• „Strandbad de luxe für Bundesbeamte“: Nachbarn wehren sich gegen Ausbau des Bundesbank-Gästehauses - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/strandbad-de-luxe-fuer-bundesbeamte-nachbarn-wehren-sich-gegen-ausbau-des-bundesbank-gaestehauses/26010920.html

    Der Tagesspiegel verrät die genaue Adresse nicht:
    Gästehaus/Erholungsstätte der Deutschen Bundesbank
    Am Sandwerder 31
    14109 Berlin
    Telefon (030) 805867-0

    https://www.openstreetmap.org/way/121120934

    16.7.2020 von FATINA KEILANI - Opulentes Grundstück, bescheidene Wünsche: Anwohner klagen gegen Pläne der Bundesbank direkt am Wannsee. Beim Ortstermin einigt man sich auf penible Regeln.

    Die Lage ist ein Traum, mitten in der Villenkolonie Wannsee. Hier ließen Fabrikanten und Bankiers ab den 1870er Jahren großzügige Anwesen errichten, die heute sämtlich denkmalgeschützt sind. Wer hier wohnt, hat nicht nur Geld - er kann sich auch besser als andere die Zumutungen des Zusammenlebens mit anderen Menschen vom Leibe halten.

    Die Grundstücke sind riesig und haben herrschaftliche Gärten. Dennoch fürchten die Bewohner des Viertels immer wieder um ihre Ruhe. So auch jetzt - sie wehren sich gegen Pläne der Bundesbank, ihr Gästehaus auszubauen. Gegen die Baugenehmigung klagten 13 Anwohner vor dem Verwaltungsgericht.

    Am Donnerstag traf man sich zum Ortstermin, Am Sandwerder 29-31. Vertreter der Bundesbank waren angereist, die Justiziarin der obersten Bauaufsicht als Beklagtenvertreterin, die 13. Kammer des Gerichts, einige der Kläger sowie deren Rechtsanwalt Reiner Geulen.

    Das Grundstück wurde begangen – es sind mehr als 16.000 Quadratmeter, östliches Seeufer, darauf eine Villa, ein Pavillon und ein etwas heruntergekommenes Bootshaus. Geplant ist nun, alles Vorhandene zu sanieren und zudem ein Seminargebäude neu zu errichten.

    Filmproduzent befürchtet tausende Vergnügungssüchtige

    Die Anwohner haben Befürchtungen. Ein „veritables Schulungs- und Konferenzzentrum mit Ganzjahresbetrieb“, ein „Strandbad de luxe für Bundesbeamte“ befürchten sie. Am dichtesten wohnt der Filmproduzent Matthias Wendlandt, Hausnummer 25 direkt nebenan. Er sieht schon tausende Vergnügungssüchtige übers Gelände stapfen.

    Das ist jedoch nach Angaben des Senats und der Bundesbank ausgeschlossen, und zwar selbst wenn das Prachtgrundstück einst verkauft würde - dann bräuchte der neue Eigentümer eine neue Baugenehmigung. In der aktuellen Genehmigung sind maximal 40 Personen auf dem Gelände erlaubt. „Die Hardware passt nicht zur Software“, befand Richter Matthias Schubert. Gemeint ist: Mit dem vielen Platz könnte man viel mehr machen, als an Nutzung beabsichtigt ist.

    Nur ein Sommerfest pro Jahr, an einem Samstag von 14-19 Uhr
    Auch die neuen Seminarräume sollen nur 40 Teilnehmer fassen. Mitarbeiter der Bundesbank dürfen das Haus auch als Sommerfrische nutzen und mit ihren Familien an Wochenenden besuchen. Als Strandbad eignet es sich ohnehin nicht - der Bootssteg ist der einzige Zugang zum Wasser. Wo Strand wäre, ist eine meterhohe Spundwand.

    Fast zwei Stunden rangen die Parteien um alle möglichen Fragen. Ist die geplante Nutzung gebietsverträglich? Man steht in einem allgemeinen Wohngebiet, hier sind auch andere Nutzungen als reines Wohnen zulässig. Auch die Nutzung durch Verwaltung? Und ist die Bundesbank überhaupt Verwaltung? Muss es örtliche Verwaltung sein, die Bank ist ja eine Bundesbehörde? Ja, ja und nein.

    Schlussendlich kam man überein, die Baugenehmigung vom 14. Februar 2020 so stehen zu lassen und ihr einige Inhaltsbestimmungen hinzuzufügen: Es darf nur ein Sommerfest pro Jahr geben, maximal 300 Teilnehmer, an einem Samstag von 14-19 Uhr. Auf Bootssteg und Liegewiese dürfen sich maximal 20 Personen tummeln. Sonderveranstaltungen darf es zwei bis drei Mal monatlich geben, höchstens bis 22 Uhr und nie parallel zu Seminaren. Die Kläger haben nun vier Wochen Zeit zuzustimmen.

    Ruhe war hier schon immer kostbar. Zwei Häuser weiter ließ Adolph Schwabacher 1906/1907 drei Gebäude errichten, von denen eins als Hotel gedacht war. Der Hotelbetrieb wurde nicht aufgenommen, weil die Anwohner sich wegen drohenden Lärms wehrten.

    #Berlin #Wannsee #Am_Sandwerder

  • Gustav-Hartmann-Platz - KAUPERTS
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Gustav-Hartmann-Platz-14109-Berlin

    Postleitzah: 14109
    Ortsteil: Wannsee
    Straßenverlauf: Vorplatz am Bahnhof Wannsee
    Falk‑Stadtplan Planquadrat T 6

    Ehemaliger Bezirk: Zehlendorf
    Name seit: 6.3.2000, Hartmann, Gustav (gen. Eiserner Gustav), 4.6.1859 Magdeburg, + 23.12.1938 Berlin, Fuhrunternehmer, Berliner Original.

    Hartmann kam als Müllergeselle in der achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Berlin. Hier gründete er in Wannsee ein Kolonialwarengeschäft in der Königstraße. Am 1.4.1885 wurde er Eigentümer eines Fuhrunternehmens. Er wohnte mit seiner Familie in Zehlendorf in der Alsenstraße 11. Seiner Zuverlässigkeit wegen nannte man ihn bereits um 1910 den „Eisernen Gustav“. Am 2.4.1928 fuhr er mit seiner Droschke Nr. 120, gezogen vom Fuchswallach „Grasmus“ und in Begleitung des Ullstein-Reporters H. H. Theobald von Berlin-Zehlendorf über Magdeburg, Köln und Trier nach Paris, wo er am 4.6., seinem Geburtstag, eintraf. In der französischen Hauptstadt erklärten ihn seine französischen Kollegen zum „Ehrenkutscher“. Am 12.6.1928 fuhr er wieder nach Berlin zurück. Seine Aktion war ein Protest gegen die „Benzindroschken“, die die kleinen Fuhrunternehmer zunehmend aus dem Straßenbild verdrängten. Hartmann hatte zu jener Zeit allerdings bereits zwei Autos. Nachdem er am 12.9.1928 wieder in Berlin eingetroffen war, gründete die Droschkeninnung die „Hartmann-Stiftung für notleidende Fuhrleute“. Er erhielt auf Beschluß des Senats von 1978 ein Ehrengrab auf dem Landeseigenen Friedhof Wannsee. Hartmanns aufsehenerregende Fahrt lieferte Hans Fallada 1938 den Stoff für einen Roman, der als Vorlage für ein Filmdrehbuch entstand. Fallada wurde von der nationalsozialistischen Propaganda hinsichtlich des Buchschlusses zu Konzessionen gezwungen. Der Film wurde dann abgesetzt. 1958 spielte Heinz Rühmann den „Eisernen Gustav“ im gleichnamigen Film. 1965 wurde von Günter Caspar die Urfassung des Fallada-Romans rekonstruiert.

    Alter Friedhof Wannsee
    https://www.openstreetmap.org/way/193768732
    https://www.wikidata.org/wiki/Q437926
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alter_Friedhof_Wannsee
    „Gustav Hartmann* (* 4. Juni 1859, † 23. Dezember 1938), „Der Eiserne Gustav“, Droschkenkutscher, Berliner Original, durch einen Roman von Hans Fallada unsterblich gemacht“

    Friedenstraße 8, 14109 Berlin-Wannsee
    https://www.openstreetmap.org/way/299066711

    #Berlin #Wannsee #Gustav-Hartmann-Platz #Friedenstraße #Taxi #Geschichte

  • 26.4.1939 16:30 - Luftangriff auf Guernica – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_auf_Guernica


    Berlin en 1945 ? Non, c’est Guernica en 1937.

    Mars/avril 1937 - mon grand-père participe au premier crime de guerre de la Luftwaffe allemande. Pendant que les avions bombardent il s’occupe de l’infrastructure militaire et de la communication avec le ministère de l’aviation à Berlin/Wilhelmstraße. Lors de la fête de retour de la Legion Condor le 5.6.1939 la ville de Berlin rebâtise la plus grande partie de la Wannseestraße en Spanische Allee . Au 82ème anniversaire du crime elle porte toujours ce nom malgré de longues et vives protestation de la gauche. Mon grand-père n’a jamais été poursuivi pour sa participation à ce crime de guerre.

    Bereits am 31. März 1937, also knapp einen Monat vor Guernica, wurde die etwa 20 Kilometer entfernte Kleinstadt Durango von deutschen Flugzeugen bombardiert (siehe Luftangriff auf Durango und Krieg im Norden). Bei den Angriffen starben über 330 Menschen. Das Bombardement erlangte kaum Bekanntheit. Heute wird gemeinhin angenommen, dass die Deutschen in Durango ihre Flugzeuge und Waffensysteme für den anstehenden Luftangriff auf Gernika testen wollten.

    Guernica, eine Kleinstadt mit damals 5000 bis 6000 Einwohnern im Baskenland an der Nordküste Spaniens am Golf von Biscaya gelegen, befand sich zu dieser Zeit in einem schmalen, von den Republikanern kontrollierten Streifen, der jedoch durch die von General Francisco Franco angeführten Vorstöße schon im Juli des Jahres 1936 von den anderen republikanischen Gebieten abgetrennt worden war.

    Der Angriff

    Ziel des deutschen Angriffs auf Guernica war die Zerstörung einer 25 Meter langen und 10 Meter breiten Steinbrücke über den Fluss Oca, die das Zentrum mit dem östlichen Stadtteil Rentería verband. Dadurch sollte die Infrastruktur zerstört und den Truppen Francos ein leichteres Erobern der Stadt ermöglicht werden.

    Am Morgen des 26. April 1937, einem Montag, meldete die Besatzung einer Dornier Do 17 der Versuchsbomberstaffel 88 (VB/88) fälschlicherweise größere Truppenansammlungen am Rande Guernicas. In Wirklichkeit handelte es sich um Zivilisten auf dem Weg zum Markt. Der Stabschef der Legion Condor, Wolfram von Richthofen, sah hierin eine taktische Gelegenheit, die vermeintlichen „Reserven“ des Gegners – man vermutete hier 23 baskische Bataillone – zu isolieren und zu vernichten, und erhielt die Angriffsfreigabe von Oberst Vigón, dem Stabschef von Emilio Mola. Die Kommunikation zwischen von Richthofens Kommandoposten und dem Hauptquartier der Nationalen in Burgos soll nicht einwandfrei funktioniert haben und so kam es stattdessen zum direkten Angriff auf Gernika.[2]

    Nachmittags um 15:45 Uhr startete auf dem Flughafen Burgos, etwa 140 Kilometer südwestlich von Guernica gelegen, eine Do 17 mit vier Mann an Bord. Begleitet von Jagdfliegern aus Vitoria als Schutz flog die Maschine zunächst etwa zehn Kilometer auf den Golf von Biscaya hinaus (von der Seeseite erwarteten die Spanier keine Angriffe) und kehrte dann in einer Schleife nach Gernika zurück. Die Bomben, entriegelt um 16:30 Uhr, trafen jedoch nicht das Bauwerk, sondern fielen ins Stadtzentrum.

    Zehn Minuten später führte das Flugzeug die erste Staffel, bestehend aus drei Savoia-Marchetti SM.79 der italienischen Legion, über der Küste an. Diese steuerte über die Stadt und ließ die Bomben aus einer Höhe von etwa 700 Metern fallen.

    Um 17:00 Uhr hoben 50 Kilometer südlich der Stadt, in Vitoria, 10 Heinkel-He-51-Jäger ab; zur gleichen Zeit starteten 27 Bomber von Burgos aus. Bei diesen handelte es sich um behelfsmäßig umgebaute Transportflugzeuge vom Typ Junkers Ju 52/3m, welche nur mit provisorischen Bombenzielgeräten ausgestattet waren. Die größeren Flugzeuge gehörten zur Kampfgruppe 88 (K/88) und der VB/88, die einmotorigen Heinkels zur 3. Staffel der Jagdgruppe 88 (3.J/88). Geleitschutz flogen Messerschmitt Bf 109-Jäger der ersten beiden Staffeln desselben Verbandes (1. und 2.J/88).

    15 Minuten darauf trafen die He 51 in Guernica ein. Wenig später warfen die Ju 52 ihre Bomben in drei Wellen ab. Gegen 18:50 Uhr erreichten mehrere Bf 109 der 2.J/88 erneut den Ort und schossen auf die Flüchtenden. Zehn Minuten später flogen weitere He 51 den letzten Angriff.

    Durch die Bomben und das anschließende Großfeuer wurden etwa 80 Prozent aller Gebäude zerstört, unter anderem der Bahnhof und eine Olivenfabrik, deren Brand dichte Rauchwolken zur Folge hatte und die Zielgenauigkeit der späteren Angriffswellen beeinträchtigte. Die Rentería-Brücke allerdings war nicht von einer einzigen Bombe getroffen worden. Sie blieb genauso unbeschädigt wie eine kleinere Waffenfabrik und auch beide Krankenhäuser.

    Die Times berichtete am Tag nach dem Angriff aus Guernica, dass wahrscheinlich Hunderte von Menschen durch den Angriff gestorben seien. Die damalige baskische Regierung meldete 1654 Tote und 889 Verletzte. Diese Zahl wurde bei späteren Forschungen bezweifelt; man vermutete etwa 200 bis 300 Todesopfer. Die exakte Bestimmung der Opferzahl war und ist auch deshalb nicht möglich, weil sich (unregistrierte) Flüchtlinge in Guernica aufhielten.

    Der Militärhistoriker Klaus A. Maier betrachtet die Bombardierung der Stadt als ersten Verstoß der deutschen Luftwaffe gegen das Kriegsvölkerrecht. Sven Felix Kellerhoff schreibt hingegen, sie sei „vom Kriegsvölkerrecht als Grenzfall gerade noch gedeckt“ gewesen.

    #Espagne #Allemagne #Italie #guerre #nazis #crime_de_guerre #Berlin #Zehlendorf #Nikolassee #Wannseestraße #Spanische_Allee #Straßenumbenennung

  • Wie Wolfgang Scheffler das Projekt Wannseevilla in Berlin sabotierte | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/machtkampf-mit-joseph-wulf-wie-wolfgang-scheffler-das-projekt-wanns


    Die Eingangshalle der Villa am Wannsee mit Marmorkamin gehörte 1956 zum Schullandheim Neukölln. Schülerinnen und Schüler sitzen dort, wo am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige NS-Vertreter eintrafen, um die Judenvernichtung zu koordinieren.

    A partir de 1950 les alliés de l’Ouest rendent les biens immobiliers à la ville de Berlin ou les mettent à disposition de la nouvelle université Freie Universität qui doit concurrencer la prestigieuse Humboldt Universität à l’Est. Deux poignées de ces villas sur les lacs servent comme centres aérés pour les enfants berlinois issus de familles qui n’ont pas les moyens de partir en vacances.

    C’est toujours vrai quand un conflit bizarre oppose deux responsables au sujet du villa qui a acceuilli la conférence sur les détails de l’organisation de l’extermination des juifs de’Europe connu sous le nom Wannsee-Konferenz .

    Wie selbstverständlich führe ich heutzutage ausländische Gäste in das Haus der Wannseekonferenz. Gelegen Am Großen Wannsee Nr. 56 wurden dort am Mittag des 20. Januar 1942 die Beschlüsse zur „Endlösung der Judenfrage“ gefasst. Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, leitete die Besprechung zum Zweck des Völkermords. Die wichtigsten Ministerien wurden von ihren Staatssekretären vertreten. Adolf Eichmann führte das Protokoll. Acht der 15 versammelten Herren trugen einen Doktortitel; im Durchschnitt waren sie 41 Jahre alt.

    Nach dem Besuch des Schreckensorts und der gut gemachten und informativen Ausstellung zeige ich meinen Gästen gern das 1940 „arisierte“, nur wenige hundert Meter entfernte Sommerhaus des Malers Max Liebermann. Dort nehmen wir dann Kaffee und Kuchen zu uns, am liebsten bei Sonnenschein im historisch rekonstruierten Garten. So lässt sich vom Schock „Wannseekonferenz“ leichter in das sanftere Terrain deutsche Juden, Kultur und Kaiserreich hinüberleiten. Zusammengenommen lautet die heutige Botschaft beider Institutionen: Hier präsentieren sich die Deutschen bürgerlich und selbstkritisch aufgeklärt.

    Abgrund Auschwitz

    Bis es soweit war, musste viele Jahre und Jahrzehnte lang gestritten werden. Nachdem der Senat die Villa Liebermanns 1972 an einen Tauchverein verpachtet hatte, setzte erst in den 90er-Jahren ein langsames, von privater Seite initiiertes Umdenken ein. 2002 zog der Tauchverein aus, zuvor hatte er dem Berliner Senat eine passende Liegenschaft als Ersatz abgetrotzt.

    Wesentlich dramatischer verlief die Geschichte des Hauses der Wannseekonferenz. Die Gedenkstätte dort wurde 1992 eröffnet, nachdem das Haus von 1952 bis 1988 dem Bezirk Neukölln als Schullandheim gedient hatte. Der erste, 1966 gestartete Versuch, dort an die nationalsozialistischen Verbrechen zu erinnern, scheiterte an allgemeiner Gleichgültigkeit, an der West-Berliner Stadtregierung, an intriganten Mitinitiatoren und schließlich auch an der von den 68ern popularisierten „Faschismustheorie“.

    Letztere verstehe ich als Fluchtbewegung der ersten Nachkriegsgeneration vor dem Abgrund Auschwitz: Für etwa zehn Jahre machten die 68er aus dem urdeutschen Nationalsozialismus einen angeblich internationalen Faschismus, der in Washington, Saigon und Teheran gemeinsam mit den „Freiheitsbewegungen in der Dritten Welt“ bekämpft werden musste. Der große Vorteil bestand darin, dass für diesen „Faschismus“ keine deutschen Namen standen, sondern fremdländische wie Lyndon B. Johnson, Richard M. Nixon, Ngo Dinh Diem oder Reza Pahlavi, Schah von Persien.
    „Abreißen, diese Schreckensstätte“

    Zurück zur Wannseevilla. Im August 1966 kündigte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Nahum Goldmann seinen Besuch in West-Berlin an. Bei dieser Gelegenheit wollte er den Vorschlag des Schriftstellers und Historikers Joseph Wulf unterstützen, in der Villa am Großen Wannsee ein „Internationales Dokumentationszentrum zur Erforschung des Nationalsozialismus und seiner Folgeerscheinungen“ einzurichten.

    Wulf war 1912 in Chemnitz zur Welt gekommen und wurde 1938 als Jude polnischer Staatsangehörigkeit nach Polen abgeschoben. 1939 geriet er abermals in deutsche Klauen, überlebte das Krakauer Ghetto, das KZ Auschwitz (Häftlingsnummer 114866) und die Todesmärsche. 1945 blieb er zunächst in Polen, später verschlug es ihn nach Paris und 1952 nach West-Berlin. Seit er 1945 in Warschau die Zentrale Jüdische Historische Kommission mitbegründet hatte, lautete Wulfs Lebensziel: Dokumentation der Naziverbrechen, der deutschen Herrschaft in Polen und des Judenmords.

    Auf den von Goldmann prominent unterstützten Vorschlag Wulfs reagierte im Oktober 1966 der Präsident des Deutschen Bundestages, Eugen Gerstenmaier (CDU), mit heute kaum noch vorstellbarem deutschen Nachkriegsbrutalismus. Er forderte: „Da kommt nur eines in Frage, nämlich das Haus abzureißen, so dass keine Spur von der Schreckensstätte übrigbleibt.“

    Dieser Ansicht widersprach der Berliner Senat umgehend, allerdings aus materiellen Gründen. Im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt teilte Bürgermeister Heinrich Albertz (SPD) mit: „Der Senat ist der Ansicht, dass durch den Abriss eines Hauses im Werte von mehr als einer Million Mark, in dem sich jetzt ein Landschulheim befindet, die Vergangenheit nicht bewältigt wird.“ Statt um Häuser solle man sich „mehr um die Menschen kümmern, die das Schreckliche in diesen Häusern taten“.

    Der Sender Freies Berlin (SFB) konfrontierte Goldmann mit folgender Frage zur Wannseevilla: „Glauben Sie nicht, dass Sie der Neuköllner Jugend, die sich seit 1952 im Schullandheim aufhält, einen schlechten Dienst erweisen, wenn Sie sie aus diesem Haus heraushaben wollen?“ Goldmann reagierte gelassen, während der SPD-Bürgermeister von Neukölln und der SPD-Landesvorsitzende Kurt Mattick den Vorschlag, in der Wannseevilla eine Dokumentationsstätte einzurichten, „für völlig unsinnig“ erklärten.

    Willy Brandt hielt sich in seinen öffentlichen Stellungnahmen zurück. Denn er wusste genau, dass er mit solchen Themen in der damaligen Bundesrepublik jede Wahl gegen die CDU/CSU verlieren müsste. Außerdem verhandelte er bereits um die Große Koalition mit Kurt Georg Kiesinger und wurde im Dezember 1966 Außenminister.
    Männer und Frauen bei einer Ausstellung.

    Weder für die SPD noch für bürgerliche Zeitungen, jedoch für viele damalige Deutsche typisch titelte die NPD-eigene Deutsche Wochen-Zeitung im November 1966 „Rachedenkmal statt Kinderheim. Ein neues Haus des Hasses in Berlin“ und bemerkte zu Joseph Wulf: „Herr Wulf ist einer der von den USA inthronisierten, von der gesamten West-Berliner Prominenz gefürchteten politischen Bußapostel. Wulfs besessene Angriffe richten sich von jeher ausschließlich gegen die ‚Nazi-Vergangenheit‘, die nach seinem Willen ,niemals zur Ruhe kommen‘ darf.“

    Derweil blieb Wulf nicht untätig. Er suchte nach prominenten deutschen und internationalen Unterstützern. So gewann er Karl Jaspers, Gideon Hausner, den Ankläger im Eichmannprozess, Robert M. W. Kempner, Rechtsanwalt und Nürnberger Ankläger, Golo Mann, den niederländischen Historiker Luis de Jong, Rabbiner Joachim Prinz, Eduard Goldstücker, Bischof Kurt Scharf, Eugen Kogon, Max Horkheimer, Fritz Bauer, Heinz Galinski, Alfred Grosser und viele andere.

    Einer aus diesem illustren Kreis soll speziell hervorgehoben werden: Rechtsanwalt Horst Mahler. Nach zwischenzeitlichen linksradikalen und linksterroristischen Umwegen sitzt der mittlerweile 82-Jährige heute wegen hartnäckiger öffentlicher Leugnung des Holocaust in Strafhaft.

    Die prominenten Namen nützten nichts. Ende 1967 erklärte der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz: „Es ist ein Schullandheim geworden, liegt darin nicht auch eine Bedeutung?!“ Zwar könne er sich mit einer Dokumentationsstelle anfreunden, nicht jedoch mit „einer makabren Kultstätte“ am Wannsee. Ende 1967 offerierte der Senat Wulf und seinen Mitstreitern zwei Grundstücke in der Nähe der Freien Universität. Doch blieb die Haltung der Berliner Behörden weiterhin auf Verzögerung bedacht. So scheiterte das Projekt.

    Jüdischer Initiator verleumdet

    Aber warum stieß Joseph Wulf zunehmend auf taube Ohren? Wie ich im vergangenen Jahr zufällig herausfand, intrigierte besonders ein Mitglied des Trägervereins „Internationales Dokumentationszentrum“, das Wulf 1966 selbst angeworben hatte, gegen ihn: der Historiker und als Gerichtsgutachter in NS-Prozessen tätige Dr. Wolfgang Scheffler. „Persönlich! Streng vertraulich!“ schrieb er am 16. Oktober 1969 an den Regierenden Bürgermeister Schütz, zu Händen Senatssprecher Peter Herz: „Ich bitte zu berücksichtigen, dass Herr Wulf bis zum heutigen Zeitpunkt (…) mit voller Absicht nicht über den Stand der Verhandlungen unterrichtet wurde. (…) Darüber hinaus muss ich feststellen, dass ein von Herrn W. geleitetes Institut, wie ich aus vielen Gesprächen mit in- und ausländischen Kollegen weiß, mit Sicherheit auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen wird.“

    Scheffler ging noch weiter und behauptete, „dass ein Institut unter der alleinigen Leitung von Herrn Wulf die zukünftige wissenschaftliche Arbeit nur diskreditieren könnte“ und „binnen kurzem zum Scheitern verurteilt wäre“. Diesem Brief folgten weitere Verleumdungen Wulfs, dem Scheffler seine eigenen, nämlich „selbstsüchtige Motive“ unterstellte. (Quelle: Nachlass Scheffler, Bd. 4,Bundesarchiv Koblenz)
    Ein deutscher Neid-Professor

    Wolfgang Scheffler wollte selbst Direktor des zu gründenden Instituts werden und Wulf unmöglich machen. Dieser erkannte erst langsam, was hinter seinem Rücken gespielt wurde. Scheffler gelang weder eine Institutsgründung, noch brachte er ein größeres wissenschaftliches Werk zuwege, erlangte aber 1986 eine Professur am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

    Zu diesem Zeitpunkt war Joseph Wulf bereits zwölf Jahre tot. Wie Scheffler in einer ansonsten zutiefst verlogenen Würdigung 1989 „Über den Publizisten Joseph Wulf“ – Publizist! Angeblich kein Historiker! – zutreffend schrieb, nahm sich dieser „angesichts des Todes seiner Frau und der Aussichtslosigkeit seiner beruflichen Existenz“ das Leben. Am 10. Oktober 1974 war Joseph Wulf isoliert und verzweifelt aus einem Fenster seiner im 4. Stock gelegenen Wohnung in der Berliner Giesebrechtstraße gesprungen.

    Und Scheffler, der Wulfs berufliche Möglichkeiten jahrelang hinterhältig sabotiert hatte, schämte sich nicht, diesen Schlusssatz über einen deutlich begabteren und produktiveren jüdischen Kollegen, einen Überlebenden des Holocaust, zu schreiben: „Die Umstände seines Todes erinnern an den verzweifelten Todessprung seiner Leidensgenossen aus den Fenstern der brennenden Häuser des Warschauer Ghettos.“

    30 Jahre Forschung und Dokumentation

    Die Bibliotkek der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, 1992 in der Villa eröffnet, trägt den Namen von Joseph Wulf, der 1966 einen Verein zur Erforschung des Nationalsozialismus gegründet hatte.

    Die ständige Ausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden“ informiert über die Ausgrenzung, Verfolgung, Vertreibung, Ghettoisierung und Vernichtung der Juden 1933–1945.

    Die aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel „Großbürgerliche Lebenswelten“ und NS-Dienststellen“ erinnert an Villen und ihre Bewohner am Wannsee, darunter Angehörige des jüdischen Großbürgertums.

    #Allemagne #Berlin #Wannsee #Am_Großen_Wannsee #shoa #Westberlin #éducation #enfants

  • Berlin-Friedrichswerder: Die neue Bürgerlichkeit | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/friedrichswerder-die-neue-buergerlichkeit-31059058


    Friedrichswerder: Gated Community neben der Friedrichswerdersche Kirche

    Ein dunkles Berlin, ein abgeschottetes Berlin, ein Berlin wo sichtbare und unsichtbare Mauern gegen die Armen gebaut werden. So sieht das neue Stadtzentrum aus.

    Wir kennen gated communities bislang im Refugium der Reichen Am Großen Wannsee nahe der Halbinsel Heckeshorn und im biederen Waidmannslust den Ettenheimer Pfad am Zabel-Krüger-Damm , beide entstanden um das Jahr 2000.

    Nun breiten sich privatisierte und abgeschottete Quartiere im Zentrum aus. Im Namen des Grundrechts auf Privateigentum entzieht uns das in die Stadt flutende Geld unseren Lebensraum. Jetzt sind die Luxuswohnbauten übergabereif, für deren Bau uns Berlinern über ein Jahrzehnt die Friedrichswerdersche Kirche und ihre wunderbare Kunstsammlung vorenthalten wurde. Eine neue Mauer steht. Schöner ist die Stadt durch den neuen Reichtum nicht geworden, denn hinter jeder historisierenden oder modernen, jungen und hübschen Fassade verbirgt sich das hässliche Gesicht von Ausgrenzung und Ausbeutung.


    Friedrichswerder: Caroline-von-Humboldt-Weg

    Der Kern des Friedrichswerder sind die am Caroline-von-Humboldt-Weg, Kleine Jägerstraße und Oberwallstraße entstandenen „Townhouses“: Breite meistens sechs Meter, vorgegeben war bei der Vergabe der Grundstücke die Nutzung für Wohn- und Geschäftszwecke sowie die Haushöhe.

    ... es ging Stimmann um eine soziale Utopie: Die Innenstadt sollte „für bürgerliche Schichten als Wohnort wieder attraktiv“ werden. Gebaute Mittelstandsförderung sozusagen.

    Charakter eines antifaschistischen Manifests

    Geradezu liebevoll pflegten damals nämlich konservativere Essayisten, Stadthistoriker und viele Stadtplaner die bis weit ins 19. Jahrhundert zurück zu verfolgende Legende, dass Berlin kein kultiviertes „Bürgertum“ wie Wien, Köln, Dresden oder Hamburg habe.

    Ob im 21. Jahrhundert dies hoch idealisierte Goethe-Schiller-Brecht-Bürgertum wirklich noch eine kulturbildende Kraft sein kann, das sei hier dahin gestellt. Die Legende reichte nämlich aus für die These, dass auch Berlin ein wie auch immer geartetes Bürgertum benötige, damit es nach der Katastrophe des gleichmacherischen deutschen Nationalsozialismus, des DDR-Sozialismus und West-Berliner Sozialdemokratismus wieder genesen könne.

    Die Wiederbebauung des Friedrichswerder hatte also neben der demonstrativen Abwendung vom „sozialistischen“ Massenwohnungsbau der DDR an der Leipziger Straße durchaus auch den Charakter eines antifaschistischen Manifests: Wir Bürger lassen uns unsere Stadt nicht wegnehmen.

    Zur bürgerlichen Stadt aber gehöre, war die These, die Verfügung über ein eigenes Stadthaus, in dem man aufwächst, arbeitet, Kinder zeugt, Enkel betreut, aufgebahrt wird.

    Jede Fassade ist anders

    Dieser Individualismus wurde durchgesetzt bis hin zur ökonomischen Absurdität, dass keine gemeinsame Tiefgarage angelegt werden konnte. Und jede Fassade durfte, nein, sollte sich weitgehend frei nach Geschmack der Hausbesitzer entwickeln.

    Während in Amsterdam der 90er straffe Gestaltungssatzungen auch für Townhouses galten, entstand in Berlin ein heiter-buntes Potpourri, mal Ziegel, mal Putz oder Naturstein, mit postmodern runden Fenstern oder modernistischen Ganzglasfassaden, britischen Baywindows, klassischen Gesimsen oder abstrakten Betonplatten.

    Die grausame Krönung dieser Strategie des Privat vor Öffentlich waren dann jene schamlosen Super-Reich-Häuser seitlich der Friedrichswerderschen Kirche, viel zu nahe, viel zu hoch, viel zu brutal. Das Friedrichswerder-Viertel wurde damit endgültig zu einem Musterbeispiel dafür, was geschieht, wenn nur noch minimale Ordnungsinstrumente den neoliberalen Egoismus eingrenzen.

    #Berlin #Mitte #Friedrichswerder #Caroline-von-Humboldt-Weg #Werderscher_Markt #Werdersche_Rosenstraße #Wannsee #Heckeshorn #Am_Großen_Wannsee #Waidmannslust #Zabel-Krüger-Damm #Ettenheimer_Pfad

  • Bericht vom Ausflug des Berliner Geschichtsvereins zum Kleistgrab am Freitag, den 10. Juni 1904
    https://digital.zlb.de/viewer/image/14688141_1904/100

    Am Freitag, den 10.Juni 1904, unternahm der Verein einen Ausflug nach Sacrow-Nedlitz und verband damit die Besichtigung der Grabstätte des Dichters Heinrich v. Kleist‚ deren bevorstehende Beseitigung oder Verlegung jüngst in allen Tagesblältem besprochen war.
    ...

    Quelle: PeriodicalVolume - Zentral- und Landesbibliothek Berlin

    Download
    https://digital.zlb.de/viewer/content/?action=pdf&images=14688141_1904/00000100.tif&targetFileName=14688141_1904_100.pdf

    #Berlin #Wannsee #Sakrow #Literatur #Gschichte

  • Stillgelegt - Berliner S-Bahn-Strecken außer Betrieb - Friedhofsbahn Stahnsdorf
    http://www.stillgelegte-s-bahn.de/friedhofsbahn/friedhofsbahn.htm

    Friedhofsbahn - ein makaberer Name? Keinesfalls. Hier gab es keine schweren Unfälle, sondern der Zweck dieser Strecke bestand in der Verkehrsanbindung der um 1905 außerhalb der Stadt angelegten großen Friedhöfe. 1913 fuhr der erste Dampfzug von Wannsee über den Haltepunkt Dreilinden nach Stahnsdorf. Für viele „Fahrgäste“ war es tatsächlich die letzte Fahrt: Die Leichen wurden vom Güterbahnhof Halensee, der eine „Leichenabfertigungshalle“ besaß, mit der Bahn befördert. 1928 ging die Stromschiene in Betrieb und auf der eingleisigen Strecke pendelte alle 20 Minuten eine S-Bahn.
    Nach 1952 durften West-Berliner die DDR nur mit Sondergenehmigung betreten. Somit blieben die Fahrgäste aus. Mit dem Mauerbau 1961 wurde der Verkehr eingestellt. Durch die Lage im Sperrgebiet sind heute noch etliche Spuren zu finden.

    Pläne für eine mittelfristige Wiederaufnahme des Betriebes gibt es nicht. Langfristig ist eine Verbindung Wannsee - Stahnsdorf - Teltow Stadt denkbar. Davon sind auch schon Spuren zu finden.
    Eine „Kleine Anfrage“ im Abgeordnetenhaus von Berlin (Drucksache 15/10861) vom 28.8.2003 erbrachte folgende Aussage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Im Step-Verkehr sei der Friedhofsbahn-Abschnitt Abzweig Wannsee - Dreilinden nicht mehr enthalten, im FNP sei er als Bahnfläche gekennzeichnet. Nach Brandenburger Aussage sei der Abschnitt Dreilinden - Teltow Stadt im Verkehrsentwickungsplan nicht mehr als Trassenfreihaltung vorgesehen. Dennoch werde die Trasse im Rahmen der Bauleitplanung der Gemeinden „wenn möglich freigehalten“. „Ein Verkehrsbedarf der Gesamtstrecke [sei] auf absehbare Zeit nicht nachweisbar“, aber „eine Planungsoption Teltow Stadt - Stahnsdorf [würde] für denkbar gehalten.“

    Länge Wannsee - Stahnsdorf: ca. 4,2 km

    Friedhofsbahn Stahnsdorf bis Wannsee
    http://www.friedhofsbahn.de

    Regionalmarketing „Der Teltow“ e.V. befürwortet den Ringschluss der S-Bahn von Teltow-Stadt über Stahnsdorf (Ort) - sowie über die Friedhofsbahn von Stahnsdorf-Südwestkirchhof bis Wannsee.
    Wir bieten Ihnen mit dieser Sympathieplattform die Möglichkeit, Beiträge zur Darstellung der Geschichte, Zukunft und zur Wirtschaftlichkeit für den Ringschluss/Friedhofsbahn zu veröffentlichen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

    Bahnstrecke Berlin-Wannsee–Stahnsdorf – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Berlin-Wannsee%E2%80%93Stahnsdorf

    Die Friedhofsbahn ist nicht begraben - Nachrichten Potsdam-Mittelmark
    http://www.pnn.de/pm/1055848

    03.03.2016 von Solveig Schuster
    Idee der CDU Steglitz-Zehlendorf für Radschnellweg kommt in Stahnsdorf nicht an. Verhandlungen zum Flächenkauf stocken

    Stahnsdorf - Erst im Herbst hatten die Christdemokraten aus Steglitz-Zehlendorf die Idee eines Radschnellwegs auf der stillgelegten Stammbahntrasse ins Gespräch gebracht. Jetzt legen die Berliner mit dem Vorschlag nach, auch die Trasse der ehemaligen Friedhofsbahn vorübergehend als Radweg zu nutzen. Dass es gelingt, auch die benachbarten Umlandgemeinden von der Idee zu überzeugen, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Sie lehnen die Pläne bislang ab.

    Wie berichtet will die Deutsche Bahn die Trassengrundstücke der seit über 50 Jahren stillgelegten Bahnstrecke, die den Stahnsdorfer Südwestkirchhof mit dem Bahnhof Wannsee verband, verkaufen. In einem Bieterverfahren hatten sich Kleinmachnow und Stahnsdorf um im Gemeindegebiet liegenden Grundstücke einschließlich der gesperrten Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal beworben.

    Die Kommunen wollen gemeinsam die Möglichkeit einer späteren Wiederinbetriebnahme der vier Kilometer langen Strecke offenhalten. Nach einer denkbaren Verlängerung der S 25 vom S-Bahnhof Teltow-Stadt nach Stahnsdorf könnte damit der Ringschluss nach Berlin gelingen. Doch auch Monate nach der Ausschreibung verhandeln die Parteien noch.

    „Die nächsten Gespräche werden gerade terminiert“, erklärte Kleinmachnows Rathaussprecherin Martina Bellack den PNN. Dabei soll es auch „um den weiteren Umgang mit der Friedhofsbahnbrücke“ gehen, heißt es aus der Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung. Die Bahn lehnt eine Stellungnahme derzeit ab.

    Beide Kommunen betonen, die Trasse für den Schienenverkehr erhalten zu wollen. Ein Radweg, wie von den Steglitz-Zehlendorfern vorgeschlagen, lehnt Kleinmachnow als unmittelbarer Grundstücksnachbar ab. „Wir halten einen Radweg dort nicht für sinnvoll“, sagte Rathaussprecherin Bellack. Mit dem als Radweg ausgebauten Stahnsdorfer Damm gäbe es bereits eine „hervorragende Verbindung zum S-Bahnhof Wannsee.“

    Bislang haben die Berliner das Gespräch mit den Nachbarn zum Radweg aber noch nicht gesucht. Zunächst hatten Grüne und CDU in einem gemeinsamen Antrag ihre Idee in den Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf eingebracht. Im Februar waren die Ausschussmitglieder dem Antrag einstimmig gefolgt.

    Das Bezirksamt soll nun baurechtlich prüfen, ob die Bahnstrecke per Radweg gesichert werden kann. „Sollte es dazu kommen, bedarf es einer Stadtanbindung auch in die City-West“, erklärte der CDU-Fraktionschef von Steglitz-Zehlendorf, Torsten Hippe, den PNN. Ob sich Steglitz-Zehlendorf ohne Radweg an den Kosten für den Kauf der ehemaligen Trassengrundstücke beteiligen würde, ist offen. Ausschließen will es Hippe nicht. Für Irritationen hatte zwischenzeitlich ein neuerliches Inserat der Deutschen Bahn gesorgt. Demnach will sich das Unternehmen neben den im Bieterverfahren ausgeschriebenen Trassengrundstücken nun auch von einem 26 000 Quadratmeter großen, unbebauten und überwiegend mit Bäumen und Gehölzen bewachsenen Grundstück an der Heinrich-Zille-Straße in Stahnsdorf trennen. Dabei handelt es sich um die ehemalige Ladestraße der alten Friedhofsbahn am Stahnsdorfer Bahnhof.

    Stahnsdorf habe auch für dieses Flurstück ein Kaufangebot abgegeben, um es für eine Reaktivierung der Strecke zu sichern, erklärte Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Inwieweit die Ladestraße dafür benötigt wird, ist laut Bahnsprecher Gisbert Gahler derzeit unklar.

    Die Sorge, die Bahn könnte analog zur Friedhofsbahn über kurz oder lang auch Trassengrundstücke der ehemaligen Stammbahn, die vom Potsdamer Platz in Berlin über Steglitz-Zehlendorf und Kleinmachnow nach Potsdam verlief, verkaufen, scheint derzeit unbegründet. Auch die Bahn hält eine Wiederbelebung der 1838 eröffneten Verbindung für unausweichlich. Konzernsprecher Gahler zufolge wachse der Verkehr zwischen Berlin und Potsdam schon heute dynamisch. Die Stadtbahn sei mit den dort verkehrenden S-, Fern- und Regionalzügen „ausgelastet bis überlastet“.

    Ein weiteres Wachstum im Korridor Berlin-Potsdam könne langfristig nur auf einer wieder in Betrieb genommenen Stammbahn stattfinden, so Gahler. „Aus diesem Grund erscheint es sehr wichtig, die Trasse für die Zukunft zu sichern.“ Alles andere werde durch die Politik in Berlin und Brandenburg bestimmt.

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte zuletzt wie berichtet geäußert, dass er und auch die Brandenburger Landesregierung das Stammbahnprojekt unterstützten und Vorbehalte vor allem in der Vorstandsetage der Bahn bestünden.

    Friedhofsbahn Google Map
    https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1ZOonLD0CjvjDkCDaYGtsOgMpfS4&ll=52.405272745483316%2C13.179146647

    The Friedhofsbahn | Digital Cosmonaut
    http://digitalcosmonaut.com/2013/the-friedhofsbahn

    Berlins rail based public transport network is huge. Combined, the S-Bahn and U-Bahn have over 477 Km worth of tracks, 25 lines and 339 stations – something very few cities can match. Dating back to 1838 – the network expanded with the rapidly growing city, though wars, economic depression and political divisions have caused several projects to be abandoned midway or lines to be closed altogether. One of these abandoned lines is the Friedhofsbahn (also known as the Stahnsdorfer Bahn) – which ran from Wannsee to Stahnsdorf.

    Stahnsdorf – Es war noch was los nachts um 1 am Bahnhof – MAZ - Märkische Allgemeine
    http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Es-war-noch-was-los-nachts-um-1-am-Bahnhof

    Stahnsdorf. „Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht“, sagt Jens Klocksin von der Bürgerinitiative Stammbahn erleichtert. Die Länder Brandenburg und Berlin haben mit der Deutschen Bahn eine Rahmenvereinbarung zum Ausbau von acht stark belasteten Eisenbahn-Korridoren unterzeichnet. Auf dieser Liste steht nun auch die Stammbahn Berlin–Potsdam. Klocksin sieht das auch als Erfolg der Bürgerinitiative. Ein Lenkungskreis, der Ende November zum ersten Mal tagt, soll die Projekte zur Baureife führen.

    Die Bürgerinitiative Stammbahn fordert die Reaktivierung der ersten preußischen Eisenbahnstrecke. So könnte auch Kleinmachnow wieder einen Bahnhof bekommen. In der Bürgerinitiative engagieren sich aber auch Menschen, für die die Wiederinbetriebnahme der Friedhofsbahn zwischen Wannsee und Stahnsdorf und deren Verlängerung nach Teltow im Fokus steht. Pläne für die Verlängerung hatte die Deutsche Reichsbahn schon Ende der 1930er Jahre erarbeitet.

    In vielleicht zwölf Jahren könnten einige der diskutierten Bahnprojekte in Berlin und Brandenburg verwirklicht sein. Kurt Peil geht davon aus, dass er das nicht mehr erleben wird. Für den 89-Jährigen sind die Strecken ferne Zukunft – aber auch Vergangenheit, namentlich die Friedhofsbahn. Denn Kurt Peil hat sie gefahren. Der Stahnsdorfer war von seinem Onkel überredet worden, zur Bahn zu gehen. Zuerst hat er Wagen geputzt, dann wurde er Schaffner. Zwei Tage nachdem er geheiratet hatte – vor wenigen Tagen wurde mit Ehefrau Ruth und vielen Gästen Eiserne Hochzeit gefeiert – begann seine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer. „Da gab es mehr Geld“, sagt Peil zu seiner Motivation.

    In der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 kam er mit seiner Frau von einer Familienfeier in Berlin-Friedrichshain wieder in Stahnsdorf an. Wobei er sich beim Feiern zurückgehalten hatte, weil am Morgen wieder sein Dienst begann. Als er am Bahnhof eintraf, stand dort alles voller Uniformierter. Die Station, an der er noch ein paar Stunden zuvor angekommen war, war geschlossen. Peil hatte seinen Kollegen zwar noch abgelöst, aber losfahren konnte er nicht mehr mit seinem Zug. Die DDR-Führung hatte die Grenze nach West-Berlin dicht gemacht. Peil war mit der letzten, vielleicht auch vorletzten S-Bahn von Wannsee nach Stahnsdorf nach Hause gekommen. „Einfach den Bahnhof zumachen. Wir hätten uns das nicht vorstellen können“, sagt Ruth Peil. Sie hatte zuerst von Nachbarn von der Abriegelung erfahren. Ihre erste Reaktion: „Aber mein Mann ist doch zur Frühschicht gegangen und nicht wieder zurück.“

    Seinen Arbeitsplatz bei der S-Bahn behielt Kurt Peil trotz der eingestellten Strecke. Bis 1962 fuhr er – da die Bahn nach einem Alliierten-Beschluss ja in allen vier Sektoren von der Deutschen Reichsbahn betrieben wurde – weiter auf West-Berliner Gebiet. Ab und zu hat er die Gelegenheit genutzt, sich mit seiner Schwägerin zu treffen, die im Westen wohnte. Offenbar hat das jemand beobachtet. Peil wurde jedenfalls bald in Grünau stationiert. Das bedeutete mindestens eine anderthalb Stunde Anfahrt mit Bus und Zug, nach Feierabend die ganze Tour zurück. Kurt Peil saß dann noch viele Jahre in einem Triebfahrzeug. Wahrscheinlich ist so ziemlich jeder Ost-Berliner mal sein Passagier gewesen. 1990 konnte er in Rente gehen.

    Von dem Bahnhof, an dem sein Leben als S-Bahn-Fahrer begann und der in den 50er Jahren wieder auf Vordermann gebracht worden war, ist nahezu nichts mehr zu sehen. Unter den Bäumen findet man immerhin noch einen zugewachsenen Bahnsteig. Das Empfangsgebäude war 1976 gesprengt worden. Ein zum 100-jährigen Bestehen aufgestelltes Signal erinnert als Denkmal an die Station.

    Nun lassen sich vom Fahrgastaufkommen im August 1961 seriös keine Rückschlüsse für die Zukunft der Bahnstrecke ziehen. Kurt Peil kann sich aber noch genau erinnern: Er und seine Frau, sie waren bei weitem nicht der einzigen, die damals nachts um eins in Stahnsdorf ankamen. „Da war noch eine Menge los“, sagt der 89-Jährige.

    Von Stephan Laude

    Ab heute Ausstellung über den Bahnhof Stahnsdorf: Man nannte sie Friedhofsbahn | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/ab-heute-ausstellung-ueber-den-bahnhof-stahnsdorf-man-nannte-sie-fr

    19.02.96, 00:00 Uhr
    ZEHLENDORF Der verschwundene Bahnhof: Unter diesem Titel ist ab heute im Foyer des Rathauses eine Ausstellung zu sehen. Sie beschäftigt sich auf dokumentarische und künstlerische Weise mit ehemaligen S-Bahnhof Stahnsdorf.Längst ist Gras über die Sache gewachsen. Dort, wo täglich Fahrgäste ein- und ausstiegen, erinnert jetzt kaum noch etwas an den alten Bahnhof Stahnsdorf. Lediglich der Bahnsteig läßt noch erahnen, was sich einst an dieser Stelle befand. Wenige Meter Gleis Die Ausstellung im Rathaus Zehlendorf wird bei so manchem sicher Erinnerungen wecken an die Zeit, als die Vorstadtbahn noch fuhr. So wie bei dem 63jährigen Peter Ernst, der mit vier anderen gut ein halbes Jahr recherchiert und die Ausstellung zusammengestellt hat. „Ich bin früher damit immer nach Berlin reingefahren“, berichtet der Rentner aus Güterfelde bei Potsdam. Für ihn war die Bahn die Verbindung zur Großstadt. 1913 eingeweiht, verkehrte die S-Bahn sogar im Zehn-Minuten-Takt zwischen Wannsee und Stahnsdorf. Da sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes ein Friedhof mit einem extra Gleis-Anschluß befand, wurde die Strecke im Volksmund auch „Friedhofsbahn“ genannt. Als im Zweiten Weltkrieg die Brücke über den Teltowkanal zerstört wurde, verkehrte die Bahn drei Jahre nicht. Danach fuhr sie wieder - bis zum Mauerbau am 13. August 1961.Was jetzt noch an die Strecke erinnert, hat die Münchner Künstlerin Susanne Tank in Bildern festgehalten: Die Schneise im Wald, Teile von Schienen, zugewucherte Bahnsteige, Müll. „Wie Menschen mit der Vergangenheit umgehen“, wie sie es erklärt. Während auf westlicher Seite die Schienen bis 1985 erhalten blieben, verschwand jenseits der Grenze der Bahnhof 1976 von der Bildfläche, die Bahnhofsgaststätte wurde in „Waldidyll“ umbenannt, das kleine Häuschen abgerissen. Die Gleise wurden entfernt und zu „Grenz-Hindernissen“ umfunktioniert. Lediglich ein kleines Stück erinnert noch an die einstige Strecke: Dort, wo sich einst die Grenze befand, konnten die Gleise damals nicht beseitigt werden. Sechs Monate Arbeit Wenn Peter Ernst auf diese Fotografien schaut, dann wünscht er sich die Strecke mit den beiden Bahnhöfen Stahnsdorf und Dreilinden zurück. „Wir waren plötzlich von der Welt abgeschnitten.“ Sechs Monate Arbeit stecken in der Ausstellung. Das Rathaus Zehlendorf ist nach der Volkshochschule Mitte und dem Clubhaus Stahnsdorf bereits der dritte Ort, wo die Geschichte des verschwundenen Bahnhofs erzählt wird.Claudia FuchsDie Ausstellung „Der verschwundene Bahnhof“ im Foyer des Rathauses Zehlendorf in der Kirchstraße 1-3 ist bis zum 8. März montags bis freitags von 8 bis 18 zu besichtigen.

    Auf den Spuren der Friedhofsbahn..Eine Wanderung von Berlin-Wannsee nach Stahnsdorf.

    www.wanderung-friedhofsbahn.de

    Wir geben auf der Wanderung auf all diese und weitere Fragen Antworten:  
    Warum hieß diese Eisenbahnstrecke „Friedhofsbahn“ ?
    Weshalb wurden Verstorbene auf einem heute stillgelegten S-Bahnhof kontrolliert ?
    Aus welchen Gründen wurde die Interzonenautobahn in Dreilinden stillgelegt ?
    Wo verlief die Trasse der ersten Preußischen Eisenbahnlinie ? 
    Wo befand sich der alte alliierte Checkpoint Bravo ?
    Wo verlief die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR ?
    Weshalb wurde ein West-Berliner von DDR Grenzposten am Teltowkanal erschossen ?
    Was erlebte der letzte S-Bahnfahrer auf der Friedhofsbahn in der Nacht des Mauerbaus ?

    #Berlin #Wannsee #S-Bahn #Eisenbahn #Friedhofsbahn #Stahnsdorf #Geschichte #Führung

  • Der Verein Seglerhaus ist seit 150 Jahre auf Erfolgskurs - Steglitz-Zehlendorf - Berliner Morgenpost
    https://www.morgenpost.de/bezirke/steglitz-zehlendorf/article211238703/Der-Verein-Seglerhaus-ist-seit-150-Jahre-auf-Erfolgskurs.html


    Das ist doch mal ein echt Berliner Jubiläum.

    Der Verein Seglerhaus am Wannsee feiert Jubiläum. Er ist der älteste Segelverein Deutschlands und feierte viele Triumphe bei Regatten.

    Da könnwa am Abend janz ville besoffene Prinz-Heinrich-Mützen in ihre Stadtvillen heimfahren. Mast- und Schotenbruch, aber dit der Mageninhalt drin bleibt, sonst wirds auch für’n bürgerlichen Segler teua.

    #Berlin-#Steglitz-Zehlendorf #Wannsee #Am_Großen_Wannsee

  • Seventy-five years since the Wannsee Conference - World Socialist Web Site

    http://www.wsws.org/en/articles/2017/01/25/wann-j25.html

    Seventy-five years since the Wannsee Conference
    By Clara Weiss
    25 January 2017

    Last Friday, January 20, marked the 75th anniversary of the notorious Wannsee Conference, in which 15 influential representatives of the Nazi regime discussed at a villa in the suburb of Berlin the organization and implementation of the so-called “final solution of the Jewish question.”

    #nazisme #histoire #wannsee_conference

  • Das Strandbad Wannsee
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strandbad_Wannsee
    ... liegt nicht am Mittelmeer ...

    ... beinahe schade, denkt man ...

    ... bis alle Sonnenliegen weg sind.

    Deshalb gibt es hier die unvermeidliche Conny Froboess ...
    https://www.youtube.com/watch?v=O109HobzdZo


    ... und die Schöneberger Sängerknaben mit
    Pack die Badehose ein.

    Entschuldigung, aber das mußte jetzt sein.

    Cornelia Froboess aus Wriezen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Froboess
    http://baumbaueractors.com/actor/cornelia-froboes
    http://www.residenztheater.de/person/cornelia-froboess

    Wenn Badetaschen und Proviant zu schwer sind, um sie bis zum Strandbad zu schleppen, nimmt man ein Taxi:

    Taxitarif:
    S-Bf. Nikolassee, Hohenzollernplatz -> Strandbad Wannsee (2,1 km) - 1-4 Fahrgäste € 8,10 / 5-7 Fahrgäste € 13,10

    Rathaus Steglitz - > Strandbad Wannsee (14 km) - 1-4 Fahrgäste € 28,40 / 5-7 Fahrgäste € 33,40

    Potsdamer Hauptbahnhof - > Strandbad Wannsee (13,4 km) - 1-4 Fahrgäste € 27,50 / 5-7 Fahrgäste € 32,50

    Berliner Taxitarif erklärt: http://open-taxi.de/geld#waskostetmeinetaxifahrt

    #Berlin #Lido #Wannsee

  • Havelinseln und Havelfähren in Berlin und Potsdam
    http://berlin.bahninfo.de/inselwannsee.html


    Billig aufs Wasser. Klasse Artikel. Für Ausflüge.

    Die Personenschifffahrt der BVG wurde im Jahre 1944 ins Leben gerufen. Auf Grund von Treibstoff- und Reifenmangels im Krieg musste die Buslinie 34 (heute 134) von Pichelsberg nach Kladow eingestellt werden. Als Ersatzverkehr wurden am 26. Juni 1944 zwei Fährlinien (zum Bustarif) mit 16 von Reedereien angemieteten Schiffen eingerichtet:
    Die Linie 1 verkehrte von Kladow nach Wannsee (3,8 km) in 17 Minuten und die Linie 2 verkehrte von Kladow bis zur Stößchenseebrücke/Heerstr. (9,1 km) in 65 Minuten.
    Ein paar Tage später, am 5. Juli, wurden die Linien 1 und 2 zusammengefasst.
    Die Fährlinie verkehrte jetzt von der Stößenseebrücke bis nach Wannsee mit den Anlegestellen Schildhorn, Akademie (später Gatow), Badewiese, Gatow (später Fliegerhorst), Kladow, Heckeshorn.
    Die Fähren verkehrten alle 30 Minuten zwischen 5 und 22 Uhr. Im Oktober 1944 musste der Takt wegen Personalmangels auf 120 Minuten am Sonntag und auf einen werktäglichen 60-Minuten-Takt ausgedünnt werden.
    Zwischen Weihnachten 1944 und dem 9.Februar 1945 ruhte der Verkehr auf den Fährlinien, da die Havel zugefroren war. Wegen der schweren Kampfhandlungen in Berlin ruhte der Schiffsverkehr abermals zwischen dem 20. April und dem 31. Mai 1945 [2].Vor Kriegsende verkehrten zuletzt 24 Schiffe, nach Kriegende nur noch ein Drittel davon. Der Fahrpreis betrug 20 Pfennige.

    Im Sommer 1945 wurde der Anleger Heckeshorn stillgelegt, da dort bei Kriegsende Munition versenkt wurde, im Februar 1946 wurde auch die Station Schildhorn aufgegeben (aber aufgrund Fahrgastmangels).
    Im Juli 1946 wurden zwei Fährschiffe von den Alliierten beschlagnahmt, sodass kurzfristig der Verkehr zwischen Kladow und Heerstr. eingestellt werden musste. Im Oktober 1946 konnte aber dann der Verkehr wieder aufgenommen werden. Anfang 1947 standen der BVG fünf Schiffe zur Verfügung, sodass ein 90-Minuten-Takt gefahren werden konnte.
    Während der Blockade 1948/49 gab es wieder zwei Linien, die getrennt zwischen Stößenseebrücke und der Gatower Badewiese sowie zwischen Kladow und Wannsee verkehrten. Zwischen Wannsee und Kladow war 1949 alle Stunde ein Schiff und zwischen Kladow und der Stößenseebrücke alle zwei Stunden unterwegs [2]. Am 3. Oktober 1949 wurde der Abschnitt Stößchenseebrücke-Kladow aufgegeben. Die Fähre Kladow-Wannsee verkehrt seit diesem Tage im Studentakt bis heute. Im Mai 1956 wurde die Fährlinie von der Stern- und Kreisschifffahrt übernomen, darf aber bis heute zum BVG-Tarif genutzt werden.
    Die Fähre trägt seit 2. Juni 1991 die Bezeichnung F10. Sie verkehrt bis heute stündlich werktags zwischen 6 und 19 Uhr (im Winter bis 18 Uhr), samstag von 7 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr (im Winter bis 16 Uhr) [3]. Seit Januar 2014 verkehrt ein neues eigens für die Fährlinie konzipiertes Schiff namens „Wannsee“ in Dienst gestellt, leider ohne Sonnendeck.

    Fahrpreis: Alle BVG- oder VBB-Zeitkarten bzw. Einzeltickets gültig.

    #Berlin #Wannsee #Kladow #Ausflug #Fähre #Dampferfahrt

  • Nachruf auf Karsten Klingbeil (Geb. 1925): Der Alibikapitalist - Nachrufe - Berlin - Tagesspiegel
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrufe/nachruf-auf-karsten-klingbeil-geb-1925-der-alibikapitalist/13972036.html

    Mehr Westberlin geht nicht. KK hat die Stadt geprägt wie kaum ein anderer, Geldscheffeln im Schaufenster des Kapitalismus war leicht, wenn man die richtigen Leute kannte. Nur mutig mußte man sein, durfte sich nicht auf die antikommunistischen Panikmacher einlassen und sich die Überschall-Migs und Berlinkriesen einredenlassen. Was den kleinen Leuten ihre Zitterprämie war dem Baulöwen seine Wannseevilla.

    Die Meerliebhaberpostille Mare verrät als Stimmungsbild was im Tagesspiegel nicht steht, über Geld spricht nicht gern, wer reichlich hat.
    http://www.mare.de/index.php?article_id=3381

    Wie fing es an? Mit zehn Jahren am Kleinen Wannsee. Der Vater war ein hoher Bahnbeamter, Chef der Berliner S-Bahn, man wohnte standesgemäß, ein paar Meter neben dem Kleistgrab, altes Geld prägt dort bis heute Häuser und Lebensstil.

    Dank KK kann ich heute von meinen Besuchen beim Sechstagerennen im Sportpalast erzählen und mich dabei als historische Person fühlen. Hau wech den Scheiß war Baulöwendevise, Sozialpalast schlägt Sportpalast. Darauf das Ding Klingbeilpalast zu nennen ist keiner gekommen, für Strippenzieher gibts kein Denkmal. Volkstümliches Fazit: #dankefuernix.

    Wer hier investierte, wurde mit äußerst freundlichen Abschreibungsmöglichkeiten belohnt.

    Darauf beruhte Klingbeils Geschäft. Er ließ subventionierte Sozialbauten errichten, bot reichen Leuten eine lukrative Anlage und wurde selbst steinreich. Seine Wannseevilla hatte er noch zu Zeiten gekauft, als er nur reich gewesen war. Es war das Jahr des Chruschtschov-Ultimatums, da waren Villen in der Frontstadt günstig.

    ...

    Wie kam es, dass ausgerechnet er zum Feindbild wurde? Kapitalistenschwein! Baulöwe! Er besaß ja nicht mal eine richtige Baufirma, und keins der Häuser, die er bauen ließ, gehörte ihm (nichts lag ihm ferner, als sich mit Mietern herumzuschlagen, diesen Menschen, die das Eigentum nicht achten). Er beauftragte Baufirmen, Wohnungen für arme Leute zu bauen, stets nach den Vorgaben der Politik, und sammelte dafür das Geld reicher Leute ein. Wenn er ein Ausbeuter war, dann vor allem einer der Subventionsgesetze. Er war, so könnte man das sagen, ein Rad in einem Getriebe.

    Aber ein großes. Dazu kam die Sache mit dem Sportpalast an der Potsdamer Straße, den er hatte abreißen lassen, und dem Sozialpalast, den er bauen ließ. Da war er der Buhmann. Dass der Abriss auf Wunsch der SPD geschah, musste ja keiner wissen.

    Alles andere an KK ist eigentlich egal, seine Mithutgattin, die Presseberichte über den zum Künstler gewandelten businessman , egal. KK war einfach Teil der korrupten Nachkriegsgewinnlermannschaft, die wenn schon nicht am richtigen dann wenigstens am kalten Kriegsgedöns ordentlich verdienen wollte.

    Und heute? Heute geht es um „richtiges Geld“, Berlin ist internationalisiert, statt Subventionen wird Investorenknete abgezockt, unendlich viel mehr, und noch mehr Schaden angerichtet als beim Abriß vom Totalerkriegspalast . Geld zerstört die Stadt, mal mehr mals weniger. KK weiß nichts mehr davon. Der hatte der schon vor dreißig Jahren ausgesorgt.

    Nachtrag: KKs Gattin fasst 23 Jahre Charity-Hutparty so zusammen:
    http://www.berliner-zeitung.de/heute-gibt-es-die-27--und-letzte-hutparty-von-benefizorganisatorin-

    Die Milliardäre geben am wenigsten.

    Als wir mal versuchten, der gute Mensch vom (Wann)see zu sein ...

    Nach-Nachtrag: Wie man Geld macht ...
    http://www.luise-berlin.de/kalender/jahr/1992.htm

    01.05.1992 Das ehemalige Interhotel »Stadt Berlin« auf dem Alexanderplatz (Mitte), das die Berliner Klingbeil-Gruppe am 22. November 1991 von der Treuhandanstalt erworben hat, wird in »Forum Hotel Berlin« umbenannt.

    Weiter gehts:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680191.html

    Es ist das gewaltigste Stück, das die Treuhandanstalt bislang aus dem Nachlaß der ehemaligen DDR verkaufte, und eines der größten Immobiliengeschäfte, die jemals in Deutschland getätigt wurden. Daß die Neuerwerbung sie alles in allem um die drei Milliarden Mark kosten wird, scheint die Käufer nicht zu beunruhigen. „Ich schlafe wie ein Bär“, sagt Guttmann.
    Groenke und Guttmann sehen in dem Erwerb der insgesamt 29 Häuser, darunter Prestigeobjekte wie das Grand Hotel in Ost-Berlin oder das Bellevue in Dresden, die „Krönung“ ihrer Laufbahn. Die etwa 300 Mitarbeiter durften mit Champagner darauf anstoßen.
    ...
    Klingbeil ist nur noch mit zehn Prozent an dem von ihm gegründeten Unternehmen beteiligt. Alles andere hat er an seine langjährigen Geschäftsführer Groenke und Guttmann verkauft. Und die haben ihr Geschäft bei dem alten Fuchs gut gelernt.

    Das Unternehmen, zu dem etwa 200 Einzelgesellschaften - jeweils für ein bestimmtes Projekt - gehören, macht alles, was zum Baugeschäft gehört. Die Klingbeil-Gruppe hat Tausende von Sozialwohnungen in West-Berlin errichtet, Bürohäuser, Einkaufszentren und Hotels gebaut; sie verwaltet Grundstücke, saniert Altbauten, berät bei Planung und Baufinanzierung.

    Groenke und Guttmann profitieren wie früher Karsten Klingbeil von der politischen Situation. Der Fall der Mauer, die Wiedervereinigung zahlt sich für beide aus - so wie für Klingbeil damals die Teilung Berlins.

    Und auch der Rest des Spiegel-Artikels von 1992 lohnt die Lektüre, wenn man zum Beispiel erfährt, wie SPD-Bausenator Nagel das Staakener Feld nach dem Kauf durch die Klingbeil Gruppe zu Bauland umwidmen ließ und sich 1,8 Millionen Deutsche Mark Kaufpreis wie von Zauberhand im Investorenportefeuille vervielfachten.

    Irgendwo kommt es her. Aber das deckt zuerst das Schweigen und dann der Rasen. Wahr oder falsch, de mortuis nil nisi bene dicendum est .

    #Berlin #Geschichte #Westberlin #Korruption #Immobilien #Sportpalast #Potdamer_Straße #Schöneberg #Wannsee

  • Strandbad Wannsee 1926
    https://de.wikipedia.org/wiki/Strandbad_Wannsee

    Was für ein Bild. Selten gelingt es dem Fotografen einen Ort so genau zu beschreiben. Selten gelingt die Inszenierung eines Schnappschuß so gut. Hier sind sich alle einig, alle wollen sich zeigen, manche winken dem Fotografen zu, sie sind perfekt plaziert, der Ort und seine Menschen werden Eins.

    Als Blickpunkt zentral im Vordergrund stehen Vater und Sohn, herausgehoben durch einen Lichtstrahl sind sie das Zentrum des Geschehens, das kräftig spritzende Wasser, bewegt vom Sprung eines Badegast außerhalb des Kaders, erreicht sie, der Junge kneift die Augen zu, auch der Vater neigt den Kopf, um nicht voll getroffen zu werden.

    Der ist ein Arbeiter, eine kräftige Hand hat er, die er schützend auf den Arm des Jungen legt. Sie ist dunkel wie sein Gesicht, er arbeitet auf dem Bau, wovon auch sein muskulöser heller Körper spricht. Die sanft gleichmäßige Bräune ist den Müßiggängern vorbehalten, seine Pigmente schützen wenig, wo die Arbeit seinen Körper Sonne, Staub und Verletzungen aussetzt.

    Während konservative Kreise und vor allem Villenbesitzer aus der noblen Umgebung gegen das lebensreformerische und proletarische Freibad protestierten, bildeten sich ab 1909 Clubs: der „Club fideler Sonnenbrüder“, die „Wannseaten“ und der „Arbeiter-Schwimmverband“.

    Nachdem im Jahre 1912 über 500.000 Badende zum Wannsee kamen, waren es 1927 schon 900.000. Den absoluten Rekord erreichte das Strandbad im Jahr der Neueröffnung (1930) mit 1.300.000 Besuchern.

    Das heutige Strandbad Wannsee basiert auf den Planungen des Architekten Martin Wagner, der 1915 ein erstes Bebauungskonzept für die bis dahin noch kaum erschlossene Badestelle am Ufer des Großen Wannsees erarbeitete und 1927 schließlich ein modernes „Weltstadtbad“ im Sinne der Neuen Sachlichkeit konzipierte. Direktor war 1924 bis 1933 Hermann Clajus. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex mit einer Länge von 540 Metern wurde von 1929 bis 1930 nach Entwürfen des Architekten Richard Ermisch und des ihm unterstellten Oberbaurates Haenisch errichtet.

    #Berlin #Steglitz-Zehlendorf #Wannsee #Wannseebadweg #Geschichte #Architektur #Hygiene #Photographie

  • Die Sybelstraße und der Drang nach Osten
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Sybelstrasse-10629-Berlin


    CC https://www.flickr.com/photos/steffenz
    Flickr

    Die Sybelstraße ist purer Zeitgeist, und zwar der von 1904ff. Am 27. Juli dieses Jahres widmeten die Charlottenburger Stadtoberen eine Parallelstraße des Kurfürstendamms dem neun Jahre zuvor verstorbenen Historiker und Verfechter der kleindeutschen Lösung Heinrich von Sybel. Kleindeutsch, das hört sich so friedlich an wie ein Sonntagnachmittag bei Laubenpiepers. Heinrich von Sybel war jedoch kein friedlicher Nachbar, sondern ein Agitator für die Eroberung Osteuropas durch das Deutsche Reich. 1926 wurde ein Buch daraus mit dem Titel Volk ohne Raum , politisches Schlagwort und Aufforderung an die Jugend Deutschlands, sich die Welt untertan zu machen.

    Volk ohne Raum
    https://de.wikipedia.org/wiki/Volk_ohne_Raum

    Mit dem Schlagwort wurde suggeriert, dass Not, Elend, Hunger und Armut auf die Überbevölkerung Deutschlands zurückzuführen seien und man deswegen im „Kampf ums Dasein“ neues Land (oft Lebensraum oder Lebensraum im Osten genannt) erobern müsse. Eng verbunden damit war die Behauptung, die Erde sei aufgeteilt und es sei ungerecht, dass ein so großes Volk wie das deutsche so wenig Land besitze. Diese Behauptung ist auch impliziert im geflügelten Wort Platz an der Sonne (Bernhard von Bülow sagte in einer Reichstagsdebatte am 6. Dezember 1897 im Zusammenhang mit der deutschen Kolonialpolitik: „wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“).

    Was dann kam kennen wir, das Giftgemisch aus Judenhass und Großmachtträumen führte zur größten Katastrophe der Menscheitsgeschichte, zum Zweiten Weltkrieg mit über 65 Millionen Toten und zur industriellen Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden.

    Sybel-Ficker-Streit
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sybel-Ficker-Streit

    Bei Sybel wird über den nationalen Ansatz hinaus imperialistisches Denken deutlich, das im neuen Schlagwort vom „deutschen Drang nach Osten“ seinen Ausdruck fand und dessen wichtigste Ausprägung in der vom Heiligen Römischen Reich ausgehenden Ostsiedlung gesehen wurde. Auf diese bezog sich Sybel. Sie hatte aber nicht mit Heinrich I., sondern erst im 12. Jahrhundert ohne politische Zielvorgaben großflächig eingesetzt und zunächst über die Elbe, dann über die Oder hinausgeführt, so dass Preußen, Sachsen und Schlesien ihr Entstehen dieser Siedlungsbewegung in slawischem Gebiet verdanken. Bei der Gründung des „Alldeutschen Verbandes“ 1891 hieß es dann: „Der alte Drang nach dem Osten soll wiederbelebt werden.“
    ...
    Sybels Standpunkt in Preußen, „Deutschösterreich“ und in Hitlers „Mein Kampf“
    ...
    ... die Position Sybels fand auch erhebliches Gehör in Deutschösterreich ... und prägte z. B. das Geschichtsbild ... von Adolf Hitler:

    „Wenn wir […] die politischen Erlebnisse unseres Volkes seit über tausend Jahren überprüfen, […] und das […] heute vor uns liegende Endresultat untersuchen, so werden wir gestehen müssen, dass aus diesem Blutmeer eigentlich nur drei Erscheinungen hervorgegangen sind, die wir als bleibende Früchte klar bestimmter außenpolitischer und überhaupt politischer Vorgänge ansprechen dürfen:

    die hauptsächlich von Bajuwaren betätigte Kolonisation der Ostmark,
    die Erwerbung und Durchdringung des Gebietes östlich der Elbe, und
    die von den Hohenzollern betätigte Organisation des brandenburgisch-preußischen Staates als Vorbild und Kristallisationskern eines neuen Reiches. […]
    Jene beiden ersten großen Erfolge unserer Außenpolitik sind die dauerhaftesten geblieben. […] Und es muss als wahrhaft verhängnisvoll angesehen werden, dass unsere deutsche Geschichtsschreibung diese beiden weitaus gewaltigsten und für die Nachwelt bedeutungsvollsten Leistungen nie richtig zu würdigen verstand. […] Wir schwärmen auch heute noch von einem Heroismus, der unserem Volke Millionen seiner edelsten Blutträger raubte, im Endergebnis jedoch vollkommen unfruchtbar blieb. […]

    Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Osten.“

    Der Drang nach Osten , angelegt in Sybels Schriften, wurde ab 1939 umgesetzt in eine militärisch-politische Handlungsvorlage, den Generalplan Ost . Er führte alle verbrecherischen Ideen deutscher Ideologen aus den letzten einhundert Jahren zusammen und formulierte ihre Umsetzung mit den Mitteln moderner Verwaltung, Datenvearbeitungs- und Waffentechnik.

    Generalplan Ost - Das Konzept vom „Lebensraum im Osten“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Generalplan_Ost#Das_Konzept_vom_.E2.80.9ELebensraum_im_Osten.E2.80.9C

    Das organisierte Chaos , so nannte der Volksmund die Zustände im Nazideutschland der Kriegszeit, bot den Rassefanatikern im Jahr 1942 endlich die Gelegenheit, die industrielle Ausrottung der Juden in Auftrag zu geben und zu beginnen.

    Wannseekonferenz
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wannseekonferenz

    (Es ging darum) die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten zu organisieren und die erforderliche Koordination sicherzustellen. Die Teilnehmer legten den zeitlichen Ablauf für die weiteren Massentötungen fest, grenzten die dafür vorgesehenen Opfergruppen genauer ein und einigten sich auf eine Zusammenarbeit unter der Leitung des Reichssicherheitshauptamts (RSHA), das Heydrich führte

    Egal wieviel Zeit seitdem vergangen ist, müssen wir fragen, ob wir heute wirklich eines Vordenkers des Drang nach Osten mit einer Straße in der Hauptstadt der Berliner Republik gedenken wollen.

    Sie können diesen Text kommentieren.

    #Deutschland #Berlin #Charlottenbirg #Sybenstraße #Geschichte #Deutsches_Reich #Holocaust #Generalplan_Ost #Wannseekonferenz #Nazis

  • Neue Ehrengrabstätten in Steglitz-Zehlendorf - StadtrandNachrichten
    http://www.stadtrand-nachrichten.de/wordpress/neue-ehrengrabstaetten-in-steglitz-zehlendorf

    Drei Grabstätten in Steglitz-Zehlendorf sollen auf Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller in Steglitz-Zehlendorf als Ehrengrabstätten des Landes Berlin anerkannt werden. Damit geehrt werden sollen Rut Brandt (1920-2006), Ehefrau von Willy Brandt, die ihre letzte Ruhestätte auf dem #Waldfriedhof_Zehlendorf hat, der Ägyptologe und Direktor des Ägyptischen Museums Adolf Erman (1854-1937) und der Architekt Paul Kleihues (1933-2004). Deren beiden Grabstätte befinden sich auf dem Waldfriedhof Dahlem. Die Grabstätte Ermans war bereits Ehrengrabstätte des Landes Berlin von 1952 bis 2014.

    Zwei Ehrengräber im Bezirk sollen außerdem um 20 Jahre verlängert werden. Das ist zum einem die Grabstätte von Hermann von Helmholtz (1821-1894), Physiologe und Physiker, auf dem #Friedhof_Wannsee_II, zum anderen die von #Erich_Mühsam (1878-1934), Schriftsteller, Anarchist und Antimilitarist, auf dem #Waldfriedhof_Dahlem.

    #Berlin #Zehlendorf #Dahlem #Wannsee #Politik

  • So war Wannsee
    https://www.janecke.name/ortsgeschichte/stolpe-wannsee

    1811

    Heinrich von Kleist, auch erst 34 Jahre alt, wählt hier am kleinen Wannsee, nahe Stolpe, am 12. November den Freitod. Er erschoss seine krebskranke, verheiratete Freundin Henriette Adolphine Vogel und sich selber, weil beide keine gemeinsame und gute Zukunft für sich sahen. Die letzte Nacht vor ihrem Tode verbrachten sie in Stimmings Gastwirtschaft und ließen sich noch eine letzte Frühstücksmahlzeit (um diese Jahreszeit am Wannsee) servieren. Der Spruch für ihn auf dem Grabstein: „Er lebte, sang und litt in trüber, schwerer Zeit. Er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit“.

    Bevor es im Kaiserreich zum Gefilde der Reichen und Neureichen mit S-Bahn-Anschluß ausgebaut wurde, sah Wannsee als Dorf Stolpe aus wie zahlreiche andere arme Siedlungen. Doch bereits unter Napoleon regte sich das Nationalgefühl seiner Bewohner das die folgengen 150 Jahre prägen sollte.

    1813

    Am 18. August erklärt Österreich dem Kaiser der Franzosen den Krieg. Russland und auch Schweden unterstützen Österreich. Der zögerliche preußische König Friedrich Wilhelm III. kündigt „den Waffenstillstand“ gegen die französische Besatzungsmacht auf. Die Befreiungskriege beginnen.
    ...
    Die Potsdamer Soldatentochter Maria Christiane Eleonore Prochaska, Schülerin im Großen Militärwaisenhaus zu Potsdam und später Köchin bei Baurat Ludwig Manger, zog als „Jäger Renz“ verkleidet mit in den Krieg zur Befreiung der Heimat. Sie wurde in der Schlacht an der Göhrde bei Dannenberg am 16. September schwer verletzt und starb am 05. Oktober an den Folgen dieser Verletzungen.

    Die Befreiungskriege und ihre Schlachten schadeten den armen Gemeinden nicht wegen der gefallenen Bewohner, auch der wirtschaftliche Preis war hoch.

    1814

    Abschrift des Entwurfes zur Nachweisung und Berechnung des Verlustes, welche das Vorwerk und die Gemeinde zu Stolpe in den Tagen der im Jahre 1813 im Teltowschen Kreise vorgefallenen Schlacht erlitten hat.
    ...
    Der Gemeinderat sagt, dass die Gemeinde in Stolpe mit einem so geringen Quantum nicht zufrieden sein könne. Der (tatsächliche) Verlust ist auf 500 Bund Heu taxiert und überdies sollen sie ihr Quantum aus Berlin holen, was auch wegen der Entfernung mit Kosten versehen ist.

    Die Dorfgemeinde bittet daher zu veranlassen, dass ihr nicht nur eine größere Quantität Heu aufgrund ihrer Verluste bewilligt wird, sondern das bewilligte Quantum auch in Potsdam verabfolgt wird, so, wie schon andere Dorfgemeinden ihr Heu erhalten hätten.

    Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut kennen wir heute noch das Blockhaus Nikolsoe.

    1819

    Auf der Höhe ohnweit des Abhangs zum Havelufer zur Pfaueninsel, wurde im Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm III. ein Blockhaus nach russischer Manier angelegt, weil seine Tochter Charlotte (Alexandra Fedorowna) an einem solchen Gebäude bereits in Sankt Petersburg Gefallen gefunden hatte. Dieses benannte er zu Ehren seiner Tochter, die 1817 den russischen Großfürsten (und späteren Zaren) Nikolaus geheiratet hatte, schlicht und einfach Nikolsko(j)e, dem Nikolaus gehörend. Im märkischen Volksmund wurde daraus schnell „Nikolsköö“.

    Die Menschen waren der Natur und den Krankheiten weitgehend ausgeliefert.

    1831

    Die Cholera sucht auch Berlin, Potsdam und die Umgebung heim. Der Erreger, er ist ja noch unbekannt, wird hauptsächlich mit Chlorlösungen und Hitze bekämpft. Die Kranken werden auf geflochtenen Korbtragen aus Weidenzweigen, die mit Wachstuch bezogen sind, zum Krankenhaus gebracht. In den Städten läuft ein Träger mit Glocke dem Krankenzuge voran, um die Leute zu warnen, sich zu nähern. Beerdigt wird generell nachts. Die Bestatter tragen Schutzkleidung aus Wachstuch. Den Park von Sanssouci bei Potsdam umgab man mit einem dichten Bretterzaun, in der Hoffnung, dass die Krankheit somit nicht in das Königshaus eindringen könne. Zu hohen Kosten werden in den Städten „als Gegenmittel“ angeboten: Cholera-Schokolade, Cholera-Liqueure, Cholera-Mäntel und weiterer hilfreicher Kram oder auch nutzarmer Tand. Eine Cholera-Zeitung erscheint in Berlin und Potsdam mit den neuesten Nachrichten.

    Der Ausfschwung beginnt, das Forsthaus Moorlake entsteht.

    1840

    Neu zu Stolpe gehören jetzt: Friedrich-Wilhelm-Brück und auch die Pfaueninsel. 31 Wohnhäuser im Ganzen und die Tapetenfabrikation. Zur jetzigen Zeit verbinden den großen Wannsee, den Kleinen Wannsee, den Pohle-See, den Stölpchen-See und den Griebnitz-See noch keine Kanäle. Das wird erst 1907 verwirklicht sein. Der Wohnplatz Steinstücken wird zu Klein-Machnow eingekircht.

    Die Regierungszeit des Friedrich Wilhelm IV. als König von Preußen beginnt. Seine Ehefrau ist Elisabeth von Bayern, aus dem Hause Wittelsbach. Sie ist die Tochter des beliebten bayerischen Königs Maximilian Joseph I. und auch Tante der späteren österreichischen Kaiserin Elisabeth, „Sisi“ (im Film später „Sissi“ genannt).

    Seiner Frau Elisabeth zu Ehren lässt der König an der Moorlake ein Forsthaus in bayerischer Manier errichten, das jedoch später zu einer Ausflugsgaststätte umgenutzt wird.

    Von der Revolution im eine Tagesreise entfernten Berlin merkt man hier nur wenig.

    1848

    Ereignisse im Jahr der bürgerlichen Revolution gegen Unfreiheit und schlechte Lebensbedingungen: In Berlin sind nach Barrikadenkämpfen gegen das anrückende königliche Militär 200 tote Arbeiter zu beklagen. „Die Märzgefallenen“ werden sie genannt. In Potsdam wird der junge Rechtsreferendar Max Dortu wegen seiner führenden Tätigkeit im „Patriotischen Verein“ verhaftet und ein Jahr später in Freiburg (Breisgau) erschossen. Die große Glocke der Kirche in Stolpe zerspringt. Eine Mahnung an König, Staat und Volk zu Demut und Gerechtigkeit? Bald darauf zerschellt auch die kleinere Glocke und der Fachwerkbau, der wohl noch aus der Zeit des Großen Kurfürsten stammt, zeigt, wie sowieso bekannt, den Zustand der Baufälligkeit.

    Mit den Gastwirtschaften sieht es dagegen besser aus. Es steht außer Stimmings Krug nahe der Friedrich-Wilhelm-Brücke auch noch das kleine Hoenowsche Gasthaus an der Königsstraße.

    So wie auf dem Lande üblich, lebt man auch bei uns in Stolpe naturalwirtschaftlich als Selbstversorger. Geld gibt es zu Weihnachten, da muss an den Kleidungskauf gedacht werden. Einige Einnahmen hat man vom Verkauf der Teltower Rübchen und auch vom Verkauf der Milch, vor allem nach Potsdam. Für einen Liter Milch bekommt man 6 Pfennige. Man hält sich so „über Wasser“.

    Volksmythen um Schätze setzen überall auf der Welt mächtige Kräfte frei.

    1857

    Heinrich Beyer (1826 – 1887) hat sich mehrere Lebensaufgaben gestellt. Eine davon hat er kürzlich bearbeitet: Die Umgebung seines Anwesens in Kohlhasenbrück hat er gründlich nach dem angeblich vor rund 300 Jahren von Hans Kohlhase vergrabenen Silberschatz abgesucht – ihn aber noch nicht gefunden.

    Die Politik hingegen wird einfach zur Kenntnis genommen, solange die eigenen Interessen nicht direkt betroffen sind.

    1859

    Prinz Wilhelm („der Kartätschenprinz“ von Berlin des Jahres 1848) übernimmt die Regentschaft für den erkrankten Bruder, König Friedrich Wilhelm IV.

    Das Erbauen der Stülerschen Kirche in unserem Dorf währte zwei Jahre. Die Kirche mit dem mächtigen Turm wird am 25. November eingeweiht. Sie erscheint uns noch als sehr groß, gegenüber dem früheren kleinen Fachwerkkirchlein, das wir in guter Erinnerung haben.

    In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts beginnt Berlin zu wachsen, die Industrialisierung nimmt Fahrt auf, und die Grundstückspekulanten machen sich an die Arbeit Wannsee in einen ansehnlichen Villenvorort zu verwandeln.

    1863

    Der Berliner Bankier Wilhelm Conrad (1822 – 1899) erwirbt den Gasthof „Stimminger Krug“ an der Friedrich Wilhelm Brücke und wird diesen in der Folgezeit (um 1870) abbrechen lassen. Er kauft des Weiteren 300 Morgen des Landes, das dieses Grundstück umgibt.

    1864

    Gründung der Villenkolonie Alsen auf dem Grund des „Stimminger Krugs“ und seiner Umgebung am Großen Wannsee durch Herrn Conrad. Conrad eröffnet dort zuerst das „Café Alsen“. (Anmerkung: Alsen erinnert an die jütländische Insel Alsen, die im deutsch-dänischen Krieg 1864 erobert wurde. Conrads Schwager war an diesem Feldzug beteiligt).

    Die Grünanlagen der Kolonie Alsen werden in Anlehnung der Arbeiten von Peter Joseph Lenné gestaltet, die jener für den Schlosspark Glienicke schuf.

    Die Grundlagen sind geschaffen, nun braucht es nur noch einen Krieg und den Zusammenschluß von Preußen mit Bayern, Sachsen und den deutschen Kleinstaaten, damit das Geldverdienen richtig beginnen kann. In Wannsee merkt man davon zunächst nur Bahnbau und häufigere Postzustellung.

    1870

    Die Vorbereitungen zum Bau der Wannseebahn werden getroffen (auch „Wahnsinnsbahn“ geheißen, weil das Verkehrsnetz ja schon so sehr engmaschig ist und man in die Sommerfrische ja ohnehin besser in offener Kutsche fährt). Dazu erfolgt Landankauf von Stolper Kossäten.

    Die Postzustellung für Kohlhasenbrück, Teerofen und Stolpe besorgt der Landbriefträger von Potsdam, der dort um 6 Uhr in der Frühe seinen Dienst beginnt. Hat er die Aufträge in Nowawes-Neuendorf besorgt, trifft er zwischen 10 1/2 Uhr und 11 Uhr in Kohlhasenbrück ein. Es wird aber auch Vormittagspost mit dem Zug befördert (allerdings ist das ein nur offiziöses Abkommen), die dann an der Bahnwärterbude No. 25 in Kohlhasenbrück mit kühnem Schwung aus der Lokomotive geworfen wird. So gibt es die vorbildliche zweimalige Postzustellung am Tage.

    Frankreich erklärt Preußen den Krieg. Es beginnt der Krieg gegen Frankreich, den Bismarck mit der „Emser Depesche“ indirekt aber ganz bewusst stark gefördert hatte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Wannsee

    #Berlin #Geschichte #Wannsee

  • Opfer gegen Künstler gegen Kinder gegen Frauen und so fort ...
    http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/bauen/neuer-name-fuer-pallas-park-fuehrt-zur-debatte-d97577.html

    Benennung und Umbenennung von Berliner Straßen sind ein mühseliges Gechäft, bei dem die persönlichen Vorlieben, Befindlichkeiten und Eifersüchteleien immer wieder fröhliche Urständ feiern. Das neueste Stück aus dem Tollhaus BVV handelt vom Sportpalast und dem Walzer dazu, von Klamottenfabrikanten und ihren Kindern, und davon wer das würdigste Opfer abgibt als Namensgeber wäre für einen ehemaligen Parkplatz.

    Im Januar 2015 brachte die CDU-Fraktion den Antrag ein, dem Pallas-Park den Namen des Komponisten und Musikverlegers Translateur („Sportpalast-Walzer“) zu verleihen. Siegfried Translateur kam im März 1944 in Theresienstadt um.

    Bündnis 90/Die Grünen konterten mit dem Lilli-Flora-Vorschlag, dem sich die SPD anschloss. Der Ausschuss für Bildung und Kultur unter Vorsitz der SPD-Verordneten Melanie Kühnemann gab eine entsprechende Empfehlung für die Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).
    ...
    Für die SPD sagte Stefan Böltes, Lilli Flora stehe für eine Opfergruppe des Nationalsozialismus, die in der Öffentlichkeit bisher überhaupt nicht vorkomme, die Opfergruppe der Kinder. Außerdem gebe es einen BVV-Beschluss, wonach bei der Namensgebung von Straßen, Plätze und Parks Frauen zu bevorzugen seien. Elisabeth Kiderlen von den Grünen meinte, Lilli Flora Borchardt eigne sich als Namensgeberin für den Pallas-Park, weil Kinder und Jugendliche, die sich dort aufhielten, sich gut mit dem Schicksal dieses „ganz normalen Kindes“, das kein Held des Widerstands gewesen sei, identifizieren könnten.

    Halten wir mal fest : Der Sportpalast war eine wichtige Halle für Versammlungen und Sportveranstaltungen, bekannt und berüchtigt für die Berliner Sechstagerennen, die Goebbels-Rede zum Totalen Krieg und für eine Klopperei beim größten Berliner Rock’Roll Konzert.

    Die BZ titelte 1958:

    King Bill Haley: Blutige Schlacht im Sportpalast
    http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/king-bill-haley-blutige-schlacht-im-sportpalast

    Berlin, 26. 10. 1958 Mit einer blutigen Schlacht endete gestern Abend im Berliner Sportpalast das Konzert des amerikanischen Rock’n‘-Roll-Königs Bill Haley. Blutüberströmte Menschen wankten in den Gängen umher. Mit Knüppeln, Brettern und Stuhlbeinen bewaffnet, zerlegte die aufgepeitschte Menge den Sportpalast.

    1976 wurde der Sportpalast abgerissen, an seiner Stelle eine Kampfzone namens Sozialpalast neben den unkaputtbaren Weltkriegsbunker gestellt und damit der Pallaskiez bis heute geprägt. Im Jahr 2000 wurde der Parkplatz dazu als PallasPark mit CamelCaps begrünt. Nun solls noch hübscher und denkwürdiger werden, als Ausdruck des neuen Hauptstadtbewußtseins soll an die Verbrechen der alten und die Verdienste der noch älteren Hauptstadtzeit erinnert werden, ein Opfer muß her. Wen können wir dafür verwursten, wer kommt diesmal rein ins Gedenkpotpourri?

    Garten der Künste
    http://www.netzwerk-stadtraumkultur.de/index.php/garten-der-kuenste

    Ähnlich dem Vorbild im Prinzessinnen-Garten könnte der „mobile Garten“ aussehen

    In der Endausscheidung von SSDS (Schöneberg sucht das Superopfer): Der Komponist des Sportpalast-Walzers (der mit dem Pfiff, kein Stolperstein) und eine junge Frau (noch unbekannt, aber mit Stolperstein in der Pallasstraße), beide von den Nazis ermordet. Die Jury-Rolle in Noch ist Bohlen nicht verloren übernehmen die Vertreter von SPD, Grünen und CDU. Jeder hat sein Lieblingsopfer und will unbedingt, daß es in die Entausscheidung kommt. Das zetert solange lautstark, bis es ordentlich kracht, bis alle erschöpft sind vom Zerreden in endlosen Rathaussitzung, bis er Kandidat der Fraktion mit dem größten Durchhaltewillen gewinnt. Gute altdeutsche Tradition, dieser Durchhaltewille. So soll es sein.

    Ich finde das würdelos. Schauen sie selber, lieber Leser, seien Sie Jury, muß diese Aufregung sein ? Kann man nicht einfach in Ruhe darüber sprechen, welcher Name die Stadtgeschichte am besten reflektiert, wer bereits mit Gedenkeinrichtung bedacht ist, vielleicht überlegt man noch, ob man hier einen Menschen, der die Stadt vor den Nazis geprägt hat oder lieber eine Unbekannte, die von ihnen ermordet wurde, ehren möchte, oder ob man überhaupt jeden Grasfleck als Stadtplatz widmen muß.

    Merke : Orte, an denen niemand wohnt, und an denen keine Einrichtung residiert, brauchen auch keinen Namen. Die müssen nämlich nicht gefunden werden, das will niemand hin. Und, Berliner verpassen sowieso allen Orten und Bauwerken passende Namen, wenn es sie interessiert. Einfach mal abwarten und dem Volk aus Maul schauen. Dann findet sich schon der richtige Name fürs Plätzchen.

    Erinnern wir uns der Schicksale von Lilli Borchardt und Siegfried Translateur. Ob die beiden dazu einen unwichtigen Platz brauchen, über lassen wir der BVV.

    Liste der Stolpersteine in Berlin-Schöneberg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Berlin-Sch%C3%B6neberg

    Lilli Flora Borchardt, Pallasstraße 12, Stolperstein gesetzt am 20. Apr. 2012

    Lilli Flora Borchardt kam am 25. Januar 1926 als Tochter des Woll- und Strickwarenfabrikanten Jacques Borchardt und seiner Frau Franziska geborene Pasmantier in Berlin zur Welt.[98] Sie hatte einen älteren Bruder Helmut Michael, der am 20. Oktober 1922 geboren war und eine jüngere Schwester Irene, geboren am 31. Januar 1929. Die Familie lebte zunächst in Nikolassee, Potsdamer Chaussee 58 Ecke Dreilindenstraße, später in Schöneberg in der Pallasstraße 12. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten durfte Lilli nicht mehr die staatlichen Schulen besuchen, sie ging auf die jüdische Joseph-Lehmann-Schule in der Joachimstaler Straße 13, ab 1939 auf die Holdheimschule in der Nürnberger Straße 66. Im Mai 1939 konnte die jüngste Tochter Irene nach England ausreisen, Lilli sollte im Winter 1939 folgen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vereitelte dies. Die Firma ihres Vaters wurde im Jahr 1939 liquidiert und die Wohnung in der Pallasstraße wurde der Familie gekündigt: sie musste in zwei Zimmer zur Untermiete in die Ebersstraße 18 ziehen. Seit Juni 1942 besuchte Lilli nicht mehr die Schule, sie arbeitete als Erntehelferin in Radinkendorf bei Beeskow. Am 26. Juni 1942 wurde ihr Vater und ihr Bruder nach Minsk deportiert, Lilli und ihre Mutter lebten nunmehr zusammen in einem möblierten Zimmer, bis auch sie beide am 19. Oktober 1942 mit dem 21. Transport nach Riga verschleppt und am 22. Oktober 1942 ermordet wurden.

    Siegfried Translateur
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Translateur

    Salo Siegfried Translateur (* 19. Juni 1875 in Bad Carlsruhe, Oberschlesien; † 1. März 1944 im Ghetto Theresienstadt) war ein deutscher Komponist, Kapellmeister und Musikverleger.
    ...
    Das wohl bekannteste Werk Translateurs ist der Walzer Wiener Praterleben, den er als 17-jähriger 1892 komponierte und der in den 1920er Jahren durch das Berliner Sechstagerennen als Sportpalastwalzer populär wurde und dies bis heute ist.

    The Johann Strauss Society of Great Britain — Composers — Siegfried Translateur
    http://www.johann-strauss.org.uk/composers-n-z.php?id=191

    He wrote some 200 compositions, only a few of which survive today, including the Viennese waltzes Berlin, mein Berlin, La reine du Bal, Wiener Extrablätter and Wiener Herzen. Many of his compositions were written for piano and were used by various music conservatories as examples of well written compositions of their time. Today he is remembered for one sole composition, still played today: the Wiener Praterleben, or Sportpalast waltz, renamed after the Berlin Sportpalast (Sports Palace) which was torn down in 1976.

    Pallaspark auf Openstreetmaps
    http://www.openstreetmap.org/way/404794534#map=19/52.49521/13.35845

    #Geschichte #Musik #Walzer #Textilindustrie #Nationnalsozialismus #Stolperstein #Juden #Shoa #Holocaust #Riga #Minsk #Theresienstadt #Berlin #Schöneberg #Pallasstraße #Wannsee #Dreilindenstraße #Sportpalast #Nürnberger_Straße #Potsdamer_Chaussee #Joachimstaler_Straße #Ebersstraße

    • Der Wahnsinn geht weiter
      http://www.berliner-zeitung.de/berlin/debatte-um-ehrung-von-siegfried-translateur-geraet-zur-posse-238827


      Unter dem Titel Debatte um Ehrung von Siegfried Translateur gerät zur Posse berichtet die Berliner Zeitung von gestern darüber, wie sich Politiker ins Zeug legen:

      Diesen in Vergessenheit geratenen Schöpfer dieses Stückes Musik-, Sport-, ja auch Widerstandsgeschichte wollte nun eine Initiative von Musikern und Historikern ehren. Die CDU nahm sich der Idee an. An der Pallasstraße in Schöneberg, wo der Sportpalast bis zu seinem Abriss 1973 stand und jetzt der sogenannte Sozialpalast steht, sollte erst eine kleine Grünfläche, schließlich ein breiterer Abschnitt der Straße als Translateur-Platz nach dem Musiker benannt werden. Seit zwei Jahren ringt die CDU nun schon um eine Würdigung Translateurs am historischen Ort. Da kam es auf den einen Kompromiss mehr oder weniger schon auch nicht mehr an.

      Nun war aber Siegfried Translateur ein Mann. Und in Tempelhof-Schöneberg gibt es, wie in anderen Bezirken auch, einen BVV-Beschluss, wonach bei Neubenennungen von Straßen und Plätzen Frauen zu bevorzugen seien. Also machte sich die Rot-Grün auf die Suche – und fand Lilli Flora Borchardt, ein Mädchen, das zu NS-Zeiten mit ihrer jüdischen Familie in der Pallasstraße gelebt hat, ehe es 1942 im Alter von 16 Jahren im Konzentrationslager Riga ermordet wurde. Nach ihr solle nun die Grünfläche hinter dem Sozialpalast benannt werden. Damit werde auch der so oft vernachlässigten Opfergruppe der Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen, hieß es. Der CDU-Antrag wurde abgelehnt.

      Alle berichten das Gleiche: Aufgewogen werden Mädchen gegen Komponisten. Wir rechnen noch einmal: Lilli Flora war 16 Jahre alt, als sie ermordet wurde. Die junge Frau in diesem Alter noch als Mädchen zu bezeichnen, kann nur alten Jungfern einfallen, denen die Jugendzeit entfallen ist. Und der Sportpalastwalzer war nun wirklich nicht vergessen, nur die Neuberliner kannten ihn vor dem Lillitranslateurpallasparkquatsch nocht nicht. Jetzt issa ooch ihm jeläufich.

      Wieviele Neu- und Nichtberliner sitzen eigentlich in der Redaktion der Berliner Zeitung ?

      P.S. Jetzt wird es wohl eine ersatzweise Wahnsinnsstele für den wahren Walzerschöpfer. Ooch jut. Oda ooch nich. Wat sollt.

      #WTF

  • Schnellabschaltung im Forschungsreaktor in Wannsee - Steglitz-Zehlendorf - Berliner Morgenpost
    http://www.morgenpost.de/bezirke/steglitz-zehlendorf/article207280995/Schnellabschaltung-im-Forschungsreaktor-in-Wannsee.html

    Wie aus dem Monatsbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz hervorgeht, musste der Reaktor im Dezember abgeschaltet werden.

    Nach den jetzt veröffentlichten Angaben des Bundesamts sei am 13. Dezember des vergangenen Jahres eine Neutronen-Ionisationskammer in dem Wanseer Forschungsreaktor ausgefallen. Der Ausfall einer der vier Messkammern habe mutmaßlich zu einer Schieflast von 25 Prozent geführt. Die Folge sei eine automatische Reaktorabschaltung gewesen.

    Kurzbeschreibung und Bewertung der meldepflichtigen Ereignisse in Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum Januar 2016
    http://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/berichte/kt-meldepflichtige-ereignisse/mb/Monatsbericht-2016-01.pdf

    Reaktorschnellabschaltung durch Ansprechen der Schieflastüberwachung aufgrund Ausfall einer Neutronen-Ionisationskammer

    Der Forschungsreaktor befand sich im Leistungsbetrieb. Aufgrund eines zu geringen Isolationswiderstandes einer der vier Neutronen-Ionisationskammern für den Leistungsbereich der Neutronenflussdichte-Instrumentierung kam es zum Ausfall des Neutronenflussdichtesignals (1v4) dieses Detektors und zur Reaktorschnellabschaltung (RESA). Der Ausfall einer der vier Messkammern führt zu einer scheinbaren Schieflast von 25%, was in jedem Fall über dem Schieflastgrenzwert liegt. Im vorliegenden Fall kam es deshalb zur Auslösung der automatischen Reaktorschnellabschaltung. Der Reaktor wurde
    nach Austausch der defekten Messkammer noch am selben Tag wieder angefahren.
    Die Aufgabe der Neutronenflussdichte-Instrumentierung ist es, dass Anfahren und den Leistungsbetrieb des Reaktors zu überwachen. Die RESA war sicherheitsgerichtet und verlief ordnungsgemäß. Anders als bei Kernkraftwerken stellen Reaktorschnellabschaltungen in Forschungsreaktoren keine solche Komponenten und Anlagenbelastung dar. Es handelt sich um ein Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung). Der Betreiber hat es in die Stufe 0 der internationalen Bewertungsskala INES eingestuft

    #Berlin #Wannsee #Hahn-Meitner-Platz #Glienicker_Straße #Atomkraft #Atomunfall #Forschungsreaktor-BER_II #Unfall

  • Auf den Spuren der Fans von Friedrich Karl
    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Karl_von_Preu%C3%9Fen_%281828%E2%80%931885%29

    Preußen hat viele Helden, die meisten sind namenlose Opfer, die auf Schlachtfeldern aus neun Jahrhunderten verrotten. Es gibt natürlich auch A-Helden mit Promistatus, manche sogar schon zu Lebzeiten, und werden von echten Preußen-Fans verehrt. Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen (* 20. März 1828 † 15. Juni 1885) ist so einer, echter A-Promi, überlebender Held mehrerer Kriege und massiv im Straßengedächtnis der Hauptstadt präsent.

    In den Gründerjahren und in den folgenden Großen Zeiten widmen ihm seine Fans zahlreiche Straße, Plätze und Denkmäler, und seine Helfershelfer gehen auch nicht leer aus. Allein mit Gedenkorten für dieser Mischpoke kann man mehrere Tage Stadrundfahrt bestreiten. Hier gebe ich einen kleinen Eindruck davon als kommentierte Materialsammlung.

    St. Peter und Paul (Berlin-Wannsee), Nikolskoer Weg 17, 14109 Berlin
    https://www.google.de/maps/place/St.+Peter+und+Paul/@52.4246333,13.115326,17z/data=!3m1!4b1!4m2!3m1!1s0x47a8589f70e949a1:0xf470b8b3e9c07fcb


    https://de.wikipedia.org/wiki/St._Peter_und_Paul_%28Berlin-Wannsee%29
    Die Kirche hat eine wunderbare Lage und beherbergt das Grab von Friedrich Karl.

    http://www.kirche-nikolskoe.de/hauptFrameset.htm

    Trotz aller politischen Umschwünge und der vergangegen Zeit sind dem Berliner Herrn Karl (https://seenthis.net/messages/730635) immer noch mehrere Straßen der Hauptstadt gewidmet:

    Ab 1895 gönnen sich die Tempelhofer ihre Friedrich-Karl-Straße .
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Friedrich-Karl-Strasse-12103-Berlin
    Verlauf: von Manteuffelstraße und Attilaplatz bis Tempelhofer Damm und Ordensmeisterstr, Hausnummern ab Manteuffelstraße rechts gerade, links ungerade.


    Die Bürger von #Reinickendorf können 1898 nicht dahinter zurückstehen und widmen ebenfalls eine Friedrich-Karl-Straße ...
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Friedrich-Karl-Strasse-13403-Berlin
    ... östlich der heutigen Ollenhauerstraße bis zu Blankestraße und Reuterstraße. Über Hausnummern braucht man hier nichts zu wissen, denn es gibt nur eine kltzekleine Friedrich-Karl-Straße, kaum 100 Meter lang.

    In Mitte ist es seit dem 13.10.1949 vorbei mit der Prinz-Friedrich-Karl-Straße. Am 30.4.1899 wird sie verhältnismäßig spät dem Prinzen gewidmet und nach dem Ende des letzten preußisch-österreichischen Gemetzels zur Geschwister-Scholl-Straße umbenannt.
    http://berlingeschichte.de/strassen/bez01h/p508.htm

    Wer Friedrich-Karl sagt, muß auch Düppel sagen.

    Friedrich Karl kaufte 1859 das Bauerngut Neu-Zehlendorf. Es erhielt 1865 wegen seiner Siege gegen Dänemark die Benennung Rittergut Düppel. Schloss Glienicke (Klein Glienicke) war die Sommerresidenz des Prinzen.

    Damit wären wir bei der Düppelstraße in #Steglitz, die bereits vor 1878 den großen Sieg des Preußenprinzen feiern. Am 18.4.1864 läßt der im Deutsch-Dänischen Krieg von seinen Truppen die Düppeler Schanzen stürmen. Etwa 1000 Tote, 1500 Verwundete und 3500 Gefangene bezahlen dort für dänischen Größenwahn und für die Konsolidierung des preußischen Reiches.
    https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCppeler_Schanzen


    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Dueppelstrasse-12163-Berlin
    Verlauf: von Albrechtstraße am Hermann-Ehlers-Platz bis Alsenstraße und Florastraß. Alle Hausnummern ab Albrechtstraße liegen meines Wissens auf der nordwestlichen Seite, denn südöstlich verläuft direkt daneben zur Freude der Anwohner die Westtangente , über die eine eigene Geschichte zu schreiben wäre.

    ... und der Düppelstraße in #Zehlendorf „Mitte“, die ebenso früh benannt wurde - was wundert’s, liegt doch das Gut Düppel um die Ecke.
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Dueppelstrasse-14163-Berlin
    Verlauf: von Potsdamer Straße bis Anhaltinerstraße und Beuckestraße an der Wannseebahn, Hausnummern ab Potsdamer Straße rechts ungerade, links gerade

    Prinz Friedrich Karls Propagandaabteilung macht sich nach der Schlacht dann richtig an die Arbeit und produzierte Denkmäler und Mythen dass es nur so kracht.

    Souvenir, Souvenir
    https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCppeler_Schanzen#Erinnerung

    Von den erbeuteten 119 dänischen Geschützen hängen 20 seit 1873 an der untersten Trommel der Berliner Siegessäule.

    Die kann man sich am Großen Stern in #Tiergarten ansehen.
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Grosser-Stern-10557-Berlin?query=Gro%C3%9Fer+Stern+

    Der Große Stern wurde unter Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 Friedrich I., König in Preußen) um 1698 durch den Hofjäger Hemmrich angelegt. Sechs Alleen bilden mit der Landstraße nach Charlottenburg einen achtstrahligen Stern. Vormals als achtstrahlige Waldlichtung zum Auftrieb des Wildes entworfen, diente er später als Ruhe- und Rastpunkt für Postkutschen. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Charlottenburger Chaussee wurden der Platz und die Umgebung nach 1740 umgestaltet. Schließlich gestalteten Knobelsdorff und Lenné den „Stern“ zu einem repräsentativen Platz aus, der dann aber fast 200 Jahre lang ein bescheidenes Dasein fristete. Im Zuge der Speerschen Planung für die Reichshauptstadt „Germania“ avancierte er dann zum „Dreh- und Angelpunkt“ der Ost-West-Achse.


    Übrigens - kennen Sie Margarete Drake? Na klar, ganz einfach, links oben im Bild steht sie.

    Weil Pummelinchen auf der Steinsäule allein noch keine Heldengeschichte hergibt, beauftragt man den Bildhauer Alexander Calandrelli mit einem Stück Heldenverherrlichung.
    Der macht seine Sache supergut und bekommt noch zu Lebzeiten eine Straße in #Lankwitz, wo er wohnt.
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Calandrellistrasse-12247-Berlin


    Sie verläuft von der von Gärtnerstraße, wo man die pompöse Siemens-Villa besichtigen kann, bis zur Leonorenstraße. Die ungeraden Hausnummern liegen ganz einfach ab Gärtnerstraße auf der rechten Seite und die geraden immer links gegenüber.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Siegess%C3%A4ule#Reliefs_des_Sockels

    Das Relief Auszug der Truppen und Erstürmung der Düppeler Schanzen von Calandrelli an der Westseite des Sockels bezieht sich auf den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 (laut Meyers Lexikon „das beste der vier Reliefs“). Einige Figuren des Reliefs lassen sich als historische Personen identifizieren: Teilansicht 1, Gruppe links oben: Ferdinand Heinrich August Knerk (Staatsbeamter), Johann Heinrich Strack (Architekt), Heinrich Ludwig Alexander Herrmann (Technische Oberleitung) – sie waren für den Bau der Siegessäule verantwortlich. Rechts daneben der Prediger Wilhelm Hoffmann. Teilansicht 3, Bildmitte: Generalmajor Eduard von Raven, er starb nach einer Verwundung beim Sturm auf die Düppelner Schanzen. Teilansicht 4, links unten: Pionier-Leutnant Lommatzsch fiel als Fahnenträger beim Angriff.

    Den Sieg über Dänemark schreibt die Preußenpropaganda noch einem anderen Carl zu. Carl Klinke könnte auch Kamikaze-Carl heißen, wenn man den falschen Heldenlegenden glaubt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Klinke

    Während der Schlacht an den Düppeler Schanzen im Deutsch-Dänischen Krieg soll #Carl_Klinke, mit einem 30 Pfund schweren Pulversack beladen, gegen das dänische Bollwerk der Schanze II gelaufen sein, ein Loch in die Palisadenwand und damit sich selbst in die Luft gesprengt haben. Es wird überliefert, er habe dabei gerufen: „Ick bin Klinke. Ick öffne dit Tor.“
    ...
    Auf jeden Fall hat #Theodor_Fontane mit seinem Gedicht „ Der Tag von Düppel“, geschrieben am 5. Mai 1864, publiziert 1866, einen sehr großen Anteil an dem Bild, das die nächsten 80 Jahre in der Öffentlichkeit und in den Schulbüchern von der Schlacht um die Düppeler Schanzen gezeichnet wurde.

    Noch 1937 profitieren die Spandauer Nazis vom ollen Klinke, der das Tor aufmacht, und widmen ihm den Klinkeplatz . Ein paar Jahre später geben dann junge Flieger und Schulkinder den Kamikaze-Klinke in der Schlacht um Berlin.


    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Klinkeplatz-13585-Berlin
    Er liegt an an Schönwalder Allee, Hohenzollernring und Fehrbelliner Tor und man braucht ihn wirklich nicht zu kennen, denn er hat weder Hausnummern noch Postadressen. Vielleicht heißt er deshalb noch immer so.

    Die Prominez von Friedrich Karl hat seit 1945 gelitten, und vielleicht ist es ganz gut so, daß heute nicht mehr Schlachtenlenker und opfermütige Fähnriche Vorbild fürs Jungvolk sind.

    So wird ganz unpreußisch im Jahr 1954 Friedrich Karls „Jagdschloß“ abgerissen und die Revierförstere Dreilingen an seine Stelle gebaut. An der Adresse Stahnsdorfer Damm 3, nahe des S-Bahnhof Wannsee befindet sich heute die Waldschule Zehlendorf.
    https://www.google.de/maps/place/Waldschule+Zehlendorf/@52.4178896,13.177434,18z/data=!4m5!1m2!2m1!1sRevierf%C3%B6rsterei+Dreilinden+Stahnsdorfer+Damm+3!3m1!1


    Hier kann man die Rundfahrt zu Preußens und Co. mit einem Spaziergang im Grünen oder einer Einführung in die Forstwirtschaft abschließen, vielleicht hat man vorher noch das Grab Heinrich von Kleists besucht, bevor man im Loretta am Wannsee Keffee und Kuchen oder ein deftiges Abendessen genießt.

    #Berlin #Wannsee #Tempelhof #Spandau #Hakenfelde #Dreilinden #Calandrellistraße #Klinkeplatz #Straßenumbenennung #Geschichte #Kamikaze #Militarismus #Berliner_Adressen

  • Berlin wird mal wieder geändert

    Kündigungswelle am Wannsee
    http://www.abendblatt-berlin.de/2015/06/25/kuendigungswelle-am-wannsee

    Als Conny Froboess 1951 „Pack‘ die Badehose ein“ sang und dazu aufrief „nischt wie raus nach Wannsee“ zu fahren, war das Eiscafé Faustmann schon da: Ein Jahr zuvor hatte das Lokal am Bahnhof Wannsee seine Pforten geöffnet. Doch nach mehr als 65 Jahren soll damit im kommenden Jahr Schluss sein. Die Deutsche Bahn hat den Mietvertrag des Inhabers Rolf Faustmann, der die Eisdiele in dritter Generation betreibt, zum 31. März 2016 aufgelöst. Dieses Ende einer Ära fügt sich dabei in eine berlinweite Kündigungswelle, die gerade auch am S-Bahnhof Wannsee viele Gewerbetreibende trifft.

    #Berlin #Zehlendorf #Wannsee #Gustav-Hartmann-Platz #gentryfication