminalitätsrate unter den Asylbewerbern niedriger ist als im Bevölkerungsdurchschnitt.

    Es sind aber nicht nur die eingangs geschilderten, evidenten Lügenmärchen und Fantasiegebilde, die den Treibstoff der rechten Hetzmaschine bilden. Es ist eher ein der Ideologie eng verwandter Wahn, der auf einer extrem selektiven Wahrnehmung der Realität aufbaut, nur die passenden Bruchstücke des Realen zum Bau des Wahngebäudes verwendet, während alles andere verbissen ausgeblendet wird. Der neurechte Wahn lebt von einem selektiven, gewissermaßen instrumentellen Verhältnis zur Realität, das in der berühmten rechten Fieberrede von den „alternativen Fakten“ sehr gut zum Ausdruck kommt.

    Die Neue Rechte macht sich die simple Tatsache zu eigen, dass in einer jeden größeren Menschengruppe - auch innerhalb der Flüchtlinge - ein gewisses kriminelles Element zu finden ist, das nun skandalisiert wird. Freud spricht in „Totem und Tabu“ in diesem Zusammenhang von einer „neurotischen Währung“, die es ermöglicht, die entsprechenden Zwangsvorstellungen, wie die vom sexuellen „Genozid an Deutschland“, aufrechtzuerhalten:

    Die Neurotiker leben in einer besonderen Welt, in welcher … nur die „neurotische Währung“ gilt, das heißt nur das intensiv Gedachte, mit Affekt Vorgestellte ist bei ihnen wirksam, dessen Übereinstimmung mit der Realität ist aber nebensächlich.
    Sigmund Freud

    Da ist der Wahn von dem sexuell zügellosen Ausländer als Projektion der eigenen, ins Sadistische verdrängten Triebe, der nicht nur Lügenmärchen fabriziert, sondern auch händeringend nach Bruchstücken von Realität greift, die er instrumentalisieren kann.

    Dies gilt nicht nur bei dem oben geschilderten Komplex der neurechten, sadistisch deformierten Sexualität mit ihren Vergewaltigungsfantasien und dem Hang zur Pädophilie. Generell scheinen Rechtsextremismus wie Rechtspopulismus letztendlich all’ das realisieren zu wollen, was sie im Rahmen ihrer Hetze an Angstbildern aufbauen.

    Ein immer wiederkehrendes Motiv rechter Propaganda ist beispielsweise die Angstmache vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs in der Bundesrepublik, der gewissermaßen durch die Flüchtlinge aus den Zusammenbruchsgebieten in der Peripherie des Weltsystems „importiert“ werde.

    Dabei sind es gerade rechtsextreme Seilschaften und Rackets innerhalb und außerhalb des deutschen Staatsapparates, die mit Verve den Bürgerkrieg forcieren. Im Kleinen, in der Provinz, im Stadtteil, treiben die gewöhnlichen Nazibanden den „molekularen Bürgerkrieg“ (Enzensberger) voran, mit unzähligen Übergriffen, Schikanen, mit Brandstiftungen und pogromartigen Ausschreitungen.

    Der kleine, alltägliche Bürgerkrieg um ihre „national befreiten Zonen“, der insbesondere in der ostdeutschen Provinz tobt, erinnere ihn an Somalia, erklärte ein Flüchtling aus diesem Zusammenbruchsgebiet gegenüber dem Deutschlandfunk:

    Ich komme aus einem großen Bürgerkrieg. Aber Chemnitz ist ein kleiner Bürgerkrieg. Das ist meine Meinung.
    Flüchtling aus Somalia

    Dieser „kleine Bürgerkrieg“ in Chemnitz verschärfe sich meistens nach den Demonstrationen der Rechten, die an jedem Freitag stattfinden, hieß es in dem Bericht.

    Ums große Ganze kümmern sich die rechtsextremen Seilschaften in den Sondereinheiten der Bundeswehr und der Polizeikräfte, die angeblich eine „schwarze Reichswehr“ aufbauen. Die potenziellen Todesschwadrone im „Tiefen Staat der BRD“ planten im Rahmen einer klassischen Verschwörung den Putsch im Krisenfall und die massenhafte Liquidierung von politischen Gegnern.

    Diese tatsächlich gegebenen Verschwörungen, die Rechtsextremisten in Springerstiefeln und Uniformen schmieden, werfen auch ein bezeichnendes Licht auf den antisemitischen Verschwörungswahn, der in der Neuen Rechten grassiert. Längst wurde der jüdische Finanzmogul George Soros als ein zentrales antisemitisches Wahnbild des Rechtspopulismus wie Rechtsextremismus etabliert.

    Soros soll ein weitverzweigtes Verschwörer-Netzwerk aufgebaut haben, das Weltherrschaftsambitionen hege, an der Zerstörung von Nationalstaaten arbeite oder die Flüchtlingskrise auslöste, so die bekanntesten Fieberträume all der Halb- und Vollnazis, die in der Soros-Foundation die Zentrale einer jüdischen „Globalistenverschwörung“ imaginieren.

    Wiederum handelt es sich hier um eine simple Projektion des eigenen Hangs zur ganz konkreten Verschwörungen, die ja nicht nur den Aufbau von Nazimilizen im Staatsapparat zum Inhalt haben, sondern auch die Auseinandersetzungen innerhalb der Neuen Rechten prägen, die Kämpfe um Posten und Pöstchen, den Aufbau von Parallelstrukturen innerhalb der AfD, wie er etwa vom rechtsextremen Flügel der AfD praktiziert wird.

    Auch hier gilt die Feststellung der „Dialektik der Aufklärung“, die diese Projektionsleistung auf den Punkt brachte: „Im Bild des Juden, das die Völkischen vor der Welt aufrichten, drücken sie ihr eigenes Wesen aus.“

    Es können hier folglich die historischen Parallelen zwischen der Neuen Deutschen Rechten und ihrem Vorläufer, dem Nationalsozialismus, gezogen werden. Die Nazis haben ihren „Griff nach der Weltmacht“ mit ihrer unaufhörlichen antisemitischen Hetze und dem Wahnbild einer „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ ideologisch legitimiert.

    Und schließlich ist die AfD als die selbsternannte Partei der Saubermänner bereits in eine rekordverdächtige Anzahl von Finanzierungsskandalen und Parteispendenaffären verwickelt. Neben im Schweizer Steuerexil lebenden Milliardären wie August von Finck, die ihr Vermögen von Arisierungsgewinnlern geerbt haben, sollen auch adelige Ex-Waffenhändler den Rechten finanziell unter die Arme gegriffen haben.

    Motivator der rechtspopulistischen Kritik an der Korruption der „Altparteien“ scheint somit der Neid der zu kurz gekommenen neurechten Aufsteiger zu sein, die sich nun möglichst schnell den ganz großen Schluck aus der Geldpulle gönnen.

    Es ist folglich - neben der Personifizierung der fetischistischen Krisendynamik des Kapitals im „jüdischen Finanzkapital“ - die eigene, uneingestandene Macht- und Geldgeilheit, die alte wie neue Antisemiten und Rechtsextremisten auf die antisemitischen Wahnbilder des Juden projizierten und projizieren: Gestern war es Rothschild, heute ist es Soros.

    Der faschistische „Wille zur Macht“ ist das schwache, masochistische, oftmals autoritär gebrochene Ich, das die verdrängten, ins Sadistische abdriftenden Triebregungen des Es reflektionslos auszuleben trachtet - unter extremer Zuspitzung eben der herrschenden ideologischen Gebote und Verbote. Diese von neurotischen Zwangshandlungen und Projektionen geprägte Psychopathologie bildet die charakterliche Basis, auf deren Massengrundlage der Faschismus als Extremismus der Mitte in Krisenzeiten seine Dynamik gewinnt.

    Der Faschismus als das Ich, das die sado-masochistische Barbarei des kapitalistisch deformierten Es zu verwirklichen trachtet, kann aber nur in Kontext der krisengebeutelten Gesellschaft vollauf verstanden werden, deren Widersprüche ihn hervorbringen. Im zweiten Teil der Serie wird es um die Wechselwirkung zwischen kranker Psyche und Kapitalismus gehen sowie um die diesbezügliche Auseinandersetzung zwischen Siegmund Freud und seinen Schüler Wilhelm Reich.

    #droite #extrême_droite #nazis #psychologie #Wilhelm_Reich #psychoanalyse #fascisme #politique


  • AUTO Une saloperie mortelle dans notre tête
    http://carfree.fr/index.php/2019/01/18/auto-une-saloperie-mortelle-dans-notre-tete

    Voici les beaux jours revenus, et on va recommencer à s’agglutiner sur l’asphalte, à la queue leu leu, et puis de temps en temps en petits tas fumants, entourés de Lire la suite...

    #Argumentaires #Fin_de_l'automobile #Insécurité_routière #Ressources #critique #histoire #médecine #mort #psychologie #santé


  • What People Actually Say Before They Die - Insights into the little-studied realm of last words
    https://www.theatlantic.com/family/archive/2019/01/how-do-people-communicate-before-death/580303

    On savait déja qu’à l’exception des héros face au peleton d’exécution personne n’a jamais prononcé des mots dignes de sa vie passée. Cet article décrit ce qui se passe en réalité avec la parole des moribonds. Conclusion : il n’y a pas grand chose et le peu qu’on apercoit de l’extérieur est si individuel que la science n’a pas encore trouvé de méthide pour le décrire.

    #mort #religion #athéisme #psychologie #anthropologie


  • La vraie « nature » du mâle – Binge Audio
    https://www.binge.audio/la-vraie-nature-du-male

    Petite leçon de biologie, pour faire le point sur plusieurs notions couramment utilisées dans les débats et les discussions sur la virilité : le sexe, l’instinct, les hormones, le corps. Qu’est-ce qu’un homme, d’un point de vue biologique ? Les hommes sont-ils les mâles de l’espèce humaine ? Comment détermine-t-on le sexe d’un individu humain, et au passage, combien y a-t-il de sexes ? Et au final, pourquoi consacre-t-on tant d’énergie, d’argent et de temps à chercher des explications et des justifications scientifiques aux différences entre hommes et femmes ?

    Réponses avec Thierry Hoquet, professeur de philosophie à l’université Paris Nanterre, spécialiste de la philosophie des sciences, des Lumières et de la pensée de Darwin. Un épisode extra-long pour renverser les croyances populaires sur la “nature” et la “culture”, questionner la pertinence de la comparaison entre humains et animaux, et remettre en cause les fondements idéologiques de la psychologie évolutionniste.



  • Weihnachten, Fest des Friedens | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Weihnachten-Fest-des-Friedens-4258673.html?seite=all
    https://img.thedailybeast.com/image/upload/c_crop,d_placeholder_euli9k,h_1439,w_2560,x_0,y_0/dpr_2.0/c_limit,w_740/fl_lossy,q_auto/v1492718052/articles/2013/09/07/inside-the-nazi-mind-at-the-nuremberg-trials/130906-harding-nazi-tease_y9rvhj

    Der Treibstoff des Kapitalismus ist die Rendite. Es ist nach den Gesetzen der Mathematik gar nicht möglich, das kapitalistische System ohne Rendite aufrecht zu erhalten. Und nie endende Profitgier lässt sich eben mit friedlichen Mitteln allein auf Dauer nicht stillen. US-Präsident Eisenhower hat bereits 1961 die verhängnisvolle Nähe von wirtschaftlichen und militärischen Interessen angemahnt und eindringlich vor einer katastrophalen Machtzunahme des militärisch-industriellen Komplexes gewarnt. Die Zusammenhänge sind also längst bekannt, und trotzdem gelingt es immer wieder, mit Hilfe von Kriegspropaganda Zustimmung für den Einsatz militärischer Gewalt zu organisieren.

    Reichsmarschall Göring beschrieb es mit einfachen Worten: „Natürlich will das Volk keinen Krieg. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bewegen. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

    Inside the Nazi Mind at the Nuremberg Trials
    https://www.thedailybeast.com/inside-the-nazi-mind-at-the-nuremberg-trials?ref=scroll

    The highest-ranking Nazis were analyzed by psychologists to figure out the root of their evil. Thomas Harding on what they discovered.

    Nuremberg diary : Gilbert, G. M., 1911- : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
    https://archive.org/details/nurembergdiary00gilb


    Nuremberg Diary | Jane Fonda
    https://www.janefonda.com/nuremberg-diary

    Nazi Leader Herman Goering, interviewed by Gustave Gilbert during the Easter recess of the Nuremberg trails, 1946 April 18, quoted in Gilbert’s book, Nuremberg Diary:

    Goering, “Naturally the common people don’t want war… but it is the leaders of the country who determine the policy and it is always a simple matter to drag the people along, whether it is a democracy, or a fascist dictatorship, or a parliament, or a communist dictatorship.”

    Gilbert: “There is one difference. In a democracy the people have some say in the matter through their elected representatives, and in the United States only Congress can declare wars.”

    Goering: “Voice or no voice, the people can always be brought to the biding of the leaders. That is easy. All you have to do is tell them they are being attacked, and denounce the pacifists for lack of patriotism and exposing the country to danger. It works the same in any country.”

    #Allemagne #nazis #histoire #psychologie #justice


  • Un député LaREM accusé de sexisme 25 Décembre 2018 - Le figaro
    http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2018/12/25/97001-20181225FILWWW00101-un-depute-larem-accuse-de-sexisme.php

    Le député LaREM de la sixième circonscription des Français de l’étranger, Joachim Son-Forget, s’est trouvé obligé de se justifier, mardi, après des propos de sa part tenus sur Twitter contre la sénatrice EELV Esther Benbassa qui lui ont valu de nombreuses accusations de sexisme.

    Samedi 22 décembre au matin, la sénatrice écologiste a réagi à des propos de Brigitte Macron rapportés par Le Monde . La femme du président de la République a évoqué « la violence et la vulgarité » des gilets jaunes, selon le journal.

    « Ce n’est donc pas violent, la pauvreté ? Et elle n’est pas vulgaire, l’arrogance aux dents blanches des riches et des puissants ? », a interrogé Esther Benbassa, en réponse, dans un tweet.

    Le député Joachim Son-Forget a dénoncé ce message dans un tweet publié le lendemain après-midi. « Avec le pot de maquillage Esther Benbassa que vous vous mettez sur la tête, vous incarnez plus que jamais ce que vous tentez maladroitement de caricaturer » , a écrit le député, dans un message toujours en ligne sur son compte mardi soir. Et de conclure avec une question : « Vous le sentez l’amalgame violent maintenant ? »

    Son message a suscité de vives réactions dans les jours qui ont suivi, notamment de la part de responsables politiques. Esther Benbassa a elle-même réagi, mardi 25 décembre, dénonçant l’attitude d’un « député LREM obscur et inactif » qui l’insulte pour « tomper son oisiveté » un soir de réveillon. La sénatrice a interpellé à cette occasion le chef de file des députés de la majorité, Gilles Le Gendre.
     
    « L’idée, c’était de faire le buzz »
    Après avoir adressé de nombreuses réponses sur Twitter aux personnes qui l’interpellaient, justifiant son attaque contre la sénatrice, Joachim Son-Forget a donc tenté de s’expliquer, ce mardi midi, dans un nouveau tweet.
    « La référence au maquillage n’est sexiste que dans la tête des sexistes », a-t-il fait valoir, soulignant que « la quasi-totalité des hommes politiques » portent du maquillage sur les plateaux de télévision. Le député distingue également « une référence au maquillage » d’une « attaque sur le physique ».

    Interrogé par Franceinfo, https://www.francetvinfo.fr/politique/la-republique-en-marche/le-pot-de-maquillage-que-vous-vous-mettez-sur-la-tete-un-depute-lrem-ta le député a également estimé que ces références au sexisme sont « une parade ». "Il est expliqué dans mon tweet que c’est une démonstration d’amalgame violent et que ce n’est en aucun cas quelque chose que je pense", ajoute-t-il. À Libération , il a également confié que « l’idée c’était de faire le buzz, en utilisant les principes de la psychologie cognitive ».

    Au-delà de cette attaque précise, le très grand nombre de messages postés ces derniers jours par le député et contenant une photo de la sénatrice Esther Benbassa a interpellé plusieurs internautes. Selon BFMTV, le député a ainsi publié pas moins de 50 tweets en un peu plus d’une heure et demie au sujet d’Esther Benbassa.

    Un internaute a publié une vidéo montrant les dizaines de réponses de ce type issues du compre Twitter de Joachim Son-Forget. Mardi soir, moins de 24 heures après sa mise en ligne, elle avait été vue plus de 86.000 fois et partagée plus de 400 fois.

    Il y a quelques semaines, Joachim Son-Forget avait déjà suscité indignation et incompréhension en défendant les propos homophobes tenus par Marcel Campion. Déjà, à l’époque, il avait justifié : « Mon but, je l’ai atteint, c’était de faire un buzz sur le lynchage public. »

    #sexisme #mépris #en_marche #LREM #Joachim_Son-Forge #EELV #Esther_Benbassa #psychologie_cognitive #harcèlement #insulte #violence #vulgarité


  • Sois heureux et travaille : quand le bonheur devient une injonction de tous les instants - Idées - Télérama.fr
    https://www.telerama.fr/idees/sois-heureux-et-travaille-quand-le-bonheur-devient-une-injonction-de-tous-l

    Selon la sociologue israélienne Eva Illouz, professeure à l’Université hébraïque de Jérusalem et directrice d’études à l’EHESS, auteure avec Edgar Cabanas d’Happycratie. Comment l’industrie du bonheur a pris le contrôle de nos vies, la psychologie positive, née aux Etats-Unis à la fin des années 1990, qui promeut à tout-va l’épanouissement personnel et le bien-être, a fait des ravages. Le bonheur n’est plus une émotion, idéale source de vertu durant des siècles de philosophie, il est devenu une injonction de tous les instants, une norme sociale qui dicte sa loi et enferme l’individu dans un moule. « Le portrait-robot de la personne heureuse correspond point par point au portrait idéal du ­citoyen néolibéral »…

    L’une des caractéristiques de cette « happycratie », c’est d’étouffer toute revendication sociale ou politique…
    L’happycratie est cette injonction permanente au bonheur, considéré comme l’horizon suprême du moi, l’expression la plus haute de l’accomplissement personnel. Qu’elle soit portée par des psys, des coachs, des conférenciers, des manuels, des blogs, des applications pour téléphone ou des émissions télévisuelles, la pseudo-science du bonheur promet d’enseigner à tous l’art d’être heureux, l’art de voir les choses de façon positive. Cette idéologie, centrée sur l’individu, le considère logiquement comme responsable de ses succès et de ses échecs, source de ses biens et de ses maux : il n’y aurait donc jamais de problème structurel, politique ou social, mais seulement des déficiences psychologiques individuelles, pouvant être traitées et améliorées. Nous ne sommes pas loin de la vision néolibérale d’une Margaret Thatcher qui disait que la société n’existait pas, et qu’il n’y avait que des individus… La tyrannie du bonheur fait en effet peser sur le seul individu tout le poids de son destin social.

    A partir du moment où Martin Seligman, l’inventeur de la psychologie positive, professeur à l’Université de Pennsylvanie, a été élu en 1998 à la tête de l’APA (American Psychological ­Association), des multinationales comme Coca-Cola et des institutions comme l’armée ont commencé à financer ce nouveau champ de recher­che, qui optimisait à leurs yeux les chances d’avoir des salariés ou des soldats performants et obéissants. Car ce qu’exalte Martin Seligman, ce sont très étrangement les qualités psychiques nécessaires à l’organisation économique et au mode de travail des gran­des entreprises ; la capacité à être flexible, à passer d’un emploi à un autre ; l’aptitude à gérer cette incertitude sans anxiété et à voir toujours le bon côté des choses ; le fait de pouvoir non seulement accepter un probable licenciement mais de s’en réjouir.

    Comment cette science du bonheur est-elle devenue une industrie ?
    Appliquée à tous les domaines de la vie quotidienne, le travail, la sexualité, le couple, l’alimentation, le sommeil, etc., elle est gouvernée par une pure logique de marché. Avec elle, le marché des consommateurs potentiels de la psychologie n’a cessé de s’élargir. Au départ, la psychologie s’occupait des fous et des névrosés ; elle s’intéresse aujourd’hui à tous ceux qui se sentent bien, ou pas trop mal, et leur vend l’idée qu’ils pourraient maximiser leur bien-être, dans la lignée de la pensée libérale et utilitariste du philosophe anglais Jeremy Bentham (1748-1832). C’est le grand tournant opéré par Martin Seligman : changer le paradigme d’une psychologie centrée sur la pathologie par une psychologie centrée sur le bonheur. C’est comme si on allait chez le médecin pour qu’il nous parle exclusivement des organes qui fonctionnent bien dans notre corps… La psychologie ne cherche plus à remédier à la souffrance — elle la nie au contraire, comme on l’a vu. Elle cherche à maximiser les potentialités de l’individu.

    #Psychologie #Néolibéralisme #Happycratie #Eva_Illouz


  • Design Thinking : Wie man aus wilden Kreativhühnern Legebatterie-Hennen macht - Kul-Tick
    https://www.kul-tick.de/design-thinking-wie-man-aus-wilden-kreativhuehnern-legebatterie-hennen-mach

    L’école design thinking (DT) prétend créer des espace de créativité dans les entreprises trop bureaucratiques. D’après des enqêtes scientifiques récentes le contraire est le cas. DT transforme le monde du travail de création dans un espace rigide marqué par les time box et l’introduction de techniques de contrôle du processus de création par les managers .

    L’école flow propose une approche alternative plus libre.

    Kürzlich fiel mir dann ein Buch in die Hand, das meinem Unbehagen Klarheit gab: Tim Seitz: „Design Thinking und der neue Geist des Kapitalismus: Soziologische Betrachtungen einer Innovationskultur“ von 2017. Es handelt sich um eine prämierte und überarbeitete Masterarbeit im Bereich Soziologie, in der Seitz teilnehmende Beobachtung in einer DT-Agentur, sowie der d.school in Potsdam durchgeführt, mit den Design Thinkern Gespräche geführt und Literatur analysiert hat. Selten findet man derart kritische Texte zu Design Thinking oder überhaupt Kritik. Alle sind total begeistert, vom DT-Geist beseelt und bereit, Dank DT in eine neue Ära der Kreativität vorzustoßen. Der Soziologe Seitz schickt sich an, allen die Laune zu verderben. Bei mir lässt das Buch aber auf jeden Fall – neben dem Aha-Effekt bezüglich meines Unbehagens – einen regelrechten Gruselschauder aufkommen.

    Design Thinking vu par Deutsche Telekom

    Telekom Design - Design Thinking Doing
    https://telekom.design/media/Telekom_Design_-_Design_Thinking_Doing.pdf

    Le courant d’opposition à Design Thinking et aux autres horreurs agiles .
    https://www.gerhard-huhn.com/links

    Deutschen Gesellschaft für Kreativität e. V.:

    http://www.kreativ-sein.org

    Die Mitglieder der Gesellschaft haben zwölf Thesen zur Kreativität formuliert:

    1. Jeder Mensch hat kreative Fähigkeiten. Sie sind in Art und Ausmaß unterschiedlich.
    2. In der Kindheit ist die kreative Begabung zumeist am größten, später wird sie zunehmend verdrängt.
    3. Kreativität baut auf Wissen, Erfahrungen und Verständnis auf – sei der Zugang bewusst oder unbewusst.
    4. Angst und fehlende Freiräume können die Freiräume können die Kreativität stark hemmen. Sie entfaltet sich vielmehr bei geistiger Offenheit und Mut zu Veränderungen.
    5. Kreativität ist entwicklungsfähig und kann durch Einsicht, Erleben und Üben wie jede Fähigkeit gefördert werden.
    6. Aus der Auseinandersetzung mit anderen Wissens- und Erfahrungsfeldern entstehen meist originelle und weiterführende Ansätze als durch weitere fachliche Vertiefung im eigenen Problemfeld.
    7. Die kreativen Fähigkeiten werden in einer konstruktiven Gruppe angeregt und verstärkt.
    8. Durch Kreativitätstechniken lassen sich Anzahl, Originalität und Qualität der Ideen deutlich erhöhen.
    9. Kreatives Denken und Handeln motiviert und führt zu Erfolgserlebnissen. Der schöpferische Mensch findet Sinn und Erfüllung in seinem Leben.
    10. Kreativität ist die Quelle aller Innovationen; sie trägt wesentlich zu Wohlstand und Lebensqualität bei.
    11. Kreativität ist eine unerschöpfliche Ressource – eine Energiequelle, die nie versagt.
    12. Von der Beachtung und Anwendung dieser Thesen ist sowohl ein Beitrag zur Bewältigung der dringlichen Probleme unserer Zeit – wie Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung – als auch höhere Zufriedenheit der menschen zu erwarten.

    Voici un projet qui s’inspire du courant flow pour aider les jeunes qui ont échoué à l’école.

    Wie wir arbeiten - STREET COLLEGE
    https://streetcollege.de/ueber-uns/wie-wir-arbeiten

    Das STREET COLLEGE ist eine Plattform für selbstbestimmte und individuelle Lernziele.

    Es setzt konsequent an den Interessen der Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen an. Diese liegen vorwiegend im Bereich der kulturellen Bildung.

    Aufgrund unserer Erfahrung, zusammen mit den neuesten Erkenntnissen der Lernforschung und mit den Grundsätzen von Gangway e.V. – bedarfsorientiert, individuell und eigenverantwortlich – ergeben sich folgende Leitlinien, die wir im SC umsetzen:

    Im Zentrum steht der Bedarf der Lernenden
    Das bedeutet, dass die Kurse, die im SC entstehen, ausschließlich aus dem Bedarf der Lernenden erwachsen und somit im Zentrum des Denkens und Handelns stehen. Sie bestimmen auch innerhalb der Kurse was sie lernen wollen, was den Bildungsprozess per se als prozesshaft, künstlerisch-experimentell und ergebnisoffen definiert. Hier verwirklicht sich auch die dialogische Weiterentwicklung der (Kulturellen) Bildung, oder wie Paolo Freire schrieb: die Schüler-Lehrer-Beziehung, die den Dialog als Grundelement von Bildungsprozessen begreift. Die Lernenden bringen ihr Wissen und ihre Kultur als Ressource mit in den Bildungsprozess ein. Das Lehren wird nicht (mehr) als das „Füllen von leeren Gefäßen“ betrachtet.

    Ob dieser Bedarf nun dem Wunsch nach einer beruflichen Perspektive entspringt, dem Willen nach künstlerischem Selbstausdruck oder einem schlichten Interesse für ein Thema, ist uns egal. „Egal“ im Sinne von „gleichwertig“.
    ...

    #éducation #psychologie #design_thinking


  • High score, low pay : why the gig economy loves gamification | Business | The Guardian
    https://www.theguardian.com/business/2018/nov/20/high-score-low-pay-gamification-lyft-uber-drivers-ride-hailing-gig-econ

    Using ratings, competitions and bonuses to incentivise workers isn’t new – but as I found when I became a Lyft driver, the gig economy is taking it to another level.

    Every week, it sends its drivers a personalised “Weekly Feedback Summary”. This includes passenger comments from the previous week’s rides and a freshly calculated driver rating. It also contains a bar graph showing how a driver’s current rating “stacks up” against previous weeks, and tells them whether they have been “flagged” for cleanliness, friendliness, navigation or safety.

    At first, I looked forward to my summaries; for the most part, they were a welcome boost to my self-esteem. My rating consistently fluctuated between 4.89 stars and 4.96 stars, and the comments said things like: “Good driver, positive attitude” and “Thanks for getting me to the airport on time!!” There was the occasional critique, such as “She weird”, or just “Attitude”, but overall, the comments served as a kind of positive reinforcement mechanism. I felt good knowing that I was helping people and that people liked me.

    But one week, after completing what felt like a million rides, I opened my feedback summary to discover that my rating had plummeted from a 4.91 (“Awesome”) to a 4.79 (“OK”), without comment. Stunned, I combed through my ride history trying to recall any unusual interactions or disgruntled passengers. Nothing. What happened? What did I do? I felt sick to my stomach.

    Because driver ratings are calculated using your last 100 passenger reviews, one logical solution is to crowd out the old, bad ratings with new, presumably better ratings as fast as humanly possible. And that is exactly what I did.

    In a certain sense, Kalanick is right. Unlike employees in a spatially fixed worksite (the factory, the office, the distribution centre), rideshare drivers are technically free to choose when they work, where they work and for how long. They are liberated from the constraining rhythms of conventional employment or shift work. But that apparent freedom poses a unique challenge to the platforms’ need to provide reliable, “on demand” service to their riders – and so a driver’s freedom has to be aggressively, if subtly, managed. One of the main ways these companies have sought to do this is through the use of gamification.

    Simply defined, gamification is the use of game elements – point-scoring, levels, competition with others, measurable evidence of accomplishment, ratings and rules of play – in non-game contexts. Games deliver an instantaneous, visceral experience of success and reward, and they are increasingly used in the workplace to promote emotional engagement with the work process, to increase workers’ psychological investment in completing otherwise uninspiring tasks, and to influence, or “nudge”, workers’ behaviour. This is what my weekly feedback summary, my starred ratings and other gamified features of the Lyft app did.

    There is a growing body of evidence to suggest that gamifying business operations has real, quantifiable effects. Target, the US-based retail giant, reports that gamifying its in-store checkout process has resulted in lower customer wait times and shorter lines. During checkout, a cashier’s screen flashes green if items are scanned at an “optimum rate”. If the cashier goes too slowly, the screen flashes red. Scores are logged and cashiers are expected to maintain an 88% green rating. In online communities for Target employees, cashiers compare scores, share techniques, and bemoan the game’s most challenging obstacles.
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    But colour-coding checkout screens is a pretty rudimental kind of gamification. In the world of ride-hailing work, where almost the entirety of one’s activity is prompted and guided by screen – and where everything can be measured, logged and analysed – there are few limitations on what can be gamified.

    Every Sunday morning, I receive an algorithmically generated “challenge” from Lyft that goes something like this: “Complete 34 rides between the hours of 5am on Monday and 5am on Sunday to receive a $63 bonus.” I scroll down, concerned about the declining value of my bonuses, which once hovered around $100-$220 per week, but have now dropped to less than half that.

    “Click here to accept this challenge.” I tap the screen to accept. Now, whenever I log into driver mode, a stat meter will appear showing my progress: only 21 more rides before I hit my first bonus.

    In addition to enticing drivers to show up when and where demand hits, one of the main goals of this gamification is worker retention. According to Uber, 50% of drivers stop using the application within their first two months, and a recent report from the Institute of Transportation Studies at the University of California in Davis suggests that just 4% of ride-hail drivers make it past their first year.

    Before Lyft rolled out weekly ride challenges, there was the “Power Driver Bonus”, a weekly challenge that required drivers to complete a set number of regular rides. I sometimes worked more than 50 hours per week trying to secure my PDB, which often meant driving in unsafe conditions, at irregular hours and accepting nearly every ride request, including those that felt potentially dangerous (I am thinking specifically of an extremely drunk and visibly agitated late-night passenger).

    Of course, this was largely motivated by a real need for a boost in my weekly earnings. But, in addition to a hope that I would somehow transcend Lyft’s crappy economics, the intensity with which I pursued my PDBs was also the result of what Burawoy observed four decades ago: a bizarre desire to beat the game.

    Former Google “design ethicist” Tristan Harris has also described how the “pull-to-refresh” mechanism used in most social media feeds mimics the clever architecture of a slot machine: users never know when they are going to experience gratification – a dozen new likes or retweets – but they know that gratification will eventually come. This unpredictability is addictive: behavioural psychologists have long understood that gambling uses variable reinforcement schedules – unpredictable intervals of uncertainty, anticipation and feedback – to condition players into playing just one more round.

    It is not uncommon to hear ride-hailing drivers compare even the mundane act of operating their vehicles to the immersive and addictive experience of playing a video game or a slot machine. In an article published by the Financial Times, long-time driver Herb Croakley put it perfectly: “It gets to a point where the app sort of takes over your motor functions in a way. It becomes almost like a hypnotic experience. You can talk to drivers and you’ll hear them say things like, I just drove a bunch of Uber pools for two hours, I probably picked up 30–40 people and I have no idea where I went. In that state, they are literally just listening to the sounds [of the driver’s apps]. Stopping when they said stop, pick up when they say pick up, turn when they say turn. You get into a rhythm of that, and you begin to feel almost like an android.”

    In their foundational text Algorithmic Labor and Information Asymmetries: A Case Study of Uber’s Drivers, Alex Rosenblat and Luke Stark write: “Uber’s self-proclaimed role as a connective intermediary belies the important employment structures and hierarchies that emerge through its software and interface design.” “Algorithmic management” is the term Rosenblat and Stark use to describe the mechanisms through which Uber and Lyft drivers are directed. To be clear, there is no singular algorithm. Rather, there are a number of algorithms operating and interacting with one another at any given moment. Taken together, they produce a seamless system of automatic decision-making that requires very little human intervention.

    For many on-demand platforms, algorithmic management has completely replaced the decision-making roles previously occupied by shift supervisors, foremen and middle- to upper- level management. Uber actually refers to its algorithms as “decision engines”. These “decision engines” track, log and crunch millions of metrics every day, from ride frequency to the harshness with which individual drivers brake. It then uses these analytics to deliver gamified prompts perfectly matched to drivers’ data profiles.

    To increase the prospect of surge pricing, drivers in online forums regularly propose deliberate, coordinated, mass “log-offs” with the expectation that a sudden drop in available drivers will “trick” the algorithm into generating higher surges. I have never seen one work, but the authors of a recently published paper say that mass log-offs are occasionally successful.

    Viewed from another angle, though, mass log-offs can be understood as good, old-fashioned work stoppages. The temporary and purposeful cessation of work as a form of protest is the core of strike action, and remains the sharpest weapon workers have to fight exploitation. But the ability to log-off en masse has not assumed a particularly emancipatory function.

    After weeks of driving like a maniac in order to restore my higher-than-average driver rating, I managed to raise it back up to a 4.93. Although it felt great, it is almost shameful and astonishing to admit that one’s rating, so long as it stays above 4.6, has no actual bearing on anything other than your sense of self-worth. You do not receive a weekly bonus for being a highly rated driver. Your rate of pay does not increase for being a highly rated driver. In fact, I was losing money trying to flatter customers with candy and keep my car scrupulously clean. And yet, I wanted to be a highly rated driver.
    How much is an hour worth? The war over the minimum wage
    Read more

    And this is the thing that is so brilliant and awful about the gamification of Lyft and Uber: it preys on our desire to be of service, to be liked, to be good. On weeks that I am rated highly, I am more motivated to drive. On weeks that I am rated poorly, I am more motivated to drive. It works on me, even though I know better. To date, I have completed more than 2,200 rides.

    #Lyft #Uber #Travail #Psychologie_comportementale #Gamification #Néo_management #Lutte_des_classes



  • Linguistic red flags from Facebook posts can predict future depression diagnoses — ScienceDaily
    https://www.sciencedaily.com/releases/2018/10/181015150643.htm

    Research finds that the language people use in their Facebook posts can predict a future diagnosis of depression as accurately as the tools clinicians use in medical settings to screen for the disease.

    In any given year, depression affects more than 6 percent of the adult population in the United States — some 16 million people — but fewer than half receive the treatment they need. What if an algorithm could scan social media and point to linguistic red flags of the disease before a formal medical diagnosis had been made?

    Ah oui, ce serait fantastique pour les Big Pharma : la dépression est une maladie complexe, dont les symptômes graves sont souvent confondus avec la déprime qui est un état sychologique que nous connaissons tous. Notre Facebook, couplé avec notre assistant vocal Amazon nous gorgerait de Valium, et tout irait pour le mieux dans le Meilleur des mondes.

    Considering conditions such as depression, anxiety, and PTSD , for example, you find more signals in the way people express themselves digitally."

    For six years, the WWBP, based in Penn’s Positive Psychology Center and Stony Brook’s Human Language Analysis Lab, has been studying how the words people use reflect inner feelings and contentedness. In 2014, Johannes Eichstaedt, WWBP founding research scientist, started to wonder whether it was possible for social media to predict mental health outcomes, particularly for depression.

    “Social media data contain markers akin to the genome,” Eichstaedt explains. “With surprisingly similar methods to those used in genomics, we can comb social media data to find these markers. Depression appears to be something quite detectable in this way; it really changes people’s use of social media in a way that something like skin disease or diabetes doesn’t.”

    Il y a au moins une bonne nouvelle sur la déontologie scientifique :

    Rather than do what previous studies had done — recruit participants who self-reported depression — the researchers identified data from people consenting to share Facebook statuses and electronic medical-record information, and then analyzed the statuses using machine-learning techniques to distinguish those with a formal depression diagnosis.

    Les marqueurs considérés sont aussi des marqueurs sociaux et économiques, qu’il faudrait traiter autrement qu’avec des médicaments.

    They learned that these markers comprised emotional, cognitive, and interpersonal processes such as hostility and loneliness, sadness and rumination, and that they could predict future depression as early as three months before first documentation of the illness in a medical record.

    La conclusion est fantastique : il faut rendre le balayage obligatoire !!!

    Eichstaedt sees long-term potential in using these data as a form of unobtrusive screening. “The hope is that one day, these screening systems can be integrated into systems of care,” he says. “This tool raises yellow flags; eventually the hope is that you could directly funnel people it identifies into scalable treatment modalities.”

    Despite some limitations to the study, including its strictly urban sample, and limitations in the field itself — not every depression diagnosis in a medical record meets the gold standard that structured clinical interviews provide, for example — the findings offer a potential new way to uncover and get help for those suffering from depression.

    #Dépression #Facebook #Foutaises #Hubris_scientifique #Big_pharma #Psychologie


  • Cambridge Analytica est morte, vive Data Propria !
    https://www.lemonde.fr/economie/article/2018/09/28/cambridge-analytica-est-morte-vive-data-propria_5361290_3234.html

    Au cœur d’un scandale d’exploitation de données d’utilisateurs de Facebook en 2016, la société a fermé, sans disparaître. D’anciens cadres ont pris la relève, pour servir Trump et les élus républicains.

    Après plusieurs mois de scandale, la société de marketing politique Cambridge Analytica a dû fermer définitivement, en mai 2018. Les médias et une partie de la classe politique américaine lui reprochaient d’avoir siphonné, puis exploité les données personnelles de 87 millions d’utilisateurs de Facebook au cours de la campagne électorale américaine de 2016, pour soutenir la candidature de Donald Trump et de divers candidats républicains grâce à des messages ciblés sur Internet et les réseaux sociaux.

    Exit donc Cambridge Analytica ? Pas vraiment ! En réalité, les équipes chargées de ces opérations ne se sont pas dispersées ; leurs algorithmes et leurs bases de données n’ont pas disparu. En fait, les stratèges électoraux du président Trump ont effectué une restructuration juridique et financière de leurs sociétés, sans se soucier de la tempête médiatique, qui s’est déjà essoufflée. Leur objectif à court terme est de mettre leurs talents au service des républicains lors les élections de mi-mandat, qui se dérouleront le 6 novembre. Par ailleurs, ils ont déjà lancé la campagne en vue de la réélection de Donald Trump en 2020.

    Au cœur de cette nouvelle galaxie gravite un Texan barbu mesurant plus de deux mètres, Brad Parscale. La trajectoire de M. Parscale, âgé de 42 ans , est singulière. Patron d’une petite entreprise Internet sise à San Antonio (Texas), il travaillait depuis 2011 comme simple designer et administrateur de sites Web pour le groupe immobilier Trump. Cela lui a donné l’occasion de rencontrer Donald Trump en personne, puis de gagner sa confiance. En 2015, le candidat milliardaire lui confie la création de ses sites électoraux, et le nomme, l’année suivante, directeur des médias numériques de sa campagne.

    Facebook, « l’autoroute » grâce à laquelle Trump a gagné

    D’emblée, M. Parscale mise sur les réseaux sociaux. Dans un entretien accordé en octobre 2017 à la chaîne de télévision CBS, il résume ainsi sa stratégie : « J’ai compris très tôt que Trump gagnerait grâce à Facebook. Il parlait aux gens sur Twitter, mais il allait gagner sur Facebook (…). Facebook a été sa méthode, l’autoroute sur laquelle sa voiture a roulé. » Pendant toute la campagne, son équipe bénéficie de l’aide directe d’employés de Facebook, dont certains sont installés dans ses locaux.

    Afin d’étoffer sa force de frappe, il passe un contrat avec Cambridge Analytica, qui l’aide à affiner le ciblage des électeurs dans les régions les plus disputées. L’une des techniques utilisées est la « psychographie », qui consiste à classer chaque cible uniquement en fonction de ses traits de caractère et de sa personnalité. En analysant le comportement d’un utilisateur sur Facebook, il est loisible de dresser son profil psychologique : est-il capable de s’ouvrir aux autres, est-il plus ou moins consciencieux, extraverti, agréable, névrosé ? Il sera ensuite possible de lui envoyer des messages politiques ou commerciaux dont le contenu et le style ont été conçus pour lui correspondre, et qui le toucheront réellement.

    Lorsque Brad Parscale rejoint le quartier général de campagne du candidat Trump à New York, il délègue la direction de son équipe, restée à San Antonio, à l’un des responsables techniques de Cambridge Analytica, Matt Oczkowski. Auparavant, M. Oczkowski avait fondé une agence de marketing spécialisée dans « l’analyse des motivations » des consommateurs et des électeurs. Il fut aussi le « directeur numérique » du gouverneur républicain du Wisconsin (nord) Scott Walker pendant trois ans.

    Après la victoire de M. Trump, Brad Parscale intègre le cercle des proches du nouveau locataire de la Maison Blanche. Il embauche même Lara Trump, l’épouse d’Eric, le fils cadet du président. Parallèlement, il se réorganise : il regroupe ses activités de publicité politique au sein d’une nouvelle entité, Parscale Strategy, qu’il transfère à Miami (Floride), et qui reste sous son contrôle exclusif. Puis, il vend l’autre département, chargé du marketing commercial, à CloudCommerce, une petite société californienne jusque-là spécialisée dans les logiciels de commerce en ligne, installée dans la station balnéaire de Santa Barbara. Du même coup, il devient actionnaire et membre du conseil d’administration du nouvel ensemble.

    « Science politique, big data et psychologie »

    En février 2018, M. Parscale est nommé directeur de la « campagne pour la réélection de Donald Trump en 2020 », c’est-à-dire chef de l’ensemble des opérations, au-delà du numérique. Dans le même, temps, sous son impulsion, CloudCommerce crée une nouvelle filiale de marketing numérique baptisée « Data Propria », enregistrée au Nevada (ouest), domiciliée en Californie et installée à San Antonio. La direction de Data Propria est confiée à Matt Oczkowsky, qui, dès son arrivée, embauche plusieurs de ses anciens collègues de Cambridge Analytica.

    Cependant, une chose intrigue : le profil du patron officiel de CloudCommerce, Andrew Van Noy, 36 ans. Dans son CV en ligne, M. Van Noy se vante d’avoir créé dès son adolescence une entreprise de jardinage très prospère, avant de se tourner vers la finance, comme tradeur à la banque Morgan Stanley. Mais, selon une enquête menée par l’agence Associated Press, la réalité serait moins reluisante : Andrew Van Noy fut, dans sa jeunesse, plusieurs fois condamné pour fraude immobilière et faillite douteuse. Quant à CloudCommerce, qui a changé quatre fois de nom depuis 1999, c’était jusqu’en 2017 une petite société sans envergure, qui n’avait dégagé aucun bénéfice depuis dix ans.

    L’apparition de Data Propria, en plein scandale Cambridge Analytica, n’est pas passée inaperçue. Fin juin 2018, trois élus démocrates de la Chambre des représentants de Washington envoient une lettre à Matt Oczkowsky pour lui demander de venir témoigner devant une commission. Ils veulent savoir s’il a hérité des bases de données frauduleuses de Cambridge Analytica, et s’il s’est procuré d’autres données de Facebook par ses propres moyens. Aucun élu républicain ne s’est associé à cette requête, et à ce jour, la Chambre des représentants n’a pas indiqué si Matt Oczkowsky lui avait répondu.

    Reste à savoir si les techniques « psychographiques » sont toujours à la mode chez les stratèges républicains. Echaudé par le scandale, Matt Oczkowski, de Data Propria, reste évasif, mais sur différents sites professionnels, il continue à s’enorgueillir de son passage chez Cambridge Analytica, où il a su « fusionner la science politique, le big data et la psychologie comportementaliste pour influencer les électeurs ». Il démarche aussi des grandes entreprises privées, notamment des compagnies d’assurances, en insistant sur la dimension psychologique de ses méthodes.

    La machine est relancée

    En revanche, Brad Parscale, dans des déclarations aux médias américains, émet régulièrement des doutes sur l’infaillibilité de la psychographie. Il semble partisan du retour à une forme de publicité politique axée sur les opinions, les valeurs et les préoccupations des cibles (par exemple « hommes de plus de 40 ans soucieux de l’état des infrastructures routières »). Cela étant dit, tous les stratèges s’accordent sur un point : le champ de bataille prioritaire sera la « Middle America », la classe moyenne laborieuse vivant dans les Etats du centre du pays, qui a porté Donald Trump au pouvoir en 2016 et qui pourrait le refaire en 2020.

    Par ailleurs, les stratèges du marketing ciblé vont aussi devoir s’adapter aux modifications récemment introduites par Facebook. Désormais, les annonceurs, commerciaux et responsables politiques ne peuvent plus croiser les données personnelles fournies par Facebook avec celles provenant des « data brokers » classiques (banques de données commerciales, bancaires…). Le réseau social veut ainsi faire un geste vers le Congrès américain et la Commission européenne, soucieux de la protection de la vie privée des citoyens, tout en marginalisant ses grands concurrents sur le marché des données personnelles.

    Il a aussi supprimé certaines combinaisons multicritères jugées intrusives ou trop précises – race, religion, pays d’origine, orientation sexuelle, handicaps, statut militaire… Enfin, les propagandistes politiques de tout bord doivent désormais communiquer leur nom, leur domicile et leurs sources de financement à Facebook, qui les vérifiera.

    Ces changements ne devraient pas entraver sérieusement l’action de Data Propria, qui a déjà noué des contrats avec la direction nationale du Parti républicain et les équipes de campagne de différents candidats conservateurs à travers le pays. De son côté, selon Associated Press, la société Parscale Strategy encaisse, depuis le début de 2018, près de 1 million de dollars (850 000 euros) par mois grâce à des commandes publicitaires d’organisations soutenant Donald Trump et ses alliés, contre 5 millions pour l’ensemble de 2017. La machine est relancée, les électeurs des régions jugées prioritaires sont de nouveau soumis à une avalanche de messages ciblés sur le Web et les réseaux sociaux.


  • Ca a l’air intéressant, je lirai ca plus tard...

    Procrastination : c’est la taille (de l’amygdale) qui compte
    Pierre Ropert, France Culture, le 29 aout 2018
    https://www.franceculture.fr/sciences/procrastination-cest-la-taille-de-lamygdale-qui-compte

    Selon des chercheurs allemands, notre capacité à la procrastination dépend beaucoup de la taille de l’amygdale, une zone du cerveau impliquée dans notre capacité à la prise de décision.

    Non, les plus procrastinateurs d’entre nous ne sont pas ceux qui ont le plus gros poil dans la main, mais la plus grosse amygdale dans le cerveau, à en croire une équipe de chercheurs allemands. Dans une étude publiée dans la revue Psychological Science, intitulée The Structural and Functional Signature of Action Control, les scientifiques racontent comment ils ont cherché à comprendre si la procrastination peut trouver une explication anatomique, et non pas uniquement psychologique.

    Pour ce faire, les chercheurs ont soumis 264 volontaires à une IRM, après leur avoir fait remplir un questionnaire sur leur tendance à remettre ou non les choses au lendemain. Les scientifiques se sont attardés sur l’amygdale et le cortex cingulaire, deux zones du cerveaux liées à la prise de décision. Ils ont ainsi constaté que non seulement l’amygdale était plus grosse chez les personnes les plus "paresseuses", mais également que, chez elles, les connexions entre les deux zones étaient moins importantes.

    Or l’amygdale a pour rôle de nous prévenir des conséquences négatives de nos actions, quand le cortex cingulaire, lui, utilise les données envoyées par l’amygdale pour choisir les actions à accomplir. Il "priorise" ainsi certaines actions sur les autres, ainsi que les émotions ressenties. En d’autres termes : si certaines personnes ont tendance à procrastiner, c’est parce que leur amygdale, plus développée, leur fait voir avant tout les conséquences négatives de leurs actions. Et si la connexion entre le cortex cingulaire et l’amygdale est plus faible, alors il devient plus difficile de choisir quelles actions réaliser.

    Heureusement, si avoir une amygdale plus importante ou un cortex cingulaire un peu moins connecté tiennent du péché capital, la paresse n’est plus si mal vue. Ainsi, une étude de la Florida Gulf Coast University stipule que les personnes ayant un QI élevé sont plus paresseuses que les autres, alors qu’une autre étude menée par le professeur Eisuke Hasegawa montrait que les éléments considérés comme paresseux sont nécessaires à la société.

    En février 2018, l’émission "Une histoire particulière" consacrait deux documentaires à la procrastination. Dans l’épisode "Cherchons F/H paresseux pour un poste de directeur", la psychologue Gwenaëlle Hamelin, spécialiste du stress au travail et du burn out, expliquait ainsi que "faire moins est une stratégie gagnante". Et Bill Gates l’affirmait lui-même : "Je choisis une personne paresseuse pour un travail difficile, car une personne paresseuse va trouver un moyen facile de le faire."

    Déjà en 2012, dans l’émission La Grande Table, il était question de l’ouvrage du philosophe américain John Perry, La Procrastination : l’art de reporter au lendemain, où il développait un plaidoyer en faveur de la procrastination structurée, un "défaut" susceptible de transformer son récipiendaire en foudre de guerre. Le philosophe Mathieu Potte-Bonneville voyait dans ce livre "une tentative de déculpabilisation de la procrastination" : "John Perry se prétend procrastinateur, et essaie de voir comment il est possible de s’en servir. Il explique qu’explorer sa propre procrastination lui a permis de retrouver l’estime de lui-même et l’estime des autres. La procrastination, c’est aussi une expérience profondément désespérante, un dégoût de soi, un revers noir de la satisfaction du travail bien fait, et le livre constitue à cet égard une tentative de déculpabilisation. Il s’agit de montrer que le procrastinateur est extraordinairement actif contrairement à ce qu’il croit, car pour ne pas faire ce qu’il a à faire, eh bien il fait tout un ensemble d’autres choses. John Perry produit une méthode de procrastination structurée, qui permet de classer les corvées par ordre d’importance, et de se consacrer aux tâches les moins importantes pour éviter de s’occuper des plus urgentes. Ce livre ne se veut pas profond, il n’est pas question d’une recherche des causes. On l’affirme comme un fait, un peu comme la différence entre gaucher et droitier. Le moralisme se pose une question que résume Ovide : « Je vois le meilleur, je l’approuve, et je fais le pire ». Le procrastinateur est celui qui sait que ça n’est pas bien de procrastiner, d’ailleurs il n’en est pas heureux, mais il n’arrive pas à faire autrement. On peut l’expliquer par l’environnement dans lequel nous sommes pris et qui nous dit qu’il faut impérativement se réaliser et prendre des initiatives. Aujourd’hui, on a une épidémie de dépressions liée à ce que l’injonction dans le monde du travail est : soyez proactif. Plutôt que de sombrer dans la dépression, on développe une activité frénétique, dont on peut se demander si elle est du côté de la productivité ou de l’improductivité. Plus que l’absentéisme, le présentéisme en entreprise est un gros problème car les gens sont là mais font autre chose que ce qu’ils devraient faire. Si la philosophie permet d’échapper à la procrastination, la littérature permet d’en explorer les affres et l’expérience. C’est Marcel Proust qui en parle le premier : La recherche du temps perdu, qu’est-ce que c’est sinon l’immense odyssée de quelqu’un qui n’a pas vécu ce qu’il avait à vivre, et qui ne peut le vivre qu’en décidant de l’écrire ?"

    Articles cités:

    The physical sacrifice of thinking: Investigating the relationship between thinking and physical activity in everyday life
    Todd McElroy, David L Dickinson, Nathan Stroh, and Christopher A Dickinson
    Journal of Health Psychology 21:1750-1757 (2015)
    http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1359105314565827

    Lazy workers are necessary for long-term sustainability in insect societies
    Eisuke Hasegawa, Yasunori Ishii, Koichiro Tada, Kazuya Kobayashi & Jin Yoshimura
    Scientific Reports 6:20846 (2016)
    https://www.nature.com/articles/srep20846

    The Structural and Functional Signature of Action Control
    Caroline Schlüter, Christoph Fraenz, Marlies Pinnow, Patrick Friedrich, Onur Güntürkün, and Erhan Genç
    Psychological Science, in press (2018)
    http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797618779380

    #Procrastination #Paresse #Science #Psychologie vs. #Anatomie #Amygdale


  • Brown U. Scrubs Website of Study on Gender Confusion Amid Pressure From Transactivists
    https://www.christianpost.com/news/brown-u-scrubs-website-study-gender-confusion-pressure-transactivists

    The Ivy League university in Rhode Island said Monday that it decided to take down a news story by Lisa Littman, a member of the faculty in the Department of Public Health, which was recently published in the scientific journal PLOS ONE, because it could be seen as unsupporting of the transgender community.

    Littman’s peer-reviewed study, “Rapid-onset gender dysphoria in adolescents and young adults: A study of parental reports,” examined hundreds of detailed surveys of parents whose adolescent and young adult children began experiencing gender confusion and identifying as transgender.

    Her research found that the worsening of mental well-being and parent-child relationships and behaviors that isolate adolescents and young adults from their parents, families, friends who did not self-identify as trans, and mainstream sources of information are particularly concerning.

    “More research is needed to better understand this phenomenon, its implications and scope,” the study concluded.

    ROGD is the condition where the development of gender dysphoria in youth is sudden, appearing during or after puberty in individuals who would not have met the criteria for gender dysphoria during their childhood, and the study sought to understand the role of social and peer contagion in the development of this condition.

    Littman’s research also explored the possibility that such pressures might lead some teens and young adults to assume that they are transgender, and as a result undergo permanent, body-altering medical procedures they might end up regretting later but cannot undo.

    Some transgender activists were upset by the content of the study and made a concerted effort to get the university to reject it, calling into question the methods of the research and asserted that the participants were from “far-right” and “anti-trans” hate sites. The university caved to their demands this week.

    Brown’s capitulation to the demands of a few activists and their decision not to stand behind the scholarship of one of their own faculty members unsettled some observers.

    Meanwhile, other parents, some of whom have children that have suffered from gender dysphoria, are imploring Brown through a petition at 4thwavenow to stand with Littman and supporting open, academic inquiry into the subject.

    “We, the signatories to this letter, overwhelmingly support the rights of transgender people, but we want better diagnostic and mental health care for youth who suddenly demand serious medical interventions, particularly in the absence of a history of dysphoria,” the letter to the university reads.

    “We believe that medical interventions that may benefit some individuals may not help, and may even harm, others, as already evidenced by the growing number of desisters and detransitioners, many of whom have already suffered from irreversible side effects of their earlier medical transition. We support more research to help distinguish between the two groups, and Littman’s study is an important first step.”

    Donc un groupe d’activistes trans, pas content·es des résultats d’une recherche, la font censurer. Le tout dans un contexte où la transidentité est l’un des chemins que l’on indique assez souvent à des gosses non-conformes aux stéréotypes de genre, ce qui est cool s’ils et elles sont en effet trans mais problématique si ce n’est pas le cas. On avait eu ici le texte d’une mère qui demandait qu’on arrête de dire à sa fille qu’elle était trans sous prétexte qu’elle était garçon manqué. Je trouve ça inquiétant, de censurer des études scientifiques à partir du moment où ce ne sont pas des plagiats. C’est aux pairs, de juger de l’intérêt de ces travaux !

    #censure #recherche #psychologie #transidentité #enfance




  • Wie Werbung wirklich wirkt | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/thema/Wie-Werbung-wirklich-wirkt

    der Allensbacher Wissenschaftsjournalist Wolfgang J. Koschnick [schreibt] in „Telepolis“ eine Reihe von Artikeln über Werbung, Marktkommunikation und den Stand der Werbewirkungsforschung.

    #publicité #communication #psychologie #affaires


  • Peut-on rendre le ciblage psychologique productif ?
    http://www.internetactu.net/2018/07/13/peut-on-rendre-le-ciblage-psychologique-productif

    Sur la scène des conférences USI, intervenait notamment Sandra Matz, spécialiste de l’étude marketing des caractéristiques psychologiques via le Big Data. Le scandale Cambridge Analytica a mis en lumière le rôle du profilage psychologique. Peut-être pas d’une manière très valorisante, semble regretter Sandra Matz. Si elle ne souhaite pas parler (...)

    #Articles #Recherches #psychologie


  • Frédéric J. J. Buytendijk, L’homme et l’animal, 1958
    essai de psychologie comparée

    L’analogie entre le comportement de l’animal et celui de l’homme est frappante et en même temps si énigmatique qu’elle a toujours suscité tâtonnement et provoqué de nombreuses tentatives d’interprétation.

    Le professeur #Buytendijk (1887-1974), un des maîtres de la #psychologie_comparée, expose les recherches faites dans ce domaine et donne une synthèse des explications psychologiques et philosophiques.

    https://sniadecki.wordpress.com/2018/06/17/buytendijk-homme-et-animal

    Avec le livre complet, dans une nouvelle mise en page :

    https://archive.org/details/FrdricBuytendijkLhommeEtLanimalEssaiDePsychologieCompare1958

    #animaux, #philosophie, #anti-spécisme ?



  • People who overestimate their political knowledge are more likely to believe conspiracy theories
    http://www.psypost.org/2018/06/people-overestimate-political-knowledge-likely-believe-conspiracy-theories-

    People who overestimate their understanding of political issues are more likely to believe conspiracy theories, according to new research that appears in the European Journal for Social Psychology. — Permalink

    #politique #psychologie #théorieducomplot


  • Propaganda - La fabrique du consentement - ARTE

    Comment influencer les foules ? À travers la figure d’Edward Bernays (1891-1995), l’un des inventeurs du marketing et l’auteur de “Propaganda”, un passionnant décryptage des méthodes de la “fabrique du consentement”.

    https://www.youtube.com/watch?v=FPbxJV4QKso

    Si les techniques de persuasion des masses apparaissent en Europe à la fin du XIXe siècle pour lutter contre les révoltes ouvrières, elles sont développées aux États-Unis pour convaincre les Américains de s’engager dans la Première Guerre mondiale. Peu connu du grand public, neveu de Sigmund Freud, l’auteur du livre de référence Propaganda et l’un des inventeurs du marketing, Edward Bernays (1891-1995) en fut l’un des principaux théoriciens. Inspirées des codes de la publicité et du divertissement, ces méthodes de “fabrique du consentement” des foules s’adressent aux désirs inconscients de celles-ci. Les industriels s’en emparent pour lutter contre les grèves avec l’objectif de faire adhérer la classe ouvrière au capitalisme et transformer ainsi le citoyen en consommateur. En 2001, le magazine Life classait Edward Bernays parmi les cent personnalités américaines les plus influentes du XXe siècle. Ce documentaire riche en archives retrace, à la lumière d’une analyse critique – dont celle du célèbre linguiste Noam Chomsky –, le parcours de celui qui, entre autres, fit fumer les femmes, inspira le régime nazi, accompagna le New Deal et fut l’artisan du renversement du gouvernement du Guatemala en 1954.

    Source : Arte, Jimmy Leipold, 29-05-2018
    Réalisation : Jimmy Leipold - France - 2017
    https://www.arte.tv/fr/videos/071470-000-A/propaganda-la-fabrique-du-consentement
    Proposé par https://www.les-crises.fr/video-propaganda-la-fabrique-du-consentement-par-arte

    #propagande #propaganda #manipulation #médias #edward_bernays #comportementalisme #freud #adam_curtis #psychologie #chomsky #noam_chomsky #relations-publiques #capitalisme


  • Des psychologues dénoncent les « abus » des psychiatres superviseurs Alexandra Richard/kkub - 11 Mai 2018 - RTS
    http://www.rts.ch/info/suisse/9561750-des-psychologues-denoncent-les-abus-des-psychiatres-superviseurs.html

    De nombreux psychologues dénoncent le « système féodal » qui les lie aux psychiatres, à qui ils doivent reverser jusqu’à 70% de leurs revenus. Ils mettent en cause le modèle de la délégation qui génère des abus.
    Pour être remboursés par l’assurance maladie de base, les psychologues doivent en effet être supervisés par un médecin-psychiatre. Un projet de réforme était prévu, mais il a été gelé récemment par le Département fédéral de l’intérieur.

    La RTS a recueilli de nombreux témoignages de psychologues, qui évoquent des abus dans leur relation de travail avec le psychiatre qui les supervise. Les mots sont forts : « exploitation », « relation féodale », « prostitution ».

    « Chaque mois, environ 30% de mes revenus étaient prélevés par le psychiatre, sans aucune contre-prestation », raconte Christine Gertsch, psychologue-psychothérapeute à Genève. « Avec le temps, j’ai vraiment eu l’impression de travailler dans une relation de proxénétisme, pour un patron qui touche (de l’argent) alors que je fais le travail », déclare-t-elle.

    Pression sur la productivité
    Un autre psychologue en formation dans le canton de Vaud, qui a tenu à rester anonyme, reverse quant à lui plus de 50% de son revenu. Quand ils sont en période de formation, pour trouver une place, certains vont jusqu’à accepter que le psychiatre leur ponctionne 70% de leur salaire. Cela s’accompagne parfois d’une pression très forte sur la productivité, comme l’explique cette psychologue en fin de formation dans le canton de Neuchâtel, qui dit s’être sentie « comme une machine à faire de l’argent ».

    « Je devais faire huit consultations par jour », témoigne-t-elle. « Or, quand on fait un travail d’une certaine complexité, où l’on s’occupe notamment de familles, huit heures de consultation à la suite, c’est beaucoup. » Une situation non négociable, comme lui a répondu son superviseur après qu’elle a tenté de lui en parler. « Dans le monde de la santé mentale, une réponse pareille de la part d’un employeur est choquante », estime-t-elle.

    Inquiétant pour la prise en charge
    Un psychologue surchargé et sous pression est en effet problématique pour le patient. C’est particulièrement inquiétant en ce qui concerne la prise en charge, à plus forte raison si le psychiatre est absent. Si le modèle de délégation a justement été pensé pour garantir la sécurité du patient - avec la responsabilité et la supervision des thérapies prises en charge par le psychiatre -, tel n’a pas été le cas dans les postes occupés par ces témoins.

    Une autre thérapeute en formation a affirmé ne pas oser déranger le psychiatre de peur d’être licenciée comme un de ses collègues, alors qu’elle était confrontée à des patients avec un potentiel suicidaire. Un autre, encore, a financé lui-même son encadrement à l’extérieur du cabinet, parce qu’il était livré à lui-même, sans aucun suivi.

    #Suisse #psychologie #santé #économie_comportementale #psychiatrie #psychiatre #santé_mentale #racket #thérapies #supervision #exploitation #thérapeute


  • After A Brutal 2012 Rape In Delhi, Student Asks 122 Jailed Rapists: Why? : Goats and Soda : NPR
    https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2017/12/16/570827107/in-interviews-with-122-rapists-student-pursues-not-so-simple-question-why

    “With few exceptions, the murderers clearly blamed themselves for their crimes,” she says. “Whether it was premeditated or an act committed in a moment of irrational anger, they regretted it and realized how their actions had affected other people or destroyed lives. This was not the case with the rapists.”

    #viol #inde #psychologie #Pandey