• Une fenêtre historique, par Frédéric Lordon (Les blogs du Diplo, 20 mai 2026)
    https://blog.mondediplo.net/une-fenetre-historique

    Ce texte est le premier d’une série de trois (ou plus...). Pour parler d’une chose simple dans son principe, moins dans son exécution. La survenue d’une crise financière du format de celle qui s’annonce n’appelle pas des actes de gestion mais de faire de la politique. La finance néolibérale est une structure tellement puissante, tellement asservissante que lorsqu’elle nous fait la grâce de s’abattre toute seule, on ne la loupe pas. On fait de la politique – transformatrice. Cette crise, dont tous les éléments sont en place, n’est pas encore ouverte. Ça viendra. Vraisemblablement pour le dernier trimestre. Ce qui laisse encore un peu de temps pour se préparer. Car il faudra être prêt. Ce triptyque est destiné à y contribuer.
    par Frédéric Lordon, 20 mai 2026

    Avec ce qui arrive, tu comprends qu’en quelque sorte ils se préparent l’air de rien des états d’urgence sous forme d’amendements dans les textes en discussion à l’Assemblée...

  • Das dröhnende Schweigen der Linken in Europa zum politischen Umsturz in Sri Lanka
    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/das-droehnende-schweigen-der-linken-in-europa-zum-politischen-umstur

    Au Sri Lanka les gilets jaunes ont gagné. Les pays est en pleine révolution social-démocrate. Pour le moment tout va bisn, la gauche a chassé le Pinochet potentiel du pays., le oiuvernement a le soutien simultané du FMI, de la Chine, des communistes indiens et de plusieurs autres pays. Le succès des réformes socialistes est possible.

    28.6.2025 von Norbert Faulhaber - Chile unter Präsident Allende, Nicaragua, Venezuela – jeder ernsthafte Versuch einer sozialistischen Transformation irgendwo auf der Welt wurde in den vergangenen Jahrzehnten von vielen, die sich als politisch „links“ verorten, mit großer Sympathie begleitet. Die Machtübernahme durch eine erklärtermaßen marxistische Regierung in dem kleinen südasiatischen Land stößt bestenfalls nur auf lauwarmes Interesse. Warum?

    Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern können: Die Wahl des Marxisten Salvador Allende zum Präsidenten von Chile 1970 elektrisierte seinerzeit Legionen von linken Aktivisten auch und gerade im „Westen“ – in Nordamerika, Westeuropa, Japan, Australien. Der gewaltsame Sturz des Staatschefs am 11. September 1973 durch eine von den USA ferngesteuerte Militärjunta löste eine Welle der Chile-Solidarität aus, die fast die gesamten 1970er Jahre hindurch anhielt. Chilenische Folkbands wie Quilapayun und Inti-Illimani tourten erfolgreich durch die Auditorien der Universitäten, exilierte chilenische linke Wissenschaftler (wie etwa der Politologe Mario Duràn Vidal) bekamen Lehraufträge, auch an deutschen Hochschulen. Es ist wohl keine Übertreibung zu konstatieren, dass vor allem zwei Ereignisse das in den ersten 20 Jahren nach 1945 vorherrschende, anfangs noch recht naiv-idealistische Amerika-Bild einer ganzen Generation gründlich zerstört haben: der Krieg in Vietnam und der Militärputsch in Chile.

    In den 1980ern schwenkte der Fokus dann auf Nicaragua über, nach dem militärischen Sieg der Sandinistischen Befreiungsfront über das korrupte und blutige Regime des Diktators Somoza in dem kleinen mittelamerikanischen Land. Prominente Intellektuelle und andere Repräsentanten des öffentlichen Lebens (wie etwa der Schauspieler und Showmaster Dietmar Schönherr, der Erfinder des Formats „Talkshow“ im deutschen TV) unterstützten alle möglichen humanitären und sozialen nicaraguanischen Projekte, jeder alternative „Dritte-Welt-Laden“, der etwas auf sich hielt, bot „Nica-Bananen“ feil, und Ernesto Cardenal, der Priester und Kulturminister Nicaraguas, tourte durch Europa und war Star-Gast bei diversen Solidaritätsveranstaltungen.

    Der von der damaligen US-Regierung finanziell massiv geförderte Wahlsieg der rechten Opposition über die Sandinistas 1990 machte dem weitgehend ein Ende, aber bereits ein paar Jahre später weckte der politische Umsturz in einem anderen lateinamerikanischen Staat neue Hoffnungen: 1998 siegte der linke Populist Hugo Chavez bei den Präsidentschaftswahlen in Venezuela und startete dort ein sozialistisches Transformationsprojekt. Führende Vertreter von zeitgleich neu formierten Parteien links der Sozialdemokratie in Europa erwählten sich ihn zum neuen Bannerträger des weltweiten Kampfes gegen Imperialismus und Kapitalismus: von Podemos in Spanien, Syriza in Griechenland, des Parti de Gauche in Frankreich und der deutschen Linkspartei. Insbesondere die unablässige Polemik des charismatischen Chavez gegen den damaligen US-Präsidenten George W. Bush – zweifelsfrei ein besonders unsympathischer Vertreter des „Yankee-Imperialismus“ – begeisterte die europäische radikale Linke. Als der venezolanische Präsident 2013 unter etwas merkwürdigen Umständen verstarb (offiziell an Krebs), (1) war dann die Euphorie aber schnell wieder verflogen. Zu deutlich zeichneten sich unter Präsident Nicolás Maduro, Chavez’ Nachfolger, gewisse autoritäre Tendenzen ab, zu offenkundig war die Misswirtschaft des regierenden Partido Socialista Unido de Venezuela (die allerdings durch die Sanktionspolitik der US-Regierung noch massiv verstärkt wurde).
    Die „Aragalaya“-Revolte in Sri Lanka und der Wahlsieg der „Volksbefreiungsfront“

    In vielerlei Hinsicht folgten die srilankischen Ereignisse in den letzten Jahren einem klassischen revolutionären Muster: Eine tiefgreifende Wirtschaftskrise führt zu einem Volksaufstand und einem Sturz der herrschenden, zutiefst korrupten Clique, ein Übergangsregime kann sich nur noch für eine begrenzte Zeit an der Macht halten und wird schließlich ebenfalls hinweggefegt. In den Jahren 2021/2022 verschlechterte sich die ökonomische Situation des südasiatischen Landes dramatisch: Aufgrund der Corona-Epidemie und der auch in Sri Lanka verhängten Lockdown-Politik kollabierte die eminent wichtige Tourismus-Industrie, hinzukam (aus Gründen, von denen weiter unten noch die Rede sein wird) eine historische Missernte, die den Tee-Export einbrechen ließ und zu einer beispiellosen Lebensmittelknappheit führt. Als die Regierung der rechtsbürgerlichen „Sri Lanka People’s Front“ in großem Stil das Grundnahrungsmittel Reis einführen musste, führte dies zu neuen Zahlungsbilanzdefizit-Rekorden – im Frühjahr 2022 musste das Land gegenüber seinen internationalen Gläubigern seine Zahlungsunfähigkeit erklären. Die Inflation schnellte in die Höhe, explodierende Lebensmittel- und Energiepreise drückten einen Großteil der Bevölkerung unter die Armutsschwelle, sogar Hunger breitete sich aus. (2)

    Die Bevölkerung reagierte mit massiven Protesten, die keineswegs abflauten, sondern an Intensität noch zunahmen, als die Regierung mit Gewalt versuchte, sie niederzuschlagen. Im Mai 2022 trat Ministerpräsident Mahinda Rajapaksa zurück, und als im Juli desselben Jahres Zehntausende den Palast von Staatspräsident Gotabaya Rajapaksa (dem Bruder des Premiers) stürmten, flüchtete dieser und verließ das Land. Die Bilder von jubelnden Demonstranten, die staunend den mondänen Palast inspizierten und sogar im präsidialen Privat-Schwimmbad planschten, gingen um die Welt (offenkundiges Motto, frei nach Emma Goldman: „Wenn ich nicht im Pool des Präsidenten baden kann, ist es nicht meine Revolution!“). (3) Das Parlament wählte einen Übergangspräsidenten, den konservativen Polit-Veteranen Ranil Wickremesinghe, der versprach, das Land aus der Wirtschaftskrise heraus zu führen – postwendend nahm er Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, um mittels eines Notkredits das Land wieder zahlungsfähig zu machen.

    Doch die Revolution war noch lange nicht zu Ende, der „Aragalaya“ („Kampf“ auf Singhalesisch) des Volkes ging weiter. Anfangs hatten die Protestaktionen stark an die der französischen „Gelbwesten“ 2018/2019 erinnert: Sie entstanden meist spontan, landesweit, ohne irgendeine Koordinierungsinstanz, ohne irgendwelche Führer. Doch bald setzte sich die so genannte „Volksbefreiungsfront“ („Janatha Vimukthi Peramuna“, abgekürzt JVP) an die Spitze der Bewegung, bisher eine marxistisch-leninistische Kleinpartei, die seit 2019 ein Wahlbündnis namens „National People’s Power“ (NPP) anführt. Bei den Präsidentschaftswahlen 2019 erhielt ihr Kandidat, JVP-Parteichef Anura Kumara Dissanayake, gerade mal 3,2 % der Stimmen, bei den letzten Parlamentswahlen (2020) vor der großen Krise errang die NPP lediglich drei von insgesamt 225 Sitzen. Als für den 21. September 2024 Neuwahlen für das Präsidentenamt angekündigt wurden (laut Verfassung kann nach einer Vakanz des Amtes ein vom Parlament gewählter Nachfolger den Posten nur für den Rest der Amtszeit ausfüllen), schossen jedoch die Umfragewerte für Dissanayake rapide in die Höhe.

    Und das nur ein paar Jahre vorher praktisch Undenkbare geschah tatsächlich: Der NPP-Kandidat gewann die Wahl, mit über 55 % der Stimmen. (4) Da er keinerlei Rückhalt im Parlament hatte, machte er von seinem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch und löste es sofort auf. Bei den Neuwahlen im November 2024 siegten er und seine Genossen noch triumphaler: Mit insgesamt 159 von 225 Sitzen errang die „National People’s Power“ eine Zweidrittelmehrheit. Zumindest im Hinblick auf das staatliche Institutionensystem gibt es für sie nun keine Hindernisse mehr, ihre politischen Ziele in der kommenden Legislaturperiode durchzusetzen.
    Hat die „Volksbefreiungsfronr“ ihre Ideale verraten?

    Der spektakuläre Triumph von Dissanayake, der stark an den gleichermaßen überraschenden wie überragenden Wahlsieg von Hugo Chavez 1998 in Venezuela erinnert, wurde erwartungsgemäß von vielen marxistisch-leninistisch ausgerichteten Organisationen Asiens und Afrikas euphorisch aufgenommen, beispielsweise von der „Communist Party of India (Marxists)“, der größten linken Partei des Landes (die jahrzehntelang in dem Gliedstaat Westbengalen die Regionalregierung stellte und derzeit unter anderem in dem südindischen Gliedstaat Kerala an der Macht ist), sowie der Kommunistischen Partei Chinas, der KP Vietnams und der südafrikanischen Kommunistischen Partei (die Teil des Regierungsbündnisses mit dem „African National Congress“ von Staatspräsident Cyril Ramaphosa ist). (5) Aber nicht nur „proletarische“ Bruderparteien in der Dritten Welt feierten den Sieg des srilankischen Marxisten – auch im Epizentrum des globalen Kapitalismus, den USA (sozusagen im „Herzen der Bestie“, salopp gesprochen), gab es positive Resonanz, hauptsächlich unter linksgerichteten Intellektuellen: bei dem progressiven Online-Magazin „Foreign Policy in Focus“ etwa (6) oder dem in New York ansässigen multinationalen Medienprojekt „Peoples Dispatch“, das die Wahl von Dissanayake als Ermutigung für „eine neue Generation“ in Sri Lanka wertete, „wieder durchzuatmen und zu spüren, dass ihr Land (…) versuchen kann, ein srilankisches Projekt aufzubauen, das ein Modell für andere Länder des globalen Südens werden könnte.“ (7)

    Gänzlich anderer Meinung waren – nicht allzu überraschend – die Trotzkisten aller verschiedenen Fraktionen und Länder. (8) Für sie war klar, dass die srilankische JVP keine genuin linke Partei ist, sondern eine, die der Klassenkollaboration mit dem bourgeoisen Feind verpflichtet ist – kennzeichnend dafür sei die Versicherung Dissanayakes nach seinem Wahlsieg, die NPP-Regierung werde nicht auf Konfrontationskurs mit dem Internationalen Währungsfonds gehen, sondern dessen Bedingungen erfüllen und gleichzeitig versuchen, soziale Härten abzumildern. Durchaus vergleichbar lasen sich viele Kommentare in deutschen – und anderen europäischen – linksalternativen Medien: Das neue Regime habe keine Zukunft, der Spagat zwischen dem IWF-„Diktat“ und dem vor der Wahl versprochenen sozialen Reformprogramm sei nicht zu schaffen, ganz ähnlich wie die unglückselige Syriza-Regierung in Griechenland (2015-2019) müsse das neue Regime unter Dissanayake zwangsläufig scheitern. (9)

    Allgemein war die Reaktion der publizistischen Linken in Deutschland und im restlichen Europa bestenfalls lauwarm – und von den politischen Repräsentanten von Syriza, Podemos, La France Insoumise und der deutschen Linkspartei war überhaupt nichts zu hören: eine erstaunliche Ignoranz unter Berücksichtigung des Stellenwertes, den einst das chilenische, nicaraguanische und venezolanische „Modell“ für den globalen „anti-imperialistischen Kampf“ hatten.

    Richtig ist, dass für Dissanayake und seine Genossen von der „Volksbefreiungsfront“ (zumindest vorerst) keine sozialistische Transformation der srilankischen Gesellschaft auf der Tagesordnung steht – auf den ersten Blick überraschend im Hinblick auf die Geschichte der Partei. Ende der 1960er Jahre entstand sie als Abspaltung von der moskautreuen Kommunistischen Partei und Nucleus der studentischen Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg. Che Guevara und Mao Tse-tung avancierten zu Ikonen. Als im März 1971 die Führung der „Volksbefreiungsfront“ für eine in Gewalt abgeglittene Demonstration vor der US-Botschaft in Colombo verantwortlich gemacht und verhaftet wurde, beschloss die zweite Führungsriege der Partei, in den Untergrund zu gehen und den bewaffneten Kampf gegen die damalige, sozialdemokratisch dominierte Koalitionsregierung unter Ministerpräsidentin Sirimavo Bandaranaike aufzunehmen. Der Aufstand endete mit einer Niederlage, und auch eine zweite, noch viel blutigere Rebellion gegen das rechtskonservativ-autoritäre Regime der neo-liberal orientierten United National Party unter Präsident J.R. Jayawardene in den späten 1980er Jahren blieb erfolglos. (10)

    Von dieser militanten Vergangenheit haben sich die Führer der „Volksbefreiungsfront“ schon vor vielen Jahren distanziert, heute beteuern sie ihre Treue zum demokratischen Parlamentarismus – und eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler nimmt ihnen das offenbar auch ab. Das Wahlprogramm, mit dem Dissanayake im letzten September antrat, ist aus europäischer Sicht als betont „sozialdemokratisch“ zu werten, es propagiert soziale Wohltaten für die Armen und Ärmsten der Gesellschaft, eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft und den Kampf gegen die Korruption. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln soll nicht abgeschafft werden, aber staatliche Unternehmen sollen in wichtigen Industriesektoren mit privaten konkurrieren – Modell ist also eine „mixed economy“, aber eine mit einem starken öffentlichen Sektor. (11) Das so etwas für beinharte Trotzkisten und andere dogmatische Linke nichts Geringeres als den Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse darstellt, ist natürlich nachvollziehbar.
    Ein „revolutionärer Pragmatismus“?

    Die Bereitschaft der neuen Linksregierung, die Kreditbedingungen des IWF in ihren Grundzügen zu akzeptieren, resultiert im Wesentlichen aus der Erkenntnis heraus, dass eine Ablehnung dieser das Land schlagartig wieder in eine massive ökonomische Krise stürzen würde – bis hin zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit. Präsident Dissanayake setzt alles darauf, dass nach einer wirtschaftlichen Erholung sich die Spielräume für Sozialprogramme wieder massiv erweitern werden – auch für eine langfristig durchaus vorgesehene Reichtums-Umverteilung von oben nach unten. Und obwohl die Handlungsmöglichkeiten des neuen NPP-Regimes unter den gegebenen Umständen derzeit extrem stark begrenzt sind, gab es in den ersten paar Monaten der neuen Legislaturperiode doch ein paar staatliche Maßnahmen, die darauf abzielten, den unteren Schichten der Bevölkerung etwas mehr Luft zu verschaffen: eine Erhöhung des Mindestlohns etwa (12), eine Erhöhung der Gehälter im Öffentlichen Dienst, eine Anhebung der Ausbildungsförderung für Studenten. Das Etat-Defizit übersprang deshalb die vom IWF vorgegebene Marke leicht – bisher aber ohne negative Folgen für die weitere Kreditauszahlung. Ganz im Gegenteil: Am 13. Juni 2025 vermeldete der Sri Lanka Daily Mirror, dass Vertreter des IWF die bisherige Reformpolitik der neuen Regierung gelobt und die Zahlung einer weiteren Kredittranche in Höhe von rund 340 Millionen US-Dollar zugesichert hätten. (13)

    Und einen wichtigen Umstand übersehen die linken Kritiker der Kooperationspolitik der NPP/JVP-Regierung mit dem IWF: Dieser ist keineswegs der einzige – und nicht einmal der wichtigste – Kreditgeber für den notorisch klammen srilankischen Staat. Auch die indische und die chinesische Regierung gehören zu den Gläubigern des kleinen südasiatischen Landes – und die Kredite der letzteren sind deutlich umfangreicher als die des IWF. (14) Die ersten beiden Auslandsreisen nach Amtsantritt führten Dissanayake deshalb nach Neu-Delhi und nach Peking – und zumindest mit der chinesischen Führung dürfte der neue srilankische Präsident in einer eher freundschaftlichen Atmosphäre verhandelt haben, die chinesischen Genossen verstehen sich schon seit vielen Jahren als Bruderpartei der „Volksbefreiungsfront“.
    Rhetorisch eher bei Allende als bei Chavez

    Und obwohl die „Volksbefreiungsfront“ absolut keinen Hehl aus ihrer sozialrevolutionären Entstehungsgeschichte macht (am 1. Mai dieses Jahres sprach Dissanayake auf einer von über einer Million Menschen besuchten Kundgebung in Colombo, hinter sich ein Banner mit einem riesigen Hammer und Sichel-Symbol), vermeidet die neue Regierung peinlich eine allzu offensive Rhetorik, von „Anti-Imperialismus“, „Kampf gegen den Klassenfeind“ ist nirgendwo die Rede. Eher Salvador Allende als Hugo Chavez scheint sich Präsident Dissanayake da zum Vorbild zu nehmen, ohne allerdings die (im Nachhinein gesehene) geradezu selbstmörderische Naivität des Ersteren zu kopieren: Kurz nach seinem Amtsantritt feuerte er den Oberbefehlshaber des srilankischen Heeres (Allende hingegen hatte seinerzeit den späteren Putschgeneral Augusto Pinochet zum Heereschef ernannt, ein folgenschwerer und für ihn letztendlich tödlicher Fehler). (15) Ganz offensichtlich ist die NPP-Regierung bemüht, die extreme Polarisierung in der srilankischen Gesellschaft abzumildern – nicht zuletzt auch die zwischen der singhalesisch-buddhistischen Mehrheitsbevölkerung und der tamilisch-hinduistischen Minderheit; ein langer und blutiger Bürgerkrieg in den 1980er und 1990er Jahren ist auf der Insel bis heute unvergessen.

    Anura Dissanayake taugt also nicht so recht für die Rolle eines Che Guevara des 21. Jahrhunderts, eines revolutionären Posterboys. Und seine Regierung hat eine wahre Herkulesaufgabe vor sich – es ist keineswegs ausgeschlossen, dass sie tatsächlich scheitert. Aber zumindest bis jetzt ist es ihr gelungen, eine Mehrheit der Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sie auf dem richtigen Weg ist und dass nach einer wirtschaftlichen Erholung der Spielraum für soziale Reformen ein unvergleichlich größerer sein wird als heute: Bei den (vom alten Regime mehrfach verschobenen) Kommunalwahlen Anfang Mai 2025 konnte die NPP ihren Stimmenanteil im Vergleich zu der Präsidentschaftswahl im letzten September sogar noch leicht ausbauen, (16) eine ernsthafte politische Konkurrenz hat sie derzeit absolut nicht zu fürchten.

    Und ihr Zukunftsprojekt – eine Marktwirtschaft mit einem starken, dominierenden Staatssektor – hat, selbstverständlich unter ganz anderen Rahmenbedingungen, in anderen Ländern Asiens durchaus funktioniert: in der Volksrepublik China etwa und in Vietnam. Ein regulierter und gezähmter Kapitalismus, unter einer politischen Führung, die es der kapitalistischen Klasse zwar erlaubt, Geschäfte (und natürlich auch Gewinne) zu machen, sie aber von staatlicher Machtausübung fernhält – ist das nicht das Erfolgsrezept der chinesischen Kommunisten in den letzten Jahrzehnten? (17) Und so etwas im Rahmen einer demokratischen Verfassungsordnung – wäre das nicht ein wahrhaft revolutionäres Novum? Offenbar keines, für das sich europäische Linke begeistern können.
    Der „anti-grüne“ Charakter der Aragayala-Rebellion

    Der mangelnde Enthusiasmus vieler linker Aktivisten in Deutschland und dem restlichen Europa für den Wahlsieg Dissanayakes und seiner Genossen dürfte wohl aber auch damit zusammenhängen, dass die Aragayala-Rebellion im Jahre 2022, die letztendlich die NPP an die Macht brachte, bei Lichte betrachtet die zweite große „anti-grüne“ Revolution der Weltgeschichte nach dem „Gelbwesten“-Aufstand 2018/2019 in Frankreich war. Auslöser der letzteren Revolte war die von Präsident Macron angeordnete massive Steuererhöhung auf Benzin und Heizöl (wegen Klima und so), die am 1. Januar 2019 in Kraft hätte treten sollen. Anfangs demonstrierten nur die Lastwagenfahrer und die Tankstellenpächter und -angestellten, aber bereits nach wenigen Stunden(!) breitete sich der Protest über das ganze Land aus: Hunderttausende besetzten die rond–points, die Kreisverkehre, die überall in Frankreich als Straßenkreuzungen fungieren, und die Mautstationen, an denen bei gebührenpflichtigen Autobahnen der obligatorische Tribut abkassiert wird. Am zweiten Tag der Proteste versuchten Hunderte von aufgebrachten Bürgern den Élysée-Palast in Paris, den Sitz des französischen Staatspräsidenten, zu stürmen, und konnten erst durch den kurzfristig angeordneten Einsatz der CRS, der berühmt-berüchtigten Prügeltruppe, die direkt dem Innenminister unterstellt ist (und schon im mythenumwobenen Mai 1968 auf alles einknüppelte, was nach „Subversion“ aussah), gestoppt werden. Wochenlang brannten im wahrsten Sinne des Wortes Paris und andere große französische Städte, und der Protest flaute erst ab, als Präsident Emmanuel Macron nicht nur die Rücknahme der Steuererhöhung verkündete, sondern zusätzlich noch eine ganze Reihe von sozialen Wohltaten, darunter etwa eine Erhöhung des Mindestlohns um beachtliche 100 Euro pro Monat. (18)

    Die Wirtschaftskrise in Sri Lanka, ausgelöst vor allem durch den massiven Einbruch im Tourismussektor im Zuge der Anti-Corona-Lockdown-Maßnahmen, nahm erst so richtig Fahrt auf, als die Regierung im Mai 2021 ein landesweites Verbot des Einsatzes von Kunstdünger und Pestiziden in der Landwirtschaft verhängte. Erklärtes Ziel war dabei, das Land zu einem ökologischen Musterstaat mit 100% Bio-Anbau zu machen, zu einem „Green Sri Lanka“. Diverse Agrarökonomen, sowohl einheimische als auch aus den USA, hatten vor diesem Schritt gewarnt, das, was dann tatsächlich passierte, war eine Art Worst Case-Szenario, es übertraf selbst die schlimmsten Befürchtungen. Die Ernte brach dramatisch ein, die des Grundnahrungsmittels Reis beispielsweise um sage und schreibe 43%, die Lebensmittelpreise stiegen um 80%, die Preise für Benzin und Diesel (beides Güter, die für teure Devisen importiert werden müssen) um bis zu 40%. Die Exporteinnahmen sanken in den Keller, aufgrund des dramatischen Rückgangs der Tee-Ernte. Hunger breitete sich aus, eine Studie der UNO schätzt, dass circa 90% der Bevölkerung verzweifelt versuchten, mit weniger Nahrungsmitteln pro Tag auszukommen. (19) „Das Verbot von Kunstdünger und Pestiziden“, bilanziert der irische Journalist Brendan O’Neill in der linkslibertären Online-Zeitschrift Spiked, „war eine regelrechte Politik des Wahnsinns – 90 Prozent der srilankischen Bauern nutzten Kunstdünger, und sie prognostizierten, völlig korrekt, dass ihre Ernte ohne den Einsatz dieser Mittel einbrechen würde. (…) Das Kunstdünger-Verbot wurde im November (2021) wieder zurückgenommen, als die desaströsen Ergebnisse unübersehbar waren, aber es war zu spät.“ (20)

    Die neue NPP/JVP-Regierung hat bisher nicht die geringsten Anstalten gemacht, das radikale Öko-Experiment von 2021 zu wiederholen, ganz im Gegenteil: Eine der ersten politischen Maßnahmen des neuen Präsidenten war eine deutliche Erhöhung der nach der Krise wieder eingeführten staatlichen Düngemittel-Subvention für Reisbauern. (21) Um noch einmal Brendan O’Neill zu Wort kommen zu lassen: „Sri Lanka zeigt uns, was passiert, wenn sich die Politik am Wunschdenken und an den Vorurteilen der neuen Eliten orientiert anstatt an den Bedürfnissen der einfachen Leute. (…) Die grüne Ideologie mag die neuen Eliten in ihrem narzisstischen Bewusstsein bestärken, dass sie tatkräftig dabei sind, den Planeten vor dem menschengemachten Hitzetod zu bewahren, aber sie lässt im Westen vor allem die arbeitende Bevölkerung verarmen (…) und bringt den Hunger zurück in diejenigen Teile der Welt, die nicht so entwickelt sind wie der Westen.“ (22)
    Ein unterstützenswertes Experiment?

    Die NPP/JVP-Regierung hat nun vier Jahre Zeit, ihr Gesellschaftsprojekt zumindest ansatzweise in die Tat umzusetzen, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen werden erst wieder 2029 fällig. Im Parlament hat sie eine Zweidrittelmehrheit, kann also die Verfassung ändern – oder sogar, was wohl das wahrscheinlichere Szenario ist – durch eine neue ersetzen. Präsident Salvador Allende in Chile beispielsweise startete seinerzeit unter wesentlich schlechteren Bedingungen (das ihn unterstützende Unidad Popular-Parteienbündnis hatte nie eine Mehrheit im chilenischen Kongress). Und gegen die in Sri Lanka wie auch in vielen anderen Ländern allgegenwärtige Geißel der Korruption sind die marxistisch-leninistisch geschulten Kader der „Volksbefreiungsfront“ möglicherweise in einem höheren Maße immun als die Funktionäre der alteingesessenen, bürgerlichen Parteien. Die neue Regierung bemüht sich auch ernsthaft, die ethnischen Spannungen zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit zu entschärfen, ermutigend ist in diesem Zusammenhang, dass auch in den tamilisch dominierten Regionen die NPP bei den Wahlen im letzten Jahr überraschend gut abschnitt. Das Experiment könnte also gelingen – und für all diejenigen europäischen Beobachter, die sich für den Aufbau einer sozial gerechten Gesellschaft auch im globalen Süden einsetzen, lohnt es sich, es aufmerksam zu verfolgen. Und zu unterstützen, auf welche Art und Weise auch immer.
    Fußnoten

    1) Trotz amerikanischen Dementis hielt sich lange das Gerücht, der venezolanische Staatschef sei in Wirklichkeit von der CIA gekillt worden: „US dismisses claims that CIA gave Chavez cancer as ‚absurd‘“, in Guardian vom 7. März 2013

    2) Eine gute Darstellung findet sich bei Rebecca Root: „Sri Lanka’s ‚worst ever crisis‘“, in: International Bar Association (23. September 2022)

    3) Die amerikanische Anarchistin Emma Goldman (1869-1940) ist bekannt durch ihren Spruch: „Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!“

    4) Der srilankische Präsident wird nach einer Variante des Präferenzwahlrechts gewählt: Die Wählerinnen und Wähler können bis zu drei Kandidaten durchnummerieren, mit „1“, „2“, 3“ nach ihrer Präferenz. Zuerst werden die Erststimmen gezählt. Gibt es keine absolute Mehrheit, werden alle Kandidaten außer den beiden Bestplatzierten gestrichen, und ihre Stimmen werden auf die Zweit- oder gegebenenfalls auf die Drittpräferenz übertragen. Anura Dissayanake erhielt 42,3% der Erststimmen, nach Verteilung der Zweit- und Drittpräfenzen lag er bei 55,9%

    5) Stellvertretend hier für alle: „The First Left President of Sri Lanka“ in People’s Democracy, dem Zentralorgan der CPI(M) vom 29. September 2024

    6) „Did Sri Lanka swap Austerity Capitalism for ‚Marxism’?“, in: Foreign Policy in Focus (4. Oktober 2024)

    7) „The Left wins presidential election in Sri Lanka“, in Peoples Dispatch (22. September 2024)

    8) Besonders pointiert etwa Keith Jones: „Wahlen in Sri Lanka: Die JVP übernimmt die Verantwortung für die Verteidigung des Kapitalismus inmitten einer revolutionären Krise“, in www.wsws.org (24. September 2024)

    9) Siehe hierzu die Artikelserien von Natalie Mayroth in der taz und von Thomas Berger in der Jungle World. Ganz ähnlich argumentiert ein Text der Rosa–Luxemburg–Stiftung: „Sri Lankas wechselvoller Aufstieg der Linken“ (16. Dezember 2024)

    10) Einen guten Überblick über die Geschichte der „Volksbefreiungsfront“ gibt es bei Faarez Farook: „Revolutionary Roots, Democratic Dreams: The JVP Legacy“ in Colombo Telegraph (10. Oktober 2024)

    11) „JVP’s private ownership policy“ in Newswire (18. Februar 2023)

    12) Sri Lanka Ministry of Labour: „Here’s how the Private Sector Minimum Wage is set to rise“ (10. April 2025)

    13) „IMF praises Sri Lanka’s reform progress, nearing next tranche of funding“ in: Sri Lanka Daily Mirror (13. Juni 2025)

    14) David Pfeifer: „Anura Kumara Dissanayake: Der Mann, der Sri Lanka aus der Armut führen will“ in: Süddeutsche Zeitung vom 24. September 2024

    15) „Sri Lanka President appoints new army, navy chief“ in economynext (30. Dezember 2024)

    16) „Local Authorities Election 2025“ auf https://election.adaderana.lk

    17) Rüdiger Rauls: „Chinas Kapital“ in: Overton (10. Juni 2025)

    18) „Les Gilets Jaunes, un mouvement social inédit“, hrsg. von Attac France (April 2019)

    19) Eine sehr gute Analyse der 2021er Krise findet sich bei Michael Shellenberger: „Green Dogma behind the Fall of Sri Lanka“ in Public (10. Juli 2022)

    20) Brendan O’Neill: „Sri Lanka and the global revolt against the laptop elites“ in Spiked (12. Juli 2022

    21) „Fertilizer subsidy for paddy farmers increased from Oct 1“ in Sri Lanka Daily Mirror vom 26. September 2024

    22) Brendan O’Neill (siehe Fußnote 20)

    Norbert Faulhaber
    Norbert Faulhaber fing nach einem Studium der Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften und Soziologie 1991 bei der Konstanzer Tageszeitung „Südkurier“ an: als freier Mitarbeiter für TV- und Filmkritik, Konzertberichte und CD-Besprechungen. Ab 1998 arbeitete er auch als Vertretung des TV-Redakteurs, von 2004 bis 2006 als Verantwortlicher für die tägliche TV-Programmseite. Von 2006 bis März 2023 arbeitete er als Redakteur am NewsDesk See-West in Konstanz.

    #Sri_Lanka #socialisme #réformisme #social-démicratie

  • #Thomas_Deltombe. « #Mitterrand était un ardent défenseur de l’Empire »
    https://afriquexxi.info/Thomas-Deltombe-Mitterrand-etait-un-ardent-defenseur-de-l-Empire

    Dans son nouveau livre, L’#Afrique d’abord !, le chercheur Thomas Deltombe met en pièces la légende d’un #François_Mitterrand #anticolonialiste. Au contraire, il démontre, archives à l’appui, que l’ancien président français fut, durant sa première vie #politique, dans les #années_1950, un grand défenseur de l’#Empire et que son #réformisme servait avant tout un projet #néocolonial.

    • Dans ce nouveau livre, je m’intéresse au terme « #néocolonialisme », dont on lit fréquemment qu’il aurait été inventé par Jean-Paul Sartre en 1956. Au cours de mes recherches à la Bibliothèque nationale de France, je me suis rendu compte que l’accusation de « néo-colonialisme » remonte au début des années 1950 et que la cible de ceux qui l’emploient n’est autre que… François Mitterrand.

      Dès 1951, les milieux gaullistes, sous la plume notamment de Jacques Foccart himself, accusent celui qui est alors ministre de la France d’outre-mer – et ceux qui sont sous ses ordres – de pratiquer dans les territoires français d’Afrique ce qu’ils appellent un inacceptable « néo-colonialisme ». Ce terme prend dans leur argumentaire une définition différente de celle qu’il acquerra par la suite : les partisans du général de Gaulle, opposés à la IVe République, reprochent aux partis gouvernementaux de mettre l’administration coloniale au service de leurs propres intérêts. En d’autres termes : de transformer les territoires africains en réserves électorales afin de se maintenir au pouvoir. François Mitterrand, expert en « combines » politiciennes, est évidemment la cible prioritaire des gaullistes (qui ne manquent pas, au passage, de rappeler en toutes occasions son passé vichyste).

      Plus intéressante est cependant l’accusation de « néo-colonialisme » portée contre le même Mitterrand trois ans plus tard, cette fois par les nationalistes algériens. À ma connaissance, ce terme est apparu dans la presse du Mouvement pour le triomphe des libertés démocratiques (MTLD) [un parti nationaliste algérien, NDLR] en décembre 1953 ; il prend cette fois sa définition contemporaine.

      Après la nomination de Pierre Mendès France à Matignon, en juin 1954, la lutte contre le « néo-colonialisme » devient une des priorités des indépendantistes algériens. Avec pour cible principale François Mitterrand, ministre de l’Intérieur du gouvernement Mendès France, chargé à ce titre des départements algériens. Les cadres du MTLD craignent en effet que le réformisme mitterrandien n’asphyxie le courant indépendantiste algérien. Une course de vitesse s’engage alors entre deux dynamiques concurrentes : le nationalisme algérien qui veut séparer l’Algérie de la France, et le « néocolonialisme » mendèso-mitterrandien qui cherche à l’inverse, par de nouveaux moyens, à maintenir l’Algérie française.

  • « Francois Ruffin confond prendre ce qui est à conquérir et ce que le néolibéralisme peut encore donner... C’est ce qui a tué toute forme d’alternative totale au capitalisme en occident. Ceci n’est pas gagner mais être défait. Défait de la possibilité de prendre le contrôle. »

    https://video.twimg.com/ext_tw_video/1814901960887201792/pu/vid/avc1/320x320/f4TJhGtDmgpWVAHm.mp4?tag=12


    Nathalie a déchiré sa carte d’électrice. Contre la Macronie. Et contre la gauche, parce qu’elle se sent trahie. Par des partis qui ne veulent pas gagner, pas faire gagner les gens. Alors, pour les Nathalie, on va essayer quelque chose : « Gagner ! »
    Rendez-vous le 31 août à Flixecourt
     : http://le31jeviens.fr

    « C’est une concession à Macron. En 2022 il a montré que même relativement majoritaire, son programme pouvait s’appliquer avec violence. C’est ce qu’il refuse et nie aujourd’hui aux forces de gauche. Un compromis n’est qu’une compromission, validant l’impuissance de la gauche. »

    Francois Ruffin ne comprend pas que la gauche est partagée entre deux visions du monde, de classes, irreconciliables, ce n’est pas une affaire d’ego. La gauche que lui défend est une gauche, qui a échoué, c’est la gauche qui veut adoucir la violence néolibérale, sans la tuer.

    Ce qu’il appelle gagner, signifie "panser", mettre des pansements sur les plaies que chaque jour le capitalisme provoque et agrandi. Il traduit cela en parlement du 7 juillet comme une victoire et un point d’arrivée, bloquée par les ego, alors que ce n’est qu’une étape !

    La victoire sera l’application d’un programme total et cohérent, le reste n’est qu’apprence de victoire mais défaite concrète, c’est ce que les classes populaires refusent et pourquoi elles se détournent de la gauche. Quelques mesures ne sont pas une avancée mais une pause.

    Ensuite c’est le néolibéralisme et son arc réactionnaire qui reprendra la main. Force à la gauche de rupture qui tient le coup pour ne rien céder sur le programme et pour utiliser chaque espace institutionnel au profit d’une bifurcation totale, c’est la route de la victoire.

    En parallèle, il s’agit de construire la force populaire permettant la remise en cause institutionnelle. Malgré les combats et les efforts de la France Insoumise particulièrement, nous savons que les possibilités sont très réduites sous la 5eme République. »
    https://x.com/Positions_revue/status/1814972433578823815

  • The Kaleidoscope of Catastrophe - On the Clarities and Blind Spots of Andreas Malm
    https://viewpointmag.com/2021/04/14/the-kaleidoscope-of-catastrophe-on-the-clarities-and-blind-spots-of-an

    La critique marxiste du capitalisme extractiviste est-elle possible ?

    14.4.2021 by Bue Rübner Hansen
    ...
    The choices that structure The Progress of this Storm root Malm’s focus on agency and action in the philosophy of science. Malm valuably steers us away from the mystifications of theories of climate change and ecological degradation that neglect capital and towards the need for urgent, intentional action. Yet his polemical stress on the catastrophe, nature/society dualism, and agency-as-will pulls us into a timeline and temporality which mirrors capitalism’s accelerating drive towards ecological destruction. This is a contest between two uprooted subjects: fossil capital and humanity. We are in a race with two finishing lines: “no extractions and no emissions” (The Progress, 227).

    On the face of it, Malm’s sharp focus on fossil fuels is salutary, as it trains our sights upon the single greatest threat to the habitability of the planet. However, fossil fuels play such a fundamental role in social reproduction today that it is doubtful they can be replaced by renewables fast enough to avoid a simultaneous and fundamental reorganisation of the reproduction and metabolism of human societies. Most obviously, fossil fuels will have to be cut so fast that a significant energy shortfall is increasingly unavoidable. In other words, constructing the problem of climate change as a problem of agency in relation to fossil capital is not wrong, but one-sided. To approach the problem of the fossil economy as a problem of action is very different from constructing it as a problem of (natural) history, ecology, or care.

    In the first preface to Capital, Marx invites us to conceive of the history of the economic formation of society as “a process of natural history”. In this process, Marx writes, individuals are bearers of class relations and interests, and the creatures rather than creators of economic processes.19 Posing the problem this way shifts attention from agency and will to more structural questions of how the reproduction of human societies can be disentangled from the reproduction of capital. Such a transformation cannot simply be willed, and natural history cannot simply be disrupted, only rearticulated. How was social reproduction disentangled from non-human life – and how may it be re-entangled? Or rather, how was the entanglement of social with natural ecologies pushed to the edges of social ecologies, so that a core was insulated from damage and afforded carelessness? Such problems will not be resolved by arriving at what Malm calls “a planful mode of production” (Corona 153), which is more likely to maintain an environmental imaginary than replace it with ecological thought, attention, and practice. To do that, we need to pay heed to and reweave networks of interdependence, beyond any clear boundaries between social and natural ecologies. Such matters raise questions of entanglement and hybridity, and the corresponding agency is more a matter of care than of will.

    Instead, Malm is focused on whatever agency is responsible for global warming and whatever agency may disrupt the production of fossil fuel. Malm’s focus on agency in terms of culpability and intentionality is filtered through his vision of history. As world history is subsumed by a unified vision of capitalist history, it becomes necessary and possible to imagine a unified concept of humanity in two senses: humanity as the unified substance of capitalist history (understood in terms of the unique human “capacity for abstraction” which Malms sees as a trait of true intentionality and a “prerequisite for capitalist property relations”; The Progress, 167), and humanity as the unified subject necessary to end fossil capital. This provides a way to imagine climate change as an epic battle between fossil capital and humanity, considered in the future tense as “a self-conscious global subject” (Corona, 174), which mirrors the global quasi-subject of capital. Malm intuits the difficulty of navigating this hall of mirrors: But “[w]here is that global subject? Who is it? Merely asking such questions is to weigh up the void in which we fumble” (Corona, 174).

    Despite such admitted ignorance, Malm treats humanity as the answer rather than the question. Or, put differently, he takes humanity for granted, and ignores the problem of anthropogenesis. That problem concerns the question of how humanity emerged as an infinitely variable species (think of the multitude of social, climatic, and ecological adaptations and inventions), and the more narrow question of how the idea of humanity as separate from nature arose. Had Malm posed the question of anthropogenesis, he would have been more hesitant to affirm the idea of humanity as separate from nature. He would, importantly, have been more sensitive to the blindspots of the idea of humanity-as-separate: what fails to be counted in this notion is those modes of cognition and activity, often cast as “indigenous” or “female”, which refuse to see themselves or act as separate from what, in a gesture of grand abstraction, is called “nature”. Put crudely, the definition of humanity as opposed to Nature, while loosely rooted in monoteistic cosmology, has only become established through the material and ideological separations produced by capitalism and colonialism

    dans https://en.m.wikipedia.org/wiki/Andreas_Malm

    #capitalisme #extractivisme #écologisme #révolution #réformisme #anthropocène #capitalicène #rechauffement_climatique #énergie #humanité

    • Les infiltrés : Lordon a raison de citer cette note d’ Intérêt Général, c’est un des seuls travaux qui affronte les difficultés que rencontrerait un gouvernement “vraiment” de gauche qui serait élu, et tente d’y apporter des réponses ⤵️

      Avec du Intérêt Général dedans. (Vers la 5e minute). Et ça c’est la grande classe ! Et les désaccords sont surtout des nuances. Si cela vous intéresse, voilà la note dont parle le grand Fred ▶️ https://interetgeneral.net/publications/pdf/29.pdf
      https://twitter.com/MathsDuPeuple/status/1766485969258045593

      Faire sauter les verrous ! Les clés pour que la gauche ne capitule pas.

      C’est reparti. Un gouvernement tente à nouveau d’imposer « sa » réforme du système des retraites. Comme à chaque reprise, il affronte le refus populaire. Le peuple bat le pavé. La rivière menace de sortir de son lit. L’espoir d’un recul des dominants pointe à l’horizon. Que faudra-t-il faire alors ? Rentrer chez nous et espérer que le pouvoir entende, enfin, l’exigence populaire d’une autre politique ? Comme si la ligne droite des politiques néolibérales tracée par la succession des « réformes » avancées pratiquement tous les quatre ans depuis trente ans était sur le point de connaître la bifurcation tant attendue ?

      « La folie, c’est de faire toujours la même chose et de s’attendre à un résultat différent », a ironisé un jour le physicien Albert Einstein. Peut-on imaginer qu’une victoire du mouvement social sur le projet de « réforme » des retraites concocté par le pouvoir actuel prépare autre chose qu’une nouvelle offensive, le moment venu ? Soit la logique d’un scénario sisyphéen condamnant le courant progressiste à ne s’autoriser qu’un unique espoir : celui de parvenir à repousser l’adversaire, assaut après assaut.

      Si les retraites mobilisent tant, c’est qu’il y est en réalité question de tout ce qui n’est pas la retraite. C’est que, pour tous ceux qui descendent dans la rue, cette période de la vie représente la fin de ce qui a précédé : la fin de la précarité, la fin du chômage, la fin de l’épuisement, la fin des cadences, la fin du diktat managérial, la fin de l’injonction à la productivité, la fin de l’absurde… La retraite, c’est l’espoir de voir le temps ralentir, de se lever quand le sommeil est épuisé, de se libérer des emplois du temps contraints, de ne plus avoir à réfléchir aux moyens de gagner sa vie, de consacrer ses journées à autre chose qu’à l’optimisation de sa propre rentabilité. Parfois, c’est la première occasion de découvrir la planète sur laquelle on s’est agité toute une vie. La retraite incarne donc une sorte de miroir inversé du monde du travail contemporain : on défend la première, car on déteste le second.

      Il n’en va pas autrement du côté du pouvoir. Loin de se limiter à un projet de modification de l’âge légal de départ à la retraite, la réforme actuelle cristallise les exigences d’un système : celles, budgétaires, de l’Union européenne et du Fonds monétaire international (FMI) qui réclament la destruction des dispositifs par répartition ; celles du monde de la finance, qui asservit la vie des salariés à l’extraction des profits ; celles du patronat qui n’imagine pas qu’un citoyen puisse échapper au carcan du salariat ; celles d’un mode de production aveugle qui écrase les êtres et la planète.

      Deux mondes s’affrontent donc actuellement. D’un côté, les possédants qui, banderille après banderille, réforme après réforme, travaillent patiemment à éreinter le mouvement social ; de l’autre, le peuple qui, en défendant les retraites, réclame en réalité la fin d’un système que seule la perspective d’y échapper quelques années avant de mourir rend encore tolérable. Alors, que faire ? Rentrer chez nous ou engager la bataille ? Attendre le prochain assaut néolibéral ou mettre à terre le système qui nous opprime ?

      À nos yeux, l’heure du combat a sonné : dans la rue, dans les institutions et dans les urnes. Car nous ne changerons pas le monde sans prendre le pouvoir. Mais une fois conquis, il s’agira de le conserver et d’affronter les vents contraires avec lucidité et détermination. Pour y parvenir, il faudra livrer bataille : autant s’y préparer. Cela commence par la cartographie des verrous imaginés par nos adversaires pour défendre leurs privilèges.

      https://interetgeneral.net/publications/29.html

  • Les déchets d’emballages plastiques augmenteront de 46 % en Europe d’ici à 2030

    L’Union européenne a pourtant fixée pour objectif de réduire les déchets plastiques de 15 % d’ici à 2040 et adopté des directives concernant les plastiques à usage unique et les emballages.

    Les Nations unies ont [pourtant] adopté une résolution visant à mettre fin à la #pollution_plastique et à parvenir à un accord contraignant d’ici à 2024.

    (Les Échos)

    Bref : réglementation ou pas, c’est toujours le capital qui décide et a le dernier mot. Qu’on se le dise si on a encore des illusions réformistes.

    #capitalisme #réformisme

  • - Gouvernement de gauche, gouvernement de droite : deux politique au service de la même bourgeoisie

    – La grande illusion du Front Populaire et la réalité

    – 1944-1947 : la gauche au gouvernement pour la reconstruction de l’économie bourgeoise

    #archiveLO (25 juin 1977) #rappel #réformisme #chimère #mensonge #social-démocratie #nupes #gauche_patronale

  • LES SOCIALISTES EN FRANCE DE 1871 À 1914

    Tome I - Les tentatives de construction d’un parti de classe – 1871 - 1898, de Thomas Rose

    Après la défaite de la Commune de Paris de 1871, la France s’industrialise et une classe ouvrière moderne se développe. Les idées de transformation de la société se propagent, ainsi que l’objectif de construction d’un parti ouvrier. Différentes organisations se réclamant du socialisme commencent à émerger.

    Le socialisme cherche son parti et sa voie.

    Les premières victoires électorales renforcent l’espoir chez bien des militants socialistes d’une transformation pacifique de la toute récente république en une « république sociale ». Et l’intégration à la vie parlementaire favorise l’électoralisme. La construction d’un parti de classe s’éloigne progressivement.

    Tome II - Du ministérialisme à l’Union sacrée 1898-1914

    À la toute fin du 19e siècle, les différents courants se réclamant du socialisme en France se renforcent et rencontrent des succès, en particulier sur le terrain électoral. Mais ils ont à faire face à de nombreux problèmes politiques, provoqués en particulier par l’entrée au gouvernement du socialiste #Millerand en 1898. Après de multiples tentatives, les multiples courants socialistes s’unifient en 1905 pour constituer la SFIO, section française de l’Internationale ouvrière. Mais, contre l’avis des militants restés fidèles aux enseignements marxistes, les réformistes, qui privilégient la voix parlementaire, prennent progressivement le dessus dans le Parti socialiste. Des militants ouvriers se détournent pendant un temps du parti socialiste pour former le courant syndicaliste révolution- naire avant d’être eux aussi submergés par le #réformisme.

    En août 1914, lors de la déclaration de guerre, la SFIO rejoint l’Union sacrée consacrant l’abandon progressif de toute perspective révolutionnaire.

    #socialisme #SFIO #parti_ouvrier

  • "La légalité (et le parlementarisme en tant que légalité en devenir) n’est elle-même qu’une manifestation sociale particulière de la violence politique bourgeoise" (Rosa Luxemburg, Réponse au camarade E. Vandervelde, 14 mai 1902)

    La violence, loin de cesser de jouer un rôle historique par l’apparition de la « légalité » bourgeoise, du parlementarisme, est aujourd’hui, comme à toutes les époques précédentes, la base de l’ordre politique existant. L’Etat capitaliste en entier se base sur la violence. Son organisation militaire en est par elle-même une preuve suffisante et sensible, et le doctrinarisme opportuniste doit vraiment avoir des dons miraculeux pour ne pas s’en apercevoir. Mais les domaines mêmes de la « légalité » en fournissent assez de preuves, si l’on y regarde de plus près. Les crédits chinois ne sont-ils pas des moyens fournis par la « légalité, par le parlementarisme, pour accomplir des actes de violence ? Des sentences de tribunaux, comme celle de Loebtau, ne sont-elles pas l’exercice « légal » de la violence ? Ou mieux : en quoi consiste à vrai dire toute la fonction de la légalité bourgeoise ?

    Si un « libre citoyen » est enfermé par un autre citoyen contre sa volonté, par contrainte, dans un endroit étroit et inhabitable, et si on l’y détient pendant quelque temps, tout le monde comprend que c’est un acte de violence. Mais dès que l’opération s’effectue en vertu d’un livre imprimé, appelé Code pénal, et que cet endroit s’appelle « prison royale prussienne », elle se transforme en un acte de la légalité pacifique. Si un homme est contraint par un autre, et contre sa volonté, de tuer systématiquement ses semblables, c’est un acte de violence. Mais dès que cela s’appelle « service militaire », le bon citoyen s’imagine respirer en pleine paix et légalité. Si une personne, contre sa volonté, est privée par une autre d’une partie de sa propriété ou de son revenu, nul n’hésitera à dire que c’est un acte de violence ; mais dès que cette machination s’appelle « perception des impôts indirects », il ne s’agit que de l’application de la loi.

    En un mot, ce qui se présente à nos yeux comme légalité bourgeoise, n’est autre chose que la violence de la classe dirigeante, élevée d’avance en norme impérative. Dès que les différents actes de violence ont été fixés comme norme obligatoire, la question peut se refléter à l’envers dans le cerveau des juristes bourgeois et tout autant dans ceux des opportunistes socialistes : l’ « ordre légal » comme une création indépendante de la « justice », et la violence de l’Etat comme une simple conséquence, comme une « sanction » des lois. En réalité, la légalité bourgeoise (et le parlementarisme en tant que légalité en devenir) n’est au contraire qu’une certaine forme sociale d’apparition de la #violence_politique de la bourgeoisie, qui fleurit sur son fondement économique.

    C’est ainsi qu’on peut reconnaître combien toute la théorie du légalisme socialiste est fantaisiste. Tandis que les classes dirigeantes s’appuient par toute leur action sur la violence, seul, le prolétariat devrait renoncer d’emblée et une fois pour toutes à l’emploi de la violence dans la lutte contre ces classes. Quelle formidable épée doit-il donc employer pour renverser la violence au pouvoir ? La même légalité, par laquelle la violence de la bourgeoisie s’attribue le cachet de la norme sociale et toute puissante.

    Le domaine de la légalité bourgeoise du parlementarisme, il est vrai, n’est pas seulement un champ de domination pour la classe capitaliste, mais aussi un terrain de lutte, sur lequel se heurtent les antagonismes entre prolétariat et bourgeoisie. Mais de même que l’ordre légal n’est pour la bourgeoisie qu’une expression de sa violence, de même la lutte parlementaire ne peut être, pour le prolétariat, que la tendance à porter sa propre violence au pouvoir. S’il n’y a pas, derrière notre activité légale et parlementaire, la violence de la classe ouvrière, toujours prête à entrer en action le cas échéant, l’action parlementaire de la social-démocratie devient un passe-temps aussi spirituel que celui de puiser de l’eau avec une écumoire. Les amateurs de réalisme, qui soulignent sans cesse les « succès positifs » de l’activité parlementaire de la #social-démocratie, pour les utiliser comme arguments contre la nécessité et l’utilité de la violence dans la #lutte_ouvrière, ne remarquent point que ces succès, si infimes soient-ils, ne sauraient être considérés que comme les produits de l’effet invisible et latent de la violence.

    Mais il y a mieux encore. Le fait que nous retrouvons toujours la violence à la base de la #légalité_bourgeoise, s’exprime dans les vicissitudes de l’histoire du parlementarisme même.

    La pratique le démontre en toute évidence : dès que les classes dirigeantes seraient persuadées que nos parlementaires ne sont pas appuyés par de larges masses populaires, prêtes à l’action s’il le faut, que les têtes révolutionnaires et les langues révolutionnaires ne sont pas capables ou jugent inopportun de faire agir, le cas échéant, les poings révolutionnaires, le #parlementarisme même et toute la légalité leur échapperaient tôt ou tard comme base de la lutte politique – preuve positive à l’appui : le sort du suffrage en Saxe ; preuve négative : le suffrage au Reichstag. Personne ne doutera que le suffrage universel, si souvent menacé dans le Reich, est maintenu non par égard pour le libéralisme allemand, mais principalement par crainte de la #classe_ouvrière, par certitude que la social-démocratie prendrait cette chose au sérieux. Et, de même, les plus grands fanatiques de la légalité n’oseraient contester qu’au cas où l’on nous escamoterait malgré tout, un beau jour, le #suffrage_universel dans le Reich, la classe ouvrière ne pourrait pas compter sur les seules « protestations légales », mais uniquement sur les moyens violents, pour reconquérir tôt ou tard le terrain légal de lutte.

    Ainsi, la théorie du légalisme socialiste est réduite à l’absurde par les éventualités pratiques. Loin d’être détrônée par la « #légalité », la #violence apparaît comme la base et le protecteur réel de la légalité – tant du côté de la #bourgeoisie que du côté du #prolétariat.

    #lutte_de_classe #Rosa_Luxemburg #réformisme #violence_révolutionnaire

    • Rosa Luxemburg est très claire, ici, en dressant en avertissement le spectre du fascisme comme conséquence ultime du réformisme :

      Si la social-démocratie devait réellement, comme l’y invitent les opportunistes, renoncer a priori et une fois pour toutes à l’usage de la violence et enfermer les masses ouvrières dans la légalité bourgeoise, sa lutte parlementaire et tout son combat politique s’effondreraient lamentablement tôt ou tard, pour faire place à la violence sans limites de la réaction.

  • Le projet de Bernard Friot : point d’appui pour la lutte ou impasse stratégique ?
    https://www.frustrationmagazine.fr/le-projet-de-bernard-friot-point-dappui-pour-la-lutte-ou-impasse

    Bernard Friot vient de publier « Prenons le pouvoir sur nos retraites » aux éditions La Dispute, un ouvrage très court, qui résume ses propositions pour que les mobilisations réussissent enfin, non seulement à faire reculer le pouvoir en place, mais surtout à faire des retraites un véritable levier pour se libérer du marché du […]

  • La « mondialisation » de l’économie
    https://www.lutte-ouvriere.org/documents/archives/cercle-leon-trotsky/article/la-mondialisation-de-l-economie
    #conférenceLO du 14 mars 1997

    Sommaire :

    De la guerre à la crise (1945-1975)
    – La remise en route de l’économie...
    – ...sous l’égide des États-Unis
    – Le mythe des « Trente glorieuses »
    – Les origines du marché commun
    – La crise monétaire, une des formes de la crise du système capitaliste

    Crise économique internationale et « mondialisation »
    – Le commerce international est-il plus « mondialisé » ?
    – Les entraves au développement du commerce international
    – Le cas des impérialismes européens
    – Les problèmes monétaires de l’#Union européenne
    – L’Union européenne : une construction fragile basée sur des rapports de force
    – Le #commerce_international : réglementé et inégal

    L’hypertrophie des marchés financiers
    – L’endettement des États à l’origine de la croissance des marchés financiers
    – Qu’est-ce que le #PIB ?
    – Les États déréglementent les marchés financiers
    – La #spéculation sur les emprunts d’État
    – La spéculation sur les actions
    – La spéculation sur les « produits dérivés »
    – La spéculation monétaire
    – Les profits spéculatifs détournent les capitaux de la production
    – Un marché monétaire international mais instable

    Concurrence étrangère, délocalisations : ne pas se tromper d’ennemi
    – Les #délocalisations sont-elles responsables du chômage ?
    – Bas salaires et investissements
    – Les capitaux se concentrent dans les pays riches
    – La croissance des #multinationales
    – Les #capitaux ne développent pas la planète, ils la pillent

    La « mondialisation » de la misère
    – Les inégalités s’accroissent
    – La #pauvreté se répand même dans les pays riches
    #Capitalisme et mondialisation
    – La base internationale du développement capitaliste
    – Le capitalisme a transformé le monde

    L’impérialisme, « stade suprême du #capitalisme » depuis un siècle
    – La dictature du capitalisme financier
    – Le monde entier partagé
    – L’#impérialisme n’a pas supprimé les contradictions du système, bien au contraire
    – Une première guerre mondiale pour le repartage du monde
    – Les bases objectives de la corruption du #mouvement_ouvrier...
    – ... et le pourrissement de toute la société

    L’impérialisme, un danger mortel pour l’humanité
    – La #crise_de_1929
    – Le #fascisme et la #guerre
    – La responsabilité des dirigeants socialistes et staliniens
    – L’humanité a payé cher le maintien du capitalisme au XXe siècle...
    – ... et paiera plus cher encore au XXIe siècle s’il se perpétue

    Nationalisme contre #mondialisation : un piège mortel pour les travailleurs
    – Le « #social-chauvinisme » du #PCF

    La mondialisation au service de l’humanité, c’est la société communiste
    – Mettre fin au capitalisme...
    – ... en mettant l’économie au service de tous
    – Seul le prolétariat en est capable

    #stalinisme #social-démocratie #réformisme #communisme_révolutionnaire

  • "Le coup d’État fasciste en Allemagne" (24 mars 1933)

    Thèses du courant trotskyste majoritaire dans la prison de Verkhnéouralsk (publiées dans Le Bolchevik-léniniste n° 2, 1933)

    Un texte fondamental paru dans Les Cahiers de Verkhnéouralsk (Les bons caractères, pp. 163-206, 2021).

    https://les-passages.ghost.io/le-coup-detat1-fasciste-en-allemagne-le-bolchevik-leniniste-ndeg-

    1 – Le coup d’État contre-révolutionnaire qui a lieu en Allemagne, la contre-révolution de mars, est un événement de la plus haute importance historique… […]
    2 – La #crise_économique_mondiale a profondément ébranlé les fondements de la société capitaliste. Même un Léviathan impérialiste comme les États-Unis tressaille sous ses coups… […]
    3 – Les impérialismes français, britannique, américain n’avaient qu’un seul moyen de préserver l’équilibre interne de Weimar et de Versailles en Allemagne et en Europe : annuler ou reporter la dette de l’Allemagne et lui consentir de nouveaux crédits… […]
    4 – Ce qui créait les conditions d’une montée impétueuse du fascisme dans les esprits, c’était donc l’impasse économique dans laquelle la situation du capitalisme d’après-guerre avait conduit l’Allemagne, la crise économique profonde et le système de #Versailles, dans un contexte de faiblesse de l’avant-garde prolétarienne… […]
    5 – En fin de compte, la contre-révolution de mars signifie la liquidation des vestiges de la révolution du 9 novembre [1918] et du système de Weimar. Mais cela signifie-t-il aussi en même temps le retour au pouvoir des forces sociales et politiques qui gouvernaient l’Allemagne avant la révolution de Novembre, autrement dit une restauration au sens propre et concret ? […]
    6 – La victoire du fascisme allemand marque la fin de l’ère du pacifisme démocratique d’après-guerre et porte un coup dur, peut-être fatal, à la démocratie bourgeoise en tant que forme de domination bourgeoise la plus répandue dans les pays clés du capitalisme… […]
    7 – La contre-révolution de mars se fonde sur le croisement et l’imbrication des facteurs objectifs suivants… […]
    8 – Le fascisme allemand ne « s’implante » pas dans la #république_de_Weimar, il ne se dissout pas en elle, ne s’adapte pas « au cadre et aux formes de la #démocratie_bourgeoise », il les démolit et les envoie au rebut par un coup d’État réalisé en alliance avec les junkers du parti « national », que dirige le président de la République… […]
    9 – Les forces motrices de la contre-révolution de mars sont les cercles les plus réactionnaires et les plus chauvins du capitalisme monopoliste en Allemagne, de l’#impérialisme_allemand qui, à travers son parti fasciste, a transformé en un soutien social la petite bourgeoisie et les travailleurs déclassés… […]
    10 – Il est difficile de déterminer avec précision l’équilibre actuel des forces de classe en Allemagne. Le #coup_d’État est toujours en cours et le rapport des forces change donc d’heure en heure. Une chose est certaine : c’est une classe ouvrière désorientée et divisée qui, avant le coup d’État et depuis, s’est trouvée confrontée et continue de l’être au front uni et consolidé de la réaction… […]
    11 – La fin de l’Allemagne de #Weimar et l’effondrement de l’équilibre européen signifient la mort de la #social-démocratie allemande et le début de la fin pour le réformisme… […]
    12 – Au fil des ans, l’#opposition léniniste a observé avec inquiétude comment se développaient les événements en Allemagne, expliquant constamment l’ampleur qu’ils prenaient et leur très grande importance historique. Elle a constamment et sans relâche signalé quel danger, pour l’ensemble du #mouvement_ouvrier mondial, mûrissait en Allemagne sous la forme du fascisme… […]
    13 – La facilité avec laquelle la #contre-révolution a accompli son coup d’État, la bureaucratie de l’IC l’expliquera, demain bien sûr, par la « passivité » du prolétariat « qui n’a pas voulu accepter » le combat, et non par le fait que ni le Komintern ni la direction du #KPD (sans même parler de la IIe Internationale et du #SPD) n’ont aucunement préparé le prolétariat à résister, n’ont pas opposé de résistance au coup d’État et n’ont pas appelé la classe ouvrière à le faire…
    14 – Même nous, #bolcheviks-léninistes de Russie, avons sous-estimé toute la profondeur de la #dégénérescence de la direction du #Komintern et des partis communistes des principaux pays capitalistes… […]
    15 – La #bureaucratie_stalinienne a fait des avances à Hitler pendant trois ans, le considérant comme le futur maître de l’Allemagne. Par toutes ses actions et celles du Komintern, elle l’a aidé à aller au pouvoir. Elle a mis le pied de #Hitler à l’étrier, comme elle l’avait fait autrefois pour #Tchang_Kaï-chek… […]
    16 – La victoire du fascisme donne-t-elle un répit supplémentaire au capitalisme ? Bien que notre époque soit et reste celle des révolutions prolétariennes, bien que la victoire du fascisme exacerbe à l’extrême les contradictions de classes et interétatiques, la victoire de Hitler n’en renforce pas moins temporairement la domination politique de la bourgeoisie, repoussant quelque peu les dates de la révolution prolétarienne… […]
    17 – Comment, hors d’#Allemagne, y a-t-il le plus de chances que se réorganisent les forces résultant du coup d’État fasciste ?.. […]
    18 – Par ses trahisons en chaîne, le stalinisme a affaibli et désorganisé le prolétariat mondial, dont le soutien a préservé jusqu’à maintenant les vestiges du système d’Octobre… […]
    19 – La victoire du fascisme allemand non seulement ne signifie pas une stabilisation du capitalisme, mais elle porte au contraire toutes ses contradictions à un nouveau niveau, plus élevé… […]
    21 – Le #réformisme s’est épanoui sur la base de la démocratie bourgeoise. La crise de cette dernière a été une crise de la social-démocratie… […]
    22 – Le fascisme se renforce au pouvoir et devient de plus en plus fort d’heure en heure. La #terreur des gardes blancs a déjà commencé… […]
    23 – Le #fascisme est un méandre de l’histoire, une anicroche historique dans la progression générale de la #lutte_de_classe et de la #révolution_prolétarienne mondiale. Mais notre tâche n’est pas de rassurer les masses… […]

    #nazisme #stalinisme #trotskysme #trotskisme #trotsky #militants_trotskystes #isolateur #prison #Sibérie #Verkhnéouralsk #traité_de_versailles

  • Nicolas Framont (de @frustration1) promeut le rapport de force, mais, dans le fond, ne perçoit d’issue que dans les isoloirs ; il pense très sérieusement que « la gauche défend les intérêts des classes laborieuses » et, qu’en guise de solution, « il faut travailler à la représentativité des organisations politiques [de la gauche] »...

    Tout cela, naturellement, est à jeter avec rage ou moquerie, comme toutes les chimères réformistes, mais #Nicolas_Framont est probablement intéressant à lire sur la question du parasitisme de la #classe_possédante, qui est l’objet de son dernier bouquin (Parasites) :

    Il décrypte le détournement des politiques publiques au profit des grandes fortunes à l’œuvre ces dernières décennies et pointe les mécanismes de dépossession, d’extorsion des classes bourgeoises avant de s’arrêter sur les moyens de les combattre. Son argumentaire se déploie d’emblée sur la base d’une inversion, celle du stigmate de l’#assistanat. Ne sont pas assistés ceux que l’on croit. Les parasites ce ne sont pas les pauvres mais les bourgeois…

    (Blast)

    #lutte_de_classe #réformisme #grande_bourgeoisie #parasitisme #capitalisme #curious_about

    • « La classe bourgeoise se nourrit du travail des autres pour parvenir à ses fins, l’accumulation de richesses.
      On peut vivre, diriger notre économie sans elle. On est suffisamment forts, intelligents, autonomes, solidaires pour diriger la société sans maître »

      https://video.twimg.com/ext_tw_video/1635004286596726784/pu/vid/540x540/1KT1r_drWrXetr0l.mp4?tag=12

      https://twitter.com/caissesdegreve/status/1635004629359681537?cxt=HHwWgoDTsYeD2rAtAAAA

    • Oui, c’est juste. Et Framont aspire à la renaissance du mouvement ouvrier… Mais, renonçant à porter le moindre espoir dans une révolution prolétarienne victorieuse — qui serait pourtant la seule voie vers l’expropriation de la grande bourgeoisie et la liquidation de son pouvoir sur la société et l’économie — il aspire en des partis de gauche représentatifs élus au gouvernements de la bourgeoisie…

      On trouve un schéma équivalent chez François Ruffin : des dénonciations radicales — en apparence — qui finissent toujours dans les mensonges insupportables de l’électoralisme (et du nationalisme, en ce qui le concerne).

      Le problème, c’est de se donner les moyens de sa révolte. Si celle-ci est saine et franche, et pose l’enjeu du renversement des rapports sociaux, on n’attend strictement rien de politiciens, même sincères, à la gestion de l’appareil d’État de la bourgeoisie (ni de directions syndicales réformistes, du reste). Et on se pose la question de la manière dont la classe ouvrière pourra enfin se doter du parti révolutionnaire qui lui permettra de s’emparer du pouvoir.

      Et cela se fera par les armes et la violence, pas avec un bulletin de vote.

    • Je te trouve quand même bien dur mon cher Recriweb ! Le comparer à Ruffin et dire qu’il ne voit que de salut par les isoloirs, c’est quand même un peu mal honnête. Évidemment, on peut souligner ce qui ne joue pas en la faveur de Nicolas Framont, et ce qui d’ailleurs explique son ton, ses points de vues : à savoir qu’il est ancien attaché parlementaire LFI, sociologue, journaliste, qu’il fait du conseil pour des syndicats... Assurément, on est face à quelqu’un qui à bien des égards est très intégré au système bourgeois. Mais reconnaître et avoir conscience d’où il parle et de ce qu’il est ne devrait pas faire mettre si rapidement à la poubelle ce qu’il raconte et donc ce qu’il semble penser. Je veux dire par là que les arguments du style qu’il serait « équivalent [à] Ruffin » ou qu’il aspire à des bons gouvernements élus – je me répète – c’est un poil fort de café… Parce que ce n’est pas le fond de son discours il me semble et je me demande sur quoi tu te bases pour affirmer ça.

      Car vers la fin de son livre, « il aspire [bel et bien] à la renaissance du mouvement ouvrier » (je te cite) et il donne à plusieurs reprises des débuts de réflexion intéressante : lutte des classes ; l’importance pour les travailleurs de s’organiser à la base ; importance pour les travailleurs d’avoir un parti à eux, géré par eux et non pas par des diplômés petits-bourgeois de Science po ; il parle très clairement de « dépassement du capitalisme » par un processus révolutionnaire… Alors, oui : il n’utilise jamais le mot communisme ; oui, il a cette manie classique à gôche de sortir la brosse à reluire pour Ambroise Croizat ; oui, il fait les raccourcis classiques « les syndicats = les travailleurs » ; oui, il se dit proche de Révolution permanente ; oui, il va citer Bernard Friot ; oui, il est assez confus avec son « classe laborieuse » ; oui, il met en avant des méthodes de lutte assez burlesques parfois ; et tout ça dit beaucoup de lui et fait assurément grincer les dents. On peut donc voir toutes ses limites mais ça n’est pas pour autant qu’on ne peut pas être honnête et précis dans les critiques qu’on lui adresse.

      Framont a le mérite, au moins, de pouvoir permettre à ceux qui s’intéressent à lui de commencer à penser un peu, ce qui peut (je pense) ouvrir sur des discussions très intéressantes par la suite !

      (J’aurais aimé faire une réponse mieux construite et plus étayée, mais ça prendrait trop de temps !...)

    • Ta réponse est très bien et, à vrai dire, je la partage. Et ce d’autant mieux que tu énonces mes propres réserves.

      Mais remarque toutefois que mon post d’origine visait à promouvoir son bouquin. Que c’est donc une personne que j’écoute et respecte en dépit des réserves que l’on peut avoir envers tous ceux et celles qui croisent, sans voir la contradiction, renaissance du mouvement ouvrier et « représentativité » (?) de masse des partis bourgeois de gauche.

      Ruffin est un bonimenteur de foire qui répand du poison, Framont un activiste que je lis avec intérêt : d’accord pour modérer l’amalgame. Reste que l’un comme l’autre ne sont pas révolutionnaires. J’ai même en tête à ce propos un portrait de Libé, je crois, où il moquait un brin des espoirs de révolution prolétarienne.

      Mais peut-être change-t-il au contact du courant gramscien RP…

    • Merci pour ta réponse !

      C’est intéressant que tu parles de « gramscien » parce que Framont a un petit côté « bataille contre l’hégémonie culturelle » quand même. Ça se ressentait notamment avec son livre La guerre des mots.

      À voir comment il continuera d’évoluer : avec le temps on pourra vraiment apprécier la sincérité (ou non) de ses prises de positions et de son engagement ! :)

  • #retraite #prolétariat #électoralisme #politicien #parlementarisme #réformisme #étatisme
    #anarchisme #autogestion #anticapitalisme #antiétatisme

    ★ Nous désirons pour l’honneur et le salut des sociétés ouvrières que les revendications ouvrières restent toujours préservées de la corruption du parlementarisme... - GLJD

    (...) Déjà, nos compagnons de la Fédération jurassienne, en 1872, mettait en garde les travailleurs sur le suffrage universel et le parlementarisme :

    « Or, nous l’avons toujours dit et nous le redisons, le suffrage universel ne deviendra une chose sérieuse qu’à une condition : la conquête préalable de la liberté et de l’égalité. Dans une société composée de patrons et de salariés, de capitalistes et de prolétaires, ceux-là seuls qui possèdent sont libres ; le grand nombre ne connaît la liberté que de nom, et se trouve, malgré les déclarations de la loi, dans un état d’assujettissement, qui empêche son vote d’avoir une valeur morale. »

    « Le vote est une arme légale et les armes légales servent à nous duper, à nous opprimer, – jamais à nous donner la victoire. »

    « Nous savons que tout pouvoir politique, fût-il décoré des formes les plus républicaines et démocratiques, est et restera toujours un droit exclusif de la minorité privilégiée, un joug pour le peuple. » (...)

    ★ via le Groupe Libertaire Jules-Durand

    ▶️ Lire le texte complet…

    ▶️ http://le-libertaire.net/desirons-lhonneur-salut-societes-ouvrieres-les-revendications-ouvrier

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  • En matière de compréhension des enjeux, il n’y a pas pire naze dans l’intelligentsia écologiste que #Pierre_Charbonnier . Donc normal de le trouver dans Libé et au Climat Libé Tour de Paris.

    S’il fallait résumer, en quelques mots, l’histoire du problème environnemental, il faudrait dire que nous sommes plongés dans un dilemme entre développement économique et risque écologique.

    Comprenez-le bien : le problème, ce n’est pas la reproduction du capital, mais comment la rendre écolo-compatible.

    Le premier (donc le système capitaliste)

    est synonyme de prospérité, il émancipe la société des limitations de la nature et il ouvre la possibilité d’un partage des bénéfices du progrès. Le second, ce sont les retombées négatives de ce processus industriel et agronomique, qui peuvent aller jusqu’à nous faire douter de son bien-fondé.

    Douter seulement. Heureusement, Pierre Charbonnier est là pour vous rassurer.

    L’#écologie_politique est née avec la crise du progrès, et c’est la raison pour laquelle elle a si souvent été en porte-à-faux avec les revendications ouvrières et sociales qui conservent pour boussole principale l’accroissement du revenu et la démocratisation du travail.

    En vérité, l’écologie politique est un courant réformiste petit-bourgeois qui 1) est, depuis toujours, étranger aux idées, aux intérêts et aux combats de la classe ouvrière et qui 2) ne vise qu’à réaliser des alternatives au sein même de la société capitaliste (cette absurdité). Elle ne peut donc pas comprendre, à l’instar du naze, que la question écologique dépend, en vérité, fondamentalement du mouvement ouvrier qui, seul, peut mettre fin au capitalisme — qui est l’unique raison du désastre écologique.

    Aujourd’hui, ce clivage entre développement et économie est remis en question. En effet, la gauche est en train d’intérioriser la critique écologique de la productivité à tout prix. Mais ce changement de vision, parfois résumé dans le slogan « Fin du monde, fin du mois, même combat », peine à trouver un véritable aboutissement politique et électoral.

    L’écologie politique est fondamentalement réactionnaire. Et la vieille gauche, déjà idiote, en « intériorisant la critique écologique de la productivité à tout prix », le devient tout autant. Car ce qu’il convient naturellement de comprendre, c’est que le problème ce n’est pas la productivité, dans un sens général, mais seulement les rapports sociaux de production actuels. Qui, à part les nazes, peut prétendre en effet qu’une société débarrassée du capital n’aura pas également le souci de produire le plus efficacement possible ? Bref, le problème, ce n’est pas la productivité, mais le fait que celle-ci n’est aujourd’hui conçue et organisée que pour reproduire le capital et engranger des profits pour une minorité de parasites.

    La gauche française semble désormais avoir attaché son avenir à celui des politiques climatiques.

    Seulement par opportunisme, car cela rapporte des voix — on le sait. Pour le reste, elle ne pourra fondamentalement rien changer à rien.

    […] au-delà des appels parfois quelque peu incantatoires à faire converger justice sociale et justice climatique, la construction de l’offre politique « rouge-vert » reste entravée par d’importants obstacles. Du côté « vert », la culpabilisation des habitudes de consommation et la promotion d’un style de vie moins matérialiste provoquent les réticences des classes moyennes et populaires. Celles-ci y voient souvent un amoindrissement de leurs perspectives économiques, ce qui resserre la base électorale autour des classes moyennes supérieures urbaines et diplômées.

    L’écologie politique est étrangère depuis toujours à l’analyse marxiste des rapports sociaux de production, elle a toujours préféré voir le problème dans les habitudes de consommation. Un vieux contresens qui permet de justifier le seul désir de moraliser l’ordre social.

    Du côté « rouge », les projets de planification écologique et de taxation du capital remettent à juste titre en selle un Etat capable de discipliner les investisseurs. Mais cette stratégie a encore deux points aveugles : quelle intégration de la France à l’économie européenne et mondiale est-il possible d’envisager dans ce cadre ? Et comment concrètement rééquilibrer le sort des « gagnants » et des « perdants » de l’ordre néolibéral sur la base de cette bifurcation ?

    Le naze voit du rouge dans des « projets [capitalistes, donc dérisoires] de planification écologique et de taxation du capital »…

    La question de la transition écologique a pourtant très largement été renouvelée dans les derniers mois par le développement d’une stratégie industrielle agressive aux Etats-Unis. L’« Inflation Reduction Act » de l’administration Biden est une façon (imparfaite mais efficace) de trancher les dilemmes écologiques : il vise à substituer une infrastructure électrique à l’infrastructure fossile, pour préserver le way of life américain, soutenir l’emploi et replacer les Etats-Unis dans la compétition économique mondiale pour les nouvelles filières de transition (solaire, éolien, batteries, etc.).

    L’utopie selon le naze…

    Ce faisant, le Parti démocrate espère renouer avec la lower middle class qui l’avait abandonnée au profit du Parti républicain, et apparaître comme un leader mondial de la lutte contre le réchauffement climatique.

    Il y a bien le verbe « apparaître » ici, mais le naze, naturellement, croit à ce bullshit.

    Il n’est pas question de copier naïvement ce plan à l’échelle de la France ou de l’Europe. Mais sa logique sous-jacente, qui tient en trois points, mérite d’être considérée.

    Le capitalisme peut être agréable aux animaux, aux végétaux et à nous. À 3 conditions : [ne riez pas]

    D’abord, la réinvention de la productivité axée sur les secteurs d’emploi concernés par la transition énergétique.

    Je résume : de nouvelles subventions en milliards pour le patronat, mais au prétexte de la transition écologique.

    Ensuite, la conquête d’une autonomie stratégique sur ces secteurs clés dans le contexte d’une rivalité économique mondiale accrue et d’une dominance de la Chine.

    Le réformiste est toujours un nationaliste. Et au service de son propre impérialisme.

    Enfin, la formation d’une coalition d’intérêts susceptible de rassembler les différentes fractions de la classe moyenne et de briser les clivages de diplômes, de génération et d’implantation géographique entre villes et campagnes.

    [non, vous pouvez rire, en fait]

    En France et en Europe, chacun de ces trois éléments doit faire l’objet d’une adaptation aux conditions socio-économiques et écologiques locales. D’abord parce que notre économie est structurée par l’Etat social qui, en assurant des missions d’éducation, de formation professionnelle et de prévention sanitaire, est en position pour jouer un rôle clé dans la transition.

    Le naze, par définition, ne peut se prévaloir d’aucune analyse de classe de l’État. Incapable de voir en lui le bras armé de la classe possédante, il n’hésitera donc pas à en faire une solution possible :

    un arbitre du capital privé et une institution régalienne. [mais] aussi
    une structure d’orientation de la société, qui doit être mobilisée pour inventer un welfare vert, c’est-à-dire des services publics qui permettent de faire face collectivement au risque climatique.

    Ensuite…

    … parce que nous n’avons ni les moyens ni l’intérêt de construire une transition en nous contentant de substituer des machines électriques aux machines thermiques. Nous devons développer un usage avisé de l’innovation technologique pour qu’elle serve une véritable réorganisation de la ville, du système productif industriel et agricole, pour intégrer les limites planétaires à nos modes de vie. C’est-à-dire, une transition plus ambitieuse à la fois sur le plan écologique et social que celle engagée aux Etats-Unis [rire], par le biais d’un effort massif pour l’efficacité énergétique et la sobriété des schémas de consommation.

    Marx disait : « les vérités technologiques déjà acquises ne pourront entrer dans le domaine de la pratique que sous un régime communiste » (un régime débarrassé du capital et de l’exploitation). Le naze, lui, imagine un capitalisme vertueux et efficace animé par des consciences vertueuses. #hihan

    Enfin, nous devons nous appuyer sur les forces économiques et géopolitiques de l’Europe pour engager une transition à l’échelle pertinente, qui permettra de réaliser enfin le projet de sécurité collective et de paix porté par cette communauté.

    Delirium tremens

    Mais cette stratégie sociale, industrielle et géopolitique ne pourra véritablement émerger que si un ensemble d’acteurs dessine avec précision ses contours et l’impose dans le débat public. Il faudra en particulier que nos dilemmes socio-écologiques sur le nucléaire, l’ouverture des mines de lithium sur notre territoire, le pouvoir du lobby automobile, l’accompagnement des perdants de la transition vers de nouveaux emplois soient tranchés avec courage et résolution.

    Mais le naze ne sait pas que c’est le capital qui décide, en dernière instance.

    Il faut donc assumer que notre socle énergétique doit être principalement renouvelable et secondairement nucléaire, que nous devons renouer avec les activités extractives longtemps déléguées aux pays du Sud global pour des raisons d’intérêt économique et de solidarité internationale, et que l’Etat ne peut plus subventionner les énergies fossiles et doit utiliser cet argent pour soutenir la transition des mobilités individuelles et collectives.

    Le naze veut donc que le capital investisse dans l’extraction de terres rares et ouvrent de nouvelles mines.

    La gauche, en d’autres termes, doit devenir l’avant-garde d’une stratégie industrielle et sociale à même de forger un équivalent moderne du compromis fordiste et protecteur issu de la Seconde Guerre mondiale.

    Le naze a besoin de s’appuyer sur des mythes pour produites ses propres bullshits.

    Elle se doit de mettre un terme définitif à l’âge néolibéral.

    Mais certainement pas au capitalisme.

    Il ne suffit plus de se complaire dans un projet réservé à la bohème cycliste ou à l’invocation abstraite du peuple. La gauche doit indiquer avec clarté ce qu’elle offre aux travailleurs du soin, de l’éducation et surtout aux opérateurs les plus concrets de la transition que sont les ouvriers et les artisans de l’énergie, du bâtiment, de l’agriculture, des transports. Ceux et celles qui contribueront directement à la construction des infrastructures techniques de demain ne peuvent être laissés à l’écart dans la définition de la stratégie qui les fera advenir.

    Charbonnier : bon pour être ministre au gouvernement de la bourgeoisie ✅

    #réformisme #charlatan #marxisme #écologie

  • La mobilisation contre la réforme des retraites : enjeux et perspectives
    https://mensuel.lutte-ouvriere.org/2023/02/25/reforme-des-retraites-vers-un-reveil-de-la-combativite-ouvri

    En organisant et en encadrant la contestation, les chefs des confédérations syndicales, #Laurent_Berger en tête, sont dans leur rôle de «  lieutenants ouvriers de la classe capitaliste – pour reprendre la formule du militant socialiste américain Daniel de Leon reprise par Lénine dans La maladie infantile du communisme (le «  gauchisme  »)

    Laurent Berger ne s’est pas radicalisé, mais il a pris la mesure de l’opposition à cette réforme et se donne les moyens de l’encadrer, main dans la main avec les autres confédérations, et en premier lieu la #CGT

    Fort des antennes que lui donnent les 600 000 adhérents de la #CFDT et sa place de premier syndicat aux élections professionnelles, en particulier dans le privé et dans des entreprises moyennes, Berger a pu mesurer le rejet de cette loi qui va obliger des millions de travailleurs à se faire exploiter deux ans de plus, ou à rester plus longtemps au chômage et aux #minima_sociaux. Il sait qu’à la colère suscitée par cette attaque sur les #retraites s’ajoute la flambée des prix, qui plonge des millions de ménages dans l’angoisse de ne pouvoir se chauffer, ni mettre de l’essence dans sa voiture ni se loger ou se nourrir correctement.

    En répétant «  La mobilisation est à l’image de la CFDT  », il tire certes la couverture à lui et passe sous silence que l’immense majorité des manifestants ne sont ni syndiqués ni attirés par les cortèges de la CFDT. Mais il exprime une réalité  : un nombre important de manifestants et de grévistes viennent d’entreprises petites ou moyennes, des milieux employés, techniciens, agents de maîtrise ou cadres, qui participent rarement aux journées nationales de grève. Dans les grandes entreprises où des syndicats pro-patronaux sont majoritaires, et pour lesquels appeler à la grève est un quasi-sacrilège, comme chez #Airbus, #Stellantis ou #Toyota, ces syndicats se sont sentis obligés d’appeler aux manifestations et y ont amené de nombreux travailleurs. Même des travailleurs habituellement peu combatifs refusent l’idée de travailler deux ans de plus. Beaucoup sont révoltés par le fait qu’on va leur imposer, à eux qui créent toutes les richesses, de nouveaux sacrifices, alors que l’argent de l’État coule à flots pour arroser le #grand_capital.

    L’#intersyndicale peut d’autant plus garder le contrôle de la mobilisation que celle-ci n’est pas explosive.

    Si les chiffres des #manifestants et des salariés qui débrayent sont élevés, atteignant ceux des meilleures journées de 2010 ou de certaines manifestations de 1995, aucun secteur, pas plus les #cheminots que les #raffineurs, les travailleurs de l’énergie que ceux des services publics, n’est encore parti en grève à la suite des journées réussies. Les arguments sur le coût de la #grève pour les #grévistes, largement relayés par les chefs syndicaux pour justifier leur calendrier, indiquent surtout les hésitations de bien des travailleurs à engager un combat qu’ils savent difficile.

    La mobilisation n’est pas explosive, mais cela peut changer :

    Un mouvement de masse a sa propre dynamique. Après des années de reculs, de précarisation, de perte de confiance dans leur force collective et même de la conscience d’appartenir à une même classe sociale, les travailleurs partent de loin. La réussite des cinq journées de mobilisation a déjà permis à ceux qui y ont participé de prendre conscience qu’ils n’étaient pas tout seuls. Se retrouver à des milliers dans des petites villes, à des dizaines de milliers dans les plus grandes, à un ou deux millions dans tout le pays, permet de sentir qu’on appartient à une force collective qui se voit, qui agit, qui proteste. L’appel de l’inter­syndicale à faire du 7 mars une journée de grève générale massive, «  une France à l’arrêt  », les appels de plusieurs #syndicats, dans plusieurs secteurs, comme la #RATP, l’#énergie, la #chimie, à partir en grève reconductible à partir du 7 mars, donneront peut-être l’impulsion et la confiance en eux à un nombre significatif de travailleurs pour entrer réellement dans la lutte.

    Il faudra que la mobilisation s’étende et s’approfondisse dans les entreprises du privé, et notamment dans les bastions que sont
    les grandes entreprises.

    Instaurer un rapport de force favorable aux travailleurs, ce n’est certainement pas organiser «  le #blocage du pays  », selon le vocabulaire sciemment trompeur des journalistes, des dirigeants politiques ou syndicaux, qu’ils en soient partisans ou adversaires.

    La force des travailleurs, c’est qu’ils font tout fonctionner. S’ils se mettent massivement en grève, tout s’arrête, car ils sont irremplaçables. Mieux encore, ils ont la capacité de tout faire fonctionner selon leurs propres priorités, s’ils prennent le contrôle des moyens de production et de transport. Ils peuvent par exemple couper le courant aux propriétés de #Bernard_Arnault ou à une usine d’armement, et le rétablir à des familles qui ne peuvent plus payer leurs factures. Dans la lutte en cours, ce qui pourrait faire reculer Macron, c’est la crainte que la mobilisation affecte la pompe à profits, et que le grand patronat craigne que les travailleurs ne s’arrêtent pas à la seule question des retraites mais présentent la liste de toutes leurs doléances. Face à une telle menace, face au risque de développement d’une grève générale, c’est le Medef qui ordonnera à Macron de remballer sa réforme sans délai.

    Si le mouvement prenait cette orientation et cette ampleur, on verrait les confédérations syndicales, et pas seulement celles dites réformistes comme la CFDT, mettre tout leur poids pour l’arrêter et le canaliser vers des voies de garage, comme elles l’ont fait moult fois dans le passé.

    C’est pourquoi la tâche actuelle des militants révolutionnaires est de politiser le maximum de travailleurs, d’élever leur niveau de conscience, en profitant du climat engendré par la mobilisation contre les retraites, pour préparer l’avenir.

    Il faut multiplier les discussions, sous toutes les formes, sur tous les sujets qui concernent le sort et l’avenir de notre classe.

    Cela commence par comprendre que Macron n’est qu’un serviteur politique de la bourgeoisie, un exécutant remplaçable de ses intérêts généraux immédiats ou plus lointains . Dans cette période de crise économique générale, où la rivalité entre les grands groupes internationaux pour se partager la plus-value, accéder aux marchés, à l’énergie, aux matières premières, fait rage, la feuille de route de tous les gouvernements bourgeois, dans tous les pays, est simple  : réduire au maximum la part de richesses qui revient aux classes populaires, sous toutes les formes, pour augmenter la part versée directement aux capitalistes.

    Le grand patronat se moque de savoir comment les politiciens s’y prennent pour exécuter ce programme, s’ils choisissent de tailler davantage dans les retraites que dans le budget des écoles ou des hôpitaux.

    Mais ils veulent que la saignée se fasse sans crise sociale. Si un mouvement de grève contagieuse éclate, le patronat demandera à son fondé de pouvoir à l’Élysée de remballer sa loi. Mais ce sera pour repartir à l’attaque, plus tard, dès qu’ils le pourra. Pour en finir aussi bien avec la #pauvreté, le #chômage, les bas #salaires qu’avec les menaces guerrières et les guerres réelles, il faudra tôt ou tard engager le combat à un niveau supérieur, pour contester la direction de la société à la classe capitaliste, et il faut s’y préparer dès maintenant.

    Ce n’est évidemment pas la perspective proposée par les partis représentés au #Parlement. Ces partis aspirent à remplacer au pouvoir Macron et sa bande et présentent la #réforme_des_retraites comme un simple choix idéologique de #Macron.

    Le spectacle puéril donné pendant quinze jours par les députés lors de l’examen du projet de loi a été une leçon de choses sur l’impuissance et la #fatuité des parlementaires et, pour reprendre l’expression de #Marx et de #Lénine, leur crétinisme. Du côté des partisans de la réforme, ceux de LR ont marchandé ligne par ligne leur soutien aux #macronistes qui, pour leur part, n’ont cessé de mentir et d’afficher leur mépris social. Du côté des opposants déclarés, ceux du #RN, qui se prétendent opposés à la #réforme, se sont contentés de déposer une motion de censure symbolique, tout en se démarquant des manifestations et plus encore des grèves. Ils font le grand écart entre la fraction ouvrière de leur électorat, hostile à cette réforme, et leurs électeurs proches des milieux patronaux, qui haïssent la grève. Ceux de la #Nupes, et particulièrement de #LFI, ont déposé près de 20 000 amendements, pour organiser un jeu d’obstruction dans lequel chaque député a tenté de capter la lumière. Ils ont affiché leur rivalité avec les confédérations syndicales pour prendre la direction de la contestation, déclenchant tour à tour l’agacement de Berger («  spectacle honteux et désolant à l’Assemblée  ») puis de #Martinez («  LFI veut s’approprier le #mouvement_social et faire passer les syndicats au second plan  »).

    Les #chefs_syndicaux et les #députés de gauche jouent chacun sa partition mais ils sont tous, chacun dans son registre, des défenseurs de l’ordre social.

    Les travailleurs doivent se méfier des uns et des autres. Si un mouvement de grève sérieux démarre après le 7 mars, il faudra que les grévistes contrôlent collectivement le mouvement, par l’intermédiaire des assemblées générales de grévistes et par des comités de grève élus démocratiquement. C’est aux travailleurs mobilisés et à eux seuls de décider comment la lutte peut aller jusqu’au bout de ses possibilités. Et si le mouvement de grève, celui-là ou un prochain, se transformait en une contestation politique plus profonde, comme en 1936, il faudrait que les comités de grève se transforment en conseils ouvriers, organes du pouvoir des travailleurs. Si une telle perspective n’est pas aujourd’hui à l’ordre du jour, préparer l’avenir, c’est en discuter le plus largement possible avec le maximum de #travailleurs. Cela peut contribuer à approfondir la conscience de classe d’un nombre plus grand de travailleurs, afin que le réveil de la #combativité s’accompagne d’une prise de conscience politique et renforce le courant révolutionnaire au sein de la #classe_ouvrière.

    #capitalisme #réformisme #communisme_révolutionnaire #inflation

  • Le prolétariat international, la seule classe capable de mettre fin au capitalisme et à l’exploitation !

    #archiveLO #conférenceLO (Cercle Léon Trotsky du 4 mars 2011)

    https://www.lutte-ouvriere.org/documents/archives/cercle-leon-trotsky/article/le-proletariat-international-la-14434

    Sommaire :

    Du #socialisme_utopique aux premières luttes

    1848 : Le Manifeste Communiste...
    – Le prolétarait considéré comme une classe révolutionnaire
    – La #plus-value
    – La nécessité du parti

    ... et la révolution !

    La construction des partis ouvriers
    – Bataille d’idées

    1871 : la Commune de Paris

    De l’apogée de la social-démocratie à sa trahison
    – Développement de la social-démocratie et du prolétariat
    – L’illusion réformiste

    La #révolution_russe de #1917

    Le stalinisme, ennemi du mouvement ouvrier
    – Un courant contre-révolutionnaire
    – Des situations révolutionnaires trahies par le #stalinisme

    Les #révolutions_anticoloniales : une occasion perdue

    La trahison de l’#intelligentsia

    Le prolétariat, classe majoritaire sur la planète

    La classe ouvrière dans les pays du Tiers monde
    – Des zones franches aux usines géantes d’Asie
    – La responsabilité de l’#impérialisme

    Le #prolétariat des pays riches
    – La classe ouvrière industrielle
    – Les #employés, partie intégrante du prolétariat

    Une seule #classe_ouvrière mondiale

    #manifeste_duParti_communiste #nationalisme #indépendance #réformisme #marxisme #parti_révolutionnaire #Karl_marx #Friedrich_Engels #marx #engels #Lénine #trotsky #trotskisme #léninisme

  • Comment réussir sa grève de la performance ? – Sabotage au travail (1/2)
    https://www.frustrationmagazine.fr/sabotage-performance

    Depuis quelques mois, les grands médias s’emballent autour d’une tendance selon eux inquiétante et dangereuse : le « quiet quitting », ou « démission silencieuse », se serait emparé de nombre de travailleurs dans le monde, qui s’impliqueraient moins dans leur travail voire, comble de l’horreur, s’en tiendraient strictement aux horaires définis sur leur contrat […]

    • Emile Pouget était un secrétaire général de la CGT au début du siècle passé. À l’époque, la CGT avait une orientation anarcho-syndicaliste : elle prônait la grève comme moyen d’instaurer un rapport de force avec le patronat pour obtenir une amélioration de la condition des travailleurs, comme la journée de 8 h, mais aussi pour aller vers une révolution sociale. Mais la grève n’était pas le seul mode d’action encouragé par la CGT. Le sabotage en faisait également partie.


      Comme le montre Victor Cachard dans son Histoire du sabotage, l’imaginaire actuel du sabotage repose davantage sur son usage militaire, notamment durant la résistance aux nazis. Quand on pense sabotage, on pense destruction de voie de chemin de fer, explosion de bombes, etc. Mais à l’origine, le terme avait une signification plus accessible à n’importe quel travailleur : il s’agissait de travailler plus lentement, de ralentir le rythme, de ne faire que le nécessaire. Mais cela pouvait aller plus loin : Émile Pouget évoque plusieurs exemples de travailleurs qui ont enrayé la production en détournant ou abîmant leurs outils : les coiffeurs de Paris, entre 1903 et 1906, ont mis en œuvre des campagnes de “badigeonnage” des boutiques, c’est-à-dire de dépôt d’un shampoing amélioré par leurs soins (avec des œufs) sur les devantures, pour finir par obtenir un jour de fermeture et de repos hebdomadaire. Ou encore les boulangers dont l’un des modes d’action était de s’en prendre aux pétrins ou bien de réaliser du pain dur et immangeable… 


      Pour Pouget, le sabotage consistait ni plus ni moins à affirmer une morale de classe : ne pas se tuer à la tâche pour un patron, ne pas se laisser exploiter en faisant le dos rond, ne pas travailler plus que ce pour quoi je suis payé. Pour Pouget, la morale du travail “est à l’usage exclusif des prolétaires, les riches qui la prônent n’ayant garde de s’y soumettre : l’oisiveté n’est vice que chez les pauvres. C’est au nom de cette morale spéciale que les ouvriers doivent trimer dur et sans rêve au profit de leurs patrons et que tout relâchement de leur part, dans l’effort de production, tout ce qui tend à réduire le bénéfice escompté par l’employeur, est qualifié d’action immorale.” Saboter, c’est-à-dire au moins traîner des pieds au travail, au mieux empêcher la production en s’en prenant aux outils et à la bonne organisation du travail, est une façon de contrecarrer cette morale de classe, pour en affirmer une autre : ne pas être soumis au patronat et faire du zèle.

      Or, le sabotage au sens le plus ordinaire du terme, c’est-à-dire ne pas surtravailler, est terriblement d’actualité. En effet, la morale dénoncée par Pouget il y a plus d’un siècle s’est imposée dans toutes les entreprises et imprègne notre société. Les récents débats sur la “valeur travail”, invoquée à droite comme à gauche, le montrent, mais pas seulement : dans nombre d’organisations, le surtravail fait partie du fonctionnement normal de la structure. Le zèle n’est pas un petit plus, c’est une exigence de base que les employeurs formulent et contrôlent. De nombreuses stratégies managériales existent pour obtenir des salariés qu’ils donnent le maximum, bien au-delà de ce qui est écrit sur leur contrat de travail. La fixation d’objectif, par exemple, se fait de plus en plus à l’excès. Pour obtenir une prime, il faut désormais “sur-performer”, c’est-à-dire dépasser à la fois ses collègues et ses résultats précédents...

    • Sur la question du sabotage, le mouvement ouvrier a heureusement évolué.

      Quant à la question « morale », le texte rédigé par #Griffuelhes et #Pouget, connu sous le nom de #Charte_d'Amiens, la dépasse, n’opposant pas l’action syndicale à l’action politique — comme le prétendront des décennies plus tard nombre de dirigeants syndicalistes pour justifier leur volonté de réduire la lutte des travailleurs à des revendications tolérables par la bourgeoisie. Cette charte était une véritable proclamation révolutionnaire :

      [...] Dans l’œuvre revendicatrice quotidienne, le syndicalisme poursuit la coordination des efforts ouvriers, l’accroissement du mieux-être des travailleurs par la réalisation d’améliorations immédiates, telles que la diminution des heures de travail, l’augmentation des salaires, etc.

      Mais cette besogne n’est qu’un côté de l’œuvre du syndicalisme ; il prépare l’émancipation intégrale, qui ne peut se réaliser que par l’expropriation capitaliste ; il préconise comme moyen d’action la grève générale et il considère que le syndicat, aujourd’hui groupement de résistance, sera dans l’avenir le groupement de production et de répartition, base de réorganisation sociale. [...]

      #CGT

    • @recriweb

      Concernant la « charte d’Amiens », je me permets de proposer la version complète (qui assez courte) :

      La CGT groupe, en dehors de toute école politique, tous les travailleurs conscients de la lutte à mener pour la disparition du salariat et du patronat.

      Le Congrès considère que cette déclaration est une reconnaissance de la lutte de classe, qui oppose sur le terrain économique les travailleurs en révolte contre toutes les formes d’exploitation et d’oppression, tant matérielles que morales, mises en œuvre par la classe capitaliste contre la classe ouvrière. Le Congrès précise, par les points suivants, cette affirmation théorique : dans l’œuvre revendicatrice quotidienne, le syndicalisme poursuit la coordination des efforts ouvriers, l’accroissement du mieux-être des travailleurs par la réalisation d’améliorations immédiates, telles que la diminution des heures de travail, l’augmentation des salaires, etc. Mais cette besogne n’est qu’un côté de l’œuvre du syndicalisme : d’une part il prépare l’émancipation intégrale, qui ne peut se réaliser que par l’expropriation capitaliste, et d’autre part, il préconise comme moyen d’action la grève générale et il considère que le syndicat, aujourd’hui groupement de résistance, sera, dans l’avenir, le groupe de production et de répartition, base de réorganisation sociale.

      Le Congrès déclare que cette double besogne, quotidienne et d’avenir, découle de la situation des salariés qui pèse sur la classe ouvrière et qui fait, à tous les travailleurs, quelles que soient leurs opinions ou leurs tendances politiques ou philosophiques, un devoir d’appartenir au groupement essentiel qu’est le syndicat.

      Comme conséquence, en ce qui concerne les individus, le Congrès affirme l’entière liberté pour le syndiqué, de participer, en dehors du groupement corporatif, à telles formes de lutte correspondant à sa conception philosophique ou politique, se bornant à lui demander, en réciprocité, de ne pas introduire dans le syndicat les opinions qu’il professe au dehors. En ce qui concerne les organisations, le Congrès déclare qu’afin que le syndicalisme atteigne son maximum d’effet, l’action économique doit s’exercer directement contre le patronat, les organisations confédérées n’ayant pas, en tant que groupements syndicaux, à se préoccuper des partis et des sectes qui, en dehors et à côté, peuvent poursuivre en toute liberté la transformation sociale.

      Pour moi donc, ce texte s’organise sur trois axes indissociables, que je reformule ainsi :

      1) L’objectif révolutionnaire : l’affirmation comme objectif de « la disparition du salariat et du patronat » et la reconnaissance de la lutte de classe permettant aux travailleurs de combattre toutes les formes d’exploitation et d’oppression de la classe capitaliste. « L’émancipation intégrale [...] ne peut se réaliser que par l’expropriation capitaliste ».

      2) La « double besogne » , consistant à théoriser l’action syndicaliste au travers de l’articulation entre les revendications immédiates et « l’émancipation intégrale », notamment par la grève générale. Le type d’organisation spécifique permettant d’atteindre ce but – le syndicat – représente « la base de réorganisation sociale », autrement dit, une sorte de préfiguration de la société à construire.

      3) Le syndicat n’est pas la courroie de transmission d’un parti politique (pour le dire avec les mots d’aujourd’hui). Le syndicat regroupe tous les travailleurs, sans aucune discrimination philosophique, politique ou religieuse. « En réciprocité, [il est demandé au syndicaliste] de ne pas introduire dans le syndicat les opinions qu’il professe au dehors. [...] les organisations confédérées n’ayant pas, en tant que groupements syndicaux, à se préoccuper des partis et des sectes qui, en dehors et à côté, peuvent poursuivre en toute liberté la transformation sociale. »

      Il m’est souvent arrivé de constater que la « charte d’Amiens » est utilisée ou citée sans prendre en compte la totalité des arguments. Ainsi, on peut reconstruire le sens de ce texte, en prenant tel ou tel morceau et faire valoir un point de vue qui ne correspond pas toujours aux intentions d’origine. En dépit de ces diverses déformations, la « charte d’Amiens » est souvent dotée d’une valeur quasi biblique. Un comble.

      Le caractère aggravant à ces "mutilations" d’un texte, pourtant très court, vient du fait que certains mots n’ont plus le même sens aujourd’hui qu’à l’époque de la charte d’Amiens. Plus exactement, parce que le sens des mots, tels que « politiques » ou « lutte économique », ne sont plus exactement les mêmes, il faudrait éviter d’employer ces termes sans les expliciter et les contextualiser.

      Voyons rapidement les principales omissions opérées sur la charte d’Amiens. J’en ai repéré trois :

      Première omission : le contenu révolutionnaire. Les réformistes d’aujourd’hui ne reprendront, effectivement que le contenu « apolitique » du texte (indépendance des syndicats vis à vis des partis) et, associé à cette mise en exergue décontextualisée, ils évacueront complètement le contenu révolutionnaire. Beaucoup de confédérations syndicales tiennent cette ligne.

      Il me semble évident que, s’ils professaient la plus vive méfiance quant aux risques d’inféodation et de noyautage des syndicats par les partis socialistes (comme cela se faisait dans d’autres pays), les syndicalistes révolutionnaires français de 1906 se donnaient clairement un but « politique », tel qu’on l’entend aujourd’hui : renverser l’exploitation capitaliste. Sur ce point, je pense que nous serons d’accord, @recriweb.

      Au moment de la charte d’Amiens, pourtant, les syndicalistes révolutionnaires n’auraient jamais utilisé le mot « politique » pour exprimer leur objectif révolutionnaire : à l’époque (comme, au moment de la première internationale) le mot « politique » faisait essentiellement référence au parlementarisme.

      On remarque, d’ailleurs, le terme « lutte économique », employé au début du texte qui désigne les termes de la lutte de classes.

      Aujourd’hui, le mot « politique », dans son acception révolutionnaire, est réhabilité par beaucoup de libertaires et par la gauche extraparlementaire (terme, là aussi, utilisé depuis la dépréciation de l’expression "antiparlementaire", employée pourtant par les anarchistes du 19e puis par l’extrême droite).

      On pense au « tout est politique » soixante-huitard. On utilisera, par exemple, l’expression « le » politique (révolutionnaire) au lieu de « la » politique (réformiste). Donc le fait d’évoquer « l’apolitisme » de la charte d’Amiens en 2022 sans apporter ces précisions conduit aux plus grandes confusions.

      Il est évident que, par exemple, la lutte sur les retraites est une lutte politique mais cela ne signifie pas - en tout cas, selon moi - qu’elle doit conduire à un « débouché politique » (terme souvent utilisé) qui serait nécessairement l’élection d’un président ou de députés. Le syndicaliste est conduit en permanence à proposer ces explications pour essayer de clarifier les choses : combattre « l’apolitisme », au sens de combattre l’idée selon la quelle « il ne faudrait pas faire de politique » et combattre la récupération politicienne et partidaire.

      Deuxième omission : indépendance vis à vis des partis. Beaucoup de membres de partis politiques (PCF et extrême gauche, rencontrés à la CGT d’aujourd’hui) auront, quant à eux, tendance aujourd’hui à évacuer de la charte d’Amiens sa dimension clairement « apolitique », au sens où on employait ce mot à l’époque, c’est à dire, pour marquer l’opposition au parlementarisme et au noyautage des syndicats par les partis socialistes.

      Je pense que la notion « d’action directe », théorisée à cette époque, renvoyait directement à cette volonté de construire, par le syndicat, les propres modalités d’organisation de la classe ouvrière contre l’État et les capitalistes, de façon totalement indépendante des partis politiques ; ces derniers étant considérés par nos cégétistes de la belle époque, comme tout juste bons à prendre les rênes du pouvoir d’État et ne rien changer à l’exploitation capitaliste.

      Je me permets de te faire remarquer que, dans ton résumé, cet aspect « apolitique » de la Charte d’Amiens – l’indépendance vis à vis des partis – n’y figure pas. Probablement un oubli. Voilà pourquoi il me semblait important de mettre le texte en entier.

      Troisième omission : l’organisation syndicale, préfiguration de la société à construire. Enfin, la plupart du temps, qu’ils soient réformistes ou membres de partis politiques révolutionnaires, très peu de ces personnes évoquent ce point théorique du syndicalisme révolutionnaire - importante (à mes yeux) - que j’ai indiqué à la fin du 2e point : « le syndicat, aujourd’hui groupement de résistance, sera, dans l’avenir, le groupe de production et de répartition, base de réorganisation sociale ». Pour le dire autrement, le syndicat est considéré comme la préfiguration de l’organisation sociale, débarrassée du capitalisme et sans État, à construire immédiatement.

      Je tiens à repréciser que je ne considère pas que la charte d’Amiens doive être prise, tel un texte sacré, comme une référence absolue. Elle ne correspond pas d’ailleurs totalement à ma vision politique ou sociale.

      La charte d’Amiens est une référence théorique incontournable qui a marqué l’histoire du mouvement social mais elle ne doit pas être considéré autrement qu’un moment de construction de cette histoire. Elle est datée. Ce n’est pas une fin en soi. J’ai la plus grande sympathie pour ces militants ouvriers qui ont essayé de construire de façon empirique et par eux-mêmes une organisation révolutionnaire, au lendemain de la période des attentats mais, malheureusement, si la CGT avait été réellement syndicaliste révolutionnaire elle n’aurait jamais pu être « décapitée » par Clemenceau en 1908 et anéantie par les terrifiants retournements de veste des plus ardents révolutionnaires dans l’union sacrée de 1914.

      Je n’évoquerai pas ici la question du sabotage qui me semble essentielle sur le plan théorique et politique. Là aussi, cela demanderait de contextualiser le sens que donnait Pouget, par exemple, à ce mot (qui, de mon point de vue, est en fait assez proche de celui de la grève). Ce n’est plus le même sens qu’on donne au mot « sabotage » aujourd’hui ; ce dernier me semblant tout à fait intéressant, néanmoins. Peut-être qu’une autre fois il sera possible d’échanger ici sur ce thème.

      https://fr.wikipedia.org/wiki/Charte_d%27Amiens

    • Merci à toi pour ton post très précis.

      Oui, la question du sabotage, on pourrait en rediscuter. Il me semble que l’histoire du #mouvement_ouvrier a tranché, mais ses acquis théoriques ne percolent malheureusement plus dans les consciences...

      Sur l’"apolitisme", je me permets de « préciser » ces 2 références :)

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      1906-2006 : cent ans après la Charte d’Amiens - Le combat pour enraciner la conscience de classe dans le monde ouvrier
      https://mensuel.lutte-ouvriere.org/documents/archives/la-revue-lutte-de-classe/serie-actuelle-1993/1906-2006-cent-ans-apres-la-charte
      – Pour gagner l’avant-garde ouvrière aux idées révolutionnaires
      – Le #syndicat comme outil pour développer la conscience de la classe ouvrière
      – Les dérives du socialisme officiel
      – la charte d’Amiens : garantir l’ancrage révolutionnaire de l’avant-garde ouvrière face au #réformisme et au #corporatisme
      – Force et limites du #syndicalisme_révolutionnaire

      –-------------------

      Ce commentaire de #Trotsky dans un courrier à #Pierre_Monatte (13 juillet 1921) :

      [...] La charte d’Amiens constitue la pratique officielle du syndicalisme révolutionnaire.

      Pour formuler le plus nettement possible ma pensée, je dirai qu’invoquer la #charte_d'Amiens, ce n’est pas résoudre, c’est éluder la question. Il est évident pour tout communiste conscient que le syndicalisme français d’avant-guerre était une tendance révolutionnaire très importante et très profonde. La charte a été pour le mouvement prolétarien de classe un document très précieux, mais la valeur de ce document est historiquement limitée. Depuis, il y a eu la guerre, la Russie des Soviets s’est fondée, une immense vague révolutionnaire a passé sur toute l’Europe, la III° Internationale a grandi et s’est développée, les anciens syndicalistes et les anciens social-démocrates se sont divisés en trois tendances hostiles. De nouvelles questions immenses se sont posées devant nous... La charte d’Amiens ne contient pas de réponse. Quand je lis la Vie Ouvrière, je n’y trouve pas plus de réponse aux questions fondamentales de la lutte révolutionnaire. Est-il possible qu’en 1921 nous ayons à retourner aux positions de 1906 et à « reconstruire » le syndicalisme d’avant-guerre... Cette position est amorphe, elle est conservatrice, elle risque de devenir réactionnaire.

      Comment vous représentez-vous la direction du mouvement syndicaliste dès l’instant où vous aurez la majorité à la #CGT ? Les syndicats englobent des communistes affiliés au parti, des syndicalistes révolutionnaires, des anarchistes, des socialistes et de grandes masses de sans-parti. Naturellement, toute question d’action révolutionnaire doit être examinée par l’ensemble de l’appareil syndical qui englobe des centaines de milliers et de millions d’ouvriers. Mais qui dressera le bilan de l’expérience révolutionnaire, qui en fera l’analyse, qui en tirera la conclusion nécessaire, qui en formulera les propositions, devenant les mots d’ordre, les méthodes de combat, et qui les appliquera dans les larges masses ? En un mot, qui dirigera le mouvement ? Pensez-vous accomplir cette tâche en qualité de groupe de la Vie ouvrière ? En ce cas, on peut dire avec certitude que d’autres se formeront à côté de vous qui, au nom du syndicalisme révolutionnaire, contesteront votre droit de diriger le mouvement. Et enfin, quelle attitude aurez-vous à l’égard des nombreux communistes syndiqués ? Quels seront les rapports entre eux et votre groupement ? Il peut se faire que des communistes affiliés au parti soient en majorité à la tête d’un syndicat et que des syndicalistes révolutionnaires non affiliés au parti soient à la tête d’un autre. Les propositions et les mots d’ordre du groupe de la Vie ouvrière peuvent ne pas s’accorder avec les propositions et les mots d’ordre de l’organisation communiste. Ce danger est très réel, il peut devenir fatal et nous ramener, quelques mois après notre victoire, à un nouveau règne des Jouhaux, des Dumoulin et des Merrheim.

      Je connais bien l’aversion des milieux ouvriers français passés par l’école du syndicalisme anarchiste à l’égard du « parti » et de la « politique ». Je conviens volontiers qu’on ne peut heurter brusquement cet état d’esprit, que le passé suffit parfaitement à expliquer, mais qui est pour l’avenir extrêmement dangereux. En cette matière, je peux très bien admettre la transition graduelle de l’ancienne séparation à la fusion totale des syndicalistes révolutionnaires et des communistes en un seul parti, mais il faut nettement et fermement nous donner ce but. S’il y a encore dans le parti des tendances centristes, il y en a aussi dans l’opposition syndicale. L’épuration ultérieure des idées est nécessaire ici et là. Il ne s’agit pas de subordonner les syndicats au parti, mais d’unir les communistes révolutionnaires et les syndicalistes révolutionnaires dans les cadres d’un seul parti ; il s’agit d’un travail concerté, centralisé, de tous les membres de ce parti unifié, au sein des syndicats demeurés autonomes, une organisation indépendante du parti. Il s’agit pour l’avant-garde véritable du prolétariat français de former un tout cohérent en vue d’accomplir sa tâche historique essentielle : la conquête du pouvoir, et de poursuivre sous ce drapeau son action dans les syndicats, organisation fondamentale, décisive, de la classe ouvrière dans son ensemble.

      Il y a une certaine difficulté psychologique à franchir le seuil d’un parti après une longue action révolutionnaire en dehors d’un parti, mais c’est reculer devant la forme au plus grand dommage de la chose. Car, je l’affirme, tout votre travail antérieur n’a été qu’une préparation à la fondation du parti communiste, à la révolution prolétarienne. Le syndicalisme révolutionnaire d’avant-guerre était l’embryon du parti communiste. Retourner à l’embryon serait une monstrueuse régression. Au contraire, la participation active à la formation d’un parti communiste véritable suppose la continuation et le développement des meilleures traditions du syndicalisme français.

      Chacun de nous a dû, au cours de ces années, renoncer à une partie vieillie de son passé, pour sauver, pour développer et assurer la victoire des éléments du passé qui supportaient l’épreuve des événements. Ces sortes de révolutions intérieures ne sont pas faciles, mais on n’ acquiert qu a ce prix le droit de participer efficacement à la révolution ouvrière.

      Cher ami, je crois que le moment présent décidera pour longtemps des destinées du syndicalisme français, du sort de la révolution française. Dans les décisions à prendre, un rôle important vous incombe. Vous porteriez un coup bien cruel au mouvement dont vous êtes l’un des meilleurs militants si, maintenant qu’il faut un choix définitif, vous tourniez le dos au parti communiste, mais je suis convaincu qu’il n’en sera pas ainsi.

      Je vous serre bien cordialement la main et suis votre dévoué.

      #anarchisme #communisme #socialisme #Léon_Trotsky #parti_révolutionnaire #marxisme #militantisme #communisme_révolutionnaire

    • Vous savez pourquoi les Bouches-du-Rhône sont le seul département où il n’y a pas eu de réquisition pendant la grève des raffineurs ?
      C’est simple 🔥✊ :

      Déclaration d’Olivier Mateu de la CGT Bouches-du-Rhône : "On a fait un truc très simple, on est allé voir le préfet. On lui a dit « A la première réquisition : c’est la guerre. [...] Jusqu’au dernier CGTiste, vous devrez nous crever. »

      La vidéo est ici : https://twitter.com/realmarcel1/status/1631008648506777601?cxt=HHwWgoCx_a3uwKItAAAA
      #greve7mars #Blocage7mars #ReformeDesRetraites

    • @marielle en d’autres termes : « comment menacer de leur péter les dents pour ne pas se faire bouffer. »

      Effectivement, je suis convaincu que c’est l’attitude à prendre en ce moment pour se faire respecter et, au-delà pour construire un rapport de force plus offensif de remise en cause du capitalisme, qui serait à la hauteur de la situation.

      Plus concrètement le mot d’ordre de blocage est aujourd’hui à l’ordre du jour dans la confrontation avec l’État sur les retraites et plus il y aura de monde – notamment sur les secteurs stratégiques lés à la circulation des flux marchands, tels que les carburants – plus on sera en mesure de les faire plier. Attention, toutefois à ne pas tomber dans l’erreur de « la grève par délégation » des dits secteurs stratégiques car, dans ce cas c’est plantage assuré.

      Bon, sinon, faut reconnaître qu’il y a quand même une tonalité viriliste (ou macho, comme on disait dans les années 70) dans l’attitude bravache du camarade mais d’un autre côté il est probablement difficile de montrer de la fermeté (du « tempérament » comme on disait aux siècles passés) sans avoir recours à ce type de postures stéréotypées.

      @recriweb Je souscris à nombre de points développés dans tes textes, à l’exception de la question centrale du parti, qui vient, notamment dans celui de Trotsky, comme point d’aboutissement de l’analyse.

      Le mot « parti » pris au sens d’une organisation politique structurée, telle que le parti Bolchevik (pour faire simple), correspond à une vision de l’action politique et de l’organisation sociale qui n’est absolument pas la mienne et dans laquelle je ne me suis jamais inscrit. J’y suis totalement réfractaire. Désolé. Et pourtant je n’ai fait que côtoyer dans diverses pratiques sociales ou militantes d’ardents partisans de cette conception du parti politique, quelle que soit leur tendance. Je les ai côtoyé même plus que des camarades libertaires qui partageraient davantage ma vision politique.

      Je te le dis en toute franchise et de façon dépassionnée : il faut admettre qu’il puisse y avoir ce type de désaccord – quelle que soit l’importance qu’on accorde à ces désaccords – et ce n’est pas dans un espace de partage sur le web, tel que ce très sympathique seenthis, qu’on parviendra à les « régler », si tant est que cela soit possible. En tous cas, je ne me sens pas la capacité de m’engager sur ce terrain et, même, je n’y vois pas beaucoup d’intérêt à s’y essayer.

      Je me permettrais juste de suggérer que le mot « parti », lui aussi, nécessite quelques précisions quant au sens qu’on lui donne.

      Pour revenir à notre précédent échange, Émile Pouget a écrit des textes, dans sa période syndicaliste révolutionnaire, sur le « parti du travail ». Je pense que le mot parti, dans ce cas, est une expression dont le sens est assez proche de celle qu’on retrouve dans le « Manifeste du parti communiste » ou même dans votre « camp des travailleurs » (mais peut-être que je me trompe).

      Le mot « parti » doit alors être pris au sens de « partisan de » et dans ce cas, moi aussi, je suis partisan d’un rapport de force social contre le capitalisme et contre l’État (pour faire simple) et pour cela, il faudra nécessairement un mouvement de masse, avec plein de gens dont je ne partage pas nécessairement les options politiques, philosophiques, religieuses, etc.

      Dans mes pratiques militantes, même si ce n’est pas un mystère, je ne suis quasiment jamais conduit à énoncer ce que serait ma vison politique (les buts et les moyens, etc.) sauf après une manif, autour d’une bouteille mais, dans ce cas, il m’est arrivé de constater que même les plus farouches staliniens se décrivent comme d’authentiques anarchistes.

  • Les comités d’entreprise, organismes de collaboration de classe
    | #archiveLO (23 février 1971)

    Comment sont nés les C.E.
    – La collaboration de classe
    – L’aménagement de la misère
    – Tout avantage pour le patronat
    – Les révolutionnaires doivent-il ounon être présents dans les CE ?

    Les appareils syndicaux, et la gestion des oeuvres sociales
    – Une base sociale pour les bureaucrates...
    – ... et un cul de sac pour les militants ouvriers

    #comité_d'entreprise #collaboration_de_classe #syndicats #syndicalisme #réformisme #bureaucratie #lutte_de_classe #classe_ouvrière

  • La crise actuelle de l’économie capitaliste et ses origines

    #conférenceLO #archiveLO (22 février 2013)

    https://www.lutte-ouvriere.org/documents/archives/cercle-leon-trotsky/article/la-crise-actuelle-de-l-economie

    Sommaire :

    Introduction

    Les crises du capitalisme : de la période de la « #libre_concurrence » à celle de la domination des monopoles
    – Crises et expansions : le mode de fonctionnement du #capitalisme
    – La domination des #monopoles et l’impérialisme
    – D’une guerre mondiale à l’autre : la première période de convulsions de l’#impérialisme

    L’économie capitaliste depuis la fin de la Seconde Guerre mondiale aux années 1970 : de la reconstruction à la #financiarisation
    – La béquille des États pour reconstruire l’économie
    – Le tournant des années 1970
    – La #crise_de_1974 et l’intervention des États

    D’une crise à l’autre, le capitalisme financier toujours plus parasitaire
    – Ces capitaux qui cherchent à s’investir partout sauf dans la production
    – Le règne de la spéculation
    – Une #économie de crédits et d’endettements fondée sur le socle de l’endettement des États

    La crise de 2008 et ses conséquences
    – De la #spéculation sur l’#immobilier aux #États-Unis à la crise de l’euro
    – Les contradictions de la situation économique actuelle

    #marxisme #crise_économique #concentration_du_capital #trotsky #Rosa_Luxemburg #réformisme #révolution_prolétarienne #révolution_sociale #réformisme #chômage

  • Scission du NPA  : les conséquences de l’opportunisme
    https://mensuel.lutte-ouvriere.org//2023/01/23/scission-du-npa-les-consequences-de-lopportunisme_472797.htm

    Le #Nouveau_parti_anticapitaliste a tenu son cinquième congrès les 9, 10 et 11 décembre 2022. Près de quatorze ans après sa fondation, le NPA en est sorti scindé en deux groupes principaux. Tous deux en revendiquent l’héritage et affirment incarner la continuité du projet politique de départ...

    – «  Perdre en substance pour gagner en surface  »
    – S’adresser à la gauche réformiste pour finalement la rejoindre
    – Deux #NPA concurrents  ?
    – Reconstruire une direction révolutionnaire

    #réformisme #renoncement