• Drogen, Strich, Einbrüche: An der Kurfürstenstraße eskaliert der Streit um den Kiez
    https://www.berliner-zeitung.de/article/drogen-strich-einbrueche-an-der-kurfuerstenstrasse-eskaliert-der-st

    ÜberJahrzehnte war das Prostitutions- und Drogengewerbe um den Block Kurfürsten-, Potsdamer, Bülow und Frobenstraße genau so problematisch wie der Umgang der Beteiligten miteinander.

    Seit den Zeiten von Christiane F. haben Sozialarbeit, fortschrittlichere Gesetze und Gewöhnung die Lage entspannt. Am schlimmsten waren die neunziger und der Beginn der zweitausender Jahre, als das Elend Osteuropas auf die Sparpolitik des SPD-Senators Sarrazin traf. Alle im Kiez kamen trotzdem irgendwie miteinander klar, und sogar die elfjährigen Schülerinnen des Französischen Gymnasiums durchquerten problemlos die Kurfürstenstraße auf dem Weg zu ihrer Eliteschule.

    Als ein protziger Neubau auf das bislang grün verwilderte Ruinengrundstück Else-Lasker-Schüler-Straße, bis 1998 Mackensenstraße, Ecke Kurfürstenstraße gesetzt wurde, war der Ärger vorprogrammiert. Auch auf dem zugebauten Möbel-Hübner-Parkplatz schräg gegenüber entwickelte sich ein wenn auch bescheideneres Spießerbiotop, dessen Bewohner sich mehr kleinstädtische Beschaulichkeit und ein Ende des sichtbaren Aufeinandertreffens von Wohlstand und Elend vor ihrer Haustür wünschen.

    Am Ende leiden die Ärmsten unter den Begehrlichkeiten der kleinbürgerlichen Gentrifizierungsgewinner. Die verlangen nach Aufwertung ihres Investments und führen Krieg gegen die störenden Unterklassen. Das ist alles so durchschaubar wie es abscheulich ist.

    Die Nutten und Zuhälter fuhren Taxi und sparten nicht am Trinkgeld. Die Spießer beuten gewissenlos Uber-Fahrer aus und haben kein Problem damit, dass ihr Wohlstand auf den Gebeinen der Gefallenen im Klassenkampf von oben errichtet wird.

    So it goes. Das Schlachthaus bietet keinen Schutz mehr. Die Wohlstandskrieger haben es 1989 übernommen.

    27.6.2026 von Oliver Weinlein - An der Kurfürstenstraße in Schöneberg gingen die Anwohner auf die Straße. Es geht um Drogen, offenen Strich und ein mögliches Sperrgebiet. Und um die Frage, wem der Kiez gehört.

    Erst protestieren die Anwohner, eine Straßenecke weiter formiert sich der Gegenprotest. Am Donnerstag haben Nachbarn vor der Zwölf-Apostel-Kirche für mehr Sicherheit im Kurfürstenkiez demonstriert – unter dem Motto „Unser Kiez, unser Zuhause“.

    Sie fordern ein Sperrgebiet gegen Straßenprostitution nahe Kitas, Schulen und Seniorenheimen, dazu ein hartes Vorgehen gegen den offenen Drogenhandel. „Keine Zuhälterei, keine Ausbeutung von Frauen“, heißt es im Aufruf.

    Wie aufgeladen das Thema ist, zeigt schon dieser eine Tag.

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    Anwohner vernetzen sich um gemeinsam für einen sicheren Kiez zu Kämpfen. © Markus Wächter/Berliner Zeitung
    Schlaflose Nächte und ein Mord im Treppenhaus

    Igor lebt seit über einem Vierteljahrhundert im Viertel. Was sich hinter der benachbarten Kirche abspielt, setzt dem Familienvater zu.

    „Jede zweite, dritte Nacht Schlägereien“, berichtet er. Abends sammeln sich die Gruppen an den Zäunen. Nachts um drei steht Igor oft im Hof und vertreibt bis zu ein Dutzend Personen.

    Ruft er die Polizei, bekommt er mitunter nur den Rat, Anzeige zu erstatten. „Welche Anzeige, wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“, fragt er. Der Ausnahmezustand laufe nun „das siebte Jahr ganz genau“.

    Die Folgen treffen die ganze Hausgemeinschaft. „Alte Leute, die haben Angst rauszukommen“, erzählt Igor. Seine Tochter mache eine Ausbildung und müsse morgens um fünf Uhr los.

    „Die traut sich gar nicht, sie als 17-jähriges Mädchen, bis zum Auto zu kommen. Papa muss sie jeden Morgen bis zum Auto bringen.“ Er selbst sei Dachdeckermeister, habe sein Leben lang schwer gearbeitet – und warte seit Jahren auf eine durchgeschlafene Nacht.

    Auch die Kriminalität trifft ihn hart. Igor dokumentiert gestohlenes Werkzeug und Bettzeug aus den Kellern. Den Schaden für sich allein beziffert er auf „über 30.000 Euro in den letzten vier Jahren“. Wie die Täter ins Haus kommen, macht ihn fassungslos: „Wie kann es sein, dass Dealer und Idioten sich einen Generalschlüssel geholt haben?“

    Wie greifbar die Gewalt sei, habe sich vor fünf Jahren gezeigt. „Da ist jemand umgebracht worden, direkt auf der Treppe, Messerattacken“, erinnert sich Igor. Wer sich bei der Hausverwaltung beschwere, ernte oft nur ein Schulterzucken. „Und dann sagen sie: Probieren Sie, andere Wohnung zu finden. Welche andere Wohnung?“, fragt er. Seine Forderung ist simpel: „Wenn das die Politiker juckt, in fünf Minuten ist das alles erledigt.“

    Der Protest im Slum

    Die Gegend rund um die Kurfürstenstraße, viele Nachbarn fühlen sich seit Jahren im Stich gelassen. „Mittlerweile sieht die Frobenstraße aus wie in einem Slum“, schreibt ein Anwohner in einer Nachricht an die Redaktion. Der Alltag bestehe aus Beschaffungskriminalität und Verwahrlosung. Auf der Anwohnerversammlung entlädt sich an diesem Abend dann die aufgestaute Wut offen. Eltern beklagen, dass Kinder nicht mehr auf der Straße spielen könnten. Fremde campierten in Treppenhäusern, Garagen würden zweckentfremdet.

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    Schluss mit dem Wegschauen: An der Zwölf-Apostel-Kirche versammeln sich Anwohner und fordern mehr Sicherheit im Kiez. © Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Der politische Streit um ein Sperrgebiet

    Das Thema ist längst Wahlkampf. Die Berliner CDU will die Straßenprostitution verbieten und zunächst im Kurfürstenkiez ein Sperrgebiet durchsetzen.

    SPD, Grüne und Linke halten dagegen. Ihr Argument: Ein Verbot vertreibe die Frauen nur in Nebenstraßen und ins Verborgene – weg von jeder Hilfe. Erlassen könnte ein Sperrgebiet die Innenverwaltung per Rechtsverordnung. Bisher aber zögert der Senat.

    Auch deshalb gingen am Donnerstag Sexarbeiter und Unterstützer auf die Straße. Ihre Sorge gilt vor allem dem Frauentreff Café Olga, einer niedrigschwelligen Anlaufstelle für drogenkranke Sexarbeiterinnen. Deren Mietvertrag ist gekündigt.
    Forderung nach dem nordischen Modell

    Einen anderen Ausweg sieht Gisela Widerschein. Sie hat lange im Kiez gearbeitet und beobachtet eine dramatische Verschlechterung. Ihre Organisation wirbt für das „nordische Modell“.

    „Wir fordern Ausstiegshilfen für die Frauen“, sagt Widerschein. Nicht die Prostituierten gehörten bestraft, sondern Freier und Zuhälter. Dazu brauche es Aufklärung, die die Nachfrage senkt. Drogensucht und Sexkauf seien im Schöneberger Norden eng verknüpft.

    Gelöst ist an der Kurfürstenstraße damit nichts. Nur die Fronten sind klarer denn je.

    #Berlin #Tiergarten #Schöneberg #Kurfürstensträße #Potsdamer_Straße #Bülowstraße #Frobenstraße #Else-Lasker-Schüler-Straße, #Mackensenstraße #An_der_Apostelkirche #Stadtentwicklung #Prostitution #Kleinbürgertum #Gentrifizierung #CDU

  • Berlins Mieterbeiräte : Mitwirkung oder Gegenmacht ?
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1200548.wohnen-berlins-mieterbeiraete-mitwirkung-oder-gegenmacht.html

    Potsdamer Straße/Kurfürstenstraße : Südöstlich von hier liegt das Quartier Bülowstraße Ost. Foto : IMAGO/Sabine Gudath

    De l’organisation des locataires comme noyau d’un contre-pouvoir

    19.6.2026 von Peter Nowak - In Berlins landeseigenen Wohnungsunternehmen sind Mieterbeiräte gesetzlich vorgesehen. Was können sie tatsächlich leisten und wo liegt ihr Potenzial?

    »Es wäre politisch unklug, diese gesetzlich verbrieften Mitwirkungsmöglichkeiten nicht zu nutzen«, sagt Michael Kohlstruck. Kohlstruck ist Mitglied im Mieterbeirat Bülowstraße Ost – der gesetzlich verankerten »Interessenvertretung der Mieterinnen und Mieter der landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) in den Quartieren«, wie es in deren Satzung heißt.

    Welche Rolle den Mieterbeiräten dabei tatsächlich zukommt und welche Rolle sie einnehmen sollten, ist dabei fortwährend Gegenstand von Diskussionen. Im Gespräch mit »nd« weist Michael Kohlstruck auf die sehr bescheidenen Einflussmöglichkeiten hin, die die Mieterbeiräte gegenüber den LWU haben.

    Den Mieterbeirat Bülowstraße Ost gibt es in seiner jetzigen Form seit fast zwei Jahren. Er wurde zuletzt im Juli 2024 gewählt und hat zwei Monate später seine Arbeit aufgenommen. Michael Kohlstruck ist einer der damals gewählten Mieterbeiräte (MBR) im Quartier der Gewobag, »von der Potsdamer Straße im Westen bis zur Bautzener Straße im Osten und von der Kurfürstenstraße im Norden bis zur Großgörschenstraße im Süden«, wie der Mieterbeirat auf seiner Webseite schreibt.

    Kohlstrucks Vorstellungen machen am Status quo nicht Halt. Demnach könnten die Beiräte »Ausgangsposition für weitere persönliche Vernetzungen mit gleichgesinnten Mieter*innen sein, um in Zukunft jede Chance für die Etablierung wirklicher Mitbestimmungsmöglichkeiten zu nutzen«, sagt er. Das sei keine ferne Utopie.

    Die Abgeordnetenhauswahl im September sei eine Chance, um danach die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Mieterbeiräte zu verbessern. »Dann könnte das Wohnraumversorgungsgesetz novelliert werden und die Berliner Verfassung geändert werden«, so Kohlstruck.

    Das mehrfach angepasste Wohnraumversorgungsgesetz bildet die rechtliche Grundlage der Mieterbeiräte. Das Gesetz ist das Ergebnis des Mietenvolksentscheids. Um den Entscheid abzuwenden, verständigten CDU, SPD und die Initiatoren der Mietenbewegungen einen Kompromiss. Der Verzicht, den Entscheid weiterzuführen, erkaufte sich die damalige Regierung unter anderem mit der Einführung der Mieterbeiräte und Mieterräte – ihrem Pendant auf Unternehmensebene der LWU. 2015 wurde das Gesetz verabschiedet, 2016 trat es in Kraft.

    »Wer zu unserer monatlichen Sprechstunde kommt, hat konkrete Beschwerden und erwartet, dass der Mieterbeirat gegenüber der Gewobag dem jeweiligen Anliegen mehr Nachdruck verleiht.« Michael Kohlstruck Mitglied im Mieterbeirat Bülowstraße Ost

    Der Mieterbeirat Kohlstruck zeigt im Gespräch auch auf Widersprüche. Glaubt man Stellungnahmen des Landes Berlin wie jenen vom für Wohnen und Mieterschutz zuständigen Staatssekretär Stephan Machulik, so handelt es sich bei den MBR um Mitwirkungsorgane. Machulik zufolge sollen sich die Beiräte auf die Gestaltung des Wohnumfeldes sowie die soziale und kulturelle Integration der Nachbarschaft konzentrieren und zu Planungen der LWU gehört werden, so erinnert sich Kohlstruck an die Ausführungen des Staatssekretärs auf einer Versammlung der Räte. Eine Interessenvertretung im materiellen Sinn sind sie derzeit also nicht.

    Die Mieter*innen im Bülow-Kiez sehen das Kohlstruck zufolge ein bisschen anders. »Bislang hatte sich noch kein Mieter wegen der Organisation eines Straßenfestes an uns gewandt. Wer zu unserer monatlichen Sprechstunde kommt, hat konkrete Beschwerden und erwartet, dass der Mieterbeirat gegenüber der Gewobag dem jeweiligen Anliegen mehr Nachdruck verleiht.« Sie wollen also eine Vertretung, die die Stimme der Mieter*innen verstärkt. Hier liegt ein Ansatzpunkt der Räte als Gegenmacht auf Unternehmensentscheidungen einzuwirken.

    Darüber hinaus sei auch eine Vernetzung wichtig, sagt Kohlstruck, um den Blick praktisch über den Tellerrand der eigenen LWU hinaus zu erweitern. Die sogenannte LWU-Vernetzung trägt dem Rechnung: als Austausch- und Unterstüzungsplattform von Mieter*innen und Mitgliedern der Mietergremien der LWU.

    »Während die Mietergremien an der kurzen Leine der LWU geführt werden und als ›nicht rechtsfähige sonstige Organe‹ gelten, handelt es sich bei den Mieterinitiativen gewissermaßen um den außerparlamentarischen Arm der Mieterbewegung – bekanntlich sind im Freien auch die Freiheiten größer«, hebt Kohlstruck die unterschiedlichen Vorstellungen hervor. Auch hierbei denkt er an die nächste Abgeordnetenhauswahl. »Dass es in Berlin LWU gibt, wird von der LWU-Vernetzung als Chance gesehen, diese in Zukunft zu einem neuartigen Modell von kommunaler Wohnungspolitik weiterzuentwickeln.«

    In dem Zusammenschluss sei man sich einig, dass die politische Kontrolle durch das Land deutlich verbessert werden muss. Wenn dann noch die Mitbestimmung durch die Mieterschaft gesetzlich verankert würde, könnten die Mieterbeiräte Keimzellen einer tatsächlichen Mitbestimmung der Mieter*innen in den LWU werden. Ob das gelingt, wird nicht nur im Abgeordnetenhaus entschieden. Denn neben den Räten und ihrer Vereinigung braucht es natürlich auch den Druck der Mieter*innen, die Mietbeiräte zu Organen ihrer Interessen zu entfalten.

    #Berlin #Schöneberg #logement #droit #locataires

  • Stromausfall in Berlins City West: Auch KaDeWe, Teile des Ku’damm und Bahnhof Zoo waren betroffen
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/stromausfall-in-berlins-city-west-auch-kadewe-teile-des-kudamm-und-bahn.

    19..5.2026 - Ein Stromausfall war am Dienstagmorgen in der City West aufgetreten. Eine Karte von Stromnetz Berlin zeigt das betroffene Gebiet. Drei Ortsteile hatten zeitweise keinen Strom.

    Am Dienstagmorgen kam es in Berlins City West zu einem Stromausfall. Wie aus einer Meldung von Stromnetz Berlin hervorgeht, waren Teile von Charlottenburg, aber auch Mitte und Schöneberg betroffen.


    Eine Karte zeigt, dass in dem betroffenen Gebiet auch das KaDeWe, Teile des Kurfürstendamms und der Bahnhof Zoologischer Garten sowie der Wittenbergplatz lagen. Screenshot Stromnetz Berlin

    Zunächst hieß es auf X, dass die Störung bis circa 11 Uhr behoben sein sollte.

    Bereits um 10.19 Uhr kam dann bereits die Entwarnung mit der positiven Nachricht, der Strom fließe wieder. (Tsp)

    #Berlin #Charlottenburg #Tiergarten #Schöneberg #Panne #Stromausfall

  • Tiefes Verständnis der chinesischen Kultur : Chinaladen in Berlin-Schöneberg schließt nach 45 Jahren
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/tiefes-verstandnis-der-chinesischen-kultur-chinaladen-in-berlin-schoneb

    War nett jewesen. Jetzt also Tusche bei Temu. So läufts.

    28.3.2024 von Corinna Bodisco - Der Chinaladen in der Innsbrucker Straße war eine Plattform für chinesische Kunst, Literatur und Veranstaltungen. Warum er Ende März für immer schließt und was dadurch im Kiez fehlen wird.

    Bald geht in der Innsbrucker Straße 2 unweit vom Bayerischen Platz eine Ära zu Ende. Denn am 31. März wird ein Ort des kulturellen Austauschs und ein Stück chinesischer Präsenz in Berlin-Schöneberg geschlossen: Es ist der Chinaladen des Vereins Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Berlin. Auch der Verein wird aufgelöst.

    Ein bisschen sieht der Laden aus wie ein Buchladen, das ist aber noch längst nicht alles. Zwar stehen in den Regalen insgesamt etwa 2000 Lehrbücher, Belletristik, Reiseliteratur oder Sachbücher aus und über China. Daneben werden aber auch Kunsthandwerk, Reispapier, Pinsel, Tusche und Schattenspielfiguren verkauft. Außerdem gibt es ein Programm mit Sprach-, Malerei- und Kalligrafiekursen sowie Vorträge, Lesungen und Ausstellungen.

    Das zeigt sich auch an den Wänden des Konferenzzimmers, wo zwölf gerahmte Tiere hängen, darunter Pferd, Schaf, Hahn und Maus. Es sind die chinesischen Sternzeichen, die sogenannten Tierkreiszeichen. Gemalt wurden sie von der Künstlerin und Galeristin Wan Lang, die Anfang März aus ihrem Buch „Das ferne Ufer – Gedichte und Bilder“ gelesen hatte.

    Die Kunstwerke zeigen die Tierkreiszeichen, oben rechts der Drache. © Corinna von Bodisco

    Die Aktiven des Vereins haben mit einem Festessen das chinesische Neujahrsfest nachgefeiert. 2024 ist das Jahr des Drachens. Laut Christian Oertel, Geschäftsführer des Chinaladens und selbst im Jahr des Drachen geboren, ist dieses Tier das wichtigste Tierkreiszeichen. Anders als in Europa stehe es für positive Eigenschaften oder generell für Glück.
    Nachwuchs fehlt

    Dass der Chinaladen im Drachenjahr schließt, sei kein Drama. „Es zeigt die Entwicklungen in der Gesellschaft“, sagt Oertel. Zum einen seien die Vereinsaktiven nicht mehr die Jüngsten; zum anderen habe das politische System, das sich von liberalen Demokratien unterscheidet, Auswirkungen auf das Interesse für die Sinologie.

    Ein weiteres Problem sei auch die Finanzierung – die Beiträge der 85 Mitglieder und Spenden reichten nicht aus. Auch die Pandemie habe dem Chinaladen zugesetzt, obwohl Bücherläden als systemrelevant eingestuft und offen bleiben durften. „Wir haben Wochen hier gesessen und niemand kam vorbei“, erinnert sich der 71-Jährige.

    Der Verein hat 85 Mitglieder, aber nur wenige Aktive. © Corinna von Bodisco

    Weder zeige die junge Generation noch viel Interesse an Büchern, noch an einem Engagement im Verein. Oertel erinnert sich noch gut an die Hochphase 1985, in der Studierende Stunden im Laden verbracht hätten. Das sei nun anders. Sie kämen wenn, dann nur noch kurz, um etwas abzuholen. „Sie haben nicht viel Zeit, studieren nur noch sechs Semester“, weiß Oertel.
    Keine Reisegruppen, wo „Touristen Ente essen und lachen, dass es kein Hund ist“

    Dabei brauche es Zeit, Wissen und persönliche Kontakte, um China richtig kennenzulernen: die Sprache, das Land, die Menschen. All das tut Oertel seit 1974, als er das erste Mal nach China reiste. Bis 2019 führte er als Reiseleiter vor allem durch Tibet und Sinkiang, fernab des Massentourismus der Chinesischen Mauer und der Restaurantbesuche, bei denen „Touristen Ente essen und lachen, dass es kein Hund ist“. Die Reisevermittlung ist ebenso ein Standbein des Chinaladens.

    Es geht ihm um ein tiefes Verständnis der chinesischen Kultur und nicht darum, „sich nur abstrakt für China zu interessieren“, wie er sagt. Wichtig sei ihm auch, dass es weiterhin kritische Diskussionen gibt. So etwa über die Unterdrückung ethnischer Gruppen wie Uigur:innen oder Tibeter:innen.

    Am 31. März bleibt der Chinaladen nach 45 Jahren geschlossen. © Corinna von Bodisco

    Damit das Engagement und die Geschichten nicht verloren gehen, plant die Schriftstellerin Yujing Kan ein Buch über den Verein schreiben. Einen Verlag habe sie schon gefunden. Sie möchte damit vor allem die Menschen in den Fokus rücken, die sich jahrelang engagiert haben. Kan erwähnt zum Beispiel die im Mai 2023 verstorbene Journalistin und Autorin Dagmar Yu-Dembski, die jahrelang im Vereinsvorstand aktiv war.

    Ein bisschen wird es noch weitergehen mit dem Chinaladen – zumindest digital. Die Bücher, die übrig bleiben, will Oertel erst mal in seinem Keller lagern. Bis zum 30. März gibt es auf alle Bücher des Antiquariats 50 Prozent Rabatt.

    #Berlin #Schöneberg #Innsbrucker_Straße #China #Kultur

  • Berlin: Mehrere Festnahmen bei Abi-Feiern
    https://www.inforadio.de/nachrichten

    Abifeuer polizeilich gwräumt, willkommen im Leben !

    21.3.2026 - Bei eskalierten Abiturfeiern in Berliner Parks hat die Polizei am Abend mehrere Personen festgenommen.

    Bei der Räumung durch die Polizei gab es Widerstand, wie ein Sprecher des Lagezentrums dem rbb heute früh sagte. Ein Polizist sei angegriffen worden; fünf Jugendliche habe man vorübergehend festgenommen.

    Demnach gab es Anwohner-Beschwerden wegen Lärms und Pyrotechnik. Betroffen waren der Vorplatz des Zeiss-Großplanetariums in Prenzlauer Berg und der Rudolf-Wilde-Park in Schöneberg.

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Rudolph-Wilde-Park #Schöneberg #Jugend #Polizei #Repression #Party

  • Aus kriegszerstörzen Gebäuden Berlins wird Trümmerschutt
    https://berlingeschichte.de/stadtentwicklung/index.html

    Infolge der gewaltigen K. in Berlin fielen 1945 (späteren Schätzungen zufolge) etwa 70 bis 90 Mill. m³ Schutt und Bruchsteine an, das entsprach etwa 15 Prozent der gesamten deutschen Trümmermenge. Mindestens 45 Mill. m³ t. lagerten in Berlin-West, mindestens 30 Mill. m³ in Berlin-Ost. Ihre Beseitigung Trümmerfrauen war die Vorbedingung für den Wiederaufbau der Stadt. Die Kosten der Enttrümmerung Enttrümmerung schätzte der Magistrat im Januar 1946 auf etwa 1,45 Mrd. RM. Es wurde eine „Trümmerbahn“ auf Schmalspurgleisen in einer Länge von 45 km angelegt. Zunächst deckte man mit dem Schutt Bombenkrater, Schützengräben, Luftschutzeinrichtungen und andere Kriegs- und Nazirelikte zu. Ein anderer Teil wurde zu Verladerampen an der Spree gefahren und per Kahn in die Provinz Brandenburg abtransportiert (Transportkosten für einen Kubikmeter auf 3 km: 2,20 DM). Vor allem aber wurden mit großen Mengen des t. künstliche Hügel aufgetürmt, begrünt und zu Erholungsparks umgestaltet.

    Der erste Berliner #Trümmerberg entstand hinter dem Ausstellungsgelände am Funkturm, zahlreiche weitere folgten. Der größte Berg aus dem t. der Stadt entstand zwischen 1950 und 1972 am Nordrand des Grunewalds nahe dem Teufelssee aus 26 Mill. m³ t. Dieser „#Teufelsberg“ ist mit 115 m über NN gemeinsam mit den Müggelbergen (Bezirk Köpenick) die höchste Erhebung Berlins. Ähnlich riesige Trümmeraufschüttungen entstanden im #Friedrichshain, wo etwa eine Million m³ t. zu zwei gewaltigen Hügeln über gesprengten ehemaligen Flakbunkern aufgehäuft wurden: dem 52 m hohen Kleinen Bunkerberg , der eine Rodelbahn erhielt und dem 78 m hohen „#Mont_Klamott“, dem Großen Bunkerberg mit Aussichtsplateau. Auch die sog. #Oderbruchkippe an der #Oderbruchstraße ziert ein 89 und 91 m hoher Doppelgipfel im heutigen #Volkspark_Prenzlauer_Berg. Weitere bekannte große Trümmerberge sind die 86 m hohe #Humboldthöhe im #Volkspark_Humboldthain, der 75 m hohe „#Insulaner“ im Bezirk #Schöneberg, die 73 m hohe #Marienhöhe im Bezirk #Tempelhof, die 70 m hohe #Rixdorfer_Höhe im #Volkspark_Hasenheide sowie die 60 m hohe #Rudower_Höhe an der Grenze zwischen #Neukölln und #Köpenick.
    Die gärtnerisch gestalteten und teilweise dicht bewaldeten Hügel ergänzen heute harmonisch die Naturlandschaft und lassen ihre Herkunft als Trümmerberge kaum noch erkennen. Sie dienen der Erholung und Freizeitbeschäftigung der Bevölkerung (u.a. als Rodelberge).

    #Berlin #Krieg #Nachkriegszeit #Geschichte #Stadtentwicklung

  • Das Exilmuseum bleibt im Provisorium: Neubau am Anhalter Bahnhof wäre zu teuer
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/das-exilmuseum-bleibt-im-provisorium-neubau-am-anhalter-bahnhof-wae

    Ist der Taxihalteplatz „Anhalter“ nun gerettet ?

    2.3.2026 von Cornelia Geißler - Das bürgerschaftliche Engagement und das Stiftungsgeld reichen nicht aus. Das Exilmuseum kommt dorthin, wo es sich jetzt noch mit einer Werkstatt präsentiert.

    Das Provisorium wird zur Heimat. Es sieht so aus, als gebe es Parallelen zwischen der Geschichte des deutschen Exilmuseums und dem Gegenstand, den es zeigen will. Gerade wurde bekannt, dass die Stiftung Exilmuseum aus finanziellen Gründen ihre Pläne für einen Neubau aufgegeben habe.

    Nach Informationen des Tagesspiegel, der immerhin das Wörtchen „vorerst“ benutzt, soll das Museum stattdessen in der Villa an der Fasanenstraße eröffnen, wo derzeit die Werkstatt Exilmuseum untergebracht ist.
    Herta Müller schrieb an Angela Merkel

    Berlin ist reich an Museen, eines fehlt bisher. 2011 wandte sich die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller mit einem offenen Brief an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie bat sie, sich einzusetzen, „um in Deutschland auch einen Ort möglich zu machen, in dem an die Erfahrungen des Exils, an die erste Vertreibung, würdig gedacht werden kann“. Schließlich begann eine Gruppe interessierter Bürger, Geld dafür zu suchen. Bernd Schultz, der Gründer des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach, hat einen großen Teil seiner eigenen Kunstsammlung versteigert und die Grundlage für die Stiftung gelegt.

    Ein Platz für den Neubau wurde gefunden, hinter dem Anhalter Bahnhof – wo ab 1933 für unzählige Menschen die Flucht vor den Nationalsozialisten ins Exil begann. Dorte Mandrup gewann einen Architekturwettbewerb mit einem Modell, das sich an die Ruine des Eingangsportals schmiegt.

    Die Direktorin will nicht mehr warten

    Als die Werkstatt Exilmuseum im März 2023 als Labor der Zukunft dort vorgestellt wurde, wo zuvor das Käthe-Kollwitz-Museum residierte, hieß es, der Neubau könnte 2026 eingeweiht werden. Das war ambitioniert für Berlin und verbunden mit der Hoffnung, dass Geld aus der Politik dazukäme. Im Mai 2025 gab die Stiftung Exilmuseum die Berufung der Kunsthistorikerin Ruth Ur als ihre Direktorin bekannt.

    Seither läuft ein Bildungsprogramm mit Workshops, es gibt auch schon Ausstellungen. Ein bisschen muss die Villa noch umgebaut werden, so fehlt derzeit ein Fahrstuhl. Dann könnte das Museum genau dort in Charlottenburg Ende 2027 oder Anfang 2028 eröffnen.

    Für Ruth Ur ist dies keine Notlösung. Die Direktorin verweist im Gespräch mit der Berliner Zeitung auf die multiplen Krisen der Gegenwart, auf die gestiegenen Preise nicht nur im Baugewerbe. Ruth Ur sagt: „Was sollen wir länger auf einen teuren Neubau warten, wenn wir so ein schönes Haus zur Verfügung haben?“ Sie hofft nicht auf Geld, sondern handelt.

    #Berlin #Krsuzbefg #Askanischer_Platz #Schöneberger _Straße #Stresemannstraße #Anhalter_Bahnhof #Taxi #Taxihalteplatz

  • Sozialhotel in der Fuggerstraße: Keine Unterbringung von Obdachlosen mehr
    https://www.berliner-zeitung.de/news/sozialhotel-in-der-fuggerstrasse-keine-unterbringung-von-obdachlose

    9.12.2015 von Eva Maria Braungart - Seit Jahren beschweren sich die Anwohner über die Zustände in der Fuggerstraße. Nun ergreifen die Bezirke Maßnahmen.

    Im schon lange währenden Streit zwischen Anwohnern und Bewohnern des BB Hotels in der Fuggerstraße in Berlin-Schöneberg hat der Bezirk offenbar eine neue Maßnahme ergriffen. Wie die Zeitung B.Z. berichtete, bringen die Bezirke dort keine Menschen mehr unter.

    Seit zehn Jahren wird das Hotel als Unterkunft für Obdachlose genutzt. In der Straße sind vornehmlich Sinti und Roma aus Osteuropa untergebracht. Seit einiger Zeit kommt es zu Konflikten mit den Anwohnern.

    Fuggerstraße: Streit mit Anwohnern dauert schon lange

    Anwohner klagen über Müll, Kriminalität, Ungeziefer und Angriffe, die sie offenbar erleiden mussten. Allein in diesem Jahr gab es bereits über 100 Polizeieinsätze in der Straße. Vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 waren es 102. Im August 2025 wurde aufgrund festgestellter erheblicher Hygienemängel ein Belegungsstopp für die Unterkunft verfügt.

    Matthias Steuckardt (CDU), Vizebürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, bestätigt gegenüber der Zeitung: „Es gibt in der Einrichtung derzeit keine Unterbringung nach ASOG.“ Das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) regelt die Unterkunft Obdachloser in der Hauptstadt. „Die Unterkunft ist komplett leergezogen. Dort wohnen nur noch 28 Selbstzahler“, so der Politiker. Die FDP will eine Schließung des Hotels erreichen. Dafür sammeln die Parteimitglieder jetzt 1000 Unterschriften, so kann ein entsprechender Antrag in das Bezirks-Parlament eingebracht werden. Der Bezirks-Chef der FDP, Holger Krestel, beklagt nicht nur hygienische Mängel, sondern auch Sozialleistungsbetrug durch einige der Bewohner. Im Oktober kontrollierte das Jobcenter das Hotel.

    Zum Eklat kam es im Oktober, als zwei Anwohner Anzeige gegen die Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe (SPD) erstatteten. Die Senatorin habe in einer Fragestunde im Berliner Abgeordnetenhaus am 25. September folgendes gesagt: „Mit Versachlichung meine ich auch, dass dieser Personengruppe auch rassistische Elemente in der Berichterstattung und in Aussagen, die getroffen werden, gemacht wurden, was ich so nicht stehen lassen möchte.“ Diese Vorwürfe wiesen die Anwohner als Verleumdung von sich.

    #Berlin #Schöneberg #Fuggerstraße #Obdachlisigkeit #ASOG #Tourismus #Holtel #Gentrifizierung

  • „Das SchwuZ funktionierte nur, wenn der Laden voll war“: Stefan Fuerst vom SchwuZ-Verein zum Ende des Clubs
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/musik/die-erwartungen-an-eine-gute-party-haben-sich-veraendert-stefan-fue


    Les neiges d’antan - Hwær cwom mearg? Hwær cwom mago? Hwær cwom maþþumgyfa? (The Wanderer)

    Le club _Schwuz_n’aurait jamais dû quitter le quartier arc en ciel de Schöneberg.

    Stefan Hochgesand - Der SchwuZ-Verein wollte den Queer-Club auf dem Neuköllner Rollberg eigentlich noch last minute retten. Das ist nicht mehr gelungen. Ein Gespräch über Feiern, Fehler und Hoffnung.

    Nach 48 Jahren ist Schluss mit SchwuZ-ig: Berlin verliert einen seiner wichtigsten Clubs, der für viele eben sehr viel mehr als ein Club war: Safe Space, Polit-Ort, Zuhause. Der SchwuZ-Verein wollte den queeren Kult-Ort last minute aus der drohenden Insolvenz retten. Das ist leider misslungen. Am 1. November soll die letzte Party auf dem Neuköllner Rollberg steigen. Stefan Fuerst ist Vorstandsmitglied des SchwuZ-Vereins. Wir haben mit ihm gesprochen.

    Herr Fuerst, für alle, die die Struktur des SchwuZ nicht so gut kennen: Wie hängen der SchwuZ-Verein und der Club als zwei GmbHs zusammen?

    Der SchwuZ e.V. ist der Gesellschafter der GmbHs. Das ist sozusagen die „professionelle“ Struktur. Früher wurde das SchwuZ durch den Verein direkt betrieben und alle Entscheidungen fielen im Plenum. Das war durch die Weiterentwicklung und notwendige Professionalisierung der Strukturen so nicht mehr umsetzbar.

    Was unterscheidet Ihre Aufgaben als Vereinsvorstand von denen der Geschäftsführung?

    Die Aufgaben der Geschäftsführung sind bei uns nicht anders als in anderen GmbHs. Sie umfassen sowohl die strategische Steuerung der GmbHs, die operative Leitung des Tagesgeschäftes als auch die Finanz- und Ergebnisverantwortung. Die Aufgaben des Vorstandes sind in der Satzung geregelt und vergleichbar mit jenen eines Aufsichtsorgans. Einige Entscheidungen bedürfen der expliziten Zustimmung des Vorstands, zum Beispiel bei Strukturveränderungen oder bei der Aufnahme von Krediten.

    Der Club hat nun bekannt gegeben, dass schon in einer Woche Schluss ist. Dabei hatten Sie als Verein doch eine Rettungsaktion versucht, bei der auch viel aus der Community gespendet wurde. Warum ist es nicht gelungen, das SchwuZ zu retten?

    Das hat verschiedene Gründe. Die liegen zum einen sicher auch in der harten Timeline des Insolvenzprozesses, aber durchaus auch an dem hohen Kapitalbedarf. Die Übernahme des SchwuZ aus diesem Insolvenzprozess hätte auch bedeutet, dass die vorhandenen Strukturen hätten übernommen werden müssen – inklusive der Kostenrisiken, die damit verbunden sind. Ich muss es ganz kritisch anmerken: Die Strukturen des SchwuZ waren nicht krisenresistent und nicht effizient genug aufgebaut. Das SchwuZ funktionierte nur, wenn der Laden voll war. Seit Ende 2023 ist das aber nicht mehr in dem Maße gegeben wie vorher, und dafür war unser Apparat schlicht zu kostenintensiv. Bereits 2024 hätten tiefgreifende Einschnitte erfolgen müssen, die den Verwaltungsapparat verschlanken, um die Personalkosten zu reduzieren. Der eher schlanke Aufbau noch am Mehringdamm hätte da als Beispiel dienen können.

    Fatal, wenn ich behaupten würde, wir hätten alles richtig gemacht

    Was passiert nun mit dem gespendeten Geld? Wie viel genau war es eigentlich?

    Mit unserer Kampagne sind deutlich mehr als 50.000 Euro zusammengekommen. Das ist enorm und zeigt auch, dass das SchwuZ vielen Leuten etwas bedeutet. Auch die ganzen Kommentare zum Beispiel bei Instagram sind sehr berührend. Auf der Kampagnenseite haben wir skizziert, was passiert, wenn wir die Übernahme nicht schaffen. Alles Weitere wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.

    Ist es dem SchwuZ mit seinem Programm möglicherweise nach der Pandemie nicht mehr so gut gelungen, ein junges Publikum in den Club zu locken?

    Durchaus. Ich glaube, es wäre ein fatales Signal, wenn ich behaupten würde, dass wir alles richtig gemacht haben. Mit dem Wissen von heute hätten einige programmatische Entscheidungen schon vor Jahren anders getroffen werden müssen. Aber retrospektiv ist man immer schlauer. Alle haben ihr Bestes für das SchwuZ gegeben! Die Corona-Pandemie war durchaus eine Zäsur und hat viel verändert. Nicht nur, dass einige Altersgruppen nicht mehr jeden Tag am Wochenende feiern gehen, sondern auch im Hinblick darauf, wie sie feiern und was sie erwarten.

    Wir haben gute Partyprofile, die auch explizit ein junges Publikum sehr gut erreichen, und ich glaube nicht, dass es nur an dem vermeintlich fehlenden jüngeren Publikum liegt. Die Erwartungen an eine gute Party haben sich verändert und sind deutlich diverser geworden. Die einen wollen andere Musikrichtungen, die anderen mehr unbekannte Popsongs, andere nur die Pop-Banger des Jahrzehnts. Die einen wollen noch mehr Sexpositivität, die anderen stören sich an unserem Darkroom. Wie man darauf reagiert, ist nicht trivial. Partyprofile, bei denen unsere Gäste das Gefühl haben, dass es immer dasselbe ist, können definitiv nicht die Antwort sein – doch dazu ist es in den letzten Jahren häufig gekommen.

    Viele Personen haben gerade ihr „Zuhause“ verloren

    Hat die Relevanz eines Queer-Clubs in den letzten Jahren abgenommen dadurch, dass Queers auch in den meisten anderen Berliner Clubs willkommen sind?

    Unter anderem ist das sicher ein relevanter Faktor. Die gesellschaftliche Entwicklung für die breitere Akzeptanz von Queers in Berlin war in den letzten zwei Jahrzehnten allgemein sehr positiv. Das führt natürlich zu einer größeren Auswahl von Orten, an denen man sich willkommen fühlt, auch wenn das die Relevanz und Notwendigkeit eines Queer-Clubs nicht infrage stellt. Viele Personen haben gerade ihr „Zuhause“ verloren, in dem sie vollumfänglich sein konnten, wie sie das wollen.

    Was bedeutet das Ende des SchwuZ für die queere Szene in Berlin?

    Ich glaube, das ist noch nicht absehbar. Die queere Szene in Berlin kennt kaum die Zeit ohne das SchwuZ. Es war immer da. So wie die Spätis. Was fehlt, merkt man erst, wenn man es nicht mehr hat. Es fehlt definitiv ein sicherer Hafen. Die gesellschaftlichen Entwicklungen und Errungenschaften stehen aktuell wieder verstärkt zur Debatte. Das SchwuZ gab immer Sicherheit.

    Manche sagen, das SchwuZ sei auf dem Rollberg zu groß und kommerziell geworden. Sehen Sie eine Chance, dass sich ein neues SchwuZ gründet, das wieder mehr Underground-Vibes hat, wie damals am Mehringdamm?

    Das SchwuZ hat bereits viele Krisen gemeistert und musste sich ab und zu auch neu erfinden. Was wir jetzt erleben, ist ein extremer Schock. Daraus kann aber auch etwas Neues, etwas Besseres, etwas Passenderes entstehen. Ein „neues“ SchwuZ ist durchaus im Rahmen des Machbaren. Gestatten Sie mir den Kommentar: Das SchwuZ ist nicht zu kommerziell geworden. Das SchwuZ hat jedoch aufgehört, seine Mitarbeitenden „auszubeuten“, wie es im Kulturbereich über Jahrzehnte normal war – und das ist auch abbildbar. Es hat auch immer sehr viele Partyprofile laufen lassen, die sich wirtschaftlich nicht alleine getragen hätten, aber trotzdem wichtig für die Community waren. Das SchwuZ ist eingebettet in eine GmbH. Wirtschaftliches Handeln ist notwendig für das Überleben solch eines Ortes, und dort müssen auch die Fehler der Vergangenheit gesucht werden.

    Zur Person

    Stefan Fuerst ist seit 2017 im ehrenamtlichen Vorstand des SchwuZ e.V., er war bereits am Mehringdamm als Barkeeper Teil des SchwuZ. Er begleitete die Transformation des SchwuZ vom Mehringdamm an den Rollberg und die jüngste Krise rund um die Insolvenz der SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH. Das SchwuZ war für den gebürtigen Thüringer kurz nach seiner Volljährigkeit eine der ersten Anlaufstationen und einer der prägendsten Orte. Unabhängig von seinem Engagement im queeren Nachtleben leitet der studierte Wirtschaftspsychologe ein Team mit dem Schwerpunkt Diversity Management einer Bundesverwaltung.

    #Berlin #Neukölln #Schöneberg #nightlifre #histoire #gauche #queer

  • Kulturkampf in der Fuggerstraße: Bezirk weiß nicht, wieviel Unterbringung von Wohnungslosen kostet
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/kulturkampf-in-der-fuggerstrasse-bezirk-weiss-nicht-was-die-unterbr

    Profitmachen mit Wohnungslosen, Gentrifizierumg und bourgeoise Regenbogencommunity ergeben eine explosive Mischung. Wieso hört man eigentlich nichts mehr vom Anbahnungsspielplatz Fugger/Eisenacher?

    21.8.2025 von Carola Tunk -Die Straße in Schöneberg ist seit Jahren Kriminalitätshotspot. Das beklagen zumindest die Nachbarn eines berüchtigten Hotels. Doch es gibt auch andere Stimmen.

    Der Junge hebt einen Stein auf und wirft ihn nach seinem Nachbarn. „Warum willst du meine Schwester schlagen?“, fragt der Junge den Mann. Der entgegnet, er wolle ihr nichts dergleichen zufügen. Dabei filmt er den Jungen und Jugendliche, die etwas abseits der Szenerie stehen. Wer den Streit tatsächlich entfacht hat, bleibt im Video verborgen. Unübersehbar jedoch ist: Es ist ein Zusammenprall von Nachbarn, von Generationen, von Arm und Wohlhabend – und von Kulturen.

    Der kleine Steinewerfer wohnt in einem heruntergekommenen Hotel in der Fuggerstraße. So soll es drinnen jedenfalls aussehen, sagen manche. Von außen ist es allerdings ein Altbau mit einer Zuckerbäckerfassade. Schräg gegenüber wohnt der Mann, der den Jungen gefilmt hat.

    Der Jugendliche ist einer von den Wohnungslosen, von denen niemand weiß, wie viele es wirklich sind und die hier in dem Hotel seit 2020 vom Bezirk auf Steuerzahlerkosten untergebracht werden. Das versetzt die Nachbarn des B&B Hotels dauerhaft in Alarmbereitschaft. Mehrmals pro Woche rufen Anwohner die Polizei. Sie beklagen sich über Müll auf Straßen und anliegenden Grundstücken. Der Bezirk gibt sich ahnungslos. Doch jetzt, nach jahrelangem Stillstand, haben die Anwohner einen Stein ins Rollen gebracht – und die Politik öffentlich konfrontiert.

    Flüchtlings-Ghetto Tegel: Milliardenkosten, chaotische Zustände und jetzt der Rückzug der Messe Berlin

    Anwohner spricht von „Horror“ in der Fuggerstraße

    Matthias Kaiser* (*Name geändert) wohnt im Regenbogenkiez in der Fuggerstraße. Kaiser besitzt gleich mehrere Wohnungen.

    Kaiser ist schon älter, er trägt einen Dreitagebart, seine Augen blicken sorgenvoll. Er sagt, dass „diese massiven Störungen der öffentlichen Ordnung“ in seinem Kiez derzeit vorrangig von Gruppen von Männern ausgehen. Er zuckt mit den Schultern, schildert, dass Jugendliche nicht davor zurückschreckten, Passanten zu beleidigen und anzuspucken. Dass Feuerwehreinfahrten durch die zahlreichen PKW, über die die Gäste des B&B Hotels verfügen, zugeparkt werden. Er redet von Fäkalien in Hauseingängen. Auch andere Anwohner bestätigen das Verhalten der Nachbarn, die wohl aus Bulgarien und Rumänien kommen. Viele sind verzweifelt. Ein Anwohner beschreibt die Zustände schlichtweg als „Horror“.

    Trotz wiederholter Beschwerden und Anzeigen bei Behörden, dem Bezirksstadtrat und der Polizei fühlen sich Kaiser, sein Partner sowie weitere Anwohner von der Politik im Stich gelassen.

    Lärm und Gewalt

    Tatsächlich rücken Polizei und Ordnungsamt regelmäßig an. Allein zwischen dem 1. Juli 2023 und 30. Juni 2024 gab es 41 Einsätze. Und vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 nochmal 102. Meistens ging es um unzulässigen Lärm, die Brandmeldeanlage und häusliche Gewalt. Doch auch den Beamten sind die Hände gebunden. Sie können nur schlichten, verwarnen oder jemanden kurzzeitig abführen.

    Kaiser, der Hausbewohner, schüttelt den Kopf. „Es stinkt, Lebensmittel liegen rum, fliegen rum. Das geht wie gesagt seit fast 6 Jahren so.“ Ein Anwohner fasst die Lage drastischer zusammen: „Es ist einfach der Lärm, es ist die Vermüllung, es ist der Dreck und neuerdings eben auch die Bedrohung“. Die Nachbarn schrieben an das Bezirksamt. Doch von der Behörde kam nur eine knappe Antwort: Es bestehe „kein Anlass für Beanstandungen“.

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    Dieser Mann ist ebenfalls in der Fuggerstraße wohnhaft. Carola Tunk/Berliner Zeitung

    Gefühl der Unsicherheit

    Kaiser sagt, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg sei bestrebt, die bekannten unhaltbaren Zustände zu leugnen. Ein weiterer Anwohner stellt fest: „Die Politik tut nichts.“

    Kaiser schildert ein Gefühl der Unsicherheit: „Man möchte schon gar nicht mehr das Haus verlassen, fürchtet, sich durch die bedrohlich wirkenden Ansammlungen von Männern zu bewegen oder wird bereits beim Einbiegen in die Fuggerstraße angesichts von Dreck, Lärm und sich auf den Gehwegen breitmachenden Personen schlicht zornig.“

    Sein Partner berichtet sogar von einem Übergriff, als er sich mal über zu laute Musik beschwerte: „Der Junge und andere standen vor mir und haben mir eine geklatscht.“

    Man kontrolliere daher schon fast „zwanghaft“ die Haustüren und -tore und fürchte jeden Tag, dass die auf der Straße geparkten Autos Schaden nehmen könnten. Viele, so Kaiser und sein Freund, würden gerne wegziehen, aber ein derartiges Vorhaben wäre nur „unter erheblichen wirtschaftlichen Opfern realisierbar“.

    Anwohner mit Eigentumswohnungen „können angesichts der für jeden Passanten erkennbaren Zustände längst nicht jenen Kaufpreis erzielen, der ohne den Betrieb des B&B Hotels in seiner aktuellen Weise realisierbar wäre“, sagen die Immobilienbesitzer in der Fuggerstraße.
    FDP will Antrag in BVV stellen

    Die Anwohner verlangen inzwischen die Schließung des Hotels. Nach einer Petition bringen die Liberalen den entsprechenden Einwohnerantrag nun in die BVV ein.

    Die konkrete Forderung lautet: Das Bezirksamt soll den Bestandsvertrag mit der Betreiberin auflösen und dafür sorgen, dass fortan keine Personen mehr aus Osteuropa dort untergebracht werden. Zur Begründung stellen die Liberalen fest: „Der Zustand der Überfüllung kleiner Räume aus Gründen der Profitgier ist nicht hinzunehmen.“ Die Situation sei den Anwohnern, aber auch den untergebrachen Menschen aufgrund der „Gewaltvorfälle“ und der Diebstähle nicht länger zuzumuten.

    Die Betreiberin des Hotels ist Ilona B. Die alte Dame verdient ziemlich viel Geld mit der Aufnahme der wohnungslosen Flüchtlinge. Laut Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann kostet ein Schlafplatz etwa 30 Euro täglich. Bei 48 Zimmern mit vier Schlafplätzen wären das 5760 Euro pro Tag. Die Anwohner bezeichnen B.s Betrieb als „Geschäftsmasche“. Die private Eigentümerin nutze das Wohlwollen des Staates aus.

    Kaiser und andere Anwohner kritisieren Ilona B. daher aufs Schärfste. „Da Frau B. seit fünfeinhalb Jahren weder willens noch bereit ist, Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet wären, die von ihrem Gewerbebetrieb ausgehenden Missstände dauerhaft und nachhaltig abzustellen, erweist sie sich als unzuverlässig im Sinne des Gewerberechts.“

    Ein Mann, der ebenfalls in der Fuggerstraße wohnt, berichtet von einem Vorfall vor ein paar Jahren. Damals habe Ilona B. deutlich hörbar von „Diebesgut und Autoreifen“ gesprochen, die nicht im Keller gelagert werden sollten. Die Hotelbesitzerin soll also durchaus über die angeblich kriminellen Machenschaften ihrer Gäste Bescheid wissen. Ob dem tatsächlich so ist, lässt sich nicht überprüfen. Ilona B. beklagt sich gegenüber der Berliner Zeitung über die „Lügen“ von Nachbarn.

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    Keine Seltenheit: Ein Polizeieinsatz in der Fuggerstraße Berliner Zeitung

    Neben Ilona B., den Anwohnern und dem Bezirksbürgermeister spielt auch ein Verein eine tragende Rolle in dem Konflikt. Amaro Foro e.V. verfolgt im Auftrag des Bezirks „einen vorurteilsfreien Ansatz, um das Beschwerdeaufkommen zu verringern“. Gemeint sind die Nachbarn. Der Verein, der sich für Sinti und Roma einsetzt, sieht in der Debatte einen eklatanten Beleg dafür, „wie tief Antiziganismus in unserer Gesellschaft, in der Politik und in den Medien verankert ist und wie schnell dieser in reale Gewalt gegen eine Minderheit münden kann“.

    Die Partei Die Linke schlägt in eine ähnliche Kerbe und sorgt sich um die menschenwürdige Unterbringung wohnungsloser Personen in „sogenannten ASOG-Unterkünften“ wie dem Hotel in der Fuggerstraße. Hier lebten Menschen, „die zu den schwächsten Gruppen unserer Gesellschaft gehören: Familien mit Kindern, queere Menschen, Personen mit Rassismus-/Antiziganismuserfahrung, Menschen mit Suchterkrankungen oder schweren psychischen Belastungen.“

    Die Bezirksverordnete Katharina Marg hält fest: „Ein Drittel der wohnungslosen Menschen in Berlin sind minderjährig.“ Dennoch müssten sie auf engstem Raum, zu überhöhten Preisen, ohne soziale Arbeit und ohne Schutzkonzepte leben. Sanitäre Anlagen seien für Frauen, Kinder und queere Personen oft in sehr schlechtem Zustand. „Statt nach unten zu treten, müssen soziale Prioritäten gesetzt werden.“

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    Die Anwohner beschweren sich vor allem über das andauernde Gebrüll, laute Musik oder quietschende Reifen.Berliner Zeitung

    In der BVV sind unterdessen alle Augen auf Bezirksstadtrat Matthias Steuckardt gerichtet. Er soll Antworten auf die Fragen der Bürger liefern. Steuckardt kann nicht abschließend beantworten, was der genaue Auslöser für die dauerhafte Nutzung des BB-Hotels als Unterkunft für Wohnungslose seit 2020 war. Er vermutet, dass sich der Betrieb aus wirtschaftlicher Sicht „als wirtschaftlich attraktiv dargestellt“ hat.

    Zur Frage der bislang gezahlten Gelder erklärt Steuckardt, dass die genaue Höhe der seit Frühjahr 2020 an die Betreiberin gezahlten Gelder „statistisch nicht erfasst“ und die Frage somit nicht beantwortet werden könne. Der Bezirksstadtrat erklärt, dass die obdachlosen Personen Sozialleistungen beziehen und die Kosten der Unterkunft (KDU) nicht gesondert erfasst werden.

    Zudem betont er, dass es keine technischen Möglichkeiten gibt, die tagesaktuelle Belegung einer vertragsungebundenen Unterkunft zu überprüfen, aber das Land Berlin an einem IT-Verfahren zur Verbesserung dieser Kontrolle arbeite. So viel zur Digitalisierungsoffensive in der Berliner Verwaltung.

    Die Anwohner der Fuggerstraße scheinen da schon weiter zu sein und haben einen Instagram-Account eingerichtet, auf dem sie die Videos aus der Nachbarschaft posten. In einem ist zu sehen, wie sich Männer, Frauen und Kinder auf der Straße versammeln und laut diskutieren. Sie streiten. Worüber ist unklar. Doch eines ist gewiss: Streit gibt es in jeder Kultur. Mindestens eine Gemeinsamkeit, die die Menschen in der Fuggerstraße haben.

    #Berlin #Schöneberg #Fuggerstraße #wohnen #Immobilien #Gentrifizierung #Roma

  • Gefahr für Leib und Leben: Das sind Berlins gefährlichste Kreuzungen
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/wie-ein-spiel-aus-squid-game-berlin-und-seine-gefaehrlichsten-kreuz

    Genau, bleibt bloß weg und überlasst den Könnern das Feld. Damit sind natürlich nicht die Post-Ortskundeprüfung-mäßigen Typen gemeint wie der „Kollege“ der gerade einen jungen Mann auf der Clayallee totgefahren und sich dann verdrückt hat.

    28.6.2025 von Anne Vorbringer, Marcus Weingärtner, Enno Kramer, Manuel Almeida Vergara - Unfälle, Geschrei und Gefahr: Einige Kreuzungen in Berlin sind eine Bedrohung für Leib und Leben. Wir sagen, um welche Straßenecken man lieber einen Bogen macht.

    Wirre Verkehrsführung, knappe Grünphasen, heilloses Durcheinander: Berlins Kreuzungen sind – wollte man es positiv ausdrücken – zuweilen recht komplex. Manche von ihnen rauben den Verkehrsteilnehmern den letzten Nerv, stellen eine Gefahr für Leib und Leben dar.

    Zunächst ein Blick auf die offizielle Statistik. Der ADAC hat vor ein paar Monaten die unfallträchtigsten Kreuzungen der Stadt untersucht und dafür Zahlen aus der Polizeistatistik ausgewertet. Dabei kam heraus: Besonders besorgniserregend sind die Vorfälle am Schlesischen Tor, Innsbrucker Platz, Hauptbahnhof und Alexanderplatz, wo es in den vergangenen Jahren zu vielen schweren Unfällen gekommen ist.

    Mit Abstand vorn liegt der Bereich rund ums Schlesische Tor in Kreuzberg: Im Bereich Bevern-, Oberbaum-, Oppelner, Schlesische, Skalitzer und Köpenicker Straße gab es im Jahr 2024 ganze 230 Unfälle mit Beteiligung von Autos. Aber auch anderswo müssen besonders Fußgänger und Radfahrer mit allem rechnen, wie unsere Beispiele zeigen.

    1. Berliner Allee/Ecke alle: Wahnsinn in Weißensee

    Der gesamte Berliner Nordosten ist ein verkehrspolitisches Desaster. Zu viele Autos, zu viele Menschen, zu wenig Platz. Wer einmal im Berufsverkehr in Pankow über die Romain-Rolland-Straße gefahren ist, möchte seinen Wagen auf der Stelle verschrotten. Leider steht der Bus im gleichen Stau, und auch zu Fuß oder mit dem Rad ist es nicht besser. Siehe Berliner Allee, wo sich seit Jahr und Tag nichts an der Situation bessert.

    Welche Kreuzung hier die schlimmste ist? Suchen Sie sich eine aus; Sie werden immer richtig liegen. Der Abschnitt im Weißenseer Ortskern hat zwei Autofahrstreifen je Richtung, zwei Tramgleise, zwei Gehwege – aber keinen Radweg. Also müssen die Radler zwischen donnernden Schwerlastern, Bussen, Straßenbahnen und Pkw zusehen, dass sie nicht unter die Räder kommen.

    Fußgängern ergeht es nicht besser: Wer jemals mit einem Kleinkind an der Hand versucht hat, an der Ecke Indira-Gandhi-Straße über die Fahrbahn zu kommen, der weiß, wie gefährlich man hier lebt. Anne Vorbringer

    2. Vor der Volksbühne in Mitte: Kraken-Kreuzung aus der Hölle

    Vor der Volksbühne gibt es eine Kreuzung, die sich wie ein Spiel aus der koreanischen Killer-Serie Squid Game ausnimmt: Wer’s nicht schnell genug schafft, der bezahlt mit dem Leben: Rosa-Luxemburg-, Weydinger- und Hirtenstraße bilden hier ein quasi unüberschaubares Dreieck des Todes.

    Man muss sich viermal um die eigene Achse drehen, um sich auch nur einen kleinen Überblick über den von allen Seiten heranpreschenden Verkehr zu machen. Hinzu kommen zackig abbiegende Radfahrer, brüllende LKW-Lenker und dazu natürlich noch alles, was so dazugehört, sprich: Flüche, Beleidigungen und Schmähgesänge.

    Das schwächste Glied ist wie immer der Fußgänger, der nur im wahrsten Sinne des Worte die Beine in die Hand nehmen kann, um so schnell wie möglich die Straße zu überqueren - keine Ampel, kein Zebrastreifen, rein gar nichts wurde hier unternommen, um ihn zu schützen, hier zählt allein die Darwinsche Überlebenstheorie Survival of the fittest, beziehungsweise Survival of the fastet. Marcus Weingärtner

    3. Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße: In diesem Spiel gibt’s nur Verlierer

    Als Autofahrer hat man’s in Berlin ohnehin schwer. Überall gibt’s Stau, nirgendwo genügend Parkplätze, ständig wird man von allen Seiten angeblafft – von Radfahrerinnen, von Fußgängern, von anderen Autofahrerinnen und Autofahrern. „Road Rage“ nennt sich das Phänomen der angestauten Aggressionen, die sich im Straßenverkehr so richtig Bahn brechen.

    Nirgends passiert das in Berlin öfter als an der Kreuzung Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße, diesem Sinnbild der sinnfreien Straßenplanung: Wer aus Richtung Münzstraße kommt und rechts Richtung Alexa abbiegen will, muss sich auf einen gefährlichen Eiertanz einstellen: Vier Spuren hat die Straße hier, die Rechtsabbiegerspur wird von den anderen Fahrbahnen allerdings durch einen Radweg abgeschnitten.

    Bedeutet in der harten Realität des Berliner Straßenverkehrs: Wer die Spur wechseln will, muss erstmal Dutzende Radfahrerinnen und Radfahrer vorbeiziehen lassen, während hinten die Autofahrenden, die geradeaus weiter düsen wollen, schon nervös hupen. Will man wiederum die Leute im Auto beruhigen und zieht zügig rüber nach rechts, klingeln und brüllen die Radlerinnen und Radler, die gerade aus weiterwollen. Ein gefährliches Spiel, in dem man es niemandem recht machen kann. Am besten, man meidet diese Katastrophen-Kreuzung ganz. Manuel Almeida Vergara

    4. Bersarinplatz in Friedrichshain: Klingelingeling hier kommt die Eisenbahn

    Als routinierter Autofahrer ist man im Berliner Verkehrsgewusel auf viele Situationen vorbereitet: Beim Rechtsabbiegen hält man Ausschau nach Fahrradfahrern von hinten, beim Linksabbiegen achtet man auf den gesamten Gegenverkehr. Am Bersarinplatz in Friedrichshain ist das nicht so einfach. Gerade für Ortsunkundige lauert hier eine Gefahr, mit der nur die wenigsten rechnen.

    Wer vom Frankfurter Tor in Richtung Prenzlauer Berg fährt, hat es vielleicht schon einmal erlebt. Man fährt neben der Tramlinie 21 in den Kreisel, huscht gerade noch so über die gelbe Ampel und muss dann plötzlich stark bremsen. Die Tram bimmelt, als gäbe es kein Morgen mehr, und biegt dann selbstverständlich über beide Fahrspuren in den Weidenweg ein. Den Autofahrer warnt lediglich ein Vorfahrtsschild. Keine Ampel, keine Schranke. Um Haaresbreite lässt sich meist noch die Karambolage vermeiden.

    Hinzu kommt, dass die Petersburger Straße seit einigen Monaten bis zur Landsberger Allee nur noch einseitig befahrbar ist und sich langsam aber sicher zur nervtötenden Dauerbaustelle entwickelt. Statt der neuen Streckenführung zu folgen, stellen unsichere Autofahrer hier also noch die Umleitung in den Gegenverkehr infrage: Plötzlich bremsen sie stark – und ehe man sich versieht, hängt man im Kofferraum des Vordermanns. Dass sich am Bersarinplatz nicht öfter das Blech biegt, grenzt an ein Wunder. Enno Kramer

    #Berlin
    #Kreuzberg #Schlesisches_Tor
    #Schöneberg #Innsbrucker_Platz #Hauptbahnhof #Alexanderplatz
    #Pankow #Heinersdorf #Romain-Rolland-Straße
    #Weißensee #Berliner_Allee
    #Mitte #Alexanderstraße #Otto-Braun-Straße #Münzstraße #Rosa-Luxemburg-Straße #Weydingerstraße #Hirtenstraße
    #Friedrichshain #Frankfurter_Tor #Petersburger_Straße #Bersarinplatz #Weidenweg #Landsberger_Allee

    #Verkehr #Kreuzung #Unfall

  • Billard International
    https://www.goyellow.de/home/billard-billard-international-berlin--4mn2xx.html

    War mal

    Knesebeckstr. 38-49
    10719 Berlin (Charlottenburg)
    030 9933912
    http://www.billard-international.de
    http://www.sport-bar-berlin.de

    Öffnungszeiten
    heute 24h geöffnet

    Über uns

    Seit 1967 betreiben wir in der Knesebeckstraße in Berlin am Kurfürstendamm einen der ältesten und größten Billardsalons der Bundesrepublik. Es wurde die gesamte Anlage umgebaut und modernisiert, neue Billards angeschafft, das Internet Café und die Sport Bar Berlin eröffnet. Regelmäßig werden bei uns nationale und internationale Turniere durchgeführt. So waren wir unter anderem Ausrichter des Billard Weltcup Berlin im Dreiband. Sie können bei uns Pool, Snooker und Karambolage Billard spielen. Wir haben ausschließlich Turniertische, die mehrmals im Jahr neu bezogen werden. Weiterhin stellen wir Ihnen Dart, Kicker und Flipper Geräte zur Verfügung. Im Restaurantbereich können Sie Skat, Rommé sowie Schach und Backgammon spielen. In unserem hauseigenen Billardshop bieten wir Ihnen eine Auswahl an Zubehör und Literatur. Brauchen Sie ein Queue, Koffer oder Kreide - wir beraten Sie gerne. Alle Räume sind mit Flachbild Fernsehern ausgestattet, auf denen immer die aktuellen Sportereignisse auf SKY, Eurosport & Sport1 US HD (US-Sport) übertragen werden. Bei schönem Wetter können Sie in unserem gemütlichen Vorgarten eine Berliner Weiße oder einen Cocktail trinken. Es gilt in allen Räumen ein striktes Rauchverbot. Ebenfalls können wir eine komplette Veranstaltung inclusive Turnierorganisation und Pokalverleihung organisieren. Gerne nehmen wir telefonisch Ihre Reservierung entgegen - Hotline: +49 (30) 88 33 912 Wir freuen uns auf Ihren Besuch, sind bei Fragen gern behilflich und wünschen GUT STOß...

    ... und wirklich ...

    BC International Berlin zieht in neues Clubheim
    https://www.kozoom.com/de/billard-karambol/news/bc-international-berlin-zieht-in-neues-clubheim.html

    Gepostet von Markus SCHÖNHOFF am 17. Juli 2020

    KOZOOM - Das Billard International, Berlins größter Billardsaal und viele Jahre Heimat des gleichnamigen BC International Berlin, hat seine Pforten für immer geschlossen. Über 50 Jahre war die Berliner Knesebeckstraße die erste Adresse für Billardspieler. Mit feinem Stil und viel Herz führte die Familie Manasse ihr Lokal. Weltstars der Billardszene waren regelmäßige Gäste und auch die Berliner Hautevolee verbrachte so manche Nacht im Billard International. Die Leidenschaft der Familie Manasse gehörte immer dem Billardsport und auch gravierende Gesetzesänderungen und Auflagen, sowie so manche wirtschaftliche Krisen überstand der Billardsaal, der gern auch mit dem New Yorker „Carom Cafe“ verglichen wurde.

    Doch drei Monate zwangsweise Schließung aufgrund der Corona-Krise war einfach zuviel. Für immer hat die „Legende Billard International“ nun geschlossen. Karsten Witte gibt in einem Statement einen Einblick in die Bedeutung des Billard International und die neue Heimat des BC International Berlin, der auch in der neuen Saison erneut mit Deutschlands Ausnahmespieler Martin Horn in der Bundesliga antritt.

    „BC International e.V. - von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in die Kaiser-Wilhelm-Straße

    Liebe Billardfreunde,

    eine Ära ist beendet! Einer der ältesten und bekanntesten Billardsäle Deutschlands, „Billard International“ in Berlin, ist ab sofort und unwiderruflich geschlossen. Nachdem in den letzten Jahren Gesetzesänderungen und behördliche Auflagen für die Betreiber immer schwieriger zu bewältigen waren, hat die, durch die Corona-Krise bedingte, viele Wochen anhaltende Schließung des gesamten Lokals, der Familie Manasse nun keine andere Möglichkeit gelassen, als den Betrieb endgültig einzustellen.

    Bereits kurz nach dem Bau der Berliner Mauer, im Jahr 1962, eröffnete Manfred Manasse mit seinem Vater in exponierter Lage und mit Blick auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, den Billardsaal am Kurfürstendamm 11. Wenige Monate nach der Eröffnung gewann hier am 16. Dezember 1962 ein ganz Großer des Billardsports, der Belgier Ludo Dielis, seinen ersten internationalen Titel, als er im Alter von 17 Jahren Junioren-Europameister im Zweikampf (Freie Partie & Cadre 47/2) wurde. Dieter Müller gewann bei diesem Turnier übrigens die Bronzemedaille und die Billardwelt wurde auch auf diesen jungen Spieler aufmerksam.

    1968 zog die Familie Manasse mit dem Billardsaal ca. 1 km Richtung Westen, in die Knesebeckstraße 38-49. Hier fanden Billardfreunde aus der ganzen Welt und aller Spielarten 52 Jahre lang eine gepflegte und herzlich geführte Spielstätte. Ende der 1980er Jahre trafen sich an den Billardtischen in der Knesebeckstraße alljährlich die weltbesten Dreibandspieler, da Ursula & Manfred Manasse, als große Förderer des Billardsports, drei Jahre hintereinander die ersten Berliner Austragungen des (BWA-) Weltcups im Hotel Kempinski organisierten (1986 - Sieger Egidio Vieira, 1987 - Junichi Komori und 1988 - Torbjörn Blomdahl). In der Saison 1992/93 betrat ein weiterer, sehr ambitionierter Spieler bei „Billard International“ zunächst die nationale Dreiband-Bühne. Der heute der Weltelite angehörende und seit 2016 auch als Topspieler des BC International e.V. agierende Martin Horn, nahm hier an seiner ersten deutschen Dreiband-Meisterschaft teil und erspielte sich auf Anhieb die Bronzemedaille. Gute Erinnerungen an den Spielort hat sicherlich auch Edgar Bettziche, der hier am 14. März 1993 Deutscher Meister im Finale gegen Christian Rudolph wurde. Auch der Abschluss einer großen Billardkarriere ist bei „Billard International“ gebührend gefeiert worden. Im März 2014 verkündete Günter Siebert, nach einem letzten Sieg im Rahmen einer Bundesligabegegnung (2.Liga) zwischen dem BC International und der BA Bottrop, den zahlreichen Anwesenden, dass er seine aktive Wettkampflaufbahn nunmehr beendet und zukünftig nur noch als vielbeachteter Schlachtenbummler zu genießen sein wird.

    Doch der Verein bleibt aktiv und öffnet ein neues Kapitel! - Die Entwicklung der letzten Wochen kam für den BC Billard International e.V. natürlich denkbar überraschend. Am 19.6. erfuhr der Vorstand, dass die Räume zum 1.7.2020 geschlossen werden und bereits 29.6. hat Marc Verhoeven die 3 vereinseigenen Matchbillards in den neuen Räumen aufgebaut und bezogen. Der Deutsche Vizemeister der gerade beendeten Bundesliga-Saison 2019/2020, hat seine sportliche Heimat nun in Berlin-Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Straße 29 in 12247 Berlin, gefunden. Die neue Spielstätte („PVIEW-billard.de“ betrieben vom Snooker-Ass Malte Schuchert) ist in jedem Fall außergewöhnlich und einen Besuch wert. Das Gebäude wurde ursprünglich wahrscheinlich als Kino konzipiert und die Zuschauer können auch von einem Rang aus das Spielgeschehen überblicken. Nicht nur die Spieler der Bundesliga-Mannschaft sind extrem motiviert, alle Vereinsmitglieder freuen sich auf Spitzensport in der neuen Saison. Der BC International e.V. heißt alle Gäste und Freunde herzlich willkommen in Berlin!

    Karsten Witte“


    Die neue Heimat des BC International in der Kaiser-Wilhelm Str .


    In der neuen Location gibt es auch Rang, von dem man in der neuen Saison auch wieder Martin Horn beobachten kann .

    Damit haben die hier Recht :

    Berlins ältester Billardsalon
    https://www.billardaire.de

    Willkommen im Billardaire!

    Liebe Gäste,

    Berlins ältester Billardsalon freut sich auf Euren Besuch!

    Am Nachmittag ist es kein Problem, für unsere Laufkundschaft einen Tisch bereitzustellen; aber am Abend (vor allem im Winter) solltet Ihr einen Tisch via Internet über unser Reservierungsformular vorbestellen. Wir reservieren bis 20 Uhr, danach geht es der Reihenfolge nach.

    Telefonisch sind wir leider sehr selten erreichbar - wir bitten deshalb um Entschuldigung.

    Ihr könnt bei uns mit maximal vier Personen pro Tisch spielen,

    große Gruppen nehmen wir nachts wegen der Probleme mit den Nachbarn (Lärmbelästigung) gar nicht mehr auf - wir bitten um Euer Verständnis!

    Ansonsten gelten weiterhin die alten Billardaire-Regeln : Gute Laune mitbringen, schlecht Billard spielen und laut Musik hören!!!

    Wir bitten euch ganz dringend, in den Höfen möglichst leise zu sein,

    damit unsere Nachbarn nicht gestört werden!

    Pool, Snooker und Carambolage in Berlin-Schöneberg

    Herzlich Willkommen auf unserer Webseite des Billardaires. Mit nunmehr 33 Jahren ist der Billardaire in Schöneberg der älteste Billardsalon Berlins (das sieht man ihm auch an! ).

    Im Billardaire bieten wir 12 Pool-Billard-, 3 Snooker-Tische und einen Carambolage-Tisch an.

    Schaut Euch um, werft einen Blick in die Galerie und auf unser Angebot. Öffnungszeiten: Mo - Do 16h - 24h / Fr 16h - 2h /

    Sa 14h - 2h / So 14h - 24h

    Immer bis mindestens Mitternacht!

    #Berlin #Charlottenburg #Knesebeckstraße #Schöneberg #Monumentenstraße #Billard #Gastronomie

  • Boutiquen, Galerien und Wohnblocks: Die Potsdamer Straße „ist all das, was Berlin ausmacht“
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/boutiquen-galerien-und-wohnblocks-die-potsdamer-strasse-ist-all-das

    Designerin Fiona Bennett in ihrem Laden auf der Potsdamer Straße Thomas Meyer/Ostkreuz

    4.3.2025 von Johann Voigt - Die besten Galerien, Concept-Stores und ein mehrstöckiger Sexshop verkaufen hier Ideen für ein besseres Morgen – oder das Ende der Welt. Ein Besuch.

    „Ich bin vor über einem Jahrzehnt aus Berlin-Mitte weggegangen, weil es mir dort zu kommerziell geworden ist“, sagt Andreas Murkudis an diesem Morgen in seinem Concept-Store auf der Potsdamer Straße. Er trägt schlichte, dunkle Kleidung und strahlt eine Ruhe aus, die mit dem Lärm von draußen bricht.

    Baustellen machen es einem teilweise unmöglich, sich als Fußgänger sicher fortzubewegen. Das Hupen der Autos im stockenden Verkehr verklebt die Gedanken. Die Potsdamer Straße ist ein Ort der Widersprüche Berlins. Diese Straße ist nicht zum Flanieren gemacht und trotzdem reihen sich hier Galerien und Concept-Stores aneinander, kauft eine Frau einen Hut für 600 Euro bei Fiona Bennett, der besten Hut-Designerin der Stadt. Und einige Meter weiter besorgt sich jemand illegale Substanzen für den nächsten Schuss.

    In den 1980er-Jahren kamen die Hausbesetzer, dann kamen Kriminalität und Prostitution, dann die Galerien. Zweieinhalb Kilometer der Gegensätze. Schöneberg und Tiergarten, das alte Westberlin mit seiner verwinkelten Staatsbibliothek und der Potsdamer Platz im Osten als Versuch eines urbanen Zentrums voller Glas.

    Wegen dieser Gegensätze ist auch Andreas Murkudis hierhergekommen. Wenn man in Berlin etwas Besonderes kaufen will, ein rosafarbenes Designer-Kuscheltier-Schwein, ein paar knallbunte Schuhe des belgischen Designers Dries van Noten, etwas Hochwertiges also, das kein anderer besitzt, dann geht man zu ihm.

    Murkudis Laden befindet sich in einem Hinterhof. Der Concept-Store, angesiedelt in einer kargen Halle mit weißen Wänden, ist ein Hort der schönen Dinge. „Ich bin auf diesen Hof gekommen, alles stand leer, es war recht ungastlich.“ Einige Kunden hätten gesagt: „Wir kommen nicht hierher“. Murkudis dachte nur: „Ist mir egal.“ Er kennt die Gegend, besuchte die in einer Nebenstraße gelegene Sophie-Scholl-Schule.

    „Es ist eine hässliche Straße, eine Durchgangsstraße, nach wie vor“

    Ob sich hier viel verändert hat, im Vergleich zu früher? Nein, sagt Murkudis. Der Fleischer, der Bäcker und der Schreibwarenhandel von früher sind noch da. Und auch die Joseph-Roth-Diele, ein uriges Restaurant, benannt nach dem jüdischen österreichischen Schriftsteller. Passend zur Potsdamer Straße heißt eine Novelle von ihm: „Triumph der Schönheit“, ein anderer Roman „Rechts und links“.

    „Es ist eine hässliche Straße, eine Durchgangsstraße, nach wie vor“, sagt Murkudis. Direkt an der Straße befindet sich der zweite Raum seines Ladens. Blickt man nach draußen, dann sieht man Müll und das Wintergartenvarieté. Drinnen stehen Plattenspieler. Bleistiftzeichnungen von eigenartigen Räumen, die aussehen wie Büros in toten Fabriken, hängen an der Wand. Sie stammen von dem Künstler Carsten Nicolai. Als Alva Noto macht er geisterhafte Experimentalmusik.

    Am Wochenende steht er in diesem Raum, den ihm sein Freund Andreas Murkudis zur Verfügung gestellt hat. Man kann hier mit ihm zusammen seine Musik hören, wenn man das will. Wieder so ein Ruhepol. Im März wird all das verschwunden sein. Ein Ort so fluide wie die Potsdamer Straße selbst. Murkudis bespielt den Raum ständig neu. „Man muss seine Kunden hierherholen“, sagt er noch und meint damit die Potsdamer Straße im Allgemeinen. „Einige, vor allem internationale Kunden, finden den Laden nicht, irren umher.“

    Umherirrende erblicken dann vielleicht den Slogan „This Will Not End Well“, der am Gebäude der Neuen Nationalgalerie zu lesen ist. Dort läuft gerade die Nan Goldin-Retrospektive. Oder LSD, Love, Sex and Dreams, in roten Lettern an einem mehrstöckigen Sexkaufhaus einige hundert Meter entfernt, in dem sich Sexarbeiterinnen Zimmer mieten können. Oder sie sehen in einem Café namens Need a break?! Autor:in Hengameh Yaghoobifarah sitzen und teilnahmslos aus dem Fenster schauen.

    Entlang der Potsdamer Straße versprechen Zeichen und Sätze die Zukunft und verkünden gleichzeitig das Ende. Diese beiden Extreme passen ganz gut zur wachsenden Metropole Berlin. Nirgendwo werden die Gegensätze so gut abgebildet, wie hier zwischen den Wohnblocks, dem Acne-Store und all der Kunst. Denn in den letzten zehn, fünfzehn Jahren sind unzählige Galerien auf die Potsdamer Straße gezogen. Man sieht sie nicht sofort. Sie sind in den Hinterhöfen angesiedelt, in Altbauwohnungen versteckt.

    Einige Meter entfernt von Murkudis Store befindet sich die Galerie Esther Schipper. Man fährt mit einem Fahrstuhl hinauf und steht gewissermaßen über den schönen Dingen. Auch sie ist vor ein paar Jahren auf die Potsdamer übergesiedelt. Ein Mitarbeiter schwärmt von der experimentierfreudigen Szene in der Gegend, von junger Kunst, die hier gezeigt wird. Im Hintergrund hört man düstere Musik. Es ist gerade die Show „Road Runner“ von der Künstlerin und Autorin Cemile Sahin zu sehen. Sahins Arbeiten spiegeln indirekt auch die Ambivalenzen der Potsdamer Straße. Das Schöne, das Rohe, die Gewalt, die Sinnlichkeit.

    „Road Runner“ ist ein dystopisches Video, das auch mit den Ästhetiken von TikToks spielt, mit Action und AI. Die Dialoge hat Sahin geschrieben, sie beschreiben den Kampf einer Heldin. Sie schießt und springt. An den Wänden hängen dazu Abbildungen von Patronen und pinken Bentleys, von Waffen und Wüstensand. Darauf gesetzt sind mit künstlicher Intelligenz generierte Textfetzen. „The future is hot and dry“, steht da unter anderem. Die Zukunft ist heiß und trocken.

    Auf der Potsdamer Straße passiert Diskurs – sie lockt eine internationale Szene an

    In der Galerie Esther Schipper wird klar: Auf der Potsdamer Straße passiert Diskurs. Man kann das zynisch finden, weil es nicht unbedingt ein Angebot für Menschen ist, die auch wirklich dort leben. Man kann es aber auch spannend finden, weil die Concept-Stores, die Designer, die Galerien sich gegenseitig befruchten und eine internationale Szene auf die Potsdamer Straße treiben.

    So denkt auch Fiona Bennett, die um die Ecke den renommiertesten Hutladen Berlins betreibt. „Ich habe immer die Galerie-Nähe gesucht“, sagt Bennett. „Galeristen, Sammler, Künstler waren immer meine Kunden. Hier fühlt man sich gut eingebettet.“ In ihrem Laden gibt es Hüte, in die Kaschmir-Schals integriert sind. Bunte Hüte, edle Hüte, Hüte für Pferderennen und Hochzeiten. Viele sehr teure Hüte. Bennett hat ihre eigene Manufaktur in Berlin, war auch für die Hüte der Schauspieler in „Babylon Berlin“ verantwortlich.

    Genau wie Andreas Murkudis ist auch sie von Mitte auf die Potsdamer Straße gezogen. „Ich bin vor 14 Jahren mit meinem Geschäftspartner hier hergekommen“, sagt sie. „Murkudis war schon im Hof. Wir haben zur Straße hin geöffnet – damals gab es noch den Straßenstrich fast vor der Tür, das Haus stand weitestgehend leer. In den letzten Jahren hat sich alles zu einem spannenden Ort entwickelt.“ Gerade ist deswegen auch noch das junge Berliner Modelabel Working Title mit eingezogen. Björn Kubeja, ein Architekt und neben Designerin Antonia Goy einer der beiden Betreiber, sitzt neben Fiona Bennett und sagt: „Die Kunden hier sind Individualisten. Leute aus Asien, aus Amerika – sie wissen genau, dass hier der Spot für sie ist.“

    Was Kubeja und Bennett eint, ist ihr Sinn für Nachhaltigkeit. Ihre Mode ist entschleunigt, sie soll lange überdauern können. Ein Gegenentwurf zum Ausstellungstitel der Show in der Neuen Nationalgalerie also, der besagt, dass das hier alles nicht gut enden wird. Die Sachen von Working Title sind schlicht, sleek, unisex. Kubeja sagt: „Wenn man unsere Stücke gar nicht mehr restaurieren kann, dann kann man sie guten Gewissens gehen lassen. Sie bestehen nur aus Naturmaterialien.“

    Laut, aber nicht ekelhaft laut

    „Ich finde, die Straße hat was sehr Urbanes, ist sehr laut, aber nicht ekelhaft laut, hat ein gutes Grundtempo, einen urbanen Beat, ist multikulturell“, sagt Kubeja. Wenn er spricht, klingt es jetzt auch wie ein Beat. Er macht eine kurze Denkpause und fügt hinzu. „Es ist all das, was Berlin ausmacht.“

    Nur das Nachtleben fehlt hier weitestgehend. Es gibt die Stripclubs und die Kaschemmen auf der einen Seite und die Victoria Bar und das Kumpelnest für die Szene-Leute auf der anderen Seite. Sonst sieht es mau aus. Das Studio 1111 von Nachtleben-Urgestein Till Harter versucht parallel dazu Marken und Partys zusammenzubringen und die Leute, die hier arbeiten, auch am Abend auf der Straße zu halten. Keine einfache Aufgabe. Die meisten gehen dann doch lieber zurück nach Neukölln oder Kreuzberg.

    „In der Nacht verändert sich das Publikum auf der Potsdamer Straße“, sagt auch Hannes Schmidt. „Die Menschen, die hier in den Agenturen und Galerien arbeiten, gehen in ihre Viertel zurück.“ Er steht in einer Altbauwohnung auf der Potsdamer Straße und ist in Eile. Schmidt ist Künstler, hat kleine Projekt-Spaces geleitet und betreibt hier nun seine Galerie Schiefe Zähne. Sie ist ein Bindeglied zwischen Orten wie der Esther Schipper Galerie, den Läden von Murkudis oder Bennett und der Gegenkultur der 80er-Jahre. An diesem Tag Ende Februar läuft eine Gruppenausstellung, die sich kritisch mit dem Konzept Gruppenausstellung auseinandersetzt: „Ten thousand ugly inkblots | Part 3/3.“

    Schiefe Zähne ist ein ursprünglicher Ort, der mit der Sterilität anderer Galerien bricht. Die Kunst, die dort gezeigt wird, ist hoch-diskursiv, kritisch gegenüber dem Kunstmarkt, kritisch gegenüber Kunst selbst. „Man profitiert von der Galeriendichte“, sagt Schmidt noch, während er sich einen Kaffee holt und dann schnell weiter hastet.

    Die Potsdamer Straße ist kein Ort des Innehaltens. Wer sie besucht, muss in ständiger Bewegung bleiben, kann kurz in den Läden, in der Mode, in der Kunst abtauchen, aber landet am Ende doch wieder auf dem Gehsteig dieser launigen und dreckigen Hauptverkehrsader. Das erdet.

    #Berlin #Schöneberg #Tiergarten #Mitte #Potsdamer_Straße #Kultur #Wirtschaft #wohnen

  • Fernmeldeamt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernmeldeamt

    Fernmeldeamt (FA) war der Name der Ortsbehörden des Fernmeldewesens der Reichspost und später auch der:

    Deutschen Bundespost (siehe Fernmeldeamt (Deutsche Bundespost)) und der
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernmeldeamt_(Deutsche_Bundespost)

    Deutschen Post in der DDR (siehe Fernmeldeamt (Deutsche Post der DDR)).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernmeldeamt_(Deutsche_Post_der_DDR)

    Die Bezeichnung Fernmeldeamt geht auf Heinrich von Stephan zurück, der lateinische und griechische Begriffe bewusst aus der Behördensprache verdrängen wollte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernmeldeamt_(Deutsche_Bundespost)

    ...
    Fernmeldeamt 1 Berlin (Fernamt)
    Fernmeldeamt 2 Berlin
    Fernmeldeamt 3 Berlin
    Fernmeldeamt 4 Berlin
    Fernmeldeamt 5 Berlin
    Fernmeldeamt 6 Berlin (ab 1990 in Berlin [Ost])
    ...

    Es gab 108 Fernmeldeämter (FA) der Deutschen Bundespost. Sie waren für die Bereitstellung von Telekommunikations-Dienstleistungen im jeweiligen Amtsbereich zuständig (Fernsprech-, Telegrafen- und Funkdienst, Fernmeldebau und Verwaltungsaufgaben, teilweise wurden auch der Telegrammdienst und die Annahme von Fernmeldegebühren von den Postämtern wahrgenommen). Im Allgemeinen waren alle erforderlichen Dienststellen in einem Fernmeldeamt vorhanden. Nur in den Großstädten teilten sich mehrere Fernmeldeämter die Arbeit. Die Technik der Datenübertragung war in Frankfurt und in Hamburg besonderen Fernmeldeämtern (früher Telegrafenamt genannt) zugeordnet.

    Geschichte

    Bei der Vereinigung des Post- und Telegraphenwesens 1875 blieben in größeren Städten selbständige Telegraphenämter erhalten. Die Mehrzahl der Telegraphenstationen waren in den örtlichen Postanstalten eingebunden. Mit der Einführung des Fernsprechers 1877 und der ersten Vermittlungsstellen 1881 waren diese noch bei den Telegraphenämtern eingegliedert, durch den rasanten Erfolg des neuen Kommunikationsmittels entstanden in großen Städten bald eigene Fernsprechämter. Die Reichspost richtete ab 1920 nach dem Vorbild Württembergs Telegraphenbauämter ein. Nach 1945 testete die Oberpostdirektion die Ausgliederung der Fernmeldedienste auf dem Lande aus den Postanstalten mittels Fernmeldebetriebsämter. Bei der Neuordnung der Ämter des Fernmeldewesens wurden alle Betriebsaufgaben zusammengefasst und alle Ämter erhielten 1952 die Bezeichnung Fernmeldeamt. Mit der Umwandlung der Deutschen Bundespost Telekom in Deutsche Telekom AG am 1. Januar 1995 erfolgte die Umbenennung der mittlerweile 121 bestehenden Fernmeldeämter in Niederlassungen (NL). In Städten mit mehreren Niederlassungen wurden diese wie vorher durch arabische Ziffern voneinander unterschieden.

    Aufgaben

    Ein Fernmeldeamt gliederte sich in sechs Aufgabenbereiche:

    Aufgabenbereich 1 – Verwaltung
    Aufgabenbereich 2 – Haushalt
    Aufgabenbereich 3 – Teilnehmerdienste
    Aufgabenbereich 4 – Fernsprechdienst (Hand) und Telegrammdienst
    Aufgabenbereich 5 – Vermittlungs- und Übertragungstechnik
    Aufgabenbereich 6 – Linientechnik

    Bei Bedarf wurden die Aufgabenbereiche 5 und 6 wegen des großen Umfangs unterteilt:

    Aufgabenbereich 5 A – Planung und Bauführung für Vermittlungs- und Übertragungstechnik
    Aufgabenbereich 5 B – Technischer Fernsprechbetrieb
    Aufgabenbereich 5 C – Technischer Telegrafenbetrieb
    Aufgabenbereich 5 D – Übertragungsbetrieb
    Aufgabenbereich 6 A – Planung und Bauführung für Linientechnik
    Aufgabenbereich 6 B – Fernmeldebau und Unterhaltung von Linien

    Aufbau

    Die Amtsleitung eines Fernmeldeamtes setzte sich aus dem Amtsvorsteher (AV) und den Abteilungsleitern (AbtL) zusammen. Der AV war für die ordnungsgemäße Ausführung aller dem Amt zugewiesene Aufgaben zuständig. Die AbtL leiteten selbständig den Dienst der ihnen unterstellten Abteilungen nach den gültigen Bestimmungen bzw. Richtlinien.

    Der Personalrat vertrat die Interessen des Personals auf der Ebene der Amtsleitung.

    Die verwaltungstechnischen Gliederungen eines Fernmeldeamtes waren

    Abteilungen (Abt)

    Aufgabe: Die Zusammenfassung eines oder mehrerer Aufgabenbereiche.
    Leitung: Abteilungsleiter (AbtL)

    Dienststellen (Dst)

    Aufgabe: Zuständig für Fachaufgaben innerhalb einer Abteilung.
    Leitung: Stellenvorsteher (StV)

    Kräftegruppe (KrGr)

    Aufgabe: Bezeichnung für Dienstkräfte mit der gleichen Einzelaufgabe innerhalb einer Dienststelle.
    Leitung: Oberaufsicht, Aufsicht

    Fernmeldebezirk (FBz)

    Aufgabe: Zusammengefasste Dienststelle für den Anmeldedienst, die Fernsprechentstörung, die Unterhaltung von Fernsprechvermittlungsstellen in weiter entfernten Bereichen des Amtsbezirkes. Abhängig vom FA.
    Leitung: Fernmeldebezirksleiter (FBzL)

    Fernmeldebaubezirke, Technische Baubezirke (FBBz, TBz)

    Aufgabe: Besondere Dienststellen, die nicht unbedingt ihren Sitz am Standort des FA hatten. Sie waren für fernmeldetechnische Arbeiten (FBBz) bzw. fernmeldetechnische Sonderaufgaben (TBz) zuständig. Dies umfasst z. B. Unterhaltung der Ortsnetze, Schaltungen in den Ortsnetzen, Bauvorhaben etc.
    Leitung: Bezirksbauführer (BzBf)

    FA 1 - WInterfeldstraße 28–30
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernamt_Berlin

    Das ehemalige Fernamt Berlin, postintern: Fernsprechamt W 57, in der Winterfeldtstraße 19/21/23 im Berliner Ortsteil Schöneberg ist ein gelistetes Baudenkmal. Der 1929 fertiggestellte Gebäudekomplex war von der Deutschen Reichspost als zentrale Handvermittlung für die Telefon-Fernverbindungen errichtet worden.

    Das Fernamt wurde Mitte 1958 zum Fernmeldeamt 1 Berlin und beherbergt heute u. a. die Telekom Innovation Arena mit Start-up-Unternehmen, die von der Deutschen Telekom gefördert werden.

    FA 2 - Europahaus
    https://de.wikipedia.org/wiki/Europahaus_(Berlin)

    Das Europahaus ist ein Bürogebäude im Berliner Ortsteil Kreuzberg, Stresemannstraße 92–94. Zusammen mit dem Nachbargebäude Deutschlandhaus wurde es von 1926 bis 1931 errichtet.
    ...
    Nach veränderter Wiederherstellung von 1959 bis 1966 bis nach der deutschen Wiedervereinigung war das Europahaus Standort des Fernmeldeamtes 2 Berlin (später: Fernmeldeamt 3 Berlin) der Deutschen Bundespost.

    Das Gebäude, das sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Anhalter Bahnhofs befindet, beherbergt unter anderem in vier Etagen die Hauptverwaltung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,[4] eine Kontaktstelle des Robert Koch-Instituts sowie die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost und die Geschäftsstelle des Bündnisses für Demokratie und Toleranz.

    FA 3 - Tucholskystraße
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsprechamt_Berlin_Nord
    Eigentlich gab es nie ein Fermeldeamt 3, aber es wird hier aufgrund ähnlicher Bezeichnungen so geführt.

    In der zweiten Etage befinden sich die Büros und die Dienstwohnung des Vorstehers, während im dritten Geschoss das Hauptfernsprechamt und das Stadtfernsprechamt 3, im Dachgeschoß die Fernsprechvermittlungs-Anstalt III untergebracht wurde. ... Ein zehnseitiger Kuppelunterbau mit eisernem Fernsprech-Abspanngerüst zur Aufnahme von 800 Fernsprech-Isolatoren ist dabei errichtet worden. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg der Bedarf an Telefonverbindungen für die schnell wachsende Hauptstadt des Deutschen Reiches drastisch an. So entstand in einer Rekordbauzeit von 1926 bis 1927 auf dem Gelände des ehemaligen Paketpostamt das für Berlin dringend benötigte Fernsprechamt Nord.
    ...
    Mit Ende des Krieges erfolgte die Wiederaufnahme des Betriebes durch Weisungen der Alliierten, hier die sowjetische Militäradministration. Ab April 1949 wurden sämtliche Verbindungen vom Fernamt der Westsektoren, also der Winterfeldtstraße, in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) unterbrochen. Gespräche von West-Berlin in die SBZ konnten nur noch über Ämter in Westdeutschland hergestellt werden. Ab Mai 1952 unterbrach die DDR-Post alle Fernsprechleitungen zwischen den Westsektoren und Ost-Berlin, sodass keine direkten Anrufe mehr vom West- in den Ostteil der Stadt möglich waren.

    FA 4 - Ringbanstraße, Tempelhof
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgeb%C3%A4ude_des_Reichspostzentralamts

    Reichspostzentralamt (Fernmeldeamt 4 Tempelhof)
    Das Gebäude steht in der Ringbahnstraße 130 südlich der Stadtautobahn A 100 zwischen Schöneberger Straße und Manteuffelstraße. Bis Ende August 2018 waren verschiedene Abteilungen der Deutschen Telekom AG in dem Gebäude untergebracht, danach wurde es beräumt und für die Unterbringung des Anti-Terror-Zentrums der Berliner Polizei umgebaut. ...

    Tempelhof Reichspostzentralamt Ringbahnstraße
    https://www.fotowiesel.de/berlin/2023-tempelhof-parks/DSC00619
    Tempelhof Reichspostzentralamt Ringbahnstraße
    https://www.fotowiesel.de/berlin/2023-tempelhof-parks/DSC00624
    Tempelhof Garde-Train-Bataillon Ringbahnstraße
    https://www.fotowiesel.de/berlin/2023-tempelhof-parks/DSC00627
    Tempelhof Lorenzweg Lorenz AG
    https://www.fotowiesel.de/berlin/2019-teltowkanal/PICT9032

    Lorenzweg mit dem Fabrikgebäude von 1918 der C. Lorenz AG von 1880.... Seit 1991 Gewerbehof.
    In einer Karte von 1994 als Fernmeldeamt 4 B.D. beschriftet.

    1990 - Umsetzer und Baken, WAS FUNKT WO UND WIE IN BERLIN AUF V H F – U H F – S H F
    https://www.dl0bn.de/chronik/Umsetzer.pdf

    Relaisfunkstelle DBØKK
    Die Relaisfunkstelle DBØKK ist Berlins jüngstes Relais. Es steht in Tempelhof im Fernmeldeamt 4 in der Ringbahnstraße. Dieses Relais arbeitet als AM-ATV-Umsetzer. AM wurde gewählt, weil durch die Nähe zum Flughafen reichlich Radarstörungen eingefangen werden. Diese machen sich in FM, wie es jetzt bei ATV der Trend ist, jedoch sehr störend bemerkbar. Steht auf der Eingabe eine bestimmte Zeit ein sauberes ATV-Signal, schaltet DBØKK den Relaisbetrieb ein und überträgt das Bild- und Tonsignal auf die Ausgabe (Ton natürlich in FM). Eine andere Betriebsvariante ist der Bakenbetrieb des Relaissenders. Auf dem 2-m-ATV-Komandokanal kann man durch Rufton das Testbild des Relais abfordern. So besteht die Möglichkeit, den eigenen Empfänger zu optimieren, denn bei 23 cm fängt die kritische Technik so langsam an. Der Standort des Relais ist zwar gut, doch könnten die Antennen bei dieser Frequenz etwas höher stehen oder besser sein, denn die kleinen Hügel, wie Insulaner und Marienhöhe, verursachen reichliche Abschattungen.

    B-RS 25/87 (26.06.1987)
    ATV-RELAIS
    Am 04.06. wurde von der LPD Berlin die Genehmigung für das Berliner ATV-Relais erteilt. Das Rufzeichen ist DBØKK, Standort ist die Tempelhofer Ringbahnstraße, JO62QL. Die Eingabe im 24-cm-Band ist 1.252,500 MHz in FM, die Ausgabe auf 1.285,000 MHz Bild und 1.290,500 MHz Ton in AM. Das Relais wurde von der Berliner ATV-Aktivgruppe errichtet. Verwendet und ausgebaut wird die vorhandene und leider nicht genehmigte ATV-Bake. Man hofft, noch in diesem Jahr den Versuchsbetrieb aufnehmen zu können.

    B-RS 34/89 (20.10.1989)
    ATV-RELAIS
    Seit Kurzem hat Berlin ein weiteres Relais. Es ist das 23-cm-ATV-Relais DBØKK. Der Standort ist in der Tempelhofer Ringbahnstraße. Die Eingabe ist 1.252,5 MHz in AM und die Ausgabe liegt bei 1.285,5 MHz ebenfalls in AM. Nähere Einzelheiten werden auf dem nächsten ATV-Treffen am Mitt-
    woch, dem 15.11., um 19:30 Uhr, im Jugendfreizeitheim Hessenring 47 in Berlin 42 bekannt gegeben.
    73 von Horst, DL7AKE, ATV-Referent

    B-RS 25/90 (29.06.1990)
    ATV-RELAIS
    Das ATV-Relais DBØKK ist für einige Wochen abgeschaltet. Die Anlage wird überarbeitet und nach den Sommer-Ferien wieder in Betrieb genommen. Einen schönen Urlaub wünscht Horst, DL7AKE, ATV-Referent

    B-RS 4/96 (25.01.1996)
    BERLINER ATV-RELAIS DBØKK
    Das erste Berliner ATV-Relais, DBØKK, das im
    Oktober 89, in Tempelhof in Betrieb ging, hat mit sei-
    nem Standortwechsel im März 93, folgende techni-
    schen Einzelheiten:
    Standort: Berlin-Lichtenberg, Weissenseer Weg 1,
    Locator JO62RM, ca. 80 m über Grund und 130 m
    über NN auf einem Hochhaus.
    Eingabe: 2.336,0 MHz Bild FM, Subträger Ton 6,5
    MHz; 434,25 MHz, Bild, auf 2 MHz reduzierte Band-
    breite, ohne Farbe und Ton. Die ursprünglich erste
    Eingabe, 1.252,5 MHz, wurde im Januar 96 aufge-
    geben.
    Ausgabe: 1.285,250 MHz Bild AM, 1.290,750 MHz
    Ton FM.
    Sendeleistung: Bildträger, Farbtestbild moduliert: 12
    W, Tonträger -11 dB abgesenkt.
    Sendeantenne: Hohlleiterschlitzstraher, rund, hori-
    zontal, +6 dB/D
    2. Ausgabe: 10,200 GHz, 5 W, Subträger Ton 1: 6,5
    MHz, Ton 2: 7,2 MHz; Hohlleitetschlitzantenne, rund, horizontal.
    Empfangsantenne: 13 cm: Hohlleiterschlitzantenne,
    rund, horizontal, besser +6 dB/D;
    70 cm: 5 El. Yagi, 6 dB, horizontal, West; 2 m: Win-
    keldipol, horizontal, Ost/West.
    Auftastung: Nur über Bildsignal, 5 Sekunden nach
    Auswertung der Synchronimpulse. Haltezeit nach
    Eingabe Ende, 10 Sekunden.
    Kennung: Am Anfang, am Ende und alle 10 Minuten
    während einer Sendung. Farbtestbild mit Lauftitel
    und F2-Tontastung für 10 Sekunden.
    Betriebsbereit: ganzjährig 24 Stunden.
    Optionen: Mit einem 2 Sekunden langen Ton von
    1.750 Hz auf der ATV-Anruffrequenz 144,750 MHz
    kann für 10 Minuten ein Farbtestbild aufgetastet
    werden. Diese Option ist sekundär. Wird während
    einer Testbildsendung eine der Eingaben aktiviert,
    hat diese sofort Vorrang. Die Bildeingaben sind
    gleichberechtigt.
    Verantwortlich: Horst Schurig, DL7AKE, 10779 Ber-
    lin-Schöneberg,......
    An dieser Stelle möchte Horst, DL7AKE, bei den
    Relaisbenutzern um Verständnis werben und sich
    gleichzeitig bei allen Verantwortlichen der 70-cm-
    Relaisfunkstellen im Bereich von 434-440 MHz, für
    die Abschaltung während der Wettbewerbe, im Namen aller ATVer recht herzlich bedanken. Leider
    wurde nicht immer und von allen abgeschaltet. In
    der Hoffnung, daß die Zusammenarbeit 96 wieder
    klappt.
    73 von Horst, DL7AKE, ATV Referent

    BERLIN-RUNDSPRUCH NR. 36/88 VOM 21.10.1988
    https://www.dl0bn.de/archiv/1988/d3688.htm

    VFDB BEZIRKSVERBAND Z20
    Am Dienstag, dem 25.10., um 17:00 Uhr, treffen sich die Mitglieder des VFDB. Treffpunkt ist das Fernmeldeamt 4, Raum F 25, Ringbahnstr. 130 in Berlin 42.
    73 von Gerhard, DL7ACG

    FA 5 - Berliner Straße 66, 13507 Berlin
    https://collectprime.com/item/fernmeldeamt-5-berlin-a-serie-folders-covers-user-guides-germany-feder

    Nordberliner Lauffreunde / Lauftreff Bernd Hübner - marathon-knackpunkts Webseite!
    https://marathon-knackpunkt.jimdofree.com/unsere-gruppe

    Den Berlin-Marathon gibt es seit 1974 - und seit mindestens 1982 auch unsere Helfer- und Helferinnen-Gruppe! So lange nämlich (bis 2013) hat mein Vorgänger im Amt als Teamleiter, Manfred Templin, diese Gruppe geleitet und organisiert. Sie bestand ursprünglich aus Mitgliedern des SCC-Lauftreffs sowie aus Kolleginnen und Kollegen vom ehemaligen Fernmeldeamt 5 , jeweils unterstützt durch fleißige Familienangehörige.

    FA 6 - Buchberger Straße oder Tucholskystraße?

    Bauakustik - KSZ Akustik Ingenieurbüro
    http://www.ksz-akustik.de/bauakustik

    Referenzen:
    ...
    Telecom, Fernmeldeamt 6 Berlin, Buchberger Straße...

    Brandenburg HELLERSDORF - Wo kann man Telefone mieten
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/325216.wo-kann-man-telefone-mieten.html

    20.09.1991 (ND). Im Zusammenhang mit der Zunahme der Telefonanschlüsse in Hellersdorf bietet das Fernmeldeamt 6 Berlin seinen alten und neuen Kunden die Gelegenheit, Telefonapparate in unmittelbarer Wohnnähe zu kaufen

    oder zu mieten. Dazu ist in der Wilhelm-Koenen-StraBe ’19 ein Telekom-Laden eingerichtet worden. Montags bis freitags ist dort von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Der provisorische Laden wird im November wieder geschlossen. Zusätzlich ist zeitweise das Telefonmobil am Standort Quedlinger Straße (nahe der Kaufhalle) eingesetzt.

    Postgewerkschaft für Stasi-Leute - Allein in Berlin sind 600 Stasi-Leute bei der Post untergekomen/ DPG gibt Rechtsschutz
    https://taz.de/!1734404

    2.2.1991...
    Im Fernmeldeamt 6 in der Berliner Tucholskystraße war per 31. Januar über 100 ehemaligen Stasi-Leuten die Kündigung ausgesprochen worden. „Bei uns brennt die Luft“, meinte der Vorsitzende des Personalrates, Klaus Korcz, angesichts der nun entstehenden Arbeitskräftesituation. Die Entlassenen hätten sich überwiegend engagiert eingearbeitet, und sie wären auch von ihren Kollegen im wesentlichen akzeptiert worden. Schließlich seien sie auch angesichts der vor allem in den letzten Wochen äußerst komplizierten Situation bei der Post zu jeder Überstunde bereit gewesen.

    Es sei auch nicht vorstellbar, so der Personalratschef, welche Schäden ein Heizer oder Pförtner, der früher beim MfS war, für den Postdienst anstellen könnte. Viel größer sei seiner Meinung nach jene Gefahr, die entstehe, wenn diese Leute ins totale Aus gedrängt würden. Der Personalrat habe den Kündigungen im Fernmeldeamt 6 in keinem Falle zugestimmt, sondern sie lediglich zur Kenntnis nehmen müssen.
    ...

    Samir Bouaissa - Fachgebietsleiter IT-Support und Smart City - Amt für Informationstechnik und Digitalisierung der Stadt Wuppertal
    https://de.linkedin.com/in/samir-bouaissa-b53a18180

    Telekom AG
    Feb 1993 - Feb 1993 1 month, Berlin Ost Fernmeldeamt 6

    System- und Messtechniker
    Schwerpunkte:
    Messung von DUWA-Leitungen in Vorbereitung auf die Digitalisierung der Vermittlungsstellen

    Auszubildender zum Kommunikationselektroniker
    Sep 1989 - Feb 1993 3 years 6 months, Wuppertal

    Zur Adresse des potentiellen Standorts Buchberger Straße in Lichtenberg wissen Kaupert und Berlingeschichte mehr.

    Kaupert - Buchberger Straße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Buchberger-Strasse-10365-Berlin

    Alte Namen: Eckertstraße (um 1900-1933)
    Name seit: 8.4.1933
    1975 wurde der Oberweg (früher Wiesenweg) in die Buchberger Straße einbezogen.

    https://berlingeschichte.de/strassen/bez17h/e23.htm

    Name ab um 1900
    Name bis 8.4.1933
    Namen
    (früher/später) Buchberger Straße (1933)
    Namens-
    erläuterung Eckert, Heinrich Ferdinand, * 7.2.1819 Schwiebus, † 9.12.1875 Berlin, Unternehmer.
    Er kam 1840 nach Berlin und arbeitete als Schlosser. Nach der Meisterprüfung gründete er 1846 in Berlin eine Schlosserwerkstatt und erwarb das Bürgerrecht. Aus ihr gingen die Eckertwerke (Landmaschinenfabrik H. F. Eckert) in der Frankfurter Straße hervor, die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Lichtenberg verlegt wurden. Er konzentrierte sich auf die Entwicklung und Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen und gehörte zu den Vätern des deutschen Pflugbaus. 1860 wandte er sich dem Wagenbau und dem Bau von Dampfmaschinen zu. Eckert gehörte zu den Pionieren der Berliner Maschinenbauindustrie. Sein Unternehmen beschäftigte bald mehr als 1000 Arbeiter, es produzierte 1903 in Lichtenberg alle Arten von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. 1871 wandelte er seine Fabrik in eine AG um, deren Generaldirektor er bis 1873 blieb.
    Der Name ergab sich daraus, daß an der Straße eine Fabrik, die Eckertwerke, lag.
    aktueller Name Buchberger Straße

    https://www.openstreetmap.org/way/188033360

    #Berlin
    #Mitte
    #Tucholskystraße
    #Schöneberg
    #Winterfeldstraße
    #Tempelhof
    #Ringbahnstraße
    #Lichtenberg
    #Buchberger_Straße

  • Tempelhof-Schöneberg: Diese umgestaltete Kreuzung wird bald eröffnet
    https://www.berliner-zeitung.de/news/tempelhof-schoeneberg-diese-umgestaltete-kreuzung-wird-bald-eroeffn

    We sich einen Eindruck von der Borniertheit und dem Fanatismus grüner Kleinbürger machen will, lese diese Meldung. Es geht um eine überflüsdige wenn nicht schädliche Baumaßnahme. Eine der übersichtlichsten Straßeneinmündungen, die viel Platzvfür alle Verkehrsteilnehmer bietet, so lange Ihr Kommentatorvdrnken kann, wird, ja was wohl, "modernisiert’.

    Der Kita auf der Ecke Belziger/Vorberg hätten ein paar Spielachen ider eine zusätzliche Erzieherstelle sicher mehr geholfen als eine verkehrliche „Baumaßnahme“.

    In Tempelhof-Schöneberg wird am Freitag, 6. Dezember, die offizielle Eröffnung der modernisierten Kreuzung Belziger Straße/Vorbergstraße mit der Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) gefeiert. Die Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr. Treffpunkt ist die Kreuzung der beiden Straßen, die durch umfassende Bauarbeiten von August bis November neu gestaltet wurde.

    Das Projekt umfasste breitere Gehwege und verbesserte Sichtbeziehungen. Diese Maßnahmen wurden über zwei Bauabschnitte hinweg realisiert. Interessierte können sich vor Ort ein Bild von den Neuerungen zu machen und Fragen direkt an die Verantwortlichen zu richten.

    Quelle: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

    Bei der Erstellung des Artikels wurden KI-Technologien eingesetzt.

    #Berlin #Schöneberg #Belziger_Straße #Vorbergstraße #Verkehr #wtf

  • Wir ziehen um! Neuer Unternehmenssitz ab 2027
    https://www.kieback-peter.com/de/news/neuer-unternehmenssitz-ab-2027


    Friedenauer Visualisierung: Neuer Unternehmenssitz von Kieback&Peter am Innsbrucker Platz © bloomimages

    Der Wahnsinn geht weiter, auch in #Neu-Friedenau. Es ist ja schön, wenn viele Menschen gemeinsam lenen und arbeiten, aber Mountain View ist dann doch was anderes. Das ganze Neu-Friedenauer Bauprojekt ist nur möglich hewirden, weil der DB-Kinzern den alten Güterbahnhof an der Ringbahn an einen Immobilienentwickler verkauft hat,. Besser der Taatskonzern hätte im öffentlichen Interesse gehandelt und das Gelände zum Transport-Hub für emissionsfreie Lieferungen entwickelt.

    So, wie es nun aussieht, werden LKW und Lieferfahrzeuge weiterhin die Stadt verstänkern und verstopfen, ein verkehrs- und umweltpolitischer Umbau Berlins unterbleibt.

    Dafür gibt es Verdichtung und langweiligen Beton. Schickes Markeftng-Gedöns, das auf althergebracht macht, mit dem Begriff „Friefenaier Höhe“, oder auf englisch-futuristisch mit „The Friedenauer“ spröden Sixties-Raumpatrouille-Orion versprüht, das braucht im Grunde keiner.

    Wobei, ein paar haben sich die Tadchen und die Konten vollgemacht und sind noch reicher geworden. So it goes.

    30.9.2024 -2027 beziehen wir einen neuen Unternehmenssitz am Innsbrucker Platz, der klimaneutral betrieben wird. Der moderne Bürokomplex, entwickelt von der OFB Projektentwicklung, integriert unsere innovative Gebäudeautomation und -technologie und ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Dieser neue Firmensitz vereint die bisherigen Standorte in Berlin und ergänzt unsere 30 Niederlassungen in Deutschland sowie unsere internationalen Tochterunternehmen.

    Ein moderner, repräsentativer Standort
    Friedenauer Visualisierung aus der Vogelperspektive ǀ © bloomimages

    Unser neuer Firmensitz am Innsbrucker Platz ist ein beeindruckendes Beispiel für moderne Architektur und fortschrittliche Gebäudeautomation und -technologie.

    Mit dem Einzug in „The FRIEDENAUER“, welcher von der OFB Projektentwicklung entwickelt wurde, beziehen wir rund ein Drittel der Gesamtmietfläche und bündeln damit unseren neuen Unternehmenssitz an diesem Standort.

    Die Gesamtfläche von etwa 7.000 m² bietet ausreichend Raum für alle Unternehmens-bereiche, die bisher auf die Jahnstraße und den Tempelhofer Weg verteilt waren.

    Nachhaltigkeit und moderne Arbeitswelten
    Friedenauer Visualisierung Dachterrasse ǀ © bloomimages

    Der neue Standort besticht durch seine zentrale Lage und hervorragende Verkehrsanbindung. Der öffentliche Nahverkehr, der ICE-Bahnhof Südkreuz und die Autobahn A100 sorgen für optimale Erreichbarkeit. Diverse Mobilitätsangebote wie Flinkster, Stadtmobil, Share Now und Miles stehen zur Verfügung.
    Vielfältig mit Wohlfühlatmosphäre

    https://www.kieback-peter.com/fileadmin/_processed_/2/a/cs Friedenauer_Gruenanlage_OFB_KiebackundPeter_aec4d3b61a.jpg
    _Friedenauer Visualisierung Seitenansicht ǀ © bloomimages

    Neben innovativer Technik bietet das neue Gebäude ein Mitarbeiterrestaurant, Parkplätze und Outdoorfitnessflächen. Großzügige Grünflächen und moderne Lounge-Bereiche im Inneren fördern zudem eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

    Zur Entspannung und Erholung tragen die nahe gelegenen Parkanlagen bei, die die Möglichkeit bieten, in der Natur abzuschalten und neue Energie zu tanken.

    Der neue Standort ist nicht nur repräsentativ und attraktiv, sondern auch ein Schaufenster unserer nachhaltigen Gebäudeautomation und -technologie, die in diesem Bürogebäude vollständig integriert sein wird. Durch den klimaneutralen Betrieb des Gebäudes tragen wir aktiv zum Klimaschutz und unserer Zielerreichung, als Unternehmen klimaneutral zu werden, bei.

    Und so sieht die BLz den Zuzug.

    www.berliner-zeitung.de
    Innsbrucker Platz in Friedenau: Bau von Bürokomplex beginnt 2025
    https://www.berliner-zeitung.de/news/innsbrucker-platz-friedenau-bau-von-buerokomplex-the-friedenauer-be

    2.10.2024 BLZ - In Tempelhof-Schöneberg entsteht auf einem 8700 Quadratmeter großen Grundstück ein Gewerbekomplex. Er soll das östliche Eingangsportal des Quartiers Friedenauer Höhe bilden.

    Ab 2025 wird der Gewerbekomplex „The Friedenauer“ als neues östliches Eingangsportal des derzeit entstehenden Quartiers „Friedenauer Höhe“ am Innsbrucker Platz in Tempelhof-Schöneberg errichtet. Dies berichtet Entwicklungsstadt Berlin. Der Bau soll demnach bis 2027 abgeschlossen sein und insgesamt rund 29.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Umgesetzt wird das Vorhaben vom Unternehmen OFB Projektentwicklung, welches am Bau des gesamten Quartiers beteiligt ist.

    Die Friedenauer Höhe in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Innsbrucker Platz soll das Gebiet infrastrukturell stärken. Auf dem Gelände sollen zudem 1350 Wohnungen entstehen, wovon 238 als sozial geförderte Mietwohnungen durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge bereitgestellt werden.

    Das Bürogebäude wird auf einem 8700 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Die Mietflächen werden sich auf sieben bis elf Etagen verteilen und flexible Optionen für Büro-, Einzelhandels- und Gastronomienutzungen bieten. Das Erdgeschoss des Gebäudes soll Versorgungsangebote für die zukünftigen Bewohner des Quartiers enthalten. Insgesamt 29.000 Quadratmeter Nutzfläche sollen in dem neuen Bürokomplex zur Verfügung stehen.

    Dem Bericht zufolge wird das Unternehmen Kieback&Peter, spezialisiert auf Gebäudeautomation, als Ankermieter im „The Friedenauer“ etwa 7000 Quadratmeter beziehen und seine Unternehmenszentrale nach Tempelhof-Schöneberg verlegen.

    Quelle: Entwicklungsstadt Berlin

    Bei der Erstellung des Artikels wurden KI-Technologien eingesetzt.

    #Berlin #Schöneberg #Haupstraße #Immobilien #Industrie #Stadtentwicklumg

  • Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg: So soll er umgestaltet werden
    https://www.berliner-zeitung.de/news/umbau-des-barbarossaplatzes-beschlossen-li.2259223


    Seit Dienstag steht fest, wie der Barbarossaplatz umgestaltet werden soll.Benjamin Pritzkuleit / Berliner Zeitung

    Der Wahnsinn geht weiter. Die Barbarossastraße wird am Platz gleichen Namens unterbrochen. Sie hört damit auf, Ost-West-Verbindung vom Bayrischen Viertel (Bamberger/Aschaffenburger) zur Goltz- und Gleditschstraße zu sein. Der kleinteilige Politkompromiss zerstörd zwecks Verkehrsberuhigung historische und immer noch sinnvolle Stadtstrukturen und -verbindungen, anstelle einfach den PKW-Verkehr ganz aus der Innenstadt zu verbannen.

    1.10.2024 von Eva Maria Braungart - Um die Gestaltung des Platzes gab es viel Unmut. Nun hat die Bezirksverordnetenversammlung sich für einen Vorschlag entschieden.

    Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Tempelhof-Schöneberg hat den Umbau des Barbarossaplatzes beschlossen. Dafür wurde die Variante 1 der Machbarkeitsstudie von Juni 2024 angenommen, wie das Bezirksamt mitteilte.

    Unterstützt durch einen gemeinsamen Änderungsantrag von SPD und CDU, soll das Vorhaben sicherstellen, dass die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden. Die Variante 1 sieht vor, dass die südöstliche Straßenverkehrsfläche dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten wird. Dadurch wird die Platzfläche vor der Schule erweitert und ein Übergang zum Alice-Salomon-Park gewährleistet. Andere Vorschläge sahen eine Ausweitung des Bereichs für den Fuß- und Radverkehr vor.

    Streit um Gestaltung des Barbarossaplatzes

    Im September demonstrierten Bürger für einen autofreien Barbarossaplatz. Aus 1030 Quadratmeter Grünfläche sollten 3300 werden. Bisher sind 85 Prozent der Fläche auf dem Barbarossaplatz versiegelt. Der Vorschlag von Saskia Ellenbeck, Stadträtin für Straßen im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Grünfläche massiv zu erweitern, wurde nicht angenommen. Diese Variante sei „nicht zielführend“, so der Ausschuss für Straßen und Verkehr. Stattdessen soll das Bezirksamt eine andere umsetzen, die vorsieht, dass die Ost- und Südseite des Barbarossaplatzes für Kraftfahrzeuge geöffnet bleibt. Allerdings hatte Ellenbecks Vorschlag von den Bürgern den meisten Zuspruch erhalten. Nun gibt es einen Kompromiss.

    Zusätzlich zu den bereits festgelegten Maßnahmen werden folgende Anpassungen in die laufende Planung integriert: Der fließende Verkehr auf der Eisenacher Straße bleibt in beiden Richtungen erhalten, und es wird auf den Einsatz eines Modalfilters verzichtet. Der separate Radweg wird ausschließlich auf den Barbarossaplatz beschränkt und nicht bis zur Eisenacher Straße ausgeweitet. Der Verlust von PKW-Stellplätzen rund um den Barbarossaplatz wird auf ein Minimum reduziert.

    #Berlin #Schöneberg #Barbarossaplatz #Barbarossastraße #Eisenacher_Straße #Schwäbische_Straße

  • Der Falkplan, Schöneberg und Tempelhof
    https://www.falk.de/stadtplan?mz=13&mp=52.47351_13.38157&ms=falkRaster

    Falk (Verlag)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Falk_(Verlag)

    Der Falk-Verlag war ein auf Stadtpläne und Landkarten spezialisierter Verlag. Er wurde im Herbst 1945 von Gerhard Falk in Hamburg gegründet und war bis 1996 in Familienbesitz. Nach dem Verkauf an den Bertelsmann-Konzern gab dieser den Falk-Verlag 1998 an die MairDumont-Gruppe. Das Unternehmen wurde zum 30. August 2012 Teil von MairDumont.
    ...
    Die Legende besagt, dass Gerhard Falk versuchte, sich 1945 im zerstörten Hamburg zurechtzufinden und sich dabei über einen unhandlichen Stadtplan der Großstadt ärgerte. Dabei kamen ihm zwei Ideen, die zu einem völlig neuartigen Produkt führten:

    Die parabolische Projektion (sog. Hyperboloid-Projektion) erlaubte es, innerhalb des Stadtplans gleitend den Maßstab zu ändern. Die im Zentrum liegende Innenstadt mit ihren engen Straßen wurde hierbei größer dargestellt als die Randbezirke. In der Nachkriegszeit war es äußerst schwierig, Papier zum Bedrucken zu organisieren. Diese Projektion half, Papier zu sparen, da nur ein kleineres Format bedruckt werden musste.

    Eine für Falk 1948 patentierte Falttechnik erlaubte es dem Benutzer, sich in dem Plan zurechtzufinden, ohne diesen komplett zu entfalten. Obwohl der Plan immer noch auf einem einzigen Blatt gedruckt ist, kann man damit in alle Richtungen blättern. Die Falk-Pläne wurden bis in die 1990er Jahre manuell von Heimarbeitern gefaltet, erst seit den 1990er Jahren wurden Automaten zur maschinellen Faltung der gängigsten Größen eingesetzt. Entwickelt wurde die Maschine von Alfred Vogtländer; sie war ebenfalls durch Patent geschützt

    Dank dieser Neuerungen, aber auch dank einer durchdachten Marketing-Strategie (so wurde zum Beispiel stets der Begriff Falkplan verwendet, um den Stadtplan untrennbar mit dem Firmennamen zu verknüpfen) wuchs der Verlag schnell und stieg zum führenden Stadtplanproduzenten Europas auf, der Karten der größten Städte Deutschlands, aber auch der wichtigsten Hauptstädte Europas und von New York, Rio de Janeiro u. a. im Programm hatte.

    Wie schön, man kann hier zwischen verschiedenen Kartenansichten umschalten.

    Openstreetmap

    Falk Originalkarte

    Satellit mit Beschriftung

    Standardkarte

    #Berlin #Schöneberg #Tempelhof #Kartografie

  • Aktenfund: Hildegard Knef und ihre Liaison mit dem Nazi
    https://www.welt.de/geschichte/article117628537/Hildegard-Knef-und-ihre-Liaison-mit-dem-Nazi.html

    2.7.2013 von Susanne Leinemann - Schon ihre Lehrerin bescheinigte der Filmdiva Hilde Knef „Vergesslichkeit“. 1945 hatte sie eine Affäre mit einem Goebbels-Freund, den sie nie wieder gesehen haben will. Die Quellen lassen Zweifel zu.

    „H. muss ihre Vergesslichkeit ablegen“ – dieser Satz steht in Sütterlin 1938 unter einem Zeugnis der Städtischen Mittelschule Berlin-Schöneberg. „H.“ steht für Hilde, für unsere Hilde, die Knef. Geschrieben hat das ihre Klassenlehrerin, Fräulein Weise. An sie kann sich die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef später noch sehr genau erinnern: „Sie trug Rosa, Rosa zu allen Jahreszeiten, und aus diesem Rosa quoll ein weißer, fettiger Fischkopf wie das weiße Fleisch aus einem gekochten Hummer“, schreibt sie lange danach in ihrer Autobiografie „Der geschenkte Gaul“.

    Die Knef hasst die Weise. Schon als 13-Jährige ist das so. Die Lehrerin ist eine NSDAP-Parteigängerin erster Güte, Lehrerin und Schülerin führen einen zähen Kleinkrieg, oft geht es um nordische Rassemerkmale, während Mitschülerinnen leise, aber für immer aus der Klasse verschwinden. Abgeholt? Erzwungener Schulwechsel? Im letzten Moment emigriert? Man weiß es nicht so genau.

    Doch trotz dieser tiefen Feindschaft der beiden – Fräulein Weise liebt es, ihre Schülerin Knef zu quälen – trifft die Klassenlehrerin mit ihrem kurzen handgeschriebenen Satz im Zeugnis eine Wahrheit über die Knef. Die „Vergesslichkeit“ macht den Charakter des späteren Weltstars aus. Niemand kann so schön unschöne Dinge vergessen, unangenehme Erinnerungen verdrängen und stattdessen Geschichten erzählen, viel bessere, viel interessantere, viel wildere. Oft auch unpolitischere.

    Da ist die Affäre mit dem Chef von Tobis-Film, Ewald von Demandowsky. Hildegard ist 19, mitten im Krieg macht sie eine Ausbildung zur Schauspielerin bei der UFA. Demandowsky ist fast zwei Jahrzehnte älter als sie, überdies mit einer Schauspielerin verheiratet und Familienvater – und doch ein kriegsbedingter Junggeselle in seiner leeren Villa in Dahlem. Seine Frau ist mit den Kindern vor der Front aus Berlin geflohen. Vor allem aber ist Demandowsky ein großes Rad in der NS-Propagandamaschine, eng vertraut mit Goebbels, verantwortlich etwa für den Pro-Euthanasie-Propagandafilm „Ich klage an“.
    Ihre Angstfreiheit beeindruckte die Dietrich

    Hildegard Knef ist nicht dumm, im Gegenteil. „Sie hatte eine innere Kraft, außerdem war sie klug, was man nicht von allen Schauspielerinnen sagen kann“, schreibt Marlene Dietrich über sie, die beiden Frauen lernten sich nach dem Krieg in Hollywood kennen und erkannten schnell ihre Ähnlichkeit. Die Knef – die Dietrich. Die Angstfreiheit der jüngeren Hildegard Knef beeindruckte die ältere Marlene Dietrich. „Ich bewunderte das. Ich bewunderte vieles andere an ihr. Nicht nur die Schönheit, denn schön waren wir alle.“

    Und weil das so ist, hat Hildegard Knef ihren Liebhaber, den hohen NS-Funktionär, nie ganz verleugnet. Denn es war eine große, heftige, kurze Liebe. Er fährt sie auf dem Fahrrad morgens durch das zerbombte Berlin, Hildekind auf dem Gepäckträger. Sie weiß, wer er ist. Sie sieht seine goldene Parteinadel, hadert damit, hadert mit seinem Glauben an die Herrenrasse. Und verfällt dem Mann doch.

    „Ewald von Demandowsky ist kein Gleichgültiger, kein Mitläufer. Er ist ein Ehrgeiziger, ein Fähiger, ein Beweglicher, der Wurzeln braucht, Wurzeln findet.“ So souverän wirkt er auf die 19-Jährige, so belesen, so erfahren, so klug. Und doch ist die junge Knef lebensklüger. „An Niederlage sei nicht zu denken. Der Führer lässt uns nicht im Stich. Sagt er.“ Die Knef glaubt nicht an den Endsieg. Wer tat das denn noch 1945? Nur vollends Verblendete.

    Wo aber findet sich die Vergesslichkeit, die ihre Lehrerin ihr im Zeugnis bescheinigt? In ihrer offiziellen Erinnerung nimmt Hildegard Knef von ihrem NS-Liebhaber Abschied, als sie gemeinsam in russische Kriegsgefangenschaft geraten – ein kleines Lager bei Berlin – und sie fliehen kann. Danach habe sie ihn nie wieder gesehen. So hat sie es später in Interviews gesagt, so steht es in ihrer Autobiografie. Eine tolle Geschichte!

    Auf der Suche nach alten Freunden

    Doch zwei ihrer drei Ehemänner wissen, die Wahrheit war anders: Sie traf Demandowsky noch mehrmals unmittelbar nach Kriegsende. Zwei oder sogar drei Mal, sehr kurze Treffen waren das, eines davon wohl zufällig in der U-Bahn. Oder nicht ganz zufällig? Der Mann rannte durch Berlin auf der Suche nach alten Freunden, die ihm helfen konnten. Hat er sie gesucht? Hat sie später ihn gesucht? Wir werden es nie erfahren. Die Wahrheit kennt nur Hildegard Knef.

    Im Oktober 1946 wurde Demandowsky von den Russen hingerichtet, nachdem ihn zuvor die Amerikaner verhaftet hatten. Eine Geschichte aus Nachkriegs-Berlin – von Schuld, Verstrickung und Scham. Eine Geschichte, die das Film-Gesicht des neuen demokratischen Deutschlands, denn nicht weniger war Hildegard Knef, die ihren ersten großen Erfolg mit dem Film „Die Mörder sind unter uns“ feierte, nicht brauchen konnte. Denn der Mörder war auch in ihrem Bett gewesen. Demandowsky nach dem Krieg nochmal gesehen? Ach, diese Vergesslichkeit!

    Es ist leicht, das im Nachhinein anzuprangern. Aber man kann getrost sagen, die Abneigung der Knef gegen die Nazis war stark und kaum gespielt. Die dicke Parteilehrerin mit dem Hummergesicht hat sie wirklich gehasst. Ihre Schulnoten blieben über die NS-Jahre durchschnittlich. Viel „genügend“, manchmal „gut“, ein „sehr gut“ sucht man in den Zeugnissen vergebens. „Biologie mit Erblehre“, paramilitärische „Leibesübungen“ und im Fach „Nadelarbeit“ Sockenstricken für die Wehrmacht in Russland – Hilde mochte das alles nicht. „Verdummungsjahre“ nennt sie im Rückblick ihre Schulzeit.

    Den Zeugnissen merkt man es an. Ihr Betragen sei „nicht gleichmäßig gut“, beschwert sich Klassenlehrerin Weise im Winter 1937/38 unterm Zeugnis. Die Knef mit ihrer eigenartigen tiefen Stimme und der eigenwilligen Sprache ist von Natur aus renitent. Mit 15 Jahren verlässt sie die Schule und geht zur UFA. Das muss um 1941 gewesen sein. Die letzten Zeugnisse allerdings fehlen in ihrer Schulmappe, die sind nie im Archiv angekommen – einfach weg. Hoppla, diese Vergesslichkeit.

    Dank an das Archiv der Deutschen Kinemathek in Berlin und an den Dokumentarfilm „Knef. Die frühen Jahre.“

    OSM Hildegard-Knef-Platz Berlin Schöneberg
    https://www.openstreetmap.org/way/623021625

    OSM Hildegard-Knef-Platz Ulm
    https://www.openstreetmap.org/way/111087579

    #Berlin #Schöneberg #Hildegard-Knef-Platz #Geschichte #Nazis #Film

  • Karte von Gross-Berlin 1917 - Bebauung
    https://digital.zlb.de/viewer/image/15453186/1


    La repartition des terrains berlinois bâtis et á développer avec le nombre d’étages des maisons.


    Légende


    Banlieues de Friedenau, Schöneberg et Tempelhof

    Title: Karte von Gross-Berlin
    Publication: Berlin: Greve, 1917
    Language: German
    Digitization: Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2011
    Scope: 1 Kt.
    Scale: 1:25 000
    Keywords: Berlin ; Bebauungsplan ; Karte
    URN: urn:nbn:de:kobv:109-opus-104104
    Collection: Berlin Plans and Maps
    Location: Zentral- und Landesbibliothek Berlin
    Shelfmark: B 54/1917/1
    Copyright: Public Domain
    Accessibility: Free Access

    PDF full size
    https://digital.zlb.de/viewer/api/v1/records/15453186/pdf/?usePdfSource=false

    #Berlin #géographie #cartes #urbanisation #1917 #Friedenau #Schöneberg #Tempelhof

  • Barbarossaplatz in Schöneberg autofrei: Deshalb sollen fünf Berliner Straßen Sackgassen werden
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/der-barbarossaplatz-in-berlin-schoeneberg-wird-autofrei-deshalb-sol


    Noch dürfen Autos auf dem Barbarossaplatz in Berlin parken, und auch die Durchfahrt ist möglich Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

    B7.7.2024 von Peter Neumann - Kein Platz für Autos, dafür mehr Raum für Fußgänger: Das plant das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Die CDU wirft ihm „Anti- Auto-Ideologie“ vor.

    Noch dürfen Autos auf dem Barbarossaplatz in Berlin parken, und auch die Durchfahrt ist möglich. Doch das soll sich ändern: Der schmucke Platz in bester Schöneberger Wohnlage soll komplett autofrei werden, die einmündenden Straßen verwandeln sich in Sackgassen. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg will mehr Platz für Fußgänger schaffen und Flächen entsiegeln. Doch die CDU lehnt das Projekt ab. Nun treffen die Kritiker und Befürworter aufeinander – im Ausschuss für Straßen und Verkehr.

    Es ist ein Streit, wie es ihn auch anderswo in Berlin gibt. Autostellplätze verschwinden, Fahrbahnen sollen verengt oder für Kraftfahrzeuge gesperrt werden. Die frei werdenden Flächen werden für Fußgänger geöffnet, Sitzbänke und Blumenkübel aufgestellt. Auch Radfahrer bekommen meist mehr Raum. Wo Politikerinnen und Politiker von den Grünen im Bezirksamt für die Straßen zuständig sind, gibt es solche Projekte – und fast immer führen sie zu Konflikten. Denn was Befürworter als stadt- und klimapolitisch richtig bewerten, empfinden Autonutzer als eine weitere Erschwernis ihres Alltags.

    Viel Asphalt und Pflaster: 85 Prozent der Platzfläche sind versiegelt

    Nun also der Barbarossaplatz im Westen von Berlin: Er entstand von 1882 bis 1899, als rundherum großbürgerliche Häuser gebaut wurden. 1903 benannte ihn die damals noch selbstständige Stadt Schöneberg nach dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa steht für Rotbart. Der Schmuckplatz wurde 1906 fertiggestellt – mit einem achteckigen Brunnen in der Mitte, der nach den Bronzefiguren am Rande Kinderbrunnen genannt wurde. Am Barbarossaplatz wurde damals nicht nur gewohnt. So gab es 1910 auch eine Apotheke, zwei Buchhandlungen sowie ein Kaffee- und ein Buttergeschäft.

    Heute ist der Platz nicht mehr zukunftsfähig, sagt Saskia Ellenbeck, Stadträtin für Straßen im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Die Erderhitzung führt dazu, dass in den kommenden Jahren häufiger mit Extremwetterlagen zu rechnen ist – mit großer Hitze, aber auch Starkregen. Darauf sei die Anlage nicht vorbereitet, so die Grünen-Politikerin. Das meiste Regenwasser fließt ab und kommt nicht den Bäumen zugute, sondern wird in die Kanalisation abgeleitet. Autos versperren den Zugang. „Bisher sind 85 Prozent versiegelt und die Platzinnenfläche mit dem denkmalgeschützten Brunnen nicht gut zugänglich“, sagte Ellenbeck. Das soll sich vom kommenden Jahr an ändern.
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    Einer der schönsten Plätze im Westen von Berlin: der Barbarossaplatz in Schöneberg. Im Gebäude im Hintergrund logiert die Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg.Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

    „Wir wollen einen großen Bereich entsiegeln und für den Fuß- sowie den Radverkehr sichere Wege und ansprechende Aufenthaltsflächen schaffen“, kündigte Ellenbeck an. „Mit einem landschaftsplanerischen Wettbewerb wollen wir nun die kreativen Entwürfe der Landschaftsplaner einholen und werden dann ab 2025/26 in die Umsetzung gehen können.“ 2,7 Millionen Euro stehen bereit. „Der Barbarossaplatz ist unser großes Modellvorhaben für den Fußverkehr. Mit der großartigen Förderung durch den Bund können wir ihn – trotz schwieriger Haushaltslage – in den nächsten drei Jahren klimaresilient und zukunftsfähig umgestalten.“ 2027 soll alles fertig sein.

    Unterschiedliche Zustimmungsraten – zwischen 46 und 85 Prozent

    „Ich freue mich, dass die umfangreiche Bürgerbeteiligung ein deutliches Votum für eine Verkehrsberuhigung des gesamten Platzes ergeben hat“, sagte die Stadträtin. Am 21. März fand eine Veranstaltung statt, auf der Internetseite mein.berlin konnten sich Bürger vom 22. März bis 14. April äußern. 375 Menschen nahmen teil. Außerdem holte das Bezirksamt Stellungnahmen von 27 Trägern öffentlicher Belange ein, etwa der Polizei oder der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Auch der Fußrat, die Volkshochschule und die Grundschule am Barbarossaplatz wurden im März gefragt.

    Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erarbeitete ein Planungsbüro drei Varianten für die künftige Gestaltung, die den Bürgern vorgelegt wurden. Dass alles so bleibt, wie es ist, stand nicht zur Wahl. Die Varianten 1 und 2 sehen Teilsperrungen des Platzes vor: im Osten und Süden oder im Westen. Doch die Variante 3 bekam den größten Zuspruch. Danach sollen auf dem Barbarossaplatz keine Kraftfahrzeuge mehr zugelassen werden – weder abgestellt noch fahrend. An allen fünf Straßeneinmündungen sollen „Modalfilter“ (Poller) dafür sorgen, dass nur noch Radfahrer passieren können. Pflaster soll zum Teil entfernt werden, damit Regenwasser versickern kann – zum Beispiel in Mulden.

    Während der öffentlichen Beteiligungsveranstaltung im März, an der rund hundert Menschen teilnahmen, wurden drei Gruppen gebildet. Dort sprachen sich zwischen 46 und 85 Prozent für die Variante 3 aus, so das Bezirksamt. In der Grundschule erreichte die Zustimmungsrate 85 Prozent, in der Volkshochschule 60 Prozent. Bei mein.berlin war die Quote geringer: 51 Prozent. „Zum einen gab es viel Zuspruch zur Umgestaltung, zum anderen wurde diese stark abgelehnt und kritisiert“, hieß es.


    Ein Schild am Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg. Dieses Verkehrszeichen wird wieder abgebaut. Künftig sollen alle Zufahrten Sackgassen werden – für immer.Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

    CDU kritisiert geplante Sackgassen und befürchtet mehr Parksuchverkehr

    Auch die Christdemokraten in Tempelhof-Schönberg äußern Kritik. Das Vorhaben des Bezirks sei eine „Fehlplanung“, sagte Ralf Olschewski, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, der Berliner Zeitung. „Mit dem Sackgassenmodell am Barbarossaplatz und der Sperrung der Eisenacher Straße wird insbesondere beim Lieferverkehr und der BSR zusätzlicher und lauter Wendeverkehr im Kiez geschaffen.“ Weil viele Autostellplätze wegfielen, werde der Parksuchverkehr deutlich zunehmen, befürchtet die CDU. Laut Bezirksamt gibt es im gesamten Kiez 1.028 Parkplätze. Bei einer Begehung am Vormittag waren 75 Prozent besetzt, am Nachmittag 69 Prozent.

    Der Entwurf scheine von einer „Anti-Auto-Ideologie“ gesteuert zu sein, so der Bezirksverordnete. „Wir reden bisher nur über Verkehrsfragen und nicht über Grüngestaltung.“ Sowohl der Brunnen als auch das Schulgebäude stehen unter Denkmalschutz. In der Denkmalliste wird der Barbarossaplatz als straßenumsäumter Schmuckplatz bezeichnet. „Dies wird durch das Bezirksamt völlig ignoriert“, gab Olschewski zu bedenken. Die Funktion als straßenumsäumter Platz falle weg – „was mindestens Zweifel bei der Vereinbarkeit mit dem Denkmalschutz aufwirft“.

    Damit nicht genug: „Der Beteiligungsprozess berücksichtigt die Anwohnerinteressen mangelhaft und die Interessen der Gewerbetreibenden nahezu überhaupt nicht“, bemängelte der CDU-Fraktionsvize. Die Bürgerveranstaltung fand in einem viel zu kleinen Raum in der Grundschule statt. „Eine solche Veranstaltung hinterlässt eher den Eindruck der Abschreckung als der Willkommenskultur“, so Olschewski. Derzeit führe die CDU im Barbarossakiez eine Umfrage zum Platzumbau durch. „Wir haben nach rund zehn Tagen mehr als 200 Rückläufe bekommen“, berichtete er. Rund zwei Drittel der Teilnehmer hätten die Planung des Bezirks abgelehnt, ein Drittel habe sie befürwortet.
    Ausschuss berät im Rathaus Schöneberg über den Barbarossaplatz

    Die Forderung der CDU-Fraktion: Das Bezirksamt dürfe erst Verträge zur Umgestaltung des Barbarossaplatzes abschließen, nachdem die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über die geplanten Maßnahmen informiert wurde. Es müsse sich mit den Anwohnern rückkoppeln. So steht es in einem Antrag ans Bezirksparlament, über den der Ausschuss für Straßen und Verkehr am 11. Juli berät. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Rathaus Schöneberg. Es dürfte spannend werden – und kontrovers.

    Stadträtin Ellenbeck bleibt zuversichtlich. „Ich hoffe, dass die BVV im Verkehrsausschuss den Ergebnissen aus der Bürgerbeteiligung folgt und wir bei diesem wichtigen Projekt mit großen Schritten vorankommen“, sagte die Bezirkspolitikerin.

    #Berlin #Schöneberg #Barbarossaplatz #Verkehr #Kiezblock

  • Schimmel, Ratten, gefangen im Kredit: Bauträger in Berlin treibt Wohnungskäufer in Verzweiflung
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/schimmel-ratten-gefangen-im-kredit-bautraeger-in-berlin-treibt-wohn


    Lisa Hohneck schaute fünf Jahre lang durch ihr Fenster auf ein Baugerüst. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    20.5.2024 von Niklas Liebetrau - Immobilienkäufer in Berlin stehen vor dem Ruin, weil sie einer Firma vertrauten, die Häuser nicht fertigstellt: Hedera Bauwert. Deren Chef ist in der Stadt kein Unbekannter.

    Manchmal, wenn ihr alles zu viel wird, stellt sich Lisa Hohneck vor, wie sich plötzlich ein Riss im Boden auftut und ihr Haus darin untergeht. Ihre Wohnung in Berlin-Friedrichshain, die sie sich vor sechs Jahren kaufte, würde dann verschwinden. Und mit ihr all der Ärger: die Feuchtigkeit, die durch die Schlafzimmerwände kriecht, die Obdachlosen, die in den Hausfluren und Kellerräumen hausen. All das wäre weg, und für einen Moment denkt sie, dann hätte sie endlich Ruhe.

    Dann fällt ihr ein, dass zwar die Wohnung weg wäre – nicht aber der Kredit. „Finanziell wäre das mein Ruin“, sagt sie.

    Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Lisa Hohneck, eine 33-jährige IT-Projektmanagerin aus der Nähe von Trier, hatte sich gleich nach dem Master und frisch im ersten Job entschieden, eine Eigentumswohnung in Berlin zu kaufen. Ihr bester Freund hatte ihr dazu geraten, auch er wollte in der Stadt, in der sie jetzt lebten, etwas erwerben. Besser einen Kredit abbezahlen, sagte er, als sein Leben lang zur Miete wohnen.

    Kurz darauf, im November 2017, entdeckten sie das Haus in der Weserstraße. Die Wohnung, für die sich Hohneck interessierte, lag im Hinterhof: 65 Quadratmeter im Erdgeschoss, drei Zimmer, Küche, Bad, 200.000 Euro. Ein Schnäppchen, auch damals schon. Die Maklerin sagte: „Mein Tipp, warten Sie nicht zu lange.“ Es gebe andere Interessenten, täglich Anfragen. Sie illustrierte, wie es in dem gelben Altbauhaus bald aussehen werde: gläserne Aufzüge, stählerne Balkone, ein begrünter Innenhof, eine neue Fassade.

    Mitte Dezember 2017 sagte Hohneck zu. Ihr bester Freund entschied sich für eine Wohnung im Vorderhaus. „Bis zum Kauf“, sagt Hohneck, „lief alles hervorragend.“


    Dort, wo in der Cranachstraße Anfang des Jahres ein Haus fertig sein sollte, sammelt sich Schrott.Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Lisa Hohneck (r.) mit ihrer Schwester vor ihrer Eigentumswohnung. Seit fast sechs Jahren warten sie auf Fertigstellung. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Auf der Baustelle vor dem Haus in der Weserstraße sammelt sich Sperrmüll. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Beschmiertes Fenster in der Weserstraße.Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Artem Rudenko vor einem offenen Spalt in seinem Treppenhaus in der Havelberger Straße. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Im Hausflur in der Havelberger Straße machen sich immer wieder Obdachlose breit, sagt Artem Rudenko. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Bauträger des Hauses in der Havelberger Straße: Hedera Bauwert. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Seit August 2021 steht ein Halteverbotsschild auf der Baustelle vor der Havelberger Straße. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Eine von mehreren Hausleichen in Berlin, das leerstehende Wohnobjekt in der Sickingenstraße sollte im vergangenen Sommer fertig sein. Markus Wächter/Berliner Zeitung


    Anspruch und Wirklichkeit gehen weit auseinander in der Sickingenstraße in Moabit.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Ein Unternehmer, der in Berlin kein Unbekannter ist

    Der Geschäftsführer des Bauträgers lud sie sogar zum Kennenlernen ein: Ioannis Moraitis, ein Unternehmer aus Hessen, der in Berlin seit einigen Jahren Altbauten kaufte, sanierte und in Eigentumswohnungen aufteilte. Hohneck erinnert sich an einen „typischen Geschäftsmann“. Selbstbewusst habe er gewirkt, davon überzeugt, erstklassige Bauprojekte zu realisieren. Sein modernes Büro in einem „wunderschön sanierten Altbau“ in der Nähe des Savignyplatzes machte Eindruck auf sie.

    Ioannis Moraitis ist in Berliner Immobilienkreisen kein Unbekannter. 2015 geriet er in die Schlagzeilen, weil er der Familie Caliskan in der Kreuzberger Wrangelstraße kündigen wollte, die im Erdgeschoss seit 28 Jahren den Gemüseladen „Bizim Bakkal“ führte. Auf die Kündigung folgten wochenlange Anwohnerproteste. Zeitungen, Radio- und Fernsehsender aus der ganzen Welt berichteten. Das Stadtmagazin Zitty zählte Moraitis zu den „bissigsten Haien im Becken“ der Berliner Immobilienbranche.

    Moraitis’ Unternehmen heißt Hedera Bauwert. Am goldenen Briefkasten der Hedera lässt sich ablesen, welch großes Firmengeflecht sie umgibt: Mehr als 80 GmbHs. Für Lisa Hohnecks Haus in der Weserstraße ist die hb 16. Wohnimmobilien GmbH verantwortlich. Doch auch Gewerbeflächen gehören zur Hedera. Ihr „Herkules Portfolio“ umfasst Büros und Einzelhandelsflächen in Dresden, Berlin, Rostock, Halle, Radebeul und Bernau, insgesamt über 100.000 Quadratmeter. Auf einer seiner Websites bezeichnet Moraitis sich als „Visionär und Geschäftsführer“. Auf der Seite der Hedera heißt es: „Zusammen zu bauen, heißt einander zu vertrauen.“

    Doch kann man auf Moraitis’ Unternehmen vertrauen? Die Berliner Zeitung hat Wohnungskäufer, Handwerker und Ingenieure gesprochen, die ihm vorwerfen, nicht nach den gängigen Regeln zu spielen, Rechnungen schuldig zu bleiben, vereinbarte Termine zu überziehen. Und sich möglicherweise sogar außerhalb des Rechts zu bewegen. Nach Informationen der Berliner Zeitung ermittelt das LKA Berlin gegen Moraitis: wegen des Verdachts auf Betrug.


    Lisa Hohneck macht sich Sorgen, dass das Haus, in dem sie ihre Wohnung kaufte, weiter Schaden nimmt.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Ausgefallene Heizung, aufgebrochene Türen, Feuchtigkeit in den Wänden

    Lisa Hohneck wusste all das nicht, als sie Moraitis traf. Sie wunderte sich zwar über den günstigen Preis der Wohnung, aber das Treffen mit ihm, sein schickes Büro, vertrieben ihre Zweifel. Außerdem arbeitete die Maklerin, die ihr die Wohnung gezeigt hatte, für Ziegert, eine renommierte Firma in Berlin. Ziegert betone stets, man arbeite nur mit geprüften Bauträgern zusammen, sagte die Maklerin. Und im Ziegert-Portfolio befanden sich mehrere Wohnhäuser von Hedera.

    Als Einzugstermin vereinbarten Hohneck und der Bauträger den 31. August 2018. Im Frühjahr wolle man noch die „staubintensivsten Sanierungsarbeiten“ am Haus in der Weserstraße erledigen, neue Fenster einsetzen, die Arbeiten in den Wohnungen abschließen, sagte man ihr. Dann werde auch die erste Rate abgerufen, etwa 30 Prozent des Kaufpreises.

    Doch es tat sich nichts. Es wurde nicht gebaut, nichts wurde abgerufen. Nicht im März, als Hohneck begann, immer wieder beim Haus vorbeizugehen. Nicht im Juli, einen Monat vor dem Übergabetermin. Ihr WG-Zimmer in Lichtenberg hatte sie da bereits gekündigt. Sie kontaktierte Hedera. Und merkte: „Die Kommunikation lief nicht.“ Sie erreichte selten jemanden, und wenn doch, wurde sie vertröstet. Der vereinbarte Einzugstermin verstrich.

    Bis heute ziehe sich diese Nichtkommunikation durch. Egal, ob die Heizung ausgefallen sei, ob Wasser entlang der Fassade laufe, weil keine richtigen Fallrohre installiert wurden, egal ob Feuchtigkeit in ihre Wohnung dringe, jemand die Haustür aufbreche oder die Müllabfuhr nicht komme, selten melde sich jemand zurück. Inzwischen, glaubt Hohneck, ist ihr Haus zum Geheimtipp für Obdachlose geworden. Weil man leicht einsteigen könne und die meisten Wohnungen auch heute noch leer stünden. Vor kurzem habe die Feuerwehr kommen müssen, sagt sie. Jemand hatte sich in einem Raum im Keller mit Matratzen eingerichtet und einen Standgrill angefeuert, um zu heizen.

    Ende Oktober 2018, die Arbeiten hatten immer noch nicht begonnen, bekam sie einen Schlüssel für ihre Wohnung. Über Monate hatte sie gedrängt, jeden zweiten Tag angerufen. Anders als ihr bester Freund hatte sie ihre Wohnung im Istzustand gekauft, ihm sollte sie renoviert übergeben werden. Der Freund wartet bis heute darauf.

    Hohe Zinsen dafür, das Geld nicht ausgeben zu können

    2019 wurde das Gebäude eingerüstet. „Das war der Hoffnungsschimmer“, sagt Honeck. Hedera rief die erste Rate ab. Doch abgesehen vom Gerüst passierte wieder lange wenig. In all der Zeit musste Hohneck Sonderzinsen an ihre Bank zahlen, weil der Kredit, den sie aufgenommen hatte, zwar bereitlag, aber nicht genutzt wurde – sogenannte Bereitstellungszinsen. Jeden Monat 500 Euro. Dafür, ihr Geld nicht ausgeben zu können. Erst im Sommer 2021 tauschte Hedera die Fenster aus. Als die Arbeiten wieder zum Erliegen kamen, reichte Hohneck Klage ein, zusammen mit elf weiteren Käufern, auf Fertigstellung. 2023 gewannen sie vor dem Landgericht. Hedera ging in Berufung. Das Verfahren läuft vor dem Kammergericht.

    Fünf Jahre lang war das ganze Gebäude eingerüstet, die Fenster in Hohnecks Wohnung mit Folie verklebt. Vor ein paar Wochen dann bauten Arbeiter das Gerüst ab. Weil Rechnungen nicht bezahlt worden seien, erfuhr Hohneck von ihnen. Die Arbeiten am Haus aber sind noch immer nicht abgeschlossen. Keine gläsernen Aufzüge, keine stählernen Balkone. Im betonierten Innenhof, der einmal begrünt werden sollte, stapelt sich der Müll. Bei starkem Regen fließt das Wasser zu langsam ab, im Hof bildet sich dann ein kleiner See.

    Vor ein paar Wochen hat sich Hohneck einen Feuchtigkeitsmesser gekauft. Sie hält das Gerät in ihrem Wohnzimmer an eine Außenwand. Von einer hundertprozentigen Feuchtigkeit würde man bei einem Wert von 140 sprechen. Der Wert auf dem Display landet bei 163. Feuchter als feucht.

    Es raubt ihr jeden Nerv. Nicht zu wissen, wie es mit dem Haus weitergeht, für das sie die größte Investition ihres Lebens getätigt hat. Der Kredit, den sie aufnahm, wird 33 Jahre laufen. Wenn sie ihn abbezahlt hat, steht sie kurz vor der Rente. Wenn sie je dazu kommt, ihn abzurufen. Hohnecks größte Angst: Dass die Schäden irgendwann so groß sein könnten, dass das ganze Haus nicht mehr zu retten ist.

    Wird eine Immobilie gebaut, wird der Kaufpreis aufgeteilt in Raten, je nach Baufortschritt. So steht es im Gesetz. Solange nicht hundert Prozent bezahlt wurden, geht das Eigentum nicht über. Hohneck hat bisher etwa 68.000 Euro gezahlt, 34 Prozent des Kaufpreises. Sie hat weitere Rechnungen erhalten, etwa für die Fertigstellung des Daches und des Estrichs, aber nicht bezahlt. Weil beides nicht fertiggestellt worden sei.


    Das Wohnobjekt in der Havelberger Straße in Moabit ist seit etlichen Jahren eingerüstet, seit zwei Jahren wurde nicht mehr gebaut.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Große Pleitewelle in der Baubranche

    Die Wohnung gehört ihr noch nicht. Den Vertrag rückabzuwickeln wäre juristisch schwer, das Risiko, das gezahlte Geld nicht zurückzubekommen, äußerst hoch. Sie steckt fest, kann weder vor noch zurück. Den jahrelangen Stillstand kann sie sich nicht erklären. Eine Möglichkeit könne sein, dass ihr Bauträger zahlungsunfähig sei. Vielen Projektentwicklern gehe es gerade so.

    Die Baubranche befindet sich in einer schwierigen Phase. Allein im ersten Quartal dieses Jahres ist die Zahl der Insolvenzen laut dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle um 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Grund dafür sind die gestiegenen Bauzinsen und die hohen Preise für Material und Energie. Bauträger gehen bei ihren Projekten in Vorleistung, sie müssen kalkulieren, wie hoch ihre Kosten sein werden. Aber Ereignisse wie Kriege und Pandemien lassen sich nicht vorhersehen. Viele Baufirmen sind inzwischen hoch verschuldet und zahlungsunfähig. Bauvorhaben werden gestoppt.

    Berlin ist von der Pleitewelle besonders betroffen. Bauträgerfirmen betreuen meist mehrere Wohnobjekte. Geht eine dieser Firmen in die Insolvenz, drohen hunderte Wohnungen nicht fertiggestellt zu werden. Ausgerechnet in der Stadt der Wohnungsnot.

    Sind die Hedera Bauwert und die damit verbundenen Unternehmen Teil der Pleitewelle? Bisher wurde keine Insolvenz angemeldet. Und Ioannis Moraitis geht mit Medienanwälten gegen Behauptungen dieser Art vor.

    Ende Januar erhielt Hohneck zudem einen Brief eines Anwalts des Bauträgers. Er sei gebeten worden, eine Regelung zu treffen, bei der Hohneck und die anderen Erwerber künftig selbst „das Heft in die Hand nehmen“ sollten. Es gebe Gründe für die Verzögerung. Die Planungen der Architekten für das Dach seien mangelhaft gewesen, zudem würden sich einige Altmieter im Haus gegen Sanierungsmaßnahmen stellen. Insgesamt beliefen sich die Arbeiten, die noch zu erledigen seien, auf etwa 2,5 Millionen Euro. „Unsere Mandantin bietet an, dass die Erwerber die bisher nicht erbrachten Leistungen gegen entsprechende Kaufpreisreduzierung selbst beauftragen.“

    Hohneck antwortete, sie sei grundsätzlich zu einer Vereinbarung bereit. Der Anwalt meldete sich nicht wieder zurück.


    Marlena Wenisch will sich für Geschädigte von Bauträgern einsetzen und einen Verein gründen. Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Etliche Menschen in Berlin und Deutschland mit Moraitis in Konflikt

    Im vergangenen Jahr erfuhr Lisa Hohneck, wieviele Menschen in Berlin mit Moraitis und seinen Unternehmen in Konflikt stehen. Wieviele sich in einer ähnlichen Lage befinden wie sie. Hohneck hörte es ausgerechnet von der Maklerin, die ihr die Wohnung vermittelt hatte.

    Marlena Wenisch arbeitet heute nicht als Immobilienmaklerin. Sie macht eine Weiterbildung zur Immobilienökonomin. Die 35-Jährige ist selbst auf Moraitis reingefallen. Kurz nachdem sie vor sieben Jahren angefangen habe, für Ziegert zu arbeiten, erzählt sie, seien ihr viele seiner Objekte zugeteilt worden. In der Weserstraße verkaufte sie für Ziegert nicht nur an Lisa Hohneck, sondern auch noch drei weitere Wohnungen. Und in der Tellstraße, an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln, fand sie im Mai 2019 eine „kleine, süße Ein-Zimmer-Wohnung“ für sich selbst. Von der Hedera Bauwert.

    Bereits zwei Monate nach ihrem Kauf, sagt Wenisch, seien in der Tellstraße die Arbeiten ins Stocken geraten. Zwar seien neue Handwerker gekommen und hätten angefangen zu arbeiten, aber die seien offenbar nicht vollständig bezahlt worden und hörten wieder auf. Bis heute sei in ihrem Haus das Dach nicht fertig und sieben Wohnungen stünden leer, obwohl die meisten verkauft seien. Ein Käufer warte seit fast acht Jahren darauf, in seine Wohnung zu können.

    Durch Zufall kam Wenisch an die Nummer einer Frau, die in einem anderen Haus lebte, das von der Hedera betreut wurde, dort gab es ähnliche Probleme. Die beiden gründeten eine WhatsApp-Gruppe. In ganz Berlin hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits Käufer zu einzelnen Gruppen zusammengetan. Nur wussten sie nichts voneinander. Kurze Zeit später bemerkten Wenisch und ihre Mitstreiterin eine weitere WhatsApp-Gruppe: „Moraitis Albtraum“, gegründet bereits 2018 von einem Dachdeckermeister im Sauerland. In dieser Gruppe hatten sich Baufirmen, Handwerker und Ingenieure zusammengeschlossen, die berichteten, von Moraitis nicht bezahlt worden zu seien. Über diese Gruppe lernte sie Andreas Tesch kennen.

    Ende März sitzt Wenisch zusammen mit Tesch in dessen Wohnung am Tiergarten, nahe den S-Bahngleisen. Alle paar Minuten verdunkelt sich das Wohnzimmer, ein Zug rauscht vorbei. Tesch ist Bauingenieur, auch er hatte Probleme mit Moraitis, musste sein Honorar erst einklagen. Er und Wenisch haben aus der WhatsApp-Gruppe das „Starke Netzwerk 030“ gegründet, in dem etwa 70 Betroffene aus sechs Häusern in Berlin vertreten sind, sich treffen und Wege suchen, gegen Moraitis vorzugehen. Gerade sind sie dabei, einen Verein zu gründen, der sich für Geschädigte von Bauträgern einsetzt: Eigentun Jetzt.


    In
    In der Cranachstraße in Schöneberg sollten die Bauarbeiten im August 2022 beginnen.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Die Spur der unfertigen Häuser zieht sich durch ganz Berlin

    An diesem Nachmittag reden beide schnell und durcheinander, fallen sich ins Wort. Aufregung. Nach Jahren, in denen sie auf der Suche nach Öffentlichkeit kritische Google-Bewertungen über Moraitis schrieben und dafür von Medienanwälten abgemahnt wurden, hört ihnen endlich jemand zu. „Es ist davon auszugehen, dass hunderte Wohnungskäufer allein in Berlin betroffen sind“, sagt Marlena Wenisch. „Erwerber, die wie im Fegefeuer gefangen sind“, sagt Tesch. Anwaltskosten, Bereitstellungszinsen, endlose Stunden vergeudete Lebenszeit. „Nur weil einer sich nicht an die Regeln hält.“

    Tesch und Wenisch laden zu einer Tour durch Berlin ein. Sie wollen zeigen, wie groß das Ausmaß ist.

    In der Cranachstraße in Schöneberg sollten laut einer Vorankündigung im August 2022 die Arbeiten beginnen. An diesem Tag im März, mehr als anderthalb Jahre später, ist nicht mal eine Baugrube ausgehoben, Schrott sammelt sich auf dem Gelände, ein Hydraulikbagger steht herum. Laut der Website des Projekts sind bereits 66 Prozent der Wohnungen verkauft. In der Sickingenstraße in Moabit sind es sogar schon 100 Prozent. Das Haus, das im Juni 2023 fertig sein sollte, steht bis heute leer. So wie das Haus in der Saßnitzer Straße in Schmargendorf, das ebenfalls im vergangenen Jahr fertig sein sollte. 50 Prozent der Wohnungen sind hier bereits verkauft.

    Die Spur der leerstehenden und unfertigen Häuser, die der „verlässliche“ Unternehmer Moraitis hinter sich herzieht, führt durch die ganze Stadt: von Steglitz über Mitte und Neukölln bis nach Lichtenberg. Unvollendete Bauprojekte. Hausleichen, in denen kaum jemand wohnt.

    Warum lässt ein Bauträger reihenweise Wohnprojekte mitten in der Stadt stillstehen? Warum verkauft er Wohnungen, aber räumt den Käufern nicht das Eigentum ein? Ist er der unseriöse Unternehmer, für den ihn so viele halten – oder selbst ein Opfer der Baukrise?

    Die Berliner Zeitung hat Ioannis Moraitis einen Fragenkatalog geschickt und ihm angeboten, in einem persönlichen Gespräch seine Sicht auf die Dinge zu erklären. Auf die Anfrage meldete sich Anfang April eine bekannte Medienrechtskanzlei. Man wolle die Anfrage beantworten, weil „sich schon aus den Fragen herauslesen“ lasse, dass die Recherche „maßgeblich auf falschen Informationen“ beruhe. Eine Antwort auf die Fragen ist bis heute ausgeblieben.


    Artem Rudenko lebt mit seiner Familie als einer der wenigen in dem unfertigen Haus in der Havelberger Straße.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Schimmel, Ratten und seit Jahren keine freie Sicht

    Wie kann man Druck ausüben auf einen solchen Unternehmer? Diese Frage stellt sich Artem Rudenko, ein 36 Jahre alter Arzt, der eigentlich anders heißt. Ende 2020 kauften seine Lebensgefährtin und er eine Wohnung in der Havelberger Straße in Moabit für rund eine halbe Million Euro. Von der Hedera Bauwert. Als Fertigstellungstermin vereinbarten sie in ihrem Kaufvertrag den 31. August 2021. Bis heute ist das Haus komplett eingerüstet, es sieht aus wie eine verwaiste Baustelle.

    In den oberen Geschossen schimmelt es. Dort, wo eigentlich Türen für einen Fahrstuhl sein sollten, klaffen Spalten in der Hauswand, vor denen Plastikfolien flattern. „Im Winter ist das der Horror“, sagt Rudenko. Er macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner Tochter. Auf seine E-Mails und Anrufe werde selten reagiert.

    Im vergangenen Sommer habe ein Aushang an der Tür gehangen, die Gasag kündigte an, das Haus nicht mehr mit Gas zu beliefern. Warum, erfuhr Rudenko nicht. Diesmal konnte er jemanden bei Hedera erreichen. Das Haus wird weiterhin beheizt. Kürzlich, so erzählt er, habe ihn seine Frau bei der Arbeit angerufen. Unter der Küchenzeile kratze es, sie hätten Ratten. „Ich will hier raus“, habe sie zu ihm gesagt, „ich kann nicht mehr.“ Aber aus dem Vertrag können sie nicht raus. Sie haben bereits mehrere hunderttausend Euro für die Kaufpreisraten und die eigene Sanierung der Wohnung bezahlt.

    Rudenko und weitere Käufer haben einen Insolvenzantrag gegen Hedera beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Ihre Hoffnung ist, dass sie im Falle einer Insolvenz das Haus selbst fertigstellen können. Doch bislang hat sich nichts getan.

    Wie Lisa Hohneck haben auch Rudenko und Marlena Wenisch Briefe des Anwalts bekommen, der ihnen anbot, selbst „das Heft in die Hand“ zu nehmen. Der Wortlaut der Briefe unterscheidet sich nur in der Aufzählung der Gründe für die Bauverzögerungen. Ob der Bauträger versucht, die Objekte loszuwerden, oder nur Zeit gewinnen möchte, ist eine weitere Frage, die bisher unbeantwortet bleibt.

    Unter den Betroffenen kursieren derweil Medienberichte aus anderen Teilen Deutschlands. In der Goslarschen Zeitung wird über zwei Hotels geschrieben. Die denkmalgeschützten Häuser„Kaiserworth“ und „Brusttuch“ in der Altstadt stünden seit mehr als einem Jahr leer, Tagungen könnten nicht stattfinden, die Stadtgesellschaft sei besorgt. In Rostock, so schreibt die Ostseezeitung, würden zwei Einkaufszentren demnächst keine Fernwärme mehr geliefert bekommen, weil erneut Rechnungen nicht bezahlt worden seien. Eigentümer dieser Immobilien, so schreiben die Zeitungen: Ioannis Moraitis.

    #Berlin #Neukölln #Weserstraße #Moabit #Havelberger_Straße #Sickingenstraße #Schöneberg #Cranachstraße #Immobilien #Wohnen #Eigentumswohnung #Betrug #Insolvenz #Gentrifizierung

  • Berlin-Schöneberg: Hauptstraße wird umgebaut – Ärgernis für Autofahrer
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-schoeneberg-hauptstrasse-wird-umgebaut-aergernis-fuer-autofa

    Nach Jahren schlecht durchdachter Verkehrspolitik grüner Senatorinnen werden begonnene Projekte zu Ende gebracht. Jetzt spricht wieder eine Senatorin mit allen, die Politik gegen die Hälfte der Berliner ist zum Glück beendet. Dabei wird auch die CDU Frau den privaten PKW-Verkehr nicht aus der Innenstadt verbannen, etwa durch eine sehr teure Mautgebühr. Nur eine derartige Maßnahme würde die Straßen wirksam entlasten und die Gefährdung der schwächeren Verkehrsteilnehmer effektiv verringern. Bis dahin ist der Weg noch weit im Land der Erfinder des Automobils.

    10.4.2024 von Peter Neumann - Der Platz für Autos wird halbiert, Radfahrer und BVG-Fahrgäste profitieren. Weitere Umgestaltungen von Magistralen wird es unter der CDU kaum noch geben.

    Noch ist es eine Horrorstrecke, sagt Ursula Epe. „Auf dieser Straße Rad zu fahren, ist lebensgefährlich“, klagt die Berlinerin. Auf der Hauptstraße in Schöneberg treiben Kraftfahrer Radfahrer in die Enge und die Stimmung ist aggressiv. Am Mittwoch wurde nun damit begonnen, einen 1200 Meter langen Abschnitt umzugestalten. Radfahrer und Bus-Fahrgäste werden profitieren, doch für Autofahrer halbiert sich der Platz. Es ist ein Vorhaben der Mobilitätswende, das auf Berlins Hauptverkehrsstraßen inzwischen Seltenheitswert hat, seitdem eine CDU-Politikerin Verkehrssenatorin geworden ist. Nachfolgeprojekte auf diesen Teilen des Straßennetzes sind kaum in Sicht.

    Aus zwei mach eins. Wo Autos zwei Fahrstreifen zur Verfügung standen, gibt es nur noch einen. Ein Ministau hat sich aufgebaut, der auf die Kreuzung Dominicusstraße reicht. Gegenüber der Dorfkirche Schöneberg gehen die angekündigten Markierungsarbeiten in die Vollen. Dort kann man sehen, wie die Hauptstraße von hier bis zum U-Bahnhof Kleistpark aussehen wird. „Wir teilen den Straßenraum anders auf, zugunsten der Radfahrer und der BVG“, erklärt Saskia Ellenbeck. Die Grünen-Stadträtin, die in Tempelhof-Schöneberg für die Straßen zuständig ist, ist zum Ortstermin gekommen.

    Bislang stehen auf diesem Teil der Bundesstraße 1 Kraftfahrzeugen zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Die Busspuren für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verlaufen am rechten Fahrbahnrand. Jetzt wandern die Busspuren in die Mitte, und künftig sind sie für Autos nicht nur montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, sondern an allen Tagen rund um die Uhr tabu. Rechts davon, am Rand, entstehen die geplanten Radfahrstreifen. Flexible Baken, Leitboys genannt, sowie Sperrpfosten, ebenfalls aus Plastik und rot-weiß gestreift, sollen die 2,25 Meter breiten Trassen vor Falschparkern schützen. Dem übrigen Kfz-Verkehr bleibt links ein Fahrstreifen pro Richtung.


    Ortstermin in der Hauptstraße in Schöneberg: Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) zeigt eines der Sperrelemente, die künftig die Radfahrstreifen am rechten Fahrbahnrand schützen sollen. Peter Neumann/Berliner Zeitung

    Saskia Ellenbeck macht nicht den Eindruck, als ob das für sie ein Problem ist. Schließlich gebe es in der Potsdamer Straße, die sich anschließt, für Autos heute schon nur einen Fahrstreifen pro Richtung, sagt sie. „In der Hauptstraße wird die Kapazität steigen.“ Denn die Radfahrstreifen werden dazu führen, dass viel mehr Radler als heute die Pendlermagistrale im Südwesten nutzen. Auch der Wirtschaftsverkehr profitiere: 19 Lade- und Lieferzonen entstehen – davon zwei in der Akazien- und der Albertstraße, wo Autostellplätze wegfallen. Teile der Busspuren werden montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr zum Be- und Entladen freigegeben. Dann müssen die Busse wie heute Slalom fahren.

    Die Pläne für die Hauptstraße hatte der Bezirk noch unter Schreiners Vorgängerinnen von den Grünen mit dem Senat abgestimmt. Doch nach dem Wechsel in der Landesregierung im Frühjahr 2023 stellten die neue Senatorin und ihre Staatssekretärin Claudia Elif Stutz (ebenfalls CDU) auch dieses Projekt auf den Prüfstand. Das Netzwerk fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg und andere Organisationen riefen zu Demos auf, die Deutsche Umwelthilfe kündigte die Klage eines Bürgers an.
    Schöneberg: Warum der Umbau der Hauptstraße ein Jahr Verspätung hat

    „Wir mussten hart dafür kämpfen, dass wir dieses Projekt umsetzen können“, erinnert sich die Bezirksstadträtin am Mittwoch. Die Hauptstraße gehörte zu den Radverkehrsvorhaben, für die Schreiner und Stutz nach einigen Wochen grünes Licht gaben. Stand lange Zeit zu befürchten, dass der zugesagte Bundeszuschuss von 750.000 Euro verfällt, gelang es, das Geld ins Jahr 2024 zu retten. Wie vorgesehen, gibt Berlin 250.000 Euro dazu, der Bezirk finanziert die Asphaltarbeiten. Ellenbeck: „Wir gehen davon aus, dass im Sommer 2024 alles fertig ist“ – ein Jahr später als anfangs geplant.

    Mehr Platz für klimafreundlichen Verkehr, weniger Platz für Autos. Was unter Grünen-Senatorinnen offizielle Senatspolitik war, wirkt unter Manja Schreiner exotisch. Sicher, einige ältere Projekte werden noch abgearbeitet. Die Umgestaltung der Boelckestraße in Tempelhof, bei der die Senatsverwaltung Änderungen zugunsten des Autoverkehrs durchsetzte, wird nächste Woche abgeschlossen. In Schöneberg will die landeseigene Infravelo den Umbau der Grunewaldstraße in Angriff nehmen, bei dem Radfahrer ebenfalls mehr Platz bekommen sollen. Aus Mitte ist zu hören, dass die Beusselstraße in Moabit Radfahrstreifen bekommt. Baustart: noch im April 2024. In Friedrichshain-Kreuzberg stehen der Umbau der Gitschiner Straße und Radfahrstreifen am Stralauer Platz Nord und in der Stralauer Allee auf der Liste.

    Neue Vorhaben, die auf Berliner Hauptverkehrsstraßen grundlegende Umgestaltungen zur Folge haben werden, sind dagegen nicht in Sicht. Auch deshalb nicht, weil Schreiners Verwaltung sparen muss, um die Vorgaben von Finanzsenator Stefan Evers (CDU) zu erfüllen. In ganz Berlin spüren Verfechter der Mobilitätswende Gegenwind. Ein Beispiel aus Dahlem: Seitdem Christdemokraten die Pläne für geschützte Radfahrstreifen in der Thielallee kritisiert hatten, liegt das Projekt auf Eis. „Dabei ist alles vorbereitet“, sagte Emil Pauls vom Netzwerk fahrradfreundliches Steglitz-Zehlendorf. Für Studenten der Freien Universität sei das Projekt wichtig.
    Neue Radfahrstreifen in Mitte: Ein Projekt wird realisiert, ein anderes hängt

    In Mitte geht man davon aus, dass während dieser Wahlperiode auf keiner weiteren Hauptverkehrsstraße Verbesserungen für Radfahrer möglich sein werden (von der Beusselstraße abgesehen). Was mit der Torstraße passiert, wäre ebenfalls ungewiss, hieß es im Bezirksamt. Die Senatsverwaltung habe angekündigt, dass sie auch dieses Vorhaben überprüft. Dort sollte ursprünglich in diesem Jahr damit begonnen werden, Radfahrstreifen anzulegen. Dabei würden fast alle Autostellplätze entfallen.


    In der Hauptstraße haben die Markierungsarbeiten für die neuen Busspuren und die Radfahrstreifen begonnen. Im Sommer 2024 sollen die Arbeiten beendet sein. Kosten: mehr als eine Million Euro.

    Weil auf Hauptverkehrsstraßen bis 2026 im Sinne der Radfahrer fast nichts mehr geht, konzentriert sich auch Tempelhof-Schöneberg auf die Nebenstraßen – für sie sind die Bezirke zuständig. So sei für 2024 geplant, die Monumenten- und Langenscheidtstraße zu einer Fahrradstraße umzugestalten, sagte Saskia Ellenbeck. „Allerdings gibt es noch keine Finanzierung“ – wegen der Sparzwänge im Senat. Auch die Eschersheimer sowie die Belziger Straße stehen auf der Liste neuer Fahrradstraßen, so die Stadträtin.

    Saskia Ellenbeck ist bei ihrem Ortstermin am Richard-von-Weizsäcker-Platz in Schöneberg angekommen. „Hier wird es auch für Fußgänger sicherer“, so die Grünen-Politikerin. Der Senat passt die Ampelschaltungen so an, dass alle Fahrzeuge rotes Licht bekommen, wenn Fußgänger grün sehen. Nicht weit entfernt, an der Einmündung der Akazienstraße, hat die Hauptverwaltung die Planung dagegen verschlechtert, klagt Jens Steckel vom Netzwerk fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg. Anders als vorgesehen wird es keine Abbiegespur für Radfahrer geben, die links in die Akazienstraße wollen. Die Folge: Wie heute müssen Radfahrer absteigen und laufen.

    Frage eines Radpendlers: Ist der Umbau der Hauptstraße ein „Alibiprojekt“?

    Es gibt aber auch grundsätzliche Kritik am gesamten Umbauprojekt der Hauptstraße. „Auf der heutigen Busspur lässt sich entspannt Rad fahren“, sagte Andreas Schwiede, Radfahrer aus Marienfelde, im vergangenen Jahr der Berliner Zeitung. Wenn das Ordnungsamt dafür sorgen würde, dass Abschleppwagen die bestehenden Bussonderfahrstreifen konsequent von Falschparkern befreien, würde das mehr bringen, als das jetzt vorgesehene „Alibiprojekt“, das neue Konflikte schafft.

    Weil die heutige Regelung nur tagsüber gilt, parken abends und nachts viele Fahrzeuge auf den Busspuren, entgegnete Saskia Ellenbeck. Viele Autos stehen noch dort, wenn am Morgen um 7 Uhr wieder Busse dort fahren sollen, und behindern den BVG-Verkehr.

    „Unser Ordnungsamt kann nicht überall sein, es ist für 400 Kilometer Straße zuständig“, so die Stadträtin. Viele Radfahrer fühlten sich unwohl, wenn sie auf einer Busspur fahren und sich den Platz mit Bussen teilen müssen, erklärt sie. „Wir wollen Infrastruktur, die zum Radfahren einlädt. Was hier jetzt entsteht, ist eine echte Verbesserung.“

    #Berlin #Schöneberg #Hauptstraße #Verkehr #Politik #Stadtentwicklung

  • Einsturzgefahr: Wohnhaus in Schöneberger Goltzstraße evakuiert, mehrere Straßen gesperrt
    https://www.berliner-zeitung.de/news/wegen-einsturzgefahr-wohnhaus-in-schoeneberg-grunewaldstrasse-evaku

    Hier ist die Rede vom Haus Goltz-Grunewald, nordöstliche Ecke. Goltzstraße 1 / Grunewaldstraße 16.

    Alles privat, jeder ist für sich selbst verantwortlich und so braucht der Immobilienkonzern, dem das unbewohnbare Haus gehört, offenbar keinem Mieter eine Ersatzwohnung zu stellen. So ist das in Berlin, hier könnse überhöhte Mieten für Bruchbuden kassiern ohne irgeneine Verantwortung zu übernehmen.

    Wetten, dass hier in zwei oder drei Jahren ein schicker Neubau mit superteuren Eigentumswohnungen steht !

    10.4.2024 von Sophie Barkey, Elizabeth Rushton, Verena Zistler - Ein Haus an der Kreuzung von Grunewaldstraße und Goltzstraße droht zu kollabieren. Der Bereich um das Gebäude ist abgesperrt – darunter verläuft eine U-Bahnlinie.

    Mehrere Anwohner in Schöneberg haben am Mittwoch ihre Wohnungen verlassen, weil ihr Haus in der Goltzstraße, Ecke Grunewaldstraße, einzustürzen droht. Das bestätigte die Berliner Feuerwehr auf Anfrage der Berliner Zeitung. Ein Einsatzleiter hatte dort am Mittag die Lage geprüft. Weil das Gebäude jedoch auf einem privaten Grundstück steht und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet sei, wurde die Zuständigkeit an das Bezirksamt und Bauamt weitergegeben. Das Gebäude weist sichtbare Risse in der Fassade auf, die Kreuzung ist gesperrt. Mehrere Schaulustige hatten sich dort nach Angaben einer Reporterin versammelt. Auch die Polizei war vor Ort.

    Bauarbeiter hatten laut einem Polizisten vor Ort am Mittwochmorgen bei den Sanierungsarbeiten im Erdgeschoss festgestellt, dass offenbar „alles marode“ war und sollen dann gemeldet haben, dass die Sicherheit des Eckteils des Hauses nicht mehr zweifelsfrei gegeben sei. Das Haus wurde schließlich evakuiert, nachdem auch ein Statiker das Haus begutachtet hatte.

    Wie der Polizist weiter sagte, werde das Haus nun zunächst gesichert, bis eine Baufachfirma feststellen kann, ob womöglich der Eckteil des Hauses abgerissen werden müsse. Erst nach der Bewertung einer Fachfirma soll klar werden, wann die Anwohner zurück in ihre Wohnungen können. Bis dann würden die meisten von ihnen bei Verwandten unterkommen, so der Polizist weiter.

    Nach Angaben des Hauseigentümers können neun Mieter zunächst ihre Wohnungen nicht nutzen. Sie würden in Ersatzunterkünften untergebracht, falls sie nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen könnten, teilte die Heimstaden Germany GmbH auf Anfrage mit. „Einen Zeitraum zu nennen, wie lange die Wohnungen nicht genutzt werden können, ist aktuell leider nicht möglich“, hieß es.

    Anwohner erfuhren am Vormittag von Evakuierung

    Von den Evakuierungen betroffen ist auch das junge Paar Ella und Claus (Namen von der Redaktion geändert). Die beiden wohnen seit sechs Jahren im betroffenen Haus. Erst am Mittwoch um 11 Uhr wurden sie von ihrem Vermieter informiert, dass die Sicherheit des Hauses gerade geprüft werde – da hieß es ihnen zufolge noch, sie sollten erstmal zu Hause bleiben. „Wir gehen davon aus, dass das nur eine Vorsichtsmaßnahme ist“, sagt Ella. Die Polizei hat sich dann gegen 17.30 Uhr bei den Einwohnern gemeldet, mit dem Evakuierungsbefehl und der Empfehlung für ein bis zwei Wochen einzupacken.

    „Hoffentlich werden wir aber viel schneller wieder zu Hause sein – wir drücken uns einfach die Daumen“, sagt Claus. Bis dann wird das Paar bei Freunden in Schöneberg übernachten, Claus hat auch Verwandte in Berlin. Ihre Wohnung befindet sich nicht im betroffenen Eckteil des Hauses, sondern im Gebäude daneben in der Grunewaldstraße, ihre Wohnung grenzt allerdings an den betroffenen Eckteil an. In ihrer Wohnung habe es nichts gegeben, das bei dem Paar Sorge ausgelöst hätte, so Ella. „Diese Risse und die bröckelige Fassade waren schon länger so“, sagt sie. „Das Haus ist einfach super alt – das wissen halt alle.“

    Heimstaden sind statische Probleme am Wohnhaus schon länger bekannt

    Nach Angaben von Heimstaden sind tatsächlich schon seit Längerem statische Probleme an dem Gebäude bekannt. Die Ursache dafür habe bislang nicht geklärt werden können, hieß es. Bereits seit Dezember 2023 werde ein sogenanntes Rissmonitoring durchgeführt, bei dem Veränderungen der auffälligen Risse im Mauerwerk beobachtet und dokumentiert würden, teilte das Unternehmen mit.

    Für das Ladenlokal in dem Eckhaus gebe es seit dem 3. April Sicherungsmaßnahmen. Zudem sei das Fundament untersucht worden. Bei einer erneuten Überprüfung habe dann der beauftragte Statiker am (heutigen) Mittwoch eine Ausdehnung der Risse entdeckt. „Danach haben wir unmittelbar die Bauaufsicht in Kenntnis gesetzt, die eine Teil-Sperrung des Gebäudes (Erkerbereich/Eckhaus) und Teile der Grunewaldstraße angeordnet hat“, teilte das Unternehmen weiter mit.

    Die zuständige Bezirksstadträtin Eva Majewski (CDU) zeigte sich erstaunt darüber, dass dem Unternehmen offensichtlich schon länger Probleme bekannt sind. „Ich höre das jetzt das erste Mal, dass das offensichtlich seit Jahren bekannt ist“, sagte Majewski in der RBB-Abendschau.

    U7 verläuft unter dem einsturzgefährdeten Haus: Geschwindigkeit verringert

    Unter dem Gebäude verläuft nach Informationen der Berliner Zeitung auch die U-Bahnlinie 7 der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Bahnen fahren daher als Vorsichtsmaßnahme derzeit mit deutlich verringerter Geschwindigkeit zwischen den naheliegenden U-Bahnhöfen Kleistpark und Eisenacher Straße, teilte ein BVG-Sprecher mit. Außerdem wird der Nachtbus N7 zunächst umgeleitet, andere Busse fahren dort nicht.

    Nach Informationen von vor Ort war am späten Nachmittag ein großer Bereich rund um das einsturzgefährdete Gebäude für Autos, Fußgänger und Radfahrende gesperrt. Betroffen ist die gesamte Kreuzung Grunewaldstraße/Goltzstraße/Akazienstraße. Wie die Berliner Verkehrsinformationszentrale auf Twitter-Nachfolger X am Mittag mitteilte, war auch die Hauptstraße von den Sperrungen betroffen. Eigentümer und Bezirksamt beraten nun über das weitere Vorgehen. Autofahrer müssen in dem Bereich weiterhin mit Behinderungen rechnen.

    #Berlin #Schöneberg #Goltzstraße #Grunewaldstraße #Immobilien #Wohnen #Kapitalismus

  • Berliner Gebietsreform 1938
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgeschichte_Berlins


    Grenzänderungen der Berliner Bezirke zum 1. April 1938

    Aus heutiger Sicht zeigt die Karte einen Bezirk zuviel, dafür fehlen ein bzw. zwei neue im Osten der Stadt.

    Mit Wirkung zum 1. April 1938 wurden zahlreiche Begradigungen der Bezirksgrenzen sowie einige größere Gebietsänderungen vorgenommen. Dabei kamen unter anderem

    – die Siedlung #Eichkamp vom Bezirk Wilmersdorf zum Bezirk #Charlottenburg
    – der westliche Teil von #Ruhleben vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Spandau
    - der nördlich des #Berlin-Spandauer_Schifffahrtskanal s gelegene Teil der #Jungfernheide vom Bezirk Charlottenburg zu den Bezirken #Reinickendorf und #Wedding
    - #Martinikenfelde vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Tiergarten
    – das Gebiet um den #Wittenbergplatz und den #Nollendorfplatz vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Schöneberg
    – das Gebiet südlich der #Kurfürstenstraße vom Bezirk #Tiergarten zum Bezirk Schöneberg
    – ein großer Teil des #Grunewald s vom Bezirk #Wilmersdorf zum Bezirk #Zehlendorf
    – ein Teil von #Dahlem vom Bezirk Zehlendorf zum Bezirk Wilmersdorf
    - der östliche Rand des Bezirks Zehlendorf (in Dahlem nur ein schmaler Streifen, sich in Richtung Süden verbreiternd bis hin zu einem größeren Gebiet im Südosten) zum Bezirk #Steglitz
    - #Späthsfelde vom Bezirk #Neukölln zum Bezirk #Treptow
    – Bohnsdorf vom Bezirk Köpenick zum Bezirk Treptow
    #Oberschöneweide und die #Wuhlheide vom Bezirk #Treptow zum Bezirk #Köpenick
    - die westlich der #Ringbahn gelegenen Gebiete von #Boxhagen-Rummelsburg und #Friedrichsberg vom Bezirk #Lichtenberg zum Bezirk #Friedrichshain, damals #Horst-Wessel-Stadt.
    - #Wilhelmsruh vom Bezirk #Reinickendorf zum Bezirk #Pankow
    - das Gebiet um die #Wollankstraße westlich der Berliner #Nordbahn vom Bezirk Pankow zum Bezirk #Wedding.

    Bereits in den Jahren 1928 und 1937 war es zu Verschiebungen zwischen Schöneberg und Tempelhof gekommen.

    Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte die sowjetische Militärverwaltung aus heute unbekannten Gründen #Friedenau zwischen dem 29. April und dem 30. Juni 1945 zum 21. Bezirk mit Willy Pölchen (KPD) als Bezirksbürgermeister; danach wurde Friedenau wieder wie vorher ein Ortsteil von Schöneberg. Entsprechend bestand in der Zeit das #Amtsgericht_Friedenau.

    #Berlin #Geschichte #Verwaltung #Bezirke #Nazis