• Ungleichheit ist kein Vorurteil
    https://jacobin.de/artikel/ungleichheit-ist-kein-vorurteil-klassismus-identitaetspolitik-christian-baro

    Résumé de l’article « L’inégalité n’est pas un préjugé » : L’utilisation du terme « classisme » est nuisible pour la défense des intérêts du proletariat et de tous les pauvres parce qu’il nie l’existence et l’impact inexorable des mécanismes de la reproduction du capital comme base de l’existence des classes sociales antagonistes. Il prend les classes pour des catégories sociologiques sans prendre en compte la cause et la raison d’être de leur existence. En ignorant ou sous-estimant les relation économiques comme fondements des relations sociales on désarme les mouvements d’opposition aux injustices parce qu’on favorise l’identification de membres d’autres groupes sociologiques défavorisés comme ennemis et empêche leur unification dans le combat solidaire contre les véritables causes et profiteurs de l"exploitation et de l’exclusion sociale.

    17.11.2022 von Fabian Nehring - Die alltägliche Herabwürdigung, die viele Menschen aus der Arbeiterklasse im Kapitalismus erfahren, ist real. Aber das Problem dahinter ist nicht Klassismus, sondern die Klassengesellschaft.

    Klassismus, so sagte mir eine sechzig Jahre alte Genossin, habe ihr nach all den Jahren ein Wort gegeben, mit dem sie endlich das beschreiben konnte, was sie als Tochter einer Arbeiterfamilie in ihrem Leben erfahren hat. Das geht derzeit vielen Menschen so, die auf den Begriff des »Klassismus« stoßen. Endlich können sie die Abwertung, die sie als Angehörige der unteren Klassenfraktionen durch Mitschülerinnen, Lehrer, Sachbearbeiterinnen und Nachbarn erfahren haben, benennen. Diese Abwertung erfolgt nicht nur durch die Herrschenden und die bürgerliche Presse, sondern auch durch Genossinnen, Genossen sowie Angehörige der eigenen Klasse. 

    Das Phänomen ist real

    »Klassismus« bezeichnet Diskriminierung auf Grund sozialer Herkunft oder Position. Autorinnen und Autoren, die sich auf Klassismus beziehen, wollen ihn als eine Form der Diskriminierung analog zu etwa Sexismus und Rassismus verstanden wissen. Die Abwertung der lohnabhängigen Klasse ist vielfach belegbar und kann bis weit in die Geschichte zurückverfolgt werden. Sie war und ist die Rechtfertigung für ökonomische Strukturen, die auf Ausbeutung im marxschen Sinn basieren.

    Sie wird zudem medial und politisch befeuert. Anhand der Diskussionen um das Bürgergeld der Ampel-Koalition wird das wieder mehr als deutlich. Da wird wie selbstverständlich geäußert, dass Sanktionen laut »Arbeitsmarktforschung« eine vorteilhafte Wirkung hätten, weil sie »Abschreckung« bewirken. Unterstellt wird hier, dass Menschen im Wesentlichen deswegen arbeitslos seien, weil sie faul sind und durch Zwangsmittel des Staates zu einer Annahme von Arbeit gezwungen werden müssten.

    Mitte der 2000er Jahre gab es eine große Medienkampagne gegen »faule Arbeitslose«, die unter anderem von Arbeitgeberverbänden finanzierten Lobbyorganisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft befeuerte wurde. Sie war Vorbereitung und Begleitprogramm der neoliberalen Reformen der Agenda 2010 unter der SPD-geführten rot-grünen Regierung Gerhard Schröders. Der ehemalige SPD-Generalsekretär und Bundesminister für Arbeit und Soziales Franz Müntefering brachte die dahinterstehende Haltung 2006 vor der Bundestagsfraktion der SPD auf den Punkt: »Nur wer arbeitet, soll auch essen.« 

    Die Person des Arno Dübel steht stellvertretend für das Bild des »faulen Arbeitslosen«, der Arbeitende für ihre Dummheit, ihm die Sozialleistungen zu finanzieren, hämisch auslacht. Bis heute werden Fernsehsendungen wie Armes Deutschland und Hartz und Herzlich produziert, die Menschen, die auf Sozialtransferleistungen angewiesen sind, als faul und unfähig darstellen.

    Die Realität sieht zumeist anders aus: Vollbeschäftigung ist eine historische Ausnahmeerscheinung und der Bedarf des Kapitals an Arbeitskräften ist begrenzt. Doch der Druck, den Absturz in die repressiven Sozialsysteme zu verhindern, verbessert die Verhandlungsposition der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei der Lohnverhandlung und ermöglicht so langfristig niedrigere Löhne. Die durch die Medien verbreitete Ideologie der Ungleichwertigkeit ist bis weit in die Klasse der Lohnabhängigen vorgedrungen, sodass selbst durch ebendiese Ideologie Abgewertete sich bemüßigt fühlen, sich von »den anderen« abzugrenzen, indem Abgewertete hervorheben, man selbst wäre ganz anders – eine Haltung, die auch in der historischen Arbeiterbewegung eine lange Tradition hat, wie unter anderem Christopher Wimmer in seinem Buch Lumpenproletariat nachvollzogen hat. 

    »Der Feind ist plötzlich eine andere Fraktion der eigenen sozio-ökonomischen Klasse.«

    Der Klassismus befasst sich also mit einem sehr realen Phänomen. Doch er tut dies auf eine Weise, die nicht imstande ist, das Phänomen im Kontext der kapitalistischen Produktionsweise zu erklären und auch politisch nicht dazu beiträgt, seine Ursachen zu bekämpfen. Jedoch erklärt er sich zur Alternative einer materialistischen Kritik und einer klassenkämpferischen Praxis.

    Der Begriff »Klassismus« stammt aus den USA. Auch wenn er vereinzelt vorher auftauchte, war es das lesbische Frauenkollektiv The Furies Collective, in deren Texten der Begriff des »classism« geprägt wurde. Die Furies verstanden sich als Gegnerinnen des Kapitalismus. Auf den Begriff der Klasse wird in Anlehnung an die marxistische Arbeiterbewegung zurückgegriffen, jedoch werden die entscheidenden Erkenntnisse aus der marxschen Klassenanalyse von den Furies und den ihnen nachfolgenden Vertreterinnen des Klassismus ignoriert oder nur eklektisch darauf Bezug genommen. Der Begriff wird vor allem lebensweltlich oder alltagspolitisch gefasst.

    Was »Klasse« eigentlich für Anti-Klassistinnen und Anti-Klassisten ist, bleibt unklar. Es finden sich eine Vielfalt an Möglichkeiten, was sie ausmachen kann: von Einkommenshierarchien über formale Bildungsabschlüsse über die in der Diskussion dominanten rein lebensweltlichen Aspekte. Die für Marxistinnen und Marxisten bei der Klassenbildung entscheidende Stellung im Produktionsprozess fließt in den Konstitutionsprozess der »Klasse« im Klassismus nicht mit ein. »Klasse« ist hier nur eine je nach individuellen Vorlieben gestaltete identitäre Konstruktion, keine sozio-ökonomische Kategorie.

    Wenn der Klassismus erklären will, was Ursache von Ungleichheit ist und was die Klassengesellschaft aufrechterhält, so läuft der Befund regelmäßig darauf hinaus, dass Armut und Ungleichheit und der Fortbestand derselben aus »Diskriminierung, sozialer Benachteiligung und Ausgrenzung« resultieren würden, nicht aus der kapitalistischen Produktionsweise und dem Ausbeutungsverhältnis zwischen den Klassen. Der »stumme Zwang der ökonomischen Verhältnisse«, der die materielle Grundlage für Ungleichheit und Ideologien der Ungleichwertigkeit liefert, bleibt unverstanden.
    Individualisieren statt solidarisieren

    Diese tatsächlich stattfindenden Diskriminierungen, die Abwertungs- und Ausgrenzungsprozesse finden aus einer in sozio-ökonomischen Klassen denkenden analytischen Perspektive nicht nur zwischen Kapital und Arbeit, also zwischen Klassen, sondern vor allem zwischen Fraktionen der lohnabhängigen Klasse statt und befördern deren Spaltung und Entsolidarisierung. Bereits der Begriff »Klassismus« verschleiert diesen Umstand. Die identitätspolitische Logik der Selbstvergewisserung des Klassismus führt tendenziell zu einer weiteren Zersplitterung kollektiver Kämpfe durch eine immer kleinteiligere Bezugnahme auf sich selbst und die eigene Gruppe. Der Feind ist plötzlich eine andere Fraktion der eigenen sozio-ökonomischen Klasse, die ein paar hundert Euro mehr verdient, einen formal höheren Bildungsabschluss hat oder am Schreibtisch statt an der Werkbank arbeitet. 

    Die Zugehörigkeit zu einer »Klasse« etwa der »Mittelklasse«, die sich durch solche Marker gegenüber einer »unteren Klasse« abgrenzt, wurde bereits von den Furies als Privileg aufgefasst. Von den vermeintlich Privilegierten forderten sie individuellen Verzicht ein, anstatt gemeinsam gegen die besitzende Klasse mehr für alle zu erkämpfen. Auch Prolo-Lesben-Gruppen in Deutschland, die sich Ende der 1980er und Anfang der 90er Jahre kurzzeitig formierten, verstanden sich wesentlich als identitätspolitische Bewegung. Ihr Ziel war es, sich vom Bildungsbürgertum und dessen Verhalten und bürgerlichen kulturellen Normen abzugrenzen und besondere, von anderen Gruppen abgegrenzte Strukturen herauszubilden.

    Antiklassistische Praxis blieb in der Nische des Privaten und Individuellen verhaftet und stellte die gesellschaftlichen Strukturen nicht in Frage. Zwar werden gelegentlich Forderungen zur Abschaffung oder Reformierung von Institutionen wie etwa dem Schulsystem gefordert oder auch mehr Umverteilung in Form von Steuern verlangt. Auf Arbeitskämpfe wird sich aber nur selten bezogen.
    Sprachinterventionen reichen nicht

    Infolge der Diskussionen um Klassismus haben sich an Hochschulen autonome antiklassistische Referate bei den Studierendenvertretungen gebildet, deren Bildungsarbeit auf die Popularisierung der eigenen Theorie abzielt. Die Aufgabe antiklassistischer Bildungsarbeit wird in der Dekonstruktion von Klasse und in der Umbennenung gesellschaftlicher Hierarchien gesehen. Denn die Benennung würde mit einer ebenfalls hierarchischen Beurteilung der jeweiligen Klassen einher gehen, wie Andreas Kemper und Heike Weinbach in ihrem Buch Klassismus – eine Einführung argumentieren.
    »Die Benennung der Realität materieller Ungleichheit wird zur Ursache für gesellschaftliche Hierarchien erklärt.«

    Schon 2014 kritisierte Christian Baron, dass »in der aktuellen Klassismus-Kritik viel Wert auf die Dekonstruktion sprachlicher Vertikalismen gelegt« wird – eine Tendenz, die bis heute anhält. Sogenannte Sozialvertikalismen dienten, so Kemper, der Reproduktion eines Denkens in Oben und Unten und würden damit zur Verfestigung dieser Hierarchien beitragen. Die Benennung der gesellschaftlichen Realität materieller Ungleichheit wird dadurch zur Ursache für gesellschaftliche Hierarchien erklärt. Sozialvertikalismen sollen aus diesem Grund gemieden oder zumindest mit einem Dachzeichen gekennzeichnet werden. 

    Bestimmte Begriffe, etwa »Unterschicht« werden als abwertend abgelehnt und etwa durch das weniger abwertend wahrgenommene Wort »Armutsklasse« ausgetauscht. An der Realität der Ungleichheit, dem Inhalt des jeweils Bezeichneten und den gesellschaftlichen Strukturen, die Ungleichheit produzieren, wird indes nicht gerüttelt. Stattdessen fokussiert sich die ganze Energien darauf, die Art und Weise, wie die Gesellschaft zu beschreiben sei, zu verändern – in der vagen Hoffnung, dass dies einen Effekt auf die Realität ausüben möge.

    Neue Verhältnisse statt neue Begriffe 

    Es ist nicht abzustreiten, dass die Debatte um den Klassismus die Diskriminierung, Abwertung und das unsolidarische Verhalten, auch innerhalb der eigenen Klasse, sichtbar gemacht hat. Diese Spaltung wird immer wieder genutzt, um Teile der lohnarbeitenden Klasse gegen andere auszuspielen – auch aktuell versucht etwa die BILD-Zeitung wieder mit Titeln wie »Wird die Sozialhilfe zur Faulheitshilfe?« und Sätzen wie »Ist der Arbeiter bald der Dumme?« gegen selbst minimale Verbesserungen, die die so genannte Bürgergeld-Reform bringen soll, Stimmung zu machen. Um ein Gegengewicht gegen das Kapital bilden zu können, ist es notwendig, Spaltungen zu überwinden und die lohnarbeitende Klasse vereint politisch zu organisieren. 

    Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Klassenformierung ist es, jedes Unterdrückungsverhältnis innerhalb der eigenen Organisation nachhaltig zu bekämpfen, um als Genossinnen und Kollegen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten zu können. Das gilt selbstverständlich neben sozialer Herkunft und Bildung auch für Sexismus, Rassismus, Ableismus und weitere Formen der Unterdrückung. Doch da der Kampf gegen Klassismus politische Praxis auf die Vertretung von kleinteiligeren Interessen, Antidiskriminierungsarbeit und die Einforderung von Chancengleichheit und Anerkennung für die jeweils eigene Gruppe reduziert, leistet er für einen Klassenkampf unter Einbeziehung möglichst vieler Fraktionen der lohnarbeitenden Klasse nichts. 

    Was die Kapitalseite mit Massen an Geld und ökonomischen Druck bewerkstelligen kann, können wir nur als Masse an Individuen, die sich kollektiv zusammenschließen, leisten. Bei den Gewerkschaften ist es etwa gängig, bei Tarifauseinandersetzungen Forderungen zugunsten der niedrigsten Tarifgruppen durchzusetzen, etwa Mindesterhöhungen. Die gesamte Belegschaft kämpft im gewerkschaftlichen Kollektiv für die Interessen der Schwächsten. Auch wenn an den Gewerkschaften viel zu kritisieren ist, können wir aus dieser bewährten Praxis etwas lernen: Wir sollten uns nicht spalten lassen. Und wir sollten uns vor allen Dingen nicht selber spalten. Nur zusammen sind wir stark.

    #classisme #sociologie #idéologie #sciences #lutte_des_classes

  • Libé des auteur·es jeunesse
    « Beaucoup de militants ont un engagement corps et âme pendant des années » – Ration
    https://www.liberation.fr/culture/livres/beaucoup-de-militants-ont-un-engagement-corps-et-ame-pendant-des-annees-2

    « Beaucoup de militants ont un engagement corps et âme pendant des années »
    Le sociologue et universitaire Colin Robineau décrit le profil et les types d’actions des activistes autonomes, au-delà du stéréotype.

    Black bloc, antifa, ultragauche, les mouvements militants sont souvent caricaturés par des expressions qui ne disent rien des motivations et actions des personnes qui les composent. Dans Devenir révolutionnaire. Sociologie de l’engagement autonome (La Découverte), le sociologue Colin Robineau s’attache à définir les conditions sociales de leur engagement politique. Il évoque pour nous les contours de ce milieu militant.

    Qu’est-ce que le mouvement autonome ?

    Historiquement, l’autonomie se situe dans la filiation marxiste, mais un marxisme hétérodoxe qui a pris le nom d’opéraïsme en Italie à la fin des années 60. Hétérodoxe non seulement parce que ce courant a produit très tôt une critique du régime soviétique mais aussi des organisations traditionnelles de la classe ouvrière, partis et syndicats, comme institutions bureaucratisées. Donc il fallait que le prolétariat s’en libère et s’autonomise. Les luttes devaient se structurer par le bas, par les ouvriers eux-mêmes. Au départ, l’ouvrier était la figure centrale du mouvement, puis, dans les années 1970, de nouveaux fronts de lutte sont apparus : les luttes homosexuelles, féministes, le mouvement punk, les indiens métropolitains, les marginaux, les prisonniers, le mouvement antipsychiatrique…

    Les militants autonomes ont-ils un mode de vie, des modes d’action particuliers ?

    L’autonomie se construit dans des espaces communautaires de type squats, des centres sociaux autogérés, mais aussi avec des velléités insurrectionnelles, des luttes assez déterminées qui, dans les années 70, ont pu conduire certains groupes autonomes à s’engager dans la lutte armée. La perspective insurrectionnelle peut se retrouver encore aujourd’hui, essentiellement dirigée contre des biens matériels, à travers des pratiques émeutières, des actes de sabotage ou la tactique du black-bloc, qui est très médiatisée, mais qui ne constitue qu’un mode d’action parmi d’autres des autonomes. Par exemple, mon terrain à Paris était un squat d’activités qui organisait tout un tas d’activités. Il y avait des repas à prix libre le midi avec une soixantaine de couverts tous les jours. Il y avait aussi une permanence de soutien aux sans-papiers, sur le mal-logement, un cinéclub… L’idée était de construire, sur le temps long, un espace de solidarité de classe à l’échelle locale. On est donc assez loin de la vision caricaturale d’un mouvement autonome exclusivement porté sur la violence politique.

    Vous parlez d’une période d’engagement total des militants.

    Beaucoup de militants avec lesquels je me suis entretenu ont connu un engagement très intense, corps et âme on pourrait dire, pendant plusieurs années. Un engagement qui passe par une participation active aux mouvements sociaux, dans des collectifs de lutte, mais aussi bien souvent par un refus du travail et un mode de vie en squat. Cela génère évidemment des coûts : une vie sans le sou, un habitat précaire dont on peut se faire expulser à tout moment, le risque de la répression. Et en même temps, c’est un milieu, un microcosme politique avec une vie culturellement assez fournie dans laquelle les lectures et les discussions politiques occupent une place considérable, ce qui favorise l’acquisition d’un langage théorique et une argumentation très structurée. D’ailleurs beaucoup sont passés par des études en sciences sociales.

    Les militants autonomes prennent-ils part aux ZAD ?

    Les autonomes y sont assez présents, même s’il n’y a pas qu’eux. Ce sont des lieux qui marient une forte dose de conflictualité contre des adversaires puissants, l’Etat et le capitalisme, et l’expérimentation d’autres formes de vie collective. C’est ce qui fait je crois leur caractère original, en étant à la fois des terrains de lutte et des espaces qui ouvrent des possibles.

    Y a-t-il des facteurs qui prédisposent à l’engagement à l’extrême gauche ?

    Le plus évident est que beaucoup d’entre eux ont des parents de gauche ou d’extrême-gauche, qui ont souvent connu un engagement politique, en Mai 68 par exemple. Par ailleurs, beaucoup de militants avec lesquels je me suis entretenu ont des parents qui appartiennent aux classes moyennes à fort capital culturel : des instituteurs et des enseignants notamment. Mais ce qui est intéressant c’est que très souvent l’un de leurs parents vient d’un milieu populaire, et l’autre d’un milieu petit bourgeois ou bourgeois. C’est ce que j’ai appelé une configuration familiale polarisée. L’interprétation que je propose, c’est que cette socialisation précoce au croisement de deux mondes très différents tend à dévoiler l’arbitraire du monde social, de ses hiérarchies et de ses classements. Ça tend à produire un regard aiguisé sur le monde et une sensibilité particulière aux injustices.

    Comment devient-on militant autonome, une fois ces dispositions acquises ?

    Le passage à l’acte, chez les militants qui apparaissent dans mon livre, s’opère généralement dans des contextes étudiants très politisés. Mais c’est surtout leur première participation à un mouvement social qui, en leur donnant l’occasion de ressentir la puissance de l’agir collectif, va en quelque sorte servir de rampe de lancement à leur engagement futur.

    L’écologie fait-elle partie des préoccupations de ces militants et est-ce que les militants autonomes et les militants écologistes peuvent se rejoindre ?

    Je pense qu’on peut faire l’hypothèse d’un double mouvement avec, d’un côté, une forme d’écologisation des militants autonomes – le processus est d’ailleurs bien avancé et les ZAD n’en sont qu’un exemple – et, d’un autre côté, même si c’est moins évident, une radicalisation des militants écologistes. Pour une partie de la jeunesse, l’écologie n’est plus une affaire de petits gestes individuels et d’accommodements raisonnables : elle s’articule avec une critique de l’ordre social et du capitalisme. Il reste à savoir si des interactions entre les uns et les autres, des espaces de rencontre et des mobilisations communes vont se structurer ou si, au contraire, des divergences idéologiques ou stratégiques, des inimitiés en termes d’origines ou de positions sociales vont faire obstacle à un rapprochement. D’un point de vue plus structurel, on peut aussi imaginer qu’une partie de la jeunesse confrontée à la menace du déclassement, voire sacrifiée au chômage, peut aussi se sentir condamnée au désastre écologique. A ce titre, une autre dimension qui me semble importante dans ce cadre-là est de savoir si la convergence des luttes sociales et écologistes s’accompagne, dans les faits, d’un recrutement militant propice aux alliances de classe, c’est-à-dire avec un ralliement des classes populaires.

    j’imaginais pas les dégâts causés par le fort capital culturel des instituteurs

    #autonomes #révolutionnaires #journalisme #sociologie_journalistique

  • Les aléas du judiciaire
    https://laviedesidees.fr/Les-aleas-du-judiciaire.html

    À propos de : Arnaud Philippe, La fabrique des jugements. Comment sont déterminées les sanctions pénales, La Découverte. Comment expliquer les variations entre les décisions judiciaires en matière pénale ? L’économiste Arnaud Philippe propose d’identifier les facteurs qui influent sur les jugements et la détermination des sanctions pénales à l’aide de l’idée d’expérience naturelle. Au risque d’oublier la #sociologie ?

    #Société #justice #système_carcéral #jugement
    https://laviedesidees.fr/IMG/docx/20221201_juges.docx
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20221201_juges.pdf

  • Pourquoi l’antiracisme est « neutralisé » sur Wikipédia (37mn)

    https://www.arretsurimages.net/articles/pourquoi-lantiracisme-est-neutralise-sur-wikipedia

    Dans le dernier numéro de la Revue du crieur (fondée en 2015 par Mediapart et La Découverte), la journaliste et militante antiraciste Siham Assbague raconte dans « Wikipédia, ou la discrète neutralisation de l’antiracisme » sa plongée de plusieurs mois dans l’encyclopédie en ligne. Le but ? Comprendre pourquoi, par exemple, les introductions des pages de militants antiracistes comme Rokhaya Diallo ou Marwan Muhammad précisent qu’ils sont des personnalités polémiques, tandis que celles des journalistes du Figaro Eugénie Bastié et Ivan Rioufol, pas moins polémiques dans l’espace public, ne le mentionnent pas (modifiée après son enquête, la page d’Ivan Rioufol le précise désormais). Résultat : aux biais propres à Wikipédia, à la sociologie de ses contributeurs et contributrices, s’ajoute un puissant filtre médiatique sur lequel repose une bonne partie de l’encyclopédie.

    #sources#wikipedia#désinformation#medias#anti-racisme#racisme#traitement_mediatique#polemiques#sociologie#sources_fiables

  • La double peine écologique pour les classes populaires
    https://www.lemonde.fr/sciences/article/2022/11/16/la-double-peine-ecologique-pour-les-classes-populaires_6150107_1650684.html

    Si quelqu’un⋅e trouve ce #paywall quelque part…

    Le regard médiatique et politique s’est récemment porté sur les inégalités sociales face à la question environnementale, en se fixant sur les usages des jets privés. Pourtant, plusieurs travaux sociologiques ont souligné que ce sont sur les classes populaires que les injonctions à écologiser les modes de vie pèsent le plus lourd.

    #écologie #pauvreté #classes_populaires #sociologie #enquête

    • Hello,

      Je ne comprends pas pourquoi la presse qui cite des études n’a pas la rigueur systématique de renvoyer vers ces études en question ??? ont ils peur que leur lectorat devienne trop compétent et apprennent à se passer d’eux ??? ça va aussi pour la plupart des rapports ...

    • @o.a C’est effectivement une question qui se pose.

      Pistes :

      – questions de SEO, les sites des médias ne veulent pas que les visiteurs quittent le site, et donc tu ne mets pas de liens hypertextes vers l’extérieur ;

      – difficulté à gérer un lien hypertexte pour un article qui sera imprimé sur papier et publié sur le Web ;

      – peut-être aussi que dans le flux éditorial les journalistes livrent des textes, faiblement formatés pour le papier, et donc sans liens hypertexte ;

      – habitude détestable à ne jamais promouvoir sa source, même quand elle est ouverte, parce que recopier des trucs et parler à la place des gens, c’est grosso modo la principale valeur ajoutée d’un·e journaliste

    • Moi qui pensais que la valeur principale d’un journaliste c’était de n’écrire qu’après avoir multiplié, vérifié et croisé ses sources, d’avoir une expérience de terrain sur les sujets qu’on traite, de s’interdire d’écrire sur les sujets qu’on ne connait que sur papier, de ne jamais écrire sur un pays où on ne va jamais, de diversifier ces interlocuteurs etc ...

      @arno

    • Plus sérieusement j’opterai pour une « culture du surplomb » un peu comme les « élus » dont j’ai fréquenté certains. Le seul fait de publier est signe de valeur, d’exceptionnalité donc de qualités intellectuelles « hors du commun ». Un peu comme l’élection à un poste serait une sorte d’onction populaire qui viendrait faire jaillir à la lumière un esprit particulièrement brillant, une personnalité dont le peuple avait besoin...

      En fait pas du tout évidemment, la plupart des journalistes ont des vies de bureaucrates frustrantes, les psys installés près des grandes rédactions refusent du monde, même avec internet la bataille pour avoir de la place et de la visibilité est centrale.

      Exception, les journalistes d’investigation qui eux légitiment leurs enquêtes « désagréables » en renvoyant vers les sources parce que c’est leur protection.

      Bref il y a pas plus de culture de l’éducation populaire dans la presse que chez les politiques...

    • Pour les sarcasmes oui, désolé, il y a des sujets où je manque largement de distance et il n’existe pas de structures du genre les « journalismes anonymes »...

  • De l’homme nu à l’homme sans contact, entretien avec Marc Dugain (58mn)

    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/le-meilleur-des-mondes/de-l-homme-nu-a-l-homme-sans-contact-entretien-avec-marc-dugain-6673159

    Six ans après « L’Homme nu, la dictature invisible du numérique », Marc Dugain avec un nouvel ouvrage - en coédition avec Christophe Labbé - à propos de l’impact du numérique sur notre société depuis la crise sanitaire. En quoi l’humanité pourrait-elle être bouleversée par l’usage des technologies ?

    Avec Marc Dugain écrivain, romancier

    Pour la dernière émission du mois de novembre, le Meilleur des mondes accueille Marc Dugain, romancier, réalisateur, essayiste et co-auteur de L’Homme nu, la dictature du numérique (Ed. Plon, 2016.) ainsi que de l’Homme sans contact (Ed. L’Observatoire, 2022.)

    Connu pour ses romans à succès, mêlant grande histoire et récits intimes, Marc Dugain se consacre aujourd’hui aux ouvrages sociétaux, dénonçant l’omniprésence et le règne du numérique. En 2016, il publiait avec Christophe Labbé, journaliste d’investigation, un essai retentissant sur l’emprise des GAFAMS sur nos vies.
    Six ans après, en 2022, les deux auteurs se repenchent sur une question qui anime l’émission le Meilleur des mondes chaque semaine : qu’est-ce que le numérique et les nouvelles technologies font à nos vies.

    #Réseaux_socios#Tech_Web#Littérature#Sociologie#Marc_Dugain#Numerique#technologie#Anomie_sociale

  • Les sciences sociales lectrices d’Annie Ernaux

    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/la-suite-dans-les-idees/les-sciences-sociales-lectrices-d-annie-ernaux-6525811

    Annie Ernaux n’est pas sociologue. Mais depuis toujours son œuvre fascine les sociologues, au point de les influencer. C’est le cas de Rose-Marie Lagrave, Christine Détrez et Isabelle Charpentier, rejointes en cours d’émission par l’écrivaine, récente lauréate du prix Nobel de littérature.

    avec :

    Rose-Marie Lagrave (Sociologue spécialisée dans les questions de genre, Directrice d’études à l’EHESS), Christine Détrez (sociologue, ENS de Lyon), Isabelle charpentier (professeure de sociologie à l’université d’Amiens).

    Dès le milieu des années 1980, après la parution de La Place, son quatrième livre, le nom d’Annie Ernaux commence à circuler parmi les chercheuses et chercheurs en sociales, parmi les étudiant.e.s aussi, j’en étais. Cette attention ira croissant, de livre en livre. Non qu’Annie Ernaux soit une écrivaine-sociologue, ce serait assurément un contresens mais plus simplement que son travail fascine les sociologues, au point qu’il en influencera beaucoup. C’est de ceci dont il sera question à La Suite dans les Idées trois jours après l’annonce de son prix Nobel de littérature. Il en sera question avec trois sociologues parmi celles qui connaissent le mieux l’œuvre d’Annie Ernaux, et surtout, qui se sont laissées bousculer dans leurs propres recherches par cette œuvre : Isabelle Charpentier, qui la première à commencé, Rose-Marie Lagrave et Christine Détrez. Toutes les trois sont cette semaine les invitées de La Suite dans les Idées. Elles seront rejointes, un peu plus tard, par l’écrivaine elle-même, Annie Ernaux qui devrait nous faire l’honneur et l’amitié d’un coup de téléphone.

    #littérature#Nobel#Annie_Ernaux#Transfuge#Sociologie#Jean_Claude_Passeron#Pierre_Bourdieu#ARSS#

  • À la recherche des classes moyennes : une chasse aux fantômes ?

    https://theconversation.com/a-la-recherche-des-classes-moyennes-une-chasse-aux-fantomes-187717

    Par Jan Spurk Professeur de sociologie, Université Paris Cité

    La « classe moyenne » fait partie des notions les plus utilisées et les plus floues dans les discours politiques et sociaux. À l’image d’une moyenne mathématique, « moyen » pourrait indiquer que cette « classe » représente ce qui est considéré comme normal.

    On peut, bien sûr, statistiquement construire une tranche de revenus moyens autour du salaire moyen (en France, 2 340 euros net par mois en 2022), sans rendre compte des multiples différences, par exemple entre hommes et femmes. La « classe moyenne » ne se réduit cependant pas à une tranche de revenus. Bien plus importante que ces aspects financiers est l’identification répandue avec la « classe moyenne ».

    #liberalisme#sociologie#classe_moyenne#capilalisme#néo-libéralisme#Classes#surnuméraires

  • Un désir d’égalité – Vivre et travailler dans des communautés utopiques | Les Oreilles loin du Front
    http://www.loldf.org/spip.php?article1011

    Twin Oaks, Acorn, ces noms vous disent quelque chose ? Ce sont deux « utopies concrètes » ou « communautés intentionnelles » aux modes de vie et de travail égalitaires qui existent aux États-Unis depuis de nombreuses années. Pour notre première émission de la saison, nous recevons le sociologue Michel Lallement, professeur au CNAM notamment, qui a publié aux éditions du Seuil en 2019 « Un désir d’égalité – Vivre et travailler dans des communautés utopiques ». Nous parlerons avec lui de l’histoire, du fonctionnement, des réalités quotidiennes de ces communautés et des personnes qui ont fait le choix d’y vivre. Durée : 1h20. Source : Fréquence Paris (...)

    http://www.loldf.org/archives/22.09.14.desir.egalite.lallement.mp3

  • Un Américain à #Marseille
    https://metropolitiques.eu/Un-Americain-a-Marseille.html

    Dans son dernier livre, Marseille, Port to Port, l’ethnographe new-yorkais William Kornblum signe un portrait sociologique riche et vivant de la deuxième ville de France. Marseille au kaléidoscope William Kornblum, professeur émérite à la City University of #New_York, est un sociologue reconnu pour ses travaux d’ethnographie urbaine, consacrés par exemple à un groupe d’adolescents du quartier de Harlem (Kornblum et Williams 1994), ou, plus récemment, à la ligne 7 du métro new-yorkais, qui traverse #Commentaires

    / Marseille, #ethnographie, #écologie_urbaine, #sociologie_urbaine, New York

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-gaudin7.pdf

  • Bibliographie détaillée, en français, de et sur Cornelius Castoriadis (01.09.2022) Claude Helbling
    https://collectiflieuxcommuns.fr/?1050-Bibliographie-C-Castoriadis

    Mise en ligne initiale le 12.03.2021
    #Bibliographie détaillée, en français, de et sur Cornelius CASTORIADIS (C.C.)

    Bibliographie (10 chapitres, 143 pages) établie par Claude Helbling, mise à jour le 01/09/2022.
    Bibliographie détaillée, en français, de et sur Cornelius #Castoriadis (23.07.2022)


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    Detailed bibliography, in French, of and about Cornelius CASTORIADIS
    (Avec des références de traductions en anglais et en espagnol, et de publications dans ces deux langues.
    With references to translations in English and Spanish, and publications in these two languages.
    Con referencias a traducciones en inglés y español, y publicaciones en estos dos idiomas

    Cornelius CASTORIADIS (en grec : Κορνήλιου #Κασοριάδη) est né le 11/03/1922 à Constantinople, et est mort le 26/12/1997 à Paris. Philosophe, économiste, psychanalyste, militant politique, informé en sociologie, anthropologie, histoire, mathématiques et autres sciences. (...)

    #philosophie, #économie, #psychanalyse, #sociologie, #anthropologie, #histoire, #mathématiques

  • Des lobbys au menu - Mon blog sur l’écologie politique
    https://blog.ecologie-politique.eu/post/Des-lobbys-au-menu

    C’est un court ouvrage mais qui rend compte d’une recherche très ambitieuse sur l’influence des entreprises agroalimentaires sur le débat et les politiques publiques en France. Cette influence se déploie dans trois dimensions avec trois outils privilégiés. Les think tanks investissent le champ scientifique, les organisations de représentations d’intérêt les instances étatiques, les fondations d’entreprise la société civile.

    Dans le lot cette interview :
    https://www.youtube.com/watch?v=_vHa_a8Mjak

    #recension #livre #recherche #sociologie #alimentation #agroalimentaire #industrie #lobby #lobbying #Aude_Vidal

  • « Tant qu’on sera dans un système capitaliste, il y aura du #patriarcat » – Entretien avec #Haude_Rivoal

    Haude Rivoal est l’autrice d’une enquête sociologique publiée en 2021 aux éditions La Dispute, La fabrique des masculinités au travail. Par un travail de terrain de plusieurs années au sein d’une entreprise de distribution de produits frais de 15 000 salariés, la sociologue cherche à comprendre comment se forgent les identités masculines au travail, dans un milieu professionnel qui se précarise (vite) et se féminise (lentement). Les travailleurs, majoritairement ouvriers, sont soumis comme dans tous les secteurs à l’intensification, à la rationalisation et à la flexibilisation du travail. Leur réponse aux injonctions du capitalisme et à la précarisation de leur statut, c’est entre autres un renforcement des pratiques viriles : solidarité accrue entre hommes, exclusion subtile (ou non) des femmes, déni de la souffrance… Pour s’adapter pleinement aux exigences du capitalisme et du patriarcat, il leur faut non seulement être de bons travailleurs, productifs, engagés et disciplinés, mais aussi des “hommes virils mais pas machos”. Pour éviter la mise à l’écart, adopter de nouveaux codes de masculinité est donc nécessaire – mais laborieux. Dans cette étude passionnante, Haude Rivoal met en lumière les mécanismes de la fabrique des masculinités au travail, au croisement des facteurs de genre, de classe et de race.

    Entretien par Eugénie P.

    Ton hypothèse de départ est originale, elle va à rebours des postulats féministes habituels : au lieu d’étudier ce qui freine les femmes au travail, tu préfères analyser comment les hommes gardent leur hégémonie au travail « malgré la déstabilisation des identités masculines au et par le travail ». Pourquoi as-tu choisi ce point de départ ?

    J’étais en contrat Cifre [contrat de thèse où le ou la doctorant.e est embauché.e par une entreprise qui bénéficie également de ses recherches, ndlr] dans l’entreprise où j’ai fait cette enquête. J’avais commencé à étudier les femmes, je voulais voir comment elles s’intégraient, trouvaient des stratégies pour s’adapter dans un univers masculin à 80%. Ce que je découvrais sur le terrain était assez similaire à toutes les enquêtes que j’avais pu lire : c’était les mêmes stratégies d’adaptation ou d’autocensure. J’ai été embauchée pour travailler sur l’égalité professionnelle, mais je n’arrivais pas à faire mon métier correctement, parce que je rencontrais beaucoup de résistances de la part de l’entreprise et de la part des hommes. Et comme je ne comprenais pas pourquoi on m’avait embauchée, je me suis dit que ça serait intéressant de poser la question des résistances des hommes, sachant que ce n’est pas beaucoup étudié par la littérature sociologique. J’ai changé un peu de sujet après le début de ma thèse, et c’est au moment où est sortie la traduction française des travaux de Raewyn Connell [Masculinités. Enjeux sociaux de l’hégémonie, Paris, Éditions Amsterdam, 2014, ndlr] : cet ouvrage m’a ouvert un espace intellectuel complètement fou ! Ça m’a beaucoup intéressée et je me suis engouffrée dans la question des masculinités.

    C’est donc la difficulté à faire ton travail qui a renversé ton point de vue, en fait ?

    Oui, la difficulté à faire le travail pour lequel j’ai été embauchée, qui consistait à mettre en place des politiques d’égalité professionnelle : je me rendais compte que non seulement je n’avais pas les moyens de les mettre en place, mais qu’en plus, tout le monde s’en foutait. Et je me suis rendue compte aussi que l’homme qui m’avait embauchée pour ce projet était lui-même extrêmement sexiste, et ne voyait pas l’existence des inégalités hommes-femmes, donc je n’arrivais pas à comprendre pourquoi il m’avait embauchée. J’ai compris plus tard que les raisons de mon embauche était une défense de ses propres intérêts professionnels, j’y reviendrai. Ce n’est pas qu’il était aveugle face aux inégalités – il travaillait dans le transport routier depuis 40 ans, évidemment que les choses avaient changé -, mais j’avais beau lui expliquer que les discriminations étaient plus pernicieuses, il était persuadé qu’il ne restait plus grand-chose à faire sur l’égalité hommes-femmes.

    Comment se manifeste cette “déstabilisation des identités masculines au et par le travail”, cette supposée « crise de la virilité », que tu évoques au début de ton livre ?

    Je me suis rendue compte en interviewant les anciens et les nouveaux que rien qu’en l’espace d’une génération, il y avait beaucoup moins d’attachement à l’entreprise. Les jeunes générations avaient très vite compris que pour monter dans la hiérarchie, pour être mieux payé ou pour avoir plus de responsabilités, il ne suffisait pas juste d’être loyal à l’entreprise : il fallait la quitter et changer de boulot, tout simplement. Ce n’est pas du tout l’état d’esprit des anciens, dont beaucoup étaient des autodidactes qui avaient eu des carrières ascensionnelles. Il y avait énormément de turnover, et ça créait un sentiment d’instabilité permanent. Il n’y avait plus d’esprit de solidarité ; ils n’arrêtaient pas de dire “on est une grande famille” mais au final, l’esprit de famille ne parlait pas vraiment aux jeunes. Par ailleurs, dans les années 2010, une nouvelle activité a été introduite : la logistique. Il y a eu beaucoup d’enquêtes sur le sujet ! Beaucoup de médias ont parlé de l’activité logistique avec les préparateurs de commandes par exemple, une population majoritairement intérimaire, très précaire, qui ne reste pas longtemps… et du coup, beaucoup d’ouvriers qui avaient un espoir d’ascension sociale se sont retrouvés contrariés. Ce n’est pas exactement du déclassement, mais beaucoup se sont sentis coincés dans une précarité, et d’autant plus face à moi qui suis sociologue, ça faisait un peu violence parfois. Donc c’est à la fois le fait qu’il y ait beaucoup de turnover, et le fait qu’il n’y ait plus le même sentiment de famille et de protection que pouvait apporter l’entreprise, qui font qu’il y a une instabilité permanente pour ces hommes-là. Et comme on sait que l’identité des hommes se construit en grande partie par le travail, cette identité masculine était mise à mal : si elle ne se construit pas par le travail, par quoi elle se construit ?

    Ça interroge beaucoup le lien que tu évoques entre le capitalisme et le patriarcat : la précarisation et la flexibilisation du travail entraînent donc un renforcement des résistances des hommes ?

    Oui, carrément. Il y a beaucoup d’hommes, surtout dans les métiers ouvriers, qui tirent une certaine fierté du fait de faire un “métier d’hommes ». Et donc, face à la précarisation du travail, c’est un peu tout ce qu’il leur reste. Si on introduit des femmes dans ces métiers-là, qui peuvent faire le boulot dont ils étaient si fiers parce que précisément c’est un “métier d’hommes”, forcément ça crée des résistances très fortes. Quand l’identité des hommes est déstabilisée (soit par la précarisation du travail, soit par l’entrée des femmes), ça crée des résistances très fortes.

    Tu explores justement les différentes formes de résistance, qui mènent à des identités masculines diversifiées. L’injonction principale est difficile : il faut être un homme « masculin mais pas macho ». Ceux qui sont trop machos, un peu trop à l’ancienne, sont disqualifiés, et ceux qui sont pas assez masculins, pareil. C’est un équilibre très fin à tenir ! Quelles sont les incidences concrètes de ces disqualifications dans le travail, comment se retrouvent ces personnes-là dans le collectif ?

    Effectivement, il y a plein de manières d’être homme et il ne suffit pas d’être un homme pour être dominant, encore faut-il l’être “correctement”. Et ce “correctement” est presque impossible à atteindre, c’est vraiment un idéal assez difficile. Par exemple, on peut avoir des propos sexistes, mais quand c’est trop vulgaire, que ça va trop loin, là ça va être disqualifié, ça va être qualifié de “beauf”, et pire, ça va qualifier la personne de pas très sérieuse, de quelqu’un à qui on ne pourra pas trop faire confiance. L’incidence de cette disqualification, c’est que non seulement la personne sera un peu mise à l’écart, mais en plus, ce sera potentiellement quelqu’un à qui on ne donnera pas de responsabilités. Parce qu’un responsable doit être un meneur d’hommes, il faut qu’il soit une figure exemplaire, il doit pouvoir aller sur le terrain mais aussi avoir des qualités d’encadrement et des qualités intellectuelles. Donc un homme trop vulgaire, il va avoir une carrière qui ne va pas décoller, ou des promotions qui ne vont pas se faire.

    Quant à ceux qui ne sont “pas assez masculins », je n’en ai pas beaucoup rencontrés, ce qui est déjà une réponse en soi !

    Peut-on dire qu’il y a une “mise à l’écart” des travailleurs les moins qualifiés, qui n’ont pas intégré les nouveaux codes de la masculinité, au profit des cadres ?

    Non, c’est un phénomène que j’ai retrouvé aussi chez les cadres. Mais chez les cadres, le conflit est plutôt générationnel : il y avait les vieux autodidactes et les jeunes loups, et c’est la course à qui s’adapte le mieux aux transformations du monde du travail, qui vont extrêmement vite, en particulier dans la grande distribution. C’est une des raisons pour laquelle le directeur des RH m’a embauchée : il avait peur de ne pas être dans le coup ! L’égalité professionnelle était un sujet, non seulement parce qu’il y avait des obligations légales mais aussi parce que dans la société, ça commençait à bouger un peu à ce moment-là. Donc il s’est dit que c’est un sujet porteur et que potentiellement pour sa carrière à lui, ça pouvait être très bon. Ça explique qu’il y ait des cadres qui adhèrent à des projets d’entreprise avec lesquels ils ne sont pas forcément d’accord, mais juste parce qu’il y a un intérêt final un peu égoïste en termes d’évolution de carrière.

    On dit toujours que les jeunes générations sont plus ouvertes à l’égalité que les aînés, je pense que ce n’est pas tout à fait vrai ; les aînés ont à cœur de s’adapter, ils ont tellement peur d’être dépassés que parfois ils peuvent en faire plus que les jeunes. Et par ailleurs, les jeunes sont ouverts, par exemple sur l’équilibre vie pro et vie perso, mais il y a quand même des injonctions (qui, pour le coup, sont propres au travail) de présentéisme, de présentation de soi, d’un ethos viril à performer… qui font qu’ils sont dans des positions où ils n’ont pas d’autres choix que d’adopter certains comportements virilistes. Donc certes, ils sont plus pour l’égalité hommes-femmes, mais ils ne peuvent pas complètement l’incarner.

    L’une de tes hypothèses fortes, c’est que le patriarcat ingurgite et adapte à son avantage toutes les revendications sur la fin des discriminations pour se consolider. Est-ce qu’on peut progresser sur l’égalité professionnelle, et plus globalement les questions de genre, sans que le patriarcat s’en empare à son avantage ?

    Très clairement, tant qu’on sera dans un système capitaliste, on aura toujours du patriarcat, à mon sens. C’était une hypothèse, maintenant c’est une certitude ! J’ai fait une analogie avec l’ouvrage de Luc Boltanski et Ève Chiapello, Le nouvel esprit du capitalisme, pour dire que la domination masculine est pareille que le capitalisme, elle trouve toujours des moyens de se renouveler. En particulier, elle est tellement bien imbriquée dans le système capitaliste qui fonctionne avec les mêmes valeurs virilistes (on associe encore majoritairement la virilité aux hommes), que les hommes partent avec des avantages compétitifs par rapport aux femmes. Donc quand les femmes arrivent dans des positions de pouvoir, est-ce que c’est une bonne nouvelle qu’elles deviennent “des hommes comme les autres”, c’est-à-dire avec des pratiques de pouvoir et de domination ? Je ne suis pas sûre. C’est “l’égalité élitiste” : des femmes arrivent à des positions de dirigeantes, mais ça ne change rien en dessous, ça ne change pas le système sur lequel ça fonctionne, à savoir : un système de domination, de hiérarchies et de jeux de pouvoir.

    Donc selon toi, l’imbrication entre patriarcat et capitalisme est indissociable ?

    Absolument, pour une simple et bonne raison : le capitalisme fonctionne sur une partie du travail gratuit qui est assuré par les femmes à la maison. Sans ce travail gratuit, le système capitaliste ne tiendrait pas. [à ce sujet, voir par exemple les travaux de Silvia Federici, Le capitalisme patriarcal, ndlr]

    Ça pose la question des politiques d’égalité professionnelle en entreprise : sans remise en question du système capitaliste, elles sont destinées à être seulement du vernis marketing ? On ne peut pas faire de vrais progrès ?

    Je pense que non. D’ailleurs, beaucoup de gens m’ont dit que mon livre était déprimant pour ça. Je pense que les politiques d’égalité professionnelle ne marchent pas car elles ne font pas sens sur le terrain. Les gens ne voient pas l’intérêt, parce qu’ils fonctionnent essentiellement d’un point de vue rationnel et économique (donc le but est de faire du profit, que l’entreprise tourne et qu’éventuellement des emplois se créent, etc), et ils ne voient pas l’intérêt d’investir sur ce sujet, surtout dans les milieux masculins car il n’y a pas suffisamment de femmes pour investir sur le sujet. J’ai beau leur dire que justement, s’il n’y a pas de femmes c’est que ça veut dire quelque chose, ils ont toujours des contre-arguments très “logiques” : par exemple la force physique. Ils ne vont pas permettre aux femmes de trouver une place égale sur les postes qui requièrent de la force physique. Quand les femmes sont intégrées et qu’elles trouvent une place valorisante, ce qui est le cas dans certains endroits, c’est parce qu’elles sont valorisées pour leurs qualités dites “féminines”, d’écoute, d’empathie, mais elles n’atteindront jamais l’égalité car précisément, elles sont valorisées pour leur différence. Le problème n’est pas la différence, ce sont les inégalités qui en résultent. On peut se dire que c’est super que tout le monde soit différent, mais on vit dans un monde où il y a une hiérarchie de ces différences. Ces qualités (écoute, empathie) sont moins valorisées dans le monde du travail que le leadership, l’endurance…

    Ça ne nous rassure pas sur les politiques d’égalité professionnelle…

    Si les politiques d’égalité professionnelle marchaient vraiment, on ne parlerait peut-être plus de ce sujet ! Je pense que les entreprises n’ont pas intérêt à ce qu’elles marchent, parce que ça fonctionne bien comme ça pour elles. Ca peut prendre des formes très concrètes, par exemple les RH disaient clairement en amont des recrutements : ”on prend pas de femmes parce que physiquement elles ne tiennent pas”, “les environnement d’hommes sont plus dangereux pour elles”, “la nuit c’est pas un environnement propice au travail des femmes”… Tu as beau répondre que les femmes travaillent la nuit aussi, les infirmières par exemple… Il y a un tas d’arguments qui montrent la construction sociale qui s’est faite autour de certains métiers, de certaines qualités professionnelles attendues, qu’il faudrait déconstruire – même si c’est très difficile à déconstruire. Ça montre toute une rhétorique capitaliste, mais aussi sexiste, qui explique une mise à l’écart des femmes.

    On a l’impression d’une progression linéaire des femmes dans le monde du travail, que ça avance doucement mais lentement, mais je constate que certains secteurs et certains métiers se déféminisent. On observe des retours en arrière dans certains endroits, ce qui légitime encore plus le fait de faire des enquêtes. Ce n’est pas juste un retour de bâton des vieux mormons qui veulent interdire l’avortement, il y aussi des choses plus insidieuses, des résistances diverses et variées.

    En plus, l’intensification du travail est un risque à long terme pour les femmes. Par exemple, il y a plus de femmes qui font des burnout. Ce n’est pas parce qu’elles sont plus fragiles psychologiquement, contrairement à ce qu’on dit, mais c’est parce qu’elles assurent des doubles journées, donc elles sont plus sujettes au burnout. Les transformations du monde du travail sont donc un risque avéré pour l’emploi des femmes, ne serait-ce que parce que par exemple, les agences d’intérim trient en amont les candidats en fonction de la cadence. Il faut redoubler de vigilance là-dessus.

    Tu analyses les types de masculinité qui se façonnent en fonction des facteurs de classe et de race. On voit que ce ne sont pas les mêmes types d’identités masculines, certaines sont dévalorisées. Quelles en sont les grandes différences ?

    Je ne vais pas faire de généralités car ça dépend beaucoup des milieux. Ce que Raewyn Connell appelle la “masculinité hégémonique”, au sens culturel et non quantitatif (assez peu d’hommes l’incarnent), qui prendrait les traits d’un homme blanc, d’âge moyen, hétérosexuel, de classe moyenne supérieure. Par rapport à ce modèle, il y a des masculinités “non-hégémoniques”, “subalternes”, qui forment une hiérarchie entre elles. Malgré le fait que ces masculinités soient plurielles, il y a une solidarité au sein du groupe des hommes par rapport au groupe des femmes, et à l’intérieur du groupe des hommes, il y a une hiérarchie entre eux. Les masculinités qu’on appelle subalternes sont plutôt les masculinités racisées ou homosexuelles. Elles s’expriment sous le contrôle de la masculinité hégémonique. Elles sont appréciées pour certaines qualités qu’elles peuvent avoir : j’ai pu voir que les ouvriers racisés étaient appréciés pour leur endurance, mais qu’ils étaient aussi assez craints pour leur “indiscipline” supposée. En fait, les personnes “dévalorisées” par rapport à la masculinité hégémonique sont appréciées pour leurs différences, mais on va craindre des défauts qui reposent sur des stéréotypes qu’on leur prête. Par exemple, les personnes racisées pour leur supposée indiscipline, les personnes des classes populaires pour leur supposé mode de vie tourné vers l’excès, les femmes pour leurs supposés crêpages de chignon entre elles…. C’est à double tranchant. Les qualités pour lesquelles elles sont valorisées sont précisément ce qui rend l’égalité impossible. Ces qualités qu’on valorise chez elles renforcent les stéréotypes féminins.

    Tu montres que le rapport au corps est central dans le travail des hommes : il faut s’entretenir mais aussi s’engager physiquement dans le travail, quitte à prendre des risques. Il y a une stratégie de déni de la souffrance, de sous-déclaration du stress chez les travailleurs : pour diminuer la souffrance physique et psychologique au travail, il faut changer les conditions de travail mais aussi changer le rapport des hommes à leur corps ?

    Je pensais que oui, mais je suis un peu revenue sur cette idée. Effectivement, il y plein d’études qui montrent que les hommes prennent plus de risques. C’est par exemple ce que décrit Christophe Dejours [psychiatre français spécialisé dans la santé au travail, ndlr] sur le “collectif de défense virile”, qui consiste à se jeter à corps perdu dans le travail pour anesthésier la peur ou la souffrance. Ce n’est pas forcément ce que j’ai observé dans mes enquêtes : en tout cas auprès des ouvriers (qui, pour le coup, avaient engagé leur corps assez fortement dans le travail), non seulement parce qu’ils ont bien conscience que toute une vie de travail ne pourra pas supporter les prises de risque inconsidérées, mais aussi parce qu’aujourd’hui la souffrance est beaucoup plus médiatisée. Cette médiatisation agit comme si elle donnait une autorisation d’exprimer sa souffrance, et c’est souvent un moyen d’entrée pour les syndicats pour l’amélioration des conditions de travail et de la santé au travail. Donc il y a un rapport beaucoup moins manichéen que ce qu’on prête aux hommes sur la prise de risques et le rapport au corps.

    En termes d’émotions, là c’est moins évident : on parle de plus en plus de burnout, mais à la force physique s’est substituée une injonction à la force mentale, à prendre sur soi. Et si ça ne va pas, on va faire en sorte que les individus s’adaptent au monde du travail, mais on ne va jamais faire en sorte que le monde du travail s’adapte au corps et à l’esprit des individus. On va donner des sièges ergonomiques, des ergosquelettes, on va créer des formations gestes et postures, on va embaucher des psychologues pour que les gens tiennent au travail, sans s’interroger sur ce qui initialement a causé ces souffrances.

    D’ailleurs, ce qui est paradoxal, c’est que l’entreprise va mettre en place tous ces outils, mais qu’elle va presque encourager les prises de risque, parce qu’il y a des primes de productivité ! Plus on va vite (donc plus on prend des risques), plus on gagne d’argent. C’est d’ailleurs les intérimaires qui ont le plus d’accidents du travail, déjà parce qu’ils sont moins formés, mais aussi parce qu’ils ont envie de se faire un max d’argent car ils savent très bien qu’ils ne vont pas rester longtemps.

    Donc ce sont les valeurs du capitalisme et ses incidences économiques (les primes par exemple) qui forgent ce rapport masculin au travail ?

    Oui, mais aussi parce qu’il y a une émulation collective. La masculinité est une pratique collective. Il y a une volonté de prouver qu’on est capable par rapport à son voisin, qu’on va dépasser la souffrance même si on est fatigué, et qu’on peut compter sur lui, etc. J’ai pu observer ça à la fois chez les cadres dans ce qu’on appelle les “boys clubs”, et sur le terrain dans des pratiques de renforcement viril.

    Tu n’as pas observé de solidarité entre les femmes ?

    Assez peu, et c’est particulièrement vrai dans les milieux masculins : la sororité est une solidarité entre femmes qui est très difficile à obtenir. J’en ai fait l’expérience en tant que chercheuse mais aussi en tant que femme. Je me suis dit que j’allais trouver une solidarité de genre qui m’aiderait à aller sur le terrain, mais en fait pas du tout. C’est parce que les femmes ont elles-mêmes intériorisé tout un tas de stéréotypes féminins. C’est ce que Danièle Kergoat appelle “le syllogisme des femmes”, qui dit : “toutes les femmes sont jalouses. Moi je ne suis pas jalouse. Donc je ne suis pas une femme.” Il y a alors une impossibilité de création de la solidarité féminine, parce qu’elles ne veulent pas rentrer dans ces stéréotypes dégradants de chieuses, de nunuches, de cuculs… Les femmes sont assez peu nombreuses et assez vites jugées, en particulier sur leurs tenues : les jugements de valeur sont assez sévères ! Par exemple si une femme arrive avec un haut un peu décolleté, les autres femmes vont être plutôt dures envers elle, beaucoup plus que les hommes d’ailleurs. Elles mettent tellement d’efforts à se créer une crédibilité professionnelle que tout à coup, si une femme arrive en décolleté, on ne va parler que de ça.

    Toi en tant que femme dans l’entreprise, tu dis que tu as souvent été renvoyée à ton genre. Il y a une forme de rappel à l’ordre.

    Oui, quand on est peu nombreuses dans un univers masculin, la féminité fait irruption ! Quels que soient tes attributs, que tu sois féminine ou pas tant que ça, tu vas avoir une pression, une injonction tacite à contrôler tous les paramètres de ta féminité. Ce ne sont pas les hommes qui doivent contrôler leurs désirs ou leurs remarques, mais c’est aux femmes de contrôler ce qu’elles provoquent chez les hommes, et la perturbation qu’elles vont provoquer dans cet univers masculin, parce qu’elles y font irruption.

    Toujours rappeler les femmes à l’ordre, c’est une obsession sociale. Les polémiques sur les tenues des filles à l’école, sur les tenues des femmes musulmanes en sont des exemples… Cette volonté de contrôle des corps féminins est-elle aussi forte que les avancées féministes récentes ?

    C’est difficile à mesurer mais ce n’est pas impossible. S’il y a des mouvements masculinistes aussi forts au Canada par exemple, c’est peut-être que le mouvement féministe y est hyper fort. Ce n’est pas impossible de se dire qu’à chaque fois qu’il y a eu une vague d’avancées féministes, quelques années plus tard, il y a forcément un retour de bâton. Avec ce qui s’est passé avec #metoo, on dirait que le retour de bâton a commencé avec le verdict du procès Johnny Depp – Amber Heard, puis il y a eu la la décision de la Cour Constitutionnelle contre l’avortement aux Etats-Unis… On n’est pas sorties de l’auberge, on est en train de voir se réveiller un mouvement de fond qui était peut-être un peu dormant, mais qui est bien présent. L’article sur les masculinistes qui vient de sortir dans Le Monde est flippant, c’est vraiment des jeunes. En plus, ils sont bien organisés, et ils ont une rhétorique convaincante quand tu ne t’y connais pas trop.

    Les milieux de travail très féminisés sont-ils aussi sujets à l’absence de sororité et à la solidarité masculine dont tu fais état dans ton enquête ?

    En général, les hommes qui accèdent à ces milieux ont un ”ascenseur de verre” (contrairement aux femmes qui ont le “plafond de verre”) : c’est un accès plus rapide et plus facile à des postes à responsabilité, des postes de direction. C’est le cas par exemple du milieu de l’édition : il y a énormément de femmes qui y travaillent mais les hommes sont aux manettes. Le lien avec capitalisme et virilité se retrouve partout – les hommes partent avec un avantage dans le monde du travail capitaliste, souvent du simple fait qu’ils sont des hommes et qu’on leur prête plus volontiers d’hypothétiques qualités de leader.

    Dans quelle mesure peut-on étendre tes conclusions à d’autres milieux de travail ou d’autres secteurs d’activité ? Est-ce que tes conclusions sont spécifiques à la population majoritairement ouvrière et masculine, et au travail en proie à l’intensification, étudiés dans ta thèse ?

    J’ai pensé mon travail pour que ce soit généralisable à plein d’entreprises. J’ai pensé cette enquête comme étant symptomatique, ou en tout cas assez représentative de plein de tendances du monde du travail : l’intensification, l’informatisation à outrance… Ces tendances se retrouvent dans de nombreux secteurs. Je dis dans l’intro : “depuis l’entrepôt, on comprend tout.” Comme partout, il y a de la rationalisation, de l’intensification, et de la production flexible. A partir de là, on peut réfléchir aux liens entre masculinités et capitalisme. Les problématiques de violence, de harcèlement sortent dans tous les milieux, aucun milieu social n’est épargné, précisément parce qu’elles ont des racines communes.

    Comment peut-on abolir le capitalisme, le patriarcat et le colonialisme ?

    Je vois une piste de sortie, une perspective politique majeure qui est de miser sur la sororité. La sororité fonctionne différemment des boys clubs, c’est beaucoup plus horizontal et beaucoup moins hiérarchique. Il y a cette même notion d’entraide, mais elle est beaucoup plus inclusive. Ce sont des dominées qui se rassemblent et qui refusent d’être dominées parce qu’elles refusent de dominer. Il faut prendre exemple sur les hommes qui savent très bien se donner des coups de main quand il le faut, mais faisons-le à bon escient. C’est une solution hyper puissante.

    Ne pas dominer, quand on est dominante sur d’autres plans (quand on est blanche par exemple), ça revient à enrayer les différents systèmes de domination.

    Tout à fait. Les Pinçon-Charlot, on leur a beaucoup reproché d’avoir travaillé sur les dominants, et c’est le cas aussi pour les masculinités ! Il y a plusieurs types de critique : d’abord, il y a un soupçon de complaisance avec ses sujets d’étude, alors qu’il y a suffisamment de critique à l’égard de nos travaux pour éviter ce biais. Ensuite, on est souvent accusé.e.s de s’intéresser à des vestiges ou à des pratiques dépassés, parce que les groupes (hommes, ou bourgeois) sont en transformation ; en fait, les pratiques de domination se transforment, mais pas la domination ! Enfin, on peut nous reprocher de mettre en lumière des catégories “superflues”, alors qu’on devrait s’intéresser aux dominé.e.s… mais on a besoin de comprendre le fonctionnement des dominant.e.s pour déconstruire leur moyen de domination, et donner des armes à la sororité.

    https://www.frustrationmagazine.fr/entretien-rivoal
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  • Plastique du #capitalisme
    https://laviedesidees.fr/Plastique-du-capitalisme.html

    À propos de : Denis Colombi, Pourquoi sommes-nous capitalistes (malgré nous) ? Dans la fabrique de l’homo œconomicus, Payot. Deux cents ans après sa naissance en Occident au XIXe siècle, le capitalisme est devenu une culture au sens large, un mode de vie et une #idéologie. Il traverse toutes les sphères de la société, le monde du travail et de la politique. Il s’insinue aussi dès l’enfance, dans l’éducation et la famille.

    #Économie #éducation #sociologie_économique #sociologie
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20220725_capitalistes.pdf
    https://laviedesidees.fr/IMG/docx/20220725_capitalistes.docx

  • Ce matin je me suis levé en me demandant quelles étaient les relations entre les études (ou commentaires politiques) sur les transgenres, et les transraciaux (me demandez pas pourquoi).

    Du coup j’ai trouvé cet article recension d’Abdellali Hajjat sur le livre Trans : Gender and Race in an Age of Unsettled Identities, de Rogers Brubaker.

    Évidemment ce ne sont que deux points de vue (celui du livre et celui de Hajjat), il y a aussi tous les débats dans les communautés afro-descendantes et autre.

    Perso j’ai du mal à voir la différence autant en terme « biologie ou pas », qu’en terme philosophique et sociologique, et que si on critique l’auto-définition (car c’est de ça qu’il s’agit avant tout) dans l’un des deux cas, avec une critique non-essentialiste (mais au contraire basé sur le fait que c’est social et non pas individuel), alors c’est logique de le critiquer pour l’autre aussi ; ou inversement si c’est pour approuver un des deux cas.

    Transgenre et transracial, ou les difficultés d’une analogie | Cairn.info
    https://www.cairn.info/revue-geneses-2019-1-page-153.htm

    Même nuancée, cette mise en équivalence de la position conservatrice et de la position féministe radicale pose problème. Dans le premier cas, le transgenre est dénoncé à l’aune d’une conception conservatrice de l’ordre sexuel et de la perpétuation de la domination masculine. Dans le second, la critique féministe radicale ne porte pas sur la légitimité du transgenre en tant que tel, mais bien sur le discours de légitimation du transgenre tendant à affermir les stéréotypes de genre, comme le reconnaît Brubaker, et sur la légitimité des transgenres à parler au nom des femmes dans le contexte d’une domination masculine qui tend structurellement à imposer le silence à celles-ci. De ce point de vue, le porte-parolat doit être fondé non pas sur une identité naturelle mais sur une communauté d’expériences. L’oxymore d’« essentialisme historique » ne permet pas de rendre compte de cette position, puisque le féminisme radical représente au contraire un courant d’idées radicalement anti- essentialiste.

    […]

    Si on peut ainsi contester certaines parties de l’analyse de l’auteur, il faut cependant souligner pour finir la grande qualité de l’ouvrage. Cette réflexion ouvre des perspectives de recherche extrêmement stimulantes, notamment sur la tension entre subjectivité et objectivité des identités, sur les logiques de légitimation du passage de frontière entre catégories, et sur la sociologie de l’usage de concepts sociologiques dans le cadre de controverses auxquelles participent, entre autres acteurs, des chercheurs en sciences sociales.

    #féminisme #genre #race #sociologie #transgenre #transracial #radfem #Rachel_Dolezal #Caitlyn_Jenner #Abdellali_Hajjat #Rogers_Brubaker

  • #Bourdieu face à lui-même
    https://laviedesidees.fr/Bourdieu-face-a-lui-meme.html

    À propos de : Pierre Bourdieu, Retour sur la réflexivité, EHESS. La #sociologie, professait P. Bourdieu, enferme en elle-même le pouvoir de se réfléchir et en particulier de réfléchir sur sa propre scientificité. Quatre textes rares ou inédits illustrent cette doctrine, dont les attendus restent discutables.

    #Société

  • HPI et surdoués, un diagnostic qui sert les intérêts d’une classe sociale
    https://www.ladn.eu/nouveaux-usages/non-votre-enfant-nest-pas-hpi-vous-etes-juste-riche

    La question n’est pas de remettre en cause l’existence de niveaux intellectuels différents, car la sociologie l’explique simplement : le cerveau étant plastique, plus les gens seront entraînés, plus ils seront forts. Les études montrent en effet que le quotient intellectuel (QI) est corrélé avec la classe sociale et le niveau de diplôme de parents. Mais là où les psychologues diront que le QI est le meilleur prédicteur de la réussite sociale ou scolaire, les sociologues avanceront l’inverse : l’accumulation de ressources culturelles fait le QI. Si la question est de savoir si les enfants identifiés comme HPI sont nés comme ça, plusieurs éléments tendent à prouver le contraire. Les statistiques indiquent qu’ils sont généralement issus des classes supérieures, qu’ils sont HPI à certains « moments » et pas à d’autres (la plupart des enfants testés le sont principalement en CE1 pour sauter le CE2, et à la fin de la moyenne section pour sauter la grande section), et qu’ils sont à 75 % des garçons. Ce dernier point crée une contrainte argumentative certaine, pour ceux qui « croient » aux HPI : les garçons seraient intrinsèquement plus intelligents que les filles ? En outre, se demander si les HPI sont vraiment HPI, c’est déjà se tromper de question. Il est plus judicieux de se demander pourquoi certains parents font tester leurs enfants, vont s’investir de cette question, et ce qu’ils en retirent.

  • Enfants dans l’espace public : enquête sur une disparition - URBIS le mag
    https://www.urbislemag.fr/enfants-dans-l-espace-public-enquete-sur-une-disparition-billet-642-urbis

    Où sont passés les enfants ? Dans les rues de nos villes, combien en croise-t-on, cartables sur le dos, et rentrant de l’école ? Combien sont-ils à avoir l’autorisation parentale de jouer dans la rue ? De faire quelques courses dans un magasin proche de leur domicile ? Bien peu. Et même, de moins en moins. Clément Rivière, maître de conférences en sociologie à l’université de Lille, s’est penché sur la façon dont les parents du début du 21ème siècle encadrent les pratiques de leurs enfants dans l’espace public. Récemment publié aux Presses universitaires de Lyon, son travail met en lumière les mécanismes à l’œuvre dans la fabrication des « enfants d’intérieur ». De quoi donner à réfléchir aux urbanistes et plus largement, à tous ceux qui travaillent à la conception et à l’aménagement d’espaces publics pour tous.

    #transport #territoire #ville #enfants

  • Pour un regard féministe matérialiste sur le queer. | Cairn.info
    https://www.cairn.info/revue-mouvements-2002-2-page-44.htm

    Ces courants trouvent une inspiration philosophique centrale dans l’analyse foucaldienne du discours, en ce qu’il norme et fixe les comportements (hétéro)sexuels, et produit du pouvoir. Celle-ci s’appuie sur le rejet d’une conception du pouvoir comme « opposition binaire et globale entre les dominateurs et les dominés  » et incite à « l’autocritique des identités et discours que nous adoptons comme partie de nos luttes  ». Plus largement, je place le queer dans un vaste contexte idéologique marqué par le rejet de l’analyse en termes de rapports sociaux et qui présuppose la fin de la modernité, des classes, des utopies, du travail, et maintenant : du genre ! Ce n’est pas un hasard si le queer se distingue des études gays et lesbiennes et des « politiques de l’identité », qui ont mis l’accent depuis le début des années soixante-dix sur la défense des droits des homosexuel-le-s, et passe à l’analyse du langage et des discours qui produisent un savoir et des pratiques autour du sexe.

    […]

    La pensée queer par contre ne me renvoie pas vers une position privilégiée mais incite par l’accent qu’elle met sur la performativité, la sexualité, le discursif, à se croire indépendant des structures sociales. Comme si je pouvais aller vers où bon me semblait, et que quasi toute transgression de l’ordre symbolique hétéronormatif était politiquement pertinente. Comme si nous étions tou-te-s des atomes libres survolant genre, hétérosexualité et oppression des femmes par les hommes. Ça ne risque pas trop de faire comprendre aux hommes que c’est plutôt une restriction de notre pouvoir et marge de manœuvre qui serait nécessaire…

    #Sabine_Masson #Léo_Thiers-Vidal #queer #féminisme #féminisme_matérialiste #genre #sociologie #philosophie

  • Faire chanter les lendemains - La Vie des idées
    https://laviedesidees.fr/Gueguen-Jeanpierre-La-perspective-du-possible.html

    La perspective du livre n’est jamais purement théorique. Le lecteur est prévenu dès l’introduction : « Comment faire de ce savoir neuf et fragile une arme de la pensée critique, la clé éventuelle d’un nouvel agir transformateur et libérateur ? » (p. 11). La phrase est remarquable : la perspective émancipatrice, qui s’exprime dans le lexique traditionnel de la gauche radicale, n’en est pas moins reconfigurée par la double référence à la fragilité du savoir produit et au caractère incertain des potentialités de la clé forgée par les serruriers critiques. On pourrait traduire ce point de vue en disant que les lendemains possibles pourraient peut-être chanter. À ce titre le passionnant réarmement théorique que l’ouvrage propose s’inscrit dans ce qu’on pourrait appeler le réalisme inévitable que les sciences sociales promeuvent en mettant au jour simultanément les déterminations qui nous font agir et la contingence qui frappe d’incertitude toutes nos actions, notamment parce qu’elles sont toujours susceptibles de dévier de leur trajectoire déterminée ou parce qu’elles ont nécessairement des conséquences non prévues (unintended consequences selon la définition de Robert K. Merton). On est proche ici de ce que Pierre Bourdieu appelait judicieusement une Realpolitik de la raison.

    Une enquête historique sur le concept de possible

    L’ouvrage est construit à partir d’une succession de neuf chapitres, ouverte par un prélude, entrecoupé par un interlude et conclu par un épilogue. Les cinq chapitres qui précèdent l’interlude relèvent de l’histoire des idées : Aristote, Marx, Weber, Mannheim, Lukacs et Ernst Bloch sont relus avec rigueur et originalité. L’assise de la théorie critique est présente et permet de confronter la puissance de diverses conceptualisations fortement liées entre elles. L’intérêt manifesté pour les grands textes n’est pas l’effet d’un habitus scolastique pas plus que la manifestation du rêve d’un retour à la grande théorie. Les concepts sont en effet traités dans la mesure où ils informent l’enquête sur les possibles. Si des auteurs plus récents sont fréquemment invités à la table du possible, comme Bourdieu, Boltanski, Habermas, Karsenti et Latour, la présence de l’école de Francfort est frappante, comme une sorte de matrice indépassable de la pensée critique. Les quatre chapitres situés après l’interlude, qu’on peut considérer comme une seconde partie, sont centrés autour d’une enquête sur les conditions de possibilité d’une praxéologie des possibles orientée par l’analyse d’utopies concrètes ou d’utopies réelles.

    #pensée_critique #livre

  • Jean Massiet, HugoDécrypte, « Brut »… Comment de nouveaux producteurs d’infos captent les jeunes sur les réseaux sociaux
    https://www.lemonde.fr/campus/article/2022/04/05/jean-massiet-hugodecrypte-brut-comment-de-nouveaux-producteurs-d-infos-capte

    Pour Anne Cordier, l’enjeu est alors « démocratique » : « Il est compliqué de faire comprendre que l’objectivité des médias n’existe pas. Les jeunes font davantage confiance et se sentent moins “manipulés” quand ça semble “à la cool”. » Streameurs, youtubeurs et autres tiktokeurs jouent ainsi de leurs imperfections et travaillent leur « naturel ». Le sweat à capuche est le nouveau costard-cravate de celui qui présente l’information. « La proximité se traduit par une incarnation, mais je ne raconte pas ma vie, nuance Hugo Travers. Ça tient à l’approche qu’on a de notre travail, avec une forme de transparence et d’horizontalité : je peux dire qu’on n’a pas eu le temps de traiter tel sujet, assumer certaines erreurs, être à l’écoute des retours qu’on a… Tout cela joue sur la confiance. »

    Idem pour Jean Massiet : « Je passe mon temps à me descendre d’un piédestal. Je leur dis que moi non plus je ne fais pas de sport, que moi aussi je suis parfois largué sur l’Ukraine. La télé et la radio, ils trouvent ça “fake”, surfait et surjoué – de même que la posture des politiques et cette éternelle prime à la caricature. Avec nous, ils ont ce sentiment d’appartenance à une petite famille qui leur ressemble », revendique le twitcheur.

    Ce n’est d’ailleurs pas une coïncidence si ces producteurs ont tous eux-mêmes moins de 35 ans. « Ils représentent des figures d’identification possible, analyse Arnaud Mercier. Ce ne sont pas des Jean-Pierre Pernaut [ancien présentateur du JT de TF1, mort en mars 2022] : il n’y a pas un écart d’âge tel qu’on n’arriverait pas à se comprendre ! »

    Via Brut, Konbini, Loopsider ou encore Blast, les jeunes restent friands de sujets qui mêlent divertissement et actualité. « Il n’y a pas de raison d’isoler leurs pratiques par rapport aux autres générations. Nous sommes tous soumis à un flux, nuance Anne Cordier. La difficulté, c’est la réception fortement individualisée. Une info non accompagnée peut être mal reçue en matière d’évaluation, mais aussi de charge émotionnelle trop forte ou anxiogène. Ils ont besoin de médiation pour sortir de la boucle enfermante du scroll et trouver les clés qui leur manquent. »

    Jordan Ayache, 22 ans, est entré à l’école 42 [dont le fondateur, Xavier Niel, est actionnaire à titre individuel du Monde] à Paris sans le bac, après plusieurs années en foyer dans le Vaucluse. « Au foyer, on n’avait pas accès à Internet, raconte cet as de l’informatique. Je lisais La Provence, que les éducateurs recevaient chaque matin. » Aujourd’hui, il s’informe avec la revue de presse de Jean Massiet, sur Discord, mais aussi grâce au réseau Slack de son école, qui a un canal pour le partage d’articles. « Sur l’Ukraine, je suis confus, ça va trop vite, souffle-t-il. Parfois, j’ai envie de dire : pour que je comprenne, est-ce qu’on peut juste faire pouce ? »

    Léa Iribarnegaray

    #Médias_sociaux #Politique #Sociologie_de_la_réception #Anne_Cordier

  • Présentation de Paul Bouffartigue et Caroline Lanciano-Morandat du livre : Pierre Rolle : Pour une sociologie du mouvement

    Cet ouvrage « de » et « autour » du sociologue Pierre Rolle est un assemblage surprenant de plusieurs textes. Ils n’ont pas les mêmes auteurs, ont été écrits avec des objectifs et dans des contextes différents. Pourtant ils se répondent les uns les autres afin de donner des pistes de réflexion au lecteur, de lui permettre de saisir comment une certaine sociologie fournit des outils de compréhension et cherche à répondre aux questionnements actuels.

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2022/04/01/presentation-de-paul-bouffartigue-et-caroline-lanciano-

    #sociologie

  • Russia cancels the teaching of sociology, cultural studies and political science in all pedagogical universities of the country

    https://twitter.com/IrisovaOlga/status/1507252961122078756

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    « При В.В. Путине мне ни разу не приходилось прятаться по подвалам »

    Во всех педагогических вузах отменяют преподавание социальных наук и мировой культуры. Будущим учителям россиян все это незачем

    Минпросвещения решило повысить качество образования в России, престиж профессии учителя, для чего педвузы страны унифицируют, как армейский строй: в них внедряют единые стандарты подготовки педагогов, избавляя их от гуманитарных «излишеств». О планах такой «модернизации» — во исполнение поручения президента — министр Сергей Кравцов говорил еще летом прошлого года, упомянув рабочее название программы — «Учитель будущего поколения России». Сейчас чем больше ее очертания проясняются, тем более туманным кажется это будущее: планку человека разумного в грядущей России решено существенно занизить. Мир усложняется, но у нас «особый путь». Пожалуй, по Стругацким: «Дурак стал нормой, еще немного — и станет идеалом».

    И причины тому есть объективно, и объяснения найдутся. Для жизни в осажденной крепости, для добычи нефти, для перекачки ее в Китай гуманитарные дисциплины не просто не нужны — они вредны: мысли мешают. И потом, деградация не для всех и не всегда плохо — примитивные конструкции прочней.

    Но какие бы объяснения ни находились, надо представлять, что нас ждет.

    Последствия реформы комментирует Нина Лобанова, кандидат философских наук, доцент кафедры философии, социологии и религиоведения Красноярского государственного педагогического университета им. В.П. Астафьева:

    — «Социальная их малограмотность кажется еще ниже литературной. Историю литературы они не знают, классиков читают мало, действительность изучается ими по газетам». Эти слова А.М. Горький написал в 1928 году о начинающих писателях. Пройдет совсем немного времени, и то же самое можно будет сказать о наших школьных учителях — и то было бы отлично, если б они газеты хоть читали. И это — спустя почти сто лет после того гигантского образовательного рывка, что совершил весь мир, и СССР в том числе.

    Что дает основания для столь оптимистического прогноза? Очередные новации Минпросвещения: одним из наиболее впечатляющих является отмена преподавания социологии, культурологии и политологии во всех педагогических вузах страны.

    Педагогические университеты переходят на новые учебные программы, в основу которых положено «Ядро высшего педагогического образования». Вместо отдельных дисциплин там будут модули. В рамках социально-гуманитарного модуля сохраняется преподавание философии, истории, экономики и права. А преподавание социологии, культурологии, МХК (мировой художественной культуры) и политологии — исключено. Полностью.
    Парадокс! В социально-гуманитарном модуле отсутствуют ключевые социальные и гуманитарные науки!

    У кого-то, быть может, промелькнет мысль, что эти перемены в учебном плане носят частный характер и никоим образом на общее качество подготовки педагогов не влияют.

    Однако это не так. Чтобы убедиться в этом, достаточно вспомнить о том, откуда рекрутируются абитуриенты педвузов.

    Педвузы не входят в число лучших университетов страны (исключением являются МПГУ и РГПУ им. Герцена). Это значит, что набор на педагогические специальности происходит по остаточному принципу: педвузы, как правило, выбирают те, кто не смог поступить в федеральные, опорные или национально-исследовательские университеты. Соответственно, студенты педвузов отличаются от тех, кто учится в высокоселективных университетах, изначально более низким уровнем знаний и грамотности.

    Будущие учителя нередко открывают для себя «Троицу» Андрея Рублева и Венеру Милосскую только на семинарах по МХК. Воспоминания о первом (в своей жизни!) посещении театра или музея для многих связаны не с родителями, а с преподавателем культурологии, который организовал для них посещение «Ночи в музее».

    С перестройкой учебного плана они лишаются этой возможности. По сути, введение концепции «Ядра высшего педагогического образования» можно рассматривать как попытку провести культурную «черту оседлости» для педагогов (обозначить их культурный «потолок»). Результатом этого станет увеличивающийся разрыв в качестве и объеме культурного капитала студентов педагогических вузов и студентов, получивших классическое образование (что, в свою очередь, не сможет не сказаться на качестве предметной подготовки будущих педагогов).

    Дело, однако, не только в знаниях (то есть в сведениях, в информации) — дело в способностях, особого рода мыслительных умениях и навыках, которые позволяют развивать дисциплины социогуманитарного цикла.

    Как развивать социологическое воображение без помощи данных дисциплин?

    Хочу предупредить возможные недоразумения: сегодня социологическое воображение — это не роскошь, а «предмет первой необходимости». Для иллюстрации этой мысли приведу отрывок из недавней студенческой работы: «При В.В. Путине мне ни разу не приходилось прятаться по подвалам, у меня всю мою жизнь над головой мирное небо». Даже не говорю о том, как выглядит радость выхода из подземелий в реалиях современного мира. В поле зрения автора этого сочинения не попадает тот факт, что в это же самое время, когда были написаны эти строки, проходит … [«спецоперация»].

    Отсутствие социологического воображения — это прискорбный, но закономерный результат функционирования всей нашей системы образования (начиная со школы и заканчивая аспирантурой). Но сейчас у этого ребенка хотя бы есть шанс расширить горизонты своего восприятия. Знакомство с социологией, культурологией и политологией дает ему возможность увидеть мир таким, какой он есть, представить, насколько разноплановым и многогранным он может быть.

    С переходом на учебные планы, основанные на концепции «Ядра высшего педобразования», из всех перспектив останется только одна, в которой мир будет представлен таким, каким он должен быть с точки зрения государственной политики.

    В статье 43. п. 1 Конституции РФ сказано: «Каждый имеет право на образование». Следовало бы добавить: «На качественное».

    С последним у педвузов значительные проблемы. Учитывая это, напрашивается вывод о том, что обучение педагогов должно быть компенсирующим. Учебные планы должны быть выстроены таким образом, чтобы подтягивать общекультурный и языковой уровень обучающихся (что предполагает не исключение базовых социогуманитарных дисциплин из учебного цикла, а выделение дополнительных часов на их преподавание, а также включение в обязательную часть учебного плана такой науки, как культурная/социальная антропология, — вещь совершенно необходимая для ориентации в современном, сложном, глобальном, мультикультурном мире).

    Вместо этого концепция «Ядра высшего педобразования» и разработанный на ее основе подход, лишая студентов педагогических вузов возможности овладеть хотя бы тем культурным минимумом, на который имеют право рассчитывать студенты других университетов, будут только усиливать культурную депривацию будущих педагогов.

    Если решение об исключении социологии, культурологии, политологии из преподавания в педвузах не будет отменено,
    педагоги, которые придут в школу, по уровню своей социальной и культурной компетентности мало чем будут отличаться от своих учеников.

    Коллеги, преподаватели других педвузов сегодня молчат или их голосов не слышно; кажется, нет никого, кто мог бы дать адекватный анализ этому «Ядру высшего педобразования». Слышны только голоса официальных чиновников, в очень обтекаемой форме рассуждающих о необходимости этого шага и не говорящих ни слова о том, какие реальные изменения и образовательные потери этот шаг за собой повлечет. Нам говорят, что протестовать бесполезно: решение принято на уровне министерства. Видимо, там считают, что быть социально грамотными и культурно просвещенными будущим педагогам нет надобности: хватит с них и тех знаний, которые им дают для подготовки к ЕГЭ по обществознанию.

    Если это решение не будет отменено, слова Ярослава Кузьминова о том, что «мы выпускаем социальных дебилов», с полным основанием можно будет отнести не только к выпускникам школ, но и к тем, кого готовят педагогические университеты России. И это точно будет не вина выпускников.

    https://novayagazeta.ru/articles/2022/03/23/pri-v-v-putine-mne-ni-razu-ne-prikhodilos-priatatsia-po-podvalam

    #Russie #recherche #enseignement #ESR #université #facs #sociologie #sciences_politiques #fermeture

    ping @_kg_

    • Il professore di geografia che ha detto no al Cremlino

      Era un insegnante di geografia, a Mosca. Ma nel parlare della guerra in Ucraina ai suoi ragazzi non ha seguito le linee guida dettate dal Cremlino. E’ stato licenziato ed ha lasciato il paese. La storia di #Kamran_Manafly

      Kamran Manafly è un insegnante ventottenne di Mosca. O meglio, lo era fino a quando poco tempo fa ha perso il lavoro dopo essersi rifiutato di sottostare alle linee guida statali su come parlare dell’ «operazione speciale militare russa in Ucraina» con i suoi studenti. L’istituto scolastico l’ha licenziato per «comportamento immorale», e un addetto alla sicurezza l’ha in seguito aggedito fisicamente quando ha tentato di recuperare gli effetti personali dal suo ufficio. Dopo pochi giorni il preside lo ha minacciato di farlo processare per «tradimento della patria». Meduza ha parlato con Manafly sia del licenziamento che della conseguente decisione di abbandonare la Russia. Quanto segue è la sua storia, raccontata in prima persona.

      Ho ventotto anni e insegno geografia da sette. Ho trascorso gli ultimi due anni presso la scuola numero 498 nel distretto Tagansky di Mosca. Si tratta di una scuola superiore come tante.

      Mi sono laureato all’Università Statale Tver. Sono entrato nel dipartimento di geografia perché c’era la possibilità di svolgere un tirocinio all’estero. Quando si è uno studenti del primo o del secondo anno, c’è la possibilità di viaggiare in Europa, e si tratta di una cosa abbastanza insolita, specialmente per l’Università Statale di Tver.

      Durante il primo anno del master, ho lavorato con i bambini per la prima volta alle Olimpiadi Internazionali di Geografia. È stato tutto molto interessante. In seguito, ho seguito una formazione pedagogica aggiuntiva e poi sono andato a lavorare in una scuola.

      La conoscenza di base che i bambini russi ottengono a scuola penso che sia molto buona. Molti dei libri di testo di geografia e studi sociali sono di alta qualità. In molte scuole si respirava una certa libertà. Dopotutto, nessuno sa cosa accade in classe una volta che la lezione inizia. Ovviamente, ogni insegnante può sviluppare il pensiero critico degli studenti e insegnare a modo suo.

      Alcuni anni fa, come altri insegnanti, ho lavorato ai seggi elettorali. Il mio lavoro consisteva nel mostrare alla gente dove andare a votare. Altri hanno invece lavorato direttamente con le schede elettorali. I colleghi di altre scuole mi hanno detto che i conti non tornavano, e di come hanno chiuso i seggi elettorali e fatto uscire tutti i presenti per poi riscrivere tutto. In una riunione prima delle elezioni, il nostro principale ci ha anche detto: «Votate per Russia Unita!», ma non ci hanno fatto fotografare le schede elettorali come hanno invece fatto in altre scuole.

      Dopo il 24 febbraio [quando la Russia ha lanciato un’invasione su larga scala dell’Ucraina] tutto è diventato molto più rigido. Non riconoscevo nemmeno più dai loro comportamenti chi gestiva la scuola. Ci hanno inviato delle linee guida sull’"operazione speciale", come la chiamano, sulle origini del conflitto, e così via. Avremmo dovuto raccontare e mostrare tutto questo ai bambini. Naturalmente, mi sono rifiutato. [Non ci sono stati problemi in un primo momento], come ho già detto, dal momento che non controllavano cosa effettivamente veniva fatto in classe.

      Ma pochi giorni dopo l’inizio della guerra, [i funzionari a capo della scuola] hanno riunito tutti gli insegnanti e ci hanno detto che non era permesso manifestare le nostre opinioni, dal momento che siamo «dipendenti dello stato». Questa frase mi ha davvero colpito. Non credo che i lavoratori statali dovrebbero essere servi dello stato. Ci hanno detto che dovremmo parlare ai bambini solo secondo queste linee guida, e che Dio vieta che chiunque esprima un’opinione personale. E questo pure mi ha colpito. Per legge, le scuole dovrebbero essere un terreno neutrale, mentre qui ci stanno costringendo a fare propaganda.

      Come ogni persona rispettabile con una coscienza o senso di compassione ed empatia, io stesso sono contro la guerra. Questo è ciò che insegniamo ai nostri figli, dopotutto. Valorizzare la vita umana sopra ogni altra cosa. È la missione della scuola essere propulsione di pace.

      Fin dall’inizio [della guerra], i bambini mi correvano incontro nei corridoi facendomi domande. Volevano sapere cosa stava accadendo e quali erano questi due nuovi paesi [le auto-proclamate repubbliche popolari di Donetsk e Luhansk, che ora la Russia riconosce]. Accadevano questo tipo di cose. In un modo o nell’altro, la guerra saltava fuori durante le lezioni, e penso che sia proprio per questo che ci hanno mandato tutte quelle linee guida. Ho cercato di rimanere neutrale e spiegare la situazione senza schierarmi politicamente. Ho detto che molte cose stavano andando male, ma ho detto ai bambini di trarne le conclusioni da soli. I giovani di oggi sono stupendi; sono molto più amanti della pace rispetto alle generazioni più anziane. Non capiscono affatto perché qualcuno dovrebbe andare laggiù e uccidere altre persone.

      L’8 marzo ho postato una foto su Instagram, dove ho scritto che dobbiamo vivere in modo da non essere tormentati dalle nostre coscienze. Ho delle mie opinioni personali, che non coincidono con quelle dello stato. Non mi sono addentrato in alcuna questione politica specifica, e non ho mai usato la parola «guerra». In seguito la preside della scuola, Tamara Gordzeiko, mi ha convocato e mi ha detto di cancellare il post. Come sempre, si trattava di un ordine, non una richiesta. Quando ho rifiutato, ha detto che mi avrebbe licenziato.

      Il giorno dopo, sono andato a scuola per salutare i ragazzi e raccogliere i miei effetti personali. Su ordine della preside, c’erano dei sorveglianti all’ingresso che si sono rifiutati di farmi entrare. I ragazzi mi hanno visto proprio in quel momento, hanno letto il mio post su Instagram e hanno capito tutto.

      I funzionari della scuola hanno chiamato la polizia, che infine mi ha scortato all’interno per recuperare le mie cose. Ero già un emarginato: tutti i dipendenti della scuola distoglievano lo sguardo e non mi salutavano nemmeno, per essere sicuri di non dare l’impressione di conoscermi, Dio non voglia!

      Nel pomeriggio ho avuto bisogno di tornare nell’edificio. Mentre stavo camminando lungo uno dei corridoi, una delle guardie private della mattina mi ha aggredito. Ha urlato oscenità contro di me e poi ha iniziato a picchiarmi. Sono riuscito a tirare fuori il telefono e accendere la videocamera. Quando se ne è accorto, si è calmato un po’. Ma ho presentato comunque una denuncia alla polizia.

      Questo è successo intorno alle quattro. I bambini avevano già lasciato la scuola, ma c’erano ancora molti insegnanti presenti che hanno visto cosa stava accadendo. Si sono immediatamente spostati nei loro uffici per evitare di aiutare o intervenire. Questo è quello che mi ha depresso di più. Nessuno ha detto una parola. O hanno paura o sostengono questa linea. Su 150 persone che lavorano nella scuola, solo una persona - una giovane donna che è anche lei un’insegnante – mi ha contattato per confortarmi.

      Il giorno dopo, la preside mi ha detto che non avrebbe permesso che mi dimettessi, dicendo che mi avrebbe invece licenziato per aver organizzato una manifestazione che includeva dei minori. Con questo si riferiva al fatto che [dopo essere stato informato circa il mio licenziamento] mi sono permesso di scattare alcune foto fuori dalla scuola insieme ai miei ex studenti. Alla fine, mi hanno licenziato per «comportamento immorale».

      In seguito, ho contattato «Uchitel», il sindacato indipendente degli insegnanti, e abbiamo iniziato a mettere insieme i documenti per contestare il mio licenziamento in tribunale. Ma poi è successo qualcosa di veramente spiacevole, e ho deciso di abbandonare il paese: la preside della scuola, Tamara Gordzeiko, ha riunito tutti gli insegnanti per parlare di me. All’incontro [gli amministratori della scuola] hanno mostrato alcune fotografie personali che avevo pubblicato su Instagram dagli Stati Uniti e da un viaggio alla Corte Europea dei Diritti Umani, e hanno condiviso queste foto in gruppi chat gestiti dai genitori degli studenti, costringendo i bambini a cancellare i commenti di supporto sotto il mio post e minacciando di segnalarli al dipartimento di delinquenza minorile della polizia.

      Hanno raccontato a tutti le più banali, ridicole storie dell’orrore riguardo al fatto che io sarei un agente del Dipartimento di stato statunitense, su come l’Occidente mi finanzi e su come avrei degli affari collegati con l’Occidente. Poi il preside ha detto che avrebbe fatto tutto ciò che era in suo potere per farmi sbattere in prigione per 15 anni, perché sono un «traditore della madrepatria» e persone come me dovrebbero stare dietro le sbarre. Lei è una deputata di Russia Unita al consiglio comunale locale, quindi le sue parole mi hanno innervosito. E dopo che la mia storia ha iniziato a circolare, avrebbero potuto incastrarmi per qualsiasi cosa.

      Non ho ancora deciso quale sarà la mia prossima destinazione. In questo momento sono in una fase transitoria, ma molto probabilmente opterò per un paese occidentale. Spero tanto che sarò in grado di insegnare in un altro paese, ma in questo momento voglio solo andare in un posto sicuro e trovare un po’ di pace. Dopo una buona notte di riposo, inizierò a pensare a cosa fare. Idealmente, mi piacerebbe continuare a lavorare e crescere.

      Penso che la situazione dell’istruzione in Russia non farà che peggiorare. Appena quattro anni fa il preside precedente mi aveva concesso un viaggio pagato attraverso l’Europa e l’America per frequentare vari progetti pedagogici. Ora è diventato tutto inutile. La repressione è peggio che mai, il sistema educativo è sempre più soggiogato ad un regime totalitario. C’è più controllo sui bambini, più controllo su ciò che imparano e su ciò che leggono. Hanno introdotto lezioni in classe in tema di social network, spiegando quali è possibile utilizzare e quali non si dovrebbe. Il sistema scolastico sta cercando di dettare le regole della vita ai ragazzi.

      Sono in contatto con insegnanti di altre scuole, e un collega mi ha detto che loro sono costretti a indossare i nastri di San Giorgio a forma di lettera Z. Ovviamente, ci sono insegnanti che resistono, ma iniziano immediatamente a subire pressioni. Se in passato agli insegnanti era permesso di avere le proprie opinioni, ora non è più così.

      https://www.balcanicaucaso.org/aree/Russia/Il-professore-di-geografia-che-ha-detto-no-al-Cremlino-217060

      #géographie

  • « Les ouvriers n’ont pas disparu ; mais au lieu de fabriquer des objets, ils les déplacent », Juan Sebastian Carbonell

    Le sociologue pourfend les mythes de la fin du salariat et du remplacement des travailleurs par les machines, montrant la continuité entre capitalisme « à l’ancienne » et « nouvelle économie » du numérique.
    Juan Sebastian Carbonell est chercheur en sociologie du travail à l’ENS Paris-Saclay, où il participe à un projet du Groupe d’études et de recherche permanent sur l’industrie et les salariés de l’automobile (Gerpisa), réseau international interdisciplinaire de recherche sur l’industrie automobile, constitué au début des années 1990 à l’initiative de l’économiste Robert Boyer, du sociologue Michel Freyssenet et de l’historien Patrick Fridenson.
    Sa thèse, réalisée entre 2012 et 2018 sous la direction de Stéphane Beaud et Henri Eckert, portait sur les « accords de compétitivité » signés entre patrons et syndicats du secteur automobile à la suite de la crise de 2008, portant sur l’organisation du travail, les rémunérations et le maintien de l’emploi. Il vient de publier un essai, Le Futur du travail (éd. Amsterdam, 192 pages, 12 euros).

    Comment passe-t-on d’une thèse de sociologie à un essai aussi ambitieux, où vous décrivez les évolutions contemporaines du travail, et proposez les moyens de remédier à ses travers ?

    Ce que j’ai pu observer au cours de mes enquêtes dans le monde du travail, ce que me disaient les ouvriers, les syndicalistes, les manageurs, les directeurs d’usine, mais aussi ce que dit la recherche en sociologie ne correspondait pas à ce que je pouvais lire par ailleurs dans les médias, dans le débat public, ou dans de nombreux essais qui ont eu un grand retentissement, comme La Fin du travail de Jeremy Rifkin (La Découverte, 1995), ou Le Deuxième Age de la machine d’Andrew McAfee et Erik Brynjolfsson (Odile Jacob, 2014). J’ai donc voulu diffuser auprès du grand public les résultats de la recherche scientifique sur le sujet, qui sont loin de confirmer la fin du salariat ou le remplacement technologique.

    Enfin, si la pandémie de Covid-19 a en effet révélé les transformations du travail, ce n’est pas, comme on le répète à satiété, dans le sens d’une plus grande autonomie conquise grâce au travail à distance. Je crains au contraire que le futur du travail, loin du « monde d’après » fantasmé que l’on nous promet, ne ressemble étrangement au travail du « monde d’avant »…

    Il est pourtant difficile de nier que le déploiement des technologies numériques ait un effet sur le travail…

    Bien sûr, mais cet effet est complexe et contradictoire. Je distingue dans mon livre quatre conséquences de ce déploiement. La première est effectivement le « remplacement » du travailleur par une machine ou un algorithme qui reproduit sa tâche et se substitue donc à son poste de travail. Mais les trois autres conséquences sont tout aussi importantes.

    La deuxième est la redistribution du travail, lorsque l’introduction de la technologie permet d’affecter le travailleur remplacé à d’autres tâches. Cela peut aller dans le sens d’une déqualification – « il faut que n’importe qui puisse faire n’importe quoi », comme le dit un technicien d’usine interrogé – mais aussi d’une requalification, lorsque le travailleur remplacé est formé à l’utilisation de la technologie – par exemple dans les usines les postes de « conducteur d’installation industrielle » –, ou que des postes sont créés dans les industries technologiques elles-mêmes.

    La troisième est l’intensification du travail : la technologie ne permet pas toujours, comme on pourrait le croire, une simplification des tâches, mais au contraire les complexifie et les accélère.
    La quatrième est l’accroissement du contrôle managérial sur le processus de travail, que les technologies rendent plus transparent, plus mesurable et donc plus facilement soumis à la surveillance hiérarchique.

    Finalement, à l’échelle macroéconomique, les technologies détruisent-elles plus d’emplois qu’elles n’en transforment ou en créent ?

    On peut le mesurer au niveau de chaque entreprise, ou plutôt de chaque établissement. Mais la réponse sera différente en fonction du secteur d’activité. Automatiser une activité de série, comme l’automobile, où il est possible de remplacer les tâches répétitives des humains par celles effectuées grâce à des machines, n’a pas les mêmes conséquences sur l’emploi que dans une industrie de flux, comme le raffinage ou la chimie, où l’automatisation n’enlève rien à la nécessité d’effectuer des tâches complexes nécessitant de nouvelles compétences.

    La fameuse diminution du nombre d’emplois industriels en France n’est pas uniquement due à l’automatisation, mais aussi à la désindustrialisation et aux choix managériaux des directions d’entreprise en faveur du lean management, c’est-à-dire la réduction systématique du nombre de postes à production égale, ou encore aux restructurations et aux délocalisations. Les 200 000 emplois de l’industrie automobile française, sur les 400 000 qui existaient il y a dix ans, n’ont pas disparu : ils existent toujours, mais en Roumanie, au Maroc ou en Slovaquie.

    On se désole de l’effondrement des effectifs ouvriers dans l’automobile, mais pourquoi n’y comptabilise-t-on pas les ouvriers des usines de batterie, qui ne sont pas répertoriés dans le même secteur par la statistique ? Bref, les emplois ouvriers ne disparaissent pas, ils se transforment. Malheureusement, pas forcément en bien. La polarisation du débat sur la quantité d’emplois nous fait oublier de considérer la question de leur qualité.

    Vous faites allusion à la précarisation croissante, à l’ubérisation, qui rogne peu à peu le statut du salariat ?

    C’est ici que l’observation du travail réel donne sans doute le résultat le plus contre-intuitif, car tout le monde peut connaître ou observer cette montée du précariat. Or, les chiffres ne confirment pas du tout cette impression de fin du salariat, ou de remplacement du statut de salarié par l’emploi précaire. Entre 2007 et 2017, malgré dix ans de crise économique, la part de l’emploi en contrat à durée indéterminée dans l’emploi total est restée à peu près stable en France, passant de 86,4 % à 84,6 %. Il n’y a pas eu d’explosion de la précarité.

    De même, la durée moyenne de l’ancienneté dans l’entreprise, malgré les plans sociaux, les restructurations, les licenciements, est restée à peu près la même. Elle a même augmenté durant les périodes de crise, pour une raison bien simple : on ne cherche pas un autre emploi quand la conjoncture est mauvaise. Et c’est exactement l’inverse quand elle s’améliore : ce qu’on présente aujourd’hui comme le phénomène inédit de la « grande démission » est simplement le signe que la conjoncture s’améliore, permettant comme à chaque fois dans une telle période une plus grande mobilité sur le marché de l’emploi.

    Mais cela ne veut bien sûr pas dire que la précarité n’existe pas ! Seulement, elle est extrêmement concentrée sur des catégories précises : les jeunes, les femmes, les immigrés, dont la durée d’accès à l’emploi stable s’est considérablement allongée. Ce sont eux les précaires, pas l’ensemble des travailleurs.

    Le véritable problème du salariat n’est pas la précarisation, mais les transformations du salariat lui-même, attaqué en son cœur pour tous les travailleurs. Ce que l’on observe aujourd’hui dans la réalité du travail, c’est l’accroissement des horaires flexibles et atypiques (la nuit, le week-end), la multiplication des heures supplémentaires, et la stagnation voire le recul des rémunérations, avec l’accroissement de la part variable liée aux résultats de l’entreprise ou du travailleur lui-même. En cela, oui, la situation des salariés s’est détériorée.

    Ces mutations ne s’incarnent-elles pas dans la situation de ce qu’on appelle les « nouveaux prolétaires du numérique », qui travaillent pour les GAFA et les plates-formes comme Uber, Deliveroo, etc. ?

    Il faut relativiser ce qui serait une « radicale nouveauté » du travail de ces personnes. Tout d’abord, elles ne sont pas si nombreuses : les plates-formes n’emploieraient en France, selon l’OCDE, que 1 % à 6 % de la population active – la fourchette est large car une même personne pouvant travailler pour plusieurs d’entre elles, il y a un nombre indéterminé de doubles comptes. Et surtout, leur modèle économique est extrêmement fragile, car il repose essentiellement sur la docilité de ces travailleurs ; or leurs luttes pour de meilleures rémunérations et conditions de travail, ou la simple application du droit, sont de plus en plus fréquentes. Car ces travailleurs ne sont finalement pas si éloignés du salarié classique.

    Le numérique a en fait créé de très nombreux emplois d’ouvriers dans la logistique. Les entrepôts sont la continuation des usines du XXe siècle en matière d’organisation et de nature des tâches effectuées. Il s’agit de vastes concentrations de travailleurs manuels en un lieu unique ; mais au lieu de fabriquer des objets, ils les déplacent. Le secteur de la #logistique emploie aujourd’hui en France 800 000 ouvriers (hors camionneurs), à comparer aux 190 000 salariés de l’automobile.

    Mais s’agit-il pour autant d’une nouvelle « classe ouvrière », partageant une culture, une identité commune ?

    La notion de classe ne se résume pas en effet à l’affectation à un type de travail donné. Mais l’historien britannique Edward Palmer Thompson [1924-1993] a montré que ce n’est pas l’appartenance de classe qui produit une culture, des luttes sociales et une « conscience de classe », mais les luttes qui produisent cette culture et cette conscience. Il y a donc une continuité manifeste entre le capitalisme « à l’ancienne » et la prétendue « nouvelle économie » du numérique : les salariés des entrepôts d’Amazon, les « partenaires » d’Uber ou de Deliveroo, et même les microtravailleurs d’Amazon Mechanical Turk, de Facebook ou de Google, payés quelques centimes par clic et dispersés partout dans le monde, luttent aujourd’hui pour améliorer leur rémunération et leurs conditions de travail, comme le faisaient les ouvriers de l’automobile au XXe siècle. Même s’ils ne sont pas en CDI.

    Dans votre livre, vous critiquez les propositions visant précisément à améliorer, face aux employeurs, la position des travailleurs précaires – comme le revenu de base – ou celle des salariés en général – comme la cogestion. Pourquoi ?

    Le revenu universel est selon moi une « solution » individualiste, qui fait passer le travailleur de la dépendance de l’employeur à celle de l’Etat. Il affaiblirait la capacité de lutte collective, qui seule permet d’obtenir de meilleures rémunérations et conditions de travail. C’est le collectif de travail qui a le potentiel politique subversif capable d’imposer un rapport de force dans la relation de subordination qu’est, de toute manière, le salariat. Quant à la cogestion, elle couronnerait le type de lutte que les syndicats ou la social-démocratie ont menée au siècle dernier, mais cela ne donnerait pas d’aussi bons résultats que par le passé dans le monde actuel.
    Aujourd’hui, il s’agit d’émanciper les travailleurs du travail tel qu’il leur est imposé, et je soutiens pour cela une proposition positive, qui pourrait fédérer le mouvement social : la réduction pour tous du temps de travail à 32 heures. Il faut libérer la vie du travail, augmenter le temps dérobé à l’emprise des employeurs.

    https://www.lemonde.fr/idees/article/2022/03/22/juan-sebastian-carbonell-les-ouvriers-n-ont-pas-disparu-mais-au-lieu-de-fabr

    #travail #sociologie