Et patati et patata, les riches sont essentiellement pervers et corrompus, un peu commes les dieux grecs sur l’Olymp mais en version mortelle. Ils forment des bandes qu’on préfère appeller « réseaux » ou ils troquent leurs terres et sujets. On le sait depuis Les Âmes mortes de Gogol.
Alors est-ce que l’affaire Epstein peut encore nous enseigner quelque chose ? Je ne pense pas mais elle nous rappelle que les réseaux d’influence occidentaux existent et que les nantis n’ont de principe étique que ce que leur impose l’intérêt de classe.
Soixante quinze années se sont écoulés entre 1842, l’année de parution du roman de Nicolas Vassiliévitch Gogol , et le moment quand fut démise la noblesse russe. Combien de temps faudrat-t-il attendre la fin du règne de la bande à Epstein et Trump ? Vu qu’avec le rythme du progrès technologique les changement de société s’accélèrent on peut s’attendre à une fin plus rapide du pouvoir pervers états-unien, mais qui sait ...
6.2.2026 von Franz Becchi - Die neuen Epstein-Files nennen prominente Namen und belegen enge Kontakte in Politik, Wirtschaft und Königshäusern. Was die Akten offenbaren – und was sie verschweigen.
Plötzlich will niemand mehr engen Kontakt zu ihm gehabt haben: Mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein habe man allenfalls gelegentlich zu Abend gegessen und Small Talk gemacht, mehr nicht. Doch was die neuen Akten im Epstein-Komplex offenbaren, reicht deutlich weiter. Und möglicherweise ist auch das nur die Spitze des Eisbergs.
Bekannte Namen geraten in den Fokus: Donald Trump, Bill Clinton, Bill Gates, Ex-Prinz Andrew. Bislang unbekannte E-Mails der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit mit Epstein lösen in Norwegen sogar eine Debatte über die Monarchie aus. Verbindungen des britischen Politikers und früheren Botschafters in Washington Lord Peter Mandelson zu Epstein stürzen das Vereinigte Königreich in politische Turbulenzen. Gemeinsam ist all diesen Menschen ihre Nähe zu einem Mann, der hochrangigen Persönlichkeiten Zugang zu außergewöhnlichen Privilegien verschaffte – bis hin zu Beziehungen zu Minderjährigen. Jahrelang gab es nur Gerüchte. Plötzlich herrscht Panik auf höchstem Niveau.
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Amini und Pajović/Berliner Zeitung am Wochenende. Quellen: Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste,
Das Epstein-Netzwerk: Viel größer als bekannt
Erste Auswertungen der mehr als drei Millionen Seiten, die Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass Epsteins Einfluss auf politische und gesellschaftliche Machtstrukturen größer war als bislang angenommen. Es geht längst nicht mehr nur um die Taten eines Einzelnen, sondern um ein Netzwerk, das bis in Politik, Wirtschaft und internationale Machtzirkel reicht.
Während es infolge der Enthüllungen in Europa zu Rücktritten und politischen Krisen kommt, erklärt das US-Justizministerium den Fall für juristisch abgeschlossen. Der Hauptbeschuldigte ist tot, seine langjährige Partnerin Ghislaine Maxwell wurde bereits zu 20 Jahren Haft verurteilt. Diese Einschätzung stößt in den USA jedoch parteiübergreifend auf Skepsis. Denn die Akten enthalten Hinweise auf Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, Pädophilie und organisierte Gewalt. Es bietet sich ein Sittenbild, das man im Zeitalter von Aufklärung, Rechtsstaat und gesellschaftlicher Verantwortung für unmöglich gehalten hätte.
Dateien mit expliziten Darstellungen seien von der Veröffentlichung ausgeschlossen worden, erklärte vergangene Woche der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche auf einer Pressekonferenz. Ebenso seien keine Inhalte freigegeben worden, die „Darstellungen von Tod“ enthielten. Die maßgeblichen Dokumente seien damit veröffentlicht, weitere Anklagen nicht geplant. Doch die Fassade ist eingerissen, die Debatte über Doppelmoral, Heuchelei, Lüge und Mittäterschaft nicht mehr zu stoppen.
Kritik entzündete sich parteiübergreifend primär daran, dass weiterhin entscheidendes Material fehle und das Justizministerium zuvor Fristen für die Veröffentlichung versäumt habe. Zudem bleiben in zahlreichen Dokumenten die Namen der Opfer ungeschwärzt, während mögliche Täter anonymisiert wurden, monieren US-Abgeordnete.
Der Republikaner Thomas Massie, Initiator des Epstein Files Transparency Act, sagt: „Ob dieses Gesetz Erfolg hatte, wird sich zeigen, wenn wohlhabende Menschen in Handschellen abgeführt werden.“ Der Demokrat Ro Khanna erklärte: „Ich werde nicht ruhen, bis die Verantwortlichen dieser Straftaten zur Rechenschaft gezogen werden.“
Täter geschwärzt, Opfer nicht
Die Schwärzungen wirken willkürlich, als sollte von höchster Stelle weiter vertuscht werden. So heißt es in einer E-Mail an Epstein aus dem März 2014 von einem unbekannten Absender: „Danke für die Spaßnacht. Dein kleinstes Mädchen war ein wenig unanständig.“ Der Name des Absenders ist geschwärzt – obwohl dafür offenbar keine rechtlichen Gründe vorliegen. Mittlerweile hat das Justizministerium tausende Dokumente wegen der Verletzung der Privatsphäre der Opfer zurückgerufen.
Die Veröffentlichungen kommen zu einem Zeitpunkt, da auch an den Finanzmärkten Unruhe herrscht. Die Dokumente zeigen, dass Epstein sich bereits früh für Kryptowährungen interessierte und ab 2014 gezielt Investitionen in Bitcoin organisierte. Bitcoin befindet sich derzeit jedoch auf Talfahrt; ein Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal ist bislang nicht belegt.
Es kommen immer neue Erkenntnisse. Welches Bild zeigt sich, wenn man einige der prominentesten Namen auf ihre Beziehungen zu Epstein hin abklopft?
Doto
Wie eng war die Beziehung zwischen Jeffrey Epstein und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump?Allison Robbert/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump wird in den veröffentlichten Dokumenten tausendfach erwähnt – überwiegend in Medienberichten, E-Mails, Zusammenfassungen sowie anonymen FBI-Hinweisen. Die Bezüge stehen meist im Zusammenhang mit früheren sozialen Kontakten zu Epstein.
Eine in sozialen Netzwerken viel diskutierte FBI-Zusammenfassung aus dem Jahr 2025 verweist auf eine Zivilklage aus dem Jahr 2016, in der eine anonym auftretende Klägerin schwere Vorwürfe gegen Trump und Epstein erhob. Sie behauptete, in den 1990er-Jahren im Alter von 13 Jahren sexuell missbraucht worden zu sein. Die Klage wurde mehrfach eingereicht, jedoch jeweils freiwillig zurückgezogen; es kam weder zu einer Beweisaufnahme noch zu einer gerichtlichen Prüfung der Vorwürfe.
Das US-Justizministerium erklärte in einer Pressemitteilung, dass sich unter den im Zusammenhang mit Epstein veröffentlichten Unterlagen auch Trump betreffende Angaben befänden, die unzutreffend oder sensationalistisch seien. Ob sämtliche relevanten Akten vollständig freigegeben wurden, bleibt jedoch offen. Trump selbst erklärte, die neuen Dokumente nicht gelesen zu haben; ihm sei jedoch gesagt worden, sie entlasteten ihn.
Eine brisante E-Mail
Für Spekulationen sorgte zudem eine geschwärzte E-Mail vom 28. September 2012, in der gefragt wird, „was JE davon hält, nach Weihnachten nach Mar-a-Lago zu kommen statt auf seine Insel“. Mit „JE“ ist offenbar Epstein gemeint; ob es darauf eine Reaktion gab oder ob es zu einem Treffen kam, ist nicht bekannt.
Trumps frühere Bekanntschaft mit Epstein ist dokumentiert. Der US-Präsident erklärt seit Jahren, den Kontakt frühzeitig beendet zu haben. Epstein war 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution, darunter mit einer Minderjährigen, verurteilt worden und verbüßte einen Teil seiner Haftstrafe unter weitreichenden Freigangsregelungen.
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Elon Musk taucht ebenso in den jüngsten Epstein-Akten auf.Matt Rourke/AP/dpa
Zum Tesla-Gründer tauchen in den Dokumenten mehrere E-Mails aus den Jahren 2012 und 2013 auf, in denen Besuche auf Little Saint James, Epsteins Insel, diskutiert wurden – unter anderen auch mit seiner damaligen Ehefrau Talulah Riley. Musk fragte etwa im November 2012: „Welcher Tag/Nacht wird die wildeste Party auf deiner Insel sein?“ und erkundigte sich nach Terminen für einen Trip über die Feiertage. Epstein fragte, für wieviele Passagiere er den Hubschrauber einplanen solle.
In einer E-Mail vom November 2013 fragte Epstein Musk, ob er über Weihnachten in die Karibik kommen wolle. Er schrieb, Woody Allen sei bei ihm und Musk könne die Reise „gefallen“. Musk antwortete knapp mit „Ja“. In einer weiteren E-Mail aus dem September 2014 erkundigte sich Epstein, ob Musk erneut Weihnachten in St. Barts verbringen wolle; Musk antwortete: „Weiß nicht.“ In einer weiteren Nachricht schrieb Musk, dass eine ruhige Inselerfahrung das Gegenteil dessen sei, was er suche.
Musk dementierte vehement auf X, er habe mehrere Einladungen Epsteins abgewiesen, und sagte, dass einige E-Mails missinterpretiert werden könnten. Hinweise auf eine tatsächliche Teilnahme oder strafbares Verhalten ergeben sich aus den Akten nicht.
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Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton war mit Jeffrey Epstein vertraut.AP
In einer E-Mail vom 21. Oktober 2009 berichtete die Publizistin Peggy Siegal, sie habe gerade das Townhouse von Ghislaine Maxwell, der langjährigen und im Jahr 2022 verurteilten Partnerin Epsteins, verlassen, wo nach einer Filmvorführung eine After-Party stattgefunden habe: „Bill Clinton und Jeff Bezos waren da“, schrieb sie.
Ein Sprecher Clintons erklärte 2019, der ehemalige Präsident habe 2002 und 2003 vier Reisen mit Epsteins Privatjet unternommen, stets im Zusammenhang mit Projekten der Clinton Foundation und begleitet von Secret-Service-Personal. Clinton habe keinerlei Kenntnis von Epsteins Straftaten gehabt. Gegen Clinton oder Bezos gibt es keine strafrechtlichen Ermittlungen.
Clinton versuchte bis zuletzt, seine Verstrickungen wegzulächeln. Doch nach monatelangem Widerstand gegen Vorladungen des US-Repräsentantenhauses – was fast zu einem Strafverfahren wegen Missachtung des Kongresses geführt hätte – haben er und seine Frau Hillary sich nun bereit erklärt, Ende Februar zu Vernehmungen vor dem Untersuchungsausschuss zum Epstein-Komplex zu erscheinen. Auch Maxwell soll bald vor dem US-Kongress aussagen.
Foto: Steve Bannon
war mit Epstein eng im Kontakt.IMAGO/Laura Brett
Zu den neu veröffentlichten Epstein-Akten gehört auch nahezu zweistündiges Videomaterial eines Interviews, das Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, mit Epstein führte. Zeitpunkt und Umstände der Aufzeichnung sind unklar. In dem Gespräch bezeichnete sich Epstein selbst als „Tier One“ – die niedrigste Einstufung unter Sexualstraftätern – und räumte ein, ein verurteilter Straftäter zu sein.
Bereits frühere Akten hatten belegt, dass Bannon und Epstein über längere Zeit in Kontakt standen und Epstein versuchte, mithilfe eines geplanten Dokumentarfilms mit Bannon sein öffentliches Image zu rehabilitieren.
Die neuen Dokumente verweisen unter anderem auf Epsteins Bemühungen, über Bannon Kontakte zu europäischen rechtspopulistischen Netzwerken zu knüpfen. In einer internen Nachricht schreibt Bannon: „Ich bin darauf fokussiert, für [Marine] Le Pen und [Matteo] Salvini Gelder zu sammeln.“ Belege für eine tatsächliche Finanzierung enthalten die Akten nicht.
In weiteren Nachrichten aus dem Jahr 2019 erklärte Bannon, er sei als Berater für den Front National, Salvinis Lega, die AfD, Viktor Orbán sowie Nigel Farage tätig. Als Ziel nannte er die Europawahl und schrieb: „Wir können von 92 auf 200 Mandate kommen und damit jede Gesetzgebung zu Kryptowährungen oder anderen Themen blockieren.“
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Microsoft-Gründer Bill Gates weist harte Vorwürfe weiter zurück.picture alliance/dpa/Gian Ehrenzeller
Brisante Erkenntnisse finden sich in den Akten auch zu Bill Gates. In zwei E-Mails aus dem Juli 2013, die Epstein an sich selbst schrieb, behauptete er, Gates habe außerehelichen Geschlechtsverkehr mit „russischen Mädchen“ gehabt, sich dabei eine sexuell übertragbare Krankheit zugezogen und Antibiotika benötigt. Zudem habe Gates versucht, die Medikamente seiner damaligen Ehefrau Melinda Gates „heimlich“ zu verabreichen.
In einer weiteren, von Epstein verfassten E-Mail – angelegt als Entwurf eines Rücktrittsschreibens – wird behauptet, der Verfasser sei zu moralisch fragwürdigen und möglicherweise illegalen Handlungen gedrängt worden, darunter die Beschaffung von Medikamenten „für Bill“.
Gates wies die Vorwürfe später als „völlig absurd und vollkommen falsch“ zurück und erklärte gegenüber dem australischen Sender Channel 9, er habe bei Epstein nur einige Male zu Abend gegessen. Melinda Gates sagte dem Sender NPR, die Details riefen „sehr schmerzhafte Zeiten“ in ihrer Ehe wach. Das Ehepaar ließ sich 2021 scheiden. „Diese Fragen müssen von den Betroffenen beantwortet werden – nicht von mir“, erklärte sie.
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Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit pflegte ein enges Verhältnis zu Epstein.Jens Kalaene/dpa
Seit Ende Januar wird in Norwegen zunehmend über die Zukunft der Monarchie diskutiert. Kronprinzessin Mette-Marit ist nämlich in den Mittelpunkt des Epstein-Skandals gerückt. Mehr als 1000 Erwähnungen in den Dossiers belegen einen intensiven E-Mail-Kontakt zwischen der Kronprinzessin und Epstein in den Jahren 2011 bis 2014 – deutlich länger, als der norwegische Hof zuvor eingeräumt hatte.
Der Schriftverkehr weist stellenweise einen persönlichen, teils flirtenden Ton auf. Mette-Marit verwendete Kosenamen wie „Liebling“ oder „sanftmütiger Mensch“ und schrieb unter anderem: „Du bringst mich immer zum Lächeln, weil du meinen Verstand anregst.“
Zusätzlich sorgt Bildmaterial für Kritik: Ein Foto zeigt die Kronprinzessin auf einer cremefarbenen Couch, mutmaßlich in Epsteins Villa in Palm Beach. Der norwegische Hof bestätigte inzwischen, dass Mette-Marit im Jahr 2013 vier Tage auf Epsteins Anwesen verbrachte.
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Kronprinzessin Mette-Marit auf einer Couch, vermutlich in Epsteins Anwesen in Palm Beach. HOUSE OVERSIGHT COMMITTEE/HANDOUT
Besonders großes Aufsehen erregte eine E-Mail aus dem Jahr 2012, in der Mette-Marit Epstein fragte, ob es unangemessen sei, ihrem damals 15-jährigen Sohn Marius Borg Høiby zwei nackte Frauen als Tapetenmotiv vorzuschlagen. Høiby, heute 29 Jahre alt, ist seit Anfang Februar vor dem Bezirksgericht Oslo angeklagt, unter anderem in mehreren Fällen wegen mutmaßlicher Sexualdelikte. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Zu ihrer Verbindung mit Epstein erklärte Mette-Marit später, es habe sich um ein „Fehlurteil“ gehandelt; der Kontakt sei ihr heute „schlicht peinlich“.
Norwegen gilt derzeit als eines der europäischen Länder, die am häufigsten und prominentesten im Zusammenhang mit den neu veröffentlichten Epstein-Dokumenten genannt werden. Die Spanne reicht von Thorbjørn Jagland, ehemaliger norwegischer Ministerpräsident und früherer Präsident des Europarats sowie Nobelkomitee-Vorsitzendem, gegen den die Antikorruptionsbehörde Økokrim derzeit prüft, ob Ermittlungen wegen Korruption eingeleitet werden, über Børge Brende, ehemaliger Außenminister und seit 2017 Präsident des World Economic Forum, gegen den das WEF eine interne Untersuchung eingeleitet hat, bis hin zum Diplomaten Terje Rød-Larsen.
Rød-Larsen taucht in den freigegebenen Akten besonders häufig und umfangreich auf – in tausenden Erwähnungen über Jahre hinweg – und gilt als eine der zentralsten norwegischen Figuren in diesem Kontext. Hinzu kommen enge Verbindungen seiner Frau, der Diplomatin Mona Juul, die vorläufig vom Dienst suspendiert wurde.
Foto: Lord Peter Mandelson
Die Kontakte von Peter Mandelson zu Jeffrey Epstein haben die britische Regierung in eine Krise gestürzt.AP
Auch in Großbritannien haben die Enthüllungen ein politisches Erdbeben ausgelöst. Nachdem neue Bilder von Ex-Prinz Andrew veröffentlicht wurden, die ihn in kompromittierender Pose mit einer am Boden liegenden Frau zeigen, verließ der in Ungnade gefallene ehemalige Prinz seinen langjährigen Wohnsitz auf dem Gelände von Schloss Windsor. Medienberichten zufolge zog er sich nach Ostengland zurück. Doch der längst in Ungnade gefallene frühere Lieblingssohn von Queen Elizabeth ist nur ein Betroffener des britischen Skandals rund um Epstein.
Zahlreiche E-Mails und Dokumente belegen eine jahrelange Beziehung zwischen Peter Mandelson und Epstein – weit über das hinaus, was bislang bekannt war. Mandelson, langjähriger Labour-Politiker, ehemaliger EU-Kommissar und später britischer Botschafter in den USA, soll Epstein vertrauliche politische Informationen weitergeleitet haben. Darunter einen Hinweis auf den geplanten 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm für die Eurozone im Mai 2010 – Stunden vor dessen offizieller Bekanntgabe. Laut den E-Mails bot sich Mandelson zudem an, Epstein ein russisches Visum zu besorgen.
Das nun ehemalige Mitglied der Labour-Party ist zudem Mitbegründer und Teilhaber der Lobbyfirma Global Counsel, die seit 2018 den US-Datenkonzern Palantir Technologies vertritt und nach Medienberichten bei der Vergabe von Regierungsaufträgen in dreistelliger Millionenhöhe in Großbritannien unterstützte.
Wer profitiert von den Millionen für Palantir?
Palantir ist ein US-Unternehmen für Datenanalyse- und KI-Software, dessen Systeme von Militärs, Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden offiziell zur Auswertung großer Datenmengen eingesetzt werden. Das Unternehmen wurde unter anderem vom deutsch-amerikanischen Tech-Milliardär Peter Thiel mitgegründet.
Als britischer Botschafter in den USA arrangierte Mandelson im Jahr 2025 ein Treffen in Washington zwischen Premierminister Keir Starmer und Palantir-Geschäftsführer Alex Karp. Das Treffen erschien zunächst nicht im offiziellen Terminkalender. Kurz darauf schloss das britische Verteidigungsministerium einen Vertrag über 240 Millionen Pfund mit Palantir zur Entwicklung militärischer KI-Systeme.
Bei einer hitzigen Sitzung des Unterhauses am Mittwoch räumte Starmer auf wiederholtes Drängen der Oppositionsführerin Kemi Badenoch ein, er habe bereits vor Mandelsons Ernennung zum US-Botschafter von dessen fortgesetzten Kontakten zu Epstein gewusst. Über das tatsächliche Ausmaß der Beziehung sei er jedoch, so Starmer, „wiederholt belogen“ worden. Empörung machte sich im Parlament breit.
Der britische Premierminister hat sich am Donnerstag bei den Opfern von Epstein entschuldigt, weil er den Aussagen von Mandelson geglaubt und ihn zum britischen US-Botschafter ernannt habe. Mandelson wurde im September 2025 wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Amt als Botschafter entbunden. Die Metropolitan Police ermittelt wegen Amtsmissbrauchs.
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Welche Rolle spielte der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Barak im Epstein-Komplex?IMAGO/i-Images
Auch in einer Sprachaufzeichnung, vermutlich einem Telefonat zwischen Epstein und dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak, ist von Palantir die Rede. Epstein sagte darin, er kenne Peter Thiel noch nicht persönlich, habe jedoch von vielen gehört, dieser verhalte sich seltsam – „als ob er auf Drogen sei“. Barak stimmte dem zu. Epstein kündigte an, Thiel innerhalb einer Woche persönlich treffen zu wollen.
Barak scheint eine Schlüsselrolle im Epstein-Komplex einzunehmen. Sein Name taucht mehr als 4000 Mal in den Akten auf. Aus den neu veröffentlichten Unterlagen geht unter anderem hervor, dass Barak und seine Frau Nili Priel zwischen 2013 und 2017 mehrfach in Epsteins New Yorker Apartment übernachteten. Belegt wird dies durch E-Mails sowie Reise- und Terminpläne, unter anderem aus dem Jahr 2017.
Epstein und Barak standen in engem Austausch. Sie sprachen über „gigantische“ Beraterhonorare, unter anderem an den ehemaligen britischen Ministerpräsidenten Tony Blair, und darüber, wie ehemalige Politiker nach dem Ende ihrer Amtszeit Geld verdienen können.
Im Jahr 2015 investierten Epstein und Barak gemeinsam in das Unternehmen Reporty Homeland Security, das später unter dem Namen Carbyne firmierte – ein israelisches Start-up für Notruf- und Überwachungstechnologie, das Barak leitete. Epstein fungierte dabei als Finanzberater.
Barak hatte bereits in der Vergangenheit eingeräumt, Epstein seit 2003 mehrfach getroffen zu haben. Er flog mit dessen Privatjet und besuchte ihn in New York. Zugleich betonte Barak wiederholt, er habe weder an Partys teilgenommen noch Minderjährige gesehen oder kriminelle Aktivitäten beobachtet. Laut den neuen Enthüllungen scheint der ehemalige israelische Premierminister jedoch zu den zentralen Akteuren in Epsteins Netzwerk gezählt zu haben.
Kathryn Ruemmler – Goldman Sachs
Die Anwältin Kathryn Ruemmler bezeichnete Jeffrey Epstein in E-Mails als „Onkel“.
Die Anwältin Kathryn Ruemmler bezeichnete Jeffrey Epstein in E-Mails als „Onkel“.UPI Photo/Imago
Der Skandal hat auch die internationale Finanzbranche erfasst. Nicht nur in der Kryptoszene herrscht Nervosität. So steht auch die Deutsche Bank im Fokus, bei der Epstein sämtliche Bankkonten unterhielt. Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf Goldman Sachs: Aus den Akten geht hervor, dass die heutige Chefjuristin der Bank, Kathryn Ruemmler, über Jahre hinweg engen Kontakt zum Sexualstraftäter pflegte – auch nach dessen Verurteilung im Jahr 2008.
Den veröffentlichten E-Mails zufolge erhielt Kathryn Ruemmler Geschenke wie Wein, eine Handtasche und eine Apple Watch mit Hermès-Armband und bezeichnete Jeffrey Epstein als „Onkel Jeffrey“. Zudem beriet sie ihn 2019 bei der Beantwortung von Medienanfragen zu seiner rechtlichen Sonderbehandlung und gab ihm bereits 2016 Hinweise, wie Donald Trump auf Fragen zu Epstein reagieren solle.
Neue Dokumente: Jeffrey Epstein über „raffinierte Korruption“ in der Ukraine
Epstein-Skandal: Palantir im Fokus der britischen Regierungskrise – Aktie stürzt ab
Ruemmler erklärte, sie habe Epstein ausschließlich als Strafverteidigerin gekannt und keine Kenntnis von weiterem kriminellen Verhalten gehabt. Goldman Sachs stellte sich hinter sie und betonte, man habe ihre frühere Tätigkeit geprüft. Die Enthüllungen zeigen jedoch, wie tief Epsteins Netzwerk bis in die Führungsetagen der Finanzwelt reichte. Ruemmler war unter US-Präsident Barack Obama von 2011 bis 2014 Chefjuristin des Weißen Hauses.
Grafik: BLZ.
Keine Antworten, viele Fragen
Es ist einer der größten politischen und gesellschaftlichen Skandale der jüngeren Geschichte – und einer, der die internationale Öffentlichkeit noch lange beschäftigen dürfte. Erste politische Folgen sind bereits spürbar.
Wegen der Fülle des veröffentlichten Materials ist es zu früh, Rückschlüsse auf das System Epstein zu ziehen. Die Dokumente werfen aber neue Fragen auf. Wer war Jeffrey Epstein wirklich? Woher kam sein riesiges Vermögen? Warum suchten einige der weltweit mächtigsten Menschen über Jahre hinweg seine Nähe? Und welche Strukturen machten es möglich, dass ein derartiges Netzwerk so lange unbehelligt bestehen konnte? War es ein System, um Politiker zu erpressen – und wenn ja, wem hat das System am meisten genutzt? Welche Rolle spielten Geheimdienste? Polens Regierungschef Donald Tusk verstieg sich zu der Behauptung, es könne sich beim Epstein-Komplex um eine russische Einflussoperation handeln. Am Ende war es also wieder Putin.
Auch die zentrale Frage bleibt: Ob es nämlich irgendwann juristische Konsequenzen gibt für jene, die gegen Gesetze verstoßen haben. Die Opfer des Systems – Frauen, die damals noch sehr jung oder gar minderjährig waren – erwarten Antworten und hoffen auf späte Gerechtigkeit.