• Tag der wohnungslosen Menschen: Enteignung von oben
    https://www.jungewelt.de/artikel/529556.tag-der-wohnungslosen-menschen-enteignung-von-oben.html

    11.9.2026 von Kim Chi Luu - Tag der wohnungslosen Menschen: Hunderttausende ohne Bleibe, die der Staat eher drangsaliert, als ihnen zu helfen

    Am Tag der wohnungslosen Menschen soll dorthin geschaut werden, wohin Menschen sonst eher nicht blicken. Unter dem Motto »Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot« ruft die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) seit 2009 dazu auf, ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Verantwortung für Menschen ohne feste Bleibe zu setzen.

    Auf der Website der BAG W können sich Interessierte darüber informieren, wie sie sich engagieren können. Ob der dort vorgeschlagene Flashmob den mehr als eine Million Wohnungslosen tatsächlich hilft, sei dahingestellt. Die Zahl stammt aus einer Schätzung der BAG W für das Jahr 2024. Anfang 2026 waren 41 Prozent der rund 453.000 untergebrachten Wohnungslosen Kinder und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Auch der Anteil wohnungsloser Frauen bleibt hoch: Sie stellen rund 42 Prozent der untergebrachten Wohnungslosen. Wohnungslosigkeit bedeutet dabei nicht automatisch, auf der Straße zu leben. Die meisten Betroffenen haben zumindest vorübergehend eine Bleibe. Ein Teil von ihnen ist in Notunterkünften oder bei Bekannten untergebracht. Ganz ohne Unterkunft und damit obdachlos waren 2024 laut BAG W rund 56.000 Menschen.

    Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis 2030 die Obdach- und Wohnungslosigkeit zu überwinden. Dafür setzt sie auf mehr sozialen Wohnungsbau, bessere Hilfsangebote und die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. Vermutlich nicht im Sinn dieses Vorhabens sind die geplante Wohngeldkürzung und die Räumung von Menschen, die von diesen Hilfsangeboten offenbar nicht erreicht werden, wie zuletzt in Berlin.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, empfangen. Kurz zuvor war ein Obdachlosencamp vor dem Kanzleramt geräumt worden. Das Bundespräsidialamt verweist auf die »Sicherheit«. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Camp als mögliches Versteck für Waffen oder Sprengsätze diene. Doch auch nach dem Staatsbesuch soll die Fläche dauerhaft gesichert, also von Menschen ohne Wohnung freigehalten werden. Steinmeier empfängt nach Angaben des Bezirks jährlich zehn bis 15 hochrangige Staatsgäste. Der Bezirk Mitte prüft deshalb, ob ein Zaun um die sogenannte Sicherheitszone errichtet werden kann, damit sich unter der Brücke kein neues Camp bildet. Für die Betroffenen bleibt vom Kampf gegen die Obdachlosigkeit damit vor allem eines: die Räumung. Das Problem ist schließlich leichter aus dem Blickfeld zu schaffen als zu lösen.

    Doch man sollte sich nicht in Sicherheit wiegen, nur weil man ein Dach über dem Kopf hat. In Duisburg-Marxloh wurden im Rahmen der sogenannten Taskforce Problemimmobilien seit 2015 mehr als 130 Häuser geräumt und damit bis zu 3.300 Menschen wohnungslos. Ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche, berichtet das Onlinemagazin Veto am Dienstag. Offiziell geht es um die Prüfung und Schließung von Immobilien in schlechtem Zustand. Inoffiziell lässt sich darin allerdings auch die Verdrängung von weniger zahlungsbereiten Mietern und die Spekulation mit Wohnraum erkennen.

    Von den zahlreichen geräumten Gebäuden wurden bis Mitte 2024 nur 21 von den Eigentümern saniert und wieder für den Wohnungsmarkt freigegeben, berichtet Shabnam Shariatpanahi von der Initiative »Marxloher Nachbarn«. Was mit den Menschen nach der Räumung geschieht, bleibt damit häufig eine offene Frage.

    Ob also mit Dach überm Kopf oder ohne: Wohnraum kann einem jederzeit entzogen werden, solange er als Ware gehandelt wird. Wer über Wohnraum verfügt, verfügt damit über ein grundlegendes Bedürfnis anderer. Wer sich keine Wohnung leisten kann, verliert im Zweifel nicht nur vier Wände, sondern seinen Platz in der Gesellschaft. Und den bekommt man nicht mit Flashmobs zurück. Wer über Wohnungslosigkeit spricht, muss auch über Eigentumsverhältnisse reden.

    #Allemagne #crise_du_logement #SDF

  • Im Berliner Helmholtzkiez zieht das Elend ein : „Bei uns lag ein Obdachloser im Flur – vor der Wohnung einer Nachbarin“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/im-berliner-helmholtzkiez-zieht-das-elend-ein-bei-uns-lag-ein-obdachlos

    Quand les rues et parcs des quartiers bourgeois sont habités par les exclus pauvres et malades la presse bourgeoise s’intéresse au problème. Pourtant l’idéologie libérale et la concentration du pouvoir dans les mains des nantis empêchent toute solution. Dans le passé la ville de Berlin a prouvé qu’avec un peu de bonne volonté on peut loger tout le monde.

    Pendant l’immédiat après-guerre la ville réquisitionnait les chambres dans les appartements bourgeois et dans les arrondissements sous administration soviétique les communistes chassaient les nazis et capitalistes des villas et immeubles pour loger les nomnreux réfugiés et victimes des bombardements.

    Il serait temps de renouer avec la solidarité des débuts et créer une place pour tout le minde.

    27.8.2026 von Christian Hönicke - Immer mehr Wohnungslose campieren in Prenzlauer Berg. Ein Anwohner spricht über beliebte Schlafplätze, Aggressionen, Ekel und Ängste der Nachbarn – und vergebliche Beschwerden.

    Obdachlose direkt vor der Haustür oder sogar im Hausflur – ist das die neue Normalität im Viertel rund um den Berliner Helmholtzplatz?

    Laut Oliver H. ja. Er wohnt seit fast 20 Jahren im Kiez und berichtet im Interview über die voranschreitende Obdachlosigkeit, von unschönen Begegnungen im Hausflur und appelliert an Politik und Behörden. H. möchte wegen des heiklen Themas nicht mit seinem vollen Namen genannt werden, er ist der Redaktion aber bekannt.

    Herr H., wann war bei Ihnen der Punkt erreicht, an dem Sie merkten, dass sich Ihr Viertel dauerhaft verändert?
    Als ich irgendwann vor unserer Haustür stand und sah, dass dort jetzt ein Obdachloser lebt. Er hat sich mit seiner Matratze über Wochen eingerichtet und schlief dort. Er war ab und zu mal weg, kam aber immer wieder. Das hat uns im Haus natürlich beschäftigt.

    Wie haben die Nachbarn reagiert?
    Wir haben erstmal geredet und uns abgestimmt. Geht das jetzt so weiter, was heißt das für unser Wohnumfeld? Kippt das Viertel jetzt?

    Was hat diese Erfahrung bei Ihnen selbst ausgelöst?
    Das war eine Überraschung, ein kompletter Shift für mich. Man hat sich an Obdachlose an der U-Bahn gewöhnt, leider. Aber dass jemand direkt vor der Haustür campiert und sich dort komplett einrichtet und nicht nur mal eine Nacht dort verbringt, das hat meine Perspektive doch verändert. Bei einigen der Personen, die wir hier erleben, kommen starke Verwahrlosung, Alkohol- oder Drogenprobleme und teilweise schwierige Verhaltensweisen hinzu. Da macht man sich schon Gedanken über eine zunehmende Verwahrlosung des Viertels, in dem man lebt.

    Gab es Obdachlosigkeit nicht auch schon vor 20 Jahren am Helmholtzplatz?
    Ja, schon. Das war eher auf dem Platz selbst, aber dort hat niemand dauerhaft campiert. Das hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt.

    Dort lebt nun unter anderem ein Obdachloser namens Manni, der trotz Räumung immer wieder zurückkehrt.
    Das war immer schon ein Treffpunkt, aber inzwischen stehen richtige Zeltlager hinter dem Kindercafé. Dort gibt es einen etwas geschützten, von Büschen umgebenen Bereich, den man beim Vorbeigehen kaum wahrnimmt. Als ich die Zelte zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, das wäre so eine Art Kinderfreizeit (lacht). Mittlerweile hat sich das auf die Straßen rund um den Platz verlagert. Die Entwicklung verlief schleichend.

    Welche Orte fallen Ihnen auf?
    In der Schliemannstraße vor dem Spielplatz oder vor den Geschäften und Lebensmittelläden im Viertel, die haben dort deswegen auch teils massive Probleme mit der Hygiene. Zudem gibt es richtige Camps unter den U-Bahnbögen an der Eberswalder Straße und der Schönhauser Allee. Und dann eben auch bei uns direkt vor dem Haus.

    Ein abstraktes gesellschaftliches Problem ist plötzlich unmittelbar im privaten Lebensumfeld spürbar?
    Wenn es direkt vor oder sogar im Haus ist, ist die Dringlichkeit schon nochmal höher. Als erstes habe ich mich gefragt, wer ist das? Geht es ihm gut? Warum ist er auf der Straße gelandet? Doch je länger er blieb, da haben wir uns gefragt: Was bedeutet das für uns als Anwohner? Ist er aggressiv? Im alkoholisierten Zustand oder unter Drogeneinfluss, kann es zu gefährlichen Situationen kommen? Plötzlich liegen Unrat, Essensreste, schmutzige Sachen an unserem Hauseingang. Mitunter empfinde ich das schon als Ekel erregend.

    Das empfinden vermutlich viele so, aber fast keiner traut sich, es öffentlich auszusprechen.
    Und was auch noch hinzukommt: die Selbstverständlichkeit, mit der manche das durchaus ausnutzen.

    Wie meinen Sie das?
    Einige wissen ganz genau, wo die Grenzen sind. Wenn die Polizei zu uns kam, und den Mann höflich gebeten hat zu gehen, oder ihn wegbegleitet hat, kam er einfach nach einer halben Stunde wieder. Ich gehe davon aus, dass er wusste, dass es keine wirkliche rechtliche Handhabe in dieser Frage gibt.

    Ist auch Ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt?
    Ja, direkt und indirekt. Bei uns lag sogar schon ein Obdachloser im Hausflur. Eine Nachbarin musste über ihn steigen, als sie aus der Wohnung kam. Sie war geschockt und hat sich auch nicht getraut, ihn anzusprechen. Man weiß ja nicht, wie reagiert jetzt dieser Mann, wenn man ihn auf den Hausfriedensbruch aufmerksam macht und ihn bittet, das Haus zu verlassen? Das habe ich dann gemacht.

    Wie war die Reaktion?
    Er war nicht aggressiv, aber er wollte uns verklagen. Wegen Verleumdung (lacht).

    Das klingt witzig, ist aber vermutlich verstörend.
    Ja, das ist schon ein ungutes Gefühl. Ich bin auch schon einmal fast von einem alkoholisierten Mann angegriffen worden. Ich bin ein Mann und noch relativ fit, da gibt es dann noch eine gewisse Hürde. Aber gerade für Frauen kann das schon gefährlich werden. Zwei Frauen in der Nachbarschaft wurden direkt vor ihrem Haus belästigt und bedroht, es stand wohl kurz vor einer Handgreiflichkeit. Eine hat inzwischen durchaus Angst davor, das Haus zu verlassen. Ich selbst habe vor ein paar Monaten in einem Café erlebt, wie eine junge Frau von einem alkoholisierten Mann aus dem gleichen Milieu verbal attackiert und eingeschüchtert wurde.

    Ist die offensichtliche Obdachlosigkeit in der Nachbarschaft ein großes Thema geworden?
    Ja, den Eindruck habe ich schon. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man das in der Vergangenheit so oft aufgebracht hat. Es ist ein Thema für viele Anwohner. Es gibt auch Störungen und Einschränkungen für die Gewerbetreibenden. Eine Person lag direkt vor dem Schaufenster des Ladens in unserem Haus, gleich nebenan ist ein Café.

    Gehen Sie noch gern zum Helmholtzplatz?
    Ja, immer noch. Es gibt nette Cafés und der Platz selbst ist grundsätzlich auch in einem recht guten Zustand. Aber natürlich, weil der Platz so wichtig für den Kiez ist, schaut man auch genauer hin. Und das Publikum hat sich schon verändert.

    Wenn man heute in Berlin unterwegs ist, kann man Obdachlosigkeit kaum ausblenden.
    Wer sich für diese Stadt interessiert und gern hier lebt, den beschäftigt das schon, auch wenn es nicht vor der direkten Haustür stattfindet. Die Situation kann durchaus in Zukunft Auswirkungen auf den Tourismus-Sektor haben. Das kann schon manche Berlin-Besucher abschrecken. Wenn man in ein Gewerbe oder Eigentum investiert hat, betrachtet man die Entwicklung mit Sorge.

    Leidet die Attraktivität von Berlin und Pankow als Lebensmittelpunkt?
    Auf jeden Fall. Wenn man Obdachlose immer häufiger im Stadtbild sieht, überlegt man sich schon: Will ich wirklich hierherziehen? Ich mache mir auch meine Gedanken und frage mich: Wie geht das weiter? Will ich hier langfristig bleiben? Bekannte und Nachbarn sind schon weggezogen oder überlegen es sich, auch wegen ihrer Kinder. Nehmen wir das Bahnhofsviertel in Frankfurt am Main. Das ist architektonisch eigentlich ein attraktives Viertel mit vielen schönen Altbauten. Gleichzeitig sieht man dort, was passieren kann, wenn sich solche Probleme über Jahre verfestigen: Gewerbetreibende geben auf, Leerstände entstehen und die Attraktivität des Standorts leidet.

    Was haben Sie bisher konkret unternommen, um die Lage im Viertel zu verbessern?
    Wir haben die Polizei und das Ordnungsamt gerufen.

    Was ist daraufhin passiert?
    Als ich bei der Polizei angerufen habe, war man dort verständnisvoll und sehr freundlich. Aber sie meinten sofort, sie hätten keine Handhabe, um längerfristig eine Lösung zu schaffen. Die Polizei kam in der Regel dennoch, wenn wir das gemeldet haben. Sie hat dann die Menschen gebeten, zu gehen – aber nach einer halben Stunde waren sie dann wieder da.

    Und was hat das Ordnungsamt gemacht?
    Nichts. Wir haben es mehrfach telefonisch und über die App versucht, aber leider keine Reaktion erhalten. Ich vermute, dass das Ordnungsamt schlicht überlastet und unterbesetzt ist. Man könnte noch Anzeige erstatten, doch die Aussichten auf Erfolg sind auch hier eher gering.

    Haben Sie das Gefühl, die Behörden haben aufgegeben?
    Ich habe wenig Transparenz darüber, wie ernst die Verantwortlichen die Auswirkungen auf die Anwohner nehmen und was genau auf politischer Ebene aktuell unternommen wird. Was mich irritiert hat: Ein Gastronom im Viertel hat Ärger mit den Behörden gekriegt, weil er die Tische ein paar Zentimeter zu weit nach rechts auf den Gehweg gestellt hat. Aber dass da direkt nebenan ein Mensch seit Wochen ohne Erlaubnis ein Bettenlager aufgebaut hat und den öffentlichen Raum besetzt, das hat keine Konsequenzen. Das passt nicht wirklich zusammen. Da kann man als Gewerbetreibender nur mit dem Kopf schütteln.

    Empfinden Sie selbst Ohnmacht?
    Momentan noch nicht. Aber eine leichte Frustration ist da und die Sorge, dass die Situation sich weiter verschlechtert.

    Was wünschen Sie sich?
    Ein klares Statement von der Politik und den Verantwortlichen des Bezirks. Dass das Thema ernst genommen wird und die Perspektive aus dem Viertel wahrgenommen wird. Man muss sich natürlich um die Menschen kümmern, die obdachlos geworden sind. Aber man muss auch die Sorgen der Anwohner und Gewerbetreibenden ernst nehmen und tätig werden. Ansonsten kann die Situation vollends kippen und der Stadt und dem Bezirk massiv schaden. Die Politik in Berlin und Pankow wird für die Situation verantwortlich gemacht, auch wenn das Problem ein gesamtgesellschaftliches ist. Aber die Lokalpolitik hat schon einen gewissen Einfluss auf die Umstände vor Ort.

    #Berlin #Prenzlauer Berg #Helmholtzplatz #SDF #logement #social #immobilier #inflation #pauvreté #exclusion

  • Berliner ohne eigenes Zuhause : Zahl der Wohnungslosen hat sich fast verzehnfacht
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungslosigkeit-verband-zahl-der-obdachlosen-in-berlin-fast-verzehnfa

    Down and out in Berlin - le nombre de personnes dans des logements temporsires et précaires s’élève à plusieurs dizanes de milliers. L’association Gangway en a averti les médias quelwues semaines avant les élections municipales.

    26.8.2026 - Zehntausende Menschen in Berlin haben keine eigene Wohnung. Stattdessen leben sie in Bezirksunterkünften. Der Kern des Problems ist aus Sicht von Sozialarbeitern offensichtlich.

    In den Wohnungslosenunterkünften in Berlin leben nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands inzwischen fast zehnmal so viele Menschen wie noch 2012. Im Januar 2026 hätten rund 57.000 Menschen in einer sogenannten Asog-Wohnung gelebt, sagte Timothy Redfern, Referent für Armut und Wohnungsnotfallhilfe, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Verein für Straßensozialarbeit Gangway. Die Zahlen gehen auch aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

    Im Dezember 2012 waren es nach Angaben von Redfern noch 6200 Menschen. Als wohnungslos werden alle Menschen bezeichnet, die kein eigenes Zuhause haben, aber zum Beispiel in Heimen oder bei Freunden unterkommen. Als obdachlos gelten wiederum lediglich die Menschen, die auf der Straße leben. In Berlin seien derzeit rund 6000 bis 7000 Menschen obdachlos, schätzt Redfern. Gesicherte Zahlen dazu liegen nicht vor.

    Asog ist die Abkürzung für das Berliner Polizeigesetz, das konkret „Allgemeines Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ heißt. Es verpflichtet die Bezirksämter, wohnungslose Menschen unterzubringen.
    Erheblicher Wohnungsmangel und hohe Armutsquote

    Als Hauptursache sehen die Sozialarbeiter den deutlichen Wohnungsmangel in Berlin. Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit entstünden nicht nur durch persönliche Schicksale der Betroffenen. „Sie sind die natürliche und strukturelle Folge eines unbezahlbaren Wohnungsmarktes, einer anhaltend hohen Armutsquote in Berlin und eines Unterbringungssystems, das einfach am Limit ist“, sagte Redfern und ergänzte: „Je teurer und knapper Wohnraum ist, desto mehr Menschen werden obdachlos.“ Ein weiterer Faktor seien persönliche Krisen, Krankheit, eine Trennung oder häusliche Gewalt.

    Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl fordern Gangway und der Paritätische Wohlfahrtsverband bezahlbaren Wohnraum für alle. Wichtig sei es außerdem, niedrigschwellige Angebote für Wohnungslose auszubauen und Unterkünfte anders zu gestalten, sagte Streetworker Tino Kretschmann von Gangway.

    Die Menschen lebten teils über Jahre unter schwierigen Bedingungen in Mehrbettzimmern, Familien wohnten auf sehr engem Raum. Außerdem gebe es nicht überall eine reguläre Unterstützung durch Sozialarbeiter, so Kretschmann. Zudem wünschen sich die Streetworker mehr Empathie für Betroffene und dass Menschen in Berlin diese nicht als reinen Störfaktor sähen. (Tsp, dpa)

    #Berlin #SDF #logement #social #immobilier #inflation #pauvreté #exclusion

  • A #Gorizia continuano i respingimenti e i richiedenti asilo vivono nascosti lungo l’#Isonzo

    Dati inediti del ministero dell’Interno ottenuti da Altreconomia fotografano i punti di frontiera terreste del nostro Paese, tra respingimenti informali in Friuli e riammissioni passive dalla Francia. Siamo tornati a Nord-Est, dopo la tappa di Udine, per documentare la situazione al confine con la Slovenia. Chi vorrebbe fermarsi incontra barriere burocratiche che lo costringono all’invisibilità. Per Gianfranco Schiavone un tale sistema ostile, confuso e informale è la solita e spregiudicata “strategia della dissuasione”

    Rasheed (nome di fantasia) parla un’inglese fluente e ha i modi affabili di chi è abituato a stare a contatto con il pubblico. Conosce anche il francese e il fiammingo, oltre al turco e al pashtun, perché ha vissuto gli ultimi sei anni a Bruxelles. Potrebbe essere uno dei tanti studenti internazionali che ha scelto una capitale europea per farsi un’esperienza. Ma non è così.

    “La mia vita era in Belgio. Ho frequentato lì le scuole, ho i miei amici, avevo un lavoro fisso: l’Afghanistan è un luogo che mi è estraneo, non posso tornarci”, racconta in estate di fronte alla questura di Gorizia. Lui ha già manifestato la propria volontà di chiedere la protezione internazionale e sta dando indicazioni ad alcuni connazionali.

    È arrivato in Europa a 16 anni, da solo. Il rigetto della sua richiesta d’asilo è stata una doccia fredda: arrivato come minore e seguiti tutti i passaggi necessari, era perfettamente integrato e aveva un contratto a tempo indeterminato come cassiere in un supermercato. Ha scelto l’Italia perché la sua migliore amica è di qui e gli ha detto che la famiglia l’avrebbe aiutato in caso di bisogno.

    All’inizio Rasheed ha provato a fare domanda alla questura di Udine perché, a detta di un suo conoscente, dava esiti favorevoli a chi proviene dall’Afghanistan. Ma i giorni di attesa si sono accumulati (come abbiamo raccontato qui) e dopo un mese ha deciso di cambiare città. “Sono fortunato -riesce a dire ridendo-. Il primo giorno che sono arrivato alla questura di Gorizia eravamo solo in quattro o cinque, non come ora, e quindi ci hanno fatto entrare subito”.

    A pochi metri una quarantina di uomini è assiepata davanti al cancello. Un ufficiale fa entrare poche persone al giorno ma l’attesa media, anche in momenti affollati come questo, è circa di due settimane, comunque di molto inferiore a quella di Udine.

    La storia di Rasheed, però, avrebbe potuto prendere una strada drasticamente differente. La frontiera terrestre friuliana, territorio d’ingresso o di transito per le persone migranti, è teatro di respingimenti sistematici, caso unico in questi termini per l’Italia. Secondo i dati del Dipartimento di pubblica sicurezza ottenuti da Altreconomia tramite accesso civico generalizzato, a Gorizia nel corso del 2025 sono stati infatti 1.454 e nei primi tre mesi del 2026 già 224. A questi si legano gli “irregolari rintracciati”, come li chiama il Viminale, che sono stati 2.291 nel 2025 e 593 fino a marzo di quest’anno. A Trieste, invece, nel 2025 ci sono stati 784 respinti a fronte di 1.579 rintracciati. Un totale in tutto il Friuli-Venezia Giulia, considerando anche la quota irrisoria del settore di Tarvisio, di 3.884 rintracciati e 2.241 respinti: il 57,7% è stato allontanato.

    Il respingimento è una procedura legalmente attuabile a determinate condizioni nei confronti di chi non dispone dei requisiti per l’ingresso, escluso chi chiede asilo. Può avvenire solo alle frontiere esterne o alle interne dove sono stati temporaneamente ripristinati i controlli, come avvenuto appunto al confine con la Slovenia, ma anche con la Francia dove però non ne sono stati registrati. Nei settori di Bardonecchia (TO) -dove si trova Oulx- e di Ventimiglia (IM), che hanno visto il numero più alto di rintracci (rispettivamente 7.509 e 7.110), il ministero ha segnalato molte “riammissioni passive”, ovvero le operazioni di polizia che consistono nel riportare in Italia chi avrebbe attraversato irregolarmente il confine interno sulla base di accordi bilaterali. Nel 2025 a Ventimiglia sono state ben 9.282, mentre a Bardonecchia 5.126. Gli agenti italiani di questi due zone, invece, avrebbero riammesso in Francia un totale di 574 persone.

    Per quanto riguarda la Slovenia si conferma che questo tipo di attività non è mai stato efficiente, come già raccontato da Altreconomia: se tra dicembre 2022 e marzo 2023 Lubiana aveva accolto 23 richieste di riammissione (su 190 presentate), nell’intero 2025 ne ha accettate solo otto.

    “Noi non abbiamo mai visto nel corso dell’ultimo anno un solo provvedimento di respingimento -evidenzia Gianfranco Schiavone, presidente del Consorzio italiano di solidarietà di Trieste-. Il respingimento è un atto amministrativo, quindi dovrebbe essere scritto, motivato e notificato. Può essere impugnato anche se è immediatamente esecutivo. Non sono dunque legali, come chiunque può ben capire, dei respingimenti ‘di fatto’ di cui è impossibile accertarne in giudizio la legittimità come, ad esempio, se sia stato applicato a persone non respingibili”.

    In questa categoria rientra chi ha una vulnerabilità, è minore, intende chiedere asilo o non può comunque essere respinto o espulso nel Paese di origine perché proveniente da luoghi pericolosi, quale è il caso degli afgani. Sotto quest’ultimo punto, difatti, il Dipartimento di pubblica sicurezza ha rifiutato di condividere i dati aggregati in merito allo Stato di provenienza o al genere, adducendo che fosse per “tutela dei dati sensibili o investigativi/giudiziari, garantendo anche l’esigenza di rendere il dato in modo immediato per evitare che subisca interpretazioni”. A quali interpretazioni possano mai essere soggetti rimane un mistero.

    Schiavone rileva poi che,almeno dall’inizio del 2025 sono aumentate le persone che definisce “in orbita”, ovvero chi come Rasheed riceve un diniego in un altro Paese europeo e si trova a ricominciare il suo percorso in Italia perché non ha dove altro tornare. “Chiudere e inasprire: il nuovo Patto per la migrazione e l’asilo è entrato in vigore a giugno ma è stato preceduto da un atteggiamento ostile de facto e questi sono gli effetti”.

    Chi ne è vittima si affianca a chi proviene dalla rotta balcanica, sfaccettando ulteriormente il fenomeno migratorio. Ricorda anche che i numeri del ministero non rappresentano la realtà: secondo i dati raccolti dalle associazioni che si occupano di assistenza a chi arriva sul territorio di Trieste, nel 2025 sono stati registrati poco meno di 10mila nuovi ingressi e dunque gli “intercettati” circa solo il 15%.

    Per Schiavone, comunque, l’Italia rimane un Paese poco desiderabile, una seconda o terza scelta: “I richiedenti asilo sanno che in Italia regna una grande confusione, i tempi per presentare e poi per l’esame delle domande sono lenti, si può abbastanza facilmente rimanere senza accoglienza ma invisibili e lavorare in nero anche se quasi sempre in condizioni di grave sfruttamento. Per quanto ciò sia paradossale per un numero crescente di richiedenti queste pessime condizioni di partenza stanno diventando delle ragioni che fanno scegliere un Paese come l’Italia ”.

    E il disagio, anche a Gorizia, non manca. Rasheed racconta che, in attesa di un posto in accoglienza, vive con altri 25 nella cosiddetta “jungle”, un insediamento informale sulla sponda dell’Isonzo. Stuoiette, teli, tende e fornelletti per cucinare, fuori dagli occhi della città. “Non ho detto alla mia amica che dormo in strada. Per lei sto in albergo”, confessa il ragazzo. Si tocca la schiena e rivela un taglio, frutto di un’operazione a cui ha dovuto sottoporsi a causa di una ferita infertagli durante la rotta e non curata tempestivamente. Gli stranieri a Gorizia si vedono solo davanti agli uffici dell’immigrazione o alla stazione, dove pochi volontari portano beni di prima necessità a chi transita.

    Il fine ultimo delle nuove normative per Schiavone è, al solito, quello di liberarsi delle persone mettendole in condizioni di vita difficili e facendo sì che siano loro stesse a lasciare la procedura e a disperdersi nella marginalità. E sottolinea che le lungaggini delle questure -tutt’altro che isolate sul territorio italiano- sono già parte da tempo di questa “tattica spregiudicata di dissuasione”.

    L’obiettivo delle istituzioni sembra quello di lasciare meno tracce possibili: “Viviamo in un curioso e incredibile contesto nel quale la Pubblica amministrazione rifugge dalle formalità previste da ogni procedura amministrativa operando nella più assoluta informalità. E lo si fa perché diversamente emergerebbero prove inconfutabili di scelte illegittime e ingiustificabili”.

    In questo caos orchestrato non si possono distinguere città in cui le procedure funzionino meglio che in altre; piuttosto, è la presenza della società civile a fare la differenza. Udine e Trieste, ad esempio, hanno un monitoraggio attento e continuo, laddove invece a Gorizia è più carente. E per le persone migranti non cambia “solo” la qualità della vita, magari grazie a mense o alloggi dedicati. “Abbiamo bisogno di associazioni indipendenti che si spingano oltre l’azione caritatevole -conclude Schiavone-. Se non sei informato su quali sono i tuoi diritti e su come entrare nella violenta realtà italiana facendoli valere, puoi anche riuscire a trovare da mangiare o un posto letto precario ma rimarrai sempre invisibile. Per questa ragione sottolineo sempre che l’aiuto caritatevole senza tutela dei diritti non è affatto una scelta neutra ma è uno strumento di potere per non modificare la situazione”.

    https://altreconomia.it/a-gorizia-continuano-i-respingimenti-e-i-richiedenti-asilo-vivono-nasco
    #migrations #réfugiés #asile #frontière_sud-alpine #expulsions #renvois #refoulements #Italie #Slovénie #dissuasion #stratégie_de_la_dissuasion #frontières_intérieures #frontière_terrestre #Tarvisio #réadmissions #réadmissions_passives #accords_bilatéraux #migrerrance #SDF

  • La justice française ordonne l’extradition de l’antifasciste « Gino » vers l’Allemagne – Libération
    https://www.liberation.fr/politique/la-justice-francaise-ordonne-lextradition-de-lantifasciste-gino-vers-lall

    A la suite de ce refus français [de livrer Gino à la Hongrie], l’Allemagne avait alors émis un #mandat_d’arrêt_européen visant Rexhino Abazaj, au motif que des victimes présumées de ce dossier sont de nationalité allemande. Cela lui a valu d’être interpellé en décembre à Paris par les hommes de la sous-direction antiterroriste, appuyés par la BRI. « Une méthode très inhabituelle et brutale », avait dénoncé son conseil Me Pasquet-Marinacce.

    Au cours des audiences, les avocats de « Gino » Abazaj ont souligné le danger de voir leur client finir dans des geôles hongroises s’il était extradé vers Berlin. Ils s’appuyaient sur le précédent de Maja T., antifasciste non binaire arrêté·e en décembre 2023 en Allemagne dans ce même dossier et dont la Hongrie réclamait l’#extradition. Rejetée en première instance, cette demande avait été validée en appel, en juin 2024. Le jour même, ses avocats avaient saisi la Cour constitutionnelle allemande de Karlsruhe. Cela n’avait pas empêché son extradition quasi immédiate. Le lendemain, la plus haute juridiction fédérale émettait pourtant « une injonction préliminaire interdisant provisoirement le transfert de la plaignante aux autorités hongroises ». Trop tard : Maja T. est toujours sous les verrous hongrois.

    Inquiets que ce mode opératoire se reproduise, les conseils du militant albanais avaient plaidé pour que la chambre des extraditions française refuse la remise de leur client aux autorités allemandes. Des garanties ont ainsi été demandées par la justice française aux autorités allemandes. Sauf que la réponse fournie « tient en deux lignes » seulement, regrette Youri Krassoulia : « Les policiers allemands sont-ils allés enquêter en Hongrie ? Il est certain que non. D’ailleurs ils ne répondent ni oui, ni non à cette question ». Pour l’instant, le militant antifasciste est toujours en France. Ses avocats ont formulé un pourvoi devant la Cour de cassation, qui a désormais quarante jours pour se prononcer. Ce qui a permis de suspendre la procédure d’extradition.

    Le Comité Budapest, qui soutient Rexhino Abazaj et d’autres antifascistes inquiétés dans ce dossier, demande, dans un communiqué publié ce jeudi 20 août, à « la France de refuser son extradition ». « Si Gino est extradé, il encourt au moins dix ans d’emprisonnement en Allemagne […] qui veut faire de cette affaire un exemple à l’encontre des antifascistes », écrit le collectif. En parallèle, au sein des réseaux antifascistes, circulent des appels à la mobilisation et au soutien au moyen de « communiqués, banderoles, affichages rassemblement devant les ambassades ».

    #antifascisme #répression #anti-terrorisme #SDAT #justice

  • Les pompiers en colère montent un front syndical inédit face au ministre de l’intérieur
    https://www.mediapart.fr/journal/france/120826/les-pompiers-en-colere-montent-un-front-syndical-inedit-face-au-ministre-d

    En France, 44 000 #pompiers professionnel·les – des fonctionnaires territoriaux, employé·es par les départements – travaillent aux côtés de 200 000 pompiers volontaires, qui représentent 78 % des pompiers et interviennent dans 67 % des opérations. Mais ce pilier vacille : les pompiers volontaires sont considéré·es depuis 2018 comme des travailleurs et travailleuses par le droit européen, mais aussi par une décision du Conseil d’État du 9 juillet.

    Un rapport de l’Inspection générale de l’administration (IGA) s’inquiétait, dès 2024, d’une explosion du temps de travail des volontaires et préconisait de le limiter à 600 heures annuelles, sous peine de dépasser le plafond européen. « Or, dans certains #Sdis, des volontaires continuent de dépasser allègrement le plafond », s’indigne Kenji Pere. « Au détriment de la santé et de la sécurité de tous », analyse Rémy Chabbouh, porte-parole de Sud Sdis, le syndicat à l’origine de la procédure judiciaire ayant abouti à la décision du Conseil d’État.

    Pour les syndicats de professionnel·les, l’utilisation abusive du volontariat crée aussi une forme de dumping social : rémunéré·es sur une base de 8 euros de l’heure, les volontaires sont corvéables à merci. Ce statut est aussi utilisé pour payer au rabais les renforts nécessaires. Le recours massif au volontariat est perçu par l’intersyndicale comme la « rustine » d’un système en faillite.

    Le délai moyen d’intervention des pompiers est passé de 12 minutes et 30 secondes en 2014 à 15 minutes et 9 secondes en 2025, tandis que le ratio de pompiers, tous statuts confondus, pour 100 000 habitant·es a reculé. Il est passé de 400 en 2009 à 357 en 2024, selon les chiffres de la Direction générale de la sécurité civile. L’activité n’a quant à elle cessé de progresser, avec une hausse de 10 % en dix ans, soit 460 000 interventions en plus.

    Pourtant, « environ 500 lauréats du concours de pompier professionnel ne sont pas recrutés parce que les Sdis sont étranglés financièrement », dénonce Laurent Guilloteau, représentant syndical de la CGT des Sdis. « Nous sommes face à une crise de recrutement », s’insurge Rémy Chabbouh. L’intersyndicale réclame des embauches.

    La Fédération nationale des sapeurs-pompiers de France explique quant à elle depuis quelques années qu’il manque 50 000 volontaires. Si les Sdis se félicitent d’un « afflux » de vocation en ce mois d’août, la réalité du terrain est plus complexe. « Dans les Bouches-du-Rhône, en 2023, on a recruté 900 volontaires […] et on en a perdu 850 la même année », relate le représentant de la CGT. Pour Xavier Boy, président du syndicat majoritaire chez les sapeurs-pompiers, la Fédération autonome (FA/SPP-PATS), ce sursaut est éphémère : « Le Tour de France donne envie de faire du vélo, Roland-Garros d’acheter des raquettes. C’est la même chose. »

    [...]

    La somme des budgets de fonctionnement des Sdis se chiffre à hauteur de 5 milliards d’euros. En 2025, ces recettes proviennent à 95 % des collectivités locales. Les #départements assurent plus de la moitié de cette participation, complétée par les communes et communautés de communes. Cette répartition varie cependant fortement en fonction des Sdis. L’État, lui, contribue très peu à leur financement direct : le « pacte capacitaire » annoncé en 2022 après les mégafeux ne prévoit que 150 millions d’euros, une enveloppe bien maigre face aux besoins.

    Quant aux départements, ils sont « au bord de l’asphyxie budgétaire », alerte une nouvelle fois l’association Départements de France, qui en appelle à un changement des règles de financement des Sdis, en soulignant « toute l’absurdité de la situation : au moment même où les risques explosent […], les principaux financeurs de la sécurité civile voient leurs marges de manœuvre s’effriter ». Mais Kenji Pere regrette que « le débat se limite jusqu’ici à une réflexion sur la TSCA [taxe spéciale sur les conventions d’assurances – ndlr], c’est insuffisant ».

    Autre point de tension : l’activité des pompiers est de plus en plus accaparée par le secours aux personnes, représentant 85 % de leur travail en 2025, contre 76 % en 2014. « Je sors d’une garde de vingt-quatre heures, je n’ai fait que du pré-hospitalier. Ce n’est pas notre boulot ! », se révolte Rémy Chabbouh. Les pompiers sont devenu·es la solution « pour pallier toutes les défaillances des services publics ». Le syndicaliste énumère les « carences ambulancières, détresse sociale, troubles psychiatriques, ivresse sur la voie publique ». Il en appelle à une redéfinition des missions.

    Une autre revendication rassemble les syndicats : la protection de la santé des agent·es. Ils réclament des équipements de base contre la toxicité des fumées : cagoules filtrantes, détecteurs de monoxyde de carbone. « Aujourd’hui, on a des gens qui partent à la retraite malades et qui n’en profitent même pas, car ils décèdent rapidement », s’indigne Laurent Guilloteau. La France accuse un retard sur la reconnaissance des maladies professionnelles. « En Belgique, une trentaine de cancers sont reconnus comme liés au métier », tandis qu’en France, « seulement quatre » le sont, dénonce Kenji Pere.

  • »Gesundheit ist ein Menschenrecht« – aber wer zahlt dafür?
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201429.obdachlosigkeit-gesundheit-ist-ein-menschenrecht-n-aber-wer-zahlt

    28.7.2026 von David Rojas Kienzle -Arztmobil und Stadtambulanz versorgen täglich Wohnungslose in Berlin – doch die Finanzierung der wichtigen Arbeit steht auf wackligen Beinen.

    Olaf Schüßler leitet das Arztmobil der Caritas. Das Kunstwerk im Hintergrund zeigt Omar, der 30 Jahre auf der Straße lebte.

    Foto: Caritas/Ksenia Yanko

    Eigentlich findet in der Levetzowstraße im Berliner Stadtteil Moabit eine Presseveranstaltung der Berliner Caritas und der Berliner Stadtmission statt. Die beiden Organisationen stellen die Arbeit des Arztmobils und der mobilen Straßenambulanz vor und bekommen feierlich eine Spende über 21 000 Euro des Pharmaunternehmens Bayer übergeben. Aber einer der Experten für die Arbeit ist kurzzeitig nicht ansprechbar. Ein Mann benötigt Unterstützung und Olaf Schüßler, Leiter des Caritas-Arztmobils, überprüft seinen Blutzucker, während der Rest der Anwesenden Interviews gibt.

    Die Konsultation ist eine von 1800, die das Arztmobil der Caritas jedes Jahr macht. Der Kleinbus ist an vier Tagen die Woche unterwegs und bietet an verschiedenen Orten der Stadt medizinische Versorgung an, vor allem für Obdachlose. »Wir machen keine Notfallmedizin«, erklärt Schüßler gegenüber »nd« im Gespräch. Das Arztmobil bietet hausärztliche Versorgung für Menschen, die es selber nicht in eine Praxis schaffen oder keine Krankenversicherung haben. Der niedrigschwellige Zugang ist zentral in der Arbeit. Patient*innen dürfen in allen Zuständen kommen. »Und wenn sie uns mal anbrüllen, dann ist das eben so«, sagt Schüßler. »Man braucht manchmal ein dickes Fell, aber wir sind eben alle Überzeugungstäter.«

    Schüßler selbst ist kein Arzt, sondern Sozialarbeiter und Rettungssanitäter. Aber bei den Fahrten sind immer ausgebildete Mediziner*innen dabei – alle ehrenamtlich. Angestellt sind für die Arbeit Sozialarbeiter*innen und »wirklich überzeugte Krankenschwestern«, wie Schüßler sagt. Neben der medizinischen Versorgung – oft geht es dabei um normale Probleme, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen, sehr häufig aber auch um Wundversorgung – können die Sozialarbeiter*innen über die Arbeit mit dem Mobil eine Beziehung zu den wohnungslosen Menschen aufbauen. »Das ist eine sehr intime Arbeit. Das bedeutet, dass wir einen Zugang haben, den andere Sozialarbeitende nicht haben«, sagt Schüßler. Das sei die Basis, um die Menschen wieder ins Regelsystem zu bringen.

    Dass die mobile ärztliche Versorgung ein wichtiger Teil der Unterstützungsarbeit für Wohnungslose ist, bestätigt auch Elfriede Brüning gegenüber »nd«. Sie leitet die Zentrale Beratungsstelle für Wohnungslose von der Berliner Stadtmission und der Caritas. Soziale Arbeit komme bei Wohnungslosen oft nicht so gut an. Deswegen sei der andere Zugang so wichtig. Mindestens genauso wichtig: Mit den mobilen Angeboten können Menschen erreicht werden, die es sonst nicht zu Beratungsstellen schaffen. »Wir bekommen öfters Anrufe von Bürger*innen, die wahrnehmen, dass Menschen auf der Straße Hilfe benötigen«, sagt Brüning. Dann könne man die mobilen Teams zu den Menschen schicken.

    Während das Arztmobil tagsüber unterwegs ist, fährt die mobile Straßenambulanz der Stadtmission abends und nachts. Gerhard Groß ist ehrenamtlicher Fahrer. »Auch Obdachlose haben ihren Tagesablauf«, sagt er zu »nd«. Wer auf der Straße lebt, muss sich um vieles kümmern: Behördengänge, Essen besorgen und vieles mehr. Deswegen ist es wichtig, auch abends Hilfe anzubieten. Ein weiterer Unterschied zum Arztmobil: Die Ambulanz fährt gezielt Menschen an. »Wir haben schon bestimmte Klienten auf dem Zettel«, sagt Groß. Dabei kommt Menschen wie ihm, der regelmäßig unterwegs ist, eine wichtige Rolle zu. Denn die Ärzte, die ehrenamtlich fahren, machen das meist nur ein- bis zweimal im Monat. »Die verlassen sich darauf, dass wir wissen, wo wir hinmüssen«, sagt Groß.

    »Man braucht manchmal ein dickes Fell, aber wir sind eben alle Überzeugungstäter.«
    Olaf Schüßler Leiter des Arztmobils

    Die Arbeit ist nicht immer einfach. »Manchmal gibt es Situationen, wo man kurz vorm Verzweifeln ist«, sagt Groß. Etwa wenn Menschen Wunden haben, die einfach nicht verheilen und dann eine Amputation droht. Außerdem seien die Wege, bis man jemanden vermitteln könne, »unendlich lang«. Groß berichtet von einem Mann, der in Kreuzberg dauerhaft auf der Straße lebt und der dringend eine Unterbringung braucht. »Das dauert dann aber manchmal Wochen und Monate.« Dazu komme, dass sich viele Menschen auf der Straße nicht um sich selbst kümmern könnten – wegen Drogenproblemen oder psychosozialen Problemen. Das führe dazu, »dass Leute sich nicht aufraffen«, so der Ehrenamtliche. »Deswegen ist Konstanz so wichtig.« Ärzt*innen könnten das nicht. »Da baut sich nicht so ein Kontakt auf.«

    Die wichtige Arbeit, die das Arztmobil, die Ambulanz und die zentrale Beratungsstelle leisten, findet allerdings unter Bedingungen statt, die immer schwerer werden. Die Beratungsstelle musste einen Sprechstundentermin streichen, weil die Finanzierung fehlt, wie Elfriede Brüning berichtet. Und auch das Arztmobil ist mittlerweile an vier statt fünf Tagen unterwegs, berichtet Olaf Schüßler. Zwar gebe es eine Finanzierung durch das Landesamt für Gesundheit, aber allein um den Betrieb des Arztmobils aufrechtzuerhalten, müssen Caritas und Stadtmission jedes Jahr einen mittleren fünfstelligen Betrag an Spenden einwerben.

    Und die Situation wird nicht besser. Aktuell gibt es geschätzt 65 000 Wohnungslose in der Hauptstadt. Dabei würden sehr viele, die sich selber helfen würden, nicht einmal in der Statistik auftauchen, sagt Elfriede Brüning. Alle Prognosen gehen davon aus, dass diese Zahl bis 2030 massiv steigen wird, obwohl sich Berlin eigentlich das utopische Ziel gegeben hat, bis dahin Obdachlosigkeit zu überwinden. »Ich weiß nicht, wie wir das schaffen wollen, wenn wir nicht Geld in die Hand nehmen«, sagt die Leiterin der Beratungsstelle.

    Olaf Schüßler sagt, er wünsche sich auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Wohnungslosigkeit finanzielle Sicherheit für die Arbeit mit dem Arztmobil. Dieses sei eigentlich eine Ergänzung zum normalen Gesundheitssystem. »Wenn es uns nicht gäbe, wären die Rettungsstellen noch stärker überlastet«, sagt er. Man wolle aber langfristig, dass der Staat sich nicht aus der Verantwortung ziehe. Denn: »Gesundheit ist ein Menschenrecht.«

    #Berlin #sdf #iatrocratie

  • Bierverbot am Bahnsteig, Sekt im Abteil : Die bittere Wahrheit hinter dem Bahn-Plan
    https://www.berliner-zeitung.de/article/bierverbot-am-s-bahnsteig-sekt-im-abteil-die-bittere-wahrheit-hinte

    La chasse aux pauvres continue. Le propriétaire privé des gares allemandes Deutsche Bahn y iinterdit la consommation d’alcool . La mesure concerne uniquement les plus pauvres qui vivent et dorment dans ces lieux publiques. Dans les bars et restaurants des gares et trains on continuera à vendre de l’alcool.

    21.7.2021 vom Oliver Weinlein - Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an 5400 Bahnhöfen. Warum die Regel vor allem Obdachlose verdrängt und soziale Probleme nicht löst.

    Im Bordbistro des ICE wird auch künftig Sekt ausgeschenkt. Auf dem Bahnsteig davor kostet die geöffnete Bierdose bald einen Platzverweis. Das ist die Logik des Alkoholverbots, das die Deutsche Bahn nun auf alle 5400 Bahnhöfe ausweiten will – bis spätestens 15. Oktober 2026, in Berlin ab 1. September am Hauptbahnhof und in Gesundbrunnen.

    Der Anlass ist ernst. Nach dem brutalen Angriff auf einen Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer eskalierten Ticketkontrolle zieht Bahnchefin Evelyn Palla die Notbremse. Gut ein Drittel aller Gewalttaten an Bahnhöfen geschieht laut Bundespolizei unter Alkoholeinfluss.

    Wer abends am Gleis wartet, während nebenan eine Wodkaflasche kreist, kennt das mulmige Gefühl. Frauen kennen es besser als Männer.

    Und das Verbot ist kein Papiertiger, jedenfalls nicht überall. An den rund 30 Bahnhöfen, wo es bereits gilt, darunter Köln, München und Hamburg, meldet die Bahn weniger Gewaltdelikte, auch weniger Müll. Wer das Verbot pauschal als Symbolpolitik abtut, macht es sich zu einfach.
    Wer hier eigentlich verschwinden soll

    Trotzdem lohnt ein genauer Blick auf die Zielgruppe. Der Fan mit dem Wegbier steigt in seinen Zug und ist weg. Getroffen wird, wer nicht wegfahren kann: Menschen, die ihre Tage und Nächte am Bahnhof verbringen, weil sie keine Wohnung haben. Für sie ist er einer der letzten öffentlichen Orte mit Dach und Wärme.

    Dass die Gastronomie ausgenommen bleibt, entlarvt den Plan. Wer sich den Prosecco im Sitzen leisten kann, darf weitertrinken. Verboten wird der Alkohol der Armen.
    Ausgewichen ist nicht verschwunden

    „Verdrängung löst keine Probleme“, hält die Berliner Caritas dagegen. Die Bahnhofsmission am Ostbahnhof, wo das Verbot seit Mai als Modellversuch läuft, beschreibt aus der Praxis, was dann passiert: Wer vom Bahnsteig verwiesen wird, zieht ein paar Hundert Meter weiter – in den nächsten Park oder hinunter in den U-Bahnhof, wo die BVG-Hausordnung gilt und die neue Regel ins Leere läuft.

    Das Elend wird verschoben, dorthin, wo keine Bahnhofsmission mehr hinschaut. Genau darin liegt der Denkfehler: Die Leute müssen von der Straße – nicht bloß aus dem Blickfeld der Touristen und Reisenden.
    Ein Schild ist billiger als Hilfe

    Was stattdessen nötig wäre, haben die Sozialverbände längst aufgeschrieben: aufsuchende Sozialarbeit auch nachts, dazu Suchtberatung direkt am Bahnhof statt drei Ämter weiter. Das kostet Geld. Ein Schild mit durchgestrichener Bierflasche kostet fast nichts. Deshalb hängt bald das Schild.

    Ob es mehr wird als ein Schild, bezweifelt ausgerechnet die Gewerkschaft der Polizei: Bei der aktuellen Personallage sei eine konsequente Durchsetzung kaum machbar.

    An neuralgischen Orten kann ein Verbot ein sinnvoller Baustein sein. Als Antwort auf Wohnungslosigkeit und Sucht ist es ein Offenbarungseid. Wenn im Oktober das letzte Schild hängt, sind die Bahnhöfe aufgeräumter. Wie viele Menschen dann noch draußen schlafen, steht auf keinem Schild.

    #Allemagne #alcool.#sdf #gares #prohibition #pauvreté

  • He made your free video player run smoothly. Now he’s doing that for robots.
    https://techcrunch.com/2026/06/19/he-made-your-free-video-player-run-smoothly-now-hes-doing-that-for-robot

    You’ve probably used #VLC Media Player, the free #video_player with the orange traffic-cone icon — it’s been downloaded more than 6 billion times. But according to its lead developer, #Jean-Baptiste_Kempf, robots will soon be almost as ubiquitous as his open source video software.

    Convinced that “hundreds of millions of #robots and #drones” will be roaming the streets in a few years, this French serial entrepreneur and #open-source legend has been building #Kyber, an infrastructure layer for controlling #remote #devices in real time. Its core software is an #SDK that synchronizes #video, #audio, #sensor data, and control inputs with minimal latency.

    #kempf

  • Il y a des phrases qui, à elles seules, disent l’essentiel d’une époque. « La pauvreté n’est pas un crime » : ce n’est pas un simple slogan. C’est, mot pour mot, ce qu’ont martelé la Ligue des droits de l’Homme, la FEANTSA, la FIDH et la Fondation pour le Logement des Défavorisés dans leur communiqué commun au lendemain de la décision unanime du Comité européen des droits sociaux (CDES) condamnant la France pour ses arrêtés antimendicité. Ce n’est pas un reproche entre amis, ni une pétition de plus. C’est une décision de droit international, rendue à l’unanimité par 13 experts indépendants du Conseil de l’Europe. Et pourtant, la France continue. Les maires renouvellent leurs arrêtés, les préfets ne bougent pas, et dans les rues de nos villes, les bancs continuent de se hérisser d’accoudoirs centraux pensés, d’abord et avant tout, pour qu’un être humain épuisé ne puisse pas s’y allonger.

    https://dubasque.org/la-pauvrete-nest-pas-un-crime

    #précarité_SDF_violence

  • Obdachlosigkeit: Eine Frau macht Berlins Unsichtbare seit Jahren wieder sichtbar
    https://www.berliner-zeitung.de/article/eine-frau-die-berlins-unsichtbare-seit-jahren-wieder-deutlich-sicht

    Rendre visibles les SDF de Berlin

    29.5.2026 von Paul Zinken - Die Zahlen sind sehr nüchtern. Über 53.000 wohnungslose Menschen lebten zum Stichtag 31.01.2025 in Berlin in einer Unterkunft. 6000 Menschen hatten 2024 keine.

    Berlin hat viele Geräusche. Die S-Bahn auf den Brücken. Die Sirenen in der Nacht. Das Klirren von Flaschen am Bahnhof. Und dann gibt es dieses andere Geräusch: Papier. Briefe vom Vermieter. Mahnungen. Räumungsklagen. Behördenpost. Für manche Menschen beginnt Wohnungslosigkeit nicht im Schlafsack, sondern mit einem Umschlag im Briefkasten.

    Susanne Gerull kommt nicht aus der akademischen Glasvitrine. Sie war Sozialarbeiterin, ist Wissenschaftlerin. „Manche Fragen lassen sich aber auch heute nicht mit beruflichem Alltagswissen beantworten“, ist sie überzeugt. Später wurde genau daraus ihre wissenschaftliche Spur: Mietschulden, Prävention, soziale Wohnhilfe, Wohnungslosigkeit. Armut, sagt sie sinngemäß, sei nicht nur ein Mangel an Geld, sondern eine politische Frage. Soziale Ungleichheit beruhe auch auf Strukturen, die „politisch gewollt“ seien.

    Immer mehr sind von Wohnungslosigkeit betroffen

    Deutschlandweit waren zum Stichtag 31. Januar 2025 rund 474.700 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht – acht Prozent mehr als im Vorjahr. 41 Prozent der gemeldeten untergebrachten Menschen waren jünger als 25 Jahre. Nicht enthalten sind dabei jene, die auf der Straße schlafen oder verdeckt wohnungslos sind, also etwa bei Bekannten unterkommen.

    Gerulls Arbeit beginnt genau an dieser statistischen Lücke. Wer ist sichtbar? Wer verschwindet? Wer wird gezählt – und wer bleibt draußen vor der Zahl?
    Eine schlechte Zahl kann politisch gefährlich werden

    Als Berlin seine obdachlosen Menschen zählen wollte, war Gerull wissenschaftlich beteiligt. Später, als eine weitere Zählung verschoben wurde, zeigte sie sich enttäuscht. Doch wegen zu weniger Freiwilliger habe sie selbst zur Verschiebung geraten. Eine berlinweite Zählung ergebe so „methodisch keinen Sinn mehr“.

    Das klingt trocken, aber es ist der Kern ihres Denkens: Nicht jede Zahl ist besser als keine Zahl. Eine schlechte Zahl kann politisch gefährlich sein, weil sie Genauigkeit vortäuscht. Eine Stadt, die ihre Ärmsten zählt, muss wissen, wie schnell sie sie wieder übersieht.

    Menschen dürfen nicht unsichtbar gemacht werden

    In einer wissenschaftlichen Einordnung zur „Nacht der Solidarität“ schrieb Gerull, verdeckte Wohnungslosigkeit lasse sich nicht einfach erfassen. Das dürfe aber nicht dazu führen, auf der Straße lebende Menschen „unsichtbar“ zu machen.

    Dieses Wort bleibt hängen: unsichtbar.

    Unsichtbar ist der Mann, der morgens um sechs seine Decke zusammenrollt, bevor die Stadt wach wird. Unsichtbar ist die Frau, die bei einem Bekannten schläft, weil sie Angst vor der Notunterkunft hat. Unsichtbar ist das Kind, das in einem Wohnheim groß wird und nach außen so tun soll, als sei alles normal.

    Geschichtlicher Querverweis

    Gerull hat Wohnungslosigkeit nie als Randthema behandelt. In einem Beitrag für die Bundeszentrale für politische Bildung schrieb sie, wohnungslose Menschen würden weiterhin „ausgegrenzt, stigmatisiert“ und teils in ihrer Existenz bedroht. Sie erinnert auch an die historische Gewaltgeschichte: Im Nationalsozialismus wurden als „asozial“ verfolgte Menschen kriminalisiert, deportiert, ermordet; die Stigmatisierung wohnungsloser Menschen hat tiefe historische Wurzeln.

    Der moderne Blick ist oft nur scheinbar milder. Mal gelten Wohnungslose als Opfer, mal als Störung. Mal friert die Stadt mit ihnen, mal will sie sie aus Parks, Bahnhöfen und Hauseingängen entfernen. Gerull beschreibt diesen Mechanismus hart: Aus einem sozialen Problem werde ein „ordnungs- und strafrechtliches Problem“.

    Dann kommt Housing First. Zuerst kommt die Wohnung

    Der Ansatz ist einfach und radikal zugleich: Erst die Wohnung. Dann die Hilfe. Nicht erst Abstinenz, Therapie, Wohlverhalten, Stufenplan. Nicht erst beweisen, dass man „wohnfähig“ ist. Sondern ein eigener Mietvertrag – und danach freiwillige, begleitende Unterstützung.

    Gerull evaluierte unter anderem das Berliner Modellprojekt „Housing First Berlin“. Das Ergebnis: Während der Modellprojektlaufzeit wurden 40 Menschen mit Wohnraum versorgt. 42 Mietverträge wurden unterschrieben. Die Wohnstabilität lag nach drei Jahren bei 97,3 Prozent. Der Bericht bewertet diese Quote als außerordentlich hoch, auch im internationalen Vergleich.
    „Ein Tropfen auf dem heißen Stein“

    Mittlerweile gibt es sechs Träger in der Stadt, die an mehreren Standorten solche Angebote anbieten. „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, weiß auch die Expertin. „Aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Die Politik sei nun verstärkt gefordert.

    Die positiven Zahlen sind mehr als Statistik. Sie widersprechen einem alten Vorurteil: dass wohnungslose Menschen erst lange geformt, geprüft, diszipliniert werden müssten, bevor sie wohnen können. Housing First dreht die Logik um: Wer schlafen kann, kann Termine wahrnehmen. Wer eine Tür abschließen kann, kann Kraft sammeln. Wer eine Adresse hat, existiert wieder im System.

    Ein Umdenken ist erforderlich

    Ein langer Weg, der Geduld und Geld braucht. Und ein Umdenken in der Struktur der Verwaltung erfordert. „Wenn es um Wohnungslosigkeit und deren Bekämpfung geht, sind viele Behörden gefordert“, lautet das Fazit von Gerull. Aber anstatt die Kräfte zu bündeln, „macht jeder sein Ding“. So werde beim Thema Wohnungslosigkeit immer auf die Senatsverwaltung für Soziales verwiesen. „Doch Wohnungslosigkeit ist kein ausschließlich soziales Problem“, erklärt sie. Die anderen Ressorts wie Bauen, Gesundheit, Jugend und Familie müssten auch eingebunden werden. „Ohne bezahlbaren Wohnraum nutzt die beste sozialarbeiterische Unterstützung nichts.“

    Statistik
    178.000 Wohnungslose zum Jahresbeginn in Unterkünften

    Doch Berlin ist nicht nur Housing First. Berlin ist auch ASOG.

    ASOG-Unterkünfte sind ordnungsrechtliche Unterbringungen – eigentlich Notlösungen, gedacht gegen die unmittelbare Gefahr, obdachlos auf der Straße zu stehen. Gerull leitete 2023/2024 mit Studierenden eine Studie über die Lebenssituation wohnungsloser Menschen in Berliner ASOG-Unterkünften. Grundlage waren 23 Interviews; Teile des Forschungsprozesses wurden durch wohnungslose Menschen selbst wissenschaftlich begleitet. Ziel war unter anderem die Entwicklung sozialer Mindeststandards.

    Unbequeme Ergebnisse

    Die Ergebnisse sind unbequem. In einer zusammenfassenden Darstellung der Studie heißt es: Formal würden Mindeststandards oft eingehalten, menschenwürdiges Wohnen werde aber durch unzumutbare sanitäre Zustände, fehlende Privatsphäre und lange Aufenthaltsdauern erschwert. Ein Satz aus der Studie lautet: „Das Leiden unter diesen Wohnbedingungen steigt“ mit zunehmender Dauer.

    Darin liegt die ganze Berliner Härte: Die Stadt bringt Menschen unter – und lässt sie dann manchmal Jahre in einem Provisorium hängen. „Ein Unding“, sagt die Expertin. Ein Bett sei kein Zuhause. Ein Wohnheim keine Wohnung. Eine Notlösung keine Lebensperspektive.

    Studie fordert Änderungen

    Die ASOG-Studie fordert unter anderem Einzelzimmer als Regelfall für Alleinstehende, Internetzugang, verbindliche Besuchsregeln, Mitspracherechte, verpflichtende soziale Unterstützung, Schutzkonzepte für vulnerable Gruppen und regelmäßige unangemeldete Kontrollen.

    Die neue Lebenslagenuntersuchung, ebenfalls unter Gerulls Projektleitung, verschärft den Befund. Die Diakonie fasst eine zentrale Erkenntnis so zusammen: „Je unsicherer die Unterkunftssituation“, desto unsicherer fühlten sich die Menschen insgesamt. Die Studie unter rund 900 wohnungslosen Erwachsenen, die von diakonischen Einrichtungen in Deutschland unterstützt werden, zeigt: 21,4 Prozent befanden sich in einer äußerst prekären Wohn- oder Unterkunftssituation, 13 Prozent lebten ganz ohne Obdach auf der Straße.

    Dr. Jens Rannenberg vom Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe formuliert daraus eine politische Forderung: Das „Recht auf Wohnen“ müsse als staatliche Verpflichtung anerkannt werden.

    Zahlreiche offene Fragen

    Das ist die eigentliche Streitfrage: Ist Wohnen Fürsorge oder Recht? Ist Wohnungslosigkeit ein persönliches Drama oder ein politisches Versagen? Ist Hilfe ein Schlafplatz im Winter oder eine Wohnung mit Schlüssel, Beratung und Schutz?

    Gerull steht in dieser Debatte für eine nüchterne Empörung. Sie dramatisiert nicht billig. Sie zählt. Sie fragt. Sie evaluiert. Sie widerspricht. Denn hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der irgendwann einmal eine Tür hatte.

    Vielleicht ist das ihre wichtigste Botschaft: Man darf Menschen nicht erst dann sehen, wenn sie am sichtbarsten unten angekommen sind.

    Wohnungslosigkeit beginnt früher. Und genau dort müsste eine Stadt handeln: bei Mietschulden, Räumungsklagen, fehlender Beratung, fehlenden Wohnungen, schlechten Unterkünften, überforderten Ämtern, Armut, Scham und Stigma. „Wir brauchen einen Masterplan, Geld für die Wohnungssuche, einen geschützten Wohnungsmarkt, eine Anpassung der entsprechenden Gesetze, eine Änderung der Eigenbedarfskündigung“, lauten einige ihrer Forderungen.

    Susanne Gerull hat Berlin über Jahre einen Spiegel hingehalten. Darin sieht man keine abstrakte „Problemgruppe“. Man sieht Menschen ohne sichere Tür. Menschen, die oft nicht laut sind, sondern müde. Menschen, die nicht nur verwaltet werden wollen.

    Man sieht eine Stadt, die sich entscheiden muss, ob sie Armut zählt – oder bekämpft. Und dafür sucht Gerull auch künftig Mitstreiter.

    #Berlin #social #SDF #sans_abri #pauvreté #misère #misérables

  • Vom Bau auf die Straße : Wie Robert aus Budapest am Alex ums Überleben kämpft
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/vom-bau-auf-die-strasse-wie-robert-aus-budapest-am-alex-ums-ueberle

    Personne sait combien de mendians SDF vivent à Berlin. C’est l’histoire de l’un parmi eux. L’article parle implicitement du désarroi du journaliste qui ne sait que raconter ce qu’il apprend dans une brève rencontre.

    17.3.2026 von André Beinke - Robert kommt von Ungarn nach Berlin, um Arbeit zu finden. Heute kniet der 55-Jährige jeden Tag am Alex und hofft auf Kleingeld, Kaffee oder etwas zu essen.

    Robert kniet auf dem harten Pflaster vor dem Bahnhof Alexanderplatz in der Sonne und hält die Hand auf. Drei 50-Cent-Stücke liegen an diesem Vormittag drin. Mehr nicht. Seit Stunden ist er hier. Noch nicht mal ein paar Euro, sagt er, ein Kaffee vielleicht, etwas zu essen – viel mehr komme oft nicht zusammen.

    „Heute noch nicht so viel“, sagt Robert mit eigenen Worten. Seit 6 Uhr morgens sei er da. „Keine drei Stunden“, sagt er und schaut kurz auf, während Menschen mit Coffee to go, Einkaufstaschen und eiligen Schritten an ihm vorbeiziehen.

    Robert ist 55, kommt aus Ungarn und lebt seit etwa einem halben Jahr auf Berlins Straßen. Vielleicht auch schon länger. Am Alexanderplatz gehört er zu den Menschen, an denen viele vorbeigehen, obwohl ihn hier längst jeder kennt. Robert spricht niemanden an, ist nicht laut, will sich nicht aufdrängen. Er kniet einfach da, ruhig, die Hand nach vorn gestreckt. In seinem Gesicht liegt eine Traurigkeit, die man kaum übersehen kann.

    Wie die Leute auf ihn reagieren?

    „Mal so, mal so“, sagt er. Manche gäben etwas. Viele gingen vorbei.

    Warum ausgerechnet hier? Robert hebt leicht die Schultern. „Warum denn nicht?“ Am Alex, wo jeden Tag Tausende Menschen vorbeikommen, ist die Chance wenigstens größer, dass wer stehen bleibt. Ein paar Cent. Ein belegtes Brötchen. Ein warmer Kaffee. Für Robert ist das keine Nebensache, sondern die Frage, wie dieser Tag endet.

    Robert will arbeiten

    Dabei war sein Leben einmal ein anderes. Er habe in einer Autowerkstatt gearbeitet, sagt er, später auf dem Bau. Einer, der anpackt. Einer, der lieber mit den Händen arbeitet, als um Hilfe zu bitten. Was er sich wünschen würde? Die Antwort kommt sofort: „Mit Autos. Egal. Baustelle, Auto, irgendwas praktisch.“ Hauptsache Arbeit. Hauptsache wieder ein geregelter Tag.

    Robert kommt aus der Nähe von Budapest nach Berlin, weil er glaubte, dass es hier noch eine Chance für ihn geben könnte. Ein neuer Anfang, ein Job, ein bisschen Halt. „Ich dachte, hier kann ich vielleicht eher etwas verdienen“, sagt er. Stattdessen verbringt er seine Tage am Alexanderplatz und zählt Kleingeld.

    Berlin wirkt oft wie ein Ort, an dem man noch einmal von vorn anfangen kann. Für Menschen wie Robert zeigt die Stadt jedoch schnell ihre harte Seite: Sie ist teuer, anonym und überfordert. Anfang 2024 lebten in Berlin nach Senatsangaben rund 6032 Menschen ohne Unterkunft auf der Straße oder in Behelfsunterkünften, zusätzlich waren 47.260 wohnungslose Menschen untergebracht. Bis zum 31. Januar 2025 stieg allein die Zahl der untergebrachten Wohnungslosen auf 53.610.

    Robert sagt, er habe auch beim Jobcenter vorgesprochen. Viel gebracht habe das nicht. „Bla, bla, bla“, sagt er und winkt ab. Man habe sich nicht richtig verstanden. Dabei spricht er besser Deutsch, als es dieser Satz vermuten lässt. „Ich verstehe schon sehr gut, aber rede nicht gut Deutsch“, sagt er. Gelernt habe er die Sprache vor vielen Jahren in Ungarn.

    Rechtlich ist seine Lage kompliziert. Als EU-Bürger dürfte Robert sich grundsätzlich auch ohne Meldeadresse in Berlin arbeitssuchend melden, wenn hier sein gewöhnlicher Aufenthalt ist. Doch beim Bürgergeld gibt es für EU-Bürger enge Grenzen: Wer sich in Deutschland nur zur Arbeitssuche aufhält und keinen Arbeitnehmerstatus hat, kann von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen sein.

    Genau das könnte erklären, warum ein Termin beim Amt für jemanden wie Robert schnell in viel Papier, viel Gerede und am Ende womöglich in gar kein Geld mündet. Dazu kommt: Wer auf der Straße lebt, hat oft keine feste Postadresse, keine stabile Erreichbarkeit und kaum Kraft für Fristen, Nachweise und wiederholte Vorsprachen – auch wenn eine Postadresse nach der Rechtsprechung nicht zwingend Voraussetzung für Leistungen ist.
    Sehnsucht nach Budapest – aber „scheiß Politik“

    Morgens sitzt oder kniet Robert am Alex. Abends schläft er nach eigenen Angaben auf einer Bank in einem Park in der Nähe. Ob er dort sicher sei? Robert antwortet knapp. Ein langes Klagen ist seine Sache nicht. Was er sonst noch mache? „Nichts“, sagt er und zuckt mit den Schultern.

    In Ungarn habe er zwei Kinder, erzählt er. Kontakt zu ihnen habe er nicht mehr. Dann sagt er noch einen Satz über seine Heimatstadt, der hängen bleibt: „Budapest schön, aber arbeiten … scheiß Politik.“ Viel erklärt er dazu nicht.

    In Ungarn wurde 2018 ein Gesetz wirksam, das das dauerhafte Leben im öffentlichen Raum verbietet. Menschenrechtsorganisationen und die UN kritisierten den Kurs scharf; die Regierung verteidigte ihn damals mit dem Argument, so Leben zu retten und Menschen in Unterkünfte zu bringen. Reuters beschrieb das Gesetz als Verbot für Obdachlose, auf der Straße zu schlafen.

    Am 12. April 2026 wählt Ungarn ein neues Parlament. Ministerpräsident Viktor Orbán, seit 2010 an der Macht, steht dabei unter deutlich größerem Druck als bei früheren Wahlen.

    Doch wer glaubt, Berlin sei für Männer wie Robert automatisch die bessere Stadt, macht es sich einfach. Hier ist Obdachlosigkeit nicht kriminalisiert wie in Ungarn. Aber gelöst ist das Problem deshalb auch nicht. Die Stadt zählt Tausende Menschen ohne Unterkunft, Hilfssysteme arbeiten am Limit, und selbst dort, wo es formell Ansprüche gibt, bleiben viele in der Praxis draußen: wegen Sprache, wegen Papieren, wegen Krankheit, wegen Scham, wegen Überforderung.

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    Ein Obdachloser schläft auf einer Bank am Bahnhof Alexanderplatz.Emmanuele Contini/imago

    Die Stadt rauscht an ihm vorbei

    Robert sagt all das nicht in diesen Worten. Er sagt nur Sätze wie:
    „Mal so, mal so.“
    „Warum denn nicht?“
    „Mit Autos. Egal.“
    Und: „Ich verstehe schon sehr gut, aber rede nicht gut Deutsch.“

    Sätze eines Mannes, dessen Leben auf ein paar Bedürfnisse zusammengeschrumpft ist: etwas Geld, etwas zu essen, irgendwo schlafen, vielleicht doch noch einmal Arbeit. Während die Stadt an ihm vorbeirauscht, kniet Robert weiter am Alexanderplatz und wartet darauf, dass wenigstens einer stehen bleibt.

    #Berlin #SDF

  • Les #chtites #maisons_solidaires, des tiny houses pour lutter contre le #mal-logement

    Des citoyens avec l’envie d’aider les sans-abri ont créé une association il y a 8 ans à #Lille. Le concept ? En louant leur chambre d’amis à des touristes, ils financent des tiny houses, des petites maisons destinées à accueillir des personnes sans logement. Pour accélérer leur action, l’#association a lancé une campagne de financement participatif.

    En 2018, un groupe de citoyens frustrés de ne pas pouvoir partager ses chambres d’amis avec des personnes sans logement a l’idée de les proposer à des touristes. L’argent récolté avec ces locations sert à financer de petits logements, des « tiny houses ». Il y en a déjà cinq sur la métropole lilloise, à #Saint-Maurice-Pellevoisin, habitées par des personnes en difficulté ou d’autres faisant le choix de vivre sobrement. Une #mixité_sociale pour favoriser aussi l’insertion.

    L’argent, le nerf de la guerre

    Une tiny house à fabriquer coûte environ 40 000 euros. L’association Les #chtites_maisons_solidaires a donc lancé une campagne de #financement_participatif de 60 000 euros, ce qui permettrait aussi de financer deux salariés : une spécialisée en urbanisme et le deuxième qui participe à la construction des logements. « On reçoit des loyers et on finance des jobs qui font du bien à la planète ! », lâche Christophe Thomas, président de l’association.

    Les deux prochaines petites maisons devraient être installées à #Lambersart. Dans le concept de l’association, elles seront louées à des touristes le temps d’être rentabilisées avant d’être loués à loyer très réduit à des personnes sans logement.

    "On commence par les louer à des touristes. On estime qu’il faut sept ans pour que la « tiny » soit payée. Tous les dons raccourcissent cette durée", complète enthousiaste Christophe Thomas. L’association s’est choisi un slogan : « Votre aventure, leur avenir ».
    Des appels aux dons

    L’association ne manque pas de projet pour récolter un peu d’argent. Une tiny house a été installée à Ambleteuse, dans le Pas-de-Calais pour récolter des fonds et, bientôt, un camping-car sera loué sur des Tiers-lieux de la région pour héberger des vacanciers.

    Christophe Thomas lance un appel à « l’hôte solidaire qui voudrait rejoindre notre équipe, le locataire bienfaiteur qui cherche une nuit insolite sur la Côte d’Opale ou sur les tiers lieux des Hauts-de-France... Ou, tout simplement, un donateur qui veut aider notre action ».

    Tout don ou mécénat permet à l’association de faire grandir son ambition : créer de l’habitat léger, écologique et adapté aux sans-abri.

    https://france3-regions.franceinfo.fr/hauts-de-france/nord-0/lille/les-chtites-maisons-solidaires-des-tiny-houses-pour-lutte
    #tiny_house #logement #solidarité #sans-abrisme #SDF #tourisme #tourisme_solidaire

  • The Software Development Lifecycle Is Dead | Boris Tane
    https://boristane.com/blog/the-software-development-lifecycle-is-dead

    #AI #agents didn’t make the #SDLC faster. They killed it.

    I keep hearing people talk about AI as a “10x #developer tool.” That framing is wrong. It assumes the #workflow stays the same and the speed goes up. That’s not what’s happening. The entire #lifecycle, the one we’ve built careers around, the one that spawned a multi-billion dollar tooling industry, is collapsing in on itself.

    And most people haven’t noticed yet.

  • #Siria, le forze governative s’impadroniscono del nord-est curdo
    https://radioblackout.org/2026/01/siria-le-forze-governative-simpadroniscono-del-nord-est-curdo

    L’esercito siriano avanza nel territorio controllato dai #curdi . Le Forze Democratiche Siriane (SDF) accusano le forze siriane di violare l’accordo di ritiro, attacando città chiave e giacimenti petroliferi. Gli Stati Uniti hanno esortato le truppe siriane a interrompere l’avanzata attraverso il territorio controllato dai curdi nel nord della Siria, mentre continuano degli scontri con […]

    #L'informazione_di_Blackout #pkk #sdf
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/01/INFO-19012026-MURAT.mp3

  • La strage invisibile della popolazione homeless in Italia. E l’approccio che può fare la differenza

    I dati del monitoraggio dell’Osservatorio della Federazione italiana organismi per le persone senza dimora (fio.PSD) confermano il trend degli ultimi anni: nel 2025 in Italia più di 400 persone senza dimora sono morte in strada. “Per contrastare questo fenomeno strutturale è necessario potenziare i servizi di bassa soglia e puntare con decisione sull’#Housing_first”, sottolinea Caterina Cortese, ricercatrice di fio.PSD.

    (#paywall)

    https://altreconomia.it/la-strage-invisibile-della-popolazione-homeless-in-italia-e-lapproccio-
    #Italie #SDF #sans-abrisme #décès #morts #sans-abri #chiffres #statistiques

  • Un militant antifasciste risque l’extradition et jusqu’à 21 ans de prison pour s’être opposé à des néonazis

    Accusé par la #Hongrie de Viktor #Orbán d’avoir commis des violences contre un défilé néonazi à Budapest, le militant antifasciste #Gino fait une nouvelle fois l’objet d’un mandat d’arrêt européen. Il a été interpellé en région parisienne.

    https://basta.media/Gino-un-militant-antifasciste-risque-l-extradition-et-jusqu-a-21-ans-de-pri

    #antifascisme

  • Il muro di gomma di Trieste: 200 richiedenti asilo costretti dalla burocrazia al gelo del Porto

    La nuova strategia della deterrenza del Viminale si maschera dietro lungaggini e inefficienze amministrative. Per chi arriva è sempre più difficile presentare richiesta d’asilo, i tempi ormai si sono allargati a dismisura. Da mesi in centinaia sono costretti a vivere nei magazzini del #Porto_Vecchio.

    Felpe, magliette, coperte appese a una ringhiera. Odore di legna bagnata. Un filo di fumo. Sulla banchina, cose e persone stese ad asciugare. Dopo due giorni di bora è tornato il sole a Trieste. E c’è una comunità nascosta, resa volutamente invisibile, che viene fuori a cercare calore e conforto che un pallido sole regala. A pochi minuti da piazza dell’Unità, dai caffè con nostalgie asburgiche e dai locali acchiappaturisti, a pochi passi dalle vie dello shopping, da Comune, grandi banche e prefettura, si sono centinaia di persone costrette a vivere accampate nei magazzini del Porto Vecchio di Trieste.

    La polvere sotto il tappeto

    Richiedenti asilo e aspiranti tali arrivati dopo mesi di di viaggio lungo la rotta balcanica, dublinanti espulsi dal Nord Europa e rispediti in Italia, Paese primo ingresso che di loro si è disinteressata e adesso di nuovo li abbandona, marginali, homeless, transitanti. Uomini e ragazzi per lo più, tutti obbligati dall’inadempienza istituzionale a dormire all’addiaccio, a sopravvivere grazie alle reti di solidarietà che a Trieste sono macchina che funziona, nascosti come polvere sotto il tappeto. Sono 180-200, fra cui almeno un’ottantina di persone che hanno già presentato richiesta asilo, più di cinquanta che non riescono a farsi ricevere per farlo. I numeri li ha messi in fila Ics, Consorzio internazionale di solidarietà, una delle realtà pioniere dell’accoglienza diffusa a Trieste e in Italia, “ma siamo consapevoli”, dicono gli operatori che regolarmente tentano di restituire nome e diritti a quei fantasmi, “che si tratta di cifre approssimate per difetto e sempre in evoluzione”.

    La frontiera rinnovata

    Tutti avrebbero diritto a formalizzare l’istanza e ricevere accoglienza, per legge dovrebbero passare non più di tre giorni per l’avvio della procedura, ma in realtà c’è da affrontare un calvario di mesi di tentativi. Identica attesa a cui è obbligato chi, dopo innumerevoli appuntamenti cancellati, giornate e giornate passate fuori dalle questure, riesce finalmente a presentare la richiesta, ma dall’accoglienza – che non è gentile concessione, ma obbligo di legge – rimane fuori comunque.

    Perché i posti non ci sono, perché nessuno, salvo le associazioni, informa i diretti interessati che ne avrebbero diritto, perché c’è un nuovo, efficacissimo muro di gomma, che negli ultimi mesi è stato tirato su a Nord Est, nel triangolo fra Trieste, Gorizia e la frontiera. Quella che non dovrebbe esserci, ma dal 2023, per decisione del Viminale, è tornata e, a dispetto delle rassicurazioni in senso contrario del ministro Tajani, di recente è stata rinnovata nell’assai costosa scenografia dei valichi Fernetti e Rabuiese, con camionette, sbarre e check-point da Guerra fredda, tornati su metà della carreggiata. In uscita, non c’è alcun controllo. “Una costosa sceneggiata”, l’ha definita il centrosinistra locale.

    Flussi ininterrotti e rotta sempre più violenta

    Basta allontanarsi pochi chilometri, arrivare ai valichi secondari, percorrere i sentieri del Carso, per accorgersi che il passaggio non si è mai interrotto. È solo molto più costoso, difficile, pericoloso, organizzato. Dove un tempo c’erano – e neanche sempre – i passeurs (facilitatori dell’attraversament), adesso sono arrivati i trafficanti. “Da quando nell’ottobre 2023 i controlli sono stati ripristinati, non solo fra Italia e Slovenia, ma a cascata lungo altre frontiere attraversate dalla rotta, ad aumentare sono stati soprattutto i servizi offerti dagli smugglers (trafficanti organizzati, ndr) e il controllo anche violento che esercitano sulle persone" – spiega Alessandro Papes di IRC, international rescue committee, che insieme alla Diaconia valdese raccoglie dati sugli ingressi a Trieste in base alle persone fisicamente incontrate. "I passaggi sono diventati quindi sempre più invisibili e veloci”. Anche perché gli smugglers si adeguano ai controlli, modificano i percorsi e i punti di ingresso, li moltiplicano. “Ad esempio, abbiamo la percezione che sempre più persone in questo momento puntino su Gorizia. Lì però non c’è una rete che permetta un reale monitoraggio”. E allora tocca incrociare i dati sugli ingressi in Slovenia e quelli registrati in strada a Trieste, il più delle volte in piazza Libertà e al centro diurno, cuori dell’accoglienza civica in città.

    Fra Frontex e la realtà

    Una contrazione c’è stata – di circa il 34%, dato assai lontano dal 60% calcolato da Frontex nei primi sei mesi del 2025 - e sulla rotta si viaggia comunque. Afghani per lo più, inclusi nuclei familiari allargati con due o più generazioni che si mettono in cammino. “Quest’anno ne abbiamo incontrati quasi tremila, tra cui una quarantina di famiglie, e un totale di 703 minori”. Turchi, curdi, bengalesi e pakistani, sempre più nepalesi, fra cui un piccolo esercito di donne sole, ancor più esposte degli uomini alle crescenti angherie e vessazioni che si registrano su una rotta solo più invisibile.

    Campi ufficiali come Bihac, in Bosnia, sono tappa sempre più rara, mentre squat, capannoni, ruderi diventano prigioni informali, teatro di violenze sempre più organizzate e sistematiche. Torture e pestaggi in videocall per estorcere ai familiari di chi transita ulteriore denaro non sono più eccezione, ma norma. “Diversi report”, aggiunge Papes”, attestano l’utilizzo e il trattenimento sempre più frequenti in posti informali e abbandonati, sia da parte degli smugglers, sia da parte di alcune polizie di frontiera”.

    Il confine in città

    Il vero muro oggi è in città, dove la nuova strategia della deterrenza si maschera da lassismo amministrativo. È ormai diffusa in Italia, con code che si allungano per giorni e notti davanti agli uffici delle Questure, tanto da costringere gli avvocati di diverse città a diffide, class action e altre iniziative legali. Tra Trieste e Gorizia, con talvolta anche Monfalcone a giocare di sponda, la forma è quella di un cinico ping pong.

    “A Trieste mi hanno detto che se voglio presentare domanda devo prima fare far aggiustare il telefono, non si può, l’ho fatto vedere, ma loro mi hanno mandato via lo stesso”. Una barba sottile che non riesce a invecchiare il viso scavato, quasi divorato da due occhi enormi, Ahmed si guarda attorno perso, mentre Ghulam, pakistano anche lui, mostra uno smartphone nuovissimo. “L’ho preso perché sapevo che solo così avrei potuto vedere la mia famiglia, ma mi hanno detto che è troppo nuovo, quindi non va bene perché non ci sono dati da controllare”. È da tempo ormai che i telefoni sono diventati parte della procedura di controllo.

    Da un anno ormai, basta una ricerca che riguardi un’altra città, una posizione fissata su Google Maps, una foto per essere mandati via e invitati a presentarsi altrove. “È una prassi totalmente illegittima”, dice Gianfranco Schiavone, fra i fondatori di Ics. “La presentazione della richiesta asilo è un diritto, un telefono rotto, troppo vecchio, troppo nuovo o delle ricerche on line non possono essere ostative”. E neanche l’avere o meno il passaporto.

    Il girone dantesco dei passaporti

    Faisal non aveva il tempo di chiederlo, aspettare mesi, né poteva permettersi il lusso di far sapere alle autorità di avere intenzione di fuggire dal Pakistan. “Lavoravo per una Ong che si occupa di diritti delle donne pashtun, ma la nostra attività non era gradita”. Raid negli uffici, minacce, pestaggi. “Ho mandato mia moglie e le mie figlie in campagna e sono partito”. Iran, Turchia, Grecia, poi la traversata lenta dei Balcani, a Trieste è arrivato a inizio ottobre. “Ci ho messo quasi tre settimane a farmi ricevere in questura, ho spiegato di non avere il passaporto e mi hanno detto di presentare una denuncia di smarrimento, pena l’impossibilità di chiedere asilo. Ho chiesto di farla lì, ma mi hanno detto che non si non si poteva”.

    Pur perplesso, lui ci ha provato davvero. Ha girato per commissariati e stazioni dei carabinieri e tutti hanno – comprensibilmente – allargato le braccia. “Sono tornato in questura e mi hanno nuovamente mandato via”. Non è un ragazzino Faisal, ha più di cinquant’anni e di notte nei magazzini non c’è coperta che protegga da gelo e umido. Fra la documentazione che tiene ordinata in una cartellina di plastica ci sono anche diversi certificati medici che raccontano come il freddo stia lentamente compromettendo polmoni e bronchi. Ma deve continuare a dormire all’addiaccio. Senza formalizzazione della domanda, o invito per presentarla in accoglienza non si entra.

    “Non ti hanno fatto la foto, vero?”, gli chiede un ragazzo accanto a lui. E non si riferisce al fotosegnalamento, che della procedura è prassi. “Molte persone raccontano che in questura esiste una chat informale in cui circolano le foto di quelli che vengono considerati troppo insistenti. Quando li vedono in fila, li mandano via senza neanche dar loro il tempo di parlare”, dice uno dei mediatori al Centro diurno.

    Richieste illegittime, respingimenti e burocrazia creativa

    Per chi a Trieste passa per fermarsi o per restare, il Centro diurno è l’unico posto – interamente gestito dalle associazioni – in cui, durante il giorno, chi ha bisogno possa trovare riparo, vestiti asciutti, docce, medici per una visita, operatori per informazioni, supporto, assistenza, volontari per una parola di conforto, un tè, dei biscotti, corsi di italiano. E in cui quotidianamente arrivano sconfitti tutti quelli che inutilmente sono rimasti per ore al gelo davanti alla questura in attesa di poter presentare la domanda.

    “Non abbiamo numeri precisi perché le autorità preposte si sono sempre rifiutati di darceli, ma calcoliamo che quotidianamente venga permesso a meno di una decina di persone di entrare in Questura per provare a presentare richiesta d’asilo. Meno della metà ci riescono”, spiega Schiavone, che quotidianamente aggiorna la lista delle persone per cui è necessario mandare una pec di sollecito alla questura. “Ma ormai neanche questo basta, quindi stiamo pensando ad altre iniziative legali”.

    Nel caso di S.R, di cui per questioni di sicurezza si indicano solo le iniziali, è stato necessario chiamare in causa il tribunale di Trieste. Ventitré anni, nepalese, R. è arrivato in Europa legalmente, con un permesso di soggiorno temporaneo in Croazia, da lì si è spostato in Italia, dove ancora prima della scadenza dei suoi documenti, ha presentato richiesta d’asilo. Ma autonomamente – e senza alcun riferimento di legge che lo giustifichi – la Questura ha deciso che non poteva farlo e gli ha intimato di rientrare in Croazia entro sette giorni, pena l’espulsione “con destinazione fuori dal territorio dell’Unione Europea”. Un provvedimento che anche il tribunale ha ritenuto fin troppo creativo, tanto da intimare alla questura con provvedimento urgente di formalizzare immediatamente la richiesta d’asilo di R., così come le pratiche necessarie per l’inserimento in accoglienza. Quando mostra orgoglioso il suo modello C3 fresco di stampa, il verbale con cui viene formalizzata la richiesta asilo che poi toccherà alla commissione territoriale valutare, gli occhi gli brillano. “Adesso basta dormire al freddo”.

    Il silenzioso esodo dei nepalesi

    Ma è uno dei fortunati. Soprattutto fra i nepalesi, che da almeno due anni scappano da un sistema divorato dalla corruzione, sempre più iniquo, dove la casta di nascita è una condanna. Talvolta, anche a morte. La stessa che spesso affronta chi si ribella. A settembre, un’ondata di proteste è costata la morte a più di ottanta manifestanti. L’Italia non considera il Nepal un Paese sicuro, eppure “il 95 per cento delle richieste di protezione internazionale, tra cui quelle di donne, viene rigettato”, spiega la psicologa Enkeleida Saraci, che si occupa di donne in situazioni di vulnerabilità.

    Del circuito di tratta che coinvolge le nepalesi si sa ancora poco, secondo i primi dati sembra orientato sia allo sfruttamento lavorativo che sessuale, ma di certo ci sono decine di donne che subiscono sistematici abusi. “Incidenti”, li chiamano, senza scendere troppo nei dettagli. Eppure per loro anche la sola presentazione della domanda d’asilo è una lotteria.

    Dopo mesi di inutili tentativi, molti provano a bussare alla Questura di Gorizia. Dove la strategia è diversa, ma l’esito è identico.
    La burocrazia levantina di Gorizia

    “Guarda qui, sette volte mi hanno detto di tornare. E sette volte mi hanno rinviato ad altra data”. Sul foglio che mostra Dinesh ci sono sette date cancellate e poi un’altra, che promette un appuntamento fra un mese per formalizzare finalmente la domanda d’asilo. Ne sono passati già due da quando è arrivato in Italia, almeno cinque da quando è atterrato in Romania con un visto e la certezza di avere un lavoro. Così gli avevano assicurato i dipendenti dell’agenzia a cui si era rivolto, indebitandosi pur di avere una prospettiva.

    “In Nepal per chi come me è di una casta bassa non c’è futuro. Anche se abbiamo finito le scuole non troviamo lavoro, siamo costretti alla fame o arrangiarci. La corruzione sta divorando il Paese”. Lui voleva di più, per questo ha creduto a chi – a caro prezzo – gli ha promesso che in Romania avrebbe trovato alloggio, impiego e salario degno. Ma all’arrivo non c’era nulla di tutto ciò. “Per giorni ho dormito in strada. Poi ho incontrato un connazionale, mi ha detto che cercavano persone in un cantiere e siamo andati lì. Ci pagavano qualcosa, ma la polizia ha fatto un controllo e ci hanno mandati via”. Anche Abinash ha un percorso simile alle spalle e un identico elenco di scarabocchi e rinvii sul foglio che la Questura gli ha rilasciato per invitarlo a presentarsi per la formalizzazione della domanda d’asilo. L’ultima volta – l’ottava – ha chiesto agli agenti di indicare una data certa, gli è stato detto che sarebbe stato possibile solo in caso di rinuncia all’accoglienza. Un ricatto che la procedura non prevede, né concepisce, ma l’informativa legale prevista per legge il più delle volte rimane sulla carta.
    I fantasmi del Porto Vecchio

    Che arrivino in Serbia, Croazia o Romania il copione è identico, la truffa anche. E lungo tutto il viaggio alla ricerca di un posto sicuro, identiche le forme di sfruttamento. “Io – dice, mentre gli altri con lui annuiscono – voglio solo un posto in cui vivere e lavorare in pace”. Ma per adesso sono solo fantasmi, costretti a vivere negli stanzoni dei magazzini del Porto Vecchio.

    Nessuno li usa più da decenni, sono stati progressivamente abbandonati quando tutte le attività sono state spostate al Porto Nuovo, verso Muggia. Ma le strutture sono rimaste sostanzialmente integre. Il freddo è meno intenso rispetto all’esterno, i vetri alle finestre – miracolosamente quasi tutti integri – proteggono dalla bora, che però testarda entra da porte divelte e infissi bucati. Non c’è acqua, né luce, come non c’è nel magazzino occupato dai pakistani, a circa sei palazzoni di distanza. O in quello degli afghani, poco lontano. Scappano dai talebani, sarebbero rifugiati naturali, eppure anche loro faticano addirittura a chiedere asilo. Ci si divide per nazionalità, un fuoco alimentato da pezzi di truciolato diventa cucina per cuocere il pane e riscaldare le ossa. La notte cala rapida. E domani sarà tempo di provare ancora, aspettare ancora, insistere ancora nel chiedere aiuto.

    https://www.repubblica.it/cronaca/2025/11/30/news/trieste_200_richiedenti_asilo_porto_vecchio-425012474
    #Trieste #frontière_sud-alpine #migrations #réfugiés #Italie #asile #SDF #hébergement #sans-abris #sans-abrisme #réfugiés_népalais #route_des_Balkans #frontières #dissuasion

  • BASF : La police française prête à faire exploser un site Seveso à deux pas de lubrisol
    https://bsky.app/profile/lessoulevements.bsky.social/post/3m5yjtyo75m2c

    Lundi 17 novembre, à l’aube, nous étions plusieurs centaines à mettre à l’arrêt le site de production BASF de Saint-Aubin les Elbeuf, près de Rouen.

    Etant bien conscient-es de la dangerosité du site et de sa production toxique, à tous niveaux, nous avons pris bien soin de le bloquer sans mettre en danger ni les salarié-es ni les manifestant-es.

    Les Faucheurs Volontaires ont opéré une inspection citoyenne des locaux de l’usine qui a révélé la fabrication et le stockage de produits interdits à l’usage agricole en France depuis 2009.

    Après la mobilisation de lundi le groupe BASF n’a cependant pas hésité à dénoncer des "comportements pouvant porter atteinte à la sécurité » de son site et déclare vouloir porter plainte.
    C’était ce lundi peu ou prou la seule ligne de défense du fabricant de poison pris à parti par les paysan-nes et manifestant-es sur son atteinte permanente à la sécurité de tous et toutes.

    Mais regardons qui a réellement mis en danger les personnes présentes sur le site et à l’extérieur ce jour là :

    Au cours de l’inspection citoyenne, les #fdo n’ont pas hésité à frapper et mettre à terre les membres des collectifs présents, notamment des personnes atteintes de maladies graves à la suite de l’exposition aux #pesticides, provoquant plusieurs fractures.

    Pendant que les militant-es entraient dans le site industriel, la #police a lancé des grenades lacrymogènes à l’intérieur du site pour les atteindre, sans se soucier aucunement du caractère SEVESO du lieu et des immenses risques que l’usage de ces armes de guerre fait encourir aux personnes présentes en cas d’exposition des produits dangereux à des armes explosives. L’usage de ce type d’engins est censé être strictement prohibé au sein des sites Seveso.

    À l’extérieur, alors que l’occupation se déroulait de manière paisible avec un banquet paysan au son des chants et de l’accordéon, les fdo n’ont pas hésité cette fois à lancer une #grenade_de_désencerclement, arme explosive qui contient du TNT, directement sous un camion transportant du méthanol liquide, produit hautement explosif et signalé sur le camion. La grenade a fait plusieurs blessés mais nous n’osons imaginer les conséquences encore plus catastrophiques si elle avait fait exploser le camion juste devant le site Seveso.

    Encore et toujours, la police protège les intérêts des industriels et de ceux qui rendent le monde toxique pour toujours plus de profit.

    Nous connaissions l’irresponsabilité et l’impulsivité des gendarmes et des CRS dans l’usage de leurs armes meurtrières ; une semaine après la publication des vidéos des caméras-piéton de Sainte-Soline et la preuve irréversible de leur jouissance à menacer et à mutiler les militants, un niveau de bêtise aussi délirant et la mise en danger de tout un quartier pour le plaisir de réprimer une foule en train de pique-niquer ajoute encore à la longue liste des raisons pour lesquelles nous n’aimons (toujours) pas la police.

    Des activistes bloquent une usine #BASF… et découvrent une substance interdite en Europe
    https://reporterre.net/Des-activistes-bloquent-une-usine-BASF-et-decouvrent-une-substance-inter

    #insecticide_Régent #écologie #santé

  • Le crepe del “modello Saluzzo” dove i braccianti non diventano cittadini

    Nella località cuneese l’intervento istituzionale ha fatto sì che venissero superati gli insediamenti informali. Il sistema di accoglienza è efficace per le aziende ma non per chi vuole restare sul territorio. E il Pnrr è un’occasione persa

    Sembra una domenica come le altre, passeggiando nel verde del parco Gullino di Saluzzo (CN). Dei bambini giocano su scivoli e giostrine, nella parte più riparata alcuni ragazzi fanno un piccolo mercato. Qualche minima mercanzia, esposta anche per fermarsi a chiacchierare in quello che è l’unico spazio comune a disposizione dei lavoratori stagionali della zona, il comparto agricolo della frutta del cuneese. A guardarsi intorno adesso viene difficile pensare che fino a inizio settembre su questo stesso prato c’erano un centinaio di persone a dormire su sacchi a pelo e giacigli improvvisati di cartone. Come Odeh e Mamadou, un signore di 65 anni tornato da tempo a lavorare nelle campagne dopo la chiusura delle fabbriche.

    I due quest’estate rischiavano di dormire per strada nonostante Saluzzo sia il Comune capofila di una rete di accoglienza diffusa piuttosto strutturata che coinvolge tra gli altri la prefettura di Cuneo, la Regione Piemonte e dodici Comuni, per un totale di 246 posti letto. “Non sono sufficienti perché la stagione è molto lunga. La diffusione della rete consente di non avere grandi assembramenti ma non di eliminarli completamente -commenta il sindaco di Saluzzo Franco Demaria-. Restano i lavoratori marginali che lavorano pochi giorni e solo nei picchi della raccolta”.

    Come dire: non è niente in confronto a situazioni che si verificano in altre zone o rispetto al passato, quando in paese sorgeva un accampamento informale fatto di tende, legno e lamiere con dentro oltre cinquecento persone. O quando nel 2018 il Comune aveva adibito una ex caserma a centro di accoglienza, ribattezzata ironicamente “Guantanamo” dai lavoratori migranti. È però qualcosa su cui riflettere quando si parla di “modello Saluzzo” perché nonostante gli sforzi portati avanti e le risorse investite non si arriva a coprire il fabbisogno di abitazioni dei tanti lavoratori che accorrono nella piana.

    La stagione nel cosiddetto marchesato parte a maggio con i piccoli frutti, poi la pesca, il picco estivo con la raccolta della mela cuneese e si spinge fino a novembre con le varietà di mela invernali. Stagione lunga, anche se intervallata, e con condizioni di lavoro sostanzialmente buone, con paghe che oscillano tra i sette e gli otto euro all’ora, al netto delle tante giornate non registrate in busta paga. Fattori che attirano sul territorio più di diecimila lavoratori stagionali, oltre tremila da Paesi dell’Africa subsahariana, con 12mila contratti registrati nel raggio di 20 chilometri. Il problema principale per tutti è la casa, non disponibile o offerta a prezzi fuori mercato. L’unica soluzione proposta sono le accoglienze diffuse, organizzate seguendo i “flussi di lavoro”, vero punto di forza di questo modello per alcuni mentre nodo del problema secondo altri. Si accede durante i periodi di raccolta se si è già in possesso di un contratto di lavoro, ma senza poter prendere la residenza necessaria al rinnovo del permesso di soggiorno e utile per la nomina di un medico di base.

    Per i servizi socio-sanitari molti, oltre 300 solo quest’anno, si rivolgono all’ambulatorio della Caritas peraltro non riconosciuto dall’Asl regionale e non in grado di rilasciare prescrizioni. L’ottica è quella del workfare, impostato sul conteggio delle braccia utili in azienda a cui fornire un riparo, un sistema di intermediazione con le aziende e poco più. In cambio il lavoratore paga un contributo di 1,50 euro al giorno, l’azienda che lo recluta quattro. “Tanti soldi -racconta Omar, un lavoratore burkinabé che dorme nella ‘diffusa’ di Saluzzo- in stanza siamo in tre, se li conti sono cinquecento euro, si potrebbe prendere una casa vera”. Non è una questione di comodo per uno che da otto anni ritorna a lavorare qui.

    “Certo che mi lamento: la cucina ha pochi fuochi, si aspetta per mangiare fino a mezzanotte e non si riposa abbastanza per andare nei campi alle quattro e mezzo del mattino. Ma non ci sono case altrimenti mi fermerei pure qui”. Lui è uno dei “fortunati”, perché i 40 posti forniti da Saluzzo sono all’interno dell’ex casa del custode del cimitero, in posizione periferica ma non troppo. Sessanta invece sono a Cuneo, lontani quaranta minuti in macchina e gli altri 88 in campi container, di cui 39 a Lagnasco, installati tra il cimitero e un’azienda. All’interno di vari edifici restano 46 posti sparsi tra altri tre Comuni, in zone lontane dagli abitati, di solito in corrispondenza di cimiteri o di caselli ferroviari. Lo si potrebbe chiamare “cinismo istituzionale”, considerando che in realtà l’accoglienza organizzata coinvolge almeno altri 984 lavoratori, ospitati direttamente all’interno delle aziende, solitamente le più grandi, in container noleggiati o cascine a uso agricolo che in deroga, una volta risistemate, possono ospitare i braccianti.

    “Dal nostro punto di vista una cosa ottima e ben fatta -commenta Davide Giraudo della Flai Cgil di Saluzzo- perché sappiamo dove sono i lavoratori e come vengono trattati”. La realtà è che non ci sono strumenti per controllare le accoglienze fornite dai datori di lavoro, finanziate in parte anche con fondi pubblici e il cosiddetto modello Saluzzo si regge in pratica sull’ospitalità in azienda. Mentre gli esclusi dal sistema si arrangiano come possono, si sistemano al parco Gullino, oppure si rivolgono alla Caritas che mette a disposizione 24 posti in dormitorio e altri 18 in container. Si poteva agire diversamente con i circa 1,7 milioni di euro di fondi dedicati dal Piano nazionale di ripresa e resilienza (Pnrr) alla fuoriuscita dagli insediamenti irregolari, di cui Saluzzo e i Comuni firmatari del protocollo sono tra i pochi fortunati beneficiari. Ma i soldi verranno utilizzati per aggiungere sei posti in più all’edificio attuale nella stessa Saluzzo, confermare i dieci posti attivati quest’anno in via sperimentale a Revello (CN) e aumentare di ulteriori 36 posti gli attuali campi container. L’impressione è che tutti vogliano i lavoratori ma nessuno i migranti.

    “C’è un fortissimo disagio abitativo, le case mancano, il mercato è molto chiuso e discriminatorio. Noi abbiamo faticato tantissimo a trovare degli alloggi, ci abbiamo messo un anno a trovare questo posto a Revello”, racconta Giovanni D’ambrosio, referente di Mediterranean Hope. È uno dei motivi che ha spinto la Ong attiva anche nella piana di Rosarno ad aprire il suo ostello: “Vogliamo fornire una stabilità, anche se temporanea, a persone che spesso sono protagoniste di una migrazione circolare”. Ma l’incapacità dell’accoglienza istituzionale di coprire tutto il fabbisogno non è l’unico problema. “Le persone non sono legittimate a fermarsi sul territorio, anzi in qualche modo sono incentivate ad andarsene, il tipo di approccio pubblico è sempre quello dell’invisibilizzazione, del fatto che loro non possono immaginarsi di stare sul territorio perché una volta che finisce la stagione se ne devono andare”.

    Tra coloro che cercano di cambiare la situazione ci sono anche alcuni giovani che, attraverso l’associazione Makala, hanno adibito un’abitazione a luogo di ospitalità per sette persone finanziandola con piccoli corsi ed eventi aperti al territorio. “Chi si ferma da noi ha un anno di tempo per capire come restare qui”, raccontano. Anche se si tratta di una goccia nel mare il loro esempio è tanto più prezioso perché nato in maniera spontanea da persone che, guardandosi intorno, hanno colto meglio delle istituzioni qual è il problema principale del modello: il territorio resta impermeabile e chi arriva non ha il tempo di ambientarsi perché deve andar via. Il marchesato è così una terra di confine che si mantiene sulla linea tra ciò che è dovuto e ciò che è necessario a tutti per vivere. Non è una questione di cortesia: se ci si occupa davvero di fornire ai lavoratori luoghi dove andare a dormire non si può basare un modello di accoglienza sul calcolo della forza lavoro. Così si considerano i lavoratori migranti come pura componente essenziale al riprodursi dell’attività aziendale e non come persone depositarie di sogni, bisogni e aspirazioni che vanno al di là di una paga e un tetto sulla testa.

    https://altreconomia.it/le-crepe-del-modello-saluzzo-dove-i-braccianti-non-diventano-cittadini
    #exploitation #agriculture
    #Italie #migrations #travail #Pinerolo #main-d'oeuvre #caporalato #hébergement #logement #SDF #sans-abris #modello_Saluzzo #modèle_Saluzzo #parco_Gullino_di_Saluzzo #parco_Gullino #fruits #pommes

    voir aussi:
    Blueberries. Cronache dalle piantagioni saluzzesi
    https://seenthis.net/messages/1011769

  • « Un nouveau record effroyable » : plus de 900 SDF décédés l’an dernier en France, dont des enfants | Le Télégramme
    https://www.letelegramme.fr/france/un-nouveau-record-effroyable-plus-de-900-sdf-decedes-lan-dernier-en-fra


    Plus de 900 personnes sans domicile fixe sont décédées en France l’an dernier, selon le collectif Les morts de la rue.
    EPA/Teresa Suarez

    Un chiffre d’une ampleur inédite : plus de 900 personnes sans domicile fixe sont décédées en France l’an dernier. Un décompte publié par le collectif Les morts de la rue.

    Les plus jeunes n’avaient que quelques jours, la plus âgée 93 ans : plus de 900 personnes sans domicile fixe sont décédées en France l’an dernier, un chiffre d’une ampleur inédite qui s’explique à la fois par une hausse du sans-abrisme et par un recensement associatif plus efficace.

    912 décès dénombrés
    « Tous les indicateurs sont au rouge, il y a urgence à se mobiliser », alerte auprès de l’AFP Adèle Lenormand, membre du collectif Les morts de la rue, qui a publié jeudi son décompte actualisé du nombre de personnes sans domicile fixe décédées en 2024. Des hommes, des femmes mais aussi des enfants : 912 décès ont été dénombrés, soit « un nouveau record effroyable », depuis le premier recensement de 2012. À titre de comparaison, à la même période l’an dernier, le collectif avait comptabilisé 735 morts pour 2023.

    « Plus de signalements »
    La hausse constatée est liée en partie à « l’augmentation du nombre de personnes sans domicile fixe », mais aussi au fait que le collectif reçoit plus de signalements de la part des particuliers, d’associations et de structures d’accompagnement social, explique Adèle Lenormand, qui a coordonné l’enquête.

    Ces personnes SDF sont décédées de manière « prématurée » : à 47,7 ans en moyenne, soit un écart d’espérance de vie de 32 ans avec la population générale. Un âge moyen en recul. Il s’agit en majorité d’hommes (82 %) mais la part de femmes (13 %) est « en hausse, reflétant une féminisation du sans-abrisme », selon le collectif.

    4 % des décès concernent des moins de 15 ans
    Fait « inquiétant », 4 % des décès concernent des moins de 15 ans, soit « un doublement par rapport à la période 2012-2023 ». « C’est lié à la progression du nombre de familles dans la rue », précise Adèle Lenormand. Les plus jeunes personnes décédées recensées sont, selon elle, des bébés de quelques jours à peine. À l’inverse, la personne la plus âgée avait 93 ans. « On observe une progression du nombre de personnes vieillissantes sans domicile fixe », détaille Mme Lenormand. « Depuis l’an dernier, des personnes âgées se retrouvent à la rue pour la première fois à la suite d’une expulsion ».

    Face à cette tragédie, l’urgence est double : protéger les plus vulnérables et réformer en profondeur les politiques publiques
    Une partie des personnes décédées en 2024 vivaient dans la rue au moment de leur mort, d’autres étaient hébergées, dans des structures d’urgence ou de soins. Dans de nombreux cas, la cause du décès reste inconnue (40 %). Pour 17 %, il s’agit d’une mort violente (noyade, agression, suicide). L’Île-de-France concentre 37 % des décès et la région Hauts-de-France enregistre un doublement (163 décès), « notamment survenus lors de traversées de la Manche ».

    Action publique
    « Face à cette tragédie, l’urgence est double : protéger les plus vulnérables et réformer en profondeur les politiques publiques pour que le droit au logement convenable devienne enfin une réalité », soulignent dans un communiqué Les morts de la rue, qui avaient organisé en mai à Paris une cérémonie d’hommage aux disparus.

    Pour l’heure, l’action des pouvoirs publics est largement insuffisante aux yeux des associations. En février, une vingtaine d’entre elles ont déposé devant le tribunal administratif de Paris deux recours contre l’État pour « carence fautive » dans la lutte contre le mal-logement et le sans-abrisme.

    L’État ne remplit pas « correctement » sa mission en matière de politique d’hébergement des personnes sans-abri, avait aussi estimé l’an dernier la Cour des comptes. Le président Emmanuel Macron avait fait la promesse selon laquelle personne ne devait dormir à la rue d’ici à la fin de son premier quinquennat.

    Estimation mise à jour dans un an
    Il est difficile de connaître précisément le nombre de personnes sans domicile fixe en France : elles seraient environ 350 000, dont 20 000 à la rue, selon la Fondation pour le Logement (ex-Fondation Abbé Pierre). La dernière évaluation officielle de l’Institut national de la statistique, qui remonte à 2012, estimait leur nombre à 143 000. L’Insee devrait dévoiler fin 2026 les résultats d’une enquête pour mettre à jour cette estimation.

  • ‘Migrants in their own land’: climate displacement at Europe’s external borders
    https://wearesolomon.com/mag/focus-area/migration/migrants-in-their-own-land-climate-displacement-at-europes-external-bo

    When record-breaking floods hit central Greece in 2023, entire villages were uprooted. Some of those left houseless remain in the refugee camp where they were relocated — a stark glimpse of Europe’s new reality, where climate disasters are displacing citizens alongside migrants.

  • « Je voudrais un toit pour mon fils » : le nombre d’enfants à la rue avant la rentrée atteint un nouveau record
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2025/08/28/je-voudrais-un-toit-pour-mon-fils-le-nombre-d-enfants-a-la-rue-avant-la-rent

    Le 7ᵉ baromètre « #enfants à la rue », publié jeudi 28 août par l’Unicef France et par la Fédération des acteurs de la solidarité (FAS), révèle que 2 159 mineurs ont été laissés sans solution d’#hébergement au soir du 18 août, après que leur famille a réussi à joindre le #115. Leur nombre a progressé de 6 % en un an, de 30 % depuis 2022 – quand le ministre du #logement de l’époque avait promis qu’il n’y aurait plus d’enfant à la rue – et de 133 % depuis 2020.

    Parmi les mineurs décomptés, 503 ont moins de 3 ans – 38 % de plus qu’en 2022. Et ces données n’incluent pas les familles qui n’arrivent pas à joindre le 115 – le numéro est sans cesse saturé – ni celles qui n’essaient pas ou plus, faute de chance d’être hébergées. Les #mineurs_non_accompagnés ne sont pas non plus pris en compte. En mars 2024, la coordination nationale jeunes exilé.es en danger en a recensé 1 067, refusés ou en recours de minorité, contraints de vivre dans la rue.

    « Ces chiffres sont accablants. Le grand public n’imagine pas que dans un pays riche tel que le nôtre, il puisse y avoir des enfants à la rue. Mais, malgré nos alertes répétées, ils sont de plus en plus nombreux et des enfants en meurent – au moins 31 en 2024, selon le recensement effectué par le Collectif des morts de la rue », s’indigne la présidente de l’Unicef France, Adeline Hazan, qui exhorte à un « sursaut politique ».

    La progression du nombre d’enfants à la rue s’explique par une accumulation de facteurs : la crise du logement s’est intensifiée, avec notamment une baisse des créations et des attributions de logements sociaux. La forte inflation a contribué à l’augmentation de la #pauvreté. Les #expulsions locatives, facilitées par la loi Kasbarian-Bergé de 2023, ont flambé. Les obtentions et renouvellements de titres de séjour ont, quant à eux, diminué. Tout cela a créé du sans-abrisme, d’une part, et empêché des personnes de quitter l’hébergement d’urgence, d’autre part. Or celui-ci est resté stable, avec 203 000 places, un niveau record atteint durant la crise sanitaire liée au Covid-19.

    Le dispositif sature et l’Etat respecte de moins en moins le code de l’action sociale et des familles, qui lui enjoint d’héberger de façon inconditionnelle et continue les personnes sans abri en situation de détresse. Il a fixé aux associations qui gèrent le 115 des critères de priorisation, souvent assortis de durées de prise en charge.

    [...]

    L’Ile-de-France concentre le plus grand nombre d’enfants laissés sans hébergement après appel au 115. Mais cet indicateur ne permet pas de rendre compte de la situation très dégradée dans les territoires ultramarins, particulièrement à La Réunion et à Mayotte, victime du cyclone Chido fin 2024, où une récente loi autorise l’Etat à déroger à l’obligation d’héberger les personnes dont il détruit l’habitat précaire.

  • Bald 100.000 Wohnungslose in Berlin ? Uns doch egal
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=137140

    Bienttôt les injustices sociales en Allemagne et les autres pays capitalistes d’Europe auront craché 100.000 SDF dans rues de Berlin. Les partis politiques des gouvernements fédéraux et municipaux ne proposent pas de solution à la misère programmée.

    8.8.2025 von Rainer Balcerowiak - Der Berliner CDU/SPD-Senat geht davon aus, dass die Zahl der erfassten Wohnungslosen in Berlin bis zum Ende des Jahrzehnts von derzeit 55.656 auf rund 86.000 steigen wird. Zählt man Flüchtlinge mit einem Bleiberecht dazu, die derzeit mangels Wohnraums in Gemeinschaftsunterkünften oder Erstaufnahmestellen untergebracht sind, dann steigt der Unterbringungsbedarf sogar auf rund 114.000 Menschen. Das geht aus der Antwort der zuständigen Senatsverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Taylan Kurt (Grüne) hervor, die Mitte Juli veröffentlicht wurde. Von Rainer Balcerowiak.

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    Doch selbst diese Horrorzahlen spiegeln die tatsächliche Größenordnung der Wohnungslosigkeit nur eingeschränkt wider. Denn vollständig erfasst werden nur die diejenigen Betroffenen, die in irgendeiner Form behördlich registriert und untergebracht werden, sei es in Trägerwohnungen, Obdachlosenheimen, Hostels oder dauerhaften Notunterbringungen. Zwar rechnet der Senat bei seinen Zahlen auch informell bei Freunden oder Bekannten ohne Vertragsstatus untergekommene Betroffene sowie Obdachlose dazu, die ganz oder überwiegend auf der Straße leben, doch gerade in diesen beiden Segmenten gibt es riesige Grauzonen bis hin zu illegalen Miet- und Untermietverhältnissen, die keine Wohnsitzanmeldung ermöglichen und faktisch von einem Tag zum anderen beendet werden können. Das betrifft in Berlin auch viele Studenten.

    Wohnungslosigkeit wird in der Stadt vor allem als harte Obdachlosigkeit wahrgenommen, wobei die Schätzungen der Anzahl der Betroffenen weit auseinandergehen und zwischen 6.000 bis 10.000 liegen. Vor allem in innerstädtischen Gebieten begegnet man immer häufiger Menschen, die alleine oder in Gruppen auf der Straße leben – mit Schlafsäcken, provisorischen Zelten und oft einem Einkaufswagen mit den verbliebenen Habseligkeiten. Man sieht sie direkt auf Straßen und Plätzen, in Hauseingängen und Unterführungen, in Parks und U-Bahnhöfen. Viele von ihnen – geschätzt werden bis zu zwei Drittel – sind gestrandete Wanderarbeiter aus Ost- und Südosteuropa, die von behördlichen und anderen Hilfsangeboten kaum oder überhaupt nicht erreicht werden. Gestiegen ist aber auch die Zahl der obdachlosen Kinder und Jugendlichen.

    Dramatischer Wohnungsmangel soll nur verwaltet werden

    Aber diese extreme Form der Wohnungslosigkeit ist „nur“ die deutlich sichtbare Spitze des Eisbergs, während die anderen „geregelten“ oder informellen Formen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Der „Einstieg“ in die Wohnungslosigkeit ist in Berlin in den vergangenen Jahren sozusagen immer niedrigschwelliger geworden und beginnt oft mit dem Verlust der Wohnung durch Kündigung wegen Mietschulden oder auch wegen – oftmals vorgetäuschten – Eigenbedarfs des Besitzers. Auch Durchschnittsverdiener haben in Berlin so gut wie keine Chance auf eine neue, bezahlbare Wohnung, für die wenigen entsprechenden Angebote gibt es nicht selten 300 und mehr Bewerber. Und wer vermietet schon seine Wohnung an jemanden, der zuvor Mietschulden hatte. Zwar gibt es ein sogenanntes „geschütztes Marktsegment“ für von Wohnungslosigkeit bedrohte oder bereits wohnungslose Menschen, aber das umfasst einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Senat und den landeseigenen Wohnungsunternehmen zufolge lediglich 1.350 Wohnungen pro Jahr – angesichts von schon jetzt 55.600 Wohnungslosen mit deutlich steigender Tendenz ein eher homöopathisches Angebot.

    Was den Betroffenen bleibt, ist das Ausweichen auf prekäre, informelle und oftmals nur temporäre Unterkünfte, die Inanspruchnahme behördlicher Unterbringungen unter teilweise katastrophalen Bedingungen oder der Absturz in die harte Obdachlosigkeit mit oftmals dramatischen Folgen für die physische und psychische Verfassung. Das alles weiß der Berliner Senat natürlich, doch außer seit über einem Jahrzehnt in steter Regelmäßigkeit veröffentlichten Phantasieplänen zur stufenweisen „Überwindung der Wohnungslosigkeit“ kam und kommt da nichts. Auch in der Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Taylan Kurt kamen da nur ein paar warme Worte und marktübliches Bürokraten-Blabla. Verwiesen wurde auf „aktuelle Vorhaben zur Stärkung des Regelsystems der Wohnungsnotfallhilfe“. So würde die „gesamtstädtische Steuerung der Unterbringung vorangetrieben, deren zentrales Ziel es ist, eine bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Unterbringung für alle von Wohnungslosigkeit bedrohten oder betroffenen Personen zu gewährleisten“. Wichtig sei auch eine „gelingende Präventionsarbeit durch die bezirklichen Sozialen Wohnhilfen bei der Weiterentwicklung hin zu Fachstellen, der Digitalisierung und bei der Sicherstellung einheitlicher Qualitätsstandards in der Präventionsarbeit“.

    Zudem habe man „die niedrigschwelligen Hilfen für wohnungslose Menschen in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. So konnten Angebote wie Notübernachtungen, Beratung und Straßensozialarbeit ausgeweitet werden“, denn „Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu überwinden ist eine der großen sozial- und wohnungspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre“. Immerhin räumt man ein, dass die sozialpolitischen Maßnahmen wohl nicht reichen: „Größtes Hindernis bei der Überwindung der Wohnungslosigkeit ist der eklatante Mangel an bezahlbarem Wohnraum.“ Und generell setze man auch auf die Bundesregierung, die mit ihrem Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit (NAPW) „eine größere Verantwortung bei der Überwindung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit übernommen hat“.

    „Housing First“ wäre eine Alternative

    Als besonders zynisch kann man wohl ein spezielles Eigenlob des Senats einstufen: „Housing First“ wird in Berlin seit 2018 kontinuierlich ausgebaut und soll in die Hilfen nach §§ 67 ff. SGB XII integriert werden (was immer das heißen mag). In der Tat ist „Housing First“ ein seit vielen Jahren erprobtes und erfolgreiches Konzept zur Überwindung von Wohnungslosigkeit. Bei „Housing First“ rückt regulärer Wohnraum an die erste Stelle – ein entscheidender Unterschied zum derzeit meist praktizierten System. Darin müssen Betroffene oft ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen, die Zurverfügungstellung von regulärem, unbefristetem Wohnraum ist an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt.

    Bei „Housing First“ besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten, Pflichten und Regeln. Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten: Betroffene werden dazu ermutigt, Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet. Dort, wo Housing First bereits praktiziert wird, sind die Ergebnisse überzeugend – etwa in Helsinki, wo mit Hilfe dieses Konzeptes die Obdachlosigkeit inzwischen fast vollständig überwunden werden konnte. Und Berlin so, wo „Housing First“ laut Senat „seit 2018 kontinuierlich ausgebaut wird“? Bis zum heutigen Tag wurden weniger als 250 Wohnungen über verschiedene Träger nach diesem System belegt.

    Aber offensichtlich hat sich der Berliner Senat längst damit abgefunden, dass die Zahl der Wohnungslosen (also nicht nur der Obdachlosen) weiter rasant steigen wird. Und es wird auch nichts Nennenswertes unternommen, um in den entfesselten Wohnungsmarkt einzugreifen. In keiner anderen deutschen Großstadt sind die Mieten in den vergangenen Jahren so stark gestiegen wie in Berlin. Die selbst gesteckten Neubauziele im Bereich bezahlbarer Wohnraum sind wenig ambitioniert und werden dennoch regelmäßig krachend verfehlt. Natürlich liegt die Verantwortung in vielen Bereichen bei der Bundesregierung, etwa bei der Mietenregulierung. Aber dennoch hätte das Land etliche Stellschrauben, um da einzugreifen. Viele dieser Punkte wurden in den letzten Monaten (in unterschiedlicher Gewichtung) auch von den Oppositionsparteien Grüne und Linke aufgegriffen, die entsprechende Gesetzentwürfe in der Pipeline haben.

    Einige der dringend notwendigen und im Prinzip auch möglichen Interventionen im Sinne von Mietern und Wohnungslosen seien an dieser Stelle mal zusammengefasst.

    Im Neubau braucht es ein umfassendes kommunales Wohnungsprogramm, in unmittelbarer öffentlicher Trägerschaft – also weder in Form von Fördermitteln für „Sozialwohnungen“, die dann nach 15 bis 20 Jahren aus der Mietpreis- und Belegungsbindung fallen, noch über landeseigene Wirtschaftsunternehmen, die ihre Investitionen in den Neubau aus ihren Erlösen auch aus den Bestandsmieten finanzieren müssen. Neubau muss als Teil der öffentlichen sozialen Daseinsvorsorge verstanden und dem Markt so weit wie möglich entzogen werden.
    Im Bestand müssen spekulativer Leerstand, Zweckentfremdung und illegale Mietpreisüberhöhung endlich konsequent erfasst und bekämpft werden. Das seit vielen Jahren versprochene Wohnungskataster wäre ein erster notwendiger Schritt in diese Richtung. Der erfolgreiche Volksentscheid zur Vergesellschaftung großer privater Wohnungskonzerne muss endlich umgesetzt werden, um diese Wohnungen in kommunale Bewirtschaftung zu überführen.
    Zur Überwindung der Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit muss das Land deutlich mehr Belegungsrechte für betroffene und gefährdete Personen wahrnehmen können, auch bei privaten Vermietern (gab es in Westberlin früher mal).
    „Housing First“ muss raus aus der Bonsai-Nische und zum Kernelement der Überwindung (und auch Verhinderung) von Obdachlosigkeit werden.

    #Allemagne #Berlin #pauvres #SDF #capitalisme