• Zum Photo: Gebäude des niederländischen Büros MVRDV in Tirana. Die Fassade ist dem Nationalhelden #Skanderbeg nachempfunden.
    via https://diasp.eu/p/17711391

    https://x.com/zeitonline/status/1937785436618768698

    @zeitonline

    Wer Visionen hat, soll zum #Architekten gehen, findet der albanische Ministerpräsident Edi Rama. In #Tirana will er die Zukunft Europas bauen lassen. Andere sehen in den #Wolkenkratzerfantasien des Politikers jedoch ästhetisch ansprechende #Geldwäsche.

    (...)

    • (...)

      Die Skyline hat noch Luft nach oben

      https://www.zeit.de/kultur/2025-06/architekturfestival-tirana-edi-rama-korruption-albanien (#Bezahlschranke)

      https://archive.ph/CkC5l

      In Tirana wird Europas Zukunft gebaut, findet der albanische #Ministerpräsident. Andere sehen in dessen #Wolkenkratzer -Fantasien ästhetisch angenehme #Geldwäsche. Ein Besuch

      Von Georg Diez, Tirana
      25. Juni 2025

      Edi Rama ist ein Mensch, der keine Menge durchschreiten kann, ohne Hände zu schütteln oder eine Schulter zu berühren oder ein freundliches Wort, ein einladendes Lächeln zu verschenken. Er hat einen grauen, gepflegten Vollbart und kurze, graue Haare, ist fast immer schwarz gekleidet und außerdem groß gewachsen, immerhin war er einmal Mitglied der albanischen Basketballnationalmannschaft.

      Die Menge teilt sich vor ihm und schließt sich wieder hinter ihm, wie er sich so durch den Innenhof seines Amtssitzes als albanischer Ministerpräsident in Tirana schiebt, eines Gebäudes aus der faschistischen Ära, als Italien Ende der 1930er-Jahre für kurze Zeit das Land besetzt hatte.

      Edi Rama hat den Innenhof zu einem Abenteuerspielplatz für die ästhetische Avantgarde umbauen lassen. Eine mächtige Holzkonstruktion schiebt sich in den offenen Himmel, Bäume wachsen hübsch verteilt auf Emporen, am Boden verwandeln kleine Kanäle und Kieskarrees den Hof in einen Dschungel für Kosmopoliten. Musik wummert, komplizierte Drinks werden serviert mit fermentiertem Irgendwas. Es ist die Eröffnung des ersten Bread-and-Heart-Festivals Anfang Juni – aber die Ambitionen von Edi Rama gehen weit über dieses Architekturfestival hinaus.

      Die Gäste an diesem Abend sind so schön und charmant, wie sie es auch in Cannes oder Soho oder São Paulo sein könnten – Weltbürger unter sich, und Edi Rama ist einer von ihnen. Ein Künstler, der von der New Yorker Galerie Marian Goodman repräsentiert wird. Ein Intellektueller, der mit klaren Worten die Weltlage umreißen kann. Ein Träumer, ein Charmeur, ein Netzwerker und, das ist in Albanien existenziell, ein Gastgeber

      Der Premier ist das Brot, die Gäste sind das Salz

      Es gehört zur #Mythologie des Landes, den Gast als etwas Besonderes zu sehen, und Edi Rama ist gut in Mythologie. Brot und Herz, so heißt das Festival auf Deutsch, die Gäste aber, das sagt Rama mit den langsamen Worten eines Mannes, der gewohnt ist, dass man ihm zuhört, die Gäste sind das Salz. .

      Edi Rama ist eine seltene Spezies, ein Freigeist mit Machtinstinkt und eher im Nebenberuf, so scheint es manchmal, albanischer Ministerpräsident. Gerade erst wurde er mit absoluter Mehrheit wiedergewählt. Er regiert seit zwölf Jahren, länger als jeder seiner Vorgänger. Die Opposition wirft ihm #Machtmissbrauch, #Korruption und autoritäre Amtsführung vor, wobei zumindest der Korruptionsvorwurf auch aus der anderen Richtung gegen die Opposition erhoben wird.

      Von 2000 bis 2011 war Edi Rama #Bürgermeister von #Tirana. Vorher, noch als Oppositionspolitiker, ist er einmal ins Koma geprügelt worden – von Mitgliedern des albanischen Nachrichtendienstes, wie Journalisten später herausfanden. Heute ist Edi Rama Vorsitzender der Sozialistischen Partei Albaniens, was ihn nicht davon abhielt, im Jahr 2023 einen umstrittenen Migrationsdeal mit Italiens neofaschistischer Ministerpräsidentin Giorgia Meloni abzuschließen.

      Edi Rama will #Albanien in die #EU führen und präsentiert sich als Visionär mit politischen und ästhetischen Ambitionen. Die Kunst ist für ihn ein Mittel der Kommunikation und der Macht. Die Architekten, die zum Bread-and-Heart-Festival angereist sind, mehr als 100 der besten der Welt, behandelt er wie Freunde, die zugleich seine Auftragnehmer sind.

      Sie sind nach Tirana gekommen, um Edi Ramas Transformationsprojekt der albanischen Hauptstadt zu feiern, an dem sie kräftig mitarbeiten und -verdienen. Hochhäuser für eine bessere Zukunft. Sie sind deshalb auch hier, um sich selbst zu feiern, was die allgemeine gute Laune bei diesem Klassentreffen der Klassenbesten erklärt.

      Bjarke Ingels ist gekommen und Steven Holl, internationale Großstars, Shigeru Ban, Christian Kerez, Matthias Sauerbruch, Reinier de Graaf von Rem Koolhaas’ Studio OMA, Simona Malvezzi, Winy Maas und, und, und – wohl die mächtigste architektonische Visionsmaschine außerhalb der #Architektur - #Biennale von #Venedig. Sie alle wollten nicht weniger, wie Edi Rama am nächsten Morgen erklärt, als ein Modell zu erschaffen, wie Tirana, wie Albanien, wie #Europa und die Welt bauen, denken, leben soll.

      Visionen und Wohnmaschinen

      Stararchitekten sehen das Leben der Menschen als Knetmasse für ihre Träume – ein Grundkonflikt zwischen Anmaßung und Ästhetik ergibt sich daraus, der stets neu verhandelt werden muss. Georges-Eugène Haussmann etwa zerlegte im 19. Jahrhundert Paris in große Achsen und kreierte Stadtraum für das aufstrebende Bürgertum. Noch heute folgt man als Flaneur Haussmanns Vision, noch heute leben die Pariser nach seinen Plänen.

      Le Corbusier, der radikalste architektonische Visionär des 20. Jahrhunderts, schuf #Wohnmaschinen für Arbeiter und Angestellte, die zum Modell wurden für die Art und Weise, wie sozialer #Wohnungsbau bis heute Menschen auf bestimmte Grundrisse und Lebensmodelle festlegt. Das 21. Jahrhundert ist bislang noch auf der Suche nach einer Vision von Stadt, Raum, Wohnen, Bauen.

      Oder anders gesagt: Es gibt diese Vision, sie ist groß und gläsern und mächtig und steht in den Dubais dieser Welt, weil das Original-Dubai mit seinem Golfgeld zum Modell wurde für die Verwandlung von Reichtum in Raummaß. Investoren bestimmen in dieser Vision die Ästhetik. Die Frage ist, ob es einen anderen Weg gibt, eine Antwort Europas auf diesen postinternationalen Stil. Die Frage ist auch, ob Politik, der Staat, einzelne Personen wieder die Macht an sich reißen, die sie dem Kapital überlassen haben.

      Edi Rama will diese Antwort geben, er will aus Tirana ein Modell machen und zeigen, wie wichtig Schönheit im Stadtraum ist und wie groß Architekten denken können, wenn man sie lässt. (Architektur, das merkt man hier, ist immer noch weitgehend ein Männersport.) Er will auch durch die Energie, die er mitbringt, und die Schnelligkeit und Rastlosigkeit, die ihm gegeben sind, ein Beispiel sein für Bauen jenseits von Überregulierung und Selbststrangulierung.

      Auch das gefällt den anwesenden Architekten, die zum Teil schon länger in Albanien arbeiten, wie etwa Freek Persyn vom belgischen Büro 51N4E, das einige der besten Hochhäuser in Tirana gebaut und auch den Neuentwurf des eindrucksvollen Skanderbeg-Platzes in der Mitte der Stadt gestaltet hat, der sich fast unmerklich zu einer superflachen Pyramide wölbt. Um den Platz herum gruppieren sich die ersten fertiggestellten Hochhäuser zu einer noch luftigen Skyline.

      Wer soll in den Hochhäusern eigentlich wohnen?

      Henning Larsens Würfelbau stapelt sich noch unfertig über dem Platz in den Himmel, der Bau wurde gestoppt, weil zwei Stockwerke heimlich hinzugefügt worden sind. Ein Entwurf von Marco Casamonti schiebt sich elegant in die Höhe, wie eine gestrandete Luxusjacht türmt sich das Gebäude von Winy Maas’ Büro MVRDV auf, die runden Bögen des Hochhauses von 51N4E überragen deutlich den Turm der Moschee nebenan.

      Zahlreiche Hochhäuser mehr sollen es werden, wenn man dem Modell von Tirana glaubt, das in einem großen Saal des runden und noch unfertigen Gebäudes ausgestellt ist, in dem das Bread-and-Heart-Festival mit einem Tag voller Talks beginnt. Ab und zu durchweht der Ruf des Muezzins aus der benachbarten Moschee die Produktion von Gedanken, der Architekten ja fast genauso gern nachgehen wie dem Bauen von Häusern.

      Edi Rama macht den Anfang und dringt gleich dorthin vor, wo er sich am wohlsten zu fühlen scheint: ins Reich der selbst gewählten Ambivalenz. “Lasst uns unser Ego aufgeben”, das ist seine Botschaft an die versammelte Schar der Super-Egos. “Lasst uns gemeinsam die Zukunft erobern.” Architektur, sagt Rama weiter, könne Orte, Räume und Menschen verändern, könne kollektive Träume Wirklichkeit werden lassen. “Lasst uns Häuser bauen, die nicht von lokaler Mittelmäßigkeit oder globalen Klischees geprägt sind.”

      Er spricht von “radikalem Vertrauen”, von der Möglichkeit und Unmöglichkeit von Demut, von #Albanien als einem Land, das Architekten die Freiheit gibt, die sie brauchen. Architektur, diese ganzheitlichste Kunst, soll das allseits bedrohte Gefühl von Humanität und Verbundenheit retten. Es ist ein Experiment, sagt Edi Rama, wahrscheinlich das größte Experiment dieser Art in Europa. “Die Vergangenheit ist tragisch, und die Zukunft ist eine Herausforderung”, ruft er nun fast, und als die Standing Ovations verklungen sind, braucht es eine Weile, bis sich die Rührung über die eigene Bedeutung gelegt hat, die dem ersten Redner nach Rama zunächst die Sprache verschlägt.

      Die Stimmung schwankt im weiteren Verlauf des Bread-and-Heart-Festivals zwischen Begeisterung und Bedenken. Unklar ist zum Beispiel, wer am Ende in all den Häusern wohnen soll und wie es sich mit der Frage verhält, ob hier nicht doch vor allem Geldwäsche auf ästhetisch hohem Niveau stattfindet. Die Hoffnung jedenfalls ist, dass das investierte Geld auf dem einen oder anderen Weg das #Lebensniveau der Stadt nach oben drücken wird.

      Gastfreundschaft und Blutrache

      Edi Rama hat auch außerhalb seiner äHauptstadt große Pläne, und auch dazu gibt es ein riesengroßes Modell in einer weiteren Etage des Veranstaltungsgebäudes. Investoren wie Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, und andere treiben vor allem entlang der Küste Projekte voran. Auch hier ist noch nicht klar, ob sie ein Segen oder ein Schaden für Albanien sein werden.

      Vieles ist noch unberührt in diesem Land am Rande des europäischen Bewusstseins. Vieles scheint außerdem immer noch von der Vergangenheit geprägt zu sein, wie sie der große albanische Schriftsteller Ismail Kadare in seinen Romanen beschreibt, Palast der Träume etwa oder Der zerrissene April. Letzterer erzählt eine Geschichte von Blutrache und heiliger, grausamer Gastfreundschaft, von der Kluft zwischen den Menschen in der Stadt und denen in den Bergen, von den ewigen Streitigkeiten über Grundrechte und Eigentumsgrenzen.

      Die neuere Geschichte Albaniens beschreibt die Philosophin Lea Ypi in ihren Memoiren Frei, die 2022 auf Deutsch erschienen sind und vom Verlust gleich mehrerer Welten handeln: der des Kommunismus, aber auch der des Kapitalismus, der als Versprechen kam und in einen Bürgerkrieg führte. Immer noch sind viele Menschen von den Traumata der Transformationen geprägt.

      Albanien unter Edi Rama sieht seine Zukunft in der EU. Europa allerdings hat gerade eigene Probleme, es muss sich selbst finden und neu erfinden zwischen der militärischen Bedrohung durch Russland und der technologischen Übermacht der USA und Chinas. Kann also Kultur, können Urbanismus und Städtebau eine Antwort liefern, vielleicht sogar ein europäisches Projekt initiieren, das die Vergangenheit eines Kontinents der Städte mit einer Zukunft verbindet, die wieder eher urban als national ist?

      Edi Ramas Tirana versteht sich als eine mögliche Antwort auf diese Fragen – bei allen Widersprüchen, die auch der Ministerpräsident selbst im Rahmen des Bread-and-Heart-Festivals anspricht: den Vorwürfen der Geldwäsche, den Vorwürfen der Korruption, dem Verdacht, dass hier – in der Immobilienbranche nicht ganz selten – kriminelle Energie in kommerzielle und kulturelle Energie umgesetzt wird. Die Architekten jedenfalls, die sich in Tirana versammelt und schon lange vorher gelernt haben, groß zu denken, versprechen nicht weniger als eine Vision für das 21. Jahrhundert.

      Die Gebäude werden bleiben. Was noch?

      Sie wollen, sagen sie, eine Stadt bauen, die auf Kuratierung und nicht auf Regulierung basiere, sie wollen Schönheit, Design, Technologie für die Menschen schaffen. Knapp 2,5 Millionen Einwohner hat Albanien derzeit, 600.000 davon leben in Tirana. Das Land verliert beständig Menschen durch Abwanderung, die Hauptstadt gewinnt hingegen Einwohner dazu. Bis zu zehn Millionen Albaner leben im Ausland, eine riesige Exilgemeinschaft. Eine weitere Hoffnung ist, dass durch den Bauboom Geld ins Land gelangt, das den Aufbau Albaniens antreiben wird.

      Auch diese Hoffnung wird am Rande des Festivals diskutiert. Mehr als zehn Prozent Steuern auf das gesamte Budget müssen bei Baubeginn in Albanien gezahlt werden, deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern. Dieses Geld landet beim Staat. Ist das eine gute Idee, weil es dessen finanziellen Rahmen erweitert? Oder ist es eine schlechte Idee, weil es Geldwäsche ermöglicht oder legitimiert?

      Die Opposition um den früheren Premierminister Sali Berisha sieht Letzteres als gegeben an, besonders nachdem Erion Veliaj, der Bürgermeister von Tirana und ein Vertrauter von Edi Rama, im Februar wegen des Verdachts auf Korruption festgenommen wurde. Berisha selbst allerdings wurde im Dezember 2023 unter Hausarrest gestellt, weil ihm die albanische Staatsanwaltschaft vorwirft, seinen Schwiegersohn bei einem Bauprojekt bevorzugt zu haben. Dieser Schwiegersohn wurde im Oktober 2023 festgenommen, der Verdacht: Geldwäsche und Korruption.

      Und so stellen sich in Tirana und im Rest Albaniens, vor allem entlang der begehrten Küste, einerseits Fragen von politischer Ökonomie, Demokratie und Traditionen – während andererseits berühmte Architekten aus der westlichen Welt auf ästhetisch hohem Niveau verhandeln, wie Bau- und Prestigeprojekte ein Land ins 21. Jahrhundert bugsieren könnten, das in vielem noch tief in der Vergangenheit steckt.

      Edi Rama jedenfalls hat einen widersprüchlichen Weg gewählt, den er selbstbewusst beschreitet. Nächstes Jahr werden die Architekten wiederkommen. In der Zwischenzeit wird viel gebaut werden, Schnelligkeit ist ein Versprechen in Albanien. Die Gebäude werden bleiben; es wird sich zeigen, was von all den anderen Versprechen bleibt.

  • Violence and Hunger Stalk Refugees and Migrants in Albania

    Dozens of refugees and migrants trying to cross Albania have been reduced to begging for food on the streets of Tirana, victims of gang violence and under-funding at a state-run reception centre.
    At midday on April 2, residents of Tirana rushed across the city’s central Skenderbej square, bags of groceries in their hands, before the start of a curfew imposed across Albania to tackle the spread of COVID-19. Twenty-seven-year-old Khaled*, however, dragged his feet on the brown cobblestones, begging for food.

    “Help, we are hungry,” the slight Palestinian refugee said in broken English. He was after bread, biscuits or canned food.

    As a registered asylum seeker, Khaled receives food at the National Reception Centre for Asylum Seekers on the outskirts of the capital. But it’s not enough, he says, and he is frequently left hungry. He gestures to show how much bread they get per day: half the palm of his hand. The stew is inedible, Khaled complains.

    In early April, BIRN spoke to dozens of asylum seekers and migrants from the Middle East and North Africa, among hundreds housed in the reception centre in Babrru but who find themselves reduced to begging for food in the capital.

    Some spoke of dire conditions in the centre and the growth of gangs stealing from and assaulting other residents.

    Others, migrants trying to reach Western Europe, said they had been left out in the cold despite seeking refuge at the centre, its doors closed under a lockdown across the country to confront the coronavirus pandemic.

    Allegations of state negligence in Albania’s handling of foreign refugees are not new, but complaints have escalated with the tenfold increase in the number of migrants and refugees arriving in the Balkan country over the past three years.

    Concerned human rights activists warn the failure to provide refugees with sufficient food and shelter is a violation of Albanian’s international obligations.

    “Failure to meet the minimum housing and food standards is a violation of the refugee convention,” said Erida Skëndaj, executive director of the Albanian Helsinki Committee.

    “Despite being poor, the Albanian state has an obligation from the international conventions it has signed to meet the minimum standards, even to give them pocket money,” Skëndaj told BIRN.

    The Albanian Ministry of Interior disputed the allegations.

    “Our structures at the centre are doing their best to serve asylum seekers from morning till night, not only with food but also with medical assistance,” said Deputy Interior Minister Rovena Voda, who is responsible for refugee and asylum issues.

    The National Reception Centre, in a written response, did not address BIRN’s questions concerning food provisions but did acknowledge incidents of physical violence which it said had been resolved with the help of police.

    Barely two euros per day

    Albania is a transit country for migrants from the Middle East and North Africa trying to reach Western Europe via the Balkans.

    They mainly enter from Greece, having crossed the Aegean by boat from Turkey, and continue on to Montenegro or Kosovo. And the numbers have shot up since 2017.

    The Department of Border and Migration at the State Police told BIRN that between January 2019 and February this year, 11,344 irregular migrants had been detained at the Albanian border, a more than tenfold increase on 2017.

    Likewise, the number seeking asylum in Albania rose from 309 in 2017 to 4,386 in 2018, with the largest contingent from Syria followed by Iraq and Morocco.

    The trend has caught Albania unprepared, stretching its capacity to house and feed them.

    Besides the National Reception Centre in Babrru, Albania also has a closed centre in the village of Karec. Together, they can accommodate just 400 people.

    While the number of migrants and refugees has risen, the amount the state spends on each person has not changed in a decade – 330 lek, or 2.6 euros per day per refugee, regardless of how much prices have grown over the same period. Little wonder they have to beg for food, rights activists say.

    On the doorstep of a supermarket on Deshmoret e Kombit Boulevard in Tirana, an asylum seeker from Morocco followed shoppers leaving the store, chanting “Food, please man” over and over again. He was eventually taken away by police, only to return to the supermarket two days later.

    The Moroccan said he too was a resident of the National Reception Centre in Babrru but was forced to beg because food was so scarce. Video on his phone showed piles of rubbish in the hallways, mattresses stacked to the ceiling and broken doors replaced by improvised barricades.

    The office of Albania’s ombudsman, which noted insufficient food and shortages of staff to provide medical and social services during an inspection in April 2019, told BIRN:

    “The norms for the treatment of people accommodated in this centre remain problematic.”

    “Since 2017 onwards we have encountered the issue of daily quotas, which is 330 lek per person, a very low amount relative to the increase in food prices over the years.”

    Nassif from Algeria said he had been stranded in Tirana for six weeks after the pandemic halted his efforts to reach Belgium, where he said most of his family already lives. Detained by police, he was taken to the National Reception Centre in Babrru, where, Nassif said, he was “left at the mercy of fate.”

    Nassif, 27, has also resorted to begging.

    “When I go to eat bread, the cooking is so bad that I even have a problem with the smell of food,” he told BIRN. He described one meal as “a small piece of bread, a kind of dish with cauliflower and vegetables, there is no water, nothing. It’s like a bad-smelling salad.”

    Gang violence

    Naif with another Iraqui man at Skanderberg Square in Tirana. Photo: Nenis Bogdani/BIRN

    The National Reception Centre has capacity for 180 people. It told BIRN it currently had 169 residents, including 20 minors. Yet at the end of March, the centre told the Ombudsman’s Office that it was overcrowded, with 218 residents, of whom 21 were minors.

    The centre has a staff of 15, including a psychologist, a social worker and a translator. The night shift is staffed by two people contracted by the United Nations High Commission for Refugees, UNHCR. Medical support falls to a single nurse, again contracted by the UNHCR.

    A lack of staff in the afternoon and particularly at night is a persistent problem, according to the Ombudsman’s office, which said the centre’s requests for more staffing had been ignored by the Interior Ministry.

    Nassif, the Algerian, said he had been robbed almost the moment he set foot in the Reception Centre and that his complaints to staff had been in vain.

    “The first problem is that gangs have been created,” he told BIRN through a translator. “There are powerful people who have gathered followers around them and are using them to rob us.”

    He said some incidents of violence had resulted in serious injuries and was shocked at the failure of authorities to react.

    “At night, when the lights go out, the perpetrators, the mafia, attack families and we hear the crying children,” he said. “It’s scary.”

    The violence within the Reception Centre in Babrru has caught the attention of the Ombudsman and the UNHCR.

    “UNHCR is aware of reports of several cases of conflict and theft between residents of the National Reception Centre and has addressed these concerns to the responsible authorities,” the agency said in a statement, adding that migrants and asylum seekers also have an obligation to respect law and order.

    The Reception Centre acknowledged an issue with violence between residents but said it had always reacted in a timely fashion.

    “The intervention of the police and that of its Eagle units has been requested immediately in order to resolve the spats,” the centre told BIRN.

    “It is not in our authority to assess the degree of violence, but to act in a timely manner to calm and normalise the situation for a peaceful and secure coexistence within the community of the centre.”

    The centre’s residents said they were simply hoping to hang on until Albania’s borders reopen.

    “In fact, all of us at the camp have the same goal – to leave,” said Enes from Morocco. “But at the moment we are stranded here, the borders are closed, we have nowhere to go.”

    Khaled, the Palestinian, likewise said there would be no giving up: “I will leave for Italy, France or Spain. I want to work, to help my family,” he said.

    The weeks of waiting, however, had left Nassif from Algeria increasingly aimless. “I have no plans,” he said. “I just want the borders to open and to get out of here.”

    * The names of the refugees interviewed for this story have been changed at their request to protect their identities.
    https://balkaninsight.com/2020/05/06/violence-and-hunger-stalk-refugees-and-migrants-in-albania

    #Covid-19 #Migration #Migrant #Camp #Babrru #Tirana #Albanie #Karec #Violence

  • #Albanie : le #Théâtre national de #Tirana menacé de #destruction

    Culture et #patrimoine ou bien #spéculation_immobilière ? Le « débat » risque de faire une nouvelle victime. Construit durant l’occupation italienne, le Théâtre national d’Albanie est menacé de destruction. Un nouveau théâtre devrait être construit, mais les milieux artistiques dénoncent l’absence de tout dialogue avec le ministère de la Culture.


    https://www.courrierdesbalkans.fr/Fin-de-partie-sous-tension-pour-le-theatre-national-de-Tirana
    #culture #colonialisme #occupation #colonisation #Italie #fascisme

  • Pompes funestes

    Nous ne connaissons plus les personnes qui confectionnent nos chaussures. Et eux non plus ne nous connaissent pas. Ils ignorent le prix que nous paierons pour acheter « leurs » chaussures, tout comme nous ignorons combien ils reçoivent à la fin du mois pour les avoir produites.


    http://www.chaussures.publiceye.ch
    #Toscane #Italie #tannerie #travail #migrations #exploitation #pauvreté #maladie #santé #Tirana #Albanie
    #chaussures #globalisation #mondialisation #cartographie #visualisation #ressources_pédagogiques

    • Ainsi, ce sont des Polonaises, des Slovaques, des Roumaines, des Macédoniennes ou Bosniennes (la main-d’œuvre féminine est nettement majoritaire dans les usines) qui fabriquent chaque année des millions de paires de chaussures « allemandes » ou « italiennes ».
      Une enquête en Europe de l’Est coordonnée par Public Eye révèle les conditions de travail affligeantes de ces femmes qui gagnent un salaire insuffisant pour subvenir aux besoins de leur famille. C’est en Albanie que les salaires sont les plus misérables, dans des usines qui produisent essentiellement pour de prestigieuses marques italiennes.

      #femmes

  • Albanie : bientôt un mémorial pour les victimes du communisme ? - Le Courrier des Balkans

    Avec Balkan Insight) — L’Albanie envisage de construire un mémorial en l’honneur des victimes du régime communiste, au pouvoir durant un demi-siècle, de 1944 à 1991. L’idée a refait surface lors d’une conférence organisée par l’Institut albanais pour l’intégration des anciens prisonniers politiques, organisée il y a quelques jours. Malgré le large soutien des anciens détenus, beaucoup estiment cependant que cette initiative pourrait échouer, comme beaucoup d’autres avant elle.

    « Le gouvernement et la municipalité de #Tirana soutiennent le projet, le mémorial pourrait être construit dans l’un des nouveaux quartiers de la capitale », a déclaré Bilal Kola, le directeur de l’Institut albanais pour l’intégration des anciens prisonniers politiques, au site Birn. Reste que le calendrier de l’opération est pour le moment inconnu. « Nous devons déterminer la localisation exacte du futur mémorial et lancer un concours international pour le projet. Nous allons aussi lancer une troisième campagne de donations pour trouver les financements nécessaires ».

    « Il est très important de définir un calendrier de réalisation très précis, sinon le projet tombera dans l’oubli, comme ceux qui l’ont précédé », ajoute Agim Musta, un chercheur emprisonné à l’époque communiste. Selon lui, le gouvernement se doit aussi de choisir avec attention les historiens et les architectes qui élaboreront le mémorial. Les anciens prisonniers politiques du communisme se plaignent depuis des années de la lenteur du gouvernement à débloquer des indemnités financières.
    http://www.courrierdesbalkans.fr/le-fil-de-l-info/albanie-bientot-un-memorial-pour-les-victimes-du-communisme.html

    #Albanie #mémoire #communisme #victime #spomenik