• 21\1\26 Intervista #the_provincials !
    https://radioblackout.org/podcast/21126-intervista-the-provincials

    Puntata gourmet,come al solito,con noi al telefono dalla ridente Salerno intervistiamo Rosario, mente, cuore e fegato dei The Provincials! Preparatevi per immergervi in un mondo di rock barocco, garagepunk, prog, e melodie sixties\seventies col piglio nineties e chit e muort!

    #punk ? #rock_tarocco
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/01/26-the-provincials.mp3

    • On April 13, 2019, Patti Smith + Stewart Copeland (on percussion) joined Choir! Choir! Choir! at Onassis Festival 2019: Democracy Is Coming, co-presented by The Public Theatre and Onassis USA. Together, we sang Patti Smith’s anthem “People Have The Power” with a sold-out crowd and Stewart Copeland played percussion, specially a Brazilian samba frying pan!

      What happened was pure magic and we’re still pinching ourselves. A special thanks to everyone who helped to make this moment happen. Enjoy! #UseYourVoice

      https://www.youtube.com/watch?v=y6Wz3i_BYUc

  • Rocksteady (1966-1968) : avènement d’une soul jamaïcaine sur l’île au trésor.

    https://lhistgeobox.blogspot.com/2026/01/rocksteady-1966-1968-avenement-dune.html

    "A compter de 1966, le nouveau beat s’impose partout, ce qui convainc les propriétaires des sound systems de se procurer des enregistrements auprès des producteurs ou productrice jamaïcain(e)s. Ils ou elle se nomment Sonia Pottinger, Coxsone Dodd, Joe Gibbs ou Bunny Lee, mais le roi du genre reste Duke Reid. Cet ancien policier s’est reconverti dans la vente d’alcool qu’il écoule par l’intermédiaire de son sound system. Pour continuer à attirer les danseurs (et buveurs), il décide de se lancer dans la production de disques. Ainsi, il installe un studio d’enregistrement au dessus de son liquor store, au 33 Bond Street. Il embauche des musiciens permanents de très grande qualité à l’instar du guitariste Lynn Taitt ou du saxophoniste Tommy McCook, respectivement à la tête des Jetts et des Supersonics. Au sein de cette formation, l’organiste Winston Wright impose sa griffe. Reid fonde aussi le Duke Reid Band, un groupe de studio comprenant quelques uns des plus brillants instrumentistes de Jamaïque : Don Drummond (trombone), Rico Rodriguez (trombone), Roland Alphonso (saxo), Ernest Ranglin (guitare), Johnny « Dizzy » Moore (trompette).
    De la sorte, son label Treasure Isle devient une usine à tube, en tout point comparable, à l’échelle de la Jamaïque, à la Motown de Berry Gordy. Toujours présent en studio, le maître des lieux, à l’oreille très sûre, affectionne un son léché et des arrangements complexes. « Ba Ba Boom » des Jamaicans, « I’m in the mood for love », « You don’t care » des Techniques, « Passion love » des Melodians, « On the Beach » des Paragons sont autant de classiques du genre sortis de « l’île au trésor » de Reid. "

  • Böhse Onkelz im Exklusiv-Interview: „Wir haben unsere eigene Geschichte und stehen dazu“
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/musik/exklusiv-interview-mit-den-boehsen-onkelz-wir-waren-schon-vor-dem-m

    Le groupe rock qui se bat depuis 40 ans contre son image de marque d’extrême droite en gagnant des millions

    2.1.2026 von Philippe Debionne - Seit 45 Jahren halten die Böhsen Onkelz die Republik in Atem. Sie sind laut, sie sind ehrlich, sie sind unbequem – und sie haben eine ganz spezielle Verbindung zu Ostdeutschland. Wir haben die Onkelz bei ihrem Konzert in Berlin zum Interview getroffen.

    Die Böhsen Onkelz sind eine der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Bands. Seit 45 Jahren stehen der Bassist und Songtexter Stephan Weidner, 62, der Gitarrist Matthias „Gonzo“ Röhr, 63, der Sänger Kevin Russell, 61, und der Schlagzeuger Peter „Pe“ Schorowsky, 61, auf der Bühne. Gegründet wurden die Onkelz als Punkband, es folgte Anfang der 80er ein kurzer Ausflug in die aus England stammende und ursprünglich unpolitische Skinhead-Szene. Mitte der 1990er erreichten die Böhsen Onkelz dann mehrere Top-10-Platzierungen in den deutschen Album-Charts. Sechsmal führten sie die Charts bislang auf Platz 1 an. Mit mehr als 10 Millionen verkauften Tonträgern zählt die ursprünglich aus Frankfurt am Main stammende Band zu den Musikern mit den meisten Tonträgerverkäufen Deutschlands.

    Gonzo, Stephan, in wenigen Minuten spielen die Onkelz vor knapp 20.000 Menschen, das sind zwei Kleinstädte. Nach 45 Jahren auf der Bühne: Gewöhnt man sich daran oder ist es doch immer wieder aufs Neue aufregend?

    Gonzo: Man gewöhnt sich in dem Sinne daran, dass dieses Bühnengefühl eine Art Sucht wird und man nicht mehr darauf verzichten will, auf diesen Austausch mit den Leuten, die wegen uns da sind. Aber trotz dieser Art von Gewöhnung ist das absolut keine Routine. Jede Show ist anders, man ist jeden Abend anders drauf, das Publikum reagiert jeden Abend anders. Es ist ein Spiel, das einen immer wieder mitreißt.

    Ihr macht ja so gut wie keine Werbung. Trotzdem sind eure Konzerte oft innerhalb weniger Stunden restlos ausverkauft. Wie erklärt ihr euch das?

    Stephan: Da gibt es einfach eine Verbindung zu den Fans, die so tief ist, dass man das ganze Drumherum eigentlich nicht braucht. Das ist ein Mikrokosmos auf eine Art, der alleine funktioniert. Über die Jahre ist dieser Mikrokosmos natürlich ordentlich gewachsen.

    Gonzo: Das ist etwas, was wir uns erarbeitet haben über die ganzen Jahre. Und zwar durch unsere Texte, unsere Musik, unsere Ehrlichkeit und dadurch, dass wir nie Kompromisse in irgendeiner Form eingegangen sind. Wir hatten es nicht nötig, uns an irgendjemanden anzubiedern. Wir hatten es nicht nötig, uns an den Mainstream oder an die Menschen im Fernsehen anzubiedern. Wir haben unsere Meinung gesagt. Dafür sind wir geschnitten worden, dafür wurden wir ausgegrenzt. Unsere Ehrlichkeit ist ein wichtiger Punkt bei unseren Fans, den wir uns über die ganzen Jahrzehnte erarbeitet haben. Deswegen funktioniert das ganze Ding. Wenn die Onkelz sagen, sie kommen, sagen die Fans, wir kommen auch.

    War es wirklich immer schön, ein Onkel zu sein?

    Gonzo: Also von unserer Seite aus ja.

    Bassist und Texter Stephan Weidner von den Böhsen Onkelz.

    Bassist und Texter Stephan Weidner von den Böhsen Onkelz.CHRISTIAN THIELE

    Stephan: Grundsätzlich ja. Aber es war natürlich nicht immer ganz leicht und hatte Höhen und Tiefen, das ist vollkommen klar. Ob es nun Kevins Zustände oder auch die Anfeindungen von außen gewesen sind. Aber am Ende haben diese ganzen Dinge nur dazu geführt, dass dieses Band um die Band enger wurde. Für mich persönlich sind Probleme dafür da, bewältigt zu werden. Wenn man einen langen Atem und die Stärke hat, da durchzugehen, dann geht man aus schwierigen Situationen gefestigt und stärker hervor.
    „Man hat uns instrumentalisiert“

    Ihr habt wirklich nie ernsthaft an euch selbst gezweifelt, trotz der ganzen teils scharfen Kritik, die euch entgegengebracht wurde?

    Stephan: Ich glaube, da hat die Presse möglicherweise den Eindruck, dass sie ein bisschen mehr Einfluss auf uns hat, als sie jemals hatte. Also wenn wir dieses Schulterklopfen von außen bräuchten, dann hätte es die Band gar nicht lange gegeben. Aber das war uns eigentlich schon immer egal. Das ist eine Haltung, die wir schon immer hatten. Es war uns immer egal, was andere von uns denken. Wir haben uns auch privat immer wieder in Situationen begeben, die grenzwertig waren. Aber das war uns auch egal.

    Gut, wenn über uns gelogen wurde, haben wir natürlich versucht, bestimmte Dinge geradezurücken. Ich meine, wenn man über sich liest, dass man verantwortlich ist für so schlimme Dinge wie in Rostock und Mölln und ständig mit solchen Sachen in Verbindung gebracht wird, dann macht das natürlich keinen Spaß. Aber irgendwann ignoriert man es einfach auch. Es wollte ja keiner von der Presse wirklich mit uns reden. Und dann sagt man halt: Gut, warum sollen wir dann mit euch reden? Also war uns die Presse irgendwann auch völlig egal. Was glaubst du wohl, warum es so extrem wenige Interviews von uns in den letzten Jahrzehnten gab?

    Gonzo: Wenn du jahrelang für alles Schlechte verantwortlich gemacht wirst, was in einem Land passiert, dann kommt irgendwann der Punkt, an dem du sagst: Okay, dann macht halt. Ist mir scheißegal. Unsere Fans draußen wissen, wie wir sind. Wir wissen, wer wir sind, und wenn ihr uns als Grund nehmen wollt oder müsst, weil irgendwer irgendwelche Sachen in diesem Land verbockt hat, ja gut, dann soll es halt so sein. Noch eine Sache zu dem, was Stephan vorher gesagt hat, zu dieser „Das ist uns scheißegal“-Haltung: Die Onkelz sind als Punkband entstanden. Und das war damals der Spirit, und den haben wir uns die ganze Zeit über erhalten.

    In dem Song „Ohne mich“ aus dem Jahr 1998 singt ihr: „Und hier ein paar Worte an die rechte Adresse/ Leckt uns am Arsch, sonst gibt’s auf die Fresse/ Ich hasse euch und eure blinden Parolen/ Fickt euch ins Knie/ Euch soll der Teufel holen.“ Trotzdem wurde und wird euer kurzer Ausflug in den rechten Teil der Skinhead-Szene in den frühen 80er-Jahren immer wieder hervorgeholt. Warum ist das so, was denkt ihr?

    Stephan: Weil man uns instrumentalisiert hat, ganz einfach. Und zwar ganz bewusst, um ein Feindbild zu haben. In der Musik gab es bis dato keine Band, die so groß wurde wie die Onkelz, die man in dieses Lager stecken konnte. Es gibt die Guten, sprich die Toten Hosen oder die Ärzte, und dann gab es plötzlich und praktischerweise auch die Bösen. Man hat da eine Schublade aufgemacht, da wollte man uns drin haben, da brauchte man uns auch, und da konnte man dann schön drauf rumhacken. Ein Gericht hat sogar mal gesagt, man darf uns rechtsradikal nennen. Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht, wann wir jemals radikal waren. Wir haben viel Scheiße erzählt und viel Scheiße gebaut, gar keine Frage. Aber die Gewichtung davon, die überlasse ich mal jedem selbst.

    Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden. Und das ist es, was ich mir von einem objektiven Journalismus gewünscht hätte oder jahrzehntelang erhofft habe, dass man mal ausbalanciert und objektiv bleibt. Dass es heißt: Lass uns darüber reden. Stattdessen wurden Dinge dazuerfunden, es wurden Dinge in Texte reingedichtet, es wurden absichtlich Buchstaben verdreht, das volle Programm.

    Matthias Röhr und Stephan Weidner im Gespräch mit Philippe Debionne.

    Matthias Röhr und Stephan Weidner im Gespräch mit Philippe Debionne.CHRISTIAN THIELE
    „Am Ende blieb immer so ein schaler Beigeschmack übrig“

    Gonzo: Es hat damals schon zur Agenda gehört, uns bestimmte Sachen in die Schuhe zu schieben und uns für bestimmte politische Fehler und Entwicklungen in der Gesellschaft verantwortlich zu machen. Egal wo über uns berichtet oder mit uns gesprochen wurde, am Ende blieb immer so ein schaler Beigeschmack übrig. Aber zum Glück haben sich die Band und Gott sei Dank auch unsere Fans im Laufe der Jahrzehnte so entwickelt, dass wir die Presse und das Drumherum nicht brauchen. Die Leute haben uns über andere Kanäle kennengelernt. Das lief alles unter der Hand, und irgendwie haben sich die Onkelz unter der Hand so stark verbreitet, dass wir selbst erstaunt darüber waren.

    Weil ihr die Toten Hosen und die Ärzte ansprecht – mit beiden Bands gab es Streit wegen eurer Skinhead-Phase. In dem Song „Ihr sollt den Tag nicht vor dem Abend loben“ habt ihr beide Bands gezielt angesprochen und beschimpft. 2003 sagte Campino, Sänger der Toten Hosen dann: „Man sollte die Onkelz endlich wie jede andere Hardrock-Band behandeln. (..) Ich bin (…) der Meinung, dass man aufhören sollte, die Onkelz immer darauf festzunageln, was vor 20 Jahren war. (…) Die Typen werden angemacht für Texte, die sie mal vor 20 Jahren geschrieben haben, obwohl sie jetzt schon seit langer Zeit dagegen kämpfen. Ich denke, irgendwie sollte man das auch mal akzeptieren.“ Ist das Kriegsbeil also begraben?

    Gonzo: Das ist überhaupt nicht begraben!

    Stephan: Also von meiner Seite aus schon und vom Rest der Band auch. Gonzo sieht das anders, aber das soll er gleich selbst sagen. Für mich gilt: Ich trage keinen Groll mit mir herum. Klar haben sich beide Bands die Songs, die wir geschrieben haben, redlich verdient. Und zu dem Zeitpunkt gab es auch gar keine Diskussion drüber, dass das ein Statement war, das wir bringen mussten. Wir mussten wirklich viel Scheiße fressen aus deren Richtung. Und die einzige Möglichkeit, sich zu wehren, die die Onkelz haben, sind unsere Songs. Wir haben nicht diese breite Medienöffentlichkeit und wir können uns nicht in Interviews dazu äußern, sondern tun das eben in unseren Liedern. Steht uns auch besser. Aber zumindest auf der Düsseldorfer Seite hat man sich dann eben entschuldigt und weiß, was man da gemacht hat. Und wenn sich jemand bei mir und der Band entschuldigt, dann ist das für mich okay. Ich bin nicht nachtragend. Nachtragend zu sein, ist etwas für Schwächlinge. Das belastet einen am Ende nur selbst.

    Gonzo: Es ist nicht so, dass mich das belasten würde, aber ich vergesse nicht zu schnell. Ich habe ein gutes Gedächtnis. Und bei mir hat sich niemand entschuldigt.
    „Ich glaube, es ist vor allem unsere Authentizität, für die wir im Osten geschätzt und respektiert werden“

    Warum ist eine westdeutsche Band in Ostdeutschland so populär?

    Stephan: Ich glaube, es ist vor allem unsere Authentizität, für die wir im Osten geschätzt und respektiert werden. Soweit ich das von meinen Freunden aus Ostdeutschland mitbekommen habe, war die Zeit nach dem Mauerfall eine Umbruchphase, in der es ganz, ganz viele Leerräume gab, in der der ein oder andere wahrscheinlich auch nach Halt gesucht hat. Und manche Leute finden diesen Halt offenbar in unseren Texten.

    Gonzo: Ich kann mich erinnern, als wir nach Berlin gekommen sind, als es die DDR noch gab. Damals haben wir T-Shirts mitgebracht. Dann haben sich ganz viele Fans zehn von diesen T-Shirts übereinander angezogen, sind rübergefahren und haben die dann den Onkelz-Fans auf der anderen Seite der Mauer gegeben. Ich kenne viele solcher Geschichten, wo Leute ihre erste Kassette bekommen haben, die wurden dann kopiert, kopiert, kopiert und dann in Ostdeutschland verteilt. Wir waren also schon vor dem Mauerfall in der DDR bekannt.

    Grundsätzlich glaube ich, dass die geprügelte Band aus dem Westen und die geprügelten Leute aus dem Osten über die Jahre zueinandergefunden haben, weil wir alle gleichermaßen ehrlich sind. Wir lassen uns nicht belügen. Und wir sind nicht die neunmalkluge Wessi-Band wie die Toten Hosen oder die Ärzte, die den Leuten im Osten das Leben oder die vermeintlich richtige Art zu leben erklären oder sogar vorschreiben wollen. Wir haben unsere eigene Geschichte und stehen dazu, so wie die Menschen im Osten auch. Als die Wende kam, wurden sie erst arbeitslos gemacht und dann von oben herab und völlig grundlos als die dummen Ossis beschimpft. Und viele davon haben ihr Ding dann eben einfach durchgezogen und auf die ganzen Idioten geschissen. So wie wir auch. Das ist von daher vielleicht auch so ein Solidaritätsding, dass wir zueinander gefunden haben.

    Die Böhsen Onkelz bei ihrem Konzert in Berlin am 17. Dezember 2025.

    Die Böhsen Onkelz bei ihrem Konzert in Berlin am 17. Dezember 2025.CHRISTIAN THIELE

    Es gibt den Spruch: Nicht dem Osten fehlt die Demokratieerfahrung, dem Westen fehlt die Diktaturerfahrung. Was haltet ihr davon?

    Stephan: Ja, das stimmt. Und es läuft doch gerade wieder auf eine Diktatur hinaus, wenn man sich umsieht …

    Gonzo: Ist es teilweise doch schon, wenn du zum Beispiel die EU nimmst. Die sanktionieren jetzt den Schweizer Oberst Jacques Baud. Sie haben seine Bankkonten gesperrt, er hat Reiseverbote und so weiter. Nur, weil er seine Meinung gesagt hat! Die EU hat nicht das Recht, solche Sanktionen zu verhängen, aber sie macht es trotzdem. Das sind diktatorische Maßnahmen, die die sich in Brüssel rausnehmen. Die setzen sich über ihre eigenen Regeln hinweg. Und die Leute im Osten mit ihrer Diktaturerfahrung haben viel feinere Antennen für sowas als die Leute im Westen. Obwohl ich der Meinung bin, dass sich auch da langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass hier gerade einiges gewaltig schiefläuft.

    Stephan: Ja, ich mache mir tatsächlich auch Sorgen um die Meinungsfreiheit, da passieren Dinge, die ich sehr problematisch finde. Man hat das Gefühl, man bekommt eine Meinung vorgegeben, und wenn man die nicht übernimmt, dann gehört man nicht mehr dazu.

    Gonzo: Und da sind wir mit unseren Texten offenbar wieder ganz aktuell bei dem, was hier gerade passiert, was die Leute fühlen und wie es ihnen mit dem ganzen wirtschaftlichen Niedergang geht. Nimm „Gehasst, Verdammt, Vergöttert“, das wurde vor 30 Jahren geschrieben und ist aktueller denn je.

    Stephan: Oder auch Songs wie Exitus. Wir wundern uns immer wieder, wenn wir an unseren Setlisten arbeiten und dann merken: Hey, der Song passt ja genau in diese Zeit jetzt gerade.
    „Der Song ist eine schöne Retrospektive unseres Lebens“

    Wo wir gerade von Songs sprechen: Habt ihr einen Onkelz-Lieblingssong?

    Stephan: Uff, das ist eine schwere Frage. Ich bin ja so ein Freund der Melancholie, sage ich mal. Ich mag also die ganzen tiefgehenden Sachen, wenn ich sie mir privat anhören würde, lieber. Wenn ich jetzt aber Konzerte spiele, sind natürlich auch die einfachen Nummern gut, die, die einfach nach vorne gehen. Ich kann jedem Song irgendwas abgewinnen, dem einen mehr, dem anderen weniger, aber den einen Lieblingssong? Nein, den habe ich nicht.

    Es gibt Songs wie etwa „Auf gute Freunde“, die von den Fans auf Konzerten erwartet werden. Spielt ihr dieses Lied nur den Fans zuliebe? Und Hand aufs Herz: Nervt euch der Song vielleicht sogar?

    Gonzo: Nee, und zwar ganz ehrlich! Gut, wenn du für die Show probst, dann lässt du den Song schon immer wieder mal weg, weil du ihn ja schon 100.000-mal gespielt hast. Aber gerade live ist das Lied ja ein absoluter Brecher, das muss man ganz ehrlich sagen. Also es ist ein Höhepunkt des Konzerts. Ich meine, das ist der meistgespielte, meistgestreamte Song von uns, das ist sozusagen unser Hit.

    Stephan: Und das ist einer von den Hits, die auch angenehm zu spielen sind. Der ist textlich nach wie vor noch gut, und der ist eine schöne Retrospektive unseres Lebens. Wenn wir jetzt von „Mexico“ reden zum Beispiel, der ist für mich live eine Bank, den würde ich mir mittlerweile privat aber nicht mehr unbedingt anhören. Aber den zu spielen macht trotzdem so einen Spaß, dass auch dieses Lied nicht langweilig wird. Aber wie Gonzo schon sagt, beim Proben lassen wir den auch schon mal weg.

    Wovor hat ein Böhser Onkel Angst?

    Stephan: Aktuell habe ich keine Ängste mehr. Die größte Angst, die ich hatte, war die Angst vor dem Tod generell. Wahrscheinlich weil ich so lebensdurstig bin, wollte ich nicht, dass das zu Ende geht. Und in unserem Kulturkreis haben die Christen aus dem Tod ja auch etwas sehr Finsteres und Trauriges gemacht. Auch durch meine vielen Reisen in die ganze Welt und durch die vielen Erfahrungen, die ich sammeln konnte, habe ich mittlerweile ein anderes Bewusstsein entwickelt.

    Stephan Weidner von den Böhsen Onkelz.

    Stephan Weidner von den Böhsen Onkelz.CHRISTIAN THIELE

    Ich mache das jetzt an keiner Religion fest, aber ich glaube inzwischen, dass nichts wirklich vergeht und die atomare Welt auch immer die gleiche bleibt und sich einfach nur in einem ständigen Austausch befindet. Ich glaube auch, dass das Wissen von früheren Leben und aus früheren Generationen immer da ist. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Und mit diesem Bewusstsein verschwindet auch die Angst vor dem Tod. Ich sage jetzt nicht, dass ich nicht nochmal vor irgendwas Angst haben könnte. Was mir natürlich Sorge bereiten würde, wenn zum Beispiel meinem Kind irgendwas passieren würde, ganz klar. Aber was mich selbst betrifft, nein, da habe ich keine Angst mehr.

    Gonzo: Ich habe keine Angst. Vor nichts. Noch nie gehabt. Meine Frau macht sich da auch immer ein wenig Sorgen, weil ich nie vor irgendetwas Angst habe, aber gut, das ist halt einfach so. Man muss es nehmen, wie es kommt.

    Was bringt einen Onkel zum Lachen?

    Gonzo: Guter Humor, Sarkasmus und das Leben insgesamt, weil es wirklich oft zum Lachen ist.

    Stephan: Mich bringt vor allem Situationskomik zum Lachen. Und ich kann auch sehr gut über mich selbst lachen, so wie der Rest der Band auch. Und wenn man so lange zusammen ist wie wir, da hat man natürlich auch viele gemeinsame Erlebnisse und da gibt es ganz viele Dinge, über die man immer wieder lacht. Da reicht uns schon ein Stichwort. Ansonsten finde ich Gendern auch sehr lustig, „Kneipenterrorist:innen“ zum Beispiel … (beide Männer brechen in Gelächter aus). Also, man merkt, wir lachen viel und gerne.
    „Kevin ist in diesem Kampf derzeit der Sieger“

    Beim Geld hingegen hört der Spaß auf, sagt man. Wie schwierig ist es, wenn vier Freunde gemeinsam Millionen verdienen? Wie bekommt man es hin, dass hier kein Streit entsteht?

    Stephan: Es gibt keine Geld-Hierarchien bei uns. Es wird alles durch vier geteilt, und dementsprechend gibt es da auch keine Diskussion.

    So einfach ist das?

    Stephan: Ja, so einfach ist das.

    Euer Sänger Kevin hatte viele Jahre mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen. Wie stabil ist er mittlerweile? Hat er seinen Dämon im Griff?

    Stephan: Ich glaube, wenn du Alkoholiker bist oder drogenabhängig, ist ein grundsätzliches Suchtverhalten immer da. Das ist ein täglicher Kampf. Aber er beweist auf dieser Tour, dass er in diesem Kampf derzeit der Sieger ist. Er zeigt, was in ihm steckt. Und er beginnt, das alles hier richtig genießen zu können. Wir unterstützen ihn natürlich dabei. Und zugleich unterstützt er uns, denn nur mit einem funktionierenden Kevin funktionieren die Böhsen Onkelz.

    Kevin steht auf der Bühne in der Regel rechts von mir. Und jahrzehntelang war es so, dass ich immer nach rechts schauen musste, um zu gucken: Wo braucht er jetzt Unterstützung, wie weit geht es noch, hält er das heute durch? Und wenn ich jetzt auf der Bühne nach rechts gucke, ist es einfach nur eine große Freude, ihn zu sehen. Der Lebenswandel, den er hinter sich hat, der hinterlässt Spuren, das ist klar. Aber schau ihn dir an und du wirst sehen, dass er stabil ist.

    Ihr habt anders als viele andere Bands in 45 Jahren kein Bandmitglied ausgewechselt. Sollte einer von euch nicht mehr können oder nicht mehr wollen, wird dieser jemand dann ersetzt?

    Gonzo: Nee, das ist und war nie eine Option. Also ich sag’s ganz ehrlich: Sollte es eines Tages nicht mehr gehen, ob’s jetzt bei Kevin ist oder einem anderen von uns, dann gibt’s die Onkelz nicht mehr.
    „Ich will Rock‘n‘Roll!“

    Matthias „Gonzo“ Röhr.

    Matthias „Gonzo“ Röhr.CHRISTIAN THIELE

    Was denkt ihr denn, wie lange es die Onkelz noch gibt?

    Stephan: Wir haben ja mal felsenfest überzeugt gesagt, wir wollen keine Rock-Opas werden. Jetzt sind wir aber Rock-Opas, der erste von uns hat tatsächlich schon ein Enkelkind. Wie lange wir noch weitermachen, hängt von dem ab, was wir zu leisten imstande sind. Aber da gibt es keinen gesteckten Zeitpunkt. Wir müssen uns mittlerweile Jahr für Jahr selbst überprüfen. Und solange wir noch alles geben können, kann ich mir schon vorstellen, das noch ein paar Jahre zu machen.

    Geld habt ihr genug. Was ist eure Motivation, mit den Onkelz weiterzumachen?

    Gonzo: Die Motivation ist ganz einfach, also bei mir zumindest: Ich will spielen und ich will auftreten. Noch einfacher gesagt: Ich will Rock‘n‘Roll!

    Stephan: Für mich ist dieser Austausch zwischen den Menschen, zwischen Band und den Zuschauern total wichtig. Was da an Lebensgefühl entsteht, an Freiheitsgefühl, ohne diese ganzen gesellschaftlichen Dogmen einfach wirklich sagen zu können, was man will, tun zu können, was man will, und sich dabei in einer Gemeinschaft zu befinden, das ist einfach ein ganz besonderer Moment für mich. Und das zelebriere ich. Ich glaube tatsächlich, die Leute da draußen brauchen das auch. Und wir geben es ihnen gerne.

    Warum heißt ihr eigentlich Böhse Onkelz?

    Stephan: Wir sind als junge Kerle im Winter in einem ganz kleinen Kaff spazieren gegangen. Wir waren damals Punks, sahen auch so aus und haben nach einem Bandnamen für uns geforscht. Boilenpest und was weiß ich, was wir uns noch so alles für Namen für die Band ausgedacht haben. Da gab es so einen kleinen Hügel, da sind mehrere Kinder Schlitten gefahren. Und als die Kids uns gesehen haben, haben sie das Rodeln eingestellt, auf uns gezeigt und gesagt: „Guckt mal, die bösen Onkels!“

    #Allemagne #musique #rock

  • The Green Revolution is a warning, not a blueprint for feeding a hungry planet

    Feeding a growing world population has been a serious concern for decades, but today there are new causes for alarm. Floods, heat waves and other weather extremes are making agriculture increasingly precarious, especially in the Global South.

    The war in Ukraine is also a factor. Russia is blockading Ukrainian grain exports, and fertilizer prices have surged because of trade sanctions on Russia, the world’s leading fertilizer exporter.

    Amid these challenges, some organizations are renewing calls for a second Green Revolution, echoing the introduction in the 1960s and 1970s of supposedly high-yielding varieties of wheat and rice into developing countries, along with synthetic fertilizers and pesticides. Those efforts centered on India and other Asian countries; today, advocates focus on sub-Saharan Africa, where the original Green Revolution regime never took hold.

    But anyone concerned with food production should be careful what they wish for. In recent years, a wave of new analysis has spurred a critical rethinking of what Green Revolution-style farming really means for food supplies and self-sufficiency.

    As I explain in my book, “The Agricultural Dilemma: How Not to Feed the World,” the Green Revolution does hold lessons for food production today – but not the ones that are commonly heard. Events in India show why.
    A triumphal narrative

    There was a consensus in the 1960s among development officials and the public that an overpopulated Earth was heading toward catastrophe. Paul Ehrlich’s 1968 bestseller, “The Population Bomb,” famously predicted that nothing could stop “hundreds of millions” from starving in the 1970s.

    India was the global poster child for this looming Malthusian disaster: Its population was booming, drought was ravaging its countryside and its imports of American wheat were climbing to levels that alarmed government officials in India and the U.S.

    Then, in 1967, India began distributing new wheat varieties bred by Rockefeller Foundation plant biologist Norman Borlaug, along with high doses of chemical fertilizer. After famine failed to materialize, observers credited the new farming strategy with enabling India to feed itself.

    Borlaug received the 1970 Nobel Peace Prize and is still widely credited with “saving a billion lives.” Indian agricultural scientist M.S. Swaminathan, who worked with Borlaug to promote the Green Revolution, received the inaugural World Food Prize in 1987. Tributes to Swaminathan, who died on Sept. 28, 2023, at age 98, have reiterated the claim that his efforts brought India “self-sufficiency in food production” and independence from Western powers.

    Debunking the legend

    The standard legend of India’s Green Revolution centers on two propositions. First, India faced a food crisis, with farms mired in tradition and unable to feed an exploding population; and second, Borlaug’s wheat seeds led to record harvests from 1968 on, replacing import dependence with food self-sufficiency.

    Recent research shows that both claims are false.

    India was importing wheat in the 1960s because of policy decisions, not overpopulation. After the nation achieved independence in 1947, Prime Minister Jawaharlal Nehru prioritized developing heavy industry. U.S. advisers encouraged this strategy and offered to provide India with surplus grain, which India accepted as cheap food for urban workers.

    Meanwhile, the government urged Indian farmers to grow nonfood export crops to earn foreign currency. They switched millions of acres from rice to jute production, and by the mid-1960s India was exporting agricultural products.

    Borlaug’s miracle seeds were not inherently more productive than many Indian wheat varieties. Rather, they just responded more effectively to high doses of chemical fertilizer. But while India had abundant manure from its cows, it produced almost no chemical fertilizer. It had to start spending heavily to import and subsidize fertilizer.

    India did see a wheat boom after 1967, but there is evidence that this expensive new input-intensive approach was not the main cause. Rather, the Indian government established a new policy of paying higher prices for wheat. Unsurprisingly, Indian farmers planted more wheat and less of other crops.

    Once India’s 1965-67 drought ended and the Green Revolution began, wheat production sped up, while production trends in other crops like rice, maize and pulses slowed down. Net food grain production, which was much more crucial than wheat production alone, actually resumed at the same growth rate as before.

    But grain production became more erratic, forcing India to resume importing food by the mid-1970s. India also became dramatically more dependent on chemical fertilizer.

    According to data from Indian economic and agricultural organizations, on the eve of the Green Revolution in 1965, Indian farmers needed 17 pounds (8 kilograms) of fertilizer to grow an average ton of food. By 1980, it took 96 pounds (44 kilograms). So, India replaced imports of wheat, which were virtually free food aid, with imports of fossil fuel-based fertilizer, paid for with precious international currency.

    Today, India remains the world’s second-highest fertilizer importer, spending US$17.3 billion in 2022. Perversely, Green Revolution boosters call this extreme and expensive dependence “self-sufficiency.”
    The toll of ‘green’ pollution

    Recent research shows that the environmental costs of the Green Revolution are as severe as its economic impacts. One reason is that fertilizer use is astonishingly wasteful. Globally, only 17% of what is applied is taken up by plants and ultimately consumed as food. Most of the rest washes into waterways, where it creates algae blooms and dead zones that smother aquatic life. Producing and using fertilizer also generates copious greenhouse gases that contribute to climate change.

    In Punjab, India’s top Green Revolution state, heavy use of fertilizers and pesticides has contaminated water, soil and food and endangered human health.

    In my view, African countries where the Green Revolution has not made inroads should consider themselves lucky. Ethiopia offers a cautionary case. In recent years, the Ethiopian government has forced farmers to plant increasing amounts of fertilizer-intensive wheat, claiming this will achieve “self-sufficiency” and even allow it to export wheat worth $105 million this year. Some African officials hail this strategy as an example for the continent.

    But Ethiopia has no fertilizer factories, so it has to import it – at a cost of $1 billion just in the past year. Even so, many farmers face severe fertilizer shortages.

    The Green Revolution still has many boosters today, especially among biotech companies that are eager to draw parallels between genetically engineered crops and Borlaug’s seeds. I agree that it offers important lessons about how to move forward with food production, but actual data tells a distinctly different story from the standard narrative. In my view, there are many ways to pursue less input-intensive agriculture that will be more sustainable in a world with an increasingly erratic climate.

    https://theconversation.com/the-green-revolution-is-a-warning-not-a-blueprint-for-feeding-a-hun
    #Green_Revolution #agriculture #pesticide #fertilisants #Inde #histoire #blé #Norman_Borlaug #Rockefeller_Foundation #Swaminathan #récit #démographie #riz #exportation #jute #industrie_agro-alimentaire #fumier #vaches #environnement #algues #eau #pollution #Punjab #Ethiopie #semences

    • The Agricultural Dilemma. How Not to Feed the World

      The Agricultural Dilemma questions everything we think we know about the current state of agriculture and how to, or perhaps more importantly how not to, feed a world with a growing population.

      This book is about the three fundamental forms of agriculture: Malthusian (expansion), industrialization (external-input-dependent), and intensification (labor-based). The best way to understand the three agricultures, and how we tend to get it wrong, is to consider what drives their growth. The book provides a thoughtful, critical analysis that upends entrenched misconceptions such as that we are running out of land for food production and that our only hope is the development of new agricultural technologies. The book contains engaging and enlightening vignettes and short histories, with case studies drawn from across the globe to bring to life this important debate and dilemma. The book concludes by arguing there is a viable alternative to industrial agriculture which will allow us to meet the world’s needs and it ponders why such alternatives have been downplayed, obscured, or hidden from view.

      This important book is essential reading for all studying and researching food production and agriculture, and more broadly for all interested in ensuring we are able to feed our growing population.

      https://www.routledge.com/The-Agricultural-Dilemma-How-Not-to-Feed-the-World/Stone/p/book/9781032260457
      #livre

  • Ska : le rythme de l’indépendance.
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/21/Skatal_Authentic_Ska.jpg?20240913073150

    "Beaucoup de ces musiciens furent formés au sein de l’Alpha Boys School qui, depuis le XIXème siècle, servait de refuge aux orphelins et gamins des rues de Kingston. Dans cet établissement catholique à la discipline stricte, la sœur Marie Ignatius prend en charge la formation musicale. Elle transforme ainsi la fanfare militaire en un orchestre jouant du jazz et du blues. Parmi les anciens pensionnaires de l’école, on compte les trombonistes Don Drummond et Rico Rodriguez, le trompettiste Johnny Moore, les saxophonistes Tommy McCook, Cedric Brooks et Lester Sterling, les chanteurs Johnny Osbourne et Yellowman. Le répertoire interprété est éclectique, du classique aux marches militaires, de la musique anglaise, en passant pas le jazz (Roland Alphonso « Ska Ra Van », une reprise de Duke Ellington).

    Dans un premier temps, le ska ne bénéficie pas de passages radio, car il reste attaché à l’univers du ghetto et des mauvais garçons ; D’autant que la thématique rasta gagne du terrain sous l’influence de musiciens tels Don Drummond « Alipanga » ou Count Ossie, dont les percussions nyabinghi s’imposent sur de nombreux enregistrements. Dans ces conditions, le premier vecteur de diffusion du ska reste le sound system. Les rythmes acérés et abrasifs du genre tranchent avec la musique de danse mièvre jouée pour les touristes et diffusée par la radio nationale."

    https://lhistgeobox.blogspot.com/2025/11/ska-le-rythme-de-lindependance.html

  • Chemical Warfare
    https://www.youtube.com/watch?v=tCOvtHy7Zns


    Willy deVille , dedicated to Johnny Thunders

    Down in the Bodega, out in the street
    Somebody wants a taste, everybody wants a piece

    ’Cause that’s chemical warfare

    You hear it on the radio, you see it on TV
    Another widow on the list, this you must believe
    ’Cause that’s chemical warfare

    Now, Mr. President, he told me this traffic he gonna stop
    Get rid of the indesirables by bringing in the cops

    ’Cause this is chemical warfare
    Chemical warfare, this is chemical warfare
    Chemical warfare, this is chemical warfare

    Everybody knows a Johnny who just passed away
    Big wheels count their dollars while the families count their prayers
    Hey hey, hey hey, hey hey

    Children with bright futures, smiles on their faces
    Sink to the floor, tied off tight like the knots in their shoelaces

    This is chemical warfare

    Now, the politicians tell you they gonna stamp out this disease
    Take out the trash, bring in the police

    ’Cause it’s chemical warfare, hey hey, chemical warfare
    Chemical warfare, chemical warfare
    Chemical warfare, hey you, lady

    (Chemical warfare, chemical warfare, ...)

    #musique #rock #drogues #capitalisme

  • Puhdys Songtexte, sortiert nach Album
    https://www.songtextemania.com/puhdys_songtexte.html
    https://www.youtube.com/watch?v=nkU2E_nSeNg

    14.7.2021 Die Puhdys schließen wieder Frieden : Die Band beendet Streit um Songrechte
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/die-puhdys-schliessen-wieder-frieden-die-band-beendet-streit-um-song

    Le groupe rock le plus célèbre de la #RDA se reconcilie après une dispute sur lrs droits d’auteur de ses chansons.

    Die Musiker der aufgelösten Rockband Puhdys haben ihren Streit um die Urheberschaft der Songrechte beigelegt, wollen sich aber zu Einzelheiten des Vergleichs nicht äußern, um neuen Streit zu vermeiden. Das meldet die dpa am Mittwoch und beruft sich auf ein Anwaltsschreiben. Eine wahrhaft nebulöse Nachricht über das Ende des drei Jahre währenden Streits. Sie erzwingt Recherchen.

    Die kurze Antwort: Die Hits schrieb Dieter Birr und nicht die Puhdys-Combo. Die Gema wird die Autorenschaft der meisten strittigen 200 Titel umregistrieren. Und ausführlich: Die Einzelheiten sind komplizierter.

    Wir fragen als Erstes bei Dieter Birr nach, der 2019 in einem Interview mit dem Berliner KURIER begründet hatte, warum er nach fast 50 gemeinsamen Jahren plötzlich erklärte, die Kompositionsrechte stünden ihm allein zu. Der seine Kollegen sogar verklagte, als sie nicht freiwillig verzichteten. Immerhin reagierten auch Fans mit Unverständnis.

    Dieter Birr erklärt am Mittwoch am Telefon, dass er gern Auskunft geben würde, aber seine Kollegen bestünden auf Verschwiegenheit. Daher keine Einzelheiten, nur so viel: „Ich bin mit dem Ergebnis des Vergleichs mehr als zufrieden und auch froh, dass wir keine Gerichte bemühen mussten.“

    Verständlich, denn nach Informationen des Berliner KURIER regelt der Vertrag, dass die meisten der strittigen Kompositionen von der Gema umregistriert werden müssen, darunter so bekannte Songs wie „Alt wie ein Baum“. Das heißt, für mehr als 100 Titel, die den frühen Puhdys als Gruppe oder dem Duo Birr/Meyer zugeordnet waren, wird Dieter Birr nun als alleiniger Komponist ausgewiesen. Rückwirkend erhebt er keine Ansprüche.

    Dieter Birr, Sänger, Gitarrist, Komponist, Texter

    Dieter Birr, Sänger, Gitarrist, Komponist, TexterImago/Karina Hessland

    Zum Kompromiss gehört dem Vernehmen nach, dass Birr in etlichen Fällen trotzdem auf die Hälfte der Gema-Erlöse verzichtet, während sich die Kollegen die andere Hälfte teilen. Der Anspruch gilt auf Lebenszeit der Musiker. 1979 übernahm Klaus Scharfschwerdt die Drums, 1997 ersetzte Peter Rasym den Bassisten. Rasym ist nicht an Tantiemen der Puhdys beteiligt.

    Das klingt komplex, ist aber eindeutig und beendet den Streit für immer. Der Vergleich wurde von Anwälten ausgehandelt, zugestimmt haben neben Dieter Birr auch Peter Meyer, Dieter Hertrampf, Klaus Scharfschwerdt, Gunther Wosylus und die Witwe von Harry Jeske, Erma Juros Jeske.
    Dieter Birr fühlte sich 2018 von seinen Kollegen verraten

    Der Streit hat den Blick auf die Bandgeschichte von 1969 bis 2016 verändert, gerade weil die Puhdys stets als gute Kumpel galten, die alles einvernehmlich regeln. Niemals, sagte Dieter Birr 2019, sei ihm früher auch nur der Gedanke gekommen, seine Kompositionsrechte zurückzufordern. Die habe er stets bewusst und gern mit den Kollegen geteilt, als seinen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg.

    Doch 2018 erhob er plötzlich seinen durchaus bizarren nachträglichen Anspruch auf frühe Rechte, denn er fühlte sich verraten. Der Bruch passierte in dem Augenblick, als sich die Band zu einer Platte ohne neuen Titel von ihm entschloss: „Heilige Nächte“, 2013. Man muss das als Aufstand gegen „Maschine“ verstehen, den musikalischen Kopf der Band, Liebling der Medien, der sich fraglos auch stets als Macher, Treiber und Bestimmer aufführte.

    Hat er dabei vielleicht Ideen der anderen unterdrückt? Oder waren einige Kollegen schon so desinteressiert an gemeinsamen Titeln, dass sie für neue Alben nicht mal ihre Instrumente selbst einspielten? In jedem Fall hätten sie jetzt die Chance gehabt, es allen zu zeigen – mit einem Puhdys-Album ohne Maschine, stattdessen mit Titeln von Meyer, Hertrampf, Scharfschwerdt.

    Aber die Musiker steuerten ohne Birr überhaupt nichts bei: Kompositionen, Arrangements, Texte – alles eingekauft, nichts darauf hatte noch mit den Puhdys zu tun. „Heilige Nächte“, das letzte Album der Puhdys, wurde das am schlechtesten verkaufte in der Geschichte der Band.
    Dieter „Maschine“ Birr wollte Anerkennung für seine Kreativität – als Urheber, als Komponist

    Nach diesem Affront fiel Dieter „Maschine“ Birr über Wochen in Schockstarre. Wollte dann eine Aussprache, die mit Schweigen endete. Er hatte jahrzehntelang die Titel beigesteuert, seinen Kollegen Hunderttausende Euro an Tantiemen überlassen. Jetzt war er verletzt. „Ich war fertig mit der Welt, stand völlig allein da“, erzählte er erstmals sechs Jahre später.

    Das Ende der erfolgreichsten DDR-Rockband, die vielleicht nicht zu den Kritikerlieblingen gehörte, aber auf jeden Fall zum Klangbild des Ostens, es war damit besiegelt. Jetzt wollte er klarstellen, wer die Titel komponiert hatte. Die Kollegen wehrten sich, erklärten, es hätten „immer alle mitgewirkt“ an der Entstehung der Songs.

    Sicher – als Musiker, als Manager, aber das Urheberrecht schützt eben nur Kompositionen, allein dafür zahlt die Gema Tantiemen. Dort verwendet man für die Credits gewöhnlich viel Sorgfalt, denn es geht um Ruhm und Geld. Und selten ist jemand so töricht, darauf zu verzichten, weil er Kollektivgedanken pflegt.

    Dieter Birrs Anwalt Paul W. Hertin sagte am Mittwoch auf Nachfrage: „Um Geld ging es meinem Mandanten offenbar nie, wie ich im Lauf des Prozesses feststellte. Er wollte Anerkennung für seine Kreativität – als Urheber, als Komponist.“
    Ein Puhdys-Musiker meldete Insolvenz an

    Die Puhdys sind keineswegs gleichermaßen wohlhabend. Ein früheres Bandmitglied hat nach einer Insolvenz offenbar empfindliche Geldsorgen, Dieter Birr dagegen, der Soloplatten rausbrachte und viel für andere schreibt, wird auf ein Millionenvermögen geschätzt.

    Auf die strittigen Puhdys-Tantiemen von vielleicht 25.000 Euro im Jahr ist er nicht angewiesen, rückwirkend hat er nie etwas verlangt. Ihm geht es vor allem um die Verwertung der Titel, darüber kann er nun endlich allein entscheiden. Seine Kollegen wussten immer genau, von wem die Songs stammen. Sie hätten sich lautlos einigen können.

    Die Forderungen wurden indes der Boulevardpresse gesteckt. Die Schlagzeilen unterstellten Dieter Birr dann Abzocke, Gier und 120.000-Euro-Forderungen. Diesen Vergleich hat nun einer gewonnen, und alle konnten ihr Gesicht wahren. Aber große Reunion-Konzerte wird es eher nicht geben.

    #DDR #musique #rock

  • #Neil_Young and the Chrome Hearts - Big Crime

    https://youtube.com/watch?v=8B9ATiGpbl8&pp=0gcJCRsBo7VqN5tD

    No more great again
    No - no more great again
    There’s big crime in DC at THE White House

    Don’t need no fascist rules
    Don’t want no fascist schools
    Don’t want soldiers on our streets
    There’s big crime in DC at THE White House
    There’s big crime in DC at THE White House

    Got to get the fascists out
    got to Clean the white house out
    Don’t want soldiers on our streets
    There’s big crime in DC at THE White House
    There’s big crime in DC at THE White House

    No more great again
    No - no more great again
    There’s big crime in DC at THE White House
    There’s big crime in DC at THE White House

    No more money to the fascists
    the billionaire fascists
    TIME TO BLACKOUT THE SYSTEM
    no more great again
    No - no more great again
    TIME TO BLACKOUT THE SYSTEM
    There’s big crime in DC at THE White House
    There’s big crime in DC at THE White House

    NO MORE GREAT AGAIN
    No NO MORE GREAT AGAIN
    There’s big crime in DC at THE White House
    There’s big crime in DC at THE White House
    NO MORE GREAT AGAIN
    NO NO MORE GREAT AGAIN

  • Marius vs. Beth

    Marius Müller Westernhagen - Dicke (1978)
    https://www.youtube.com/watch?v=NhLzfkgQ2YI


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dicke_(Lied)

    Gossip - Standing In The Way Of Control (2006)
    https://www.youtube.com/watch?v=yn043ArR98M


    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Standing_in_the_Way_of_Control

    Les « gros » dont se moque MMW sont les anciens nazis et leurs collaborateurs qui se sont enrichis après 1945.

    Cet hymne de la jeunesse intouchée par les atteintes à venir de l’industrie alimentaire n’est guere compréhensible aujourd’hui en dehors du contexte allemand de l’époque.

    Quand on compare son sarcasme ciblé avec l’expression naïve de « body positivity » d’aujourd’hui on comprend la perversion de l’art qui interprète l’obésité maladive comme forme d’expression individuelle. L’indusrie de musique vend son beurre en obscurcissant le sort collectif des victimes des industries alimentaires, pharmaceutiques et médiatiques (entre autres).

    Sur le plan idéoligique on peut considérer « Dicke » comme expression de la rébellion contre le capitalisme rhénan qui a préparé la victoire du néolibéralisme. Ensuite les effet pathogènes du capitalisme radical ont engendré la mode de body positivity qui n’est que quête d’une vie digne sans combattre les véritables raisons du malaise général.

    Der Dicke mit der Zigarre - LUDWIG-ERHARD-STIFTUNG E.V.
    https://www.ludwig-erhard.de/der-dicke-mit-der-zigarre

    Dicke

    Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin
    Denn dick sein ist ’ne Quälerei
    Ich bin froh, dass ich so’n dürrer Hering bin
    Denn dünn bedeutet frei zu sein

    Mit Dicken macht man gerne Späße
    Dicken haben Atemnot
    Für Dicke gibt’s nichts anzuziehen
    Dicke sind zu dick zum Fliehen

    Dicke haben schrecklich dicke Beine
    Dicken ham ’n Doppelkinn
    Dicke schwitzen wie die Schweine
    Stopfen, fressen in sich ’rin

    Und darum bin ich froh, dass ich kein Dicker bin
    Denn dick sein ist ’ne Quälerei
    Ja ich bin froh, dass ich so’n dürrer Hering bin
    Denn dünn bedeutet frei zu sein

    Dicke haben Blähungen
    Dicke ham ’nen dicken Po
    Und von den ganzen Abführmitteln
    Rennen Dicke oft aufs Klo

    Und darum, ja darum bin ich froh, dass ich kein Dicker bin
    Denn dick sein ist ’ne Quälerei
    Ja ich bin froh, dass ich so’n dürrer Hering bin
    Denn dünn bedeutet frei zu sein

    Dicke müssen ständig fasten
    Damit sie nicht noch dicker werden
    Und ham sie endlich 10 Pfund abgenommen
    Ja dann kann man es noch nicht mal sehen

    Dicke ham’s so schrecklich schwer mit Frauen
    Denn Dicke sind nicht angesagt
    Drum müssen Dicke auch Karriere machen
    Mit Kohle ist man auch als Dicker gefragt

    Und darum bin ich froh, dass ich kein Dicker bin
    Denn dick sein ist ’ne Quälerei
    Ja ich bin froh, dass ich so’n dürrer Hering bin
    Denn dünn bedeutet frei zu sein

    Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke
    Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke
    Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke
    Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke, Dicke

    Na du fette Sau

    Standing In The Way Of Control

    Your back’s against the wall
    There’s no-one home to call
    You’re forgetting who you are
    You can’t stop crying
    It’s part not giving in
    And part trusting your friends
    You do it all again
    And I’m not lying

    Oh oh oh oh ohh oh ohh
    Oh ohh oh oh oh oh ohh oh ohh

    Standing in the way of control
    You live your life
    Survive the only way that you know

    I’m doing this for you
    Because it’s easier to lose
    And it’s hard to face the truth
    When you think you’re dying
    It’s part not giving in
    And part trusting your friends
    You do it all again
    But you don’t stop trying

    Oh oh oh oh ohh oh ohh
    Oh ohh oh oh oh oh ohh oh ohh

    Standing in the way of control
    You live your life
    Survive the only way that you know

    Oh oh oh oh ohh oh ohh
    Oh ohh oh oh oh oh ohh oh ohh

    Standing in the way of control
    We live our lives
    Because we’re standing in the way of control
    We will live our lives
    Because we’re standing in the way of control
    We live our lives
    Because we’re standing in the way of control
    We will live our lives, lives, lives

    Your back’s against the wall
    There’s no-one home to call
    You’re forgetting who you are
    You can’t stop crying
    It’s part not giving in
    And part trusting your friends
    You do it all again
    You don’t stop trying

    Oh oh oh oh ohh oh ohh
    Oh ohh oh oh oh oh ohh oh ohh

    Standing in the way of control
    You live your life
    Survive the only way that you know, know

    #musique #rock #exploitation #maladie #capitalisme_rhénan #néolibéralisme

  • Iron Maiden in der Berliner Waldbühne : Das Publikum pogt, die Gitarren übersteuern
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/musik/iron-maiden-beim-berlin-konzert-in-der-waldbuehne-li.2345262

    En Allemagne le rock heavy metal est un phénène de provinciaux. Les vieux d’Iron Maiden les ont acceuilli lors de deux concerts dans la Waldbühne des JO de ’36. Pour les musiciens c’est un amphithéâtre agréable car ils y sont plus près du public que sur les scènes des grands stades et festivals.

    30.7.2025 von Yannic Lacombe - Auch im 50. Bandjahr zeigen sich die britischen Altrocker um Frontmann Bruce Dickinson in Topform. Das Konzert am Dienstagabend enttäuscht dennoch. Wieso?

    Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört es zu jedem Iron-Maiden-Konzert dazu: Wenige Minuten, bevor es losgeht, wird ein Klassiker der britischen Rockband UFO gespielt. „Vor dem Intro gibt es fünf Minuten ‚Doctor Doctor‘. Das ist brillant, denn so wissen die Leute, dass sie nicht mehr aufs Klo gehen, sondern ihr Bier austrinken und zu ihren Plätzen gehen sollten. Für die Crew ist es auch ein genialer Hinweis, nach dem Motto: Hört auf, auf der Toilette zu masturbieren. Wischt euch den Arsch ab und los geht’s“, hatte Maiden-Sänger Bruce Dickinson die Tradition einst auf seine ganz eigene Art und Weise erklärt.

    So auch am Dienstagabend in der Waldbühne, beim ersten von zwei Iron-Maiden-Konzerten diese Woche hier: Als um kurz vor 20 Uhr nach Stunden des Wartens – die ersten Fans hatten sich bereits gegen Mittag vor dem Eingang eingefunden – UFO durch die Boxen dröhnt, ist die Vorfreude im Publikum greifbar. Jedem ist klar: Jetzt dauert es nur noch wenige Minuten, bis Iron Maiden die Bühne entern wird – zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in Berlin.

    Damals hatten die englischen Altrocker ebenfalls in der Waldbühne gespielt. Das ist kein Zufall, wie Dickinson gleich zu Beginn des Konzertes betont. Der 66-Jährige erzählt, dass die Location unweit des Olympiastadions der Band seit vielen Jahren am Herzen liege – aufgrund der Nähe zum Publikum, dem er anders als in großen Stadien in die Augen sehen könne. Und aufgrund der guten Akustik.

    Umso unverständlicher ist es, was an diesem Abend passiert: Denn die Soundqualität ist von Beginn an eine absolute Katastrophe. Bereits beim Opener „Murders in the Rue Morgue“ vom 1981-er Album „Killers“ ist der Gesang von Dickinson kaum zu verstehen, dazu sind die Gitarren völlig übersteuert eingestellt.

    Auch bei den folgenden Songs „Wrathchild“ und „Killers“ werden jegliche klanglichen Nuancen verschluckt, ehe die Akustik nach einigen Liedern zumindest etwas besser zu werden scheint. Vielleicht ist mit der Zeit aber auch einfach nur genug Ohr abgestorben und man nimmt das permanente laute Surren, das an diesem Abend über der Musik hängt, deshalb nur noch bedingt wahr.

    Im Olympiastadion war der Klang bei AC/DC um Längen besser

    Dass es ausgerechnet in dieser Location zu einem derartigen Soundbrei kommen kann, irritiert dennoch. Die Waldbühne ist für Techniker eigentlich ein Kinderspiel – was beim Iron-Maiden-Konzert im Sommer 2022 auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Bei der damaligen Show war die Akustik perfekt, und selbst im wesentlich schwerer zu beschallenden Olympiastadion war vor ein paar Wochen der Klang bei AC/DC um Längen besser als hier.

    Wie dem auch sei: Der Stimmung tut das an diesem Abend keinen Abbruch. Von Anfang an ist das Publikum voll da, es wird gepogt und textsicher mitgesungen. „Phantom of the Opera“, „The Number of the Beast“, „Powerslave“, „2 Minutes to Midnight“ – die Band rauscht durch ihre Diskografie. Auf der aktuellen „Run for your Lives Tour“ besteht die Setlist vor allem aus Songs von den ersten neun Alben, die zwischen 1980 und 1992 erschienen – der Zeit, in der Iron Maiden gemeinsam mit Bands wie Judas Priest, Def Leppard und Motörhead die „New Wave of British Heavy Metal“ prägte.

    Letztere sind nach dem Tod von Frontmann Lemmy Kilmister bereits seit über einem Jahrzehnt Geschichte, doch Iron Maiden rockt auch im 50. Bandjahr weiter die Bühnen dieser Welt; 2024 tourte man unter anderem durch Chile, Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Auch in diesem Sommer zeigen Bandgründer Steve Harris am Bass, die Gitarristen Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers sowie Dickinson, dass sie in der Spätphase ihre Karriere nichts von ihrer Genialität und Spielfreude eingebüßt haben.

    Seit Ende 2024 wird das Sextett durch den neuen Schlagzeuger Simon Dawson komplettiert, der den langjährigen Drummer Nicko McBrain ersetzt. McBrain hatte sich nach einem Schlaganfall vom Touren zurückgezogen, ist aber nach wie vor offiziell Mitglied der Band.

    In der Waldbühne macht Dawson seine Sache gut; ein Unterschied zum legendären McBrain, der über vier Jahrzehnte bei Iron Maiden den Takt vorgegeben hatte, ist kaum zu hören. Und so erreicht die Stimmung in der finalen Phase des Konzertes ihren Höhepunkt: „The Trooper“, „Aces High“, „Wasted Years“ und natürlich das legendäre „Fear of the Dark“ – die Band packt zum Ende noch mal ihre bekanntesten Hits aus. Dass die Akustik dabei weiterhin alles andere als optimal ist, ist mittlerweile auch schon egal – die Klassiker kennt ohnehin jeder im Publikum in- und auswendig.

    So bleibt am Ende lediglich eine Frage: Wie lange können Iron Maiden Powershows dieser Art noch durchhalten? Obwohl alle Mitglieder mittlerweile in ihren späten 60ern angekommen sind, ist das Tourpensum der Band immens. Einen zeitnahen Abschied haben die Briten aber nicht im Sinn, wie Dickinson am Ende des Konzerts verspricht: „We’ll see you again, somewhere down the road. I promise!“

    #Berlin #Westend #Ealdbühne #concert #rock

  • Une leçon de géopolitique rock’n’roll avec Ian Svenonius – #Gonzaï
    https://gonzai.com/une-lecon-de-geopolitique-du-rock-nroll-avec-ian-svenonius

    Le légendaire #Ian_Svenonius, écrivain, ancien meneur des cultissimes Nation of Ulysses, The Make-Up, Weird War et Chain and the Gang revient à Paris le 26 juin au Serpent à Plume avec son projet rock minimal ESCAPE-ISM. On a eu le privilège de prendre un café avec lui et on s’est retrouvé à parler de Waterloo, pas le morceau d’ABBA, mais la grande défaite napoléonienne.

    https://www.youtube.com/watch?v=bxRoU1NMN3g&t=72s


    #XYZ #Didier_Balducci #rock'n'roll
    https://escape-ism.bandcamp.com
    https://www.iansvenonius.com
    https://bandcamp.com/discover/ian-svenonius

  • Iggy Pop über Berlin : „Ich mochte die Mauer – früher war alles cooler“
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/iggy-pop-ich-mochte-die-mauer-li.2333720


    Vive le mur ?

    Iggy Pop est un vieux monsieur plein de nostalgie.

    https://www.youtube.com/watch?v=0v0WFHkykmw

    16.6.2025 von Marcus Weingärtner - Am Donnerstag kommt der Godfather of Punk nach Berlin, doch mit der deutschen Hauptstadt kann Iggy Pop mittlerweile nicht mehr viel anfangen.

    Am Donnerstag tritt Iggy Pop in der Zitadelle in Spandau. Das wird der 78-jährige Godfather of Punk sicherlich wie gewohnt oberkörperfrei und mit bemerkenswerter Energie tun. Doch mit Berlin hadert Pop inzwischen.

    Im Interview mit der Musik-Expertin Anja Caspary von Radio eins lästerte Iggy Pop milde über die Stadt, in der er Ende der 70er mit David Bowie lebte. „Ich mochte Berlin früher lieber, ich mochte auch die Mauer“, überrascht Pop die Hörer.
    „Trendy und viel cooler“

    Zwar sei es gut, dass sie weg sei, doch insgesamt ist der Sänger wenig begeistert von der deutschen Hauptstadt im Jahr 2025. Die Luft sei früher besser gewesen, es habe weniger Verkehr und billigere Mieten gegeben, so der Stooges-Frontmann.

    Obdachlosen-Zeltlager: Berlin verwahrlost und die Stadt schaut eifrig weg

    Tiny Houses - wenn die Not als Trend verkauft wird

    „Es war trendy und einfach viel cooler“, so das Resümee des Sängers, der am Donnerstag in der Zitadelle in Spandau seine Hits zum Besten geben wird.

    Iggy Pop. Zitadelle Spandau, Am Juliusturm, 13599 Berlin. 19. Juni, 19 Uhr, Tickets ab 83,50 Euro.

    #Berlin #concert #rock #musique

  • La chanteuse britannique Marianne Faithfull est morte


    Marianne Faithfull, en 1979 à Londres. DENNIS MORRIS

    Sa voix de rocaille racontait l’histoire d’une vie pleine d’embardées. Marianne Faithfull avait survécu aux montées trop euphoriques des années 1960, aux descentes vertigineuses des années 1970, aux rechutes des années 1980, à un corps souvent brisé depuis les années 2000. Overdoses, arrêt cardiaque, cancer du sein, fractures à répétition, covid-19… A chaque fois, la chanteuse, auteure et actrice anglaise avait ressuscité, en se réinventant, dépassant ses statuts de muse sexuelle des Rolling Stones, de junky maudite ou d’icône rock, pour s’affirmer avec caractère, humour et puissance créatrice, comme l’une des plus marquantes personnalités de la chanson internationale. Mais cette aristocrate indomptée a fini par succomber.
    La chanteuse et actrice britannique, connue pour sa chanson « As Tears Go By », s’est éteinte à l’âge de 78 ans à Londres, a annoncé un porte-parole jeudi dans une déclaration transmise à l’AFP. (...)

    https://www.lemonde.fr/disparitions/article/2025/01/30/la-chanteuse-britannique-marianne-faithfull-est-morte_6524074_3382.html

    https://justpaste.it/djrr0

    As Tears Go By
    https://www.youtube.com/watch?v=LzImOSVYoWI

    Marianne Faithfull et Alain Delon - La motocyclette (1967)
    https://www.youtube.com/watch?v=7l4ByslnI3c

    Sister Morphine (1969 Version)
    https://www.youtube.com/watch?v=vqaC_p9km-Q

    Broken English, 1979
    https://www.youtube.com/watch?v=gHrsv0NVa6k

    The Ballad Of The Soldier’s Wife, 1985
    https://www.youtube.com/watch?v=h0SAPijH-vQ

    #chanson #rock #Marianne_Faithfull

  • Die Berliner Rockband Pankow und die Geschichte der wahren Mauerfall-Hymne
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/die-berliner-rockband-pankow-und-die-geschichte-der-wahren-mauerfal

    Gut gelaunt dem Ende entgegen: Die Berliner Band Pankow auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    11.1.2025 von Jens Blankennagel - Es war Ignoranz, dass kein Song aus dem Osten zum Soundtrack der Revolution in der DDR wurde. Pankow schrieben diesen Song und spielen ihn nun auf ihrer Abschiedstour.

    https://www.youtube.com/watch?v=_L50ahjDXqI

    Es gibt nur wenige Rockbands, die so dermaßen Berlin sind. Bereits der Name ruft es in die Welt hinaus: Pankow. Die Musiker griffen sich 1981 ganz bewusst den Namen eines Berliner Bezirkes – natürlich eines im Osten. Was sonst? Erstens klingt Steglitz total bieder, zweitens hätte die Staatsmacht eine DDR-Band mit einem Westnamen sofort verboten. Der Name Pankow ist wirklich gut: Die Band wäre weniger erfolgreich, wenn sie sich Friedrichshain genannt hätte. Der Name war doppeldeutig, eine Provokation: Im Westen wurde der Begriff „Machthaber in Pankow“ als verächtliche Bezeichnung für die DDR-Staatsführung benutzt, vor allem aber schwang im Wort Pankow ganz wunderbar der Begriff Punk mit.

    Die Band war schwer zu greifen: Einerseits war sie staatstragend genug, um Alben aufnehmen zu dürfen, andererseits klangen ihre provokanten Texte so sehr nach Berliner Schnauze, dass ein ganzes Album nicht erscheinen durfte. Trotzdem stiegen Pankow zur wohl besten der offiziellen DDR-Rockbands auf.

    Nun, am 17. Januar, beginnt ihre Abschiedstour. Das ist ein Grund, um die Band bei einer Probe zu besuchen. Aber es geht um viel mehr als die Band, es geht um die DDR als Diktatur sowie um die Stasi; es geht um geile Musik und wilde Konzerte, um mutige Texte und den Hang zur Provokation. Es geht um Zensur und Auftrittsverbote.

    Ein weiterer Grund ist, dass die Band zwar legendär war, heute aber der breiten Öffentlichkeit nicht so sehr bekannt ist. Aber wenn es so etwas wie rockhistorische Gerechtigkeit gäbe, dann müsste Pankow heute die bekannteste „Ostrock“-Band sein – und eben nicht die bräsigen Puhdys oder Karat mit ihren schwülstigen Texten. Denn Pankow hat den wahren Mauerfall-Song geschrieben, das aber wissen nur Leute im Osten.

    Deshalb soll hier entlang der Geschichte dieser Band auch über manche verpasste Chance in Ost und West erzählt werden, über Fehler nach dem Mauerfall, aber auch über den bis heute dominanten West-Blick auf den Osten. Denn bis heute regiert der Irrglaube, dass eine Band aus dem Westen die wahre Hymne zur Revolution in der DDR geschrieben hat.

    Im Proberaum: Sänger André Herzberg singt die Abschiedssingle „Bis zuletzt“.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Orgie aus Rock, Punk und Blues

    Es ist ganz still hinter Tür Nr. 15. In den Noisy Rooms auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain können sich Bands stundenweise in Proberäume einmieten. So wie Pankow an diesem Wintertag. Nach mehr als drei Stunden ist nun Pause.

    Kern der Band sind Gitarrist Jürgen Ehle und Sänger André Herzberg. Ehle ist 68 und steht bei der Probe nicht mehr stundenlang durch, sondern spielt entspannt im Sitzen. Und Herzberg mit seinen 69 Jahren hat sich eine Art Handwerkergürtel umgeschnallt. „Für die Mundharmonikas“, sagt er. „Ich vergesse immer mal, wo ich sie hinlege.“ Die beiden sind grau geworden und etwas gebeugt, aber ihre Musik ist aufrecht.

    Keyboarder Kulle Dziuk spielt in bester Altberliner Drehorgelmanier die Melodie des Gassenhauers „Komm Kalineken, komm“. Es klingt so wunderbar volkstümlich, dass die anderen immer wieder laut lachen. Dann setzt die Band ein, erst langsam, dann schneller: „Pankow, Pankow, Pankow, kille kille Pankow, kille kille Hopsasa.“ Einer ihrer Klassiker. Der Text ist so sinnfrei wie irgendwas. Die Musik wird immer schneller, druckvoller. Sie endet in einer Orgie aus Rock, Punk und Blues, die abrupt abbricht. Ehle lächelt und sagt: „Als wär’s gestern gewesen.“ Herzberg lacht zurück und sagt: „Genau.“

    Jung und live: Sänger André Herzberg bei einem Konzert 1987 in Berlin. Christian Ruff

    Das Radio als Verbindung in die Welt

    Für mich war Pankow als Jugendlicher in den 80er-Jahren eine Offenbarung. Es war die Zeit, als die großen Geschwister Abba hörten, Smokie oder Bob Dylan. Wir hörten AC/DC, Blues, The Dubliners. Ich saß in meinem Plattenbauzimmer und wollte cool sein, aber niemand, der cool sein wollte, hörte Rockmusik aus der DDR. Ich auch nicht. Bis ich Pankow entdeckte.

    Stundenlang hing ich am Röhrenradio, das über meinem Bett stand. In der Provinz war es die wichtigste Verbindung in die große weite Welt der Musik. Ich hörte NDR und den britischen Soldatensender BFBS, den legendären DJ John Peel, Hardrock-Shows, Sendungen über Irish Folk. Nachts war da Musik zu hören, die kein Spießer verstand.

    Die Nacht der Nächte

    Als ich eines nachmittags meinen Schrank aufräumte, lief beim Sender DT64 ein Lied über eine „Inge Pawelczik“. Ein toller Song, schmissig, rockig, eine Prise New Wave. Es ging um das, was später One-Night-Stand hieß. Ich fand die Musik toll und dachte: Die Band muss aus dem Westen sein. Dann sagte der Moderator, die Band heiße Pankow und der Song habe in Berlin für einen kleinen Skandal gesorgt. Eine Frau gleichen Namens hatte sich beschwert; sie war Lehrerin und wollte mit Sex nicht in Verbindung gebracht werden. Ich wurde Fan.

    Im Keller des Kulturbundes gründeten wir einen Jugendclub und fragten, ob wir auch Bands einladen dürfen. Wir durften: Also luden wir Pankow ein, die dann in der größten Halle von Aschersleben spielte. Am nächsten Morgen saßen wir mit der Band im Hotel beim Frühstück. Später war ich bei einem Dutzend Konzerten dabei.

    Das Doppelherz von Pankow: Gitarrist Ehle und Sänger Herzberg .Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Wegen Pankow verpasste ich sogar die Hochzeit meiner Lieblingscousine. Ich war damals bei der Armee: Um endlich mal wieder Urlaub zu bekommen, musste ich einen Grund nennen. Ich behauptete, ich müsse zur Hochzeit meiner Cousine. Ich bekam frei, fuhr aber zu einem Pankow-Konzert in Halle. Als meine Cousine ein halbes Jahr später tatsächlich heiratete, bekam ich nicht frei: Ihre Hochzeit hatte ich als Urlaubsgrund bereits aufgebraucht.

    Der Zauber der Langeweile

    Eigentlich war die Band ein großer Spaß: guter Rock mit guter Bühnenshow, tolle Liebeslieder über Frauen mit so wunderbar altbackenen Namen wie Isolde oder Doris. Aber da war von Anfang an viel mehr, denn in der DDR klang ein Songtitel wie „Er will anders sein“ wie eine Kampfansage. Eigentlich waren Pankows Texte nicht explizit politisch. Die Band erzählte einfach vom Alltag. Doch das war in der DDR hochpolitisch, denn zwar passten die Texte gut zum realen Alltag, aber beide passten nicht so recht zu den DDR-Nachrichten. „Wir haben das Leben so erzählt, wie wir dachten, dass es ist“, sagt Herzberg in den Noisy Rooms, und Ehle sagt: „Aber wenn man nicht den Helden der sozialistischen Produktion auf die Bühne brachte, war das schon ein Problem. In Büchern und im Theater gab es so etwas, aber doch bitte nicht in der Unterhaltung.“ Unterhaltung hatte gefälligst seicht zu sein.

    Diese Band war nicht seicht: Ihre erste Platte war ein Konzeptalbum über den Alltag des Lehrlings „Paule Panke“. Live war es ein Hit, sie führten das Rockspektakel mehr als 300 Mal auf, die Plattenfirma schnitt ein Konzert mit: ihr erstes Album. Es war fertig produziert, wanderte dann aber in den Giftschrank. Paules Leben war nicht vorbildlich genug. „Mich hat das sehr gewurmt und wahnsinnig verletzt“, sagt Herzberg. Auch noch nach dem Mauerfall. Als Dank für diese Zensur warf er bei einem Empfang einem Ex-Amiga-Chef eine Torte ins Gesicht. „Es war eine große Genugtuung.“ Er lächelt versonnen.

    „Auszusprechen, dass der Kaiser nackt war, reichte schon aus. Dann warst du schnell marginalisiert“, sagt er. „Und ich habe immer dazu geneigt – auch schon aus Spaßgründen –, die Dinge auszusprechen. Ich wusste, dass das, was wir machen, provoziert.“

    Seine Texte, die seines Bruders und ihrer anderen Autoren waren anders: Da wird von einem Soldaten erzählt, der Wache steht. Es ist der wohl einzige Armee-Rocksong der DDR – und dann befriedigt sich dieser Soldat beim Wachdienst selbst. Oder es geht um den „Nebel“ des Suffs, der nicht aus dem Kopf verschwindet. Oder Herzberg singt „Ohne Rast, ohne Ruh, geht’s dem Untergang zu“ oder er schwärmt vom „Aufruhr in den Augen“ oder beklagt die „Langeweile“. Alles Dinge, die es im Sozialismus doch bitte so nicht geben sollte.

    Eingespieltes Team: Pankow wurden früher oft als die Stones des Ostens bezeichnet. Christian Ruff

    Herzberg sitzt da und nickt. „Man versteht den Wert dieser Band nur, wenn man versteht, dass die DDR eine Diktatur war und dass wir auf unsere Bandweise versucht haben, das zu durchbrechen.“ Sein Tonfall schwenkt auf ernst. „Diese Ideologie, die Verbote und all das … Die Verbote waren immer irrational.“ Er schüttelt noch immer ungläubig den Kopf. „So war das ganze Leben in der DDR: Sie haben immer versucht, dir Angst zu machen, und je nach deiner inneren Form von Renitenz hast du dagegen mehr aufbegehrt oder weniger. Oder du hast mitgemacht oder eben nicht. Oder du bist gar in den Westen gegangen, weil du dir gesagt hast: Das lasse ich mir nicht mehr gefallen.“

    Im Proberaum poltert das Schlagzeug von Stefan Dohanetz präzise los, der Bass steigt ein, die Gitarre. Sie spielen ihren Abschiedssong, den sie für die Tour geschrieben haben. Ihr erster Song seit 13 Jahren. Ihr letzter. Er klingt typisch Pankow: rauer Rock und ein klarer Text, der 35 Jahre Bandgeschichte erzählt. Dazu der einprägsame Refrain „Bis zuletzt“, in den sich Herzberg nun geradezu reinsteigert. Es ist erst ihre vierte Probe vor der Tour, doch der Song klingt schon wie ein Klassiker. Plötzlich bricht die Band ab, der Sänger schlägt sich die Hände vors Gesicht, weil er zwei Zeilen verwechselt hat. Sie lachen. Sie haben Spaß. Rock hält jung.

    Auf der Box neben Bassist André Drechsler liegt ein Zettel mit den 13 Songs, die sie proben; Nr. 9 ist „Langeweile“ – ihr größter Hit. Der Song, der das Ende der Band überdauern wird, für viele im Osten die eigentliche Hymne des Herbstes 1989. Die Zensur hatte die Brisanz des Textes nicht erkannt. „Wären wir damit ein paar Jahre vorher gekommen, hätten sie auch uns wahrscheinlich verboten“, sagt Ehle.

    Es gibt wenige Lieder, bei denen ich noch genau weiß, wo ich sie das erste Mal hörte, so wie „Langeweile“. Ich studierte in Berlin, saß 1988 im Wohnheim und musste für eine Prüfung lernen. Aber ich konnte mich nicht konzentrieren, nicht etwa, weil ich versuchte, in einer Vier-Mann-Bude zu lernen, sondern weil ich immer wieder die Kopfhörer aufsetzte, um das Album und dieses Lied zu hören. Ich konnte nicht glauben, dass die Zensur es nicht verboten hatte.

    Den Text hat Herzberg geschrieben. Nun, 36 Jahre später, sagt er: „Wir waren als Künstler erwachsener geworden.“ Sie hätten nicht mehr nur einzelne Momente im Leben eines Lehrlings beschrieben. „Wir haben die allgemeine Stimmung eingefangen. Und das war eine Provokation.“ Er hat recht.

    Auch heute hat das Lied musikalisch und dramaturgisch Bestand: Es geht überraschend ruhig mit einem Banjo los und steigert sich immer weiter. Textlich gibt es kaum Vergleichbares, das die Stagnation und das Eingemauertsein in so wenigen Worten so präzise einfängt – die Kernzeilen lauten: „Dasselbe Land zu lange geseh’n, dieselbe Sprache zu lange gehört. Zu lange gewartet, zu lange gehofft, zu lange die alten Männer verehrt.“

    Ein Patzer im Proberaum: Herzberg ist mit den Zeilen seines eigenen Textes durcheinandergekommen. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Die Zeilen mögen aus heutiger Sicht lapidar klingen, waren aber ein Wirkungstreffer. Der Zauber guter Songs besteht darin, dass sie das Leben, die Liebe oder das Leid auf zwei, drei Strophen verdichten können und mit der richtigen Musik starke Emotionen auslösen. Dieses Lied machte Hoffnung, dass sich doch etwas ändert. Dann stand der Song beim Radio auf dem Index. Der Grund: Die Band gastierte in einer Talkshow im Westfernsehen, Herzberg und Ehle waren witzig, souverän, selbstbewusst, dann spielten sie „Langeweile“.

    Ein SED-Funktionär aus Suhl war geschockt und wetterte auf einer Parteitagung. Die Band wurde in der Presse heftig angegriffen, es folgte ein Auftrittsverbot im Bezirk Suhl. Das drohte nun im ganzen Land. Doch die Musiker gaben nicht klein bei. Die rettende Idee: Auf ihrer Tour stand hinter ihnen auf der Bühne ein Soldatenchor der sowjetischen Streitkräfte und schmetterte die frechen Texte mit.

    Ich sah Pankow in Berlin beim großen Sommerkonzert in Weißensee. Es war absurd, es war cool. Noch kurz davor wäre es selbst für die staatstragendsten Künstler unvorstellbar gewesen, freiwillig mit einem Chor der unbeliebten „Russen“ zu touren. Doch nun regierte Gorbatschow, ein Kommunistenführer, der von der DDR-Führung gehasst wurde. Es war genial, dass sich Pankow ein paar Soldaten in Paradeuniformen der Roten Armee auf die Bühne holten. Diese Schutzmacht war auch eine Provokation – die Botschaft an die Fans lautete: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen.“ Und die Stasi war machtlos. So wurde „Langeweile“ für viele zur Hymne des Aufruhrs 1989.

    Gelassenheit des Alters: Jürgen Ehle im Proberaum. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Zeit des großen Jubels und der großen Fehler

    Dann fiel die Mauer, alles war anders – ganz anders. Wir waren in der Nacht des Mauerfalls in West-Berlin. Es dauerte eine Weile, so viel reines Glück zu verarbeiten. Wirklich klar wurde es mir erst drei Tage später beim „Konzert für Deutschland“ in der Deutschlandhalle. Joe Cocker sang, Nina Hagen, die Toten Hosen. Aber Tränen stiegen bei mir ganz am Anfang auf, als Pankow spielten. Mir wurde klar: Wenn ich meine Lieblingsband aus dem Osten live in West-Berlin sehe, musste die Mauer tatsächlich offen sein.

    Die Zeit war einfach wunderbar. Ein großer Rausch. Diese Zeit war politisch wie nie, sie war schnell, chaotisch und unberechenbar. Eine Zeit der ungezählten Fehler in Ost und West. Der Fehler der meisten Ossis: Sie haben sich erstmal nicht mehr für Ostkünstler interessiert, weil sie so viel nachzuholen hatten. Der Fehler der meisten Wessis: Sie haben sich sowieso nicht so sehr für Künstler im Osten interessiert. Der entscheidende Unterschied: Die Ossis hatten eine ganze Welt zu entdecken, die Wessis nur ein kleines Land.

    Die Ost-Stars standen in fast leeren Konzerthallen, die Theater blieben leer, die Kultur war tot, und Pankow verloren den Sänger. „Der Fall der Mauer war für mich das Zusammenbrechen des ganzen Systems“, sagt Herzberg heute. „Da war für mich klar, dass alle Parameter meines Lebens neu sein mussten. Ich hab meine Familie verlassen, ich hab kurz überlegt, ob ich nach Amerika gehe. Da war dieses blinde Spüren: Alles ist zu Ende.“

    Die Band machte mit neuem Sänger weiter. Obwohl kaum jemand zu Ostrockkonzerten ging, behielten Pankow ein Stammpublikum. Ich sah sie 1991 zum zehnten Bandjubiläum und 1996 im Tränenpalast zum 15. Herzberg war zurückgekehrt, die Fans waren begeistert. Ein denkwürdiger Auftritt, der schon vorher für Schlagzeilen sorgte. Herzberg hatte 1992 seine Stasi-Akte gelesen und beantragt, dass er die Namen der Informellen Mitarbeiter erfährt. Das dauerte lange, sehr lange, vier Jahre. Er war gerade wieder bei Pankow eingetreten, als ihm mitgeteilt wurde: Jürgen Ehle war IM gewesen. „Das war ein ganz harter Schlag für mich.“ Auch, weil Ehle nicht das Vertrauen hatte, es ihm zu erzählen.

    Ehle wird nun sehr ernst und erzählt von einem PDS-Politiker, der sich 1990 als einziger Volkskammerabgeordneter freiwillig zu seinen Stasi-Kontakten bekannte. Er rief auch andere auf, darüber zu sprechen. Es hätte der Start für eine offenere Aufarbeitung sein können, doch der Mann wurde heftig angefeindet. „Die Reaktionen fand ich eklig“, sagt Ehle. „Wenn er schon den Mut hat und sagt, was los war, dann war die Reaktion völlig daneben.“ So, wie viele andere, sah Ehle nur einen Weg: schweigen.

    „Am Anfang ging es sehr schnell mit den Schubladen, man hat erst später gelernt, genauer hinzugucken“, sagt Ehle. Er überlegt: „Ich hatte Manschetten, ob ich vielleicht Dinge verdrängt habe. Aber diese Angst hat sich als unbegründet erwiesen.“ Die Akten hätten mit seinen Erinnerungen übereingestimmt.

    Beim Konzert 1996 im Tränenpalast spürten auch wir im Publikum bei Herzberg diese Wut, die Enttäuschung. Da war ein tiefer Riss zwischen den beiden, da war vieles zerstört, aber sie redeten miteinander, sie rockten und sie schwitzten gemeinsam. An dieser Band können etliche typische DDR-Dramen erzählt werden. Herzberg sagt: „Pankow war eine richtig gute Zeit, aber auch eine schreckliche.“

    Die Probe vor der Tour: 13 Songs standen an diesem Tag auf der Liste. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Der Wind weht aus Köln

    Schon Jahre davor fiel weit im Westen der neuen Republik die Entscheidung, dass die Musiker von Pankow keine gesamtdeutschen Stars werden. Anfang der 90er-Jahre wurde die passende Musik für eine TV-Doku über den Mauerfall gesucht. Ein Mann in einem Kölner Studio entschied sich der Legende nach für einen Song aus Hannover: „Wind of Change“ von den Scorpions, der einzige Song mit Ost-Bezug, den er kannte. Die Logik war einfach: Lieber eine bekannte Band aus dem Westen, als eine im Westen unbekannte Band aus dem Osten.

    Hätte nicht jemand auf die Idee kommen müssen, nach einem passenden Song aus dem Osten zu suchen? „Ja, auf jeden Fall, absolut“, sagt Herzberg. Ehle lacht trocken: „Dort herrscht nun mal eine völlig andere Wahrnehmung.“

    Der Witz daran: Die Scorpions haben den Song erst ein Jahr nach dem Mauerfall veröffentlicht, er hat rein gar nichts mit der DDR zu tun, trotzdem gilt er als Hymne des Mauerfalls. Bis heute. Zum Beispiel neulich auf Pro7: Der Reporter Jenke von Wilmsdorff zeigt eine 80er-Jahre-Doku, stundenlang geht es fast nur um den Westen, am Ende muss dann doch noch etwas Osten kommen – wegen des Mauerfalls. Wieder geht es um den Soundtrack dieser Zäsur und wieder wird die Scorpions-Legende ausgewalzt.

    Noch absurder ist nur das andere Märchen, dass „Looking for Freedom“ von David Hasselhoff die zweite Mauerfall-Hymne sei – zum 35. Jahrestag gerade wieder zu sehen im Werbespot einer Bank. Dort sitzen Kohl, Bush, Honecker, Gorbatschow und Thatcher am runden Tisch, ein Mann kommt und spielt den Dorfbums-Schlager des C-Movie-Darstellers aus Hollywood ab, Kohl springt auf den Tisch, tanzt unterm DDR-Wappen, irgendwann ruft Honecker: „Sie haben recht, Herr Hasselhoff, die Mauer kann weg.“

    Aha, in der DDR hat nicht die winzige Opposition ihre Freiheit riskiert, als sie aufbegehrte, und nicht das Volk, als es sich auf die Straßen traute. Nein, es war alles nur Fun, und Helmut Kohl hat mit David Hasselhoff die Mauer gestürzt und der Scorpions-Sänger pfiff dazu seine kleine Melodie.

    Es sind nur kleine Puzzlesteine der Ignoranz, bei denen es im Westen gern heißt: „Nun habt euch doch nicht so!“ Aber bei nicht wenigen im Osten sorgte so etwas für Frust und Wut, schnell war von Siegermentalität die Rede.

    Die Wahl der „Mauerfall-Hymne“ hätte anders enden müssen. Es geht nicht um „Langeweile“, sondern einen Song aus dem Osten, egal ob von Silly, Keimzeit, Sandow oder Pankow. Vielleicht hätte das ein klein wenig mitgeholfen, die Wahrnehmung von Themen aus dem Osten zu ändern.

    Das Ende vom Lied

    So weit dieses alte Kapitel aus der Geschichte des Rock. Natürlich sind die Pankower als Künstler verärgert, aber als Menschen sind sie altersweise genug, um nicht verbittert zu sein. Gerade spielen sie im Proberaum ihre Abschiedssingle nochmal, die zweite Version, denn das Fernsehen verlangt eine Kurzfassung. „Wir müssen uns der Diktatur der Fernsehmacher unterwerfen“, sagt Herzberg. Sie lachen. Dann spielen sie eine noch kürzere Version. Mitten im Lied ist diese effektvolle Pause, bevor Ehle mit seinem Gitarrensolo einsteigt. Die Funken springen über, die Band funktioniert, die Steine rollen.

    Sie sind bereit: Die Abschiedstour beginnt am 17. Januar im Cottbuser Glad House – der Anfang vom Ende. Bleibt eine letzte Frage: Es könnte geil werden. Ist es trotzdem vorbei? Ehle richtet sich auf und sagt nur: „Ja. Die Gründe bleiben, auch wenn die Tour gut wird.“ Herzberg erzählt, dass sie sich nur alle paar Jahre sähen. „Die gemeinsame Kreativität ist aus dem Fokus geraten.“

    Aber die Abschiedssingle ist doch gut. „Der Song ist nur entstanden, weil wir aufhören wollen“, sagt Ehle. Herzberg nickt und fängt an, noch stärker zu berlinern: „Ick find es großartig, dit so zu Ende zu bringen, weil du es noch mit einer solchen Energie machen kannst.“ Dann packen sie ihre Sachen und gehen hinaus in den Berliner Winter.

    #DDR #musique #rock

  • Danser à perdre haleine

    Un coffret de 4 CD qui se veut « Dictionnaire chronologique du Rock, 1945-1945 » ne peut pas se refuser. Elvis Presley a réussi la fusion blues (de Memphis surtout) et country appelée « rockabilly » pour lancer un nouveau cri de ralliement de la jeunesse du monde entier pour se libérer des carcans d’une société engoncée dans ses préjugés. Une soif de bonheur qui irradie encore et se manifeste par cette envie irrépressible de danser corps à corps. Le livret signé Bruno Blum donne les renseignements nécessaires. Il a su mêler les blues et les country, au moment où cette dernière fait un retour en force avec Beyoncé.

    https://entreleslignesentrelesmots.wordpress.com/2017/05/24/la-france-a-un-gout-de-rock/#comment-63995

    #musique #rock

  • Didier Wampas : « Si tu es contre le capitalisme, tu n’es pas obligé de vendre tes disques chez Carrefour » - La Libre
    https://www.lalibre.be/culture/livres-bd/2024/12/16/didier-wampas-si-tu-es-contre-le-capitalisme-tu-nes-pas-oblige-de-vendre-tes

    La RATP, Kyo, Johnny, Manu Chao, Marco Pantani, le Dalaï-Lama… Le chanteur libertaire Didier Wampas publie « Punk ouvrier » dans laquelle il revient sur les grands moments de sa carrière. Entretien sans langue de bois, ça fait du bien.

    « Les Wampas n’aiment pas Kyo, les Wampas n’aiment pas la variété pourrie. » Le 28 février 2004, lors des Victoires de la musique, il n’a pas pu s’empêcher… En descendant les marches du Zénith de Paris avant de chanter « Manu Chao », son tube le plus connu, un boa rose autour du cou, Didier Wampas a préféré asséner sa vérité en prime time plutôt que d’esquisser un sourire forcé dans un show aseptisé. Dans Punk ouvrier, sa biographie, le chanteur déchaîné à la voix éraillée revient sur ce moment et les autres grands souvenirs de sa carrière, en commentant les paroles de ses chansons. C’était la condition sine qua non assure Didier Chappedelaine, son vrai nom. « La maison d’éditions m’a appelé. Au début, je ne voulais pas trop parler de ma vie. Ça ne m’intéressait pas tellement. On a discuté avec Christian Eudeline (journaliste, NdlR) et j’ai accepté uniquement si le livre était plus basé sur la musique que sur ma vie. » Dont on apprend beaucoup, quoi qu’il en dise.

    Quels souvenirs gardez-vous de votre enfance en HLM à Villeneuve-la-Garenne ?

    Ma mère est Bretonne, de Spézet, elle a appris le français à l’école. Ma grand-mère le parlait à peine, elle ne savait ni lire, ni écrire. C’est fou de se dire ça. Ma mère est partie à Paris comme Bécassine pour être bonne chez un docteur. Mon père est d’origine normande, mais il est né à Boulogne. Il travaillait chez Renault, c’était un vrai ouvrier, à l’ancienne. À Villeneuve-la-Garenne, je n’étais pas malheureux, mes parents étaient très très gentils, mais je m’ennuyais un peu. Je n’avais pas vraiment de copains. J’aurais aimé, mais je ne jouais pas au foot, je n’étais pas super bien dans ma peau, j’étais tout maigre. Les autres se moquaient un peu de moi. Heureusement, j’ai eu la lecture très tôt pour m’aider, j’ai lu beaucoup. Après est venue la musique.

    Vous étiez très bon à l’école, puis vous avez décroché au collège. Comment l’expliquez-vous ?

    Je ne me l’explique toujours pas. Je n’ai pas réussi à accrocher au système scolaire au collège. Je n’avais pas envie d’étudier. Je ne comprenais pas le pourquoi du comment, le rapport avec ma vie. On m’a mis en allemand première langue et je n’arrivais pas à m’intéresser au cours. Qu’est-ce que j’en avais à faire d’apprendre l’allemand ? Pourquoi ? J’ai fait une année en seconde à Gennevilliers et là c’était l’horreur. C’était la zone. C’était pour devenir tourneur-fraiseur, dans des grands ateliers. Je suis finalement allé à Clichy où j’ai décroché un bac en électrotechnique.

    Vous avez travaillé toute votre vie à la Régie autonome des transports parisiens (RATP). Pourquoi y êtes-vous resté malgré le succès ?

    J’avais bossé un an et demi à l’usine avant. Je ne sais pas comment font les gens. Quelle drôle de vie quand même. C’est démago de dire que les politiques devraient aller bosser à l’usine, mais ce n’est pas loin de la vérité. Si les gens allaient une fois à l’usine, ils verraient ce que c’est la vie. C’est pas facile. Cette expérience m’a permis de me rendre compte que c’était beaucoup plus cool à la RATP. Au tout départ, quand j’ai commencé, il n’y avait pas d’intermittents du spectacle. À partir des années 90, j’aurais pu avoir le statut, mais je n’avais pas envie de rentrer là-dedans. La RATP m’a permis de me moquer pas mal des maisons de disques, des contrats, des ventes, de ne pas être obligé de faire des dates pour avoir le statut. J’ai pu faire de la musique comme j’en rêvais quand j’avais 15 ans. Un truc noble, beau, pur, où on s’en fout de gagner de l’argent. Par amour du rock et de l’art.

    Vous faisiez la première partie de la Mano Negra et vous alliez directement au travail. Ce n’était pas déstabilisant d’enchaîner les deux ?

    Oui, mais ça fait du bien. Ça permet d’en rajouter sur scène, de jouer la rock star parce qu’on sait que ce n’est pas vrai. On retourne bosser et on sait que c’est faux. Ça aide à ne pas prendre la grosse tête.

    Le rock vous a permis de ne pas sombrer durant votre jeunesse ?

    C’est le premier truc qui m’a donné vraiment envie. Quand j’ai eu 15 ans. Je ne savais pas ce que je voulais faire de ma vie. Je voulais être marin, vivre des aventures, mais sans savoir comment. Quand le rock est arrivé, je me suis dit « ouah », enfin quelque chose à quoi m’accrocher. Ça m’a donné un but dans la vie et de savoir qu’on pouvait être différent des autres, sans aimer le disco, le foot et ce n’était pas grave. J’ai rencontré des gens, rien qu’en écoutant des disques. J’écoutais David Bowie et je me rendais compte qu’il y avait d’autres gens comme moi.

    Comment s’est construite votre culture musicale ?

    Je n’en avais pas… J’écoutais le hit-parade d’Europe 1 avec Johnny, Il était une fois et Mike Brant. « Qui saura » a été ma première émotion musicale. À dix ans. La première fois que j’écoute une chanson et que ça me touche aux tripes. Johnny reprenait les chansons d’Elvis et d’Eddie Cochran, je l’ai beaucoup écouté dans les années 70. J’ai quand même un peu appris le rock’n’roll avec lui… C’était un exemple, car il a montré qu’on pouvait chanter du rock en français. Je lui ai écrit une chanson intitulée « Christine », mais je ne lui ai jamais envoyée.

    Vous rencontrez Francis Cottaing à l’école d’électricité. Une révélation ?

    Oui, c’est mon premier copain punk qui écoutait la même musique que moi. Je pouvais enfin en parler avec quelqu’un. On a traîné ensemble et on a rencontré d’autres punks sur le lac d’Enghien. On était quatre, et on s’est dit : on va faire un groupe. Le 14 juillet 1981, on peut dire que c’est la date de naissance des Wampas.

    Et vous prenez directement le micro ?

    Francis faisait un peu de batterie, les deux autres de la guitare. On s’est mis dans la cave d’un des deux guitaristes et on s’est mis à répéter. J’ai essayé de jouer de la basse pendant trois répétitions, mais comme je ne savais vraiment pas en jouer, je me suis mis en chanteur. En général, c’est le plus mauvais dans un groupe. Dès le début, on a répété trois fois par semaine. On s’est dit que c’était important et qu’il fallait s’y tenir. On l’a fait pendant 30 ans. J’adore toujours les répètes.

    Vous avez vu The Cramps à Bobino, The Coronados au Golf Drouot. Ces deux groupes vous ont fait comprendre que vous pouviez faire pareil ?

    En 1978, je suis allé voir David Bowie à Paris et j’ai été déçu. Il ne se passait rien, il était loin, tout petit sur une grande scène, j’étais assis. Et je me suis dit : c’est pas ça le rock’n’roll. Les Cramps et les Coro dans des endroits plus petits, là, j’ai découvert qu’il y avait des vrais concerts de rock’n’roll. La première fois que tu montes sur une scène, tu ne sais pas quoi faire. Petit à petit, c’est venu, je me suis senti à l’aise, mais c’est long, mine de rien.

    Au départ, vous sniffiez de la colle, vous buviez, mais vous avez tout arrêté à 25 ans ?

    On a commencé à répéter avec des packs de bières. Cela ne m’aidait pas du tout à avancer. Entre les concerts, les trois-huit, je n’avais pas la santé pour tout. Et puis, c’est compliqué les concerts, il y a à boire à volonté, le frigo est rempli. Tu fais la balance à 14 heures pour jouer à 22 heures. Non, non. C’est plus simple de ne pas boire du tout, sinon, c’est compliqué à gérer.

    Vous écrivez dans le livre : « Je ne fais pas de rock pour écrire des paroles, je ne suis pas un poète. » C’est toujours ce que vous pensez ?

    Au départ, je détestais que l’on me dise que je faisais de la poésie, mais je pense aujourd’hui qu’il n’y a pas de bonnes chansons sans bonnes paroles. Et en fait, la poésie, c’est ce qu’on fait quand même. Je déteste retoucher mes paroles, j’ai envie qu’elles sonnent vraies, comme la musique. Je trouve qu’il faut garder le premier jet. Après, Brassens faisait le contraire et c’était bien.

    Par exemple, « Rimini », très beau texte écrit en hommage au feu cycliste Marco Pantani, est sorti d’un seul jet ?

    Quasiment. J’écris très vite. Je l’ai écrite sous le coup de l’émotion. Quand j’ai appris qu’il était mort à Rimini. J’y étais passé l’été avant son décès, j’avais déjà trouvé la ville glauque. Je me suis dit, en hiver, tout seul dans une chambre d’hôtel. Le pauvre… Ça m’a foutu un coup.

    Vous évoquez aussi les suicides de Marc Police, ancien guitariste des Wampas et du chanteur Jean-Luc le Ténia. Vous écrivez : « le monde était trop petit pour eux ». C’est-à-dire ?

    Marc et Jean-Luc étaient des gens qui aspiraient trop à quelque chose de grand, de beau, et justement le monde ne le leur donnait pas. Ils vivaient dans un monde qu’ils trouvaient petit et mesquin et ils ne pouvaient pas supporter d’y vivre, ils voulaient plus de beauté.

    Vous composez d’abord la musique, avant d’écrire ?

    95 % du temps. Je fais des chansons en yaourt et après je mets des paroles dessus. C’est plus facile. Même si ce n’est jamais facile. Là, je dois écrire pour le prochain album des Wampas, j’ai plein de chansons, je n’ai pas de paroles, je ne sais pas par où commencer. Je n’ai rien à dire. J’en suis encore à me demander par où je commence. C’est toujours la même histoire. C’est toujours aussi dur.

    Vous chantez : « C’est pas moi qui suis trop vieux, votre musique c’est de la merde ». Quel est votre regard sur la musique actuelle ?

    C’est un badge que j’avais vu aux USA. Je me suis dit qu’il fallait en faire une chanson car c’est trop vrai. Des fois, on se dit : c’est moi qui suis vieux, mais je crois que si j’avais 15 ans aujourd’hui, il y a plein de musiques que je n’aimerais pas. Pas plus que les Bee Gees à l’époque. J’écoute un peu de tout, pourtant, je comprends que le rap existe, c’est parfois drôle et vivant. Mais la variété française, le RnB et la dance, même si j’essaie, je ne peux pas. La vie est trop courte. Je lis les magazines rocks aussi pour trouver des trucs bien. Je ne veux pas être comme tous ces gens de mon âge qui écoutent uniquement ce qu’ils écoutaient à 15 ans. J’écoute beaucoup de musique classique, ça soulage. Aujourd’hui, Brahms me nourrit plus que les Sex Pistols.

    « Je m’en fous de ce que les gens disent. Je danse sur la Lune ». C’est un peu votre mantra ?

    Oui… C’est tellement jouissif de s’en foutre de ce que les gens pensent. Je n’arrive pas à faire un disque en me disant : tout le monde va l’aimer. Ma copine regardait un reportage sur Clara Luciani, l’autre jour. Elle était toute contente de remporter les Victoires de la musique, je n’ai rien contre elle, mais tout ce qu’elle disait, c’était le contraire de ce que je pense. Si tu as une Victoire de la musique, c’est que tu as fait une musique de merde. Ce ne sont pas les Victoires de la musique, ce sont les Victoires de la thune. Après, les gens font ce qu’ils veulent, c’est tellement bien de pouvoir faire ce dont on a envie. On me demande de passer à la télé, mais je n’ai pas envie. Je n’ai pas envie d’y aller, c’est tellement faux, hypocrite comme milieu, que je ne peux pas y aller.

    Le titre « Manu Chao » a eu du succès en 2004. Comment est-il né ce titre ? Qu’a-t-il changé ?

    « Manu Chao » a accru ma notoriété. Je n’aurais peut-être pas fait un livre aujourd’hui sans ce tube. Je ne suis ni fier, ni pas fier de l’avoir fait. J’avais vu une interview dans laquelle Manu Chao critiquait le capitalisme. Et je m’étais dit : si tu es contre le capitalisme, tu n’es pas obligé de vendre tes disques chez Carrefour. Il ne l’a pas très bien pris. On l’avait invité pour apparaître dans le clip, il n’était pas venu. Les membres de Louise Attaque, par contre, ont dit « oui » avec plaisir. Ils nous ont notamment aidés en nous invitant au Zénith pour faire « Chirac en prison ».

    On allait y venir. Ce titre qui figure sur l’album suivant « Manu Chao » vous a un peu « cramé » ?

    Je n’avais pas envie de faire comme tout le monde et de rentrer dans le grand cirque médiatique. À l’époque, tout le monde me disait : vous vous tirez une balle dans le pied. Il y a « Rimini » sur le même album, toutes les radios, nous ont dit : s’il n’y avait pas eu « Chirac en prison », on l’aurait diffusée. On n’est plus passé en radio par après. Mais je suis très content d’avoir fait ce titre, je peux me regarder dans une glace.

    Vous avez joué dans des studios et des lieux mythiques, collaboré avec le producteur des Hives, assuré la première partie d’Iggy Pop ou de la Mano Negra, croisé le Dalaï-Lama, voyagé un peu partout… Quand vous vous retournez sur vos 43 ans de carrière, vous vous dites que la vie a été belle non ?

    Oh oui… Quand on regarde d’où je viens, le petit Didier en banlieue qui n’a pas de copains, si on m’avait dit tout ce que je ferai, je ne l’aurais jamais cru. C’est pour ça, avoir plus de succès, vendre plus de disques, je m’en fous, j’ai déjà vécu des choses exceptionnelles. Tous les soirs, quand je rentre sur scène, c’est incroyable. Ça m’amuse toujours autant. Je n’en ai pas marre. Je ne sais rien faire d’autre au fond. Je n’arrive pas à m’exprimer autrement. Faire des nouveaux disques et écrire des bonnes chansons, je ne pense qu’à ça tout le temps. C’est tellement important pour moi. Si je suis là, c’est parce que j’écoutais des disques seul dans ma chambre. Si les gens peuvent écouter les disques des Wampas et être touché comme je l’ai été, c’est ce qui me fait continuer.

    Y a-t-il un moment particulier dans cette carrière ?

    La sortie de mon premier 45 tours. Je me souviens d’avoir pris le train de banlieue pour rentrer chez moi avec mon disque sous le bras. Je me dis : ça y est, j’ai réussi. Je peux mourir. Je lisais Best (magazine musical français, NdlR) depuis des années et là, le disque avait été chroniqué en disant qu’un des morceaux était un des meilleurs titres de l’histoire du rock français. J’étais tellement content. Ça a été le summum de ma réussite, le reste, c’était du bonus. Quelque part, j’aurais pu m’arrêter là.

    Vous roulez toujours dans une vieille Daewoo ?

    Non, je l’ai vendue pour 400 euros… Terminé la voiture. J’ai acheté un appartement pour la première fois de ma vie. J’ai un crédit jusqu’à 70 ans. J’ai toujours été en location et à Sète où je me suis installé, personne ne voulait rien me louer. Je suis allé voir ma banque et ils ont été d’accord. Ils ont été très gentils. Je n’ai jamais été propriétaire avant, parce que je m’en fous. On me disait : tu balances ton argent par les fenêtres. Quand je serai mort, ça changera quoi pour moi que je sois propriétaire ou locataire ? Et puis, les réunions pour parler savoir s’il faut refaire, ou pas, la cage d’escalier, ça me rend fou…

  • Toujours en avance d’une mode, j’ai appris seulement aujourd’hui que le papa de Stewart Copeland, le batteur de The Police, était Miles Copeland Jr, membre de la CIA qui a pris part à plusieurs coups d’État :
    https://en.wikipedia.org/wiki/Miles_Copeland_Jr.

    Miles Axe Copeland Jr. (July 16, 1916 – January 14, 1991) was an American musician, businessman, and Central Intelligence Agency (CIA) founding member[1] best known for his relationship with Egyptian leader Gamal Abdel Nasser and his public commentary on intelligence matters.[2] Copeland participated in numerous covert operations, including the March 1949 Syrian coup d’état and the 1953 Iranian coup d’état.[3]

    A conservative who was influenced by the ideas of James Burnham, Copeland was associated with the American political magazine National Review.[4][5] In a 1986 Rolling Stone interview, he stated “Unlike The New York Times, Victor Marchetti and Philip Agee, my complaint has been that the CIA isn’t overthrowing enough anti-American governments or assassinating enough anti-American leaders, but I guess I’m getting old.”

  • « La musique est ma couleur, variations sur Jimi Hendrix » de Jeanne-Martine Vacher
    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/serie-la-musique-est-ma-couleur-variations-sur-jimi-hendrix-de-jeanne-ma

    Dans cette série de 2008 consacrée à Jimi Hendrix, Jeanne-Martine Vacher, journaliste, s’interroge :

    "Comment débusquer, mettre à nu la vie et l’œuvre de Jimi Hendrix, si bourrées de ces clichés qui font partie intégrante de sa légende ? Comment, moi, femme, déchiffrer cet homme ? Comment, moi, Blanche, ressentir son noir ? Face à toutes ces questions, je ne possède qu’une fragile certitude, le partage de la seule chose qui nous soit résolument commune : la #musique. S’engouffrer avec risques et périls au cœur même de sa musique et des mots qu’il y sculpta, buter encore sans doute sur d’autres énigmes, siennes et nôtres tout à la fois, dont beaucoup ressemblent à la formule énigmatique qu’il chantait avec une fièvre mystérieuse : If Six was Nine.

    C’est de sa musique que naît la fiction, une musique dont le propos, explicite ou implicite, me sert de fil conducteur, me permet de scruter son auteur à l’aune d’une histoire de la musique qui va bien au-delà de celle du #rock : alors j’entends sa voix résonner en écho de celles si poétiques de la Harlem Renaissance, je contemple ses photos et rêve en ricochet au joueur de luth du Caravage….

    Variations biographiques qui s’emparent de la vie d’Hendrix la moins connue, celle qui va de l’enfance aux premiers succès. Variations poétiques qui jonglent avec ses textes ou ses déclarations et tentent de mettre en lumière les lignes de force de ses univers, les lignes de fuite de son imaginaire. Variations sur le temps, puisque ses propres mots peuvent être portés par des voix d’aujourd’hui qui toutes se sentent reliées à son histoire : ainsi, le new-yorkais Mike Ladd, figure inclassable du Hip Hop, incarne un Jimi Hendrix en « version originale » et, d’une variation l’autre, propulse, par petite "pastille sonore", sa poésie Freestyle en réponse à la vie de Jimi. Tel encore Abdel Ait Said, venu du slam, incarnation française d’Hendrix, qui imprime à ses textes leur fragile onirisme. Variations sonores enfin qui croisent voix et accents, mixent vie et compositions musicales, tout en jouant, comme il le fit lui-même, avec la magie des machines…."

    Des épisodes documentés, avec leurs rapprochements cultivés (Chopin : "il faut les assommer avec du gros son", par exemple, mais aussi Schubert, Bach, Yves, Berlioz, et pas seulement la musique contemporaine), un tantinet bavards. De quoi accompagner les tâches domestiques (malgré les 15 répétitions du génériques).

    Peu de sons inconnus (Morrison chantant accompagné par Hendrix, une version archéologique de Like a rolling stone adaptée avec d’autres paroles, avec Kurtis Knight).

    Mention spéciale : avoir intégré au générique un court extrait de l’instrumental d’une bouleversante beauté sur lequel s’achève le set donné à Woodstock, Villanova jonction blues
    https://www.facebook.com/MusicIsLife.Blue/videos/jimi-hendrix-villanova-junction-woodstock-1969/1167245116631188

    #podcast #Jimi_Hendrix

  • Je discute avec un Australien qui ne connaît pas Nick Cave (nan mais sans dec), du coup je me souviens que j’ai énormément écouté l’album Room of lights (1986) de Crime and the City Solution.

    Encore un album qui m’a aidé à vivre.