• Babys auf dem internationalen Markt
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198749.leihmutterschaft-babys-auf-dem-internationalen-markt.html

    La vision de l’avenir d’une certaine Ayn Rand est en train de devenir une prophétie autoréalisatrice.

    1943, Schwester in einem Lebensbornheim

    La pollution et l’aliénation dans les sociétés industrialisées appelée « conditions de vie » font baisser d’une manière radicale la fertilité des couples en age de procréer. A la fin seulement les vrais riches et leur cour auront les moyens nécessaires pour acheter un enfant mis au monde par une mère porteuse dans un pays africain. Ces enfants de la race de Übermensch seront des blancs soigneusement sélectionnés parmi des millier d’œufs fécondés

    On fabrique des bébés riches dès la prise en mains par leurs parents acheteurs. L’élite contourne ainsi le vieux problème de la noblesse dégénérée par mariages répétés entre cousins. Au contraire, la nouvelle classe dominante élargira soigneusement soon pool génétique avec chaque nouvelle génération.

    Les superflus moins fortunés seront jetés dans l’abîme de l’idiotie, de la consommation et de la dégénération biologique. On les euthanasiera suivant l’exemple de Soylent Green .

    Le cas de l’ancien ministre de la santé allemand, un homme qui est en relation avec Peter Thiel et fait objet du scandale du jour à cause de l’achat d’un enfant, n’est qu’un signe précurseur d’un développement général plausible.

    Jusqu’ici ce sont des spéculations et extrapolations.

    Nous constatons par contre le fait qu’aujourd’hui un organisme du type Lebensborn n’a pas besoin d’idéologie nazie ni de centres de procréation nordique. L’empoissonnement des corps humains et le marché capitaliste l’ont reproduit sous forme de chaîne de production mondialisée. L’imaginaire dystopique et la réalité sous l’impérialisme états-unien se sont fondus dans une activité économiques spécifique et rentable.

    Soyez rassurés, pour le moment ce n’est pas grave. Le monstre capitaliste en fera naître d’autres horreurs. Préparez-vous à les faire tomber.

    2.4.2026 von Irina Herb - Um den Kinderwunsch hat sich eine globale Ökonomie entsponnen, viele Leihmütter kommen momentan aus Ghana. Wie kann eine linke Kritik daran aussehen?

    Bestellen Sie online, von überall und von jedem Gerät«. – »Sichern Sie sich 10 000 Dollar Rabatt«. Bei diesen Werbungen von zwei internationalen Unternehmen geht es nicht um das neueste iPad oder Auto, sondern um menschliche Eizellen und um Babys. Eizellen können von einer dänischen Eizellbank bestellt, in der Ukraine befruchtet und genetischen Tests unterzogen werden. Wenn gewünscht, werden sie nach Geschlecht selektiert und nach Ghana geschifft, wo sie von einer sogenannten Leihmutter ausgetragen werden. Nach etwa zehn Monaten, so das Versprechen, kann das Baby für einen Preis von etwa 36 000 bis 60 000 US-Dollar von deutschen Wunscheltern abgeholt werden.

    Dieses Beispiel ist nur eine von mittlerweile unzähligen Möglichkeiten, auf kommerziellem Wege und mit Rückgriff auf die Körper Dritter, ein »eigenes« Kind zu bekommen. Ob Eizellen von Frauen aus der Ukraine, die groß, blauäugig, intelligent oder »musikalisch« sein sollen, Selektion von Embryonen durch Künstliche Intelligenz in San Diego (USA), genetische Tests durch ein indisches Unternehmen oder Leihmutterschaft in Georgien, Armenien, Mexiko, Kolumbien, Argentinien, Ghana oder der Ukraine – all diese Möglichkeiten stehen mittlerweile für zahlungsfähige Kundschaft zur Verfügung und wurden am Wochenende des 8. März 2026 auf der Messe »Wish for a Baby« in Berlin beworben – obwohl Leihmutterschaft und Eizell-»Spende« in Deutschland illegal sind.

    In konservativen bis rechten Kreisen wird Kritik an Leihmutterschaft geübt, zuletzt, wie im »nd« analysiert, bei dem am gleichen Wochenende stattfindenden Kongress »Kinder und Kommerz« der »Aktion Lebensrecht für Alle« – also Gegnern von Schwangerschaftsabbrüchen. Mit dabei: CDU- und AfD-Mitglieder sowie rechte Influencer*innen wie Birgit Kelle. Durchzogen von Trans*feindlichkeit und konservativen Ideen einer vermeintlich »natürlichen« Familie, wurde dort die Kommerzialisierung des Kinderkriegens skandalisiert.

    Die industrienahe Lobby und liberale Gruppen, inklusive der FDP, sehen im Markt von Eizellen und Schwangerschaft hingegen oftmals die Emanzipation von Frauen, technologischen Fortschritt und Gleichstellung von LGBTQI+, die von der Industrie als kaufkräftige Zielgruppe entdeckt wurden.

    Eine konsistente Antwort auf Leihmutterschaft und Eizell-»Spende« von links bleibt hingegen bisher aus. Vor diesem Hintergrund lohnt ein Blick auf den Leihmutter-Markt unter macht- und kolonialismussensiblen Gesichtspunkten.
    Von globalen Fertilitätsketten

    Leihmutterschaft – also das freiwillige oder erzwungene Austragen eines Kindes für eine andere Person – gab es vermutlich schon immer. Neu ist die sogenannte gestationale Leihmutterschaft, bei der Embryos aus Eizellen und Spermien außerhalb des Körpers erzeugt und einer dritten Person eingesetzt werden. Die Schwangere ist dementsprechend genetisch nicht mit dem Baby verwandt. Diese Form boomte nach technischen Fortschritten ab den 80er Jahren zuerst in den USA.

    Der hohe Preis (100 000 bis 180 000 Dollar für ein Kind) bewegte die Industrie, neue Standorte mit niedrigeren Preisen und vorteilhafteren Regulierungen zu suchen. So entstanden ab den 2000er Jahren in Indien und Thailand Hotspots, die aufgrund strikter werdender Regulierung durch solche in weiteren Ländern wie Georgien, der Ukraine und Mexiko ersetzt oder komplementiert wurden.

    Eine eher neue Entwicklung ist die Erschließung afrikanischer Leihmütter-Märkte wie in Ghana und Kenia für Wunscheltern aus dem Globalen Norden. Durch aggressives Marketing und »Low Budget«-Optionen werden neben der afrikanischen Diaspora dezidiert weiße Europäer*innen und US-Amerikaner*innen angesprochen. So zeigte eine ghanaische Agentur auf der Messe »Wish for a Baby« Bilder von weißen Babys und versicherte, dass die Embryonen mit genetischem Material aus Europa in Zypern hergestellt werden können – diese würden persönlich mit dem Flugzeug dort abholt.

    Ghana steht exemplarisch dafür, wie Fertilität und Schwangerschaft schon immer in kapitalistische und damit auch (neo)koloniale Strukturen eingebettet waren. Wer dort Leihmutterschaft erforscht – wie ich es Anfang dieses Jahres zusammen mit Sabina Appiah-Boateng an der University of Cape Coast tun durfte – kommt nicht um die (neo)koloniale Vergangenheit und Gegenwart herum.

    Ghanas Küste ist gesprenkelt von kolonialen Schlössern, die den Schweden, Dänen, Portugiesen und Briten – und im Osten auch den Deutschen – zu Gräueltaten, inklusive der Vergewaltigung und des Handels mit versklavten Menschen, dienten. Versklavte Menschen wurden nicht nur zur Arbeit auf Plantagen gezwungen, sondern auch zur Schwangerschaftsarbeit: Die biologische Vermehrung – systematisch durch Vergewaltigungen vorangetrieben – der versklavten Menschen war ein zentraler Bestandteil der Ökonomie in den siedlerkolonialistischen Amerikas. In dieser, so rekonstruiert die US-amerikanische Philosophin und Bürgerrechtlerin Angela Davis, wurden Frauen dazu gezwungen, bis zu 18 Kinder zu bekommen, die ihnen nicht selbst »gehörten«. Davis sieht vor diesem Hintergrund in heutiger Leihmutterschaft ein Echo versklavter Frauen.
    Die »doppelt freie« Schwangere

    Heutzutage treten Frauen aus Ghana und den umliegenden Ländern durch eine sogenannte freie Entscheidung in ein Leihmutterschaftsarrangement ein – so frei, wie frau eben entscheiden kann, wenn sie Geld zum (Über)Leben für sich und ihre Kinder braucht. Dieser Zusammenhang erinnert an den Marx’schen Begriff des »doppelt freien Arbeiters«. Aufgrund der globalen Asymmetrie lässt sich diese Ausbeutung mit dem in Ghana entstandenen Konzept des Neokolonialismus verbinden: Kwame Nkrumah, Ghanas sozialistischer und erster Präsident, kritisierte in den 60er Jahren, dass ehemalige Kolonien zwar erfolgreich formale Unabhängigkeit erkämpften, aber innerhalb des kapitalistischen Weltsystems weiterhin von außen kontrolliert würden. Dies, so seine Diagnose, zwinge die ehemaligen Kolonien weiter zu unterbezahlter und gefährlicher Arbeit sowie ungleichem Handel.

    Eine ghanaische Agentur zeigt Bilder von weißen Babys und versichert, dass die Embryonen mit genetischem Material aus Europa hergestellt werden können.

    Diese Asymmetrie, die durch ein liberales Verständnis von Vertragsfreiheit verdeckt wird, drückt sich unter anderem dadurch aus, dass das Leihmutterschafts-Verhältnis durch einen Vertrag geregelt wird, den die Leihmutter aufgrund mangelnder Mittel in den meisten Fällen nicht gerichtlich durchsetzen könnte. Dagegen verpflichtet sie sich den Agenturen und Kliniken gegenüber nicht nur dazu, das Kind nach der Geburt abzugeben, sondern auch dazu, weitreichende Rechte und Selbstbestimmung aufzugeben.

    In den von uns beforschten Fällen wohnen Leihmütter in Sammelunterkünften, die sie nicht verlassen dürfen – wenn sie ins Krankenhaus müssen, werden sie von einem Taxi hin- und zurückgebracht. Ihre Handys werden ihnen teilweise entzogen, und in mehreren Fällen dürfen sie ihre Kinder und Familienangehörige gar nicht oder nur unter Aufsicht sehen. Sie müssen auch unterschreiben, dass sie keinen Sex haben und die vorgeschriebene Nahrung und Medizin zu sich nehmen werden.

    Wie mehrere der interviewten Vermittler betonten, sollen die Leihmütter gar nichts machen, um das »Outcome« des »Programms«, wie es mitunter genannt wurde, nicht zu gefährden: »Sie üben keinerlei Aktivitäten aus. Ihre Aufgabe besteht darin, zu essen, ihre regelmäßigen Dehnübungen zu machen und sich viel auszuruhen. Hygiene ist entscheidend.« Auch über die Art der Geburt – vaginal oder durch Kaiserschnitt – dürfen sie nicht mitentscheiden. Wie ein Arzt sagte: »Die Entscheidung über die Geburt liegt bei mir.« Hingegen können die »Wunscheltern« – so werben mehrere Agenturen explizit – teilweise darüber befinden, ob sie bei der Geburt dabei sein wollen.

    Solche Mechanismen zur Optimierung von Schwangerschaften erinnern an Taylorismus, also an die Versuche Frederick Winslow Taylors im 19. Jahrhundert, die Stahlindustrie durch Standardisierungen, minutiöses Management fragmentierter Arbeitsschritte und Arbeitsteilung effizienter zu strukturieren.
    Ware Baby: In der rechten Kritik an Leihmutterschaft ist das Motiv vom zusammengebauten, künstlichen Baby beliebt, um die »natürliche« Familie zu propagieren.

    In diesem Zusammenhang scheint es auch auffällig – ohne dass gesicherte Zahlen vorliegen –, wie häufig es zu Zwillings- und sogar Drillingsgeburten kommt. Es ist eine so häufige Erscheinung, dass es unterschiedliche Preise gibt: Zwei Kinder gibt es zwar nicht zum Preis von einem, aber billiger als zwei separate Schwangerschaften. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass mehrere Embryonen eingesetzt werden, um Kosten zu drücken und die Erfolgschancen auf eine erfolgreiche Einpflanzung eines Embryos auf Kosten der Leihmutter zu erhöhen. Für all das bekommt die Leihmutter bei einem einzelnen Kind etwa 2000 bis 5000 Dollar – wohl in etwa so viel wie ein deutsches Wunschelternteil in einem Monat verdient.

    Babys: Eine vulnerable Ware

    Klar wurde auf der Messe, insbesondere in Kombination mit den Einsichten aus Ghana: Heute kann sich jede*r, die oder der die Mittel hat, durch Leihmutterschaft ein Baby kaufen. Selbst die sonstige Unberechenbarkeit von Schwangerschaft wird durch »Liefergarantien« (»guaranteed baby-take home packages«) aus dem Weg geräumt – zumindest für die Wunscheltern.

    Dabei ist nicht nur bedenklich, dass Wunscheltern dazu motiviert werden, ihre Babys zu ›optimieren‹, indem sie dazu ermutigt werden, nicht nur das genetische Material nach ihren Präferenzen auszusuchen, sondern auch genetisch zu ›screenen‹ und auszusortieren – ein Trend, der momentan insbesondere im Silicon Valley im Kontext einer »selektiv pronatalistischen« Ideologie propagiert und finanziell unterfüttert wird. Auch der mangelnde Schutz von Kindern gibt zu denken. In vielen Fällen, darunter in Ghana, existiert keine konsistente Regulierung oder Informationen darüber, was mit Babys aus Leihmutterschaftsarrangements passiert. Wie mir ein ghanaischer Anwalt sagte: »Wenn ich das Geld habe, kann ich eine Frau dazu bringen, als Leihmutter zu fungieren, und zack – ich bezahle die Anwälte und werde Elternteil. Es wird so einfach, dass solche Dinge geschehen, und das grenzt schon an Kinderhandel.«

    Das »Wall Street Journal« berichtete beispielsweise von einem superreichen Unternehmer, der bis zu 100 Kinder via Leihmutterschaft gezeugt haben soll. Außerdem tauschen sich Männer in Internetforen darüber aus, wie sie durch Leihmutterschaft an Kinder kommen können. So schreibt ein Forenmitglied, dass in Ghana viele Single-Väter unterwegs seien; die meisten von ihnen hätten das Sorgerecht für ihre biologischen Kinder entweder durch ihre »Ex-Frauen« oder das Jugendamt verloren. Um dieses »Trauma«, wie er es nennt, nicht wiederholt erleben zu müssen, biete es sich an, in Ghana ein »eigenes« Kind per Leihmutter zu »bekommen«. Die Vereinten Nationen schlugen bereits 2018 Alarm.
    Unerfüllte Kinderwünsche

    Kritik an kommerzialisierten internationalen Leihmütter-Märkten greift zu kurz, wenn sie nicht auch den unerfüllten Kinderwunsch politisiert. Im Jahr 2020 waren über 40 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland ungewollt kinderlos, ein Anstieg von zehn Prozent in weniger als zehn Jahren. Diese Zahlen sind politisch und werden mitunter von rechts vereinnahmt. Dabei weisen diese Zahlen auf wichtige politische Schieflagen hin. Denn steigende biologische Infertilität hängt erwiesenermaßen mit Umweltverschmutzung – darunter Pestizidbelastung, Mikroplastik, hochprozessierte Ernährung und Lärmbelastung – und einem Mangel an guter Gesundheitsversorgung zusammen. Beispielsweise warten Menschen, die unter Endometriose leiden, momentan etwa sechs bis zehn Jahre auf eine Diagnose. Diese Zeit kann einen erheblichen Einfluss auf die Kinderplanung haben.

    Zur steigenden biologischen Infertilität kommt die sogenannte soziale Infertilität, die ebenso politisch ist: Menschen entscheiden sich aufgrund äußerer Umstände, den Kinderwunsch zu verschieben oder aufzugeben. Dazu gehören unter anderem ökonomische Unsicherheiten, die Weltlage und die Wohnungskrise. Eine Studie zum Zusammenhang von Wohnraumverfügbarkeit und Rückgang der Geburtenrate in den USA zeigt: Menschen in überteuerten Mietverhältnissen schieben ihren Kinderwunsch stärker auf als jene in bezahlbarem oder gekauftem Wohnraum. Und mit steigendem Alter wird das Schwangerwerden schwieriger. Die Autor*innen der Studie, Irakli Japaridze und Nagham Sayour, schlussfolgern: Sogar temporäre Wohnungskrisen können langfristige Auswirkungen auf die »Alterspyramide« haben.

    Hier schließt sich der Kreis von global ungleich verteilter Fertilität, Schwangerschaft und dem Recht auf Leben im Kontext globaler Leihmutterschafts-Märkte. Es ist nämlich diese sich wandelnde Demografie und sogenannte Überalterung im Globalen Norden, die momentan im Kontext sinkender Geburtenraten zu Warnrufen von Eliten wie Trump und kapitalnahen Institutionen wie McKinsey oder der OECD führt. Und tatsächlich lässt sich sagen: In kapitalistischen Gesellschaften sind sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung eine Herausforderung, da diese das Hauptaugenmerk auf die Generierung von Profit legen, statt auf Sorgearbeit und Bedürfnisbefriedigung.

    Das Rentensystem und die Versorgung Pflegebedürftiger drohen deshalb bei der Alterung einer Gesellschaft zusammenzubrechen. Vor diesem Hintergrund versuchen viele der reichen Staaten momentan nicht nur, das Recht auf Rente und Teilzeit anzugreifen, sondern auch, Teile der eigenen Bevölkerung dazu zu ermutigen, mehr Kinder zu bekommen – während sie andere junge Menschen im Mittelmeer ertrinken oder mit deutschen Waffen und Geldern zerbomben lassen.

    So finden sich diejenigen, die sich erfolglos ein »eigenes« Kind wünschen, in einem System wieder, das die Konditionen für das Kinderkriegen unterminiert und gleichzeitig nach mehr Kindern ruft – idealerweise aus den »richtigen« Schichten, mit der »richtigen« Hautfarbe und ohne Behinderung. Statt sozialer Lösungen für die Care- und Wohnkrise werden technologische »Fixes« und Outsourcing angeboten: Fertilitätsbehandlungen verheirateter heterosexueller Paare werden in Deutschland subventioniert, und bei der Bewerbung illegaler Praktiken wie Leihmutterschaft und Eizellspende wird ein Auge zugedrückt – während es bis vor Kurzem zu Anklagen führte, wenn Ärzt*innen Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen bereitstellten.

    #sélection #eugénisme #impérialisme #iatrocratie #dystopie #enfants #esclavage #colonialisme

  • L’IA rend l’#édition_scientifique « plus lente, de moins bonne qualité et plus chère »

    Alors que de plus en plus d’#articles_scientifiques sont créés en utilisant l’IA générative, le rédacteur en chef de Science, Holden Thorp, considère qu’elle fait plus de mal que de bien à l’édition scientifique.

    Pour Holden Thorp, le responsable éditorial de toutes les revues de l’éditeur scientifique Science, l’arrivée de l’IA générative pousse l’édition scientifique dans une forme de « #taylorisme ». « Ce défi exige encore plus d’efforts humains, ce qui rend l’ensemble du processus plus lent et plus coûteux », explique-t-il dans un édito de la revue phare (https://www.science.org/doi/10.1126/science.aek5570).

    L’année dernière, des chercheurs prévenaient que l’IA pourrait faire, au final, « plus de mal que de bien » à la recherche sans pour autant nier certaines avancées qu’elle pouvait amener. Fin 2025, submergée par les propositions d’articles générées par IA, la plateforme de prépublications #arXiv décidait de modérer plus strictement. Elle a ensuite mis en place une mesure de suspension d’un an des chercheurs qui soumettent des articles erronés générés par IA.

    #Hallucinations, #cherry_picking et #manipulation_de_données

    Mais les revues et les conférences scientifiques sont aussi touchées par le phénomène. Holden Thorp ne nie pas la capacité des grands modèles de langage (LLM) à permettre des avancées scientifiques comme la prédiction des structures protéiques ou l’accélération de la découverte de nouveaux matériaux.

    Mais il s’appuie sur un article scientifique récent (https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz4351) qui explique que les LLM « éprouvent encore des difficultés dans les domaines qui exigent un jugement clinique nuancé, un raisonnement expérimental ou une réflexion et une synthèse approfondies en biologie » et sur l’existence des hallucinations (dont même les chercheurs d’OpenAI avouent avoir du mal à se débarrasser) pour expliquer que leur utilisation dans la rédaction d’articles scientifiques peut être problématique.

    « De plus, certains de ces agents sont plus enclins que les humains à se livrer à ce qui s’apparente à des #fautes_professionnelles en matière de recherche, telles que la #sélection_arbitraire_de_données [cherry picking] et la manipulation des analyses statistiques jusqu’à l’obtention du résultat souhaité », ajoute-t-il, citant un autre article mis en ligne sur arXiv (https://arxiv.org/pdf/2509.08713).

    Et, alors que l’ajout d’erreurs par l’IA générative dans les articles demande une attention accrue, elle accélère aussi le rythme de soumission d’articles aux revues scientifiques et crée des #goulots_d’étranglement. Certains éditeurs, comme Elsevier, laissent facilement passer des #erreurs parfois impardonnables. « La prolifération d’#AI_slop [informations erronées liées à l’IA] dans la littérature scientifique et, plus généralement, sur Internet, nuit à la #crédibilité de la #science », déplore le responsable éditorial de Science.

    Le taylorisme arrive dans l’édition scientifique

    Holden Thorp compare ce moment de l’arrivée de l’IA générative dans l’édition scientifique à l’arrivée du taylorisme dans l’économie américaine. Frederick Winslow Taylor « a encouragé les entreprises à recourir à la surveillance pour pousser les salariés à travailler plus dur et plus longtemps, une approche qui a épuisé et découragé les travailleurs et a conduit au transfert des connaissances et de tout pouvoir décisionnel des travailleurs vers la direction », explique-t-il.

    Remarquons quand même que, si Holden Thorp déplore l’utilisation massive de l’IA générative dans les articles scientifiques, son article est lui-même parsemé de liens accompagnés de paramètres UTM laissant la trace de l’utilisation de ChatGPT (par exemple : https://arxiv.org/abs/2605.07723.

    https://next.ink/247785/lia-rend-ledition-scientifique-plus-lente-de-moins-bonne-qualite-et-plus-chere
    #AI #intelligence_artificielle #vitesse #qualité #ESR #recherche #revues_scientifiques

  • Linker Radikalismus: Desaster mit Nachspiel
    https://www.jungewelt.de/artikel/525034.linker-radikalismus-desaster-mit-nachspiel.html

    Drei Entführte starben, aber immerhin 102 konnten gerettet werden. Befreite Geiseln kommen am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv an (27.6.1976)

    À propos du rôle de du détournement d’avion à Entebbe en 1976 dans l’histoire de la gauche antiimpérialiste et du mythe de l’antisemitisme de gauche.

    27.6.2026 von Gerhard Hanloser - Vor 50 Jahren endete die Geiselnahme von Entebbe blutig. Die terroristische Tat hatte weitreichende Folgen – auch für die Linke

    Die Entführung eines Passagierflugzeugs der Air France am 27. Juni 1976 und ihre verheerenden Folgen sind weniger stark im kollektiven Gedächtnis verankert als beispielsweise jene der »Landshut«-Maschine im Deutschen Herbst 1977. Beide Male versuchten palästinensische bewaffnete Luftpiraten, die Entlassung mehrerer politischer Gefangener zu erzwingen. Im Gegensatz zu der bekannteren Entführung des Flugzeugs »Landshut« nach Mogadischu waren an der ein Jahr früher erfolgten Geiselnahme auch deutsche Militante beteiligt. Es waren die Gründungsmitglieder der Revolutionären Zellen (RZ) aus Frankfurt am Main, Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann. Zusammen mit bewaffneten Militanten der »Volksfront zur Befreiung Palästinas – External Operation« (PFLP-EO) kaperten sie ein Flugzeug, das von Tel Aviv aus über einen Zwischenstopp in Athen nach Paris fliegen sollte, und lenkten es über eine Zwischenstation in die ugandische Stadt Entebbe.

    Die RZ hatten genauso wie die Rote Armee Fraktion (RAF) ihre Wurzeln in der sich radikalisierenden Außerparlamentarischen Opposition (APO) der Bundesrepublik. Sie wollten einen strategisch und inhaltlich etwas anders gelagerten Weg des »bewaffneten Kampfes« gehen als die RAF. Vorgesehen war nicht eine komplette Illegalisierung der Stadtguerilleros, sondern die RZ-Aktivisten sollten weiterhin auch in den diversen Strukturen der legalen radikalen Linken agieren. Neben antiimperialistischen Aktionen, vornehmlich gegen den von den USA unterstützten Putsch in Chile von 1973, und sozialrevolutionären Aktionen, die den antikapitalistischen und antipatriarchalen Kämpfen von Arbeitern, Jugendlichen und Frauen helfen und ihre Feinde angreifen sollten, nannten die ursprünglichen RZ ausdrücklich »Aktionen gegen die Filialen und Komplizen des Zionismus in der BRD« als Feld ihres Wirkens.
    Gefangenenbefreiung

    In der Frühphase der Organisation zählte zu dieser antizionistischen Ausrichtung offensichtlich eine inhaltlich-strategische wie logistisch-organisatorische Zusammenarbeit mit der marxistisch-leninistischen Kaderorganisation PFLP. Diese Art der politischen Verbindung hatte auch einen nicht unproblematischen Aspekt, was den RZlern selbst durchaus bewusst war, wie eine Aussage in einem Selbstinterview der RZ aus dem Jahr 1975 deutlich macht. Darin bekunden sie, dass es eine politische Bestimmung in ihrer Politik geben würde, die »viele Genossen nicht verstehen und nicht akzeptieren und die auch die Massen nicht verstehen und die sie vorläufig auch nicht interessieren wird«. 1976 ging es aber in erster Linie um die Befreiung gefangener Genossinnen und Genossen. Nach den Aussagen des RZ-Mitglieds Rudolf Schindler hätten Böse und Kuhlmann die Möglichkeit gesehen, »sich einer genialen und garantiert unblutigen Aktion der PFLP anzuschließen, durch die ein halbes Hundert Palästinenser aus israelischen Gefängnissen befreit werden sollten. Die PFLP sei daran interessiert, durch deutsche Beteiligung ihren Konflikt mit Israel zu internationalisieren und die Freilassung von Ulrike Meinhof und anderen RAF-Gefangenen in ihre Forderung mitaufzunehmen.«

    Sieben Tage nach der Entführung, am 4. Juli 1976, starteten israelische Spezialeinheiten eine spektakuläre Militäroperation namens »Operation Thunderbolt«. Die insgesamt sieben palästinensischen und deutschen Geiselnehmerinnen und Geiselnehmer wurden gezielt getötet und die 102 Geiseln befreit, drei von ihnen starben im Kugelhagel. In davor stattfindenden Kampfhandlungen zwischen ugandischen Wachsoldaten und israelischen Kommandotrupps wurden über zwanzig ugandische Armeeangehörige sowie der Einsatzleiter der israelischen Spezialeinheit, Jonathan Netanjahu, der Bruder des amtierenden israelischen Premierministers, als einziges Opfer auf israelischer Seite ebenfalls getötet. Der spätere Bundeskanzler Helmut Kohl erklärte damals in seiner Rolle als Oppositionsführer der CDU im Deutschen Bundestag: »Israel hat der Welt ein Beispiel gegeben, wie man mit entschlossenem und verantwortungsvollem Handeln den internationalen Terror eindämmen kann.« Aus dem Haus des Medienkonzerns Springer wurde verkündet: »Die Israelis haben einen Sieg für die ganze freie Welt errungen.« Objektiv betrachtet war die Operation eine Anwendung militärischer Gewalt auf fremdem Staatsgebiet und lief daher grundsätzlich dem Gewaltverbot nach Artikel 2 Abs. 4 der UN-Charta zuwider.

    Die bereits damals traditionsreiche Solidaritätszeitung iz3w (Blätter des Informationszentrums 3. Welt) aus Freiburg im Breisgau bezog sich auf das Völkerrecht und kritisierte, dass die Indus­trieländer die israelische Aktion rechtfertigten, die israelische Verletzung der Charta der Vereinten Nationen wortlos hinnahmen und »alleine den individuellen Terror verdammt wissen« wollten, welcher dem globalen System schaden wolle, es jedoch eher stabilisieren würde. Währenddessen übertraf die Vielzahl von sogenannten K-Gruppen wie KPD/ML, KPD-AO und Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) sich selbst in militant-antiimperialistischer Phrasendrescherei. Differenzierender wurde im damals recht einflussreichen Arbeiterkampf, der Zeitung des Kommunistischen Bundes (KB), erklärt, dass es nur vordergründig um die Rettung unschuldiger Menschen gegangen sei. Israel würde die Avantgarde des Imperialismus darstellen, welcher schlicht sein Recht auf Aggression durchsetze – »zum Beispiel, wenn Staaten der ›Dritten Welt‹ auf den Gedanken kommen sollten, sich gegen die Ausplünderung ihrer Rohstoffe zu wehren«. Das besonders Perfide sei nun jedoch, dass »diese Kampagne sich diesmal besonders gut hinter dem ›menschlichen‹ Interesse an der Befreiung der Geiseln und der in der faschistischen Vergangenheit begründeten Sympathie für Israel verstecken konnte«. Die DKP-nahe Deutsche Volkszeitung blieb stärker der antifaschistischen Tradition verpflichtet und äußerte sich in deutlichen Worten zu dem Terror »bundesdeutscher Anarchisten«, welcher einer Logik der »Degradierung des Menschen zum Handelsobjekt« folge. Historische Parallelen und Erinnerungen an Gewalt gegen Juden, die von Deutschen ausgeübt wurden, sollte man nicht sofort von der Hand weisen. Gleichzeitig machte der von dem prominenten Mitglied der Deutschen Friedensunion Hans-Werner Bartsch verfasste Text deutlich, dass die israelische Regierung in den widerrechtlich besetzten Gebieten als »Terrorregime« agiere und damit Terror selbst hervorgerufen habe.
    Endpunkt revolutionärer Moral

    Im Januar 1978 erschien in der Frankfurter Theoriezeitschrift der undogmatischen Linken Autonomie. Materialien gegen die Fabrikgesellschaft unter dem Pseudonym M. Lubetsky eine tiefgreifende Abrechnung mit der Politik des bewaffneten Antiimperialismus, wie sie von der RAF und auch den RZ propagiert und ausgeführt wurde. Der Text trug den vielsagenden Titel »Stammheim und Tel Zaatar. Versuch über Moral und Politik«. Tatsächlich ging es den RZ-Militanten – allen voran der 29jährigen Brigitte Kuhlmann – darum, die gefangenen Genossen endlich aus den Gefängnissen zu befreien. Besonders Ulrike Meinhofs Zustand sorgte für Beunruhigung. Für die Aktivisten der PFLP-EO wiederum dürfte die Situation im Flüchtlingslager Tel Al-Zaatar in Beirut, das seit Januar 1976 von libanesischen christlichen Milizen belagert worden war, ein entscheidendes Motiv gewesen sein. Die palästinensischen Kämpfer dort drohten aufgerieben und massakriert zu werden. Mittels der Entführung sollte Handlungsfähigkeit bewiesen werden.

    Der in Frankfurt am Main ansässige Marxist Moishe Postone, der sich hinter dem Pseudonym Lubetsky verbarg, sah in der Aktion einen Endpunkt revolutionärer Moral erreicht. Der Antizionismus gehöre zum Internationalismus der Neuen Linken, dürfe sich dann aber gerade nicht gegen Juden, die in Palästina leben, richten. Vielmehr müsse sich ein emanzipatorisches Programm auch in den Aktionen selbst manifestieren. Die militanten Palästinenser verteidigte er vor dem Vorwurf des Nationalismus: »Ihr Nationalismus ist total verständlich, nicht nur moralisch, sondern auch materiell. Welche andere Haltung wäre denn möglich für Menschen, die vertrieben wurden und seither außerhalb jeder realen gesellschaftlichen Struktur gelebt haben: seit über einer Generation in Flüchtlingslagern, die permanent das Ziel brutaler israelischer Angriffe waren und von den arabischen Staaten in deren Konflikten untereinander als Spielball benutzt wurden?« Die linke Bewegung müsse »zu einer kritischen Unterstützung antiimperialistischer Bewegungen kommen«. Dies erfordere, den Konflikt in Palästina konkret zu untersuchen und zu erkennen, dass Kampfweisen wie in Algerien oder Vietnam hier nicht funktionieren können, da die Situation eine völlig andere sei. Außerdem sei auf »Glorifizierung des bewaffneten Kampfs im Ausland« ebenso zu verzichten wie auf das Springen von einem »Identifikationsobjekt« zum anderen. Besonders deutsche nichtjüdische Linke sollten Schuld und Verantwortung angesichts der Nazigeschichte stärker reflektieren.

    Neben diesen klugen Beobachtungen arbeitete der Text Postones mit weitreichenden Spekulationen. So behauptete er, die Forderung nach Freilassung von politischen Gefangenen hätte das eigentliche Ziel verschleiert, nämlich Syrien und andere Staaten verstärkt gegen Israel auf und an die Seite der PLO und der PFLP zu bringen, und damit einen Block der Unnachgiebigen zu formen. Postone führte weiter aus: »Ich glaube, dass dieses Ziel die spezifische Form der Aktion erklärt. Zwei Tage, nachdem die Air-France-Maschine Entebbe erreichte, wurden die etwa 150 nichtjüdischen Passagiere freigelassen. Die etwa 100 jüdischen Passagiere wurden als die eigentlichen Geiseln festgehalten. Und unter denen, die die Selektion der Passagiere in jüdische und nichtjüdische vornahmen (nicht etwa israelische und nichtisraelische, was schlimm genug gewesen wäre), waren junge Deutsche: Ich glaube nicht, dass dies ein Zufall war, sondern es war eine bewusste Inszenierung (ob die unmittelbar beteiligten Entführer dies nun realisierten oder nicht). Die Absicht war, so extrem zu provozieren, dass eine extrem gewalttätige israelische Reaktion ausgelöst würde. Der Welt wurde, wieder einmal, vorgeführt, wie Deutsche Juden und Nichtjuden voneinander selektierten.« Eine ungeheure Welle traumatischer Erinnerungen wäre ausgelöst worden. »Alle kleinen Erfolge, die progressive Antizionisten bei ihrem Versuch, die enge Verbindung von jüdischem Selbstverständnis und Zionismus zu brechen, erzielt hatten – eine Verbindung, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer so allgemeinen wurde –, waren weggefegt. Die Absicht war, eine Einheitsfront aller palästinensischen Gruppen und Araber gegen alle Israelis und Juden herzustellen, alle Konflikte innerhalb der jeweiligen ›Lager‹ zu verkleistern, so dass jede Seite in der anderen die ›wirklichen Nazis‹ sah – eine Absicht, die nichts mehr mit einer progressiven Befreiungsbewegung zu tun hat.«

    Die heutige Quellenlage bestätigt Postones Mutmaßung zur Absicht der Aktion nicht. So distanzierten sich sowohl PFLP als auch PLO von der Aktion, während die verantwortliche Splitterorganisation PFLP-EO mit einem Erfolg ihres Unternehmens zu rechnen schien. Durchaus korrekt scheinen Postones zeitgenössische pessimistische Bemerkungen jedoch in Hinsicht auf die Wirkung der Entführung und ihrer Folgen zu sein.

    Willkommener Anlass

    Die Aktion von Entebbe wurde rasch zu einem Vorwand für verschiedene Akteure, die bislang mit dem Milieu der radikalen Linken verbunden waren, sich von Internationalismus und Antiimperialismus ganz zu lösen. Der zwischen Nonkonformismus und Konformismus pendelnde Publizist Henryk M. Broder begründete in den 1980er Jahren seinen Abschied von der Linken mit Entebbe und wollte festgehalten wissen, dass die »deutschen Genossen«, wie er nur noch spöttisch formulierte, »ihren palästinensischen Freunden« geholfen hätten, indem sie anhand der Namen in den Pässen die Juden von den Nichtjuden separiert hatten. Er konstatierte: »Es war die erste ›Selektion‹ nach 1945.«

    Nach dieser Polemik Broders wurde es bis in die frühen 1990er Jahre weitgehend still um den Fall Entebbe. Im Umbruchsjahr 1991 meldete sich schließlich eine Revolutionäre Zelle mit einer ungewöhnlichen Erklärung zu Entebbe, zur Jahre zurückliegenden Ermordung eines ehemaligen Genossen und zur Frage des »linken Antisemitismus« zu Wort. Der Text trug den Titel »Gerd Albartus ist tot«. Folgt man dieser Erklärung der RZ, die sich offensichtlich gerade in Abwicklung befand, dann fand in Entebbe eine »Selektion entlang völkischer Linien« statt: »Die legitime und notwendige Kritik an der israelischen Besatzungspolitik sowie die selbstverständliche Solidarität mit dem Widerstand der Palästinenser war umgeschlagen in die Bereitschaft, jüdische Passagiere gleich welcher Staatsangehörigkeit für den Terror und die Grausamkeit des israelischen Regimes haftbar zu machen und damit sozialrevolutionäre Maßstäbe gegen die der Sippenhaft einzutauschen.« Das Dokument gilt damit als eines der wichtigsten Beispiele nicht nur linker Selbstkritik, sondern der Beweisführung, dass es einen originären »linken Antisemitismus« geben würde, der sogar zu mörderischen oder Mord in Kauf nehmenden Aktionen führe. Eine andere Revolutionäre Zelle bestritt dagegen im Mai 1992 diese Darstellung der Ereignisse in Entebbe kategorisch. Sie folge »bürgerlicher Medienpropaganda« und zeige ein »unsägliches Misstrauen gegenüber den eigenen beteiligten GenossInnen«. Gewertet wurde das Papier der anderen RZ-Gruppe als »Rundumschlag auf Kosten der kämpfenden Völker im Trikont«. Außerdem hieß es: »Eine Auswahl von Jüdinnen und Juden hat es nicht gegeben.« Am Ende wurde erklärt, »Strategie und Taktik bewaffneter Politik weiterzuentwickeln« stünde auf der Tagesordnung – nicht das Aufgeben.

    Im Mai 1992 schob die sich selbstkritisch präsentierende Revolutionäre Zelle einen Text nach, in dem sie gegen diese Gegenreden anderer RZ-Gruppen und Einzelpersonen ihre Kritik am linken Antizionismus vertiefte: Dieser sei »keineswegs so unschuldig, wie er sich gibt. Er ist zu einem Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zu einem bestimmten subkulturellen Milieu der radikalen Linken geworden« und würde als Loyalitäts­test gelten. Damit trafen die Autoren und Autorinnen sicher einen Punkt, und ihr öffentliches Abrücken von einer unkritischen Palästina-Solidarität und einem geschichtslosen Antizionismus war überfällig, kam allerdings Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu spät. Schließlich war die RZ in den 1980er und frühen 1990er Jahren eher dafür bekannt, militant gegen die Ausländer- und Asylpolitik der Bundesrepublik vorzugehen. Die zerknirschte Selbstkritik, der heftige Streit und die Auflösungen der RZ-Gruppen fielen so in der Tat zusammen mit einer Welle des rechten Alltagsrassismus und »mit dem vorläufigen triumphierenden Siegeszug des Imperialismus über Trikont und Osteuropa«, wie es die orthodox-antiimperialistisch argumentierende RZ-Gruppe in ihrer Kritik formulierte.

    Für die sich in den 1990ern formierenden »Antideutschen«, die allerdings lediglich eine aggressive Absetzbewegung von der Linken darstellten (vgl. junge Welt vom 8.8.2025), sowie für die interessierte Öffentlichkeit allgemein liegt mit der selbstkritischen RZ-Erklärung, die von »Selektion« und »völkischen Linien« sprach, ein entscheidendes Beweisstück vor, um der radikalen und militanten Linken generell Antisemitismus vorhalten zu können. Schließlich hatte die federführende RZ des »Gerd Albartus ist tot«-Papiers auch konstatiert: »Wir sind mittlerweile davon überzeugt, dass in Sachen Antisemitismus für uns ein immenser Nachholbedarf besteht.« Nicht alle nahmen ihr die Selbstkritik ab. Der Konkret-Publizist Wolfgang Pohrt las dies als »reumütige Bilanz«, die »den eigenen Abgang mit Bedeutungsschwere zu befrachten« trachte. Wo radikale Enthüllung geboten wäre, würde dieser Text der Revolutionären Zelle ausweichen und zu Beschwichtigungsformeln greifen. »Sie sind damit auf dem besten Weg, sich rückwirkend jede Legitimation ihrer Praxis zu entziehen, und, was dasselbe ist, ihre Heimkehr ins wiedervereinigte Deutschland vorzubereiten.«

    Die Polemik von Pohrt ist nicht ganz halt- und grundlos. Weit erfolgreicher als die damals noch Illegalisierten der RZ hat schließlich der ehemalige Frankfurter Linksradikale Joseph »Joschka« Fischer, der einer militanten Konkurrenzgruppe zur RZ entstammte, wiederholt auf Entebbe rekurriert, um seinen Weg zur Macht mit Läuterungserzählungen zu glätten. Der aktivistische Politologe Markus Mohr, Herausgeber des bislang umfangreichsten Buches über die »Legenden um Entebbe«, konnte detailliert nachzeichnen, wie Fischer, changierend zwischen biographischer Fälschung und passender Selbsterfindung, besonders in den Jahren von 1997 bis 2001 »Entebbe« nutzte, um sich zum »Freund Israels« zu stilisieren, der schon im Jahre 1976 über die Entführungstat entsetzt gewesen sein will – wofür sich jedoch keine Quelle finden lässt.

    Späte Korrekturen

    Der israelische Historiker und Soziologe Moshe Zuckermann hat in einem Aufsatz über Mythos und Ideologie der Befreiungsoperation von Entebbe im kulturellen Gedächtnis Israels die immerwährende Selbstviktimisierung und den ideologischen Nexus der israelischen Schoah-Erinnerung und des Entebbe-Ereignisses dargestellt und kritisiert. In israelischen Tageszeitungsberichten, Politikerstatements und kulturindustriellen Produkten zu Entebbe reichte die Tatsache, dass deutsche Terroristen dabei waren, bereits aus, um die Entführungstat mit den Konzentrationslagern in Verbindung zu bringen. Zuckermann kommt zu dem Schluss: »Klischee, antideutsches Ressentiment und interessengeleitete Ideologie bildeten dabei eine Rezeptionsmelange, die weder etwas mit dem realen Holocaust noch mit seiner authentischen Erinnerung und eben auch nicht unbedingt mit dem, was sich in Entebbe real zugetragen hat, zu tun haben muss.«

    Vor dem Hintergrund dieses Rezeptionskontextes in Israel meldete sich in der Tageszeitung Haaretz im Jahre 2011 Ilan Hartuv, eine der damaligen Geiseln, zu Wort. Er wolle dem tradierten Mythos von der Selektion entgegentreten, denn »Entebbe war nicht Auschwitz«. Die Entführer hätten anhand der Pässe die Israelis von den Nichtisraelis getrennt, erklärte er. Einige der freigelassenen Passagiere seien Juden gewesen. Allerdings seien auch einige nichtisraelische Juden, die bei Tagesanbruch mit traditionellen Gebetsriemen zu beten begannen, den israelischen Staatsbürgern zugeordnet worden. Traumatische Szenen spielten sich ab. Die Entführer hätten aber im Gespräch versichert, sie positionierten sich nicht gegen Juden, sondern gegen Israel. Außerdem berichtet Hartuv von einem Wortwechsel zwischen einer Geisel und dem RZ-Mitglied Wilfried Böse. Einer der Entführten, ein Holocaustüberlebender, habe Böse seine KZ-Nummer gezeigt und ihm sinngemäß gesagt, dass Deutsche wohl immer gleich agieren. Böse sei darauf erbleicht und habe in der Erinnerung von Hartuv zitternd geantwortet: »Sie irren sich. Ich habe in Westdeutschland Terroranschläge verübt, weil das herrschende Establishment Nazis und Reaktionäre in seinen Dienst aufgenommen hat.« Er habe auch erklärt, er wisse sehr wohl, dass im September 1970 mehr Palästinenser durch Jordanier als durch Israelis umgekommen waren und syrische und christliche Milizen im libanesischen Bürgerkrieg die Palästinenser massakriert hatten – und nicht die Israelis. Aber er wolle den leidenden Palästinensern, die die Underdogs seien, helfen. Böse habe, so sagte hinterher eine Stewardess aus, im letzten Moment eine scharfe Handgranate aus dem Fenster geworfen, als das israelische Kommando die Flughalle stürmte und den 27jährigen sofort erschoss.

    Auch der Historiker Robert Wolff, der ausführlich die Quellen studiert hat, zeigt sich recht zurückhaltend, wenn es um die subjektiven Gründe der deutschen RZ-Aktiven geht, sich an der Entführung zu beteiligen. Ungeachtet dessen wird in zuweilen triumphalistischer Weise Böse und Kuhlmann als Intention Antisemitismus unterstellt, was durch die Quellenlage aber nicht gedeckt ist. In einer aktuellen Veröffentlichung des der »antideutschen« Szene entstammenden Historikers Jan Gerber zu Entebbe wird sogar der gesamten Linken, die sich internationalistisch und kritisch gegenüber Israel positionierte, ein als Antizionismus kaschierter Antisemitismus unterstellt. Diese Veröffentlichung in der Edition Tiamat reiht sich inhaltlich gut ein in das Verlagsprogramm des mittlerweile vollkommen proisraelischen Herausgebers Klaus Bittermann, der zu Beginn seiner Verlegertätigkeit noch Schriften der Zionismuskritikerin Hannah Arendt herausgebracht hatte.

    Jenseits dieser immer wiederkehrenden interessegeleiteten Instrumentalisierung des Desasters Entebbe bleibt die Entführung ein beschämendes Kapitel der militanten Linken. Die Revolutionären Zellen formulierten in ihrem selbstkritischen Papier vom Dezember 1991: »Was wir auf internationaler Ebene machten, war nicht die antiimperialistische Dimension dessen, wofür wir in der BRD kämpften, sondern stand im krassen Gegensatz dazu.« Dem kann kaum widersprochen werden. Dieses Kapitel des »roten Jahrzehnts« mit seiner bewaffneten Kollaboration mit und Parteinahme für militante Palästinenserorganisationen inklusive Gewalt gegen Zivilbevölkerung und Geiselnahme ist abgeschlossen. Der heutige radikale propalästinensische Aktivismus, beispielsweise von »Palestine Action Germany«, gegen eine Niederlassung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit erfolgt im Rahmen zivilen, gewaltfreien Ungehorsams, obwohl auch diese politische Praxis von der Justiz in den Bereich des Terrorismus geschoben wird.

    À propos d’Entebbe
    https://seenthis.net/messages/1025515
    https://seenthis.net/messages/1021049#message1021206
    https://seenthis.net/messages/557569
    https://seenthis.net/messages/555947

    #histoire #terrorisme #antisemitisme #impérialisme #Palestine #PFLP #triage #sélection #FPLP

  • Nackte Haut im Schwimmbad : Deutschland wird wieder prüde
    https://www.telepolis.de/article/Nackte-Haut-im-Schwimmbad-Deutschland-wird-wieder-pruede-11310043.html

    Strandbad Plötzensee, Berlin. Bild : Shutterstock.com

    L’idéologie dominante, le culte de la santé ( mens sana in corpore sano ) , l’omniprésence des smartphones et les réseaux sociaux à but lucratif imposent la fin de la nudité publique en Allemagne. Les lois y concèdent actuellement plus de liberté que désire la grande majorité. C’est un retour en arrière de 150 ans lors ce naquirent le mouvement Lebensreform et le naturisme.

    28.5.2016 von Andrej Simon - Die neue Scham: Oben ohne ist erlaubt, nackt duschen auch. Trotzdem verhüllen sich viele Jüngere heute stärker als ihre Eltern.

    Mit Beginn der Freibadsaison kehrt eine Beobachtung zurück, die zunächst paradox wirkt: Während auf Instagram und TikTok unzählige Körperbilder kursieren, wächst im Schwimmbad die Scham vor realer, uninszenierter Nacktheit. Was rechtlich erkämpft wurde, wird kulturell kaum eingelöst.

    Ein Gesetz, das Frauen das Baden ohne Oberteil verbietet, existiert in Deutschland nicht. Geregelt wird die Bekleidung im Schwimmbad über die Hausordnung der Bäder, wie in einem aktuellen Bericht von Watson zum Saisonbeginn dargelegt wird.

    Auslöser für eine Welle neuer Regelungen war ein Fall in Berlin 2021: Eine Frau, die auf dem Wasserspielplatz „Plansche“ oben ohne saß, war zum Bedecken aufgefordert worden. Das Kammergericht erkannte eine Ungleichbehandlung an, die Berliner Bäderbetriebe passten ihre Badeordnung an. Seither gilt: Nur primäre Geschlechtsmerkmale müssen bedeckt sein, die weibliche Brust gilt als sekundäres Merkmal. Göttingen folgte 2022, Köln, Hannover, Siegen und Frankfurt 2023.

    Erlaubt, aber kaum genutzt

    Was bedeutet das in der Praxis am Beckenrand? Eine AfD-Anfrage im Stadtrat Mainz (1163/2025) zum „Oben-Ohne-Schwimmen“ für Frauen in den Mainzer Schwimmbädern liefert die nüchterne Antwort. Bürgermeister Günter Beck teilte am 29. August 2025 mit, dass im Taubertsbergbad zwar die Badeordnung angepasst sei, aber „nach aktuellem Kenntnisstand kein Oben-Ohne-Baden“ stattfinde.

    Gelegentlich sonnten sich Besucherinnen ohne Oberteil auf der Liegewiese, „beim Verlassen des Platzes wird in der Regel ein Oberteil getragen“. Im Schwimmbad Mainz-Mombach habe niemand die Möglichkeit genutzt. Vorfälle sexueller Übergriffe im Zusammenhang mit der Regelung sind nicht bekannt.

    Die rechtliche Freiheit ist also da, der Körper bleibt verhüllt. Warum?

    Der Körper unter Dauerbeobachtung

    Eine Erklärung liefert die JAMESfocus-Studie 2025 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie zeigt, dass sich Jugendliche durch soziale Netzwerke stark unter Druck gesetzt fühlen, vorherrschenden Schönheitsidealen zu entsprechen.

    Mädchen empfinden diesen Druck deutlich stärker als Jungen, Mädchen haben das Schlankheitsideal verinnerlicht, Jungen das muskulöse Ideal. Je stärker dünne Schönheitsideale verinnerlicht sind und je grösser der Druck durch soziale Netzwerke, desto niedriger ist der Selbstwert der Jugendlichen.

    Der Trend „Fitspiration“ verschärft diese Dynamik. Eine österreichische Studie der FH St. Pölten mit 86 Jugendlichen, veröffentlicht im JMIR Formative Research, ergab, dass keiner der untersuchten Fitspiration-Nutzer seine Muskelmasse als ausreichend empfand, obwohl alle einen durchschnittlichen oder hohen Fettfrei-Index aufwiesen.

    Selbst die Gegenbewegung „Body Positivity“ wirkt zwiespältig: Eine Studie unter französischen Jugendlichen, publiziert in SAGE Journals, fand heraus, dass auch der Konsum von Body-Positivity-Inhalten die ständige Selbstbeobachtung des Körpers erhöht.

    Wer optimiert, will sich nicht zeigen

    Wer den eigenen Körper permanent vermisst, zählt und vergleicht, zieht ungern blank.

    Eine Studie im British Journal of Health Psychology, zusammengefasst auf Eurekalert, zeigt, dass Fitness-Apps bei Nutzern Gefühle von Scham, Enttäuschung und Demotivation auslösen, wenn Gesundheit auf Kalorien und Schrittzahlen reduziert wird.

    Hinzu kommt die Allgegenwart des Smartphones im Schwimmbad. Die theoretische Möglichkeit, fotografiert zu werden, verändert das Verhalten am Beckenrand. Immer wieder wird in der Freibadsaison vor Spannern gewarnt.
    Von FKK zur Funktionsbadehose

    Ein Generationenwechsel wird auch in den Duschen der Sportvereine sichtbar. Ältere Männer duschen selbstverständlich nackt, jüngere häufig in Unterhose oder Badeshorts. Wer sich selbstverständlich entkleidet, fällt zunehmend auf. Die deutsche Freikörperkultur, die auf nicht-sexualisierter, alltäglicher Nacktheit basierte, hat ihre Selbstverständlichkeit verloren.

    Dass dieses neue Körpergefühl nicht durch realistische Vorbilder ausgeglichen wird, zeigt eine Analyse von rund 793.000 Modebildern in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Trotz wachsender sichtbarer Diversität ist das zentrale Model-Körperbild zwischen 2000 und 2024 extrem schlank geblieben. Selbst „Plus Size“-Models in den USA sind im Schnitt kleiner als die durchschnittliche amerikanische Frau.

    Wer also im Schwimmbad bewusst entscheidet, was er zeigt: Die rechtliche Freiheit, oben ohne zu baden oder unter der Vereinsdusche nackt zu stehen, war selten größer. Genutzt wird sie immer seltener. Der Körper ist zum Projekt geworden, das man verbirgt, bis es perfekt ist.

    #Allemagne #nudité #naturisme #esthétique #iatrocratie #sélection

  • Médecins à diplôme extracommunautaire : le gouvernement annonce qu’il va « simplifier » la procédure de titularisation
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2026/04/29/medecins-a-diplome-extracommunautaire-le-gouvernement-annonce-qu-il-va-simpl

    Médecins à diplôme extracommunautaire : le gouvernement annonce qu’il va « simplifier » la procédure de titularisation
    Emmanuel Macron s’est emporté lundi sur le sort de ces praticiens contraints de repasser des concours pour être titularisés et pouvoir travailler dans les mêmes conditions que leurs confrères européens, après parfois des années d’exercice à l’hôpital.
    Le Monde avec AFP
    Le gouvernement va « simplifier » la procédure visant à titulariser les médecins diplômés hors de l’Union européenne (UE) qui exercent en France de manière précaire, « dès qu’un vecteur législatif » le permettra, et une concertation s’ouvrira rapidement, a annoncé, mercredi 29 avril, le ministère de la santé.Emmanuel Macron s’est emporté lundi sur le sort de ces praticiens à diplôme hors Union européenne (Padhue), notamment algériens, contraints de repasser des concours pour être titularisés et pouvoir travailler dans les mêmes conditions que leurs confrères européens, après parfois des années d’exercice à l’hôpital.« Nous sommes engagés pour simplifier » ces procédures et le gouvernement « va bientôt lancer des concertations », avec notamment les ordres professionnels (médecins, sages-femmes, dentistes), les représentants des Padhue, des médecins et établissements de santé, a fait savoir le cabinet de la ministre de la santé, Stéphanie Rist. L’objectif est de « reconnaître » leur exercice tout en garantissant la « sécurité des soins ».
    Pour être titularisés, les Padhue doivent passer un concours baptisé EVC (épreuves de vérification des connaissances) puis entamer un parcours de consolidation des compétences (PCC), sorte de stage de deux ans (pouvant depuis peu être raccourci, sous conditions), avant d’être autorisés ou non à exercer par une commission spéciale.
    Le ministère veut modifier ces EVC pour « mettre fin à cette logique de concours », qui consiste à « ouvrir des postes » sur la base des besoins territoriaux et à attribuer chaque poste aux Padhue en fonction de leur rang au classement. Cela pouvait conduire un Padhue exerçant dans le sud de la France à partir dans le Nord, « cassant la dynamique » de son insertion, a expliqué le cabinet. Le gouvernement souhaite « aller vers une logique d’examen », « en lien » avec l’établissement où il travaille déjà. Une loi est nécessaire et l’exécutif utilisera « tout vecteur législatif qui permettra de le faire ».Le ministère veut aussi donner « plus de poids aux chefs de service qui les encadrent » pour la validation finale du parcours et mieux fixer « les attendus » en amont des PCC. Il veut encore régler le problème des médecins exerçant dans une spécialité sans qu’elle ne soit mentionnée par leur diplôme initial et ne pouvant donc pas s’inscrire au concours. Ces médecins sont « précieux pour nous, en termes d’accès aux soins », a-t-on précisé. Le ministère assure avoir déjà « simplifié » leurs parcours : de 2019 à 2023, la « loi santé » a « contribué à régulariser » une partie du « stock » des Padhue avec « des situations administratives bloquées depuis des années ».

    #Covid-19#migrant#migration#france#sante#santeoublique#PADHUE#politiquemigratoire#

  • L’interminable évolution des espèces façonne encore les mutations de l’humain
    http://www.argotheme.com/organecyberpresse/spip.php?article4871

    Homo sapiens : l’évolution n’est pas finie ! Et aucun ne doit occulter la marche d’amélioration continue... On pensait le processus achevé depuis l’invention de la roue, mais il n’en est rien. Agriculture, urbanisation et climat continuent de modifier silencieusement nos gènes. Résistance aux maladies, digestion de l’amidon ou dents de sagesse en voie de disparition : découvrez les preuves fascinantes que l’être humain est encore un « chantier » biologique en pleine mutation. [Lire la suite] #Sommaire

    / #Data_-_Données, Sciences & Savoir

    #Sciences_&_Savoir

  • Ärgernis Bildung : Bildungsexpansion
    https://overton-magazin.de/top-story/aergernis-bildung-bildungsexpansion

    L’école et l’université modernes sont des machines de sélection comme leurs modèles historiques. Les réformes scolaires et universitaires n’y changeront rien.

    Kaum einer ist mit dem staatlichen Bildungswesen zufrieden, weil fast alle darauf angewiesen sind. Bei den vielen Forderungen, wofür es da sein sollte, bleibt meist außen vor, wofür es da ist. Dazu ein Durchgang in drei Teilen:
    Bildungsexpansion (I),

    politökonomische Anmerkungen (II) https://overton-magazin.de/hintergrund/wissenschaft/aergernis-bildung-politoekonomische-anmerkungen

    Lernkonkurrenz (III)
    https://overton-magazin.de/hintergrund/wissenschaft/aergernis-bildung-lernkonkurrenz

    Der Lehrer spricht :
    Georg Schuster (Pseudonym) verbrachte sein Berufsleben als Lehrkraft. Von 2013 bis Ende 2019 schrieb er für das GEW-Magazin „Auswege“. Nach dessen Einstellung war er bis Anfang 2023 Autor bei „Telepolis“. Seither schreibt er für „Overton“.

    #école #relations_de_classes #sélection #capitalisme #éducation #Allemagne

  • #CINÉMUTINS, C’EST QUOI ?

    CinéMutins est avant tout un fonds exceptionnel de films qui font référence dans le #cinéma_politique, l’histoire sociale, les luttes sous toutes leurs formes : ouvrières, paysannes, anticoloniales, féministes, écologistes… mais pas seulement !

    Une #sélection de films est proposée quotidiennement par l’équipe de la coopérative Les Mutins de Pangée, grâce à de nombreux partenaires producteurs, éditeurs, distributeurs, réalisateurs franc-tireurs…

    C’est aussi l’idée que chaque individu, chaque spectateur, doit être envisagé comme un être complet, sensible et intelligent, qui a besoin d’émotions et de raison, de rire et de larmes, de se sentir appartenir au monde ou de pouvoir s’en isoler pour penser, pour rêver, selon les moments… CinéMutins le permet, notamment en mettant en lien des cinéastes connus, des « classiques » du cinéma politique avec des propositions plus surprenantes… car la curiosité, ça se travaille !

    https://www.cinemutins.com
    #VOD #films #alternative #cinéma #video_on_demand

  • « Tuer des civils sans défense ’pour le plaisir’ » : ce que l’on sait de l’enquête sur des « safaris humains » à Sarajevo lors de la guerre de Bosnie
    https://www.franceinfo.fr/societe/justice/tuer-des-civils-sans-defense-pour-le-plaisir-ce-que-l-on-sait-de-l-enquet

    « Hostel » à Sarajevo, la réalité n’a rien à envier au film d’horreur. Voici encore un élément pour soutenir l’hypothèse que les riches sont des êtres inhumains.

    16.11.2025 par Linh-Lan Dao - De nombreux étrangers sont soupçonnés d’avoir payé pour tirer sur des civils assiégés à Sarajevo, en Bosnie, dans les années 1990. La justice italienne a ouvert une enquête.

    Un loisir macabre. L’ex-maire de Sarajevo Benjamina Karic a annoncé vendredi 14 novembre, sur Instagram,(Nouvelle fenêtre) avoir adressé une demande d’information au parquet de Bosnie-Herzégovine, concernant sa plainte déposée trois ans plus tôt au sujet de « safaris humains » menés par de riches touristes étrangers lors du siège de la capitale bosnienne, entre 1992 et 1995. Cette affaire « fait l’objet d’une enquête internationale et [est] présente dans les médias mondiaux », se félicitait la femme politique bosnienne vendredi, évoquant une information judiciaire ouverte par le parquet de Milan.

    Trente ans après la fin de la guerre des Balkans(Nouvelle fenêtre), la justice italienne soupçonne plusieurs ressortissants étrangers d’avoir payé des membres de l’armée serbe pour tirer sur des habitants de Sarajevo, dont des enfants. Ces « touristes de guerre » fortunés pouvaient débourser jusqu’à 100 000 euros par jour(Nouvelle fenêtre), selon une plainte adressée au parquet de Milan par le journaliste et écrivain italien Ezio Gavanezzi. Voici ce que l’on sait de ces sinistres excursions, survenues lors d’un siège qui a fait 11 500 victimes civiles.
    Plusieurs enquêtes ouvertes

    Le procureur milanais Alessandro Gobbis, spécialisé dans la lutte antiterroriste, a ouvert une enquête contre X pour « homicide volontaire aggravé par la cruauté et des motifs abjects ». Les enquêteurs cherchent à identifier les ressortissants italiens ayant « payé ’pour jouer à la guerre’ et ’tuer des civils sans défense ’pour le plaisir’ » à Sarajevo et dans d’autres villes assiégées pendant le conflit, rapportait lundi La Repubblica(Nouvelle fenêtre). Sollicité par franceinfo, le parquet italien n’a pas donné suite.

    L’enquête a été ouverte après une plainte déposée par Ezio Gavanezzi, datée du 28 janvier. Dans une interview à ce quotidien italien(Nouvelle fenêtre), le journaliste explique avoir mené ses propres investigations pendant un an et demi, accumulant preuves et témoignages, avant de remettre un rapport de dix-sept pages à la justice transalpine. Dans cet exposé des faits, réalisé avec l’aide de son avocat Nicola Brigida et de l’ex-magistrat Guido Salvini, le journaliste dresse le portrait et le mode opératoire de ces « tireurs d’élite du week-end », qu’il estime à « au moins une centaine ».

    La plainte cite notamment un rapport pénal de l’ancienne maire de Sarajevo Benjamina Karic. L’édile bosnienne avait porté plainte auprès du parquet local en 2022, dans le sillage du documentaire slovène Sarajevo Safari(Nouvelle fenêtre). « A ma connaissance, le procureur n’a pas encore pris de décision quant à la suite de la procédure », a déclaré Benjamina Karic dans sa demande d’information, adressée jeudi au parquet de Bosnie-Herzégovine. Outre-Atlantique, la représentante et militaire pro-Trump Anna Paulina Luna a déclaré le même jour sur X(Nouvelle fenêtre) avoir ouvert une enquête afin de rechercher d’éventuels participants américains.
    Des excursions organisées par une agence serbe

    Le rapport d’Ezio Gavanezzi, dont le quotidien Il Giornale(Nouvelle fenêtre) a pris connaissance, s’appuie sur l’interrogatoire d’un prisonnier serbe, ayant officié comme accompagnateur sur une excursion meurtrière. Ce témoignage est rapporté au journaliste italien par un certain Edin Subasic, ancien agent du renseignement bosnien. Parmi les cinq « chasseurs » accompagnés par le volontaire serbe de Belgrade à Sarajevo, trois Italiens sont identifiés : un homme originaire de Milan, un autre de Turin et le troisième, propriétaire d’une clinique privée spécialisée en chirurgie esthétique à Trieste.

    Les trajets s’effectuaient « en avion depuis Trieste [nord de l’Italie], puis en hélicoptère et en véhicule depuis la Serbie, à travers la zone de guerre, jusqu’à Sarajevo ». Vêtus de tenues de camouflage, les « chasseurs » réalisaient des allers-retours en fourgonnette en moins de 72 heures, sous couvert de « mission humanitaire ». Ainsi, ils franchissaient sans encombre les points de contrôle en Croatie et Bosnie jusqu’à Pale, en banlieue de Sarajevo, « où résidaient les officiers de l’armée serbe ».

    Des propos qui font écho à ceux du pompier américain volontaire John Jordan, entendu en 2007 lors du procès de l’ancien général serbe Dragomir Milosevic devant le tribunal pénal international pour l’ex-Yougoslavie (TPIY). Selon une transcription(Nouvelle fenêtre) de sa prise de parole, publiée sur un site d’actualité croate(Nouvelle fenêtre), John Jordan avait repéré « des étrangers (...) conduits vers des positions de tireurs d’élite par des locaux » dans plusieurs quartiers de Sarajevo contrôlés par l’armée serbe et à Mostar, dans le Sud-Ouest bosnien. Vêtus d’un « mélange de vêtements civils et militaires », les visiteurs se distinguaient par leur façon de se déplacer et leurs armes, différentes de celles portées par les locaux. « Quand un type arrivait avec un fusil comme ça, on aurait dit qu’il allait chasser l’ours dans la Forêt-Noire, pas se battre dans les rues des Balkans », avait relaté John Jordan.

    Selon le rapport d’Ezio Gavanezzi, cité par Il Giornale, les excursions étaient organisées par une sorte d’agence de voyages, reposant sur « l’infrastructure de l’ancienne compagnie aérienne serbe de vols charters et touristiques Aviogenex [fermée depuis 2015], qui possédait une succursale à Trieste ». Cette agence fixait une grille de prix selon les victimes, allant des femmes et des vieillards, qui pouvaient être tués gratuitement, jusqu’aux enfants, cibles les plus chères. Les victimes n’étaient pas tuées sur le coup, mais grièvement blessées en attendant que les secours arrivent, pour être à leur tour touchés.
    Des tireurs riches, en quête « d’adrénaline »

    Quel est le profil des tireurs ? « On ne parle pas seulement de quelques psychopathes, il s’agit de beaucoup, beaucoup de personnes de différentes nationalités qui payaient l’équivalent du prix actuel d’un appartement trois pièces à Milan pour participer à ces ’safaris’. Des gens riches et puissants, bien insérés dans la société, avec d’immenses ressources à disposition », décrit Ezio Gavanezzi dans un entretien à La Libre Belgique(Nouvelle fenêtre). Auprès de La Repubblica(Nouvelle fenêtre), le journaliste italien évoque des participants liés aux milieux d’extrême droite.

    Toutefois, « je pense qu’il n’y avait aucune motivation [politique], juste l’envie de ressentir l’adrénaline de tirer sur des humains », avance-t-il auprès de La Libre Belgique, après avoir analysé les profils des tireurs avec une criminologue. « C’était du pur amusement », tranche Ezio Gavanezzi, décrivant « un tourisme systématique » avec des safaris organisés « chaque week-end » durant les trois années de siège. Le journaliste évoque des difficultés au moment de recueillir la parole de ses sources : « La peur les empêchait de s’exprimer parce que les ’clients’ de ces ’safaris humains’ sont vraiment nombreux et sont encore pour la plupart vivants. »

    La grande majorité des participants venait d’Italie du Nord, et ils seraient aujourd’hui âgés de 65 à 82 ans, précise le journaliste auprès de Ouest-France(Nouvelle fenêtre). Ces hommes, qui « voulaient tuer des gens et rentrer chez eux impunis », avaient pour point commun une passion pour les armes et pour la chasse. Outre l’Italie, ces « chasseurs » venaient de France, d’Allemagne, du Royaume-Uni, voire du Canada et des Etats-Unis, selon l’auteur.
    Des services de renseignement informés dès 1993

    L’ancien agent du renseignement bosnien Edin Subasic, une des sources du journaliste italien, assure avoir alerté, fin 1993, « les responsables du Sismi [ancien service de renseignement militaire italien] à Sarajevo, car il y avait des indices laissant penser que des groupes de touristes, composés de tireurs d’élite et de chasseurs, partaient de Trieste », selon un extrait de l’échange, cité par Le Parisien(Nouvelle fenêtre).

    Quelques mois plus tard, les renseignements transalpins confirment que Trieste est bien la ville de départ. Pour autant, ceux-ci ne livrent « aucune information supplémentaire concernant la répétition de ce safari à Sarajevo », ni ne communiquent « les noms des chasseurs » ou des « organisateurs ». « Nous ignorons si des arrestations ont eu lieu », soutient Edin Subasic.

    Selon l’ex-espion, les services secrets bosniens avaient eu vent de ces safaris fin 1993. « Les Bosniaques disaient que des gens, du camp d’en face, payaient des emplacements de chasse. Ils prenaient un plaisir sadique à tirer sur tout ce qui bouge, y compris enfants et animaux. Je supposais que c’était plutôt de riches Serbes. C’était un bruit qui courait, mais on n’avait pas de preuves. » L’ex-officier Michel Goya a également entendu parler de ces emplacements de chasse en 1993, alors qu’il opérait à Sarajevo comme Casque bleu au sein de la force de maintien de la paix des Nations unies, témoigne-t-il auprès du Point(Nouvelle fenêtre).

    #assassins #nantis #sélection #extrême_droite

  • Zachary Foster sur X : “Israel did not give every Jewish refugee Israeli citizenship after 1948. This is a myth and a lie spread by Zionists like AdamRFisher to make themselves feel better about apartheid & genocide. Israel turned away thousands upon thousands of Jews, both from Europe & from the” / X
    https://x.com/_ZachFoster/status/1979925050871742690

    Israël n’a pas accordé la citoyenneté israélienne à tous les réfugiés juifs après 1948. C’est un mythe et un mensonge propagé par des sionistes comme @AdamRFisher pour se sentir mieux face à l’apartheid et au génocide.

    Israël a repoussé des milliers et des milliers de Juifs, tant d’Europe que du Moyen-Orient, après 1948.

    Israël a refusé la famille Vazana qui souhaitait émigrer du Maroc vers Israël dans les années 1950. Les autorités israéliennes de l’immigration ne les ont pas autorisés à voyager avec deux de leurs enfants, qui étaient classés comme handicapés. C’était un cas typique au Maroc, et il y en avait beaucoup d’autres similaires. https://dsq-sds.org/article/id/655

    Après 1948, le politicien israélien, Itzhak Refael, a travaillé dur pour empêcher l’arrivée d’immigrants juifs indésirables. Il a déclaré : « J’ai bloqué 2 000 visas à Tunis, qui avaient été délivrés à des personnes âgées et invalides, et j’ai donné l’ordre de ne pas les faire venir. J’ai bloqué 800 visas en France, qui avaient été délivrés à des personnes malades et âgées... également des invalides en Allemagne, 5 000 personnes. » Les survivants de l’Holocauste en Allemagne étaient si vieux et faibles, quel bénéfice pouvaient-ils apporter à Israël ?!?!? (Segev, Les premiers Israéliens, p.143) https://yplus.ps/wp-content/uploads/2021/01/Segev-Tom-1949-The-First-Israelis.pdf

    Plus un Juif était dans le besoin, plus il était probable qu’il soit rejeté par Israël. Israël a rejeté les Juifs faibles, pauvres, persécutés, démunis, malades, atteints de maladies et âgés parce qu’ils étaient faibles, pauvres, persécutés, démunis, malades, atteints de maladies et vieux.

    #sionisme

    https://video.twimg.com/amplify_video/1956762667177201664/vid/avc1/720x1280/HD9dR3frz6wE200G.mp4

  • Berliner Gericht zwingt Schule in Pankow zu Klassen mit 36 Kindern
    https://www.berliner-zeitung.de/news/berliner-gericht-zwingt-schule-in-pankow-zu-klassen-mit-36-kindern-

    Scandale, des classes de 40 élèves au lycée Horst Wessel, si seulement le _Führer était au courant ! Voici á ce que ressemblent les lamentations des parents d’élèves des petites classes du _Heinrich-Schliemann-Gymnasium l’ancien lycée d’élite nazi Horst Wessel Gymnasium à Berlin Prenzlauer Berg.

    Comment est qu’on est arrivé à ce scandale ?

    La ville de Berlin propose un grand nombre de lycées qui mènent au baccalauréat « Abitur » - pour les enfants de tout le monde. Alors tout le monde est servi, mais il y a des parents réactionnaires ou simplement conscients des mécanismes de la sélection sociale qui n’acceptent pas qu’on case leurs petits génies avec les rejetons de la racaille.

    Pour eux la droite berlinoise maintient le « Gymnasium », les écoles d’élite traditionnelles de préférence avec latin comme première langue étrangère, cours de grèc et enseignants exigeants. On n’y redouble qu’une fois, après c’est fini. Bien sûr les places pour enfants durs et travailleurs sont limitées.

    On vit dans un état de droit, alors les parents qui peuvent se le permettre paient des avocats pour forcer les Gymansien recherchés à accepter quand même leurs gamins quand ils échouent aux critères de sélection. C’est une histoire qui marche, les niars moins doués à l’école malgré des parents aisés sont acceptés et les petites classes se remplissent d’un surplus en matière grise enfantine alors qu’on n’y a pas prévu assez de chaises.

    Mais qu’ils arrêtent de pleurnicher, un gamin qu’on fait exprès d’exposer á la pire forme de pédagogie scolaire d’Allemagne afin qu’il se démarque et prouve son appartenance á la classe dirigeante, un tel enfant survivra bien à quelques camarades de classe supplémentaires.

    Le « Gymnasium » est une forme d’école ecxlusive qu’on aurait dû abolir après 1945. En #RDA c’était fait mais après la contre-révolution de 1990 on a rendu sa qualité de Gymnasium à l’école qui a donc retrouvé sa fonction d’exclusion sociale et de formation de l’élite pour le régime en place. On a fait un grand pas en arrière lorsqu’on a rendu au Heinrich- Schliemann-Schule la fonction de l’époque quand elle portait fièrement le nom de Horst Wessel.

    Nous vivons un moment difficile et les budgets doivent d’abord permettte de petites classes pour les enfants dont les parents n’ont que vaguement entendu parler du « Gymnasium ». Si on prenait au sérieux la mission des écoles on fermerait les « Gymnasium » et les écoles privées avec afin d’obliger les parents de classe aisée à contribuer à la vie d’école là où en profiteraient les enfants de tout le monde.

    6.9.2025 von Eva Maria Braungart - Kurz vor Schulstart trifft ein Gericht eine Entscheidung: Eine Schule in Pankow muss trotz gegenteiliger Empfehlungen Klassen mit 36 Schülern zulassen. Es hagelt Kritik.

    Das Berliner Verwaltungsgericht hat am Freitag das Pankower Schulamt mit einem Gerichtsurteil angewiesen, siebte Klassen mit bis zu 36 Kindern aufzumachen. Die Entscheidung wurde kurz vor dem Schulstart nach den Sommerferien am kommenden Mondtag getroffen. Dies sorgt für Empörung beim Bezirkselternausschuss. Auf Facebook teilten die Eltern mit: „Das gestrige Urteil des Verwaltungsgerichts mag juristisch korrekt sein – pädagogisch ist es ein Skandal“.

    Informationen des Tagesspiegels zufolge handelt es sich bei der betroffenen Schule um das Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Prenzlauer Berg. Offenbar war diese in diesem Sommer besonders nachgefragt.

    Diese Entscheidung des Gerichtsurteils wird von den Eltern scharf kritisert. „Seit Jahren gilt in Berlin die Empfehlung, Klassengrößen auf einem Maß zu halten, das individuelles Lernen, Inklusion und eine gute Begleitung beim Übergang an die Oberschule überhaupt ermöglicht. 36 Kinder in einem Raum widersprechen diesem Anspruch fundamental“, heißt es in dem Facebook-Beitrag weiter.

    Die Eltern fordern vom Bezirksamt Pankow als Schulträger und von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, wie im Rahmen des Verfahrens mit eigentlich vorgesehenen Höchstgrenzen von 32 Schülern „eine solche Überbelegung möglich werden konnte“.

    Berlins Gerichte müssen laut Tagesspiegel in diesem Jahr deutlich mehr Schulplatzklagen als noch im Vorjahr bewältigen. Allein der Bezirk Pankow berichtet über einen 50-prozentigen Anstieg bei den Eil- und Klageverfahren. Pankow hat mit Abstand die meisten Schüler. Insgesamt fehlen rechnerisch 25.000 Schulplätze.

    #Allemagne #Berlin #Ptenslauer_Berg #école #sélection #exclusion #pédagogie #nazis

  • La CAF a encore trouvé le moyen de gruger les pauvres en assimilant les dons familiaux à une pension alimentaire | Michel Abhervé
    http://blogs.alternatives-economiques.fr/abherve/2025/08/31/la-caf-a-encore-trouve-le-moyen-de-gruger-les-pauvres

    Le Décret n° 2025-185 du 26 février 2025 portant généralisation des déclarations préremplies de ressources pour l’attribution du #revenu de solidarité active et de la prime d’activité prévoyait "l’exclusion des dons et secours des proches dans les ressources prises en compte pour le calcul du revenu de solidarité active. " selon les termes utilisés dans la présentation du décret (...)

    Cette mesure bienvenue devient effective le 1 er septembre et montre, une nouvelle fois, l’imagination de l’administration pour gruger les pauvres

    Sur le site de la #CAF figure en effet la mention suivante

    "Attention, à partir du 1er juillet 2025, ne pas déclarer les aides et secours financiers versés par des proches (personnes avec qui vous entretenez des liens étroits et stables à l’exception de vos parents). Si l’aide est versée par vos parents (père/mère), un ex conjoint ou vos enfants, dans ce cas il s’agit d’une pension alimentaire qui doit être déclarée dans la rubrique dédiée."

    Alors que le décret parlait des « proches », la CAF exclut les plus proches et transforme un don volontaire en obligation juridique.

    #guerre_aux_pauvres #droits_sociaux #DTR #RSA #dons #ressources

    • La France ne fait que suivre l’exemple allemand. Depuis l’abolition de l’allocation « Arbeitslosenhilfe » et la transformation de l’aide sociale en allocation « Hartz IV » par les verts et les social-démocrates chaque don est comptabilisé dans le calcul du montant d’aide. Le terme technique est #Zuflussprinzip.
      Depuis même les pourboires et revenus de la mendicité sont obligatoirement à déclarer. Le cas échéant l’administration décide un montant fictif qu’elle déduit du montant du « Bürgergeld » (nouvelle appellation de l’allocation Hartz IV).

      Zuflusstheorie
      https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/recht-a-z/324394/zuflusstheorie

      Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG)

      #Hartz_IV #Agenda_2010 #Bürgergeld

    • Le mépris officiel des pauvres situe la politique allemande dans la lignée idéologie nazie qui considère les pauvres comme gangrène de la société qu’il faut soigner en éliminant ses porteurs. La pauvreté est considérée comme biologiquement héréditaire et contagieuse. On extermina dans les camps les « Asoziale » et #Berufsverbrecher" considérés comme moins nocifs que les juifs mais toujours incurables à la limite de la définition de « lebensunwertes Leben » à euthanasier.

      Avec la propagande contre et la persécution des pauvres nous ne sommes pas loin d’un nouveau régime fasciste. Sous un régime de guerre cet élément krypto-fasciste de la société libérale prendra de l’ampleur jusqu’à l’établissement d’un régime ouvertement fasciste.

      Berufsverbrecher
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Berufsverbrecher

      Berufsverbrecher ist ein Rechtsbegriff aus der Weimarer Republik für Wiederholungstäter. In der Zeit des Nationalsozialismus führte er zum Gewohnheitsverbrechergesetz von 1933, das eine unbefristete Sicherungsverwahrung vorsah.

      Asoziale (Nationalsozialismus)
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Asoziale_(Nationalsozialismus)

      in der Zeit des Nationalsozialismus übliche Sammelbezeichnung für als „minderwertig“ bezeichnete Menschen aus den sozialen Unterschichten

      #sélection #biologisme #fascisme

  • Les Ours du #Tian_Shan : Architectes Génétiques des Pommiers


    Dans les #montagnes du Tian Shan, les ours ont été les architectes génétiques des pommes. En choisissant les fruits les plus sucrés et gros, en dispersant leurs graines via leurs excréments, ils ont façonné #Malus_sieversii pendant des millénaires. Une histoire de #sélection_naturelle fascinante !

    https://homohortus31.wordpress.com/2025/01/25/les-ours-du-tian-shan-architectes-genetiques-des-pommiers
    #montagne
    #ours #pommes #pommiers

  • So haben Berlins Abiturienten abgeschnitten – das sind die besten Schulen
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/so-haben-berlins-abiturienten-abgeschnitten-das-sind-die-besten-sch

    L’Allemagne aussi dévéloppe sa culture élitiste et d’exclusion. On fait peur aux parents qui s’exécutent et tentent de placer leurs petis dans les « meilleurs » lycées de la ville. Cette liste comprend les « meilleurs » lycées privés et sous régime international à Berlin.

    Compte rendu des lycées où la sélection est la plus dure. (Légende : M = municipal, P = privé, R = religieux, I = international

    Berlin Cosmopolitan School (1,50) PI
    Gymnasium zum Grauen Kloster (1,63) R
    Käthe-Kollwitz-Gymnasium (1,66) M
    Französisches Gymnasium FG (1,67) MI
    Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster (1,63) R

    Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium (1,77) M
    Katholische Theresienschule (1,79) R
    Heinz-Berggruen-Gymnasium (1,87) M
    Arndt-Gymnasium Dahlem (1,82) M
    John-F.-Kennedy-Schule JFK (1,92) I
    Nelson-Mandela-Schule NMS (1,93) MI

    La sélection est d’abord d’ordre culturelle et financière pour les lycés privés, par la culture générale, la discipline et le talent pour les lycées-conservatoire, la nationalité pour le FG et JFK, la situation professionnele des parents (diplomates et cadres internationaux) pour le NMS, par les résultats du primaire pour les lycées municipaux, religieux et la partie allemande du FG.

    La préférence religieuse permet à quelques enfants de bonne famille « moins doués » au départ d’intégrer les lycées religieux et d’y suivre les cours intensifs pour se rattrapper. Le lycée jésuite se montre comme peu compétent en.la matière car il ne figure pas parmi les écoles aux meilleures moyennes. Sans doute on y souffre encore des abus sexuels qui y furent coutumières pendant des décennies.

    23.7.2025 von Jannik Läkamp - Abi gut, alles gut? So haben Berlins Abiturienten dieses Jahr abgeschnitten. Und diese Schüler und Schulen stachen dabei besonders heraus.

    Gebäude der Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf: Eine der besten Schulen Berlins?
    Gebäude der Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf: Eine der besten Schulen Berlins?Steinach/imago

    In Berlin stehen die Sommerferien bevor. Das heißt neben vollen Autobahnen und überfüllten Freibädern vor allem auch: Zeugnisvergabe. Ganz besonders wichtig ist die für die Abiturienten der Hauptstadt. Wie haben sie abgeschnitten? Wie viele sind durchgefallen? Und welche waren die besten Schulen?

    Im Schnitt erreichten Berlins Abiturienten in diesem Jahr die Note 2,3 – derselbe Durchschnitt wie in den beiden Vorjahren. Die durchschnittliche Gesamtpunktzahl lag bei 601. Das geht aus einer Auswertung der Bildungsverwaltung hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt. Den Schnitt deutlich nach oben gezogen haben 489 Abiturienten – sie durften sich über die Bestnote 1,0 freuen.

    Die beste Abiturientin Berlins erreichte an der Jane-Addams-Schule, einem Oberstufenzentrum für Sozialwesen in Hohenschönhausen, rekordverdächtige 899 von 900 möglichen Gesamtpunkten. Der beste männliche Abiturient mit 891 Punkten stammt vom Canisius-Kolleg, einer Schule der Jesuiten in Tiergarten. Die mit nur 14 Jahren jüngste Abiturientin Berlins legte am Hans-Carossa-Gymnasium in Kladow ihre Prüfungen mit 1,1 ab.

    Von den insgesamt 15.211 Berliner Schülern, die zum Abitur angetreten waren, bestanden 838 das Abitur nicht. Die Erfolgsquote liegt immerhin bei 94,5 Prozent und somit etwas über der im Vorjahr mit 93,8 Prozent.

    Ebenfalls bemerkenswert: Die Anzahl der Abiturientinnen und Abiturienten, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, hat sich in der Gruppe mit den Durchschnittsnoten 1,0 und 1,1 im Vergleich zum Vorjahr knapp verdoppelt.

    „Diese Spitzennoten zeigen das hohe Engagement und die harte Arbeit sowohl unserer Lernenden als auch unserer Lehrkräfte“, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Ein guter Abschluss eröffne die besten Möglichkeiten für den weiteren Bildungs- und Lebensweg.
    Die Schulen mit den besten Abi-Noten in den Bezirken

    Auch in den Bezirken wurden die Schulen mit den besten Abiturschnitten im Durchschnitt gekürt. Das sind die besten Beruflichen Gymnasien, Gymnasien, Integrierten Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen und Schulen in freier Trägerschaft pro Bezirk – aufgeführt jeweils in dieser Reihenfolge.

    Mitte: OSZ Banken, Immobilien und Versicherungen (2,62), Französisches Gymnasium (1,67), Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule (2,63), Berlin Cosmopolitan School (1,50)

    Friedrichshain-Kreuzberg: Jane-Addams-Schule (2,49), Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium (1,77), Margarethe-von-Witzleben-Schule (2,33)

    Pankow: Max-Bill-Schule (2,25), Käthe-Kollwitz-Gymnasium (1,66), Wilhelm-von-Humboldt-Schule (2,10), Katholische Theresienschule (1,79)

    Charlottenburg-Wilmersdorf: Anna-Freud-Oberschule (2,55), Heinz-Berggruen-Gymnasium (1,87), Nelson-Mandela-Schule (1,93), Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster (1,63)

    Spandau: OSZ TIEM (2,57), Freiherr-von-Stein-Gymnasium (2,24), Martin-Buber-Oberschule (2,30), Wilhelmstadtschulen (2,18)

    Steglitz-Zehlendorf: Louise-Schroeder-Schule (2,60), Arndt-Gymnasium Dahlem (1,82), John-F.-Kennedy-Schule (1,92), Bilinguale Schule Phorms Berlin Süd (2,03)

    Tempelhof-Schöneberg: OSZ Logistik, Touristik und Steuern (2,73), Paul-Natorp-Gymnasium (2,05), Sophie-Scholl-Schule (2,28), Katholische Schule Sankt Franziskus (2,51)

    Neukölln: Lise-Meitner-Schule (2,52), Albert-Einstein-Schule (2,25), Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli (2,49), Evangelische Schule Neukölln (2,22)

    Treptow-Köpenick: Hermann-Scheer-Schule (2,41), Gerhardt-Hauptmann-Gymnasium (2,08), Flatow-Oberschule (2,26), Evangelische Schule Köpenick (1,95)

    Marzahn-Hellersdorf: Rahel-Hirsch-Schule (2,53), Otto-Nagel-Gymnasium (1,80), Rudolf-Virchow-Oberschule (2,69), Internationale Lomonossow-Schule Berlin-Marzahn (1,94)

    Lichtenberg: Max-Taut-Schule (2,38), Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium (1,84), Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (2,26)

    Reinickendorf: Georg-Schlesinger-Schule (2,41), Humboldt-Gymnasium (2,04), Bettina-von-Arnim-Schule (2,63), Evangelische Schule Frohnau (1,65)

    #Berlin #école #éducation #sélection #varrière

  • Migration : la #France accepte un accord de retour avec le #Royaume-Uni

    Paris s’est engagé à reprendre les personnes ayant réussi à traverser la Manche mais n’étant pas éligibles au droit d’asile au Royaume-Uni. En échange, Londres accueillera celles qui peuvent y prétendre, par le biais d’une procédure légale. Environ 21 000 personnes ont rejoint l’Angleterre en « small boats » depuis le début de l’année.

    A l’issue des deux jours de la visite d’État du président français, Emmanuel Macron, à Londres, suivis d’un sommet France-Royaume-Uni, jeudi 10 juillet, le premier ministre britannique, Keir Starmer, a confirmé la conclusion d’un accord sur la migration transManche actant pour la première fois le principe d’un retour vers l’Hexagone de personnes refoulées du Royaume-Uni après avoir traversé la #Manche en #small_boats (« petites embarcations »).

    Le nombre de personnes concernées devrait s’établir autour de cinquante par semaine. Un minimum selon Londres, qui s’engage symétriquement à accueillir, dans l’autre sens, des personnes dont la nationalité garantirait presque automatiquement l’asile au Royaume-Uni ou dans le cadre de regroupements familiaux.

    Les cohortes envisagées restent très modestes, rapportées aux 21 000 personnes qui ont traversé le détroit du Pas-de-Calais depuis le début de l’année (50 % de plus que par rapport à la même période de 2024). Pour autant, le dirigeant travailliste a qualifié l’accord de « révolutionnaire ». « Beaucoup de gouvernements ont tenté de le mettre en œuvre en vain », a affirmé Keir Starmer lors d’une conférence de presse commune avec Emmanuel Macron, jeudi, depuis Northwood, une base militaire du nord-ouest de Londres.

    Il est vrai que, depuis 2018, quand le phénomène des small boats est apparu – après le renforcement de la sécurité autour du port de Calais (Pas-de-Calais) et du tunnel sous la Manche –, la droite britannique réclamait que Paris accepte le principe de retours des migrants sur son sol. En parallèle, les Français déploraient qu’il n’existe plus de voie légale pour demander l’asile au Royaume-Uni. Depuis le Brexit, en 2021, Londres n’applique plus le #règlement_Dublin, qui permettait à quelques centaines de personnes présentes en Europe de faire valoir des attaches familiales outre-Manche pour y trouver refuge.

    Pour cet accord « one in, one out » (« une entrée, une sortie »), comme l’ont baptisé les médias britanniques, Paris et Londres se sont inspirés de la déclaration entre l’Union européenne (UE) et la Turquie de 2016, au plus fort de la crise des migrants. Il prévoyait de verser 6 milliards d’euros à Ankara, en échange de quoi la Turquie devait tenir sa frontière et reprendre tous les migrants ayant traversé la mer Egée et ayant été déboutés de leur demande d’asile en Grèce. Pour chaque Syrien renvoyé en Turquie, un autre Syrien devait être réinstallé depuis la Turquie dans l’UE. Très controversé, cet accord a permis, temporairement, de freiner les arrivées. Mais Ankara ne reprend plus aucun migrant depuis 2020 et les réinstallations de Syriens n’ont jamais atteint les objectifs de départ.

    Dans un cadre européen

    Le ministère de l’intérieur britannique (Home Office) espère que le plan franco-britannique sera mis en place dans les semaines qui viennent. Emmanuel Macron a précisé qu’il doit encore être soumis à vérification juridique, y compris de la Commission européenne. Signe que Paris veut replacer ces négociations dans un cadre européen (à défaut d’avoir obtenu un accord UE-Royaume-Uni), le ministère de l’intérieur a annoncé par ailleurs que 26 gardes-côtes de l’agence européenne Frontex seront déployés dès juillet sur le littoral.

    Pour les retours vers la France, ne seront concernés que les adultes arrivés en small boats ; ils seront placés dans des centres de rétention et informés qu’ils ne sont pas admissibles au Royaume-Uni au motif qu’ils viennent d’un pays dit « sûr » et qu’ils sont arrivés de manière illégale. Une fois renvoyées dans l’Hexagone, ces personnes seront à nouveau refoulées si elles tentent encore la traversée.

    Symétriquement, des personnes présentes en France de nationalités obtenant presque automatiquement l’asile au Royaume-Uni (Afghanistan, Syrie, etc.) devraient pouvoir formuler une demande en ligne, par le biais d’un système développé par le Home Office. Seront aussi considérés des cas de regroupements familiaux. Les autorités britanniques espèrent que le mécanisme ne sera pas paralysé par les recours contentieux. Elles comptent augmenter leurs capacités de détention (actuellement d’environ 2 500 places).

    Paris a longtemps reproché à Londres de ne pas lutter suffisamment contre le travail illégal et de refuser d’imposer une carte d’identité à tous ses citoyens, un moyen d’identifier plus rapidement les personnes sans droit au séjour. Si la France n’a obtenu aucune garantie en ce sens, le gouvernement Starmer a néanmoins rappelé que, depuis son entrée en fonction il y a un an, les opérations de vérifications contre le travail illégal ont augmenté de 50 %.

    « Les mensonges du Brexit »

    Le président Macron a dénoncé les « mensonges » du Brexit qui, au lieu de limiter la migration vers le Royaume-Uni, aurait agi comme « un facteur attractif » – le règlement de Dublin ne s’appliquant plus dans le pays, les demandeurs d’asile enregistrés dans un pays de l’UE ne risquaient pas d’y être renvoyés. Il a cependant admis que Français et Britanniques n’ont « pas d’autre choix que de travailler ensemble ». Et qualifié le schéma d’échange de « pragmatique ».

    Sans qu’aucun montant ne soit dévoilé, le Royaume-Uni s’est par ailleurs engagé à finaliser « le plus rapidement possible » un nouveau cycle de #financement de trois ans (2026-2029) en vertu du #traité_de_Sandhurst de 2018, selon lequel Londres a déjà versé 760 millions d’euros à la France pour sécuriser sa frontière. Une nouvelle doctrine d’intervention des forces de l’ordre en mer pour empêcher les traversées doit par ailleurs être déployée prochainement.

    Alors que le Haut-Commissariat des nations unies pour les réfugiés (HCR) saluait, jeudi, le projet pilote, les associations qui viennent en aide aux migrants à la frontière franco-britannique étaient peu enthousiastes. « C’est absurde et profondément dangereux, considère Michael Neuman, de Médecins sans frontières. Ce protocole d’échange réplique ce qu’on a connu avec l’accord UE-Turquie et ses résultats peu convaincants. Il s’inscrit dans une logique de fermeture des frontières qui crée les conditions de l’inflation des trafics. »

    « C’est une monétisation des personnes entre deux pays et ça n’empêchera pas ceux qui sont déboutés de leur demande d’asile en Europe d’essayer de traverser, estime Charlotte Kwantes, porte-parole d’Utopia 56. Et comment la France gérera-t-elle les personnes renvoyées ? On va les mettre par paquets dans des centres de rétention ? » Une enquête du HCR, réalisée à Calais et publiée en janvier, montrait qu’environ un quart des personnes présentes sur les campements a déjà demandé l’asile en Europe, en Allemagne notamment.

    Les traversées de la Manche empoisonnent la relation franco-britannique, et l’accord annoncé jeudi est difficile pour Paris comme pour Londres : la droite et l’extrême droite britanniques se sont empressées, jeudi, de le condamner. Mais les deux dirigeants sont résolus à tirer un trait sur les tensions nées du Brexit. C’était tout l’objet de cette visite d’Etat : mettre en scène une réconciliation.

    https://www.lemonde.fr/international/article/2025/07/11/migration-la-france-accepte-un-accord-de-retour-avec-le-royaume-uni_6620583_
    #UK #Angleterre #accord #migrations #réfugiés #one_in_one_out #une_entrée_une_sortie

    Un accord qui ressemble à l’#accord_ue-turquie :
    https://seenthis.net/tag/accord_ue-turquie

    • UK to start small boats returns to France ‘within days’ after EU gives green light

      Some asylum seekers will be sent back across Channel for first time under treaty agreed with French president

      The UK will begin detaining people who arrive on small boats and returning some to France “within days” after the EU gave the green light to a deal agreed with the French president, Emmanuel Macron.

      The treaty between France and the UK will allow the Home Office to return some asylum seekers back across the Channel for the first time in exchange for accepting others directly from France via a safe route.

      Those who have crossed the Channel to the UK using small boats will become inadmissible for safe routes, according to the terms of the treaty. About 50 people a week are expected to be returned during the pilot of the so-called “one in, one out” scheme.

      The Home Office said the pilot was “operationally ready” and that detentions could start within days. The summer months, when the weather tends to be better, are usually the high point for crossings, with 898 arrivals on 30 July alone.

      Since the start of the year, about 25,000 people have sought asylum by arriving on small boats across the Channel. The Conservatives have panned the scheme, saying the numbers arriving would mean it was the equivalent of “17 in, one out”.

      Nationalities at the greatest risk will be prioritised on the newly opened safe route and will be subject to full documentation and security and eligibility checks.

      The pilot scheme runs until June 2026, after which both the UK and France have said they will assess its future.

      The final text of the deal was signed by the home secretary, Yvette Cooper, and her French counterpart, Bruno Retailleau, last week, and approved by the European Commission, which was thought to be a potential obstacle.

      The UK prime minister, Keir Starmer, said the agreement was “the product of months of grownup diplomacy delivering real results for British people as we broker deals no government has been able to achieve and strike at the heart of these vile gangs’ business model.

      “The days of gimmicks and broken promises are over – we will restore order to our borders with the seriousness and competence the British people deserve.”

      Cooper said the government would robustly defend any legal challenge, saying it had learned from the failed Rwanda deportation scheme under the Conservatives.

      “This is an important step towards undermining the business model of the organised crime gangs that are behind these crossings – undermining their claims that those who travel to the UK illegally can’t be returned to France,” she said.

      “It is also right to make clear that – while the UK will always be ready to play its part alongside other countries in helping those fleeing persecution and conflict – this must be done in a controlled and managed legal way, not through dangerous, illegal and uncontrolled routes.”

      The Home Office said preparations for the scheme had begun, including clearing space in immigration removal centres, and a new operational strategy for Border Force officials to allow them to identify which potential asylum seekers would make their claims inadmissible by travelling via small boat.

      Anyone who arrives by small boat and is returned to France will not be eligible for the legal route to the UK, while anyone who tries to re-enter the UK having already been returned to France once will be returned again “as a matter of priority”.

      The shadow home secretary, Chris Philp, said the scheme would have “no difference whatsoever” and blamed the rise in Channel crossings on Labour’s cancellation of the Rwanda scheme.

      https://www.theguardian.com/uk-news/2025/aug/04/uk-to-start-small-boats-returns-france-within-days-after-eu-gives-green

    • Royaume-Uni : le gouvernement annonce des mesures après de nouvelles manifestations anti-migrants

      Le gouvernement britannique a annoncé dimanche de nouvelles mesures pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats ». Cette déclaration est une réponse aux nombreuses manifestations qui ont régulièrement lieu devant des hôtels accueillant des demandeurs d’asile depuis plusieurs semaines.

      Au total, 100 millions de livres sterling supplémentaires vont être dépensés pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats », a annoncé le gouvernement britannique dimanche 3 août.

      Cette somme servira à financer des mesures telles que l’accord de retour « un pour un » prévu avec la France, l’embauche de 300 agents supplémentaires de l’agence nationale de lutte contre la criminalité (NCA), ainsi que de nouvelles technologies et de nouveaux équipements pour intensifier la collecte de renseignements sur les gangs de passeurs, notamment assistés par l’intelligence artificielle.

      Le gouvernement avait déjà indiqué la semaine dernière la prochaine utilisation de l’IA pour évaluer l’âge d’une personne en fonction des traits de son visage. Cette mesure, mise en place en 2026, visera notamment les exilés se déclarant mineurs à leur arrivée au Royaume-Uni.

      « Ce financement supplémentaire renforcera tous les aspects de notre plan et renforcera la capacité de nos forces de l’ordre à traquer et à démanteler les gangs, en collaboration avec nos partenaires étrangers et grâce à des technologies et des équipements de pointe. Parallèlement à nos nouveaux accords avec la France, cela nous aidera à concrétiser nos engagements du Plan pour le changement visant à protéger la sécurité des frontières du Royaume-Uni et à rétablir l’ordre dans notre système d’immigration », a déclaré la ministre de l’Intérieur, Yvette Cooper.
      Manifestations xénophobes

      Cette annonce intervient au lendemain de nouvelles manifestations anti-immigration devant des hôtels accueillant des demandeurs d’asile. De nouveaux heurts ont éclaté samedi lors de ces rassemblements et la police a procédé à des arrestations.

      Des manifestants, mais aussi des groupes de militants antiracistes, ont afflué dans le centre de Manchester, dans le nord-ouest de l’Angleterre, lors d’une marche organisée par la formation d’extrême droite « Britain First » (La Grande-Bretagne d’abord).

      À Londres, manifestants et contre-manifestants ont convergé vers un hôtel hébergeant des demandeurs d’asile en centre-ville, comme lors de manifestations précédentes qui avaient parfois donné lieu à des violences. La police de Londres a écrit sur X que ses agents avaient dégagé un carrefour où les contre-manifestants s’étaient groupés. « Il y a eu neuf interpellations pour l’instant, dont sept pour atteinte à l’ordre public », a ajouté la police.

      Dimanche, ce sont plus de 100 personnes, dont de nombreuses femmes portant des t-shirts roses, qui se sont rassemblées devant l’hôtel Britannia International de Canary Wharf à Londres. Un groupe d’hommes masqués a également été aperçu devant l’hôtel ce jour. Les membres du cortège criaient « Renvoyez-les chez eux » et ont hué les personnes entrant et sortant de l’hôtel. Un groupe de personnes « harcelait les occupants et le personnel » et tentait d’empêcher les livraisons, a ajouté la police. Ils tentaient aussi de « franchir la clôture et d’accéder à l’hôtel ».

      D’autres mobilisations ont eu lieu ces dernières semaines, pour la plupart dans le quartier londonien d’Epping. Dans les villes de Bowthorpe, près de Norwich, ou Diss, dans l’est de l’Angleterre, des rassemblements pour réclamer la fermeture d’hôtels hébergeant des demandeurs d’asile ont aussi été organisés.
      2025, une année record ?

      Lors de ces rassemblements, les participants appellent à une « remigration » massive et réclament un accroissement de la lutte contre l’immigration illégale. Sur ce point, la NCA a indiqué qu’au cours de l’exercice 2024-2025, elle a démantelé 351 réseaux et activités de criminalité organisée en matière d’immigration. Il s’agit du niveau le plus élevé jamais enregistré et d’une augmentation de 40 % par rapport à l’exercice précédent.

      Mais malgré les efforts consentis par le gouvernement britannique, les traversées de la Manche n’ont jamais été aussi nombreuses. Au moins 25 000 migrants ont traversé la Manche dans de petites embarcations depuis le début de l’année. C’est bien plus que lors des deux dernières années sur la même période. Même le précédent record de 45 000 traversées enregistré en 2022 pourrait être battu. Selon le journal britannique The Guardian, le nombre de passages a augmenté de 51 % par rapport à l’année dernière et de 73 % par rapport à 2023.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/66169/royaumeuni--le-gouvernement-annonce-des-mesures-apres-de-nouvelles-man

    • Traversées de la Manche : l’accord franco-britannique sur l’échange de migrants entre en vigueur

      L’accord franco-britannique « un pour un » a été ratifié, ont annoncé les ministères britannique et français de l’Intérieur. Cet accord prévoit le renvoi en France d’un migrant arrivant au Royaume-Uni par « small boat », en échange de quoi Londres s’engage à accepter un migrant se trouvant en France et exprimant sa volonté de demander l’asile.

      L’accord conclu entre la France et l’Angleterre prévoyant le retour en France de migrants arrivés par petit bateau au Royaume-Uni en échange de l’envoi outre-Manche de migrants se trouvant en France, entre en vigueur mardi 5 août, a annoncé lundi le ministère britannique de l’Intérieur. Le ministère de l’Intérieur français évoque, lui, un dispositif qui débute ce mercredi.

      Cet accord vise à dissuader les traversées de la Manche sur des embarcations précaires organisées par des réseaux de passeurs. Pour cela, l’accord prévoit que toute personne entrant au Royaume-Uni via une traversée de la Manche en « small boat » pourra être immédiatement arrêtée à son arrivée et renvoyée en France par le gouvernement britannique. En échange, Londres s’engage à accepter un migrant se trouvant en France, justifiant de liens avec ce pays, et exprimant sa volonté de s’installer au Royaume-Uni.

      Les deux gouvernements ont signé le « texte final la semaine dernière » et la Commission européenne a « donné son feu vert à cette approche innovante pour décourager l’immigration illégale », a indiqué le Home Office dans un communiqué. Le ministère britannique de l’Intérieur ajoute être prêt à placer en détention « dans les prochains jours » de premiers migrants susceptibles d’être envoyés en France. Et une fois dans l’Hexagone, les migrants « relèveront du droit commun », précise le ministère de l’Intérieur français à InfoMigrants.

      Modalités

      Selon le texte consulté par InfoMigrants, les ressortissants étrangers en France pourront déposer une demande pour le Royaume-Uni à condition d’être originaire d’un pays étranger à l’espace économique européen, être âgé de plus de 18 ans et avoir des documents d’identité récents. Les demandeurs ne doivent pas non plus avoir obtenu la protection internationale auprès d’un autre pays ou une autorisation de séjour en France.

      Si le dossier est accepté, le candidat se verra accorder une autorisation d’entrée au Royaume-Uni « pour une période pouvant aller jusqu’à trois mois », peut-on lire dans le document.

      Le traité précise également que le retour des migrants en France se fera dans un délai de 14 jours après leur arrivée au Royaume-Uni en « small-boats ». Une demande formelle devra être envoyée aux autorités françaises pour chaque transfert. L’ensemble du processus pourrait prendre trois mois et le Royaume-Uni en assumera tous les coûts.

      Les mineurs non accompagnés ne seront pas concernés par le dispositif.
      « L’objectif est clair : casser les filières »

      Des rapports évoqués par la presse britannique avancent le chiffre de 50 migrants par semaine mais aucun des deux pays n’a confirmé combien de personnes seront ainsi échangées via cet accord. « Bien sûr, il commencera avec un nombre réduit (de migrants, ndlr) et augmentera ensuite, mais nous voulons pouvoir l’étendre », a déclaré mardi la ministre britannique de l’Intérieur Yvette Cooper sur la radio de la BBC.

      « Il s’agit d’une étape importante pour démanteler le modèle économique des gangs criminels organisés à l’origine de ces traversées », s’est félicitée la ministre de l’Intérieur britannique, Yvette Cooper. Son homologue français, Bruno Retailleau, a salué « un dispositif expérimental dont l’objectif est clair : casser les filières ».

      Le dispositif sera limité dans le temps, jusqu’en juin 2026, soit la date à laquelle doit entrer en vigueur le pacte asile et immigration. « L’idée de ce projet, c’est de faire passer un message aux passeurs, leur dire que maintenant, ça ne passe plus », indique la place Beauvau à Infomigrants, estimant que la situation à la frontière franco-britannique est « un sujet européen ».

      « L’augmentation du nombre de migrants clandestinement introduits par la Manche est inquiétante. Il faut mettre fin au modèle économique sans scrupules des passeurs », a déclaré mardi Magnus Brunner, le commissaire européen aux Affaires intérieures et à la Migration.

      De son côté, le Premier ministre Keir Starmer s’est félicité de cet accord. « C’est le résultat de mois de diplomatie adulte qui a produit de vrais résultats pour le peuple britannique, en négociant des accords qu’aucun gouvernement n’a été en mesure de conclure et en frappant au cœur du modèle économique de ces gangs ignobles », a-t-il déclaré, affirmant que « l’époque des gadgets et des promesses non tenues » était « révolue ». « Nous rétablirons l’ordre à nos frontières avec le sérieux et la compétence que le peuple britannique mérite », a-t-il conclu.

      Projet critiqué

      Cet accord est loin de faire l’unanimité. « Nous nous sentons méprisés et pas écoutés. On ne connaît pas les conditions de mises en application. Je ne vois pas comment cet accord peut être dissuasif », a réagi la maire de Calais Natacha Bouchart (Les Républicains) sur Cnews.

      « Une fois de plus, les réfugiés sont traités comme des colis, et non comme des personnes, tandis que le public doit payer le prix d’un autre échec cruel et coûteux déguisé en politique », a tancé de son côté l’ONG Amnesty International ce mardi.

      Dès l’annonce de l’accord, plusieurs ONG opérant sur le littoral français avaient, elles aussi, dénoncé un accord « absurde » et même « dangereux ».
      Lutte contre l’immigration renforcée

      Sous pression à cause des arrivées par la Manche qui atteignent des records, le gouvernement britannique multiplie les durcissements de sa politique migratoire. Et cet accord en est la dernière étape en date.

      Ces derniers mois, il « a renforcé les mesures de répression contre l’immigration illégale, avec une augmentation de 50 % des arrestations de personnes prises en flagrant délit de travail illégal, le renvoi de 35 000 personnes sans droit de séjour au Royaume-Uni et l’imposition de sanctions plus sévères contre les chefs de gangs », selon le Home office.

      Le ministère britannique de l’Intérieur a également annoncé qu’il comptait tester un système d’intelligence artificielle capable d’estimer l’âge des demandeurs d’asile à partir de leur visage, avec l’objectif de l’utiliser en 2026.

      Il a aussi annoncé une rallonge de 100 millions de livres sterling supplémentaires pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats ». Cette somme servira à financer des mesures telles que l’accord avec la France, l’embauche de 300 agents supplémentaires de l’agence nationale de lutte contre la criminalité (NCA), ainsi que de nouvelles technologies et de nouveaux équipements pour intensifier la collecte de renseignements sur les gangs de passeurs.

      Le Premier ministre britannique Keir Starmer a aussi dévoilé en mai dernier de nouvelles mesures pour réduire l’immigration légale. « Tous les domaines du système d’immigration, y compris (les visas) de travail, de regroupement familial, d’étude, seront renforcés », a-t-il dit.

      Malgré cela, les traversées de la Manche n’ont jamais été aussi nombreuses. Au moins 25 000 migrants ont traversé la Manche dans de petites embarcations depuis le début de l’année. C’est bien plus que lors des deux dernières années sur la même période. Même le précédent record de 45 000 traversées enregistré en 2022 pourrait être battu.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/66195/traversees-de-la-manche--laccord-francobritannique-sur-lechange-de-mig

    • Accord franco-britannique « #un_pour_un » : que se passe-t-il pour les migrants renvoyés en France ?

      Dans le cadre de l’accord « un pour un » signé cet été entre la France et le Royaume-Uni, Londres est autorisé à renvoyer vers Paris des migrants arrivés illégalement sur son sol par « #small_boats ». Déjà quatre personnes ont été expulsées outre-Manche vers la France. Que se passe-t-il concrètement pour elles ? InfoMigrants fait le point.

      C’est un accord signé pour enrayer les traversées illégales de la Manche. Entré en vigueur le 6 août 2025, le projet pilote franco-britannique « un pour un » prévoit un système d’#échange_de_migrants. Pour un migrant arrivé irrégulièrement par bateau au Royaume-Uni et renvoyé vers la France, Londres s’engage à accueillir légalement des personnes étrangères qui se trouvent en France. Une expulsion, une entrée, en somme.

      Depuis la signature de l’accord, quatre personnes ont été réadmises sur le sol français. Le premier, un Indien, a été renvoyé jeudi 18 septembre, les deux suivants, un Érythréen et un Iranien, vendredi 19 septembre. Et une quatrième personne, un Afghan, a également été expulsée mardi 23 septembre, selon l’Ofii (Office français de l’immigration et de l’intégration).

      Selon les règles du « un pour un », Londres a accueilli une famille de trois personnes - dont la nationalité n’a pas été précisée.

      Que se passe-t-il pour les personnes renvoyées vers la France ?

      – Une « aide humanitaire de trois jours »

      Premièrement, les expulsions se font par #avion. Après avoir atterri à l’aéroport de Roissy Charles de Gaulle, les migrants sont pris en charge par l’association #SOS_Solidarité. Mandatée par l’État - plus précisément par la préfecture d’Ile de France - elle leur offre une « #aide_humanitaire_d’urgence » de trois jours, précise leur service communication à InfoMigrants.

      « Nous leur fournissons un logement [dont le lieu est tenu confidentiel], un suivi sanitaire - médicale et psychologique - nous pouvons fournir des vêtements, un accès à internet, une carte SIM s’ils veulent joindre leur famille », précise l’association. Un temps de répit en somme.

      – Un envoi dans des #centres_d'accueil type #CAES

      Au terme de ces trois jours, les expulsés sont envoyés dans des centres d’accueil déjà existants, des CAES (centre d’accueil et d’examen des situations) par lesquels transitent de nombreux migrants arrivant en France. Depuis les CAES, les exilés s’informent sur leurs droits et lancent leurs démarches administratives pour tenter de se faire régulariser.

      Didier Leschi, le directeur général de l’Ofii, précise ce que l’État attend de migrants renvoyés par Londres : « Ils seront en premier lieu incités à accepter l’#aide_au_retour volontaire ».

      Cette aide vise à encourager les migrants en situation irrégulière à rentrer dans leur pays d’origine. Elle est composée d’un billet d’avion et d’une aide pécuniaire dédiée à la #réinsertion.

      – Le #retour_volontaire, l’#asile ou l’#OQTF

      « Déposer une demande d’asile sera possible, encore faut-il pouvoir y prétendre », continue Didier Leschi. En effet, selon la règle européenne de Dublin, les demandeurs d’asile ne peuvent pas demander une protection dans le pays de leur choix, mais seulement dans le pays par lequel ils sont entrés dans l’Union européenne (UE). Parmi les migrants renvoyés vers la France se trouvent donc potentiellement des « #dublinés » qui ne peuvent pas demander l’asile sur le sol français.

      Ceux qui refusent l’aide au retour volontaire et ne relèvent pas de l’asile pourront faire l’objet d’une OQTF (obligation de quitter le territoire français). Ils auront alors 30 jours pour quitter par eux-mêmes le sol français avant de s’exposer à un placement en centre de rétention en vue d’un retour forcé.

      Mais que faire des personnes non-expulsables, comme les Afghans ? Pour l’heure, « la France n’expulse pas mais met en œuvre des retours volontaires vers Kaboul et la situation va peut-être évoluer », précise Didier Leschi. « L’Allemagne autorise, elle, les expulsions vers ce pays et la Commission européenne réfléchit à faire évoluer la ’directive retour’ », continue de directeur de l’Ofii.

      L’Union européenne souhaite en effet muscler sa politique migratoire et réviser la « #directive_retour » afin d’accélérer et accroître les #expulsions_forcées. Plusieurs États européens - comme l’Allemagne, mais aussi l’Autriche, l’Italie - veulent permettre le renvoi de déboutés du droit d’asile afghans et syriens dans leur pays d’origine, malgré le retour des Taliban dans le premier et la fragilité de la situation politique dans le second.

      Comment sont choisis les migrants renvoyés vers la France ?

      Les critères de sélection sont encore flous, pour l’heure. Le Home Office indique que pourra être renvoyée vers la France toute personne qui a traversé la Manche et n’a pas demandé l’asile, ou dont la demande d’asile est jugée « irrecevable ».

      Interrogé par InfoMigrants sur ce que signifie le terme « irrecevable », le Home Office indique qu’il s’agit de toute personne qui a « traversé un pays sûr pour se rendre au Royaume-Uni ou qui a un lien avec un pays sûr, notamment en y ayant déjà demandé l’asile ou en pouvant raisonnablement s’attendre à le faire. » Autrement dit : toutes les personnes parties du littoral français sont potentiellement expulsables vers la France, qui est un #pays_sûr.

      La #sélection des migrants est aussi ralentie par la justice britannique. Il y a des étrangers dont les renvois ont été bloqués par des juges.

      D’autres dossiers peuvent aussi être bloqués par la France. Concrètement, Londres envoie des propositions de « candidats » aux autorités françaises, dans l’espoir qu’elles les valident, a indiqué une source à Mediapart. Toujours selon cette source, « environ cinquante dossiers sont envoyés par semaine aux autorités françaises, qui regardent si, en fonction de certains critères, les personnes peuvent entrer dans le cadre d’une #réadmission ».

      Le critère principal, confirme Didier Leschi, c’est l’aspect sécuritaire. Les autorités françaises vérifient que la personne qui va revenir sur le sol français ne représente pas une menace pour la population.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/67174/accord-francobritannique-un-pour-un--que-se-passetil-pour-les-migrants

    • Migrations : des associations contestent l’accord franco-britannique devant le Conseil d’État

      Seize associations d’aide aux étrangers et de défense des droits humains se tournent vers la plus haute juridiction administrative de France pour demander l’annulation, sinon la suspension, du décret d’application de l’accord passé entre la France et le Royaume-Uni.

      Un « #marchandage migratoire » et un « accord de la honte », dont le décret d’application, en France, est « entaché d’illégalité », estiment seize associations d’aide aux étrangers et étrangères et de défense des droits humains, dont la Ligue des droits de l’homme, l’Anafé, le Syndicat des avocats de France (Saf), le Groupe d’information et de soutien des immigré·es (Gisti) ou Utopia 56. Elles ont déposé, le 10 octobre, une requête auprès du Conseil d’État pour contester l’accord « un pour un », signé entre la France et le Royaume-Uni pour combattre l’immigration. « Les traversées de la Manche non autorisées et dangereuses n’ont pas diminué », commentent-elles dans un communiqué publié mardi 14 octobre.

      Au cours des dernières semaines, plusieurs milliers de personnes ont tenté la traversée malgré l’existence de cet accord, et malgré les panneaux publicitaires placés par les autorités françaises et britanniques dans les gares du Calaisis et du Dunkerquois, qui préviennent : « ATTENTION ! Il existe un nouveau traité entre le Royaume-Uni et la France. Si vous arrivez illégalement au Royaume-Uni à bord d’un bateau, vous risquez désormais d’être expulsé et vous ne pourrez plus revenir au Royaume-Uni, ni rester en France en situation irrégulière. »

      Dans leur requête, que Mediapart a pu consulter, les associations soulignent que l’objet de l’accord n’est autre que le transfert des étrangers du Royaume-Uni vers la France, « de manière forcée », « ce qui affecte, de toute évidence, leur liberté personnelle ». Il entraîne par ailleurs une privation de liberté, « d’une part au Royaume-Uni le temps de l’examen de la demande de réadmission par la France – lequel peut atteindre vingt-huit jours – et d’autre part le temps du trajet de ce pays à la France ».

      Selon nos informations, vingt-six personnes ont été renvoyées depuis le Royaume-Uni vers la France dans le cadre de cet accord à ce jour – sur 245 demandes de réadmission émanant des autorités britanniques. Les principales nationalités concernées sont l’Afghanistan, l’Érythrée, l’Iran et le Soudan. En retour, le Royaume-Uni est censé accepter les demandeurs et demandeuses d’asile basé·es dans le nord de la France et candidat·es au départ, lorsque ces derniers et dernières remplissent un formulaire et répondent à certains critères.

      Comme l’avait constaté Mediapart auprès de personnes exilées à Calais, beaucoup étaient restées sans réponse à la suite de leur demande ou avaient essuyé un refus. Selon une source gouvernementale britannique citée par l’AFP, le Royaume-Uni n’aurait pour l’heure accepté qu’une famille de trois personnes, dont un enfant en bas âge.
      Le Parlement n’a pas été consulté

      « Il y a des critiques de fond et de procédure », explique Me Lionel Crusoé, avocat au barreau de Paris, au nom des seize organisations à l’origine du recours. Sur le plan philosophique, déroule-t-il, cet accord « choque » par son principe, notamment avec cette modalité « un pour un ». « Ces personnes, qui ont un projet de migration selon leur lien ou leurs attaches avec le Royaume-Uni, ont le droit à une certaine dignité. Ce plan, qui s’apparente à du troc, relève d’un plan inadapté lorsque l’on parle d’êtres humains. »

      Sur le plan procédural, l’avocat met en avant la Constitution, dont l’article 53 « prévoit, en cas d’accord international négocié par un gouvernement français et un gouvernement étranger, lorsque celui-ci porte sur un certain nombre de matières dont celles qui relèvent de la compétence du législateur », qu’il ne peut pas « entrer en vigueur tant que le Parlement n’a pas discuté de sa ratification ».

      « Une dizaine de décisions du Conseil d’État ont été prises par le passé pour rappeler de manière assez ferme qu’un décret d’application, pour un accord n’ayant pas fait l’objet d’un débat au Parlement, est illégal. On a un cadre jurisprudentiel bien balisé. »

      « Les organisations soussignées dénoncent le procédé par lequel le gouvernement, au détour d’un simple décret, a rendu cet accord de la honte applicable, au détriment des droits fondamentaux des personnes concernées », peut-on lire dans le communiqué des associations publié mardi. Celles-ci dénoncent la « logique répressive » ayant présidé à la conclusion de ce deal à l’occasion d’une visite d’Emmanuel Macron à Londres en juillet, et les « lourdes conséquences » qui en découlent. Le Conseil d’État décidera d’abord d’un éventuel caractère d’urgence (pour le référé-suspension) et se prononcera « au fond » dans les prochains mois.

      Au Gisti, Patrick Henriot pointe un accord au contenu « totalement déshumanisé », adopté dans des conditions « contraires aux principes de droit qui s’appliquent » sur les accords internationaux. « Le fait que des escortes britanniques accompagnent les personnes renvoyées jusqu’au territoire français devrait être validé par le Parlement français. Ce fut le cas pour l’accord de Chambéry pour le traitement des réadmissions entre l’Italie et la France. » Qu’il s’agisse du contenu ou des modalités de sa ratification, l’accord « ne devrait pas passer la rampe d’un contrôle du Conseil d’État ».

      Pour Amélie, chargée de communication à Utopia 56, si les autorités françaises et britanniques ont déjà signé des accords sur les questions migratoires par le passé, elles ont cette fois « franchi un cap ». « Cet accord conduit à enfermer des personnes et à limiter leur liberté. C’est une attaque aux droits fondamentaux des exilé·es bloqué·es à cette frontière, et c’est ce qui explique cette mobilisation d’ampleur et la diversité des associations à l’origine du recours », justifie-t-elle, précisant que les associations françaises et britanniques travaillent aussi main dans la main pour tenter de le « contrer ».

      https://www.mediapart.fr/journal/international/141025/migrations-des-associations-contestent-l-accord-franco-britannique-devant-
      #résistance

    • Accord franco-britannique : un migrant déjà expulsé vers la France est revenu en « small boat » au Royaume-Uni

      Expulsé vers la France en vertu de l’accord franco-britannique suite à sa traversée illégale vers le Royaume-Uni à la mi-septembre, un ressortissant iranien est de nouveau menacé d’expulsion après être revenu dans le pays à bord d’une petite embarcation, un mois après sa première tentative.

      Un ressortissant iranien, précédemment expulsé vers la France pour avoir rejoint illégalement le Royaume-Uni, est de nouveau retourné en Angleterre en traversant la Manche à bord d’un « small boat », une petite embarcation de fortune, a renseigné mercredi une source gouvernementale.

      Expulsé le 19 septembre vers la France en vertu de l’accord franco-britannique « un pour un » conclu durant l’été pour lutter contre les traversées clandestines, il est la troisième personne a avoir été renvoyée dans ce cadre, précise la BBC. Avant qu’il ne revienne au Royaume-Uni, toujours par « small boat », presque un mois plus tard, le 18 octobre.

      « Si j’avais senti que la France était un pays sûr pour moi, je ne serais jamais retourné au Royaume-Uni », a déclaré l’homme au journal britannique The Guardian. Se disant victime d’un réseau de traite d’êtres humains géré par des passeurs dans le nord de la France, il souhaite demander l’asile au Royaume-Uni. « Terrifié et stressé », il a confié vivre « dans la peur et l’angoisse, chaque bruit fort, chaque ombre, chaque visage inconnu m’effraie ». Des témoignages similaires de la part de demandeurs d’asile actuellement au Royaume-Uni dénonçant ces exploitations sont fréquemment recensés par les organisations.

      De son côté, le ministère de l’Intérieur britannique entend de nouveau l’expulser du pays, indique la même source gouvernementale. En attendant, il a été placé en détention.

      Un accord avec des failles

      Le projet pilote franco-britannique prévoit un système d’"échange de migrants" : il permet la détention et le renvoi rapide des personnes entrées illégalement, par petit bateau, au Royaume-Uni en échange de l’accueil outre-Manche de migrants se trouvant en France.

      Depuis son entrée en application le 6 août et les premières expulsions survenues en septembre, 42 personnes ont été expulsées vers la France, parmi lesquelles 16 personnes, renvoyées à bord du plus grand vol collectif dans la semaine du 19 octobre. En parallèle, 23 demandeurs d’asile ont été accueillis au Royaume-Uni, a indiqué mercredi le Home Office.

      Ces migrants expulsés sont principalement originaires d’Afghanistan, de Somalie, d’Érythrée, d’Iran, de Syrie ou encore de Libye.

      À leur arrivée en France, les migrants sont pris en charge par l’association SOS Solidarité qui leur offre une « aide humanitaire d’urgence » pour trois jours, indiquait le service communication de l’association à InfoMigrants. Ils sont ensuite envoyés dans des centres d’accueil et d’examen des situations (CAES) par lesquels transitent de nombreux migrants arrivant en France. Ils pourront alors déposer une demande d’asile (à condition de remplir les critères), accepter une aide au « retour volontaire » dans leur pays d’origine ou se voir notifier une obligation de quitter le territoire français sous 30 jours (OQTF).

      Mais que faire des ressortissants dont les pays sont en guerre ou dans une situation instable tels que l’Afghanistan ou l’Erythrée par exemple ? Si jusqu’à présent, la France n’expulsait pas vers Kaboul, la situation pourrait cependant venir à évoluer à l’échelle européenne.

      « Dans les faits, l’accord ne peut pas fonctionner car les personnes vont continuer à traverser, peu importe les risques d’enfermement à l’arrivée. Et les migrants expulsés vers la France, après quelques jours passés dans un centre d’hébergement d’urgence, vont vouloir retenter la traversée. C’est un cercle infernal », déplorait le 9 octobre auprès d’InfoMigrants Stella Bosc, responsable communication et plaidoyer de l’Auberge des migrants, une association intervenant dans le nord de la France auprès des personnes exilées bloquées à la frontière franco-britannique.

      Dès le départ, plusieurs ONG se sont montrées très critiques et dénoncent « un marchandage cynique de vies humaines ». Le 14 octobre, une quinzaine d’organisations a ainsi demandé à la justice française de suspendre et d’annuler l’application de cet accord migratoire qu’elles appellent « accord de la honte ».
      Plus de 36 000 migrants arrivés en bateau en 2025

      Malgré les mesures répressives et les restrictions au droit d’asile adoptées récemment par le gouvernement travailliste de Keir Starmer, le nombre d’arrivées de migrants traversant clandestinement la Manche reste élevé. Et continue même d’augmenter.

      Depuis le début de l’année, 36 954 exilés sont arrivés en bateau au Royaume-Uni selon les données du Home Office. Un chiffre qui dépasse désormais celui enregistré en 2024 qui s’élevait à 36 816 arrivées.

      Face à la situation et sous pression, la ministre de l’Intérieur britannique, Shabana Mahmood, s’est engagé à intensifier les expulsions vers la France. « Il est clair que nous devons aller plus loin et plus vite, en expulsant davantage de personnes présentes illégalement et en empêchant les migrants de traverser sur de petits bateaux », a-t-elle indiqué dans un communiqué.

      Alors que se tient à Londres un sommet avec plusieurs dirigeants des Balkans, le gouvernement britannique a annoncé mercredi la mise en place de sanctions contre les réseaux dans cette région qui aideraient les candidats à l’immigration clandestine à rejoindre le Royaume-Uni.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/67687/accord-francobritannique--un-migrant-deja-expulse-vers-la-france-est-r

    • Migrants : l’accord « one in, one out » est aussi indécent qu’inefficace

      Un accord de réadmission des migrants sur le principe du « #un_pour_un » (« one in, one out » en anglais) a été conclu au début du mois d’août entre la France et le Royaume-Uni. Mais dès le 19 septembre 2025, soit deux jours après le premier renvoi en France d’un ressortissant indien par les autorités britanniques, une soixantaine de personnes ont pris la mer, à partir de Gravelines (Nord), pour tenter de rejoindre les côtes anglaises.

      En signant l’accord « un pour un », les deux parties avaient pourtant pour objectif de « dissuader les traversées périlleuses de la Manche sur des embarcations précaires ». « L’idée de ce projet, c’est de faire passer un message aux passeurs, leur dire que maintenant, ça ne passe plus », expliquait-on alors au ministère français de l’Intérieur tandis que le Premier Ministre britannique Keir Starmer promettait de rétablir l’ordre aux frontières du pays « avec le sérieux et la compétence que le peuple britannique mérite ».

      En quoi consiste précisément cet accord ? Le Royaume-Uni s’engage à admettre légalement sur son territoire certains migrants qui se trouvent en France. Et en échange, la France accepte de reprendre des migrants qui sont arrivés au Royaume-Uni en empruntant un small boat (petit bateau) pour traverser la Manche, et qui n’y remplissent pas les conditions d’entrée. Le tout sur une base de réciprocité régulièrement rappelée dans l’accord, qui insiste sur le respect de l’équilibre entre le nombre de personnes réadmises dans un sens et dans l’autre.

      Qualifié de « révolutionnaire » par Keir Starmer, le dispositif est censé contribuer à tarir les flux de migrants qui se rendent au Royaume-Uni par bateau. Jusqu’ici, et notamment depuis le Brexit, aucun mécanisme de réadmission ne permettait de renvoyer les personnes arrivées irrégulièrement en Angleterre vers le pays de provenance. Les autorités britanniques pensent que la perspective d’être immédiatement détenu à l’arrivée et de faire l’objet d’une procédure d’expulsion est propre à décourager les personnes qui envisagent d’entreprendre la traversée par small boat. Quant aux Français, ils font le pari que les possibilités, ouvertes par l’accord, d’obtenir l’autorisation d’entrer légalement au Royaume-Uni feront baisser le nombre de candidats au départ par bateau depuis les côtes de la Manche.
      Un accord aux contours flous

      Or, l’affaire a mal commencé. Alors que les expulsions depuis le Royaume-Uni devaient débuter le 12 septembre, les premiers transferts programmés ont été annulés, du fait des recours formés devant les tribunaux par les intéressés. Si l’expulsion de deux personnes a finalement eu lieu une semaine plus tard, et si Londres annonce une « intensification » du processus, on peut s’interroger sur les modalités concrètes de l’accord.

      Les critères britanniques d’éligibilité à l’admission sont très vagues. Certes, la référence aux personnes « ayant des liens » avec ce pays comme base de sélection des candidats à l’émigration (qui doivent être volontaires, se trouver sur le territoire français et ne pas avoir tenté d’entrer illégalement au Royaume-Uni) revient régulièrement dans la communication publique des autorités britanniques. Mais elle ne figure nullement dans l’accord, d’où il ressort au contraire que ces dernières ont toute latitude pour accepter ou refuser de délivrer un visa et que Londres peut même « ouvrir ou fermer [le] canal [d’admission] lorsqu’il l’estime nécessaire ».

      De l’autre côté, la France semble, aux termes de l’accord, disposer d’une moindre marge de manœuvre pour refuser de reprendre les expulsés que le Royaume-Uni lui destine, ce qui inquiète les élus du littoral nord. Dans un courrier au ministre de l’Intérieur, Xavier Bertrand, président du conseil régional des Hauts-de-France, et Natacha Bouchart, maire de Calais, dénoncent « un accord bénéfique pour les Britanniques mais très néfaste pour notre pays ».

      Mais, en pratique, le ministère de l’Intérieur, qui aurait déjà reçu du Home Office britannique plusieurs centaines de dossiers de potentiels expulsables, a pourtant fait savoir, rapporte Mediapart, que les transferts ne concerneraient dans un premier temps « que quelques individus », ajoutant : « On pourra interrompre l’accord si on ne s’y retrouve pas. »

      A ce jour, rien n’est dit, d’ailleurs, du sort qui attend les expulsés une fois arrivés en France : pourront-ils y rester ? Dans quelles conditions ? Seront-ils renvoyés ailleurs ? Dès le mois de juin, cinq pays méditerranéens de l’Union européenne (Espagne, Grèce, Italie, Malte et Chypre) ont exprimé auprès de la Commission européenne leur crainte que la France ne renvoie les migrants refoulés vers le premier pays européen dans lequel ils sont arrivés.
      Effet d’annonce

      L’ensemble donne l’impression qu’au-delà de l’effet d’annonce, sans doute destiné à satisfaire les forces politiques hostiles aux étrangers, aucune des deux parties ne se sent véritablement liée par l’accord « un pour un », qui ne fixe en outre aucun objectif chiffré. Le nombre de 50 transferts par semaine a été évoqué par la presse britannique, mais il n’a pas été confirmé officiellement. Rapporté au volume des traversées de la Manche en small boats au cours des dernières années, ce quota serait dérisoire au regard des ambitions affichées par les négociateurs de l’accord.

      Près de 20 000 exilés ont franchi la Manche sur des embarcations précaires au cours des six premiers mois de l’année 2025, ce qui constitue une hausse de 48 % par rapport à la même période en 2024. On estime leur nombre à 172 000 depuis 2018, date à laquelle ces dangereuses traversées, parfois mortelles, se sont multipliées du fait de la fermeture des autres voies d’accès au Royaume-Uni. Qui peut croire que l’expulsion de quelques centaines de personnes serait en mesure « d’exercer un effet très dissuasif sur le modèle des passeurs et sur les traversées », comme l’affirmait Emmanuel Macron au mois de juillet ?

      S’il fallait démontrer que les migrations sont un phénomène structurel inéluctable sur lequel les lois, les discours, les barbelés et les murs n’ont que peu de prise, la Manche serait un parfait laboratoire. Voilà trente-cinq ans que cette frontière maritime entre la France et les côtes britanniques est franchie irrégulièrement par des personnes de diverses nationalités, aux motivations variées, qui ont pour point commun de n’avoir pas obtenu l’autorisation d’entrer légalement au Royaume-Uni.

      Voilà trente-cinq ans que les autorités des deux pays tentent par tous les moyens d’empêcher ces passages, en accumulant les traités et les accords, en dépensant des millions d’euros, en mobilisant des centaines de fonctionnaires, en maltraitant les exilés, en transformant la ville de Calais en bunker, sans autre résultat que d’engendrer toujours plus de souffrances chez des exilés que rien n’arrêtera dans leur quête d’une vie meilleure.

      Loin de tirer les leçons du coût humain de cette inefficace politique de dissuasion, l’indécent accord « un pour un » traite les personnes comme des paquets que l’on s’échange, et ajoute encore au déni dans lequel s’aveuglent des dirigeants de plus en plus éloignés de la réalité.

      https://www.alternatives-economiques.fr/claire-rodier/migrants-laccord-one-in-one-out-indecent-quinefficace/00116302
      #efficacité #inefficacité

  • Hessens Regierung will psychisch Kranke melden, Datenschützer werden übergangen
    https://www.heise.de/news/Hessen-Datenweitergabe-bei-Gefaehrdern-geplant-Datenschuetzer-nicht-eingebunde

    La guerre contre les patients comtinue. Les chrétien-démocrates allemands sonnent la fin du secret médical avec des lois qui obligeraient les médecins à communiquer aux autorités l’identité le diagnostique des patients potentiellement dangereux - pour autrui et pour eux-mêmes

    4.7.2025 von Marie-Claire Koch - Hessens Regierung will psychisch Kranke melden, Datenschützer werden übergangen

    Die hessische Landesregierung will dafür sorgen, dass Polizei und Ordnungsämter informiert werden, wenn nach Einschätzung der Ärzte eine Gefahr für andere besteht. Das sieht ein Gesetzentwurf der Landtagsfraktionen von CDU und SPD zur Änderung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (PsychKHG) vor. Auch andere Bundesländer planen entsprechende Gesetzesänderungen.

    Künftig soll auch eine Abhängigkeit von Suchtstoffen als psychische Störung im Sinne des Gesetzes gelten. Zudem müssen bei Entlassungen aus psychiatrischen Einrichtungen die zuständigen Behörden „unverzüglich“ benachrichtigt und mit den notwendigen Informationen zur Gefährdungseinschätzung versorgt werden, wenn weiterhin eine Gefahr für Dritte bestehe.

    Die Neuregelungen im Gesetzentwurf „Zweites Gesetz zur Änderung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes“ werden mit einem besseren Informationsaustausch zur Gefahrenabwehr begründet, wie aus einer Eilanfertigung hervorgeht (PDF). Datenschützer und Sozialverbände äußerten bereits Kritik und warnen vor einer Stigmatisierung und dem möglichen Missbrauch sensibler Gesundheitsdaten. Ob die Pläne mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vereinbar sind, ist bislang unklar.

    „Mit der Gesetzesänderung bekennt sich Hessen klar zur Stärkung der psychiatrischen Versorgung und setzt auf einen wirksamen Schutzmechanismus im Spannungsfeld zwischen individueller Hilfe und öffentlicher Sicherheit“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Bauer. Ein Beitrag auf Instagram, in dem der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Ralf-Nobert Bartelt, den Gesetzentwurf ankündigte, wird derzeit kontrovers diskutiert. Er erklärte, dass alle Personen, die eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen, „Ordnungsbehörden gemeldet werden müssen“.

    Hessische Datenschutzbehörde nicht eingebunden

    Der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI), Prof. Alexander Roßnagel, war in die Vorbereitung des Gesetzentwurfs nicht eingebunden. Er kennt den Entwurf nicht und musste diesen erst beim Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege anfordern.

    „Die geplanten Meldungen der Entlassung von Patientinnen oder Patienten, von denen ’ohne ärztliche Behandlung eine Fremdgefährdung ausgehen könnte’, ist ein tiefer Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Personen, weil besonders schützenswerte Daten betroffen sind und die Meldungen zu Beeinträchtigungen dieser Personen führen können. Eine solche Meldung verfolgt einen Schutzzweck im öffentlichen Interesse, ist aber nur unter engen Voraussetzungen zulässig“, so Roßnagel. Detaillierter könne er sich erst äußern, sobald er den Gesetzentwurf kennt.

    Änderungen an Psychisch-Kranken-Gesetzen

    Nicht nur in Hessen, sondern auch in anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein setzt man auf Symptom- und nicht auf Ursachenbekämpfung. Die dortige Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) hofft auf eine bessere Vernetzung der Behörden, wie aus einem Beitrag vom Deutschlandfunk hervorgeht. Demnach zählt sie den Datenschutz und die ärztliche Schweigepflicht zu den größten Hürden. Wichtig sei jedoch, dass „sensible Daten über Menschen mit psychischen Krankheiten weitergeleitet werden dürfen“.

    Auch Niedersachsen hatte vor Kurzem dafür notwendige Änderungen am Psychisch-Kranken-Gesetz (NPsychKG) angekündigt, wie aus einem Bericht des NDR hervorgeht. In Bayern und Thüringen sieht es ähnlich aus. Die bessere Vernetzung wurde bereits im Koalitionsvertrag versprochen: Darin ist unter anderem von „rechtlichen Rahmenbedingungen für einen effektiven und effizienten Datenaustausch zwischen den Diensten und anderen Behörden (Ausweitung von Übermittlungsbefugnissen und Prüfung von Löschfristen)“, die Rede.

    Kürzlich wurden die Forderungen und Anpassungen an die rechtlichen Rahmenbedingungen auch in einem Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) „Integriertes Risikomanagement bei Menschen mit psychischen Erkrankungen“ bekräftigt. Gefordert ist unter anderem, dass relevante Informationen zu psychischen Erkrankungen zuständigen Behörden und gegebenenfalls auch der Polizei zugänglich gemacht werden. Demnach sei ein integriertes Risikomanagement zwischen Gesundheits-, Sicherheits-, Ausländer- und Justizbehörden notwendig.

    Starke Kritik an Vorhaben

    Nach dem Anschlag in Magdeburg sprach sich Carsten Linnemann (CDU) gegenüber dem Deutschlandfunk Ende 2024 dafür aus, dass es neben Registern für Rechtsextreme und Islamisten ein Register für psychisch kranke Gewalttäter brauche. Datenschützer und Patientenvertretungen lehnen das entschieden ab. Regelmäßig werden derartige Taten für die Ausweitung von Überwachungsbefugnissen oder deren Begründung genutzt.

    Die Landesärztekammer Hessen hatte sich im Frühjahr gegen Pläne für ein zentrales Register ausgesprochen: „Viele Betroffene könnten aus Angst vor Registrierung und Stigmatisierung davon abgehalten werden, ärztliche Hilfe und Therapie in Anspruch zu nehmen. Menschen mit bestimmten psychischen Erkrankungen, die unter bestimmten Umständen ein erhöhtes Risiko für Gewalttaten aufweisen können, benötigen frühzeitige und intensive Therapie“. Stattdessen müssten die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden, um die Behandlung zu verbessern.

    „Gravierende Einzelfälle von Gewalttaten, begangen von psychisch Kranken, werden hier zum Anlass genommen, pauschal Daten zur Behandlung psychisch Kranker generell für die Sicherheitsbehörden zu verwenden. Das zerstört Vertrauen und die Schweigepflicht und ist abzulehnen. Gerade bei der Entlassung aus stationärer Behandlung, die jetzt den Behörden jeweils gemeldet werden soll, ist der Zustand kranker Menschen meist gebessert. Sie in der Folge zu überwachen, um eine Verschlechterung und eine – äußerst selten vorkommende – Fremdaggressivität rechtzeitig mitzubekommen, wäre nicht verhältnismäßig“, sagt dazu der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Andreas Meißner, der sich für den Schutz von Patientendaten einsetzt.

    Elektronische Patientenakte ebenfalls von Interesse

    Immer wieder forderten Vertreter aus Politik und Polizei auch, Daten aus der elektronischen Patientenakte zu nutzen, um Straftaten psychisch kranker Menschen zu verhindern. Die Justiz- und Gesundheitsministerin von Schleswig-Holstein, Kerstin von der Decken (CDU), fordert laut dpa die Nutzung von Daten psychisch kranker Menschen aus der elektronischen Patientenakte. Diese könnte den Informationsaustausch zwischen verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen verbessern, sagte sie im Innen- und Rechtsausschuss des Landtags.

    (mack)

    #Allemagne #Hesse
    #iatrocratie #état_sécuritaire #sélection #psychiatrie

  • Berliner Palliativarzt unter Mordverdacht : Hat Johannes M. mindestens acht Menschen ermordet ?
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berliner-palliativarzt-unter-mordverdacht-hat-johannes-m-mindestens

    Il.y a des médecins qui ont leur propre définition du rôle du médecin.

    6.12.2024 von Katrin Bischoff, Christian Schwager - Der Mediziner sitzt seit August in Untersuchungshaft und schweigt. Mittlerweile soll die eigens gegründete Ermittlungsgruppe 40 weitere Fälle prüfen.

    An dem Mietshaus in der Niemetzstraße in Neukölln deutet nichts mehr auf das Feuer hin, das vor rund einem halben Jahr in der ersten Etage direkt über einem Späti ausgebrochen war. Die beigefarbene Fassade des viergeschossigen Altbaus, der unweit der Sonnenallee steht, ist nicht verrußt. Die heruntergelassenen Rollos der Spätverkaufsstelle leuchten in frischem Weiß. Nur die Fenster der Einzimmerwohnung sind noch immer von innen mit grauer Folie abgeklebt. Dort hat es gebrannt.

    Anwohner hatten am Mittag des 11. Juni den Rauch bemerkt, der aus den Fenstern quoll. Sie alarmierten die Rettungskräfte. Die Feuerwehr evakuierte das Haus und barg in der Brandwohnung die 87 Jahre alte Mieterin. Die Seniorin konnte zunächst wiederbelebt werden, sie starb jedoch in einem Krankenhaus. Wie es schien, war das Feuer in der Küche ausgebrochen.

    Damals hieß es in einer Meldung der Polizei, die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung habe ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes übernommen. Der Tod der alten Dame schien tragisch, er war in den Medien nicht mehr als eine Meldung. Das hat sich geändert. Denn die Frau starb offenbar nicht durch das Feuer oder den Rauch. Die schwer kranke Seniorin starb vermutlich durch die Hand eines Arztes.

    Mit dem Tod der hochbetagten Seniorin befasst sich mittlerweile eine eigens gegründete Ermittlergruppe der Berliner Mordkommissionen. Im Fokus ihrer Arbeit steht ein in der Hauptstadt praktizierender 40 Jahre alter Palliativmediziner: der Arzt Johannes M.

    Der Verdacht, den die Fahnder gegen ihn hegen, ist ebenso ungeheuerlich wie unglaublich: Nicht nur die 87-jährige Frau soll der promovierte Mediziner in den vergangenen Jahren in Berlin getötet und danach einen Brand gelegt haben. Johannes M. steht im Verdacht, mindestens acht schwer kranke alte Menschen im Alter von 61 bis 94 Jahren ermordet zu haben. Zunächst war von vier mutmaßlichen Tötungsdelikten die Rede.

    Und die Ermittler durchforsten gerade noch neue Patientenakten auf der Suche nach weiteren mutmaßlichen Opfern des Mediziners. Unbestätigten Angaben zufolge sollen derzeit noch 40 andere Todesfälle untersucht werden. Bestätigt sich der Verdacht, dann könnte es sich bei Johannes M. um einen der schlimmsten deutschen Serienmörder handeln.

    Handelte Johannes M. aus Mordlust?

    Auch das Motiv für die mutmaßlichen Morde ist unfassbar. „Der Arzt steht im Verdacht, aus Mordlust getötet zu haben“, sagt Sebastian Büchner, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Ein solches Mordmerkmal, Menschen lediglich aus Interesse am Töten umzubringen, sei sehr selten. „Ich habe das in den zweieinhalb Jahren, in denen ich Sprecher der Behörde bin, noch nicht erlebt“, sagt Büchner. Wie viele weitere Fälle gerade untersucht werden, will er nicht sagen. Nur so viel: „Wir arbeiten uns rückwärts vor.“

    Wer ist dieser Mann, dem die Schwerkranken in ihren letzten Lebensmonaten vertrauten, der ihnen die Angst vor dem Tod und die Schmerzen nehmen sollte, nicht aber das Leben? In den Boulevardmedien kursiert ein ungepixeltes Foto von dem – wie er dort genannt wird – „Killer-Arzt“. Es zeigt einen Mann mit sehr hellen Augen, blonden Locken und vollen Lippen.

    Bekannt ist, dass M. in Frankfurt am Main studiert und am Institut für Rechtsmedizin promoviert hat. Im Jahr 2012 erschien seine Dissertation zum Thema „Tötungsdelikte in Frankfurt am Main: ein Überblick von 1945 bis 2008“. 117 Seiten lang ist diese Doktorarbeit, unter dem Punkt 4.9.2 schrieb Johannes M. ein Kapitel über „Tötungsdelikte an alten Menschen“.

    Auf verschiedenen Medizinerseiten im Internet ist davon die Rede, dass er Facharzt für Strahlentherapie sei. An mehreren Kliniken arbeitete er als Arzt, bekam dort von Krebspatienten oder deren Angehörigen gute Bewertungen. So ist zu lesen, dass sich Johannes M. „hervorragend und erfolgreich“ um einen Familienangehörigen des Rezensenten gekümmert habe.

    Weitere Stationen seiner Arbeit folgten in Köln. Vor vier Jahren zog Johannes M. nach Berlin, arbeitete unter anderem in einem Palliativteam in Tempelhof und für einen in Kreuzberg ansässigen Pflegedienst. Der wurde schließlich wegen vier Todesfällen unter seinen Patienten innerhalb kürzester Zeit misstrauisch und brachte die Ermittlungen ins Rollen. Johannes M. wurde festgenommen. Seit dem 6. August sitzt der Mediziner in Untersuchungshaft – und schweigt seitdem zu den Vorwürfen.

    Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen soll der Arzt erstmals im Juni 2022 einen Menschen getötet haben. Eine 70 Jahre alte Patientin starb in ihrer Wohnung in der Götzstraße in Tempelhof durch einen tödlichen Medikamentencocktail, den M. ihr gereicht haben soll.

    Palliativstationen bieten schwer kranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase Betreuung und Linderung von Schmerzen, doch der Fall Johannes M. erschüttert das Vertrauen in diese wichtige Arbeit.

    Palliativstationen bieten schwer kranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase Betreuung und Linderung von Schmerzen, doch der Fall Johannes M. erschüttert das Vertrauen in diese wichtige Arbeit.imago
    Tatort Niemetzstraße: 87-Jährige stirbt, Wohnung brennt

    Ende Januar dieses Jahres wurde ein 70 Jahre alter Mann in seiner Wohnung in der Dieselstraße in Neukölln wohl ebenfalls durch einen Medikamentenmix getötet. Johannes M. steht zudem im Verdacht, Anfang April eine 61 Jahre alte Frau in deren Wohnung in der Ebersstraße in Schöneberg umgebracht zu haben – auch hier soll ein tödlicher Medikamentencocktail ursächlich gewesen sein. Drei Wochen später starb ein 83 Jahre alter Mann im Zimmer eines Hospizes der DRK-Kliniken Köpenick auf dieselbe Weise.

    Der nächste Tatort war in der Niemetzstraße, wo Johannes M. die 87-jährige Frau getötet und dann, zur Verdeckung der Tat, Feuer gelegt haben soll. Anfang Juli starb eine 76-Jährige in ihrer Wohnung im Michael-Bohnen-Ring in Neukölln mutmaßlich durch die Hand des Arztes. Auch dort soll M. versucht habe, Feuer zu legen. Ohne Erfolg, die Flammen erloschen.

    Eine Woche später soll der Arzt eine 94-jährige Seniorin in der Silbersteinstraße in Neukölln ermordet und anschließend ihre Küche in Brand gesetzt haben. Neun Tage später schlug der mutmaßliche Mörder nach derzeitigen Ermittlungsstand offenbar das letzte Mal zu: Am 24. Juli soll er eine 72-jährige Rentnerin in der Neuen Krugallee in Plänterwald umgebracht und dort anschließend Feuer gelegt haben.

    Mediziner, die sich als Palliativärzte um schwer kranke Menschen kümmern, zeigen sich von den mutmaßlichen Morden schockiert. „Wir alle, und so auch ich, waren zutiefst erschüttert und können es im Grunde bis heute nicht glauben, dass so etwas möglich sein konnte – wenn die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zutreffen sollten“, sagt Thomas Schindler, der Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins Home Care Berlin, der schwer kranke Menschen in ihrer letzten Lebenszeit betreut und berät.

    Er kenne Johannes M. nicht persönlich, erklärt Schindler. Jedoch habe er in den vergangenen Jahren von mehreren Menschen, die mit ihm zusammengearbeitet hätten, gehört, dass er ein sehr freundlicher Arzt sei, der sich Zeit für seine Patientinnen und Patienten und auch für deren Angehörige nehme. „Er soll seine Arbeit sehr fürsorglich ausgeübt haben.“

    Schindler schließt, wenn die Vorwürfe zutreffen sollten, einen Imageschaden nicht aus. Nachrichten, die nahelegen, ein Palliativarzt könne Menschen töten, seien natürlich erschreckend. „Vertrauen ist das wichtigste Gut, mit dem wir unsere Beziehungen zu den kranken Menschen gestalten. Wenn das zerstört wird, wird Hilfestellung umso schwieriger“, erklärt er.
    Experte Karl Beine: Auffälligkeiten im Lebenslauf von Johannes M.

    Nach seinen Worten haben in Berlin etwa 400 Ärztinnen und Ärzte die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“. Jedoch nur ein Teil von ihnen sei auch schwerpunktmäßig in der Palliativversorgung tätig – etwa zu gleichen Teilen in Krankenhäusern und im ambulanten Sektor. In der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Berlin arbeiten etwa 80 Ärztinnen und Ärzte – allerdings nicht alle mit einer vollen Stelle.

    Karl Beine forscht zum Thema Gewalt in der Medizin und Pflege. Der Professor der Universität Witten-Herdecke hat in der Vergangenheit etliche Tötungsserien untersucht. Zuletzt verfolgte er den Prozess um den Charité-Kardiologen Gunther S., gegen den im April wegen des Todes zweier Patienten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren verhängt wurde. Zum Fall des Berliner Palliativmediziners möchte Beine aus der Ferne kein Urteil abgeben. „Allerdings gibt es äußere Phänomene, die Fragen aufwerfen“, sagt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

    Da sei der Lebenslauf des 40-Jährigen. „Er hat als approbierter Arzt verschiedene Facharztweiterbildungen durchlaufen“, sagt Beine. „Es ist ungewöhnlich, dass er mit dieser Qualifikation für Palliativdienste arbeitete.“ Ebenso auffällig seien die Wechsel der Arbeitsstellen in Frankfurt, Köln und Berlin. „Das alles kann natürlich auch persönliche Gründe haben.“ Die Arbeitgeber des vielseitig ausgebildeten Mediziners jedenfalls schienen nicht misstrauisch geworden zu sein.

    Es gibt eine weitere Besonderheit im mutmaßlichen Vorgehen des Arztes Johannes M.: In fünf Fällen setzte er offenbar die Wohnung seiner Patienten in Brand. Möglicherweise, um Spuren zu vernichten, möglicherweise aber auch aus einem anderen Grund. Vielleicht wollte Johannes M. gestoppt werden.

    „Bei den bisher abgeurteilten Tötungsserien war zu beobachten, dass die Hemmschwelle mit der Zeit gesunken ist. Die Täter haben am Ende diskrete und manchmal auch weniger diskrete Hinweise auf das gegeben, was sie tun“, erklärt Beine. Durch Bemerkungen wie: „Warte mal, bis 3 Uhr hat er es geschafft. Das Häppchen schaffe ich noch.“ Oder sehr viel direkter: „Ich bin wieder einen für euch losgeworden.“ Mitunter, sagt Beine, sei das Bestreben der Täter zu erkennen gewesen, sich aus ihrer Situation zu befreien. „Ob das im aktuellen Fall so gewesen ist, weiß ich natürlich nicht.“

    Fest steht für den Experten, dass Personalknappheit in Medizin und Pflege zu Stress, Hektik und weniger Achtsamkeit führen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Taten unentdeckt bleiben. Schon jetzt sei davon auszugehen, dass das Dunkelfeld bei Gewalttaten im Krankenhaus, in der stationären und ambulanten Pflege größer ausfalle als in anderen Bereichen. „Deswegen ist Aufklärung wichtig.“ Ebenso wie der kollegiale Austausch. Was dagegen nicht passieren dürfe: „Dass auch in dem aktuellen Fall eine Welle der Empörung durch das Land schwappt, und danach geht die Gesellschaft wieder zur Tagesordnung über.“ So war es bisher immer.

    Die Zufahrt zum Hauptgebäude vom Josef-Hospital im Stadtteil Deichhorst in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Pfleger Niels Högel wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt.

    Die Zufahrt zum Hauptgebäude vom Josef-Hospital im Stadtteil Deichhorst in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Pfleger Niels Högel wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt.Christian Dittrich/dpa
    Krankenpfleger Niels Högel beging 85 Morde

    In der Vergangenheit sorgten immer wieder gewaltsame Todesfälle in Pflegeeinrichtungen und Kliniken für Schlagzeilen. Für die längste Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte, die bisher bekannt wurde, war der Krankenpfleger Niels Högel verantwortlich. Ihm konnten in Niedersachsen 85 Morde nachgewiesen werden. Dafür wurde er 2019 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

    In Berlin wurde der Fall der Krankenschwester Irene B. bekannt, die 2005 und 2006 auf einer kardiologischen Station der Charité fünf Menschen tötete.

    Es ist unklar, wann die Ermittlungen gegen den Palliativarzt Johannes M. abgeschlossen sein werden. Es wird wohl noch Wochen oder gar Monate dauern. Sebastian Büchner, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, geht davon aus, dass im ersten Quartal des nächsten Jahres eine „verfahrensabschließende Entscheidung“ der Staatsanwaltschaft getroffen wird.

    #iatrocratie #meurtre #sélection

  • #Semences_paysannes, les #graines de la #résistance

    C’est l’histoire de l’#agriculture : depuis des millénaires, les paysans échangent et sèment leurs semences. Mais ces pratiques ancestrales sont en péril.

    Avec #Elise_Demeulenaere, socio-anthropologue au CNRS. Elle travaille sur les mutations contemporaines des rapports au vivant en agriculture pour principaux terrains, les mouvements pour la réappropriation paysanne des semences, et les dynamiques de défense du fromage au lait cru.

    Le #Réseau_Semences_Paysannes organise du 1er au 5 octobre, des rencontres internationales "Sème ta résistance", sur une semaine, avec une journée ouverte au public, le 5 octobre à Antibes.

    Pour Elise Demeulenaere « Ce sera l’occasion d’insister sur le souhait, depuis le départ, de mettre en lien des agriculteurs du monde entier, pour qu’ils partagent d’abord leurs expériences à la ferme avec les plantes, et également leurs luttes pour le droit à cultiver les semences et variétés de leur choix. »

    La #modernisation_agricole et la disparition des semences paysannes

    Au XIXe siècle, les paysans français sélectionnaient et échangeaient librement leurs semences, créant ainsi des variétés adaptées à leurs terroirs. Elise Demeulenaere explique que l’#industrialisation_de_l'agriculture au XXe siècle a bouleversé cet équilibre, favorisant des variétés homogènes et productives, dépendantes des #intrants_chimiques. Cette évolution a entraîné une perte de #biodiversité et une #dépendance accrue des agriculteurs envers les #entreprises_semencières.

    La résistance s’organise : vers une #réappropriation des semences

    Des mouvements de résistance ont émergé dès la fin des années 1980 en France, mais aussi à l’échelle internationale. L’on entend par exemple dans l’émission #Vandana_Shiva, qui milite pour la libération des semences. Elise Demeulenaere : "Vandana Shiva est associée à la lutte contre les #OGM dans les années 1990. Et donc il y a son ONG, #Navdanya, qui s’est beaucoup illustrée à l’époque et qui a porté des campagnes importantes pour la libération des semences."

    En France, des collectifs comme la #Confédération_Paysanne se sont mobilisés contre les OGM et pour la liberté de semer. Elise Demeulenaere : "L’utilisation des OGM oblige l’agriculteur à travailler sous licence privée avec des entreprises. Et les OGM sont protégés par un autre système de #protection_intellectuelle que le #COV (le #certificat_d'obtention_végétale), c’est le #brevet. Le brevet est beaucoup plus intrusif, beaucoup plus contraignant. Donc c’était vraiment la pierre d’achoppement pour la Confédération." Il y a eu aussi l’association #Kokopelli, qui vend des semences, principalement à des jardiniers amateurs, et des semences de variétés non inscrites au catalogue, engagée dans la libération des semences et de l’humus, qui était très médiatisée parce qu’il y a eu des procès aussi contre des professionnels semenciers.

    Le réseau Semences Paysannes : un espoir pour l’avenir

    Le réseau Semences Paysannes œuvre pour la #réappropriation_collective des savoirs de #sélection et la défense des #droits_des_paysans. Grâce à la mobilisation de ce réseau, la loi française a évolué en 2011, reconnaissant les semences paysannes et le droit des agriculteurs à ressemer leur récolte pour 20 espèces, avec une taxe à payer en contrepartie.

    https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/la-terre-au-carre/la-terre-au-carre-du-mardi-24-septembre-2024-7892551

    #semences
    #audio #podcast

  • Do grant proposal texts matter for funding decisions? A field experiment

    Scientists and funding agencies invest considerable resources in writing and evaluating grant proposals. But do grant proposal texts noticeably change panel decisions in single blind review? We report on a field experiment conducted by The Dutch Research Council (NWO) in collaboration with the authors in an early-career competition for awards of 800,000 euros of research funding. A random half of panelists were shown a CV and only a one-paragraph summary of the proposed research, while the other half were shown a CV and a full proposal. We find that withholding proposal texts from panelists did not detectibly impact their proposal rankings. This result suggests that the resources devoted to writing and evaluating grant proposals may not have their intended effect of facilitating the selection of the most promising science.

    https://link.springer.com/article/10.1007/s11192-024-04968-7

    #recherche #appels_à_projet #projets_de_recherche #processus_de_sélection #sélection #recherche #résumé #CV #long_projet #AAP

    via @freakonometrics

  • Discrimination 2.0 : ces algorithmes qui perpétuent le racisme

    L’IA et les systèmes algorithmiques peuvent désavantager des personnes en raison de leur origine, voire conduire à des discriminations raciales sur le marché du travail. A l’occasion de la Journée internationale pour l’élimination de la discrimination raciale, AlgorithmWatch CH, humanrights.ch et le National Coalition Building Institute NCBI mettent en lumière la manière dont les systèmes automatisés utilisés dans les procédures de recrutement peuvent reproduire les inégalités.

    Les procédures d’embauche sont et ont toujours été caractérisées par une certaine inégalité des chances. Aujourd’hui, les entreprises utilisent souvent des systèmes algorithmiques pour traiter les candidatures, les trier et faire des recommandations pour sélectionner des candidat·e·x·s. Si les départements des ressources humaines des grandes entreprises souhaitent augmenter leur efficacité grâce aux « Applicant Tracking Systems » (ATS), l’utilisation de tels systèmes peut renforcer les stéréotypes discriminatoires ou même en créer de nouveaux. Les personnes issues de l’immigration sont souvent concernées par cette problématique.
    Exemple 1 : un algorithme qui préfère les CV « indigènes »

    Une étude récente menée en Grande-Bretagne a comparé les CV sélectionnés par une personne experte en ressources humaines et ceux qu’un système de recommandation algorithmique avait identifiés comme étant ceux de candidat·e·x·s compétent·e·x·s. La comparaison a montré que les personnes que les recruteur·euse·x·s considéraient comme les meilleur·e·x·s candidat·e·x·s ne faisaient parfois même pas partie de la sélection effectuée par les systèmes basés sur des algorithmes. Ces systèmes ne sont pas capables pas lire tous les formats avec la même efficacité ; aussi les candidatures compétentes ne correspondant pas au format approprié sont-elles automatiquement éliminées. Une étude portant sur un autre système a également permis de constater des différences claires dans l’évaluation des CV. Ainsi, il s’est avéré que le système attribuait davantage de points aux candidatures « indigènes », en l’occurrence britanniques, qu’aux CV internationaux. Les candidat·e·x·s britanniques avaient donc un avantage par rapport aux personnes migrantes ou ayant une origine étrangère pour obtenir une meilleure place dans le classement.
    Exemple 2 : les formations à l’étranger moins bien classées

    En règle générale, les systèmes de recrutement automatisés sont entraînés de manière à éviter l’influence de facteurs tels que le pays d’origine, l’âge ou le sexe sur la sélection. Les candidatures contiennent toutefois également des attributs plus subtils, appelés « proxies » (en français : variables de substitution), qui peuvent indirectement donner des informations sur ces caractéristiques démographiques, par exemple les compétences linguistiques ou encore l’expérience professionnelle ou les études à l’étranger. Ainsi, la même étude a révélé que le fait d’avoir étudié à l’étranger entraînait une baisse des points attribués par le système pour 80% des candidatures. Cela peut conduire à des inégalités de traitement dans le processus de recrutement pour les personnes n’ayant pas grandi ou étudié dans le pays dans lequel le poste est proposé.

    Les critères de sélection de nombreux systèmes de recrutement basés sur les algorithmes utilisés par les entreprises sont souvent totalement opaques. De même, les jeux de données utilisés pour entraîner les algorithmes d’auto-apprentissage se basent généralement sur des données historiques. Si une entreprise a par exemple jusqu’à présent recruté principalement des hommes blancs âgés de 25 à 30 ans, il se peut que l’algorithme « apprenne » sur cette base que de tels profils doivent également être privilégiés pour les nouveaux postes à pourvoir. Ces stéréotypes et effets discriminatoires ne viennent pas de l’algorithme lui-même, mais découlent de structures ancrées dans notre société ; ils peuvent toutefois être répétés, repris et donc renforcés par l’algorithme.

    Ces exemples illustrent la discrimination par les algorithmes de personnes sur la base de leur origine. Les algorithmes discriminent également de nombreux autres groupes de population. En Suisse aussi, de plus en plus d’entreprises font usage d’algorithmes pour leurs processus de recrutement ainsi que sur le lieu de travail.

    Discrimination algorithmique en Suisse : le cadre légal de protection contre la discrimination en Suisse ne protège pas suffisamment contre la discrimination par les systèmes algorithmiques et doit être renforcé. Ce papier de position présente les problématiques liées à la discrimination algorithmique et décrit les moyens d’améliorer la protection contre ce type de discrimination.

    Les algorithmes discriminent également de nombreux autres groupes de population. Dans la série « Discrimination 2.0 : ces algorithmes qui discriminent », AlgorithmWatch CH et humanrights.ch, en collaboration avec d’autres organisations, mettent en lumière divers cas de discrimination algorithmique.

    https://www.humanrights.ch/fr/nouvelles/discrimination-20-algorithmes-perpetuent-racisme
    #discrimination #racisme #algorithme #xénophobie #IA #AI #intelligence_artificielle #travail #recrutement #discrimination_raciale #inégalités #ressources_humaines #Applicant_Tracking_Systems (#ATS) #CV #curriculum_vitae #sélection #tri

    • « L’IA et les systèmes algorithmiques peuvent désavantager des personnes en raison de leur origine, voire conduire à des discriminations raciales sur le marché du travail. » mais l’ia et les systemes algorithmiques peuvent tout aussi bien avantager des personnes en raison de leur origine, voire conduire à des discriminations raciales sur le marché du travail. La banque mondiale exige déja une discrimination selon les pratiques sexuelles pour favoriser emprunts et subventions !

  • #Université, service public ou secteur productif ?

    L’#annonce d’une “vraie #révolution de l’Enseignement Supérieur et la Recherche” traduit le passage, organisé par un bloc hégémonique, d’un service public reposant sur des #carrières, des #programmes et des diplômes à l’imposition autoritaire d’un #modèle_productif, au détriment de la #profession.

    L’annonce d’une « #vraie_révolution » de l’Enseignement Supérieur et la Recherche (ESR) par Emmanuel Macron le 7 décembre, a pour objet, annonce-t-il, d’« ouvrir l’acte 2 de l’#autonomie et d’aller vers la #vraie_autonomie avec des vrais contrats pluriannuels où on a une #gouvernance qui est réformée » sans recours à la loi, avec un agenda sur dix-huit mois et sans modifications de la trajectoire budgétaire. Le président sera accompagné par un #Conseil_présidentiel_de_la_science, composé de scientifiques ayant tous les gages de reconnaissance, mais sans avoir de lien aux instances professionnelles élues des personnels concernés. Ce Conseil pilotera la mise en œuvre de cette « révolution », à savoir transformer les universités, en s’appuyant sur celles composant un bloc d’#excellence, et réduire le #CNRS en une #agence_de_moyen. Les composantes de cette grande transformation déjà engagée sont connues. Elle se fera sans, voire contre, la profession qui était auparavant centrale. Notre objet ici n’est ni de la commenter, ni d’en reprendre l’historique (Voir Charle 2021).

    Nous en proposons un éclairage mésoéconomique que ne perçoit ni la perspective macroéconomique qui pense à partir des agrégats, des valeurs d’ensemble ni l’analyse microéconomique qui part de l’agent et de son action individuelle. Penser en termes de mésoéconomie permet de qualifier d’autres logiques, d’autres organisations, et notamment de voir comment les dynamiques d’ensemble affectent sans déterminisme ce qui s’organise à l’échelle méso, et comment les actions d’acteurs structurent, elles aussi, les dynamiques méso.

    La transformation de la régulation administrée du #système_éducatif, dont nombre de règles perdurent, et l’émergence d’une #régulation_néolibérale de l’ESR, qui érode ces règles, procède par trois canaux : transformation du #travail et des modalités de construction des #carrières ; mise en #concurrence des établissements ; projection dans l’avenir du bloc hégémonique (i.e. les nouveaux managers). L’action de ces trois canaux forment une configuration nouvelle pour l’ESR qui devient un secteur de production, remodelant le système éducatif hier porté par l’État social. Il s’agissait de reproduire la population qualifiée sous l’égide de l’État. Aujourd’hui, nous sommes dans une nouvelle phase du #capitalisme, et cette reproduction est arrimée à l’accumulation du capital dans la perspective de #rentabilisation des #connaissances et de contrôle des professionnels qui l’assurent.

    Le couplage de l’évolution du système d’ESR avec la dynamique de l’#accumulation, constitue une nouvelle articulation avec le régime macro. Cela engendre toutefois des #contradictions majeures qui forment les conditions d’une #dégradation rapide de l’ESR.

    Co-construction historique du système éducatif français par les enseignants et l’État

    Depuis la Révolution française, le système éducatif français s’est déployé sur la base d’une régulation administrée, endogène, co-construite par le corps enseignant et l’État ; la profession en assumant de fait la charge déléguée par l’État (Musselin, 2022). Historiquement, elle a permis la croissance des niveaux d’éducation successifs par de la dépense publique (Michel, 2002). L’allongement historique de la scolarité (fig.1) a permis de façonner la force de travail, facteur décisif des gains de productivité au cœur de la croissance industrielle passée. L’éducation, et progressivement l’ESR, jouent un rôle structurant dans la reproduction de la force de travail et plus largement de la reproduction de la société - stratifications sociales incluses.

    À la fin des années 1960, l’expansion du secondaire se poursuit dans un contexte où la détention de diplômes devient un avantage pour s’insérer dans l’emploi. D’abord pour la bourgeoisie. La massification du supérieur intervient après les années 1980. C’est un phénomène décisif, visible dès les années 1970. Rapidement cela va télescoper une période d’austérité budgétaire. Au cours des années 2000, le pilotage de l’université, basé jusque-là sur l’ensemble du système éducatif et piloté par la profession (pour une version détaillée), s’est effacé au profit d’un pilotage pour et par la recherche, en lien étroit avec le régime d’accumulation financiarisé dans les pays de l’OCDE. Dans ce cadre, l’activité économique est orientée par l’extraction de la valeur financière, c’est à dire principalement par les marchés de capitaux et non par l’activité productive (Voir notamment Clévenot 2008).
    L’ESR : formation d’un secteur productif orienté par la recherche

    La #massification du supérieur rencontre rapidement plusieurs obstacles. Les effectifs étudiants progressent plus vite que ceux des encadrants (Piketty met à jour un graphique révélateur), ce qui entrave la qualité de la formation. La baisse du #taux_d’encadrement déclenche une phase de diminution de la dépense moyenne, car dans l’ESR le travail est un quasi-coût fixe ; avant que ce ne soit pour cette raison les statuts et donc la rémunération du travail qui soient visés. Ceci alors que pourtant il y a une corrélation étroite entre taux d’encadrement et #qualité_de_l’emploi. L’INSEE montre ainsi que le diplôme est un facteur d’amélioration de la productivité, alors que la productivité plonge en France (voir Aussilloux et al. (2020) et Guadalupe et al. 2022).

    Par ailleurs, la massification entraine une demande de différenciation de la part les classes dominantes qui perçoivent le #diplôme comme un des instruments de la reproduction stratifiée de la population. C’est ainsi qu’elles se détournent largement des filières et des établissements massifiés, qui n’assurent plus la fonction de « distinction » (voir le cas exemplaire des effectifs des #écoles_de_commerce et #grandes_écoles).

    Dans le même temps la dynamique de l’accumulation suppose une population formée par l’ESR (i.e. un niveau de diplomation croissant). Cela se traduit par l’insistance des entreprises à définir elles-mêmes les formations supérieures (i.e. à demander des salariés immédiatement aptes à une activité productive, spécialisés). En effet la connaissance, incorporée par les travailleurs, est devenue un actif stratégique majeur pour les entreprises.

    C’est là qu’apparaît une rupture dans l’ESR. Cette rupture est celle de la remise en cause d’un #service_public dont l’organisation est administrée, et dont le pouvoir sur les carrières des personnels, sur la définition des programmes et des diplômes, sur la direction des établissements etc. s’estompe, au profit d’une organisation qui revêt des formes d’un #secteur_productif.

    Depuis la #LRU (2007) puis la #LPR (2020) et la vague qui s’annonce, on peut identifier plusieurs lignes de #transformation, la #mise_en_concurrence conduisant à une adaptation des personnels et des établissements. Au premier titre se trouvent les instruments de #pilotage par la #performance et l’#évaluation. À cela s’ajoute la concurrence entre établissements pour l’#accès_aux_financements (type #Idex, #PIA etc.), aux meilleures candidatures étudiantes, aux #labels et la concurrence entre les personnels, pour l’accès aux #dotations (cf. agences de programmes, type #ANR, #ERC) et l’accès aux des postes de titulaires. Enfin le pouvoir accru des hiérarchies, s’exerce aux dépens de la #collégialité.

    La généralisation de l’évaluation et de la #sélection permanente s’opère au moyen d’#indicateurs permettant de classer. Gingras évoque une #Fièvre_de_l’évaluation, qui devient une référence définissant des #standards_de_qualité, utilisés pour distribuer des ressources réduites. Il y a là un instrument de #discipline agissant sur les #conduites_individuelles (voir Clémentine Gozlan). L’important mouvement de #fusion des universités est ainsi lié à la recherche d’un registre de performance déconnecté de l’activité courante de formation (être université de rang mondial ou d’université de recherche), cela condensé sous la menace du #classement_de_Shanghai, pourtant créé dans un tout autre but.

    La remise en question du caractère national des diplômes, revenant sur les compromis forgés dans le temps long entre les professions et l’État (Kouamé et al. 2023), quant à elle, assoit la mise en concurrence des établissements qui dépossède en retour la profession au profit des directions d’établissement.

    La dynamique de #mise_en_concurrence par les instruments transforme les carrières et la relation d’#emploi, qui reposaient sur une norme commune, administrée par des instances élues, non sans conflit. Cela fonctionne par des instruments, au sens de Lascoumes et Legalès, mais aussi parce que les acteurs les utilisent. Le discours du 7 décembre est éloquent à propos de la transformation des #statuts pour assurer le #pilotage_stratégique non par la profession mais par des directions d’établissements :

    "Et moi, je souhaite que les universités qui y sont prêtes et qui le veulent fassent des propositions les plus audacieuses et permettent de gérer la #ressource_humaine (…) la ministre m’a interdit de prononcer le mot statut. (…) Donc je n’ai pas dit qu’on allait réformer les statuts (…) moi, je vous invite très sincèrement, vous êtes beaucoup plus intelligents que moi, tous dans cette salle, à les changer vous-mêmes."

    La démarche est caractéristique du #new_management_public : une norme centrale formulée sur le registre non discutable d’une prétérition qui renvoie aux personnes concernées, celles-là même qui la refuse, l’injonction de s’amputer (Bechtold-Rognon & Lamarche, 2011).

    Une des clés est le transfert de gestion des personnels aux établissements alors autonomes : les carrières, mais aussi la #gouvernance, échappent progressivement aux instances professionnelles élues. Il y a un processus de mise aux normes du travail de recherche, chercheurs/chercheuses constituant une main d’œuvre qui est atypique en termes de formation, de types de production fortement marqués par l’incertitude, de difficulté à en évaluer la productivité en particulier à court terme. Ce processus est un marqueur de la transformation qui opère, à savoir, un processus de transformation en un secteur. La #pénurie de moyen public est un puissant levier pour que les directions d’établissement acceptent les #règles_dérogatoires (cf. nouveaux contrats de non titulaires ainsi que les rapports qui ont proposé de spécialiser voire de moduler des services).

    On a pu observer depuis la LRU et de façon active depuis la LPR, à la #destruction régulière du #compromis_social noué entre l’État social et le monde enseignant. La perte spectaculaire de #pouvoir_d’achat des universitaires, qui remonte plus loin historiquement, en est l’un des signaux de fond. Il sera progressivement articulé avec l’éclatement de la relation d’emploi (diminution de la part de l’emploi sous statut, #dévalorisation_du_travail etc.).

    Arrimer l’ESR au #régime_d’accumulation, une visée utilitariste

    L’État est un acteur essentiel dans l’émergence de la production de connaissance, hier comme commun, désormais comme résultat, ou produit, d’un secteur productif. En dérégulant l’ESR, le principal appareil de cette production, l’État délaisse la priorité accordée à la montée de la qualification de la population active, au profit d’un #pilotage_par_la_recherche. Ce faisant, il radicalise des dualités anciennes entre système éducatif pour l’élite et pour la masse, entre recherche utile à l’industrie et recherche vue comme activité intellectuelle (cf. la place des SHS), etc.

    La croissance des effectifs étudiants sur une période assez longue, s’est faite à moyens constants avec des effectifs titulaires qui ne permettent pas de maintenir la qualité du travail de formation (cf. figure 2). L’existence de gisements de productivité supposés, à savoir d’une partie de temps de travail des enseignants-chercheurs inutilisé, a conduit à une pénurie de poste et à une recomposition de l’emploi : alourdissement des tâches des personnels statutaires pour un #temps_de_travail identique et développement de l’#emploi_hors_statut. Carpentier & Picard ont récemment montré, qu’en France comme ailleurs, le recours au #précariat s’est généralisé, participant par ce fait même à l’effritement du #corps_professionnel qui n’a plus été à même d’assurer ni sa reproduction ni ses missions de formation.

    C’est le résultat de l’évolution longue. L’#enseignement est la part délaissée, et les étudiants et étudiantes ne sont plus au cœur des #politiques_universitaires : ni par la #dotation accordée par étudiant, ni pour ce qui structure la carrière des universitaires (rythmée par des enjeux de recherche), et encore moins pour les dotations complémentaires (associées à une excellence en recherche). Ce mouvement se met toutefois en œuvre en dehors de la formation des élites qui passent en France majoritairement par les grandes écoles (Charle et Soulié, 2015). Dès lors que les étudiants cessaient d’être le principe organisateur de l’ESR dans les universités, la #recherche pouvait s’y substituer. Cela intervient avec une nouvelle convention de qualité de la recherche. La mise en œuvre de ce principe concurrentiel, initialement limité au financement sur projets, a été élargie à la régulation des carrières.

    La connaissance, et de façon concrète le niveau de diplôme des salariés, est devenu une clé de la compétitivité, voire, pour les gouvernements, de la perspective de croissance. Alors que le travail de recherche tend à devenir une compétence générale du travail qualifié, son rôle croissant dans le régime d’accumulation pousse à la transformation du rapport social de travail de l’ESR.

    C’est à partir du système d’#innovation, en ce que la recherche permet de produire des actifs de production, que l’appariement entre recherche et profit participe d’une dynamique nouvelle du régime d’accumulation.

    Cette dynamique est pilotée par l’évolution jointe du #capitalisme_financiarisé (primauté du profit actionnarial sur le profit industriel) et du capitalisme intensif en connaissance. Les profits futurs des entreprises, incertains, sont liés d’une part aux investissements présents, dont le coût élevé repose sur la financiarisation tout en l’accélérant, et d’autre part au travail de recherche, dont le contrôle échappe au régime historique de croissance de la productivité. La diffusion des compétences du travail de recherche, avec la montée des qualifications des travailleurs, et l’accumulation de connaissances sur lequel il repose, deviennent primordiaux, faisant surgir la transformation du contenu du travail par l’élévation de sa qualité dans une division du travail qui vise pourtant à l’économiser. Cela engendre une forte tension sur la production des savoirs et les systèmes de transmission du savoir qui les traduisent en connaissances et compétences.

    Le travail de recherche devenant une compétence stratégique du travail dans tous les secteurs d’activité, les questions posées au secteur de recherche en termes de mesure de l’#efficacité deviennent des questions générales. L’enjeu en est l’adoption d’une norme d’évaluation que les marchés soient capables de faire circuler parmi les secteurs et les activités consommatrices de connaissances.

    Un régime face à ses contradictions

    Cette transformation de la recherche en un secteur, arrimé au régime d’accumulation, suppose un nouveau compromis institutionnalisé. Mais, menée par une politique néolibérale, elle se heurte à plusieurs contradictions majeures qui détruisent les conditions de sa stabilisation sans que les principes d’une régulation propre ne parviennent à émerger.

    Quand la normalisation du travail de recherche dévalorise l’activité et les personnels

    Durant la longue période de régulation administrée, le travail de recherche a associé le principe de #liberté_académique à l’emploi à statut. L’accomplissement de ce travail a été considéré comme incompatible avec une prise en charge par le marché, ce dernier n’étant pas estimé en capacité de former un signal prix sur les services attachés à ce type de travail. Ainsi, la production de connaissance est un travail entre pairs, rattachés à des collectifs productifs. Son caractère incertain, la possibilité de l’erreur sont inscrits dans le statut ainsi que la définition de la mission (produire des connaissances pour la société, même si son accaparement privé par la bourgeoisie est structurel). La qualité de l’emploi, notamment via les statuts, a été la clé de la #régulation_professionnelle. Avec la #mise_en_concurrence_généralisée (entre établissements, entre laboratoires, entre Universités et grandes écoles, entre les personnels), le compromis productif entre les individus et les collectifs de travail est rompu, car la concurrence fait émerger la figure du #chercheur_entrepreneur, concerné par la #rentabilisation des résultats de sa recherche, via la #valorisation sous forme de #propriété_intellectuelle, voire la création de #start-up devenu objectifs de nombre d’université et du CNRS.

    La réponse publique à la #dévalorisation_salariale évoquée plus haut, passe par une construction différenciée de la #rémunération, qui rompt le compromis incarné par les emplois à statut. Le gel des rémunérations s’accompagne d’une individualisation croissante des salaires, l’accès aux ressources étant largement subordonné à l’adhésion aux dispositifs de mise en concurrence. La grille des rémunérations statutaires perd ainsi progressivement tout pouvoir organisationnel du travail. Le rétrécissement de la possibilité de travailler hors financements sur projet est indissociable du recours à du #travail_précaire. La profession a été dépossédée de sa capacité à défendre son statut et l’évolution des rémunérations, elle est inopérante à faire face à son dépècement par le bloc minoritaire.

    La contradiction intervient avec les dispositifs de concurrence qui tirent les instruments de la régulation professionnelle vers une mise aux normes marchandes pour une partie de la communauté par une autre. Ce mouvement est rendu possible par le décrochage de la rémunération du travail : le niveau de rémunération d’entrée dans la carrière pour les maîtres de conférences est ainsi passé de 2,4 SMIC dans les années 1980 à 1,24 aujourd’hui.

    Là où le statut exprimait l’impossibilité d’attacher une valeur au travail de recherche hors reconnaissance collective, il tend à devenir un travail individualisable dont le prix sélectionne les usages et les contenus. Cette transformation du travail affecte durablement ce que produit l’université.

    Produire de l’innovation et non de la connaissance comme communs

    Durant la période administrée, c’est sous l’égide de la profession que la recherche était conduite. Définissant la valeur de la connaissance, l’action collective des personnels, ratifiée par l’action publique, pose le caractère non rival de l’activité. La possibilité pour un résultat de recherche d’être utilisé par d’autres sans coût de production supplémentaire était un gage d’efficacité. Les passerelles entre recherche et innovation étaient nombreuses, accordant des droits d’exploitation, notamment à l’industrie. Dans ce cadre, le lien recherche-profit ou recherche-utilité économique, sans être ignoré, ne primait pas. Ainsi, la communauté professionnelle et les conditions de sa mise au travail correspondait à la nature de ce qui était alors produit, à savoir les connaissances comme commun. Le financement public de la recherche concordait alors avec la nature non rivale et l’incertitude radicale de (l’utilité de) ce qui est produit.

    La connaissance étant devenue un actif stratégique, sa valorisation par le marché s’est imposée comme instrument d’orientation de la recherche. Finalement dans un régime d’apparence libérale, la conduite politique est forte, c’est d’ailleurs propre d’un régime néolibéral tel que décrit notamment par Amable & Palombarini (2018). Les #appels_à_projet sélectionnent les recherches susceptibles de #valorisation_économique. Là où la #publication fait circuler les connaissances et valide le caractère non rival du produit, les classements des publications ont pour objet de trier les résultats. La priorité donnée à la protection du résultat par la propriété intellectuelle achève le processus de signalement de la bonne recherche, rompant son caractère non rival. La #rivalité exacerbe l’effectivité de l’exclusion par les prix, dont le niveau est en rapport avec les profits anticipés.

    Dans ce contexte, le positionnement des entreprises au plus près des chercheurs publics conduit à une adaptation de l’appareil de production de l’ESR, en créant des lieux (#incubateurs) qui établissent et affinent l’appariement recherche / entreprise et la #transférabilité à la #valorisation_marchande. La hiérarchisation des domaines de recherche, des communautés entre elles et en leur sein est alors inévitable. Dans ce processus, le #financement_public, qui continue d’endosser les coûts irrécouvrables de l’incertitude, opère comme un instrument de sélection et d’orientation qui autorise la mise sous contrôle de la sphère publique. L’ESR est ainsi mobilisée par l’accumulation, en voyant son autonomie (sa capacité à se réguler, à orienter les recherches) se réduire. L’incitation à la propriété intellectuelle sur les résultats de la recherche à des fins de mise en marché est un dispositif qui assure cet arrimage à l’accumulation.

    Le caractère appropriable de la recherche, devenant essentiel pour la légitimation de l’activité, internalise une forme de consentement de la communauté à la perte du contrôle des connaissances scientifiques, forme de garantie de sa circulation. Cette rupture de la non-rivalité constitue un coût collectif pour la société que les communautés scientifiques ne parviennent pas à rendre visible. De la même manière, le partage des connaissances comme principe d’efficacité par les externalités positives qu’il génère n’est pas perçu comme un principe alternatif d’efficacité. Chemin faisant, une recherche à caractère universel, régulée par des communautés, disparait au profit d’un appareil sous doté, orienté vers une utilité de court terme, relayé par la puissance publique elle-même.

    Un bloc hégémonique réduit, contre la collégialité universitaire

    En tant que mode de gouvernance, la collégialité universitaire a garanti la participation, et de fait la mobilisation des personnels, car ce n’est pas la stimulation des rémunérations qui a produit l’#engagement. Les collectifs de travail s’étaient dotés d’objectifs communs et s’étaient accordés sur la #transmission_des_savoirs et les critères de la #validation_scientifique. La #collégialité_universitaire en lien à la définition des savoirs légitimes a été la clé de la gouvernance publique. Il est indispensable de rappeler la continuité régulatrice entre liberté académique et organisation professionnelle qui rend possible le travail de recherche et en même temps le contrôle des usages de ses produits.

    Alors que l’université doit faire face à une masse d’étudiants, elle est évaluée et ses dotations sont accordées sur la base d’une activité de recherche, ce qui produit une contradiction majeure qui affecte les universités, mais pas toutes. Il s’effectue un processus de #différenciation_territoriale, avec une masse d’établissements en souffrance et un petit nombre qui a été retenu pour former l’élite. Les travaux de géographes sur les #inégalités_territoriales montrent la très forte concentration sur quelques pôles laissant des déserts en matière de recherche. Ainsi se renforce une dualité entre des universités portées vers des stratégies d’#élite et d’autres conduites à accepter une #secondarisation_du_supérieur. Une forme de hiatus entre les besoins technologiques et scientifiques massifs et le #décrochage_éducatif commence à être diagnostiquée.

    La sectorisation de l’ESR, et le pouvoir pris par un bloc hégémonique réduit auquel participent certaines universités dans l’espoir de ne pas être reléguées, ont procédé par l’appropriation de prérogatives de plus en plus larges sur les carrières, sur la valorisation de la recherche et la propriété intellectuelle, de ce qui était un commun de la recherche. En cela, les dispositifs d’excellence ont joué un rôle marquant d’affectation de moyens par une partie étroite de la profession. De cette manière, ce bloc capte des prébendes, assoit son pouvoir par la formation des normes concurrentielles qu’il contrôle et développe un rôle asymétrique sur les carrières par son rôle dominant dans l’affectation de reconnaissance professionnelle individualisée, en contournant les instances professionnelles. Il y a là création de nouveaux périmètres par la norme, et la profession dans son ensemble n’a plus grande prise, elle est mise à distance des critères qui servent à son nouveau fonctionnement et à la mesure de la performance.

    Les dispositifs mis en place au nom de l’#excellence_scientifique sont des instruments pour ceux qui peuvent s’en emparer et définissant les critères de sélection selon leur représentation, exercent une domination concurrentielle en sélectionnant les élites futures. Il est alors essentiel d’intégrer les Clubs qui en seront issus. Il y a là une #sociologie_des_élites à préciser sur la construction d’#UDICE, club des 10 universités dites d’excellence. L’évaluation de la performance détermine gagnants et perdants, via des labels, qui couronnent des processus de sélection, et assoit le pouvoir oligopolistique et les élites qui l’ont porté, souvent contre la masse de la profession (Musselin, 2017).

    Le jeu des acteurs dominants, en lien étroit avec le pouvoir politique qui les reconnait et les renforce dans cette position, au moyen d’instruments de #rationalisation de l’allocation de moyens pénuriques permet de définir un nouvel espace pour ceux-ci, ségrégué du reste de l’ESR, démarche qui est justifié par son arrimage au régime d’accumulation. Ce processus s’achève avec une forme de séparatisme du nouveau bloc hégémonique composé par ces managers de l’ESR, composante minoritaire qui correspond d’une certaine mesure au bloc bourgeois. Celles- et ceux-là même qui applaudissent le discours présidentiel annonçant la révolution dont un petit fragment tirera du feu peu de marrons, mais qui seront sans doute pour eux très lucratifs. Toutefois le scénario ainsi décrit dans sa tendance contradictoire pour ne pas dire délétère ne doit pas faire oublier que les communautés scientifiques perdurent, même si elles souffrent. La trajectoire choisie de sectorisation déstabilise l’ESR sans ouvrir d’espace pour un compromis ni avec les personnels ni pour la formation. En l’état, les conditions d’émergence d’un nouveau régime pour l’ESR, reliant son fonctionnement et sa visée pour la société ne sont pas réunies, en particulier parce que la #rupture se fait contre la profession et que c’est pourtant elle qui reste au cœur de la production.

    https://laviedesidees.fr/Universite-service-public-ou-secteur-productif
    #ESR #facs #souffrance

  • Le roquefort et le camembert en voie d’extinction ? | CNRS Le journal
    https://lejournal.cnrs.fr/articles/le-roquefort-et-le-camembert-en-voie-dextinction

    Les fromages hébergent une multitude de micro-organismes capables de transformer le lait. Sélectionnés par l’humain, ces ferments ne sont pas épargnés par les standards de l’industrie agro-alimentaire, au point que les fromages bleus ou le camembert pourraient disparaître.

    Pour produire des fromages en grande quantité, les industriels ont sélectionné des souches de champignons correspondant aux cahiers des charges qu’ils se sont imposés. Les fromages doivent être attrayants, avoir bon goût, ne pas arborer de couleurs déroutantes, ne pas produire de mycotoxines, ces toxines sécrétées par les champignons, et surtout pousser rapidement sur le fromage qu’ils se doivent de coloniser. Ce faisant, le secteur de l’agro-alimentaire a exercé une pression de sélection sur les champignons si grande que les fromages, non fermiers et non protégés par une AOP, présentent aujourd’hui une diversité de micro-organismes extrêmement pauvre.
    Des bleus à bout de souffle

    « On a réussi à domestiquer ces organismes invisibles comme on l’a fait pour le chien, ou le chou, explique Jeanne Ropars. Mais il s’est produit pour les micro-organismes ce qu’il se produit à chaque fois qu’on sélectionne trop drastiquement des organismes, gros ou petits : cela a entraîné une très forte réduction de leur diversité génétique. En particulier chez les micro-organismes, les producteurs n’ont pas réalisé qu’ils avaient sélectionné un seul individu et que ça n’était pas durable à long terme. » Les micro-organismes sont capables de se reproduire de manière sexuée et asexuée, mais c’est le plus souvent la voie asexuée, via la production de lignées clonales, qui a été privilégiée par les industriels pour les multiplier. Résultat : ils ne peuvent plus se reproduire avec d’autres souches qui pourraient leur apporter du matériel génétique neuf, ce qui au bout d’un certain temps induit la dégénérescence de la souche en question.

    Les fromages bleus sont certes menacés mais leur situation est encore bien loin de celle du camembert, qui lui est au bord de l’extinction. Car cet autre symbole du terroir français n’est inoculé que par une seule et même souche de Penicillium camemberti et ce partout sur Terre. Cette souche est un mutant blanc sélectionné en 1898 pour inoculer les bries puis les camemberts dès 1902.
    Jusque dans les années 1950, les camemberts présentaient encore à leur surface des moisissures grises, vertes, ou parfois orangées.

    Problème, cette souche est depuis uniquement répliquée par multiplication végétative. Jusque dans les années 1950, les camemberts présentaient encore à leur surface des moisissures grises, vertes, ou parfois orangées. Mais les industriels peu friands de ces couleurs jugées peu attractives ont tout misé sur l’utilisation de la souche de P. camemberti albinos, complètement blanche et de surcroît duveteuse. C’est ainsi que le camembert a acquis sa croûte immaculée caractéristique.

    L’espèce proche génétiquement de P. camemberti, nommée Penicillium biforme, est aussi présente sur nos fromages car naturellement présente dans le lait cru, et montre une diversité génétique et phénotypique incroyable. On pourrait donc imaginer inoculer nos camemberts et bries avec du P. biforme. Si les amateurs veulent pouvoir continuer à manger du fromage, ils vont devoir apprendre à aimer la diversité des goûts, des couleurs et des textures, parfois au sein d’une même production. Et si notre patrimoine gustatif avait tout à y gagner ? ♦

    #Industrialisation #Industrie_agroalimentaire #Camembert