• „Sterben und sterben lassen“
    Der #Ukrainekrieg als Klassenkonflikt
    Buchvorstellung und Diskussion in #Zürich mit AK Beau Séjour und Communaut
    https://barrikade.info/article/6784

    7. Dezember 2024, 19.30 Uhr,
    Postsquat (Wipkingerplatz 7) [...]
    Die russische Invasion in der #Ukraine traf eine bereits desorientierte europäische Linke im Mark: Einige hielten im Reflex an überlieferten Prinzipien fest, ohne deren historische Entstehungsbedingungen abzuklopfen – als wäre die Welt ungefähr 1918 stehengeblieben. Andere wiederum hissten eilig die ukrainische Flagge. Ihnen ist der Antifaschismus zur Angelegenheit der NATO geronnen, in Russland glauben sie das grosse Weltenunheil zu erkennen. In beiden Positionen steckt ein Moment, das es zu diskutieren gilt: Was droht in der geopolitischen Dreieckskonstellation Russland, USA, China? Und was bedeutet der Krieg für Militarisierung und Rechtsrutsch europäischer Gesellschaften?

  • Gilles Dauvé - Frieden ist Krieg
    https://kommunisierung.net/Gilles-Dauve-Krieg-ist-Frieden

    Wie er auch immer aussehen mag, der russisch-ukrainische Frieden wird eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sein. Auf der Ebene Europas ist die Frage, ob die Europäische Union sich auf eine Freihandelszone beschränken oder sich mit einer politischen Führung rund um die deutsch-französische Achse ausstatten wird, die über eine „europäische“ Armee verfügt – eine Hypothese, die in Anbetracht der gegenwärtigen Entwicklung, welche die amerikanische Vorherrschaft über Europa festigt, immer weniger wahrscheinlich wird. Der Sieg (oder die Vermeidung einer Niederlage) hat ohnehin nicht die gleiche Bedeutung für Russland (eine starke, aber regionale Macht) und die USA, die sich veranlasst sehen, ihre Weltmacht gegen das zu ihrem Hauptgegner werdenden China zu fokussieren. Doch wir werden es vermeiden, Trotzki mit tollkühnen Vorhersagen zu imitieren.

    #Ukraine #UkraineKrieg #UkraineWar #GuerreDUkraine

  • Tristan Leoni - Adieu Leben, Adieu Liebe … Ukraine, Krieg und Selbstorganisation
    https://kommunisierung.net/Tristan-Leoni-Adieu-Leben-Adieu-Liebe-Ukraine-Krieg-und-Selbstorgani

    Die Bereitschaft ist mittlerweile im Aktivistenmilieu solide verankert, überall revolutionäres „Potenzial“ zu sehen, v.a. wenn die Region weit weg und exotisch ist – ein Standpunkt, der hier besonders an den Haaren herbeigezogen ist. Doch jenseits dieses Reflexes sind die Gespenster, welche die ukrainische Frage auf sehr verführerische Art und Weise und vielleicht offener als andere „Operationsfelder“ heimsuchen, nichts anderes als der Militarismus, der Nationalismus und das Konzept des Burgfriedens, morbide Varianten des Interklassismus. Ideologien, von denen sogar die erfahrensten und theoretisch bewandertsten Aktivisten mitgerissen werden können, wenn die Umstände passen, die Geschichte hat es auf traurige Art und Weise gezeigt. Es ist aber so, dass wir keine Bombenangriffe erdulden müssen, dass in unseren Strassen keine Kämpfe stattfinden und dass wir nicht Gefahr laufen, jede Minute getötet zu werden. Wir haben also keine Entschuldigung, keine Entschuldigung, um den Kopf zu verlieren. Wir können von relativ komfortablen Rahmenbedingungen profitieren, um ruhig über die laufenden Ereignisse nachzudenken. Es wäre falsch, sie nicht zu missbrauchen, denn diese Rahmenbedingungen verschwinden vielleicht schneller als wir glauben.

    #Ukraine #UkraineKrieg #GuerreDUkraine

  • Raffaele Sciortino – Die Temperatur des Systems. Krieg und Abtauung der globalen Krise
    https://kommunisierung.net/Raffaele-Sciortino-Die-Temperatur-des-Systems-Krieg-und-Abtauung-der

    Das erklärt nun auch ein anderes Phänomen, oder kann es meines Erachtens plausibel erklären. Nämlich die Tatsache, dass die neue Herrschaft, welche die USA zufällig nach den 1970er Jahren, nach dem langen 68 über die Welt aufgebaut haben – eine Herrschaft, die, Obacht, notwendigerweise auch China als andere Säule gehabt hat (offensichtlich auf asymmetrische Art und Weise, sowohl bezüglich der Macht als auch des Profits), d.h. die Öffnung der westlichen Märkte (der amerikanischen allen voran) für den chinesischen Export, was die Internationalisierung der Produktion, die Konstitution globaler Produktionsketten erlaubt hat, das ermöglichte China diesen unglaublichen Aufstieg, in dreissig Jahren alles in allem, für welchen die anderen Länder mit einem reifen Kapitalismus hundert oder hundertfünfzig Jahre gebraucht haben, aber offensichtlich immer in einer asymmetrischen Position, ohne jegliche chinesische Vorherrschaft – also, so sagte ich, es ist offensichtlich, dass in dieser Architektur, in dieser globalen Zusammensetzung – dank der Widersprüche der sogenannten Finanzialisierung, d.h. der Tatsache, dass die USA ihr produktives Grundgerüst nicht komplett desindustrialisiert, es eher auf die „hohen“ Sektoren der Technologie umgestellt haben, während das Gewicht der Finanz- und spekulativen Wirtschaft unermesslich anstieg und durch die von uns beschriebene Kontrolle über die Währung und die Finanz – es den USA erlaubt hat, einen grossen Teil der globalen Wertflüsse ab- und einzufangen, indem sie sie auf neue und nie dagewesene Art und Weise unter ihre Kontrolle brachten. Nie dagewesen, weil man in den 1970er Jahren von einem unvermeidlichen Niedergang der USA ausging und es nicht so gekommen ist.

    #Ukraine #UkraineWar #UkraineKrieg