• Berliner Bündnis gegen Waffen­­­­­produktion
    https://keinewaffenproduktionberlin.noblogs.org

    Contre la militarisation, contre la production d"armes, contre la guerre. Venez nombreux !

    Waffenproduktion in unserem Kiez?! Aus „Pierburg“ wird „Rheinmetall Waffe Munition“

    Ab Mitte 2026 soll im Wedding Munition hergestellt werden. Der größte Rüstungsproduzent Deutschlands, Rheinmetall, stellt die Produktion seines Autozulieferers „Pierburg“ am Humboldthain (Scheringstraße 2) in Berlin auf Rüstung um. Bald sollen dort Komponenten für 155-mm-Artillerie-Munition vom Band laufen – 45 kg schwere, tödliche Geschosse. In unserem Kiez, in unserer direkten Nachbarschaft wird dann, zum ersten Mal seit 1945, wieder Munition produziert, die überall auf der Welt Krieg und Zerstörung bringt.
    Aus Tod, Zerstörung und Krieg schlagen Rüstungskonzerne Profit

    Die hier bald produzierten Munitionsteile werden weltweit exportiert und zum Töten eingesetzt. So setzt das israelische Militär die Panzermunition von Rheinmetall beim Genozid in Gaza ein. Da es sich um die Standard-Panzermunition der NATO-Staaten handelt, führt die Türkei damit Krieg gegen Kurdistan. Auch Saudi-Arabien nutzt seit über 10 Jahren Rüstungsgüter von Rheinmetall im Krieg gegen den Jemen.
    Rheinmetall bereichert sich an diesen Kriegen. Der Konzernumsatz lag im letzten Jahr bei 9,75 Milliarden Euro. Der Aktienkurs hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht. Durch den Beschluss der Bundesregierung, die Schuldenbremse für Rüstungsausgaben aufzuheben, steigert Rheinmetall seine Profite immer weiter.
    Profite für wenige – Notstand für alle

    Diese massiven Ausgaben werden durch Kürzungen bei Sozialem, Bildung, Gesundheit, Kultur und Klimaschutz finanziert. So wurden 2025 ganze 3 Milliarden Euro im Haushalt gestrichen. Für 2026/2027 plant der Berliner Senat ca. 280 Millionen Euro weniger für den Bereich „Schule, Jugend und Familie“ und 110 Millionen Euro weniger für Kultur ein. Durch die Kürzungen fallen viele Arbeitsplätze weg.
    Dieses Geld fehlt in unserer Nachbarschaft!

    Hunderttausende Menschen sind in Berlin auf die Hilfe von Tafeln angewiesen, jedes vierte Kind in Berlin lebt in Armut und die Zustände an Schulen und Kitas sind katastrophal. Die Finanzierung des Gesundheitssystems wird mit immer höheren Beiträgen auf gesetzlich Versicherte abgewälzt, Erziehende und Pflegende brennen kollektiv aus und Tickets für den öffentlichen Nahverkehr werden von Jahr zu Jahr teurer. Doch statt in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen zu investieren, setzen die regierenden Parteien auf Aufrüstung.

    Miete, Heizung, Lebensmittel – uns reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr!
    Wehrpflicht? Nein, danke!

    Während die deutsche Regierung aufrüstet, sind viele in der Bevölkerung dagegen. Vor allem junge Menschen, die aktiv von einer Wiedereinführung der Wehrpflicht betroffen sind, wollen weder töten lernen noch getötet werden. Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft! Wir sterben nicht für ihre Kriege!
    Umverteilung von Rüstung und Militär zum guten Leben für alle!

    Unser Kiez braucht bezahlbare Mieten und Lebensmittel, gute Sozial- und Gesundheitsvorsorge und echte Möglichkeiten zur Beteiligung. Wir verlangen den Erhalt der Arbeitsplätze im Wedding durch die Umstellung auf eine Produktion, die unsere tatsächlichen Bedürfnisse decken würde. Wir fordern: 500 Milliarden für Gesundheit, Bildung und Soziales!
    Wir kämpfen gemeinsam für ein gutes Leben – mach mit!

    Wenn du noch Fragen hast melde dich bei uns unter GegenRheinmetallAmHumboldthain@proton.me.

    #Berlin #Wedding #Scheringstraße #armement #industrie #guerre #armement #résistance

  • »Warmes Licht und kühles Bier« - Berliner Zentrum Industriekultur
    https://industriekultur.berlin/erleben/fahrradrouten/warmes-licht-und-kuehles-bier

    Harte Arbeit macht durstig! Die Fahrradroute »Warmes Licht und kühles Bier« führt zu beeindruckenden Schauplätzen und Orten der Elektroindustrie und den überraschend vielen Brauereien auf dem Prenzlauer Berg. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
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    Werner von Siemens gründet 1847 in einer Hinterhofwerkstatt seine erste Firma. Siemens elektrotechnische Erfindungen befeuern die aufstrebende Elektroindustrie. Berlin wird zur Elektropolis. Größter Konkurrent ist die AEG, die am Humboldthain ab 1894 eine imposante Fabrikstadt errichtet. Die eindrucksvollen Bauten der Elektroindustrie verändern das Gesicht der Stadt, anfangs im Baustil des kaiserlichen Historismus, später im Stil der Neuen Sachlichkeit.

    In die pulsierende Metropole strömen Arbeiter:innen aus Pommern und Schlesien. Auch der Durst der ständig wachsenden Bevölkerung steigt. Innovative Braumeister wittern ihre Chance und brauen Bier mit neuen industriellen Methoden. Die Hanglage des Prenzlauer „Bergs“ begünstigt den Bau von Kellergewölben für die Lagerung. Mehr als ein Dutzend Brauereien entstehen alleine in diesem Stadtteil und machen die Elektropolis Berlin auch zur Brauereimetropole.

    Die Fahrradroute „Warmes Licht und kühles Bier“ ist seit Anfang 2026 beschildert. Unser Logo mit weißem Blitz auf rotem Grund weist Ihnen den Weg quer durch die Stadt.

    Stadt.
    Wegebeschaffenheit
    Wegebeschaffenheit der Radroute" class="route-info-image

    AEG-Apparatefabrik
    Ausgangspunkt der Elektroindustrie
    AEG-Apparatefabrik, roter Backsteinbau
    Fensterfront der AEG-Apparatefabrik
    Die AEG-Apparatefabrik an der Ecke Feldstraße/Ackerstraße in Berlin-Wedding. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Emil Rathenau gründet 1883 die spätere „Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft (AEG)“. In den folgenden Jahrzehnten steigt die AEG zu einem Weltkonzern der Elektrotechnik auf. Ab 1888 produziert das Unternehmen in der neuen AEG-Apparatefabrik zukunftsweisende Haushaltsgeräte und elektrotechnisches Material. Die Fassade des damaligen Neubaus an der Ackerstraße gestaltet Franz Schwechten, „Hofarchitekt“ von Kaiser Wilhelm II. Florale Verzierungen schmücken die Außenseite des Gebäudes. Eine aufgehende Sonne steht dabei symbolhaft für die aufstrebende Elektroenergie.

    Die Produktionsfläche reicht jedoch bald nicht mehr aus. Bereits 1894 kauft die AEG deswegen einen Teil des benachbarten Schlachthofgeländes. Hier am Humboldthain entsteht in den folgenden Jahren eine regelrechte Fabrikstadt der AEG. Ein Tunnel verbindet beide Standorte.

    Im Gebäude der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße befindet sich inzwischen das Institut für Lebensmitteltechnologie der TU Berlin.

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    Adresse

    Ackerstraße 76
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Führungen der Berliner Unterwelten e.V im AEG-Tunnel
    Die AEG-Apparatefabrik in der Denkmaldatenbank
    AEG-Humboldthain
    Imposante Fabrikstadt
    AEG-Humboldthain, Backsteingebäude mit Kran
    AEG-Humboldthain, Fassadenansicht von der Straße
    AEG-Humboldthain, Montagehalle
    AEG-Humboldthain: das weitläufige Gelände mit Gewerbe und Forschung hat seinen industriellen Charme erhalten. | © GSG Berlin

    Motoren, Maschinen, Eisenbahnmaterial und elektrische Geräte: die AEG-Humboldthain produziert von 1894 bis in die 1980er Jahre.

    1894 muss das schnelle wachsende Unternehmen AEG neue Flächen für die Produktion schaffen. Unweit der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße entsteht daher nach und nach eine imposante Fabrikstadt am Humboldthain. Die Architektur der beiden Standorte unterscheidet sich jedoch deutlich. Die Fassade der Apparatefabrik schmücken florale Elemente und aufwendige Verzierungen. Am neuen Standort Humboldthain setzen Architekten wie Peter Behrens hingegen auf eine neue Architektursprache. Besonders beeindruckend ist die monumentale Montagehalle für Großmaschinen im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ohne Ornamente, stattdessen mit strengen und klaren Formen, repräsentiert die Architektur der Montagehalle die industrielle Produktion im Inneren.

    1984 schließt der Standort AEG-Humboldthain und etliche Gebäude werden abgerissen. Das „Beamtentor“, gestaltet von Franz Schwechten, ist der ehemalige Eingang zum Gelände. Heute etwas verloren zwischen Neubauten in der Brunnenstraße 107 a, ziert das Denkmal ein Zahnrad als Symbol der Industrie. In den verbliebenen denkmalgeschützten Fabrikgebäuden sind u.a. ein Gründerzentrum, Medienunternehmen und die TU Berlin untergebracht. Noch immer verbindet ein Tunnel die Standorte Apparatefabrik und Humboldthain miteinander. Touren durch den AEG-Tunnel bietet inzwischen der Berliner Unterwelten e.V. an.

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    Adresse

    Brunnenstraße, Gustav-Meyer-Allee, Voltastraße, Hussitenstraße
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Kontakt

    rent@amplifier.berlin
    Tel.: 030 84853855
    www.amplifier.berlin/
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    „AEG-Humboldthain“ in der Denkmaldatenbank
    „AEG-Humboldthain“ bei VisitBerlin
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    Produktion damals und heute
    AEG-Tunnel
    Deutschlands ältester U-Bahntunnel
    Spärlich beleuchteter runder Tunnel mit Backsteinwänden
    Produktion von Munition im AEG-Tunnel
    Gebäude und Kran auf AEG Hof Humboldthain
    AEG-Tunnel mit Schienen und Treppen
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    Schon 1894 entstand der AEG-Tunnel zu Versuchszwecken. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Der AEG-Tunnel gilt als Vorläufer der Berliner U-Bahn. Ende des 19. Jahrhunderts werden die Straßen immer voller. Deshalb entbrennt in Berlin ein Wettstreit um neue Verkehrsmittel. Die AEG baut 1894 einen Tunnel nach dem Vorbild der Londoner U-Bahn, der ersten U-Bahn der Welt. Die 295 m lange Versuchsstrecke verbindet die Fabrikstandorte der AEG in der Ackerstraße und am Humboldthain. Arbeiterinnen und Arbeiter fahren mit elektrischen Zügen von A nach B und auch schwere Güter werden so transportiert. Dieser Versuchstunnel gilt heute als erster U-Bahn-Tunnel Deutschlands.

    Den Zuschlag für den U-Bahnbau erhält allerdings Siemens mit dem preiswerteren Konzept einer Hochbahn. Ab 1902 rollen in Berlin die ersten Züge. Der AEG-Tunnel ist betriebsintern und zu Testzwecken weiterhin in Betrieb. Im Ersten Weltkrieg nutzt die AEG den Tunnel als Produktionsstandort für Munition, im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum für die Werksangehörigen. Anfang der 1980er-Jahre werden die AEG-Fabriken am Humboldthain nach und nach geschlossen. 1984 ist endgültig Schluss, in der Folgezeit werden Teile der ehemaligen Fabrikstadt abgerissen. Der Tunnel steht zeitweilig unter Wasser.

    Die verbliebenen Gebäude sind heute denkmalgeschützt. Neues Leben ist eingezogen, beispielsweise ein Gründerzentrum, Gewerbebetriebe und Medienunternehmen. Dem Berliner Unterwelten e. V. gelingt es ab 2016, den Tunnel instand zu setzen und das historische Gleisbett freizulegen. Seitdem steigen Besucherinnen und Besucher bei geführten Touren hinab in den „ersten U-Bahntunnel Deutschlands“.

    Ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte widmet sich der Entstehung des Berliner Nahverkehrs.

    Adresse

    Voltastraße 5-6
    (Hof neben Treppe 12.1)
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Kontakt

    Tel.: 030/49 91 05-17
    info@berliner-unterwelten.de
    www.berliner-unterwelten.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U8 (Haltestelle Voltastraße)
    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich.
    Eintritt

    17,00 €

    Termine und Tickets im Online-Shop erhältlich, kein Ticketverkauf vor Ort.

    tickets.berliner-unterwelten.de
    Führungen

    Öffentliche Führungen nur für Personen ab 14 Jahren.
    Festes Schuhwerk ist notwendig, warme Kleidung wird empfohlen.

    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/der-aeg-tunnel
    Barrierefreiheit

    Nicht barrierefrei zugänglich
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Wissenswertes

    AEG am Humboldthain in der Denkmaldatenbank
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    Krieg und FriedenTransport und Verkehr
    Brauerei Groterjan
    Malzbier und Jugendstil
    Außenansicht der Brauerei Groterjan in Prenzlauer Berg
    Villa der Brauerei Groterjan, Fassadenansicht
    Heute wird die ehemalige Brauerei Groterjan gewerblich genutzt. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    Malzbierspezialitäten sind Ende des 19. Jahrhunderts das Kerngeschäft der kleinen Brauerei Groterjan in Berlin-Prenzlauer Berg. Der Braumeister Christoph Groterjan lässt sich 1894 das Rezept dafür patentieren. Malzbier gehört zu den obergärigen Bieren, wie auch die Berliner Weiße. Diese Biere lassen sich damals nicht lange lagern, weil sie schnell verderben. Anders als die untergärigen Biere, die Bairischen Biere. Sie lassen sich gut lagern und industriell herstellen, wie beispielsweise in der Pfefferberg-Brauerei.

    Zum Brauereibetrieb bei Groterjan gehört ab 1897 ein typischer Berliner Festsaal mit Kegelbahn sowie ein Biergarten. Dort, auf dem Gelände einer ehemaligen Eisengießerei nah an der Schönhauser Allee, ist Platz für 1.500 Gäste. Der Schank- und Gaststättenbetrieb soll den Bierkonsum in der Brauerei Groterjan ankurbeln und für Umsatz sorgen.

    In unmittelbarer Nachbarschaft, in der Milastraße 1, errichtet der Braumeister 1907 seine architektonisch ambitionierte Villa als Wohn- und Verwaltungsgebäude. Bereits ein Jahr später geht der Gaststättenbetrieb in Konkurs. 1927 ziehen die „Mila-Lichtspiele“ dort ein, von 1966 bis 1990 probt dann die „Volksbühne“ am Rosa-Luxemburg-Platz in dem freien Saalbau.

    Die Groterjan Brauerei fusioniert 1914 mit der Weißbierbrauerei Gebhardt AG und zieht im selben Jahr an deren Standort in Wedding um – denn dieses Grundstück lässt sich noch erweitern. In den alten Brauereigebäuden in Prenzlauer Berg produziert zuerst eine Schokoladen-, dann eine Brotfabrik. 1961 geht die Brauerei Groterjan in der Schultheiss-Gruppe auf, 1978 wird letztmalig Groterjan abgefüllt.

    Nach einer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren gibt es auf dem alten Brauereigelände in der Milastraße unter anderem ein Möbelgeschäft. In der ehemaligen Villa Groterjan empfängt heute ein Restaurant seine Gäste.
    Adresse

    Milastraße 1–4
    10437 Berlin-Prenzlauer Berg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Brauerei Groterjan bei Zeitreisen
    Die Brauerei Groterjan in der Denkmaldatenbank
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    Bier und Brot
    Deutsches Technikmuseum
    Mensch und Technik
    Beleuchtete Buchstaben vor Technik Museum
    Oldtimer in Ausstellung Mensch in Fahrt
    Backsteingebäude im Park des Technikmuseums
    Mädchen beim Papierschöpfen im Technikmuseum Berlin
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    Der große Schriftzug „Technik Museum“ weist den Weg in die Ladestraße. | © SDTB, Foto: Henning Hattendorf

    Wie entsteht Papier? Was ist eine Setzmaschine? Und warum braucht man Unterseekabel für ein funktionierendes Internet? Ein Besuch im Deutschen Technikmuseum ist eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik. Schauvorführungen, Mitmach-Angebote und die Experimentierstationen im Science Center Spectrum machen den Museumstag zum Erlebnis. Wer dann eine Pause braucht, stärkt sich in einem der Museumscafés in historischem Ambiente.

    Darüber hinaus ist der Museumspark des Deutschen Technikmuseums zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Überwachsene Gleisanlagen, zwei Ringlokschuppen mit Drehscheiben und ein weithin sichtbarer Wasserturm erinnern an das ehemalige Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof. Laut, betriebsam und der Himmel voller Dampf – so sieht das Gelände um 1900 aus. Das Areal gehört damals zu einem der größten Verkehrsknotenpunkte Berlins. Als „Landschaft aus Eisen und Stahl“ beschreibt der Schriftsteller Joseph Roth 1924 das Gebiet um den U-Bahnhof Gleisdreieck. Im Zweiten Weltkrieg werden jedoch viele Gebäude und Anlagen zerstört. Nach dem Krieg folgt die Teilung der Stadt und der in West-Berlin gelegene Anhalter Bahnhof versinkt schließlich in einen Dornröschenschlaf.

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    Adresse

    Trebbiner Str. 9
    10963 Berlin
    Kontakt

    Tel.: 030/43 97 34-0
    Mail an: info@technikmuseum.berlin
    www.technikmuseum.berlin
    Anfahrt

    U-Bahn: U1, U3, U7 (Haltestelle Möckernbrücke), U1, U2, U3 (Haltestelle Gleisdreieck)
    S-Bahn: S1, S2, S25, S26 (Haltestelle Anhalter Bahnhof)
    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9.00 bis 17.30 Uhr
    Sa., So. und Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr
    Montag geschlossen
    Eintritt

    Online-Ticket:
    15 € | ermäßigt 9 €

    Ticket vor Ort:
    17 € | ermäßigt 11 €

    Bis 18 Jahre kostenfrei und
    jeden Freitag ab 13 Uhr frei für alle.
    Führungen

    Sa., So. und mit Anmeldung
    Täglich Vorführungen
    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
    www.technikmuseum.berlin/besuch/barrierefreiheit
    ERIH-Mitglied

    Deutsches Technikmuseum bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn
    Fahrradroute: Innovation und Eleganz
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Kinder und Familien
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof in der Denkmaldatenbank
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    Produktion damals und heuteTransport und Verkehr
    E-WERK Berlin
    Umspannwerk und Techno-Club
    Schaltwarte im Hof des E-Werk aus rotem Backstein
    Halle im E-Werk
    Der heute als E-Werk bekannte Gebäudekomplex hat schon einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. | © Foto: Andreas Muhs

    Das heute als E-WERK bekannte Gebäude hat in seiner über 100-jährigen Geschichte einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. Bereits kurz nach dem Bau platzt das Kraftwerk aus allen Nähten. 1885 an der Mauerstraße in Mitte erbaut ist es das Zweite seiner Art in Berlin. Das erste Kraftwerk entsteht nur ein Jahr zuvor am Gendarmenmarkt.

    Berlin ist Ende des 19. Jahrhunderts eine wachsende Stadt. Der stetig steigende Stromverbrauch erfordert neue Lösungen. Um Strom speichern zu können, kommt 1898 ein fünfgeschossiges Speichergebäude dazu. Erst die neue Drehstromtechnik erlaubt es, Strom am Stadtrand zu erzeugen und fast verlustfrei in die Stadt zu leiten. Das Kraftwerk in der Mauerstraße wird um ein Umspannwerk ergänzt. Dieses spannt den hochgespannten Strom aus den Fernleitungen auf niedrigere Voltzahlen um. Der Architekt Hans Heinrich Müller verbindet beim Umbau des Werkes zwischen 1924 und 1928 Funktionalität und Ästhetik. Die neue zentrale Schaltwarte im Hof ist stilprägend. Sie ist rund und in der Höhe gestaffelt.

    Das Mitte der 1980er-Jahre stillgelegte Gelände erlebt nach der Wende seine Wiederentdeckung. Der Ort ist damals unter dem Namen „E-Werk“ als Techno-Club weit über Berlins Grenzen bekannt. Nach jahrelanger Sanierung öffnet das Gelände 2006 wieder. Bis 2024 dient das ewerk als Eventlocation, Wohn- und Arbeitsstätte. Seit 2025 ist das E-WERK ein exklusiver Bürostandort. Eine kleine Gleichrichterstation übernimmt auch heute noch teilweise die Stromversorgung der U-Bahn.

    Seit Anfang 2026 nutzt die „Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen“ das E-Werk als temporäres Zwischenquartier. Mit »Screentime« verwandelt die Kinemathek die historische Halle in einen großflächig inszenierten Medienraum. Gezeigt werden dort experimentelle Ausstellungen, kuratierte Filmreihen, Produktionen aus dem Fernseharchiv sowie das Festival Film Restored.

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    Adresse

    Mauerstr. 78-80
    10117 Berlin-Mitte
    Kontakt

    www.e-werk.berlin/
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Umspannwerk Buchhändlerhof in der Denkmaldatenbank
    E-WERK Berlin bei Wikipedia
    Programm „Screentime"“ der Deutschen Kinemathek
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    Strom und Energie
    Gasometer Fichtestraße (Fichtebunker)
    Der letzte seiner Art
    Eingang zum runden Fichtebunker und Gasometer Fichtestraße
    Türen mit Schatten im Fichtebunker Fichtestraße
    Treppe und Registratur im Fichtebunker Fichtestraße
    Nummern an der Wand im Fichtebunker Fichtestraße
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    Die Fassade des ehemaligen Gasometers Fichtestraße hat sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Der Gasometer Fichtestraße ist der älteste Gasbehälter, der in Berlin erhalten ist. Eine Erkundung durch das Innere des runden Backsteinbaus führt Neugierige in die Zeit der Industrialisierung Berlins und auf eine Reise durch 200 Jahre Stadtgeschichte.

    1826 erhellen die ersten Gaslaternen das nächtliche Berlin. In den folgenden 20 Jahren baut ein Londoner Unternehmen die Straßenbeleuchtung stetig aus. Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt die Stadt die öffentliche Beleuchtung. Gas findet zunehmend auch in Privathaushalten Verwendung, deshalb steigt die Zahl der Gasanschlüsse auch mit der wachsenden Bevölkerung. Die städtischen Gaswerke Berlins entwickeln sich zum größten Gasversorger Europas. Die Gasanstalten produzieren kontinuierlich Gas, die Abnahme durch die Verbraucher aber schwankt. Deshalb müssen ausreichend Speicherbehälter zur Verfügung stehen. Auf freiem Feld entstehen in der Nähe der Hasenheide dazu ab 1874 vier nahezu baugleiche Gasbehälter aus Backstein. Der erhaltene Gasometer in der Fichtestraße entsteht 1883/84. Gleichzeitig beginnt die Elektrifizierung Berlins, deshalb verliert der Gasspeicher schon in den 1930er-Jahren seine Funktion.

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    Adresse

    Fichtestraße 6
    10967 Berlin-Kreuzberg
    Kontakt

    Tel.: 030/49 91 05-17
    info@berliner-unterwelten.de
    www.berliner-unterwelten.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U7 (Haltestelle Südstern)
    Bus: M41 (Haltestelle Körtestraße)
    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich.
    Eintritt

    17 €, ermäßigt 13 €.
    Termine und Tickets im Online-Shop erhältlich, kein Ticketverkauf vor Ort.

    tickets.berliner-unterwelten.de
    Führungen

    Die öffentlichen Führungen sind nicht für Kinder unter 7 Jahren geeignet.
    Festes Schuhwerk ist notwendig, warme Kleidung wird empfohlen.

    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/fichtebunker-kreuzberg
    Barrierefreiheit

    nicht barrierefrei zugänglich
    ERIH-Mitglied

    Gasometer Fichtestraße bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Der Gasometer Fichtestraße in der Denkmaldatenbank
    Der Gasometer Fichtestraße bei Wikipedia
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    Krieg und FriedenStrom und Energie
    Historischer Hafen Berlin
    Berlin ist aus dem Kahn gebaut
    Historischer Hafen Berlin-Brandenburg
    Ausstellung im Schiff Historischer Hafen Fischerinsel
    Dampfschiff im Historischen Hafen Fischerinsel mit Fernsehturm
    Dampfschiff Restaurant im Historischen Hafen Fischerinsel
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    Im Historischen Hafen ist anfassen erlaubt, aber es könnte ölige Finger geben. | © Berlin-Brandenburgische Schifffahrts-gesellschaft e.V. Historischer Hafen

    Während eines Spaziergangs entlang der Fischerinsel in Berlin-Mitte stoßen Flaneure auf ein maritimes Kleinod. Zwischen der Mühlendammschleuse und dem Märkischen Museum befindet sich der Historische Hafen Berlin. Alte Dampfschlepper, historische Maßkähne und typische Fahrgastschiffe des 20. Jahrhunderts liegen hier vor Anker.

    Bereits im Mittelalter gibt es im historischen Zentrum Berlins erste Anlegestellen für den Warenverkehr. 1298 beurkundet der brandenburgische Landesherr Markgraf Otto V. schließlich die Erhebung eines Berliner Zolls, den Schifffahrtsverkehr und den Hafenbetrieb. Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten bleiben die Wasserstraßen die wichtigsten Verkehrswege für den Waren- und Gütertransport. Mit Dampfschleppern und Maßkähnen kommen Anfang des 20. Jahrhunderts auch die so dringend benötigten Ziegel für den Wohnungsbau aus Brandenburg nach Berlin. Kohle aus der Lausitz und aus Schlesien sorgt für Wärme und Strom.

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    Adresse

    Märkisches Ufer
    10179 Berlin-Mitte
    Kontakt

    hafenmeister@historischer-hafen-berlin.de
    www.historischer-hafen-berlin.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Märkisches Museum)
    S-Bahn: S3, S5, S7, S9 (Haltestelle Jannowitzbrücke)
    Eintritt

    Eintritt frei, Spenden willkommen
    Führungen

    Nach Vereinbarung
    Barrierefreiheit

    Nein
    ERIH-Mitglied

    ja
    Industriekultur erleben

    Geheimtipps
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Der historische Hafen bei Wikipedia
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    Transport und Verkehr
    Hochbahnanlage Schönhauser Allee
    Vom Magistratsschirm zum Viadukt
    Hochbahn der U-Bahnlinie U2, Schönhauser Allee
    Hochbahn mit U-Bahn an der Schönhauser Allee
    Die U-Bahnstation Eberswalder Straße an der Linie U2. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    Kurios: An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg fährt die U-Bahn als oberirdische Hochbahn auf einem Viadukt. Um technische Probleme beim Bau von Tunneln unter der Spree und Häuserzeilen zu vermeiden, entscheidet sich der Magistrat von Berlin 1913 nicht für eine Untergrundbahn, sondern für die preiswertere Hochbahn. Diese Hochbahn auf Stelzen verläuft parallel zur Straße und schafft eine weitere Verkehrsebene.

    Das technisch elegante Werk des U-Bahn-Architekten Alfred Grenander trägt damals den Spitznamen „Magistratsschirm“. Die Hochbahn über der Schönhauser Allee ist wie ein aufgespannter Schirm, unter dem die Berlinerinnen und Berliner wettergeschützt flanieren können. Proteste wegen Erschütterungen in den Häusern, Geschäftsschädigung, Lärmbelästigung und Fahrpreiserhöhungen sorgen anfangs für Unmut. Inzwischen steht die Berliner Hochbahn unter Denkmalschutz und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
    Adresse

    von U-Bhf. Schönhauser Allee bis U-Bhf. Eberswalder Straße
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Hochbahnanlage in der Denkmaldatenbank
    Die U-Bahnlinie U2 bei Wikipedia
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    Transport und Verkehr
    Höfe am Südstern
    Kreuzberger Mischung
    Höfe am Südstern mit Fassadengestaltung
    Die asymmetrische, malerische Fassade fügt sich gut in den stark begrünten Straßenzug an der Hasenheide ein. | © bzi, Foto: Anja Liebau, 2021

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts strömen Menschen aus dem gesamten Deutschen Reich in die Hauptstadt Berlin, auf der Suche nach Arbeit. Die Stadt muss schnell neuen Wohnraum schaffen und stampft blockweise Häuser aus dem Boden. Eine Bauweise um 1900 ist die „Kreuzberger Mischung “, d. h. im Haus wird gewohnt und gearbeitet. Ein Beispiel für diese Mischnutzung sind die Höfe am Südstern.

    Das Gebäude hat zur Straßenseite hin eine prunkvolle Fassade, weil im Vorderhaus die Mittelklasse wohnt. Die repräsentativen Wohnungen haben oftmals eine winzige Mädchenkammer und einen Dienstbotenaufgang. Im Hinterhaus wiederum siedelt sich Gewerbe an. Es ist keine Seltenheit, dass in den Hinterhöfen auch Pferde- und Kuhställe untergebracht sind. Die Kühe versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner der Höfe mit frischer Milch. Ein Kühlsystem gibt es zu der damaligen Zeit nicht.

    In den „Höfen am Südstern“ ist in einem der Seitenflügel der alte Pferdestall noch erhalten. Heute sind die Gewerbehöfe eine renommierte Adresse für Firmen aller Art.
    Adresse

    Hasenheide 54
    10967 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Höfe am Südstern in der Denkmaldatenbank
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    Produktion damals und heute
    Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte
    Energieversorgung im Wohngebiet
    Kraftwerk Mitte an der Spree
    Große Halle, Party im Kraftwerk Berlin
    Der Gebäudekomplex des Kraftwerks Mitte liegt direkt an der Spree. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 benötigt die Hauptstadt der DDR eine eigene, gesicherte Energieversorgung. Das Heizkraftwerk Berlin-Mitte geht noch im gleichen Jahr in Betrieb und ist lange Zeit das wichtigste Kraftwerk Ostberlins. Neben den umliegenden Wohnungen erhalten auch der Alexanderplatz, die Charité und das Staatsratsgebäude der DDR Wärme und Elektrizität. 1996 löst ein benachbarter Neubau das alte Kraftwerk ab. Anschließend steht es einige Jahre lang leer. 2006 zieht im südlichen Trakt der legendäre Techno-Club „Tresor“ ein. Der Club befand sich zuvor im Tresorraum des ehemaligen Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz.

    Der riesige Komplex mit zahlreichen Erweiterungsbauten dient heute noch zum Teil der Energieerzeugung. Seit 2010 bietet das „Kraftwerk Berlin“ mit seiner 100 Meter langen Turbinenhalle Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Mit ihrer mächtigen Erscheinung prägen das alte und neue Kraftwerk Mitte noch heute die umgebende Stadtlandschaft an der Spree.
    Adresse

    Köpenicker Straße 70
    10179 Berlin-Mitte
    Kontakt

    www.kraftwerkberlin.de
    contact@kraftwerkberlin.de
    Tel.: 030 2300 5100
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Website der Eventlocation Kraftwerk Berlin
    Das Heizkraftwerk Mitte bei Wikipedia
    Das Kraftwerk Berlin bei Wikipedia
    Best of

    Strom und Energie
    KulturBrauerei
    Kühles Bier aus tiefen Kellern
    Hof der KulturBrauerei mit Museum
    Turm der Kulturbrauerei an Straßenecke
    Infos auf Smartphone bei der KulturBrauerei
    Gang im Keller der KulturBrauerei
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    Die Schrift an den Gebäuden verrät, wo einst Garage, Ställe und Umkleidekabinen untergebracht waren. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt

    Von der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg strömen Nachtschwärmer in die KulturBrauerei. Schon von weitem tönen tiefe Bässe aus den verschiedenen Clubs auf dem 25.000 m² Areal. In der Nacht und auch am Tag ist die KulturBrauerei ein Ort zum Essen, Trinken und Tanzen. Das Museum zum Alltag in der DDR, ein Kino und ein Fahrradverleih runden das kulturelle Angebot ab.

    1853 übernimmt Jobst Schultheiss eine bayrische Bierbrauerei und den dazugehörigen Lagerkeller in der Schönhauser Allee. Er gibt dem Unternehmen seinen Namen und wird schließlich zu einem der erfolgreichsten Bierbrauer in Berlin. Als Richard Roesicke die Brauerei 1864 übernimmt, behält er nicht nur den Braumeister, sondern auch den eingeführten Namen der Brauerei bei. Durch den Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen entwickelt sich die Schultheiss-Brauerei schließlich zur größten Brauerei Deutschlands.

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    Adresse

    Schönhauser Allee 36
    10435 Berlin-Prenzlauer Berg
    Kontakt

    Tel.: 030/44 35 21 70
    info@tic-berlin.de
    www.kulturbrauerei.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Eberswalder Straße o. Senefelderplatz)
    Tram: M1, M10, M12 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Nachtbus: N52 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Öffnungszeiten

    Gelände rund um die Uhr zugänglich
    Touristeninfo (Sudhaus, Haus 2):
    Di. bis So. 12:00 bis 17:30 Uhr (Öffnungszeiten können saisonal abweichen)
    Eintritt

    Gelände frei zugänglich
    Kultureinrichtungen siehe Website

    Führungen

    Kostenloses Guidesystem für mobile Endgeräte
    Führungen auf Anfrage, kostenpflichtig
    berlinonbike.de/alle-touren/kulturbrauerei-fuhrung/
    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
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    KulturBrauerei bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Schultheiß-Brauerei in der Denkmaldatenbank
    KulturBrauerei bei Wikipedia
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    Bier und Brot
    Museum für Kommunikation Berlin
    Von Rauchzeichen, Rohrpost und Robotern
    Ausstellung im Museum für Kommunikation mit Kindern und Tablet
    Museum für Kommunikation bei Nacht
    Roboter im Museum für Kommunikation
    Schwarz-weiß Foto, Lichthof im Reichspostmuseum um 1912
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    Im Museum finden verschiedene Workshops u.a. für Kinder und Familien statt. | © Museum für Kommunikation Berlin, Foto: Michael Ehrhart

    Die Begrüßung im Museum für Kommunikation Berlin fällt überraschend aus: In der imposanten Eingangshalle heißen freundliche Roboter die Besucherinnen und Besucher willkommen. Dieses Museum ist ein Ort, an dem sich Menschen (und Roboter) begegnen, austauschen und unterhalten. Der Name des Museums ist dabei Programm. Schließlich geht es um bedeutende Fragen unserer Zeit:
    Wie hat sich der Umgang mit Zeichen, Codes und Medien im Laufe der Zeit verändert?
    Wie prägen neue Formen der Kommunikation unser privates und öffentliches Leben?
    Welche Zukunftsperspektiven gibt es für unsere Informationsgesellschaft?

    Kommunikation prägt schließlich schon immer das Leben der Menschen. Beginnend beim Rauchzeichen bis hin zum heutigen Smartphone – die umfangreiche Sammlung des Museums spiegelt unsere vielfältigen Formen von Kommunikation wieder. 1872 eröffnet das Museum als erstes Postmuseum der Welt. In der Schatzkammer befinden sich besondere Raritäten und kostbarste Exponate. Dazu gehören das erste „Telephon“ von Johann Philipp Reis und die wohl berühmtesten Briefmarken: die Blaue und die Rote Mauritius.

    Interaktion ist im Museum für Kommunikation Berlin ausdrücklich erwünscht. So laden beispielsweise eine funktionsfähige Rohrpostanlage und ein Green-Screen-Studio zum Ausprobieren ein.

    Der Rundfunkgeschichte ist ein Meilenstein der Berliner Industriekultur gewidmet.
    Adresse

    Leipziger Straße 16
    10117 Berlin-Mitte
    Kontakt

    Tel.: 030-20 29 40
    mfk-berlin@mspt.de
    www.mfk-berlin.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Anton-Wilhelm-Amo-Straße o. Stadtmitte), U6 (Haltestelle Stadtmitte)
    Bus: M48, 265 (Haltestelle U Stadtmitte/Leipziger Straße), 200 (Haltestelle Anton-Wilhelm-Amo-Straße)
    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9:00 bis 17:00 Uhr
    Sa./So./Feiertag: 10:00 bis 18:00 Uhr
    Jeder 3. Mi. im Monat: 9:00 bis 20:00 Uhr
    Geschl. am 01.01., Ostermontag, Pfingstmontag, 24., 25. u. 31.12.
    Eintritt

    Erwachsene 8,00 €, ermäßigt 4,00 €,
    Eintritt frei unter 18 Jahren.
    Führungen

    Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten siehe Website, Anmeldung meist direkt vor Ort.
    Barrierefreiheit

    eingeschränkt
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    Das Museum für Kommunikation Berlin bei ERIH
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    Wissenswertes

    Das Reichspostamt in der Denkmaldatenbank
    Das Museum für Kommunikation bei Wikipedia
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    Kommunikation und Medien
    Pfefferberg-Brauerei
    Braukunst vor den Toren der Stadt
    Moderne Gebäude neben alten Backstein-Bauten am Pfefferberg
    Eingang der Brauerei Pfefferberg an der Schönhauser Allee
    Rotes Backsteingebäude am Pfefferberg, Eingang von AEDES
    Bäume auf der Terrasse am Pfefferberg
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    Die Christinenstraße bietet den besten Blick auf die moderne Architektur neben historischen Brauereigebäuden. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg liegt der Pfefferberg. Das Plateau mit Biergarten und Terrassencafé unter Bäumen überrascht viele Besucherinnen und Besucher. Niedrige Grundstückspreise und die erhöhte Lage im Norden der Stadt bieten Mitte des 19. Jahrhunderts beste Voraussetzungen für den Bau von Brauereien mit großen Kühlkellern. So beginnt auch die industrielle Karriere des Pfefferbergs.

    Namensgeber für das Areal an der Schönhauser Allee ist Joseph Pfeffer. Der bayerische Braumeister ist einer der ersten, der die untergärige Brauart nach Berlin bringt und ab 1841 an dem damals noch vor den Stadtgrenzen gelegenen Ort eine eigene Brauerei errichtet. Das so gebraute Bier ist länger lagerfähig und eignet sich deshalb besonders gut für die industrielle Produktion. Bis 1921 bestimmen deshalb Hopfen, Malz und Hefe das Geschehen der Pfefferberg-Brauerei.

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    Adresse

    Schönhauser Allee 176
    Christinenstr. 18/19
    10119 Berlin-Prenzlauer Berg
    Kontakt

    info@stiftung-pfefferwerk.org
    Tel.: 030/44383 376
    www.stiftung-pfefferwerk.org
    www.pfefferberg.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Senefelderplatz)
    Öffnungszeiten

    Areal frei zugänglich | Anlieger siehe Website
    Führungen

    Auf Anfrage
    Barrierefreiheit

    Barrierefrei bis auf den Projektraum Meinblau
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    Pfefferberg bei ERIH
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    Wissenswertes

    Zum Pfefferberg bei der Stiftung Pfefferwerk
    Die Brauerei Pfefferberg in der Denkmaldatenbank
    Der Pfefferberg bei Wikipedia
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    Bier und BrotProduktion damals und heute
    Portikus Anhalter Bahnhof
    Tor zum Süden
    Ruine des Portikus, Anhalter Bahnhofs
    Anhalter Bahnhof mit Vorplatz 1927
    Der Portikus ist der sichtbare Rest des Anhalter Bahnhofs. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Am Askanischen Platz ragt eine beeindruckende Wand mit Rundbögen aus Backsteinen in die Höhe. Bis vor 70 Jahren gelangten Reisende durch diesen Portikus hindurch in eine gigantische Bahnhofshalle. Er ist der letzte Überrest der 34 Meter hohen und 170 Meter langen Halle des Anhalter Bahnhofs, fertiggestellt 1880. Ein Hallendach aus Glas überspannt frei und ohne jede Stütze die Gleise. Schnaufende Dampflokomotiven fahren ein und hüllen dadurch den Bahnsteig in beißenden Rauch. Ende des 19. Jahrhunderts herrscht geschäftiges Treiben vor und im Anhalter Bahnhof. Reisende kommen entweder mit Kutschen oder zu Fuß, um ihre Fahrt mit der Eisenbahn anzutreten. Die ersten Züge fahren nach Leipzig, Frankfurt und München. Der „Anhalter“ wird zum Tor des Südens. Vom Berliner Kopfbahnhof fahren Eisenbahnen nach Nizza, Athen und Neapel. Südlich vom Personenbahnhof erstreckt sich das große Gelände des Anhalter Güterbahnhofs. In der ehemaligen Ladestraße sitzt heute unter anderem das Deutsche Technikmuseum.

    Der Ausbau des Schienennetzes erfordert jedoch auch die Übermittlung von Informationen über Zugfahrten und Störungen. Die im Bahndamm verlegte Telegrafenlinie ist einer der ersten Aufträge der „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“, die ihren Gründungsort in Sichtweite des Bahnhofs hat.

    Im Regime der Nationalsozialisten wandelt sich der Anhalter Bahnhof von einem Sehnsuchts- zu einem Schreckensort. Wie einige andere Bahnhöfe ist auch der Anhalter ab 1942 Startpunkt für Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager. Die Sonderwaggons mit Deportierten werden an fahrplanmäßige Züge nach Dresden oder Prag angehängt. Von dort aus fahren die Züge weiter, zum Beispiel in das Konzentrationslager Theresienstadt. Seit 2021 befindet sich gegenüber der Ruine des Anhalter Bahnhofs am Askanischen Platz das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

    Das monumentale Bahnhofs-Gebäude von Architekt Franz Schwechten übersteht den Zweiten Weltkrieg nur mit erheblichen Schäden. Der Zugverkehr ist nur noch eingeschränkt möglich. Die Teilung Berlins führt 1952 schließlich zur Einstellung des Personenverkehrs. Aufgrund von Einsturzgefahr beschließt der Senat die Sprengung. Das Gebäude erweist sich jedoch als widerstandsfähig. Drei Jahre lang versuchen sich Abrissfirmen am Bahnhof. Schließlich bleibt allein der Portikus als Überrest des Tors zum Süden erhalten

    Das Areal rund um Anhalter Bahnhof und Gleisdreieck ist Thema eines Forschungsprojektes des Berliner Zentrum Industriekultur (bzi). Gleisdreieck Online verknüpft Geodaten und historisches Material zu einer umfangreichen Karte: Eine Spurensuche durch zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte.

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    Adresse

    Askanischer Platz 6-7
    10963 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Eisenbahn-Ausstellung im Deutschen Technikmuseum
    Der Portikus des Anhalter Bahnhofs in der Denkmaldatenbank
    Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
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    Transport und Verkehr
    Siemens Gründungsort
    Erfindergeist im Hinterhof
    Siemens Gründungsort ist heute die Hotelkette Mövenpick
    Siemens Gründungsort Siemenshaus
    Siemens Gründungsort
    Siemens Gründungsort Verwaltung
    In der Siemens-Repräsentanz von 1915 residiert heute die Hotelkette Mövenpick. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Was für Steve Jobs und Apple eine Garage ist, ist für Siemens eine kleine Hinterhaus-Werkstatt. Die „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“ begründet 1847 die über 100-jährige Entwicklung von SIEMENS zu einem weltweit agierenden Industriekonzern. Im Hin­ter­haus der Schöneberger Straße 33 baut die Firma ihre ers­ten Telegrafen. Die Ver­wal­tung befindet sich ab 1901 neben dem Anhal­ter Bahnhof, am Aska­ni­schen Platz, unweit des Gründungsorts. Zwei Jahrzehnte zuvor hatte Sie­mens & Halske die Signal­tech­nik für den Bahnhof gestellt. Heute sitzt an der gleichen Adresse die Zeitung „Der Tagesspiegel“.

    Ende des 19. Jahrhunderts zieht die Hauptverwaltung schließlich in die neu gegründete Siemensstadt in Berlin-Spandau. Die repräsentative Adresse in der Nähe des Regierungsviertels möchte das Unternehmen allerdings behalten. Daher entsteht an diesem Standort 1915 die neue Siemens-Repräsentanz, in der heute die Hotelkette Mövenpick residiert.

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    Adresse

    Siemens Gründungsort
    Schöneberger Str. 33

    Siemenshauptverwaltung
    Askanischer Platz 3

    Siemenshaus
    Schöneberger Str. 3
    alle 10963 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Anfänge von Siemens auf der Unternehmenswebsite
    Siemens bei Wikipedia
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    Forschung und Innovation
    Umspannwerk Humboldt
    Eine Marienburg für Berlin
    Umspannwerk Humboldt, Torbogen
    Vogelperspektive auf das Umspannwerk Humboldt, Gebäude aus rotem Backstein
    Das Eingangsportal des Umspannwerks Humboldt in Berlin-Prenzlauer Berg. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    1925 begeistert sich der Hausarchitekt der „Bewag“, Hans Heinrich Müller für die Marienburg, den größten gotischen Backsteinbau Europas in der inzwischen polnischen Stadt Malbork. Müller greift architektonische Stilmittel dieser mittelalterlichen Burg im Umspannwerk Humboldt auf. Das Eingangsportal des Umspannwerks in Berlin-Prenzlauer Berg zieren Spitzbögen. Zwei Brücken verbinden die mittig im Innenhof liegende Warte mit den Werkshallen. Ein Türmchen befindet sich im Innenhof des Umspannwerks.

    Viele Bauten von Müller, die ebenfalls in den 1920er-Jahren entstanden sind, greifen diese Detailverliebtheit auf. Inzwischen sind die großflächigen Räume des ehemaligen Umspannwerks in gewerblicher Nutzung.

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    Adresse

    Kopenhagener Straße 58 – 63
    10437 Berlin-Prenzlauer Berg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Das Umspannwerk Humboldt in der Denkmaldatenbank
    Das Umspannwerk Humboldt bei Wikipedia
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    Strom und Energie
    Umspannwerk Scharnhorst
    Beobachtungsposten für Straßenbeleuchtung
    Umspannwerk Scharnhorst, Backsteinbau mit Fenstern
    Umspannwerk Scharnhorst
    Das Umspannwerk Scharnhorst, heute bekannt als „Vattenfall-Haus”. | © Foto: Stefan Joseph Müller

    Dieses Umspannwerk hat eine Besonderheit: Seit 1927 lässt sich in 25 Metern Höhe von der verglasten Lichtwarte aus die Straßenbeleuchtung überwachen. Allabendlich entscheidet bis in die 1940er-Jahre ein Mitarbeiter über den richtigen Zeitpunkt zum Einschalten der Straßenlaternen. Mit einem Knopfdruck schaltet sich das Licht in den umliegenden Bezirken ein.

    Der Hausarchitekt des ehemaligen Berliner Stromversorgers „Bewag“, Hans Heinrich Müller, entwickelt die moderne Architektur des Umspannwerks. Seine Gebäude verehren die Elektrizität fast wie ein Heiligtum. Seine „Kathedralen der Elektrizität“ repräsentieren dadurch die Bedeutung der Umspannwerke für die rasante Stadt- und Industrieentwicklung Berlins. Inzwischen ist das Umspannwerk nach seinem derzeitigen Nutzer benannt: „Vattenfall-Haus”. Es beherbergt Verwaltung und Kundenservice des Stromkonzerns.
    Adresse

    Sellerstraße 16–26
    13353 Berlin-Wedding
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Das Umspannwerk Scharnhorst in der Denkmaldatenbank
    Das Umspannwerk Scharnhorst bei Wikipedia
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    Strom und Energie

    #Berlin #Kreuzberg #Mitte #Wedding #Sehenswürdigkeiten #Fahrradtour #Tourismus

  • „Es gibt nicht viele Orte wie diesen“: Berliner See-Kneipe rutscht durch Tod des Betreibers in die Not
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/mitte/beliebte-berliner-see-kneipe-rutscht-durch-tod-des-betreibers-in-die-no

    Im Bezirksamt Mitte sitzten 12 Affen. Glaubt ihnen kein Wort.

    15.4.2026 von Julia Weiss - Nach dem Tod des Inhabers droht dem Bootsverleih am Plötzensee das Aus. Jetzt gibt es einen Plan, den beliebten Kiosk zu retten. Doch das Bezirksamt Mitte steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber.

    In den ersten Frühlingstagen öffnet seit vielen Jahren die Fischerpinte am Plötzensee. Vor dem alten Bootshaus werden Stühle und Tische aufgestellt, Ruderboote liegen am Steg. Es gibt Würstchen und Brezeln, kühle Getränke und Kuchen. Meistens läuft leise Schlagermusik. Doch dieses Jahr bleibt das Gelände verschlossen. Der Betreiber Wolfgang Düring ist im Februar verstorben – nun droht dem Bootsverleih und dem beliebten Kiosk am Wasser das Aus.
    Bedrohte See-Kneipe: Betriebserlaubnis hat nur der verstorbene Besitzer

    Denn die Erlaubnis für den Betrieb hatte nur der verstorbene Besitzer. Die Fischerpinte liegt im Landschaftsschutzgebiet. Vom Wildbaden erodieren die Ufer des Plötzensees stark, immer wieder bleibt Müll liegen. Deswegen möchte das Umweltamt Mitte die Menschen aus der Natur heraushalten. In Wolfgang Dürings Mietvertrag stand, dass er Stege und Bootshaus nach Aufgabe des Betriebs abbauen müsse – auf eigene Kosten. Diese Verpflichtung würde nun an seine Nachkommen gehen, die das Erbe jedoch bereits abgelehnt haben.

    An der Fischerpinte treffen sich alte und junge Menschen, Schulklassen und Rentner.

    Andaras Hahn, engagiert für die Erhaltung der Fischerpinte

    Doch Stammgäste aus dem Wedding wollen die Fischerpinte retten. Andaras Hahn setzt sich schon länger für deren Erhaltung ein. Gemeinsam mit anderen will er einen Verein gründen und den Kiosk und Bootsverleih weiterführen. Dazu hat er bereits ein 13-seitiges Konzept an den Bezirk geschickt. „Es gibt nicht viele Orte wie diesen, wo man zwanglos in der Natur zusammensitzen kann“, sagt er. „An der Fischerpinte treffen sich alte und junge Menschen, Schulklassen und Rentner.“

    Andaras Hahn will die Fischerpinte gemeinsam mit anderen Stammgästen übernehmen.

    © Leonie Colditz

    Das Interesse an seiner Initiative ist groß, wie zahlreiche Kommentare auf Instagram unter seinem Beitrag für den lokalen Blog „Weddingweiser“ zeigen. „Die Fischerpinte muss bleiben“, heißt es da. Oder: „Was kann man tun? So ein schöner Ort!“
    Für das Bezirksamt sind Fischerpinte und Umweltschutz ein Widerspruch

    Wäre das Bezirksamt Mitte offen für den Erhalt der Fischerpinte? „Den Konflikt zwischen Umweltschutz und gewerblicher Nutzung gab es immer“, sagte Umweltstadtrat Christopher Schriner (Grüne) dem Tagesspiegel. Daher wolle man in Zukunft keine gewerbliche Nutzung und keinen Bootsverleih mehr. Der Bezirk sei aber grundsätzlich offen dafür, die kiezige Identität zu erhalten.

    Im alten Bootshaus hängt ein Schultheiss-Schild. Das gehört hier zum Inventar wie die Plastikstühle und die grünen Ruderboote.

    © Andaras Hahn

    Doch über das Wie herrscht bereits Streit. Zudem droht ein langer Stillstand. Es ist unwahrscheinlich, dass die Fischerpinte diesen Sommer öffnen kann. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt. Das Grundstück gehört dem Bezirk, das Bootshaus und die Stege gehörten Wolfgang Düring. Nachdem sein Erbe abgelehnt hat, muss nun das Amtsgericht klären, was damit geschieht.
    Vor vier Jahren erste Debatte über Zukunft der Fischerpinte

    Außerdem sperrte sich das Umweltamt Mitte in der Vergangenheit gegen den Weiterbetrieb der Fischerpinte und pochte auf den Abriss. Vor vier Jahren gab es bereits eine Debatte darüber. Auf Antrag der Linken hatte die Bezirksverordnetenversammlung schließlich für den Erhalt gestimmt. Die damalige Umweltstadträtin Almut Neumann (Grüne) hatte daraufhin einen Kompromiss mit allen Beteiligten erarbeitet. Geplant war eine Naturpinte. Neben Kiosk und Aufenthaltsbereich am Ufer sollte es Umweltbildung für Schulklassen und alle Interessierten geben.

    Die Zukunft des Bootsverleihs ist ungewiss: Das Umweltamt sieht das im Landschaftsschutzgebiet kritisch.

    © Andaras Hahn

    Doch dafür fehle Schriner zufolge aktuell das Geld. „Ich sehe nicht, dass wir aktuell die Mittel für ein Umweltbildungszentrum haben“, sagte er.

    Außerdem hatte sich der Betreiber Wolfgang Düring zu Lebzeiten dagegen gesperrt, seinen Bootsverleih und Kiosk an einen Nachfolger zu überschreiben. Darum hatten sich sowohl Neumann als auch Hahn bemüht, um die Fischerpinte für die Zukunft zu sichern.

    Für Stammgast Andaras Hahn sind Fischerpinte und Umweltschutz kein Widerspruch. „Das Problem sind doch vor allem die Menschen, die sich am Ufer aufhalten und Müll liegenlassen“, sagt er. Die Mitarbeiter der Fischerpinte hätten immer darauf geachtet, dass sich alle korrekt verhalten. „Das war auch eine Kontrollinstanz“, sagt er. Wenn die Fischerpinte nun sich selbst überlassen werde, könnten dort erst recht Probleme mit Müll und Lärm entstehen.

    #Berlin #Wedding #Plötzensee #Kneipe #Freizeit #Natur

  • Plötzliches Ende einer Ära: Zukunft der Fischerpinte am Plötzensee ungewiss
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/nach-tod-des-wirts-der-traditionsreichen-fischerpinte-droht-das-end

    Das grüne Bezirksamt Mitte agiert mal wieder als Stadtzerstörer. Am Ende wird weder für die arbeitrnde Bevölkerung noch für die Zwischenklasse der Funktionselite eine wirlkch lebenswerte Umgebung entstehen. Die Rede von den ideologisch vernagreten Grünen ist leider mehr als rechte Propaganda.

    14.4.2026 von Oliver Weinlein - Fast ein Jahrhundert war die Freizeitanlage ein beliebter Treffpunkt im Wedding. Nun droht wegen Umweltauflagen des Bezirksamts das endgültige Aus für den Bootsverleih.

    Seit fast einem Jahrhundert ist die Fischerpinte ein Ankerpunkt der Erholung in Wedding. Doch nach dem Tod des langjährigen Pächters vor wenigen Tagen ist die Zukunft der traditionsreichen Anlage am Plötzensee nun völlig ungewiss. Das Bezirksamt Mitte pocht auf den Naturschutz – sehr zum Unmut der Anwohner und der Lokalpolitik, die den unwiederbringlichen Verlust einer kostengünstigen Freizeitmöglichkeit befürchten.

    Nach dem Tod des langjährigen Betreibers Wolfgang Düring, der über drei Jahrzehnte das Gesicht der Pinte war, ist die Zukunft der Fischerpinte akut gefährdet. Das Bezirksamt Mitte betont, eine Neuverpachtung sei aus Umweltschutzgründen schon bislang nicht vorgesehen gewesen. Der zuständige Stadtrat prüft nach dem Erbfall nun die vertraglichen Optionen. Kritiker werfen der Verwaltung vor, politische Erhaltungsbeschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über Jahre nicht konsequent genug verfolgt zu haben.

    Foto
    Wolfgang Düring

    Die Suche nach dem stadtpolitischen Kompromiss

    Für das Bezirksamt Mitte hat der Schutz des Sees oberste Priorität. Das Umwelt- und Naturschutzamt verweist auf den Status des Plötzensees als Teil des Landschaftsschutzgebietes (LSG-06) Volkspark Rehberge. Die zugehörige alte Schutzverordnung aus dem Jahr 1953 setzt dort enge Grenzen und verbietet ausdrücklich Veränderungen, die Natur oder Landschaft beeinträchtigen, darunter auch „Bauwerke aller Art“ und „feste Verkaufsstände“. Erschwerend kommt für die Behörde der Nutzungsdruck hinzu: Das Bezirksamt dokumentiert massive ökologische Schäden am See durch übermäßige Badenutzung, Ufererosion und den Verlust der letzten Röhrichtreste. Auch hinsichtlich der Boote gibt es Verdachtsmomente: Es gibt laut Amt Berichte, dass Boote der Fischerpinte genutzt worden seien, um geschützte Uferbereiche von der Wasserseite aus zu erreichen.

    Der politische Konflikt um das Areal ist gut belegt. Im Jahr 2022 gab es den BVV-Antrag „Bootsverleih Düring am Plötzensee erhalten!“, in dem das Bezirksamt einstimmig ersucht wurde, den Ort „mit allen möglichen Mitteln“ zu bewahren und den damals bereits diskutierten Abriss zu verwerfen. Daraufhin wurde in den Jahren 2022 und 2023 öffentlich ein Kompromissmodell diskutiert: Die damalige Bezirksstadträtin schlug vor, die Fischerpinte als Naturschutz- beziehungsweise Naturstation weiterzuführen. Die Idee sah vor, Umweltbildung mit dem traditionellen Feierabendbier zu verbinden, den Tretbootverleih zum Schutz der Ufer aber einzustellen.

    Doch dieses Modell wird gegenwärtig offenbar nicht proaktiv weiterverfolgt. Das Bezirksamt ließ kürzlich gegenüber dem Lokalportal Weddingweiser mitteilen, es habe keinen Sinneswandel gegeben. Der Kontakt zu Herrn Düring bezüglich eines Nutzungsübergabekonzepts sei damals erfolglos geblieben, weshalb eine weitere Planung nicht möglich gewesen sei.

    Mit der Fischerpinte verliert der Bezirk womöglich nicht nur ein Stück Nostalgie, sondern auch einen essenziellen Teil des Kiezlebens. Die soziale Bedeutung zeigt sich besonders im Kontrast zum offiziellen Strandbad Plötzensee: Das Bad ist verpachtet, und Senat sowie Bezirk haben laut der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage keinen Einfluss auf die Tarifgestaltung. Nachdem dort 2024 auf den vollen Eintritt von 9 Euro verwiesen wurde, wird die Fischerpinte in der Nachbarschaft umso mehr als wichtiges, günstiges und niedrigschwelliges Naherholungsangebot wahrgenommen. Für viele Familien und Studierende, so die Kritik aus der Lokalpolitik und von Anwohnern, sei das Strandbad schlichtweg zu teuer. Ob die laufenden vertraglichen Prüfungen des Bezirks letztlich in einem Abriss enden oder doch noch ein Weg zum Erhalt gefunden wird, bleibt abzuwarten.

    #Berlin #Wedding #Dohnagestell #Plötzensee #Rehberge #Freizeit #Natur #Gastronomie

  • Hausdurchsuchungen in Berlin : PR-Razzia bei Anarchisten
    https://www.jungewelt.de/artikel/519795.hausdurchsuchungen-in-berlin-pr-razzia-bei-anarchisten.html

    Im Infoladen »Scherer 8« im Wedding zerstörten Beamte am Dienstag das Schaufenster, Florian Boillot

    Au fond les fonctionnaires et sbires de l’état capitaliste allemand n’ont jamais coupé les ponts avec le nazisme. Le résultat est une confusion totale où les forces de l’ordre sous direction des politiciens "modérés" font le travail des hordes fascistes et les ouvriers qualifiés abandonnent les organisations social-démocrates au profit de la droite ultra conservatrice.

    Leur ennemi commun est l’extrême gauche à l’image des nihilistes russes armés sous les tzars. La politique du spectacle bat son plein. On démolit de l’anarchiste. La galerie applaudit.

    25.3.2026 von Philip Tassev - Polizei durchsucht mehrere Häuser wegen Anschlag auf Berliner Stromnetz im September 2025. GdP-Funktionär nennt Linke »Krebsgeschwür«

    Bewaffneter Besuch am Dienstag früh: Vermummte Beamte der Berliner Polizei stürmten in den Morgenstunden rund ein Dutzend Wohnungen, Büros und Läden in der Hauptstadt. Die Durchsuchungen richteten sich in der Hauptsache gegen vier Beschuldigte im Alter zwischen 28 und 36 Jahren, denen die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Beteiligung an einem Anschlag auf die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof im September 2025 vorwirft. Sie sollen durch eine Brandlegung an zwei Strommasten für den großflächigen Stromausfall im Südosten Berlins verantwortlich gewesen sein, der laut Polizei rund 50.000 Haushalte und etwa 2.000 Betriebe betroffen habe. Mit einem angeblichen Bekennerschreiben auf der Webseite Indymedia hatten damals »einige Anarchist:innen« die Tat für sich reklamiert. Die Aktion habe sich gegen die in Adlershof ansässigen Firmen aus den Bereichen IT, Robotik, Nanotechnologie, Raumfahrt und Rüstung gerichtet.

    Ein Schwerpunkt der polizeilichen Hausdurchsuchungen lag denn auch auf der »Anarchistischen Bibliothek Kalabalik« in Berlin-Kreuzberg. Im Stadtteil Wedding, wo auch Büros durchsucht wurden, versammelten sich spontan etwa 30 Personen zum Protest gegen die Polizeiaktion. Aber auch in anderen Bundesländern schlug der Staat am Dienstag zu: Durchsucht wurden dabei Wohnungen in Düsseldorf, im brandenburgischen Kyritz sowie in Hamburg. Die insgesamt etwa 500 eingesetzten Beamten beschlagnahmten nach eigenen Angaben Laptops, Mobiltelefone, Unterlagen sowie »diverse weitere elektronische Geräte«. Festgenommen wurde jedoch keiner der Beschuldigten. Die Berliner Polizei teilte dazu lediglich mit: »Die weiteren Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat sowie den einzelnen Tatbeiträgen der Tatverdächtigen dauern an.«

    Äußerungen des Sprechers der Berliner »Gewerkschaft der Polizei« (GdP), Benjamin Jendro, deuten darauf hin, dass es bei der Großrazzia vor allem um eine PR-Maßnahme ging, um die Stimmungsmache gegen Linke allgemein weiter anzuheizen. Der Polizeifunktionär schreckte dabei noch nicht einmal vor einem rhetorischen Rückfall in die finstersten Zeiten der jüngeren deutschen Geschichte zurück. In seinem Statement sprach Jendro vom »Linksextremismus« als einem »Krebsgeschwür, das sich durch unsere Gesellschaft frisst und leider auch im politischen Raum immer wieder auf Nährboden trifft«. Die »Gefahren durch Linksextremisten« würden hierzulande »seit Jahren kleingeredet«. Der Staat habe es mit einer »heterogene(n) Szene« zu tun, die »international gut vernetzt« sei, gut organisiert sei und »durchaus intelligent vorgeht«.

    Zudem nutzte Jendro die Gelegenheit, den alten Forderungen der GdP nach mehr Überwachung neuen Nachdruck zu verleihen. Er bedauerte, dass die »Linksextremisten« auch »weiterhin von fehlenden rechtlichen Anpassungen wie der überfälligen Ausweitung der Quellentelekommunikationsüberwachung, Mindestspeicherfristen für IP-Adressen oder Nutzung KI-basierter Technik« profitieren würden. Gegenüber Springers Welt sagte der Funktionär, die Behörden würden zwar die »Protagonisten des harten Kerns« kennen. Er musste aber eingestehen, dass es »unglaublich schwer« sei, »ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen«. Um so höher sei es einzustufen, »was unser LKA da auf die Beine gestellt hat, um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken«, behauptete Jendro, ganz so, als sei es eine besondere Leistung, mit Hunderten vermummten und gepanzerten Beamten frühmorgens Leute zu terrorisieren.

    Nach dem Stromausfall im September 2025 war es Anfang Januar dieses Jahres zu einem weiteren Brand an einem Stromkabel gekommen, der die Energieversorgung im Berliner Südwesten lahmlegte. Zu dieser Tat hatte sich – ebenfalls anonym per Indymedia – eine »Vulkangruppe« bekannt, eine andere »Vulkangruppe« sich aber davon distanziert. Übereinstimmenden Berichten zufolge gehen die Ermittlungsbehörden offiziell bei beiden mutmaßlichen Anschlägen von verschiedenen Tätergruppen aus, die aber aus demselben anarchistischen Umfeld kommen würden.

    Die Razzia vom Dienstag wird nicht die letzte Aktion gewesen sein, mit der der Staat versucht, die verstärkte Propaganda von der »linksextremen Gefahr« zu untermauern.

    #Berlin #Wedding #Schererstraße #police #répression

  • Alfred Eisenstaedt
    https://www.icp.org/browse/archive/constituents/alfred-eisenstaedt

    Born in Dirschau (now Poland), Alfred Eisenstaedt studied at the University of Berlin and served in the German army during World War I. After the war, while employed as a button and belt salesman in Berlin, he taught himself photography and worked as a freelance photojournalist. In 1929, he received his first assignment that would launch his professional career—the Nobel Prize ceremony in Stockholm. From 1929 to 1935 he was a full-time photojournalist for the Pacific and Atlantic Picture Agency, later part of the Associated Press, and contributed to the Berliner Illustrierte Zeitung and other picture magazines in Berlin and Paris. In 1935, he came to the United States, where he freelanced for Harper’s Bazaar, Vogue, Town and Country, and other publications. In 1936, Henry Luce hired him, along with Margaret Bourke-White, Peter Stackpole, and Thomas McAvoy as one of four staff photographers for the new LIFE magazine. Eisenstaedt remained at LIFE for the next 40 years and was active as a photojournalist into his eighties. In 1988, he was honored with ICP’s Infinity Master of Photography Award.

    Eisenstaedt was among those Europeans who pioneered the use of the 35-millimeter camera in photojournalism as they brought their knowledge to American publications after World War I. He was also among the earliest devotees of available-light photography. Unlike many photojournalists in the postwar period, he was not associated with a particular kind of event or geographic area: he was a generalist. As such, he was a favorite among editors, not only for his quick eye, but also for his ability in making good photographs of any situation or event. His nonjudgmental but acutely perceptive eye and his facility with composition have made his photographs memorable documents of his era both historically and aesthetically.

    Dr. Goebbels in Geneva in 1933

    Dr. Joseph Goebbels, Hitler’s Minister of Propaganda at the fifteenth session of the League of Nations, Geneva

    German delegation to the 15th League of Nations Assembly, Geneva, Switzerland

    Fathers with newborn babies about to be baptized, Neukölln Hospital, Neukölln, 1931

    School for midwives being taught new devolpments in medicine, Neukölln Hospital, Neukölln

    Unter den Linden, Berlin. American and German flags at half-mast following Hindenburg’s death, 1934

    Hindenburg’s funeral, Tannenberg


    Max Schmeling, world heavy-weight champion, Scharmutzelsee, 1931

    Wilhelm Furtwängler conducting the Berlin Philharmonic in Beethoven’s Fifth Symphony, Berlin, 1932

    Luis Trenker, Alpine skier and film actor, Davos, Switzerland, 1932

    Grunewaldsee, Berlin, 1933

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    Robert Oppenheimer, director of the Institute of Advanced Study, discussing theory of matter in terms of space with Albert Einstein, Princeton, New Jersey, 1947

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    East German soldier photographing color guard opposite Tomb of the Unknown Soldier, West Berlin, 1979

    Changing of the guard, Tomb of the Unknown Soldier, East Berlin, 1979

    Anhalterbahnhof, West Berlin, 1979

    Israel Week promotion, Ka De We department store, West Berlin, 1979

    Günter Grass, West Berlin, 1979

    Pergamon Altar, Pergamon Museum, East Berlin

    Site of the bunker where Hitler died, seen from Otto Grotewohlstrasse, East Berlin, 1979

    Leninplatz, East Berlin,/1979

    Watchtower manned by East German guards and television tower, photographed from West Berlin

    Luckauerstrasse, West Berlin, 1979

    Memorial to Bernd Lunser, who died in October 1961, West Berlin, 1979

    Statue, HallischesTor, Kreuzberg, West Berlin

    Neue Staatsbibliotek, West Berlin

    Salambo Night Club, Kurfürsterdam, 130, West Berlin

    –-----

    1952

    #histoire #photographie #presse #Berlin #Taxi #Friedenau #Niedstraße

  • Umbenennung in Wedding: Nettelbeckplatz heißt künftig Martha-Ndumbe-Platz
    https://www.berliner-zeitung.de/news/umbenennung-in-wedding-nettelbeckplatz-heisst-kuenftig-martha-ndumb

    Aus alt mach neu, neu, neu, neu, neu, weils so schön ist. Jaja.

    18.10.2025 von khe - Ein zentraler Platz in Berlin-Wedding wird ab diesem Samstag einen neuen Namen tragen. Der Martha-Ndumbe-Platz wird mit einem Festakt eingeweiht.

    In Berlin-Mitte findet an diesem Samstag eine weitere feierliche Umbenennung eines Platzes statt. Der Nettelbeckplatz im Wedding wird künftig den Namen Martha-Ndumbe-Platz tragen. Am Samstagnachmittag findet die offizielle Feier statt. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte hatte den neuen Namen am 23. Januar beschlossen.

    Der Namensfindung für den Martha-Ndumbe-Platz war „ein bislang einzigartiger Prozess“ vorausgegangen, wie das Bezirksamt mitteilte. Demnach wurden mehr als 500 Vorschläge für den neuen Namen aus der Bevölkerung gesammelt. Eine Kommission aus Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Initiativen und Institutionen aus der Nachbarschaft hatten anschließend drei Favoriten ausgewählt – über die entscheid schließlich die BVV.

    Martha Ndumbe wurde 1902 in Berlin geboren und starb 1945 nachdem sie ein Jahr zuvor in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert worden war. „Mit der Benennung wird an die Opfer rassistischer Gewalt erinnert und eine bislang marginalisierte Biografie sichtbar gemacht“, teilte der Bezirk weiter mit.

    Bei dem bisherigen Namensgeber handelte es sich um Joachim Nettelbeck, der zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert Obersteuermann auf Versklavungsschiffen war. „Da er als Wegbereiter und Verfechter von Kolonialismus, Sklaverei und rassistisch-imperialistischen Ideologien gilt, erfüllt der Name die Kriterien für eine Umbenennung nach den Ausführungsvorschriften zum Berliner Straßengesetz“, begründete

    Nettelbeckplatz, Wedding
    https://m.kauperts.de/Strassen/Nettelbeckplatz-13347-Berlin

    Details — Nettelbeckplatz PLZ 13347
    Ortsteil Wedding
    ÖPNV Zone A Zone B Bus M27, 120, 247 — Zone A U‑Bahn 6 Wedding ♿ — S‑Bahn 41, 42 Wedding ♿, S‑Bahn 1, 2, 25 Humboldthain ♿
    Verlauf an Reinickendorfer Straße, Gerichtstraße, Pankstraße und Lindower Straße
    Falk Planquadrat H 15
    Zuständigkeiten
    Zuständigkeiten — Nettelbeckplatz Arbeits­agentur Beuthstraße
    Jobcenter Mitte - Müllerstraße
    Amts­gericht Wedding
    Grundbuchamt Mitte
    Familien­gericht Pankow
    Finanz­amt Wedding
    Polizei­abschnitt A 17
    Verwal­tungs­bezirk Mitte
    Geschichte
    Geschichte — Nettelbeckplatz Alter Bezirk Wedding
    Name seit 1.5.1884
    Info

    Nettelbeck, Joachim Christian, * 20.9.1738 Kolberg, + 29.1.1824 Kolberg, Kaufmann.

    Nettelbeck war zuerst Seemann, ab 1783 arbeitete er als Branntweinbrenner in Kolberg. Im Jahre 1760 verteidigte er seine Heimatstadt gegen die Truppen des Zaren. 1770 wurde er zum königlich-preußischen Kapitän befördert, was allerdings bald wegen seiner Insubordination wieder aufgehoben wurde. 1806 war Nettelbeck in Kolberg Bürgeradjutant. In dieser Funktion verlangte er energisch die Verteidigung der Festung Kolberg gegen die napoleonischen Truppen und unterstützte den daraufhin entsandten neuen Kommandanten Gneisenau bei der letztlich erfolgreichen Verteidigung.

    Vorher Platz M, Abt. X/2 des Bebauungsplanes

    #Berlin #Wedding #Nettelbeckplatz #Martha-Ndumbe-Platz #Straßenumbenennung

  • Von Schuttmassen bedroht: Schweizer Dorf Brienz auch nächsten Winter unbewohnbar
    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/von-schuttmassen-bedroht-schweizer-dorf-brienz-auch-nachsten-winter-unb

    Wech is wech, aber nur fast. Was machen wir mit der Brienzer, wenn Brienz verschwindet? Haben wir dann eime zweite Vinetastraße?

    3..10.2025 - 1,2 Millionen Kubikmeter Schutt bedrohen Brienz. Die Bewohner müssen das zweite Weihnachtsfest in Folge abseits ihrer Heimat verbringen. Es stellt sich die Frage, wie viele jemals zurückkehren werden.

    Das von riesigen Schuttmassen bedrohte Schweizer Bergdorf Brienz darf den zweiten Winter in Folge nicht bewohnt werden. Große Niederschläge oder Felsstürze könnten das instabile Material oberhalb des Dorfes im Kanton Graubünden rasch beschleunigen und in Richtung der Siedlung stürzen lassen, teilten die Behörden mit.

    Oberhalb von Brienz sind rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schutt in Bewegung. Wegen des drohenden Schutt- und Steinstroms mussten die rund 80 Einwohner im November 2024 ihre Heimat verlassen. Die Dauer-Evakuierung werde noch „mehrere“ weitere Monate anhalten, hieß es im jüngsten Lagebericht.

    Aufenthalt nur tagsüber erlaubt

    Bis auf weiteres soll es den Einwohnern jedoch ermöglicht werden, ihr Dorf tagsüber zu betreten und landwirtschaftliche Flächen zu nutzen. Sie dürfen aber nicht in ihren Häusern übernachten.

    Bis Ende September hatten die Einwohner Zeit, um sich für eine permanente Umsiedlung anzumelden. Wie viele Menschen Brienz für immer verlassen wollen, werde derzeit überprüft und in der zweiten Oktoberhälfte bekanntgegeben, sagte ein Sprecher der Gemeinde der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)

    https://m.kauperts.de/Strassen/Brienzer-Strasse-13407-Berlin

    #Schweiz #Brienz #Berlin #Reinickendorf #Brienzer_Berlin #Wedding

  • Denkmal in Wedding eingeweiht: Ein schwacher Trost
    https://taz.de/Denkmal-in-Wedding-eingeweiht/!6109193

    Für zwei Jahre in Berlin: „Petrified Survivors“ der britischen Künstlerin Rebecca Hawkins   Foto: Miriam Klingl

    Offizielle Kunst gegen politische Kunst von unten. Tolle Masche.

    9.9.2025 von Marina Mai - Ein neues Denkmal in Wedding erinnert an Opfer sexualisierter Gewalt in Kriegen. Dabei gibt es bereits eine Statue dazu – die aber verschwinden soll.

    Ein neues Denkmal in Wedding erinnert an Opfer sexualisierter Gewalt in Kriegen. Dabei gibt es bereits eine Statue dazu – die aber verschwinden soll.
    Die Steinskulptur stellt eine von Dornen umrankte Frau dar
    Für zwei Jahre in Berlin: „Petrified Survivors“ der britischen Künstlerin Rebecca Hawkins   Foto: Miriam Klingl

    Berlin taz | Eine versteinerte Frau steht wie angewurzelt auf einem Sockel, umhüllt von den Ranken einer Würgefeige. Ihre Hände sind auf den Rücken gefesselt. Die Skulptur „Petrified Survivors“ („Versteinerte Überlebende“) der britischen Künstlerin Rebecca Hawkins soll an Frauen erinnern, die Opfer von sexualisierter Gewalt in Kriegen wurden. Sie wurde am Dienstag feierlich in Anwesenheit von Hawkins in Wedding enthüllt.

    Die Statue stand bisher in Den Haag und ist jetzt auf Initiative des neu gegründeten Vereins Sasvic für zwei Jahre nach Berlin gezogen. Anschließend soll sie in Wasenaar in den Niederlanden ein Zuhause finden.

    Ein Denkmal für Opfer sexualisierter Gewalt in Kriegen – war da nicht was? Richtig, seit 2020 erinnert nur wenige Kilometer entfernt die Friedensstatue des Korea-Verbandes daran. Sie stellt eine sogenannte Trostfrau dar: eine koreanische Sexsklavin, die im Zweiten Weltkrieg japanischen Soldaten zu Diensten sein musste.

    Doch die Statue soll nach dem Willen des Bezirks Mitte bis Ende September abgebaut werden und auf ein privates Grundstück ziehen. Die Begründung: Privat initiierte Kunst dürfe in dem Bezirk nur für zwei Jahre im öffentlichen Raum stehen. Der Korea-Verband hat ­angekündigt, dagegen zu klagen, die Erfolgsaussichten sind ­gering.

    Die Friedensstatue ist Japan ein Dorn im Auge

    Ob Vorschriften des Bezirks zu Kunst allerdings überhaupt der wahre Grund für den Umzug sind – daran gibt es Zweifel. Denn die ­Friedensstatue ist der japanischen Regierung seit Langem ein Dorn im Auge. Deren Vertreter haben ­intensiv für den Abbau der Statue lobbyiert – beim Bundeskanzleramt wie beim Bezirksamt Mitte. Zudem haben sie die Städtepartnerschaft mit Tokio sowie japanische Investitionen in Berlin infrage gestellt.

    „Die Friedensstatue in Moabit hat gezeigt, wie groß das Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt in Kriegen ist“, sagte die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger (Grüne), am Dienstag bei der Einweihung der Skulptur in Wedding. „Hier hat der Korea-Verband wertvolle Pionierarbeit geleistet.“ Langfristig wünscht sie sich ein dauerhaftes Denkmal in ihrem Bezirk zu dem Thema. „In unserem Bezirk mit Menschen aus mehr als 100 Nationen schlummern noch viele solche Erlebnisse, die erzählt werden müssen“, betonte Remlinger.

    Allerdings hat vor der Einweihung keine Kommunikation mit den Anwohnern stattgefunden. Presseeinladung und Erklärtafel der Statue sind nur auf Englisch verfasst. Zwei ältere Männer verfolgten die Zeremonie ungläubig von ihren Fenstern aus. Eine Anwohnerin fragte im Anschluss die Bezirksbürgermeisterin nach dem Sinn des Denkmals und kritisierte, dass es auf einer Grünfläche steht, während die auf versiegeltem Grund stehende Friedensstatue verschwinden soll.

    Bei der Einweihung sprach auch Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad. Die Überlebende des Genozids an den Jesiden ist seit 2016 Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel. In ihrer Rede lobte sie das „weltweit erste universelle Mahnmal zu diesem Thema. Es zeigt unseren Schmerz und unseren Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.“

    Das Denkmal zeigt unseren Schmerz und unseren Kampf für Gerechtigkeit Nadia Murad, Friedensnobelpreisträgerin

    Die Historikerin Regina Mühlhäuser vom Hamburger Institut für Sozialforschung, die seit Jahrzehnten zu sexualisierten Kriegsverbrechen durch Wehrmacht, SS und auch durch das japanische Militär forscht, sieht die neue Statue hingegen zwiespältig. „Einerseits ist eine weitere Statue zu diesem Thema in Berlin wünschenswert“, sagte sie der taz. „Aber dass diese zeitnah zu der Abbauverfügung gegen die Friedensstatue eingeweiht wird – das sieht nach einer Instrumentalisierung aus, um den Konflikt zu entschärfen.“

    Mühlhäusers Kritik richtet sich auch gegen die künstlerische Ausführung: „Die Angst und Bewegungslosigkeit, die die Statue darstellt, sind nur Facetten der Erfahrung von Überlebenden. Die Frauen werden nicht als aktive Subjekte gezeigt.“ Kritik kommt auch von Mithiko Kajumura von der japanischen Fraueninitiative in Berlin. „Mir erscheint das neue Denkmal als ein Ersatz für die Friedensstatue, der von oben kommt. Die Friedensstatue hingegen kommt von unten, ist im Kiez verankert. Anwohner bringen immer frische Blumen.“

    Anders als die Friedensstatue vermeidet das neue Denkmal zudem, Konflikte konkret zu benennen. Es enthält lediglich eine Reihe sehr kleiner Symbole, die einzelnen Gruppen oder Ereignissen gewidmet sind: etwa eine Taube für kongolesische Überlebende. An die Ausbeutung koreanischer Frauen durch japanische Soldaten soll das Datum „14. August 1991“ erinnern. Das ist jener Tag, an dem erstmals eine Überlebende das Schweigen brach. Kaum vorstellbar, dass Japan deshalb protestiert, denn das Datum muss man mit der Lupe ­suchen.

    #Berlin #Moabit #Wedding #Kunst #Japan #Korea

  • Die Berliner Operation vom 16. April bis zum 08. Mai 1945 - Verband zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR
    https://www.vtnvagt.de/index.php/grosser-vaterlaendischer-krieg/208-die-berliner-operation-vom-16-april-bis-zum-08-mai-1945

    Zur Erinnerung an den 70. Jahrestag der Befreiung
    des Deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus

    von Generalmajor a.D. Sebald Daum

    Das Jahr 1945 wurde mit groß angelegten Angriffsoperationen begonnen. Auf Bitten Churchills hatte das Oberkommando der Sowjetischen Truppen den Beginn ihrer geplanten Offensiven auf den 12. Januar 1945 vorverlegt.
    Vom 12. Januar bis Mitte April wurden 16 große Angriffsoperationen durchgeführt und die faschistischen Truppen in Ostpreußen und in Polen geschlagen, große Teile der Tschechoslowakei, Ungarn und auch Wien befreit und in schweren aber schnellen Kämpfen den faschistischen Heeresgruppen (HGr) „Mitte“, (ab 25.01. HGr Nord, später HGr Weichsel)), der neu gebildeten Heeresgruppe „A“, und „Süd“, schwere Verluste zugefügt. Bis Mitte April wurden sie so bis an die Oder, Neiße und Wien zurückgedrängt.

    Auch im Westen hatten die Alliierten Truppen, die 21.AGr unter Feldmarschall Montgomery, die 12. AGr unter General Bradlay und die 6.AGr unter General Devers, mit insgesamt 7 Armeen am 24. März ihre letzte Offensive begonnen und bis zum 19. April Kassel, Magdeburg, Leipzig Chemnitz eingenommen und bis zum Böhmerwald vorgedrungen. Die stark dezimierten 60 Divisionen der Wehrmacht gaben im Westen ihren Widerstand auf. Die Wehrmacht versuchte alle noch verfügbaren Truppen an die Ostfront, insbesondere nach Berlin zu werfen.
    Die faschistische Führung und ihr Oberkommando der Wehrmacht versuchten mit allen Mitteln an der Ostfront, ohne Rücksicht auf Verluste, Widerstand zu leisten und mobilisierten die letzten Reserven.


    Ausgangslage an den Fronten zu Beginn des Jahres 1945 und
    der Verlauf der Kämpfe zur Zerschlagung der Faschistischen Truppen bis Mai 1945

    Damit waren auch günstige Voraussetzungen geschaffen, den entscheidenden Schlag durch die Rote Armee gegen das faschistische Deutschland, gegen Berlin zu führen.
    So standen zu Beginn der Berliner Operation an der gesamten Ostfront den Sowjetischen Truppen die „HGr Weichsel“, die „HGr Mitte“, sowie die „Armeegruppe Steiner“ und die Armee „Wenk“ (12.A) mit über 90 deutsche Divisionen, darunter 14 Panzerdivisionen, 14 Mech.-Divisionen und 14 selbständige Brigaden gegenüber.
    Insgesamt waren das über eine Million Mann, davon in und um Berlin über 200.000, 10.400 Geschütze und Granatwerfer, 1.530 Panzer und Sturmgeschütze und 3.300 Flugzeuge. Dazu kamen der Volkssturm und Einheiten der Hitlerjugend.

    Der Plan der Berliner Operation war im Generalstab frühzeitig ausgearbeitet und während der Weichsel-Oder- und Pommerschen Operationen mit den Oberbefehlshabern der vorgesehenen Fronten, koordiniert und präzisiert worden.
    Das sowjetische Oberkommando schätzte die Lage real ein und rechnete mit hartnäckigem Widerstand in der in drei Streifen ausgebauten Verteidigung an der Oder und Neiße und insbesondere im Vorraum von Berlin.
    Deshalb wurde zur Durchführung dieser letzten entscheidenden Schlacht eine starke Gruppierung geschaffen, um das entsprechend Übergewicht an Kräften und Mittel zur schnellen Zerschlagung des Faschismus zu erreichen.
    Für die Berliner Operation wurden drei Fronten zum Einsatz vorgesehen:
    – die 2. Belorussische Front unter dem Oberbefehl von Marschall der Sowjetunion (SU) Rokossowky,
    – die 1. Belorussische Front unter dem Oberbefehl von Marschall der SU Schukow und
    – die 1. Ukrainische Front unter den Oberbefehl von Marschall der SU Konew.
    Dazu kamen die 1. und neu aufgestellte 2. Polnische Armee, Teile der Baltischen Flotte, die Dnjepr-Flottille, die 18. Luftarmee, 4 Panzerarmeen sowie 2 Artilleriedivisionen des Oberkommandos.

    Durch große Umgruppierungen wurden insbesondere die 1. Belorussische - und 1. Ukrainische Front wesentlich verstärkt,
    So hatte
    – die 2. Belorussische Front in ihrem Bestand 5 Armeen und die 4. Luftarmee (LA)
    – die 1. Belorussische Front - 10 Armeen, davon 2 Panzerarmeen (1. & 2.PA)
    – die 1. Polnische Armee und die 16.und 19. LA
    – die 1. Ukrainische Front - 7 Armeen, davon 2 PA,(3. & 4.PA)
    – die neu aufgestellte 2.Polnische Armee und die 2. LA
    in ihrem Bestand
    Insgesamt waren das 171 Divisionen, 21 Korps, davon 14 Panzerkorps, 16 Brigaden mit 2.5.Millionen Mann (Kräfteverhältnis: 2,5 : 1), 41.600 Geschütze und Granatwerfer (4 : 1), 6.250 Panzer (4 : 1) und 7.500 Flugzeuge (2,3 : 1).

    Der Operationsplan sah vor, dass die 2. Belorussische Front nördlich Schwedt in Richtung Neubrandenburg, Güstrow vorstoßen sollte, um die 3. PA der Wehrmacht von Berlin abzuschneiden und die Nordflanke der 1. Belorussischen Front zu sichern.
    Die 1. Belorussische- und die 1. Ukrainische Front mit Teilen, hatten die Aufgabe Berlin frontal anzugreifen und gleichzeitig mit Teilen nördlich und südlich Berlin zu umgehen und einzukreisen.
    Die Hauptkräfte der 1. Ukrainischen Front sollten in Richtung Torgau und Dresden zur Elbe vorstoßen.

    Zwei Tage vor Beginn der geplanten Operation wurde an der gesamten Front eine gewaltsame Aufklärung durchgeführt, mit dem Ziel das Feuersystem des Gegners aufzuklären, seine Schwachstellen in der Verteidigung zu erkennen und auch den Gegner über den Beginn der Operation zu täuschen.


    Berliner Operation

    Am Morgen des 16.April um 05:00 Uhr begann dann mit einer gewaltigen, 30 minütigen Artillerie- und Luftvorbereitung der Angriff der beiden Fronten in Richtung Berlin. Über 500.000 Artilleriegranaten und Bomben wurden in diesen 30 Minuten auf die faschistischen Truppen abgefeuert
    Während die Verbände der 1. Ukrainischen Front nach dem Durchbruch der taktischen Verteidigungsstellungen des Gegners schnell in die operative Tiefe vorstoßen konnten, kam der Angriff der 1. Belorussischen Front nur schwer voran. Insbesondere an den Seelower Höhen kam es zu verlustreichen, blutigen Kämpfen auf beiden Seiten.
    Erst als das sowjetische Oberkommando dann am 17.April Marschall Konew den Befehl gab mit der 3. Garde Panzer Armee unter dem Befehl von Generaloberst Rybalko, über Zossen vom Süden her nach Berlin und mit der 4. Garde Panzer Armee, Befehlshaber Generaloberst Leljuschenko, in Richtung Potsdam vorzustoßen, gelang es der 1. Belorussischen Front den Widerstand auf den Seelower Höhen zu brechen und am 21. April die Vororte von Berlin erreichen.

    Die Truppen der 2. Belorussischen Front begannen am 20.April ihre Angriffsoperation und konnten schnell in Richtung Neubrandenburg und Rostock vorstoßen. Teile der 61.Armee der 1. Belorussischen Front und der 1. Polnischen Armee erreichten bereits am 24. April mit den Spitzeneinheiten die Elbe bei Torgau, wo sie mit Einheiten der 9. Amerikanischen Armee zusammen trafen.

    Kampf um die Stadt Berlin wurde hartnäckig und verbissen geführt. Am 23.April waren die Truppen der 1. Belorussischen Front mit mehren Armeen bis zur südlichen Stadtgrenze vorgedrungen und nahmen Lichtenberg und Niederschönhaussen in Besitz. Mit der Einnahme von Buckow,Rudow und Lichtenrade am 24.April, wurde der Vorstoß zum Stadtzentrum eingeleitet.
    Am 25.April kämpften die Soldaten der Roten Armee schon im Raum Reinickendorf, Wedding, Prenzlauer Berg, Tempelhof und Friedrichshain. Es entwickelten sich hartnäckige Straßen- und Häuserkämpfe, die einen hohen Blutzoll auf beiden Seiten erforderten.

    Einheiten der 5. Stoßarmee unter Generaloberst Nikolei Bersarin im engen Zusammenwirken mit der 3. Stoßarmee unter dem Befehl von General Kusnetzow, der 2. Garde Panzerarmee, unter dem Kommando von General Katukow, und der 8. Garde Armee unter General Tschuikow, konnten bereits am 24. April trotz erbittertem Widerstand, bis zum Alexanderplatz, zum Schloss, zum Rathaus und zur Reichskanzlei vordringen. Mit starker Artillerie -Unterstützung und mit Panzern musste um jeden Straßenzug und jedes Haus gerungen werden. Die Kämpfe im Stadtzentrum dauerten bis zum 30. April.

    An diesem Tag gelang den Kämpfern der 150. und 171. Schützendivisionen, der 3. Stoß Armee die unter dem Befehl des Helden der SU, Generalmajor Schatilow stand, der Sturm des Reichstages.
    Um 21.50 Uhr am 30.April wurde durch die Sergeanten Jegorow und Kantarija auf dem Reichstag die Truppen- und Siegesfahne von der 150. Schützendivision gehisst., obwohl noch in den oberen Stockwerken und den Kellern gekämpft wurde.
    Am 1. Mai streckten dann im Reichstag die letzten Soldaten der Wehrmacht die Waffen.
    Für den Sturm des Reichstages wurden die Sergeanten Jegerow und Kantarija mit dem Titel „Held der Sowjetunion“ geehrt, sowie viele andere ebenfalls, die sich beim Sturm des Reichstages ausgezeichnet hatten. Am Sturm auf den Reichstag waren auch Truppenteile der 1.Stoß- und der 8. Garde Armee beteiligt.

    Am 2. Mai kapitulierte die „Festung Berlin“ bedingungslos durch deren Befehlshaber General Weidling.
    Gleichzeitung wurden auch die eingekesselte Gruppierung im Raum Lübben-Guben zerschlagen und die 12.Armee „Wenk“, die versucht hatte nach Berlin vorzustoßen, vernichtet.
    Am 7. Mai stießen Truppen der 1. Belorussischen Front auf breiter Front bis zur Elbe vor.
    Die Truppen der 2. Belorussischen Front erreichten in dieser Zeit die Ostseeküste.

    Die Kräfte der 1. Ukrainischen Front begannen nach einer Umgruppierung am 6. Mai die Prager Operation zur Befreiung der Tschechoslowakei und Prags.

    Damit war die Berliner Operation beendet. Sie dauerte 23 Tage und erstreckte sich auf einer Frontbreite von 300 km und einer Fronttiefe von100 – 220 km.
    Durch die sowjetischen Truppen wurden 70 Schützen-, 23 Panzer - und Motorisierte Divisionen der faschistischen Wehrmacht zerschlagen.
    Diese, für das faschistische Deutschland sinnlose Schlacht, erforderte auf deutscher Seite mehr als
    200.000 Tote und über 480.000 Gefangene.
    Die sowjetischen Truppen verloren ebenfalls in dieser Schlacht über 450.000 Mann mit über 78.000 Toten.
    Deutschland hatte den von ihr angezettelten Krieg verloren und lag in Trümmern.

    Es gab noch Versuche unter Einfluss von Großadmiral Dönitz, dem Nachfolger Hitlers, mit den Westmächten eigene Kapitulationen zu unterzeichnen. So wurde bereits am 4. Mai in Lüneburg, im Hauptquartier Montgomerys eine separate Kapitulation der deutschen Truppen in Norddeutschland in der Niederlande und Dänemarks unterzeichnet. Eine weitere Kapitulation wurde in Reims durch General Jodl unterzeichnet.
    Durch den Protest der Sowjetischen Regierung wurde dann die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Berlin festgelegt und durchgeführt.

    Am 8. Mai erfolgte in Berlin, in Karlshorst die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation im Beisein aller Vertreter der Mächte der Antihitlerkoalition.

    Die Kapitulationsurkunde wurde durch Generalfeldmarschalleitel für die Wehrmacht, durch Generaloberst Stumpf für die Luftwaffe und General Admiral von Friedeburg für die Kriegsmarine in Karlshorst in Berlin gegen 0.50 Uhr am 9. Mai 1945 unterzeichnet.
    Diese bedingungslose Kapitulation erfolgte unter der Beobachtung der Vertreter der Siegermächte: des Marschalls der Sowjetunion Schukow, des britische Luftmarschalls Tedder, des amerikanischen General Spaatz (Befehlshaber der Amerikanischen Fernfliegerkräfte) und des Oberbefehlshabers der Französischen Streitkräfte Armee General de Lattre de Tassigny sowie vielen weiteren Generälen und Offizieren der Siegermächte.
    Der Krieg in Deutschland war damit beendet, in Deutschland ruhten die Waffen. Das Deutsche Volk war vom Hitlerfaschismus befreit.

    Für ihren Heldenmut und gezeigte Tapferkeit bei der Befreiung Berlins und der Erringung des Sieges wurden allein in der 1. Belorussischen – und 1. Ukrainischen Front 1 Million und 141.000 Armeeangehörige mit Orden und Medaillen ausgezeichnet, unter ihnen 600 mit dem Titel „Held der Sowjetunion“.
    187 Truppenteile erhielten dafür den Ehrennamen „Berliner …. Regiment“. Viel dieser Truppenteile waren danach in der DDR stationiert und tragen auch heute wieder in der Russischen Armee diese Ehrentitel.

    Das Sowjetvolk hatte für die Befreiung und den Sieg über den Faschismus in Deutschland die größten Opfer zu tragen. Dafür gebührt dem Sowjetvolk für immer unser Dank. Deshalb war auch in der DDR der 8.Mai ein Feiertag und ein Tag des Gedenkens derer, die dafür die größten Opfer gebracht hatten.

    Beschämend für die deutsche Regierung ist es, heute diesen 70.Jahrestag zu vergessen und denen damit Recht zu geben, die sich mit der Niederlage des faschistischen Deutschland auch heute noch nicht abfinden können.
    Wir, die Angehörigen unseres Verbandes und mit uns viele andere, werden diesen Tag immer als den Tag der Befreiung vom Faschismus begehen und der Toten Helden der Sowjetunion und des Russischen Volkes gedenken.
    Deshalb sollten gerade wir in diesem Jahr, dem 70. Tag der Wiederkehr des Sieges über den Hitlerfaschismus und der Befreiung des Deutschen Volkes vom Faschismus gemeinsam mit allen friedliebenden Menschen, an den Gedenkstätten uns verneigen vor den Toten und Dank zollen den noch Lebenden Befreiern, die die Bedingungen schufen für den Aufbau eines anderen Deutschlands.

    #Berlin #Reinickendorf #Wedding #Prenzlauer_Berg #Tempelhof #Friedrichshain #Geschichte #Befreiung #1945

  • Berliner Arsenal vor dem Umzug: Kino ist nicht bloß ein Ort
    https://taz.de/Berliner-Arsenal-vor-dem-Umzug/!6055366

    13.12.2024 vin Andreas Hartmann - Das Kino Arsenal beendet am Sonntag seinen Spielbetrieb am sterilen Potsdamer Platz. Anfang 2026 soll er in Wedding wiederaufgenommen werden.
    Das Bild zeigt Stefanie Schulte Strathaus, die künstlerische Leiterin des Arsenals
    Herrscherin über die Filmrollen – und vieles mehr: Stefanie Schulte Strathaus, die künstlerische Leiterin des Arsenals   Foto: Imago/Funke Foto Services

    Berlin taz | „Bitte Ruhe“ steht an der Tür des Raumes, der in gut einem Jahr als Kinosaal genutzt werden soll. Aktuell ist er noch eine Baustelle. Die Betreiber des Silent Green Kulturquartiers in Wedding lassen die Räumlichkeiten gerade umbauen für den neuen Mieter: das Kino Arsenal, das an diesem Sonntag nach 25 Jahren am Potsdamer Platz ebendort seinen Spielbetrieb beenden wird.

    Im Silent Green an der Gerichtstraße ist ein ehemaliges Krematorium. Seit 2015 finden hier Kulturveranstaltungen statt, in die Büros ist die Kreativszene eingezogen. Anfang 2026 soll auch der Kinosaal des Arsenals dazustoßen – und zwar in der denkmalgeschützten Trauerhalle. Deshalb auch die Aufforderung am Eingang, sich ruhig zu verhalten. „Die kann man eigentlich genau so da stehen lassen“, sagt Stefanie Schulte Strathaus, die künstlerische Leiterin des Arsenals.

    Das Arsenal ist freilich nicht irgendein beliebiges Berliner Kino, sondern eine ziemlich einmalige Institution, deren guter Ruf in Sachen Filmkultur weit über Berlin hinaus strahlt. Der volle Name lautet dann auch Arsenal – Institut für Film und Videokunst.

    Und Stefanie Schulte Strathaus ist verantwortlich für alles, was zu diesem Institut gehört: das Kino, die Berlinale-Sektionen „Forum“ und „Forum Expanded“, wo die eher experimentellen Filme des Festivals laufen, den Verleih und das Archiv. Letzteres befindet sich bereits seit 2015 in Räumlichkeiten des Silent Green. Schulte Strathaus zeigt es mit einigem Stolz. 10.000 analoge Filme aus aller Welt werden hier gelagert, viele davon Unikate. Ein „weltweit einmaliger Schatz“, sagt sie.
    Alles unter einem Dach

    Im Februar kommenden Jahres läuft der Mietvertrag des Arsenals am Potsdamer Platz aus. Bis dahin werden die etwa 35 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Büros verlassen und in ein Haus gegenüber des Silent Greens einziehen, das ebenfalls den Betreibern des Kulturstandorts in Wedding gehört.

    „Alle und alles wird dann an einem Ort vereint sein, das macht die Arbeit einfacher und interessanter“, sagt Schulte Strathaus. Am Potsdamer Platz sei immer irgendein Teil ausgelagert gewesen. Damit sei in Wedding Schluss.

    Das Kino Arsenal ging 1970 aus einer Initiative des Vereins Freunde der Deutschen Kinemathek hervor. 30 Jahre befand es sich in Schöneberg, bevor es an den Potsdamer Platz zog. Dabei prägten Filmverrückte mit Neugier auf ein Kino aus aller Welt und allen Epochen von Beginn an das Arsenal. Bis heute haben sie nicht damit aufgehört, überraschende Filmreihen zu kuratieren und Werke weit abseits der Norm zu präsentieren.

    „Das kann Kino“, heißt folgerichtig auch das Abschiedsprogramm des Arsenals, das noch bis Sonntag läuft. Dabei soll mit Hollywood-Kultfilmen bis zu Erstlingswerken weitgehend unbekannter Filmemacher noch einmal der Beweis erbracht werden, dass Kino, so wie es sich das Arsenal vorstellt, wirklich sehr viel kann.
    Zeitlich begrenzter Mietvertrag

    Dass es das Arsenal am Potsdamer Platz nicht ewig geben würde, war von Anfang an klar, sagt Schulte Strathaus. Der Mietvertrag war auf 25 Jahre begrenzt. Eine Zeit lang habe es Überlegungen gegeben, in ein von der Deutschen Kinemathek immer noch geplantes Filmhaus zu ziehen, das auf dem Parkplatz des Gropius-Baus in Kreuzberg entstehen soll. Als sich herausstellte, dass sich die Realisierung noch Jahre hinziehen wird, sei man mit dem Silent Green ins Gespräch gekommen.

    Dieser Ort ist „aus mehreren Gründen sehr geeignet“, sagt Schulte Strathaus. Nicht nur, weil eben erstmalig Verleih, Archiv, Berlinale-Forum und Kino unter einem Dach zusammengeführt werden. Auch befinde sich das Arsenal nun in guter kultureller Nachbarschaft. So forscht das Harun-Farocki-Institut zum Werk des namensgebenden Filmemachers und das Sinema Transtopia widmet sich dem postkolonialen Kino.

    Kurzum: Es gebe dort bereits eine lebendige Filmkultur. Während der Potsdamer Platz eben doch ein sehr steriler Ort ist, an dem das Arsenal immer wie ein Fremdkörper wirkte. Andererseits heißt das auch: Der Potsdamer Platz wird durch den Auszug noch einmal ein Stück steriler.

    Als Segen erweist sich angesichts der aktuellen Berliner Sparpläne, dass das Institut seit 22 Jahren nicht mehr vom Senat, sondern vom Bund gefördert wird. Schulte Strathaus sagt, sie mache sich dennoch Sorgen. Das Silent Green wird zwar privatwirtschaftlich betrieben, hat jedoch ein eigenes Kulturprogramm und vermietet an kulturelle Einrichtungen. Die Leiterin befürchtet, dass es schon bald aus ökonomischen Gründen weniger Angebote geben könnte.
    Kino auf Reisen

    Verleih, Archiv, Berlinale-Organisation – damit wird es beim Arsenal im kommenden Jahr ganz normal weitergehen. Nur ein Kino wird es vorerst nicht mehr geben. Auch deshalb will das Arsenal auf Tournee gehen. In Berlin und anderen deutschen Städten, aber selbst in New York wird man als „Arsenal on Location“ mit Partnerorganisationen vor Ort Filmabende und -reihen kuratieren.

    „Wir wollen damit zeigen, dass Kino nicht bloß ein Ort ist, sondern auch ein Netzwerk, eine Community, eine Solidargemeinschaft von Menschen“, sagt Schulte Strathaus. Nebenbei wolle man dabei auch recherchieren, wie andere ein Kino der Gegenwart machen.

    So ganz ist das Kapitel Arsenal-Kino am Potsdamer Platz mit dem 15. Dezember ohnehin noch nicht beendet. Zur nächsten Berlinale, die Mitte Februar stattfinden wird, ist der Mietvertrag offiziell zwar bereits beendet. Man habe sich aber mit dem Vermieter geeinigt, den Saal für das Festival noch einmal anzumieten. Zum letzten Mal als Berlinale-Kino am Potsdamer Platz.

    Silent Green
    https://www.openstreetmap.org/way/645006822

    #Berlin #Mitte #Potsdamer_Straße #Wedding #Gerichtstraße #Kino

  • Listeningbars: Wie hippe Berliner und unbequeme Designermöbel mir den Spaß am Musikhören nehmen
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/listeningbars-wie-hippe-berliner-und-unbequeme-designermoebel-mir-d

    1.12.2024 von Johann Voigt - Niemand hört mehr richtig zu, Musik verschwimmt zum Hintergrundrauschen. Berliner Listeningbars wollen das ändern – aber das Publikum kann anstrengend sein.

    Irre Stimmen dringen aus den Klipsch-Cornwall-Lautsprechern in den Raum hinein. Die Betonwände sind unverputzt, karg und grau. Sperrige Holzstühle stehen vor sperrigen Holztischen und alle Menschen im Raum haben ihren Blick ernst auf die Musikanlage gerichtet. Es wirkt wie ein Ritual. Der Raum sieht aber auch ein wenig so aus, als hätte Marie Kondō hier aufgeräumt und ein skandinavischer Interieur-Designer seine Finger im Spiel gehabt. Was ist das für eine Welt?

    Die beiden Lautsprecher kosten so viel wie ein Gebrauchtwagen und sind in einem Holzregal drapiert, darunter stehen Platten und Bücher. Die Lautsprecher sind das Herz der Migas Listeningbar in Wedding – und das Herz hat gerade angefangen zu schlagen.

    Ich sitze also an einem Donnerstagabend mit ein paar Freunden im überfüllten Migas. Gerade redeten hier noch alle wild durcheinander, tranken Wein, aßen Käse. Es ging darum, wer wen kennt, um Business, aber kaum um Musik. Dann ein letztes Husten und Räuspern, ein letztes Gläserklirren, es wird still. Und dann diese Stimmen, die in kurzen Intervallen erklingen. Sie sind Teil eines Stücks der amerikanischen Experimentalmusikerin und Akkordeonspielerin Pauline Oliveros.

    Das Migas in der Nähe des S-Bahnhofs Wedding gibt es seit knapp einem Jahr. Ziel ist, dass Menschen sich wieder mehr Zeit nehmen für Musik. Eine Erfahrung des intensiven Zuhörens. Ausgewählte Musik läuft über eine besonders gute und besonders teure Anlagen. Das kann von einem Album der Metalband Black Sabbath oder der Soulsängerin Erykah Badu bis zu Bach-Violinkonzerten alles sein. Oft führt ein Kenner durch den Abend. Wer Teil dieser Erfahrung sein will, muss schweigen – und sich im besten Fall noch ein kleines Bier für fünf Euro kaufen.

    Musik funktionierte nur noch als Fast Food

    Genau das, was ich brauche, dachte ich, und meine Freunde dachten das auch. Wir alle haben lange als Musikjournalisten gearbeitet oder selber Musik produziert, tauschen uns immer noch jede Woche über neue Releases aus. Aber die Art des Musikhörens hat sich verändert. Als Vinyl ein Revival erfuhr, machte ich mit, kaufte mir mit 16 Jahren einen Plattenspieler und gab extrem viel Geld für Platten aus. Ich saß stundenlang alleine oder mit Freunden im Zimmer und hörte zu. Mittlerweile ist der Plattenspieler verstaubt.

    Ich erwische mich jeden Freitag dabei, wie ich bei Spotify durch Hunderte Songs doomscrolle. Ich höre ein paar Sekunden hin, klicke weiter, favorisiere einige Songs, sammle sie in Playlisten, höre mir diese Playlisten nie wieder an. Die Zeit, aber vor allem die Konzentration, um ein Album von vorne bis hinten zu hören, habe ich selten. Das macht mich traurig.

    Ist Musik, frage ich mich, wirklich nur noch ein Hintergrundrauschen? Nur noch ein funktionaler Stimmungsaufheller in Clubs? Ein Mittel für soziales Erleben bei Konzerten? Haben wir es verlernt, Musik zu hören, ohne dabei etwas anderes zu tun?

    Ich erinnere mich an eine transzendentale Erfahrung. Wir lagen auf dem Teppich in meinem WG-Zimmer, das neue Album „Faith in Strangers“ des Musikers Andy Stott lief auf Platte durch. Wir hatten unsere Augen geschlossen, lagen da wie gelähmt, niemand sagte ein Wort. Es gab ein Gefühl der Verbundenheit durch das bloße Zuhören. Nichts anderes als diese Erfahrung erwarte ich mir jetzt auch in der Migas Listeningbar.

    Überhaupt, Listeningbars, eigentlich ein Konzept, das im Japan der 50er Jahre populär war. Sie etablieren sich gerade in Berlin. Als ein weiterer Versuch, ein kollektives Innehalten in einer hektischen, lauten Stadt zu provozieren. Eine Art Achtsamkeitsübung. Yoga, Meditation, Listeningbar. 2017 eröffnete das Rhinocéros in Prenzlauer Berg, wenig später das Neiro in Mitte und das Unkompress in Neukölln. Natürlich waren London und New York noch etwas früher dran als Berlin. Und jetzt wird auch im Migas zugehört.

    Hier ist es karg und kühl, denke ich, kurz bevor ein Mann in schwarzem Rollkragenpullover hinter die Plattenspieler tritt und das erste Stück von Pauline Oliveros anspielt. Es gibt keine Teppiche, keine Sessel, nur diese unbequemen Holzstühle. Die Menschen, die hier sitzen, sprechen überwiegend Englisch, legen viel Wert auf Kleidung, sehen nicht so aus wie die Nerds bei nischigen Experimentalmusik-Konzerten. Es herrscht eine angespannte Stimmung. Eine Frau zeichnet geistesabwesend auf einem Tablet.

    „Wir könnten auch in New York Bushwick sein“, sagt ein Freund. Wer die Codes nicht kennt und bedienen kann, fällt hier auf, denke ich, und mir kommt „Die feinen Unterschiede“ von Pierre Bourdieu in den Sinn. Je nach sozialem Status haben Menschen ihren eigenen Habitus. Geschmack ist nichts Angeborenes, weder bei Mode noch bei Musik.

    Gut aussehen ist wichtiger als zuhören

    Und hier im Migas, da geht es an diesem Abend sehr viel um Geschmack und Status. Um eine angestrengte Selbstpräsentation einer urbanen Boheme, die sich teure Kleidung leisten kann. Ich bekomme das Gefühl, dass viele hier gar nicht gekommen sind, um wirklich zuzuhören. Sondern nur, um später sagen zu können, dass sie da gewesen waren. Ich glaube nicht, dass Pauline Oliveros das gefallen hätte. „Deep Listening, intensives Zuhören, war für sie eine Form des Aktivismus“, erklärt der Mann hinter dem Plattenspieler zwischen zwei Stücken. Heute im Migas ist Deep Listening vor allem eine Form der Selbstdarstellung.

    Zwei Songs vor Schluss verschwinden wir enttäuscht aus dem Migas und gehen in die Kneipe Magendoktor um die Ecke. Hier ist die Musik scheiße, das Bier kostet weniger als die Hälfte, und ein buntes Potpourri an Menschen schreit durcheinander. Geschmäcker aller Klassen treffen aufeinander.

    „Die Musik war gut, aber der Ort war klaustrophobisch und hat einem das Gefühl gegeben, hier nicht hinzugehören“, sagt einer meiner Freunde. Dann erwähnt er einen Bekannten, der eine Woche zuvor im Migas war. Es lief „OK Computer“ von Radiohead, und er war so ergriffen, dass er eine Google-Bewertung schrieb:

    „Gestern Abend im Migas eine intensive Erfahrung gemacht. (…) Es wurde mein absolutes Lieblingsalbum ‚OK Computer‘ von Radiohead gespielt. Und ich habe es seit seiner Veröffentlichung Tausende Male gehört. Und dennoch war es für mich wie ein erstes Mal. So intensiv war diese Erfahrung. So tief gingen die 12 Arrangements in die Ohren bis hin zur Seele. Es war wie eine Zeitreise ins Jahr 1997 und ich musste weinen und hatte fast eine Stunde lang eine gehörige Gänsehaut. Es war einfach beeindruckend und unvergesslich.“

    Das ist sie, die transzendentale Erfahrung. Ich habe so sehr auf die anderen Gäste geachtet, dass ich sie verpasst habe. Ich werde den Plattenspieler anschließen, Deep Listening trainieren und wiederkommen.

    #Berlin #Wedding 12347 #Lindower_Straße 19 #Gastronomie #Musik

  • Die Ackerstraße als Loch
    http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1931/Zur+soziologischen+Psychologie+der+L%C3%B6cher Meyers Hof


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Meyers_Hof

    Das Loch ist der Grundpfeiler dieser Gesellschaftsordnung, und so ist sie auch. Die Arbeiter wohnen in einem finstern, stecken immer eins zurück, und wenn sie aufmucken, zeigt man ihnen, wo der Zimmermann es gelassen hat, sie werden hineingesteckt, und zum Schluß überblicken sie die Reihe dieser Löcher und pfeifen auf dem letzten. In der Ackerstraße ist Geburt Fluch; warum sind diese Kinder auch grade aus diesem gekommen? Ein paar Löcher weiter, und das Assessorexamen wäre ihnen sicher gewesen.
    ...
    Manche Gegenstände werden durch ein einziges Löchlein entwertet; weil an einer Stelle von ihnen etwas nicht ist, gilt nun das ganze übrige nichts mehr. Beispiele: ein Fahrschein, eine Jungfrau und ein Luftballon.

    Aus: Kaspar Hauser, Zur soziologischen Psychologie der Löcher, Die Weltbühne, 17.03.1931, Nr. 11, S. 389, in: Lerne Lachen.

    Quelle: Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 9, Reinbek bei Hamburg 1975, S. 152-154.
    Permalink:
    http://www.zeno.org/nid/20005819199

    Bernauer Straße (Abschnitt Mietshäuser und Meyers Hof)
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bernauer_Stra%C3%9Fe#Mietsh%C3%A4user_und_Meyers_Hof

    Entlang der Bernauer Straße wurden eine Reihe gründerzeitlicher Wohnhäuser errichtet. Direkt hinter dem Lazarus-Krankenhaus entstand ab den 1870er Jahren eine der bekanntesten Berliner Mietskasernen, der sogenannte Meyers Hof, ein hochverdichteter Wohn- und Arbeitskomplex mit 257 Wohnungen und 13 Gewerbebetrieben mit Eingang an der Ackerstraße. Bis zu 2000 Menschen lebten in dem fünfgeschossigen Bau mit sechs Hinterhöfen. Meyers Hof gilt als extremes Beispiel für die damals mitunter sehr engen und einfachen Lebensumstände des Proletariats rund um die Bernauer Straße und in ganz Berlin.

    1904: Kindermord in der Ackerstaße
    https://www.berlin-chronik.de/3995

    Die Ackerstraße im Wedding (heute: Gesundbrunnen) war Anfang des vergangenen Jahrhunderts eine berühmte und berüchtigte Gegend. Vor allem arme Arbeiter, Tagelöhner, Arbeitslose und Prostituierte wohnten in den Mietskasernen, die bis zu sechs Hinterhöfe hatten. Oft mussten ganz Familien in einem Zimmer leben, Wasser und Toiletten gab es oft nur auf dem Hof. In einem dieser Häuser wohnte auch die 8‑jährige Lucie Berlin mit ihren Geschwistern. Ihre Eltern lebten davon, in der Stube Zigarren zusammenzurollen.

    Am 9. Juni 1904 verschwand das Mädchen im Treppenhaus spurlos. Zwei Tage später fanden Fischer in der Spree den Rumpf des Mädchens. Bei der Befragung der Nachbarn kam schnell Theodor Berger, der vorbestrafte Zuhälter einer Frau ins Visier der Polizei, der gesehen wurde, wie er mit einem Mädchen an der Hand das Haus verlassen hatte. Die Frau wohnte im gleichen Haus, wie die Familie.

    In den folgenden Tagen fanden sich auch der Kopf und die restlichen Körperteile des Mädchens in der Spree. Der verdächtige Mann machte mehrmals sich widersprechende Aussagen, zahlreiche Indizien sprachen für ihn als Mörder. In der Presse, die jeden Schritt der Polizei sowie den Prozess teilweise seitenweise dokumentierte, wurden Forderungen nach der Todesstrafe gestellt. Am 23. Dezember 1904 wurde Berger wegen Vergewaltigung und Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

    Lucie Berlin wurde auf dem St. Elisabeth-Friedhof beerdigt, ebenfalls in der Ackerstraße, nicht weit entfernt von ihrer Wohnung. Der Trauerzug mit offenem Leichenwagen und einer voranschreitenden Musikkapelle zog vom Gerichtsmedizinischen Institut in der Hannoverschen Straße zum Friedhof, rund 1.000 Menschen nahmen daran teil.

    Der Mordfall der kleinen Lucie ist nicht nur bemerkenswert, weil er viele Menschen und Medien in Berlin sehr beschäftigte. Im Prozess wurde auch das erste Mal in einem Kriminalfall in Berlin die Bestimmung von gefundenem Blut berücksichtigt. Zwar konnte noch nicht die Blutgruppe bestimmt werden, aber es wurde festgestellt, dass es sich um menschliches Blut handelt. Der Täter hatte behauptet, es wäre Blut von einem Tier.

    #Berlin #Mitte #Wedding #Ackerstraße

  • Turiner Straße, 13347 Berlin
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Turiner-Strasse-13347-Berlin

    Die Straßen des Weddinger Viertels zwischen Leopoldplatz und Seestraße sind nach Orten von Schlachten des Spanischen Erbfolgekriegs 1701 - 1714 benannt .

    Eigentlich ganz unverdächtig ist die Turiner Straße Teil des preußischen Triumphalismus wie Siegessaäule, Sedanstraße und die nach Orten von Schlachten gegen die demokratische Bewegung von 1848 benannten Straßen und Plätze.

    Geschichte
    Ehemaliger Bezirk Wedding
    Name seit 17.3.1891
    In der Schlacht von Turin während des Spanischen Erbfolgekriegs am 7.9.1706 siegte die kaiserliche Armee unter Prinz Eugen von Savoyen über eine französische Armee. Im Verband der siegreichen Armee kämpfte auch das königlich-preußische Hilfskorps unter Leopold von Anhalt-Dessau.

    Vorher Straße Nr. 44, Abt. X/1 des Bebauungsplanes. 1888 entschied der Berliner Magistrat, anläßlich des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig, der als Kronprinz in den Niederlanden seine Feuertaufe erhalten hatte, eine Anzahl Weddinger Straßen nach Ereignissen und Persönlichkeiten des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) zu benennen.

    Spanischer Erbfolgekrieg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_Erbfolgekrieg

    1704
    Italien – In Italien geriet der Herzog von Savoyen weiter unter starken Druck der französischen Armeen unter Marschall Vendôme und General Feuillade. Diese gingen an die Belagerung Turins und drängten das österreichische Korps nach Mantua ab. Dieses Korps, welches inzwischen durch Philipp Ludwig von Leiningen kommandiert wurde, geriet unter zusätzlichen Druck, als ein weiteres französisches Heer unter dem Sohn des Marschalls von Vendôme aus dem bourbonischen Neapel heranrückte. Die Österreicher räumten deshalb fast ganz Italien und zogen sich nach Tirol zurück.
    ...
    1705
    Italien – Noch immer wurden die Truppen Viktor Amadeus’ von Savoyen und Guido von Starhembergs in Turin belagert. Prinz Eugen von Savoyen übernahm den Befehl über das Korps des Generals von Leiningen, welches er verstärkt hatte, und drang erneut in Italien ein, um Turin zu entsetzen. Am 16. August wurde er jedoch in der Schlacht bei Cassano von Marschall Vendôme zurückgeschlagen.

    Der Prinz behauptete sich um Brescia und kehrte zum Jahresende nach Wien zurück. Den Befehl übernahm General von Reventlow.
    ...
    1706
    Italien – Im Frühjahr wurde die österreichische Armee am 19. April in der Schlacht bei Calcinato von Marschall Vendôme geschlagen und musste bis in den Raum Trient zurückweichen, während General Feuillade Turin belagerte. Prinz Eugen von Savoyen sammelte ein neues Heer und fiel zum dritten Mal in diesem Krieg in Italien ein. Er marschierte schnell bis Turin und besiegte dort am 7. September das französische Heer in der Schlacht von Turin . Nach dieser schweren Niederlage verpflichtete sich Ludwig XIV. in der Generalkapitulation vom 13. März 1707, Italien aufzugeben.

    Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_Savoyen

    Johann Kupetky, Portrait Prinz Eugen

    Mehr oder weniger parallel zur Turiner Straße laufen die Malplaquetstraßen und die Oudenaarder Straße. Auch sie heißen nach Schlachten des Spanischen Erbfolgekriegs, der bei Oudenaarde im Jahr 1708 und von Malplaquet im Jahre 1709.

    Zusammen mit dem Duke of Marlborough siegte er 1708 in der Schlacht bei Oudenaarde. Mit der Stadt Lille fiel der antifranzösischen Koalition eine strategische Schlüsselstellung in die Hände. Frankreich schien geschlagen und es kam zu Verhandlungen über einen Präliminarfrieden in Den Haag. Eugen vertrat dabei die kaiserliche Seite, die das gesamte Königreich Spanien für sich forderte. Eugen setzte sich zusätzlich für die Forderung ein, die Reichsgrenzen von 1648 wiederherzustellen, also Frankreich zur Rückgabe des Elsass und der Trois-Évêchés zu zwingen. Die Alliierten forderten von Ludwig XIV. schließlich nur einen Teil des Elsass um die Stadt Straßburg, aber vor allem auf niederländischen Druck auch je drei französische und spanische „Kautionsstädte“ unter alliierter Besatzung, bis Frankreich die Friedensbedingungen umgesetzt hatte. Zusätzlich sollte Ludwig XIV. selbst durchsetzen, dass sich auch sein Enkel Philipp für Spanien diesen Bedingungen anschloss. Diese, nicht von Eugen zu verantwortenden, überzogenen Forderungen verhinderten ein Ende des Krieges. Eugen und der Duke of Marlborough siegten 1709 noch einmal in der Schlacht bei Malplaquet. Gleichwohl konnte dies den Krieg nicht beenden, der mit wechselndem Erfolg fortgesetzt wurde.

    Friedrich I. (Preußen)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(Preu%C3%9Fen)

    Anton von Werner: Krönung des Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III. zum König in Preußen Friedrich I.

    Deshalb führt man Kriege !

    Nach dem Tod Karls II., des letzten habsburgischen Königs von Spanien, am 1. November 1700 taten sich in Europa neue Konflikte auf. Aufgrund der damit verbundenen Thronfolgestreitigkeiten verbesserten sich die Bedingungen für Friedrichs Anliegen, König zu werden, denn die Habsburger benötigten Bündnispartner im Krieg gegen Frankreich. Nach Geheimverhandlungen im Schloss Schönhausen sagte der Kaiser am 16. November 1700 im sogenannten Kontraktat zu, dass der protestantische Kurfürst die Königswürde erreichen konnte. Die Krönung sollte aber außerhalb des Heiligen Römischen Reiches stattfinden. Auch durfte der Königstitel nicht auf die zum Reich gehörige Mark Brandenburg, sondern nur auf das jenseits der Reichsgrenzen gelegene Preußen bezogen werden und „König in Preußen“ (nicht „von Preußen“) lauten. Zudem musste Friedrich III., um die Königswürde zu erlangen, einen hohen Preis von 2 Millionen Dukaten an Kaiser Leopold I. und 600.000 Dukaten an den deutschen Klerus zahlen; der Jesuitenorden bekam 20.000 Taler für die Fürsprache von Pater Wolf am Wiener Hof. Zudem verpflichtete sich Friedrich, sich mit 8.000 Soldaten an dem vom Habsburgischen Kaiser mit geführten Spanischen Erbfolgekrieg zu beteiligen.

    Ab 1888 wurden dann die Straßen zur Ehrung des erfolgreichen Königstitelkäufers und seiner Teilnahme am Spanischen Erbfolgekrieg gewidmet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Oudenaarde
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Malplaquet

    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Oudenarder-Strasse-13347-Berlin
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Malplaquetstrasse-13347-Berlin

    #Berlin #Wedding #Turiner_Straße #Preußen #Geschichte

  • Kinostart für „Ellbogen“: Das tip-Interview zum Berlinale-Liebling
    https://www.tip-berlin.de/kino-stream/filme/ellbogen-interview-asli-oezarslan-fatma-aydemir-melia-kara


    Regisseurin Aslı Özarslan, Romanautorin Fatma Aydemir und Hauptdarstellerin Melia Kara auf dem Cover der tipBerlin-Februarausgabe zur Berlinale 2024. Foto: Harry Schnitger

    Kritik: https://www.film-rezensionen.de/2024/09/ellbogen

    30.8.2024 - Hazal, 17 Jahre alt, aus dem Wedding: Das Coming-of-Age Drama „Ellbogen“ erzählt ihre Geschichte. Der Film, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir, feierte bei der Berlinale Premiere. Am 5. September kommt er ins Kino. tipBerlin-Filmredakteurin Marit Blossey sprach mit Regisseurin Aslı Özarslan, Fatma Aydemir und Hauptdarstellerin Melia Kara über Straßencastings, Narrative von Migration und Gewalt und die Zukunft des deutschen Kinos.

    „Ellbogen“-Hauptdarstellerin Melia Kara: „Ich verstehe den Druck, der auf Hazal lastet“

    Hazal ist wütend. Zu viele Türen bleiben der Protagonistin in Aslı Özarslans Coming-of-Age-Drama „Ellbogen“ verschlossen: Morgens steckt sie ohne Perspektive in einem Kurs zur Berufsvorbereitung, mittags jobbt sie lustlos in der Bäckerei ihres Onkels, abends wird sie mit ihren Freundinnen an der Clubtür abgewiesen. Frustriert ziehen die Mädchen weiter, und was eine Party anlässlich Hazals 18. Geburtstags werden sollte, nimmt eine dramatische Wendung, als sich ihre ganze aufgestaute Wut in einer U-Bahn-Station entlädt. Kurz darauf findet Hazal sich in Istanbul wieder. Flucht – oder ein Befreiungsschlag?

    „Ellbogen“ feierte bei der Berlinale in der Sektion Generation 14plus Premiere. Wir haben Regisseurin Aslı Özarslan, Romanautorin Fatma Aydemir und Hauptdarstellerin Melia Kara bereits vor der Premiere im Februar zum Gespräch getroffen.
    Einfach mal loslassen, den Alltag vergessen und sich frei fühlen: Gar nicht so leicht für Hazal. Am Abend ihres 18. Geburtstags werden sie und ihre Freundinnen vom Türsteher eines Berliner Clubs mit dem typischen „Heute nicht“ weggeschickt. Foto: Haydar Tastan, Achtung Panda!
    Coming-of-Age in Berlin-Wedding

    tipBerlin Frau Özarslan, Sie kommen vom Dokumentarfilm, „Ellbogen“ ist Ihr erstes Feature. Wie kamen Sie zu dem Stoff?

    Aslı Özarslan Ich hatte gerade die Arbeit an meinem Dokumentarfilm „Dil Leyla“ beendet und stand in einem Buchladen. Dort blickte mich vom Cover eine selbstbewusste junge Frau an. Ich las den Titel: „Ellbogen“, und dann auch noch den Namen einer deutsch-türkischen Schriftstellerin. Das hat mich direkt interessiert. Also habe ich das Buch gelesen, und es hat mich einfach nicht losgelassen. Bisher war es bei all meinen Filmen so, dass ich, wenn ich meine Protagonistin gesehen habe, ganz tief im Bauch gespürt habe: Darüber muss ich etwas machen. Ich habe mich dann ganz naiv bei Fatma gemeldet und dachte, dass die Filmrechte sicher schon vergeben sind. Es gab tatsächlich schon einige Interessenten, aber Fatma sagte: Ich habe deinen Film gesehen, der hat mir wahnsinnig gut gefallen. Schon allein deshalb möchte ich dich treffen.

    Fatma Aydemir Ich war überrascht, dass es damals schon viel Interesse an den Filmrechten gab, bevor der Roman überhaupt rauskam. Das hat mich natürlich gefreut, aber tatsächlich hat es mir auch ein bisschen Angst gemacht, weil es eine bestimmte Art von kommerziellen Filmen gibt, mit der ich so gar nichts anfangen kann. Es war ein Zufall, dass ich Aslıs Film gerade gesehen hatte und mir deshalb sowohl ihr Name als auch ihr Film noch sehr präsent waren.

    Aslı Özarslan Wir haben uns dann getroffen und ich habe Fatma von meiner Idee erzählt, dass ich die Hauptfigur Hazal und ihre Freundinnen mit Laien besetzen möchte. Jeder Film hat seine eigene Herangehensweise und das erschien mir das Beste für dieses Projekt. Mir war es wichtig, diese ambivalente Figur mit der Protagonistin zusammen zu erzählen, nicht über sie.

    Fatma Aydemir Aslıs Idee hat mich überzeugt: Die Hauptfigur Hazal mit einer Laiendarstellerin zu besetzen, fühlte sich richtig an. Natürlich birgt das wieder andere Risiken, aber für mich war es sehr ausschlaggebend.
    Wie lassen sich Geschichten über migrantische Lebensrealitäten in Deutschland erzählen, ohne die Figuren zu exotisieren?

    tipBerlin Sie haben in Berlin nach Darsteller:innen gesucht und mit Melia Kara die Besetzung für die Hauptrolle der Hazal gefunden. Wie lief der Casting-Prozess für Sie ab, Frau Kara?

    Melia Kara Ich wurde wirklich von der Straße gecastet, als ich mit Freundinnen unterwegs war. Ich habe mich dann gemeldet und bekam eine Einladung zum E-Casting, da habe ich zwei Videos eingesandt und dann erstmal sechs Monate gar nichts gehört. Ich dachte: Okay, das war nichts, und hatte es auch irgendwann nicht mehr im Kopf. Dann kam die E-Mail: Du bist in der nächsten Runde und es ist ein Live-Casting. Ich hatte das vorher noch nie gemacht, es war super aufregend! Irgendwann hieß es, das ist jetzt das letzte Casting, wirklich. Ich glaube, eine Woche später habe ich einen Anruf von Aslı bekommen. Ich war gerade bei der Arbeit, und sie sagte: „Ich will dich gar nicht stören, ich hab nur eine kurze Frage: Nimmst du die Rolle an?“ In meinem Kopf hat es gerattert: Was, was, wirklich? Bei mir kribbelt direkt wieder alles vor Aufregung, wenn ich daran denke.

    tipBerlin Kannten Sie den Roman vorher?

    Melia Kara Nein. Aber ich habe das Buch dann mehrfach gelesen und fand es super. Es ist so authentisch geschrieben und nimmt kein Blatt vor dem Mund, alles ist so greifbar.

    Es gab Momente, in denen ich Hazal bemitleidet habe, und Momente, in denen ich sie unglaublich stark fand. Da dachte ich: Das könnte ich nie und nimmer, ich wäre schon zehnmal zusammengebrochen.
    Melia Kara

    tipBerlin Was haben Sie selbst für eine Beziehung zu Hazal?

    Melia Kara Ich bin hin- und hergerissen: Es gab Momente, in denen ich Hazal bemitleidet habe, und Momente, in denen ich sie unglaublich stark fand. Da dachte ich: Das könnte ich nie und nimmer, ich wäre schon zehnmal zusammengebrochen. Und dann gab es auch Momente, in denen ich dachte: Oh Hazal, stell dich doch nicht so an. Sie ist manchmal sehr trotzig. Natürlich strahlt sie dadurch auch Stärke aus, aber manchmal sollte sie ein bisschen mehr Hilfe annehmen. Wenn sie ihre harte Schale ein bisschen ablegen würde, dann könnte sie viel weiter kommen, denke ich.

    Aslı Özarslan Total. Aber dieses Privileg hat sie eben nicht immer.
    Verzicht auf Klischees: Mit den Jugendlichen erzählen, statt über sie

    tipBerlin Können Sie nachvollziehen, woher das kommt, dieser Trotz, diese Wut, die Hazal hat?

    Melia Kara Da spielen so viele Komponenten mit rein. Ich verstehe den Druck, der auf ihr lastet und die Familiendynamik, in der sie lebt. Sie ist so jung, rutscht durchs komplette System und keiner fängt sie auf. Natürlich fühlt man sich da hilflos. Sie hat nicht viel Spielraum, mal einen Schritt zurückzutreten und nachzudenken. Sie ist eigentlich die ganze Zeit in einem „fight or flight“-Modus.

    tipBerlin Sie sind selbst in Berlin aufgewachsen. Konnten Sie sich mit Hazals Lebensrealität im Wedding identifizieren?

    Melia Kara Ich war in meinem Leben selten im Wedding, ich komme aus Neukölln. Aber von dem, was ich gehört habe, soll es relativ ähnlich sein. Wobei ich sagen würde, dass Neukölln ein bisschen cooler ist (lacht).

    Aslı Özarslan Ich habe mich aus Prinzip dagegen entschieden, den Fokus darauf zu legen, das Milieu im Wedding als solches darzustellen. Ich wollte lieber Bilder zeigen, die man so vielleicht noch nicht gesehen hat. In erster Linie geht es um Hazal. Das ist das Wichtigste.

    Unsere Kritik zu „Ellbogen“ von der Berlinale lest ihr hier

    tipBerlin Frau Özarslan, haben Sie die Dialoge also zum Teil auch mit den Darsteller:innen gemeinsam erarbeitet?

    Aslı Özarslan Die Dialoge an sich waren gesetzt, aber trotzdem konnten die Darsteller:innen sich innerhalb dessen einbringen. Das ist ganz organisch passiert. Mit Melia und den anderen jungen Darstellerinnen haben wir lange geprobt: So waren sie in jeder Szene sicher und konnten ihre Ideen einfließen lassen. Dadurch entsteht eben keine Exotisierung, weil ich mit den jungen Leuten auf Augenhöhe erzählen konnte. Deshalb sind wir auch so nah an Hazal dran.

    tipBerlin Vielleicht schafft es das deutsche Kino ja auf diese Weise auch mal, neue Zielgruppen zu erreichen und alte Ordnungen aufzubrechen.

    Melia Kara Das ist der Traum!
    Foto: JIP Film und Verleih

    tipBerlin Hazal ist in jeder Szene zu sehen, wir erleben die Handlung durch ihre Augen. Frau Özarslan, warum war Frau Kara die richtige Besetzung für die Rolle?

    Aslı Özarslan Beim Schreiben des Drehbuchs war das die größte Herausforderung: Im Roman erleben wir alles aus Hazals Perspektive. Das mussten wir in Bilder übersetzen. Ich glaube, was mich an Melia fasziniert hat, als ich sie das erste Mal vor der Kamera gesehen habe, war so eine innere Wut, die in ihr gebrodelt hat. Hazal ist eine sehr ambivalente Figur und es war mir unglaublich wichtig, das zeigen zu können. Weil sie in jeder einzelnen Szene zu sehen ist, sollte sie auch etwas Geheimnisvolles haben, damit man sich als Zuschauer:in nicht langweilt. So ist es auch im Roman: Man bleibt die ganze Zeit ganz nah an ihr dran, will mehr wissen, kommt an sie heran und dann doch wieder nicht. Das hat Melia mir schon beim ersten Casting gezeigt. Deshalb hat sie aus Hazal im Endeffekt die Hazal gemacht, die es jetzt geworden ist.
    Menschen, die vielleicht einen ähnlichen Background haben wie Hazal, sollen mit dieser Geschichte etwas anfangen können

    tipBerlin Diese Ambivalenz, von der Sie sprechen, zeichnet die Figur auch im Roman aus. Frau Aydemir, wer ist Hazal für Sie?

    Fatma Aydemir Hazal war für mich immer wie eine beste Freundin und gleichzeitig jemand, den ich hasse. Genau deshalb ist sie so eine tolle Figur, an der man sich abarbeiten kann. Ich hatte beim Schreiben kein bestimmtes Publikum vor meinem inneren Auge, am liebsten will ich natürlich alle erreichen. Aber mein Wunsch war schon, dass Leute, die vielleicht einen ähnlichen Background haben wie Hazal, etwas mit dieser Geschichte anfangen können. Gleichzeitig besteht die Mehrheit des Publikums, das in Deutschland Romane kauft, eher aus weißen Frauen um die 50. Mir war deshalb wichtig, dass ich diese Figur ehrlich gestalte, ohne sie den Leuten zum Fraß vorzuwerfen. Gerade wenn man migrantische Geschichten oder Geschichten aus einer bestimmten Klasse erzählt, bekommt es schnell etwas Voyeuristisches. Ich war deshalb in vielen Streitgesprächen mit mir selbst, und am Ende ging es immer darum: Wie werde ich dieser Figur gerecht? Wie kann sie in all ihrer Ambivalenz und Komplexität in dieser Geschichte bestehen? Wie schaffe ich es, sie aus den Zwängen zu befreien, in denen sie steckt?

    Gerade wenn man migrantische Geschichten oder Geschichten aus einer bestimmten Klasse erzählt, bekommt es schnell etwas Voyeuristisches. Am Ende ging es immer darum: Wie werde ich dieser Figur gerecht? Wie kann sie in all ihrer Ambivalenz und Komplexität in dieser Geschichte bestehen?
    Fatma Aydemir

    tipBerlin Ein Wendepunkt in Ellbogen ist eine krasse Gewaltszene: Am Abend von Hazals 18. Geburtstag gerät sie mit ihren Freundinnen in einer U-Bahn-Station in eine Schlägerei, die dramatisch endet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

    Fatma Aydemir Es gab diese Zeit, in der U-Bahn-Schlägereien in den Nachrichten sehr präsent waren. Ich weiß gar nicht, ob sie damals so viel häufiger vorgekommen sind als heute, oder ob das Thema einfach krass überrepräsentiert war. Ich fand das natürlich beängstigend und erschreckend, aber gleichzeitig werden solche Geschichten auch immer wieder als Vorwand genutzt, um das Narrativ weiter zu stricken, dass Migration und Gewalt im öffentlichen Raum irgendwie zusammenhängen. Als wäre diese Gewalt importiert und die deutsche Gesellschaft an sich gewaltfrei. Solche Widersprüchlichkeiten, die mit dem, ich nenne es mal „Medienphänomen“ der U-Bahn-Schlägerei zusammenhängen, haben mich schon lange beschäftigt. Die U-Bahn-Gewalteskalation ist deshalb auch ein Stück Zeitgeschichte.
    Von Berlin nach Istanbul: Politisch Verfolgte in Erdoğans Türkei

    tipBerlin Frau Kara, gibt es eine Szene, die Ihnen vom Dreh besonders in Erinnerung geblieben ist?

    Melia Kara Ich habe eine absolute Lieblingsszene. Da war ich so emotional, dass ich gar nicht mehr gemerkt habe, dass ich in einem Film spiele. Es hat sich so angefühlt, als ob mir das gerade selbst passiert. Das ist die Szene, in der wir vor einer Bar in Istanbul sitzen und Mehmet kurz verschwindet. Dann läuft ein wunderschöner Song, der wirklich live gesungen wurde, während wir gedreht haben. Ich habe die Kamera irgendwann gar nicht mehr gesehen, es war nachts, über uns hingen bunte Regenschirme. Irgendwann kommt Mehmet zurück und überreicht Hazal eine einzelne Rose. In meinem Kopf war das ein totaler Bruchmoment, in dem sie gemerkt hat: Vielleicht ist das hier nicht das Leben, das sie sich erhofft hat. Diesen Dreh habe ich auf jeden Fall sehr stark in Erinnerung. Aber auch alle Szenen, die ich mit den anderen Mädels drehen durfte. Das hat immer viel Spaß gemacht.

    In Istanbul findet Hazal Zuflucht bei Mehmet (Doğa Gürer). Doch die Begegnung der beiden verläuft anders als erhofft. Foto: JIP Film und Verleih

    tipBerlin Es gibt zum Beispiel eine ausgelassene Partyszene, es wird getrunken und es läuft „Von Party zu Party“ von SXTN. Haben Sie die Musik selbst ausgewählt?

    Aslı Özarslan Ich habe zu den Mädchen gesagt: Sucht euch doch mal einen Song aus, bei dem ihr denkt, dass ihr euch damit verbunden fühlt und Bock habt, dazu richtig Party zu machen. So haben wir entschieden, genau diesen Song für diese markante Szene zu nehmen, und ich selbst dachte: Ach, cool, der hat immer noch nicht an Aktualität verloren.

    Melia Kara Ja, das hat perfekt gepasst. Der Song hat einfach dieses Motzige und Freche. Er ist immer noch cool.
    Fatma Aydemir: „Mir war von Anfang an am wichtigsten, dass wir Hazal glauben“

    tipBerlin Nun feiert der Film auf der Berlinale seine Premiere. Was ist es für ein Gefühl?

    Melia Kara Ich versuche, keine großen Erwartungen zu haben, dann kann ich auch nicht enttäuscht werden. Am wichtigsten ist, dass solche Geschichten auch mal erzählt werden. Selbst wenn jetzt wirklich etwas Großes daraus werden sollte – das ist immer noch das Coolste daran.

    Aslı Özarslan Mit der Berlinale erfüllt sich für mich ein Traum, weil es eben auch eine Berlin-Geschichte ist. Außerdem ist die Berlinale ein sehr publikumsstarkes Festival und jede Regisseurin wünscht sich natürlich, dass viele, viele Menschen ihren Film sehen werden. Darauf freue ich mich wahnsinnig.

    Fatma Aydemir Ich freue mich total, weil ich den Film schon gesehen habe und weiß, dass er toll ist. Ich sehe die Geschichte, die ich geschrieben habe, in diesem Film, und gleichzeitig sehe ich auch etwas Eigenes darin. Das ist perfekt für eine Adaption, finde ich. Und ich sehe auch den Input, den nicht nur Aslı und Claudia [Claudia Schaefer, Anm. d. Red.] als Drehbuchautorinnen gegeben haben, sondern auch Melia in der Art und Weise, wie sie Hazal verkörpert. Denn das war mir von Anfang an am wichtigsten: dass wir Hazal glauben. Und das ist meiner Meinung nach auf jeden Fall gelungen. Insofern ist es für mich ab jetzt nur noch Party.

    Das Gespräch wurde am 12.1.2024 in Berlin geführt.

    #Berlin #Wedding #Kino #Jugend

  • Camminare il passato per riscrivere il futuro. I tour decoloniali di Berlino

    L’azienda “deSta-”, nata a inizio 2022, accompagna le persone alla scoperta del quartiere africano costruito per celebrare le conquiste coloniali tedesche. Un’occasione per affrontare alla radice i problemi del razzismo in Germania.

    Appena arrivato a Berlino sono venuto qui. Speravo che il ‘quartiere africano’ contenesse qualche traccia del mio Paese d’origine. Negozi o ristoranti”. Ma per Desmond Boateng, originario del Ghana, l’uscita dalla fermata della metro di Berlino Afrikanische Straße è stato uno shock: gli unici segni che ha trovato nel quartiere erano ben lontani da quello che immaginava. Come lui, anche i turisti che sperano di trovare l’ennesimo luogo speciale dello spirito multiculturale della capitale tedesca restano delusi. “Nessun ‘cuore’ di un melting pot della cultura nera ma una terribile glorificazione della potenza coloniale tedesca. Un modo per rivendicare questo ruolo anche nella mappa della città”, spiega ad Altreconomia Justice Mvemba, che dopo lo “scotto” iniziale ha deciso che non poteva incrociare le braccia e non fare nulla.

    Due anni e mezzo fa ha fondato “deSta-Dekoloniale Stadtführung” (deSta-), un’azienda che offre tour guidati nel quartiere africano, nel distretto Sud-occidentale di Schöneberg sul femminismo nero e all’Humboldt Forum, uno tra i più famosi musei d’arte della capitale tedesca. “Camminare il passato per cambiare il futuro”. È questo il leit motiv di “deSta-”. E percorrendo le strade del quartiere sito a Wedding, nel Nord di Berlino, se ne percepisce fin da subito la necessità. Costruito alla fine del XIX secolo per celebrare la presenza tedesca nel continente africano, è stato poi nuovamente rivitalizzato nel 1930 dal nazionalsocialismo per rinsaldare lo spirito colonialista dei berlinesi. Le strade prendono i nomi di alcuni Paesi del continente: camminando ci si imbatte Ghanastraße, Ugandastraße e Guineastraße. C’è poi un piccolo conglomerato di case che si affacciano sullo stesso giardino chiamato Klein Afrika (Piccola Africa).

    L’architettura di queste costruzioni, che replica le case degli europei nei Paesi colonizzati, fu proposta per convincere, sempre durante l’epoca nazista, i cittadini tedeschi a trasferirsi nuovamente nel continente africano. Anche sul parco del quartiere, uno dei più grandi di tutta Berlino, grava un’eredità storica pesantissima: alla fine dell’Ottocento per volontà del commerciante di animali Carl Hagenbeck è stato sede dello zoo umano, luogo in cui le popolazioni dei territori africani colonizzati (all’epoca Namibia e gli attuali Burundi, Ruanda e Tanzania) si esibivano in danze e “raccontavano” la loro cultura. Una forma di tratta degli esseri umani e sfruttamento mascherati da occasione di contaminazione tra diverse culture.

    Di fronte a tutto questo, Justice Mvemba, i cui genitori sono nati in Congo, ha sentito il dovere di fare qualcosa. “Per affrontare le radici del razzismo, che qui in Germania ha colpito anche me, sono convinta sia necessario capirne le origini e le funzioni -spiega-. Serve guardare la storia, conoscendo a fondo il motivo per cui è stato istituito il colonialismo e la sua struttura di potere e di controllo su interi Paesi sfruttati economicamente da quelli europei”. Le colonie, spesso, spariscono dai libri di scuola: Mvemba ricorda di aver approfondito durante le scuole superiori il periodo del nazismo ma ben poco, invece, su quanto è successo in Africa. “Nessuno ne vuole parlare. Così ho pensato di avviare una start up per dare la possibilità alle persone di conoscere. Per poter capire”.

    Il progetto iniziale, lanciato durante la pandemia da Covid-19, era lo sviluppo di un’applicazione per accedere alle visite guidate tramite il proprio smartphone ma poi l’idea è virata verso qualcosa di più strutturato che mettesse al centro anche un aspetto di relazione tra la guida e chi partecipa. Così, a inizio 2021 è stata fondata “deSta-” che organizza tour guidati -sia in inglese sia in tedesco- oltre che workshop e laboratori, sempre sul tema della decolonizzazione, per scuole e associazioni. Oggi, l’azienda conta dodici dipendenti. E i partecipanti alle visite hanno già superato i cinquemila con 421 tour all’attivo. “Mi capita anche di avere fino a otto visite guidate alla settimana -racconta Mvemba-. Purtroppo non poche volte ho problemi con i residenti del quartiere che non sempre sono d’accordo con queste iniziative”.

    La spaccatura, paradossale, riguarda soprattutto il processo di reintitolazione di quelle vie del quartiere dedicate a ufficiali tedeschi impegnati nei Paesi africani che si sono macchiati di gravi crimini nel loro operato. La strada dedicata a Carl Peters, conosciuto in Tanzania per la sua brutalità nei confronti delle popolazioni locali, oggi porta ufficialmente due nomi diversi: una parte intitolata ad Anna Mungunda, leader della resistenza in Nambia (dove tra il 1905 e il 1908 ci fu il genocidio degli Herero e dei Nama), l’altra chiamata Maji-maji-Allee in onore del movimento che, proprio in Tanzania, lottò per respingere l’offensiva dei tedeschi che provocò la morte di quasi 300mila persone.

    Ancora: la piazza dedicata a Gustav Nachtigal, fautore dell’annessione degli attuali Togo e Camerun attraverso contratti fraudolenti, oggi si chiama Bell-Platz in memoria del re camerunense ucciso durante la conquista dei tedeschi. “Questo è importante non solo per non onorare la memoria di criminali. Aiuta infatti anche a dare un altro racconto delle persone native del continente africano -riprende Mvemba-. Conosciamo forse i bianchi che sono venuti a salvare qualcuno o fare qualche attività ma ben poco sappiamo degli eroi africani, dei leader di comunità che hanno lottato per l’indipendenza. Dare un nome a quelle battaglie, ricordarli, può aiutare a modificare la prospettiva, in generale, sulle persone nere”.

    Non tutti, però, concordano con Mvemba. La modifica nella toponomastica delle strade non è stata ben accolta da tutti. “Nel quartiere Africano i partiti di destra raccolgono voti. Sembra una barzelletta -aggiunge Mvemba-. Sostengono che sia sbagliato rinominarli e quando giriamo per il quartiere, a volte, ci contestano. E pensare che, dal mio punto di vista, questo processo è fin troppo lento: ci sono voluti quarant’anni per modificarli. Troppi”. Per alcuni che si lamentano, tanti altri, invece, trovano nei tour organizzati da “deSta-” una conoscenza mancata per troppo tempo. “Spesso tra una tappa e l’altra, le persone hanno il tempo di elaborare, fare domande molto libere: in modo che ci sia un confronto senza giudizio. Questo credo che sia molto apprezzato dai partecipanti. La normalizzazione di questi temi è fondamentale”.

    https://altreconomia.it/camminare-il-passato-per-riscrivere-il-futuro-i-tour-decoloniali-di-ber
    #balade_décoloniale #Berlin #Allemagne #Allemagne_coloniale #marche #colonialisme_allemand #colonialisme #décolonial #desta #racisme #deSta-Dekoloniale_Stadtführung #Humboldt_Forum #Wedding #toponymie #toponymie_coloniale #toponymie_politique #Klein_Afrika #zoo_humain #Carl_Hagenbeck #Justice_Mvemba #histoire_coloniale #Carl_Peters #Anna_Mungunda #Maji-maji-Allee #Tanzanie #Namibie #Gustav_Nachtigal #Togo #Cameroun #Bell-Platz

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  • Berliner Straßenumbenennung: Weg mit den kolonialen Spuren
    https://taz.de/Berliner-Strassenumbenennung/!5980172


    König Jean-Yves Eboumbou Douala Bell aus Kamerun und Ehefrau bei der feierlichen Umbenennung des „Nachtigalplatzes“ vor einem Jahr Foto: Stefan Boness

    Wo ein Wille Zeitgeist ist, ist auch ein Weg ohne Argument. Tja. Dem Nawi isses egal, und das Gummitier kann nichts dafür.

    19.12.2023 von Ulrike Wagener - taz-Serie „Was macht eigentlich …“: In Berlin sollen Straßen mit antisemitischen, rassistischen oder kolonialen Bezügen umbenannt werden.

    BERLIN taz | Die kalte Wintersonne scheint auf die roten Farb­reste auf dem Straßenschild, Überbleibsel einer symbolischen Umbenennung. Auf Googlemaps ist die Petersallee im Wedding schon umbenannt – zumindest teilweise: Jeweils ein Straßenabschnitt heißt hier Anna-Mugunda- und Maji-Maji-Allee. Über einen dritten Abschnitt muss noch gerichtlich entschieden werden, ein Antrag auf Zulassung der Berufung dagegen ist noch anhängig. Das ist auch der Grund, warum die Realität im Afrikanischen Viertel auch fünf Jahre, nachdem der Kulturausschuss der Bezirksverordnetenversammlung sich auf eine Umbenennung der Straße verständigt hat, noch anders aussieht: Noch immer steht Petersallee auf den Schildern.

    Tahir Della ist Vorstandsvorsitzender von Decolonize Berlin und schaut auf das Straßenschild, auf dem der Name des Mannes prangt, der als Begründer der Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ gilt: Carl Peters. „Aus pragmatischen Gründen wartet das Bezirksamt mit der Umbenennung der gesamten Straße, bis das Gericht über die Klage entschieden hat“, erklärt er. Das Berliner Straßengesetz erlaubt Umbenennungen von Straßen, die nach Wegbereitern des NS-Regimes, der DDR oder von Kolonialismus und Sklaverei benannt sind oder nach in diesem Zusammenhang stehenden Orten, Symbolen oder Begriffen.

    Für Della ist diese Praxis Teil der Dekolonisierung. Decolonize Berlin entwickelt daher ein gesamtstädtisches Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzept zur Geschichte und zu den Folgen des Kolonialismus in Berlin. Ob sich in diesem Bereich mit der neuen Landesregierung etwas geändert hat? „Das wird sich noch zeigen, insbesondere daran, wie sich die finanzielle Unterfütterung gestaltet“, sagt Della. Er fordert die politischen Verantwortlichen auf, das Thema ernst zu nehmen, das sei nichts, was man schnell abhaken kann.

    Für Kultursenator Joe Chiallo (CDU) ist die Sache klar: „Wenn wir uns mit dem Thema der Kolonialgeschichte auseinandersetzen, muss dies immer im Dialog mit Nachfahren der Opfer der Kolonialherrschaft, der Zivilgesellschaft und den politischen Akteuren vor Ort geschehen“, sagt er zur taz. Umbenennungen von Straßen hält er aber nicht pauschal für das Mittel der Wahl. Zwar gebe es Fälle, „wo der Namensgeber dermaßen belastet ist“, dass es gar nicht anders gehe als mit einer Umbenennung, wie etwa bei der Petersallee. „In anderen Fällen mag eine Markierung im Stadtraum besser sein, die eine Kontextualisierung herstellt, aufklärt, vermittelt. Beispiel: Die Mohrenstraße – das ist für mich eine ‚Erinnerungsstraße‘“, sagt Chiallo. Damit vertritt er eine andere Meinung als das zuständige Bezirksamt.
    Das Afrikanische Viertel

    In Berlin wird über die Umbenennung von Straßen mit kolonial-rassistischen Bezügen schon seit langem hitzig gestritten. Dekoloniale und antirassistische Gruppen setzen sich seit rund 40 Jahren für eine Umbenennung von Straßen im Afrikanischen Viertel ein. 2018 dann wurden vier neue Straßennamen beschlossen. Doch seitens der An­woh­ne­r*in­nen gab es Proteste, 200 Gewerbetreibende legten Widerspruch dagegen ein.

    Vor rund einem Jahr dann wurden zwei Straßen feierlich umbenannt. Statt der Männer, die im 19. Jahrhundert mit Gewalt und Betrug deutsche Kolonien im heutigen Namibia (Adolf Lüderitz) sowie Kamerun und Togo (Gustav Nachtigal) „gründeten“, erinnern die Straßen heute an Cornelius Fredericks und Rudolf Duala Manga Bell. Fredericks war im militärischen Widerstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Südwestafrika“ aktiv und wurde während des Genozids in einem Konzentrationslager nahe der Stadt Lüderitz – die immer noch so heißt – ermordet. König Rudolf Duala Manga Bell aus dem heutigen Kamerun hatte Petitionen gegen die Vertreibung der Duala geschrieben und wurde 1914 von den Deutschen gehängt.

    Die Petersallee wurde 1986 zwar „umgewidmet“, trotzdem verbinden die wenigsten mit ihr den Berliner Stadtrat Hans Peters (CDU). Zumal die Umwidmung nie rechtskräftig geworden ist. Der ursprüngliche Namensgeber Carl Peters hatte die deutsche Kolonisierung von Ostafrika, heute Tansania (ohne Sansibar), Burundi und Ruanda, gewaltsam vorangetrieben und dabei zahlreiche Menschen ermorden lassen.

    Wann die Umbenennung in Anna Mugunda, die in Namibia gegen die Apartheid kämpfte und Maji-Maji (Swahili für Wasser), dem Schlachtruf, nach dem die Widerstandsbewegung gegen den Kolonialismus in Tansania benannt ist, umgesetzt werden kann, ist noch unklar. Laut dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sei derzeit nicht absehbar, wann über diesen Antrag entschieden wird.

    „Häufig werden diese Straßenumbenennungen als Maßnahme betrachtet, sich einer Geschichte zu entledigen. Doch das kann nur ein Startpunkt sein, um sich als Zivilgesellschaft mit den kolonialen Prägungen der Stadt zu beschäftigen“, sagt Tahir Della von Decolonize Berlin der taz. Die Umbenennungen sollten einen Perspektivwechsel einleiten, der nicht die kolonialen Verbrecher ehre, sondern jene, die sich schon damals gegen Unterdrückung und Rassismus stellten. „Seitens der Menschen, die die alten Straßennamen behalten wollen, wird immer versucht zu relativieren. Ein Gustav Nachtigal wird dann als harmloser Afrikaforscher bezeichnet, statt als Wegbereiter des Kolonialismus“, kritisiert Della.
    Der Nettelbeckplatz

    Dies lässt sich auch an anderer Stelle beobachten. Rund vier Kilometer entfernt vom Afrikanischen Viertel liegt der Nettelbeckplatz. Joachim Christian Nettelbeck war im 18. Jahrhundert als junger Seemann aktiv am Versklavungshandel beteiligt und betrieb Koloniallobbyismus. Nach dem Berliner Straßengesetz ein klarer Fall. Doch unter den Vorschlägen für Straßennamen findet sich online mehrfach der alte Name wieder. Die Begründung: Nettelbeck habe sich später vom Sklavenhandel distanziert. Dabei hatte er lediglich geschrieben, dass er selbst keine Grausamkeiten verübt hätte. Und: „Vor 50 Jahren war und galt dieser böse Menschenhandel als ein Gewerbe wie andere.“

    Auch hier verzögert sich zurzeit das Umbenennungsverfahren. Laut Bezirksamt Mitte liegt das an der aktuell verhängten Haushaltssperre. Eigentlich soll ein Gremium aus den eingegangenen Vorschlägen drei Namen auswählen und dem Ausschuss für Weiterbildung und Kultur der Bezirksverordnetenversammlung vorschlagen, der dann einen neuen Namen beschließen kann. „Voraussichtlich kann das Gremium zu Beginn des kommenden Jahres tagen“, so ein Sprecher zur taz. Dieses Gremium wähle dann aus den eingegangenen Vorschlägen drei Namen aus und schlage sie dem Ausschuss für Weiterbildung und Kultur der Bezirksverordnetenversammlung vor, dieser könne dann einen Beschluss vornehmen. Da der Platz keine Adresse ist, ist ein Widerspruch oder eine Klage in diesem Fall unzulässig. Dazu sind nur An­woh­ne­r*in­nen berechtigt.
    Die M*Stra­ße

    Auch die 2021 beschlossene Umbenennung der Mohrenstraße in Mitte konnte noch nicht umgesetzt werden. Zwar hatte das Verwaltungsgericht im Juli die Klagen von Anwohnern abgewiesen. Nun ist – wie bei der Petersallee – ein Antrag auf Zulassung der Berufung anhängig. Auch hier sei nicht absehbar, wann über den Antrag entschieden werde, heißt es vom Gericht. Die Ausgangslage ist hier eine etwas andere, weil es nicht um eine konkrete Person geht, sondern um den rassistischen Begriff Mohr, folgend mit M* abgekürzt.

    „Zahlreiche Untersuchungen, auch unseres Instituts, zeigen, dass die wahrscheinlich 1706 erfolgte Namensgebung ‚M*straße‘ in die Zeit der brandenburgisch-preußischen Kolonialunternehmungen sowie in die damit verflochtene, gewaltvolle Geschichte des Sklavenhandels zurückreicht“, heißt es in einem Offenen Brief der Nachbarschaftsinitiative Anton Wilhelm Amo-Straße. Die Initiative geht vom Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität aus, das in der Straße ansässig ist. Künftig soll die Straße nach dem Schwarzen deutschen Philosophen Anton Wilhelm Amo benannt werden, der als Kind aus dem heutigen Ghana verschleppt und 1707 von der holländischen Ostindien-Kompanie dem Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel „geschenkt“ wurde, wo er als Kammerm* dienen musste.

    Der Historiker Götz Aly bezeichnet die geplante Umbenennung als „Geschichtsfrevel“: „Straßen hat man nicht in herabsetzender Absicht benannt“, sagt er der taz. Aly hatte in der Berliner Zeitung zum Widerspruch gegen die Umbenennung aufgerufen, mehr als 1.000 gingen daraufhin beim Bezirksamt ein – davon allerdings nur 30 von Anwohner*innen. Sieben von ihnen zogen vor Gericht, der Einfachheit halber wird Alys Klage als Musterklage verwendet, die im Juli dieses Jahres abgewiesen wurde. Da die Berufung aufschiebende Wirkung hat, konnte die Straße noch nicht umbenannt werden.

    Für Tahir Della spielt die Intention der Benennung keine entscheidende Rolle. Für ihn ist vielmehr der Ist-Zustand relevant. „Und heute gilt der Begriff M* als rassistisch“, sagt er. Götz Aly hatte sich nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts eigentlich nicht mehr an der Debatte beteiligen wollen. Doch angesichts der Lage in Nahost hat er seine Meinung geändert: „Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober hat sich sehr deutlich herausgestellt, wie stark einzelne Decolonize-Initiativen antisemitisch unterwandert sind“, sagt er. Deshalb wolle er nun erneut an das Gericht schreiben, und fragen, ob das Bezirksamt diese Gruppierungen zu Recht als allein anzuhörende „zivilgesellschaftliche Organisationen“ eingestuft habe.

    „Der Prozess der Dekolonisierung muss zu einer gerechten und diskriminierungsfreien Gesellschaft führen“, sagt Tahir Della. Dies beinhalte auch, antisemitischem Gedankengut entschieden entgegenzutreten. „Im Übrigen stellt sich die Frage, warum ausgerechnet die Kri­ti­ke­r*in­nen der Dekolonisierung mit diesem Argument auftreten – geht es ihnen wirklich darum, dass die kolonialen Kontinuitäten bearbeitet werden oder eher darum, dass die Verhältnisse so bleiben wie sie sind?“, fragt er. Er ist überzeugt, dass die beschlossenen Umbenennungen der Straßen in Wedding stattfinden werden. Wann es soweit ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

    #Berlin #Straßenumbenennung #Wedding #Antirassismus

  • Die Made
    https://www.instagram.com/p/C7y-JqpsVMB

    von Heinz Erhardt

    Hinter eines Baumes Rinde
    wohnt die Made mit dem Kinde.
    Sie ist Witwe, denn der Gatte,
    den sie hatte, fiel vom Blatte.
    Diente so auf diese Weise
    einer Ameise als Speise.

    Eines Morgens sprach die Made:
    „Liebes Kind, ich sehe grade,
    drüben gibt es frischen Kohl,
    den ich hol’. So leb denn wohl.
    Halt! Noch eins, denk, was geschah,
    geh nicht aus, denk an Papa!“

    Also sprach sie und entwich. —
    Made junior jedoch schlich
    hinterdrein, und das war schlecht,
    denn schon kam ein bunter Specht
    und verschlang die kleine fade
    Made ohne Gnade. — Schade.

    Hinter eines Baumes Rinde
    ruft die Made nach dem Kinde.

    https://www.youtube.com/watch?v=ojA0NAjLQt0

    Heinz Erhard
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Heinz_Erhardt#cite_ref-26

    Sein Humor war bisweilen hintergründig. Manche seiner Gedichte kreisen auf subtile Weise um die Themen Vergeblichkeit, Vergänglichkeit und Tod, sodass man sie auch dem Genre des Schwarzen Humors zurechnen kann.

    #Berlin #Wedding #pêche #infrastructure

  • Von Wülcknitzsche Familienhäuser
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Von_W%C3%BClcknitzsche_Familienh%C3%A4user

    Dieser Artikel beschreibt, wie die Bourgeois aus Angst vor Krankheit, getrieben von den Warnungen der Ärzte auf Besserung der Lebensverhältnisse des Proletariats drängten, damit nicht deren zu nah an Berlin gelegene Unterkünfte zur Brutstätte von alle bedrohenden Epidemien würden. Es war die Zeit, in der Edgar Allan Poe „Die Maske des roten Todes“ schrieb, eine Metapher für die Unmöglichkeit auch der Reichsten, ihrem Schicksal als Mensch zu entgehen.

    Ihren Höhepunkt fand die bürgerliche Hygienebewegung mit der Errichtung des wegweisenden Obdachlosenasyls in der Wiesenstraße, der „Penne“, unter Beteiligung des Arztes Rudolph Virchow.

    Peter Weiss nennt die Pfuhlstraße, die er irrtümlich im Wedding verortet, im dritten Band der Ästhetik des Widerstands als Lage der letzten Berliner Wohnung seines Erzählers vor der Emigration.

    Hans Fallada siedelt den Taxibetrieb seiner Protagonisten in Ein Mann will nach oben hier in einer Querstraße der Chausseestraße an.

    Die von Wülcknitzschen Familienhäuser in der Gartenstraße in Berlin-Mitte waren ein Komplex von Mietwohnungen, die in den Jahren 1820 bis 1824 von dem Baron von Wülcknitz in Ausnutzung der damaligen Wohnungsnot errichtet wurden. Sie waren ein Brennpunkt sozialen Elends und gelten als Vorläufer der Berliner Mietskasernen. 1881/82 wurden sie abgerissen und durch übliche Wohnhäuser ersetzt, die dort zum Teil noch stehen. Zahlreiche Veröffentlichungen prangerten seinerzeit die Missstände dort an.

    Lage

    Sie standen auf dem Gelände, auf dem heute die Häuser Gartenstraße 108 bis 115 stehen (damals die Häuser Gartenstraße 92, 92a, 92b), also auf der Fläche vor dem Hamburger Tor zwischen Torstraße und der Westseite der Gartenstraße bis fast hinauf zur heutigen Tieckstraße. Die Häuser wurden genannt Langes Haus, Querhaus, Schulhaus, Kleines Haus und Kaufmannshaus. Das größte von ihnen, das Lange Haus war 63 m lang, gut 18 m hoch und hatte in den unteren vier der sechs Stockwerke jeweils 30 einräumige Wohnungen. Es lag etwa dort, wo heute die Häuser 108 bis 111 stehen. Der Erbauer, mit vollem Namen Königlicher Kammerherr Heinrich Otto von Wülcknitz, stammte aus der Gegend von Bernau und hatte das Gelände von seinem Vater, dem Major Hans Heinrich von Wülcknitz am 16. Oktober 1815 geerbt. Zunächst hatte er darauf einen Holzplatz eingerichtet, wo er das in seinen ererbten Wäldern geschlagene Holz zum Verkauf lagerte. Er errichtete dort – etwa im Bereich des heutigen Hauses Nr. 113 – auch sein eigenes Wohnhaus. Die Qualität der Häuser und die Wohnverhältnisse waren schlecht. So wurde das Souterrain eines der fünf Häuser bereits vermietet, als man noch am ersten Obergeschoss arbeitete. Die Kellerdecke war noch so nass, dass das Wasser herab tropfte. Aufgrund einer Anzeige schritten die Behörden ein

    Beschreibung

    Bei den Wohnungen handelte es sich um eine Aneinanderreihung von gleichartigen Einzelräumen mit je zwei Fenstern, von sogenannten Stuben, die in der Regel 21 Quadratmeter groß waren. Aufgrund der hohen Mieten teilten sich auch mehrere Familien eine Stube. In den etwa 400 Stuben der Familienhäuser lebten – die Angaben hierzu schwanken – zwischen 2.200 und knapp 3.000 Personen. Somit standen jedem Bewohner im Durchschnitt etwa 2,2 m² Wohnfläche zur Verfügung. Da verschiedene Bewohner, namentlich Weber, hier auch ihren Beruf ausübten, war noch die Standfläche des Webstuhls abzuziehen. Zu einer solchen Menschenansammlung auf kleinstem Raum stellte der zuständige Armenarzt in einer Eingabe fest, „daß zu befürchten steht, daß eine bösartige Krankheit ausbricht“. Schließlich forderte eine 1828 vom Armenarzt ausgearbeitete Schrift, dass nur noch eine einzige Familie in einem Raum wohnen sollte. Die daraufhin ergangene Verordnung konnte aber infolge der Notlage vieler Bewohner nicht immer eingehalten werden: Noch im Jahre 1855 waren zwei Familien in einer Stube keine Seltenheit. Wer seine Miete nicht pünktlich zahlte, wurde unverzüglich ausgewiesen.

    Ein besonderes Problem waren die gemeinsamen Toiletten. Bereits 1825 hatte der zuständige Stadtrat bemängelt, dass die „Abtritte offenstehen und die Luft verpesten“. Laut einer polizeilichen Aufstellung von 1828 kam auf etwa 50 Bewohner eine Toilette. Erst 1841 wurde durch Anlage einer zweiten Toilette im Kaufmannshaus Abhilfe geschaffen. Die Abwässer der Familienhäuser flossen in offenen Rinnsteinen in eine Senkgrube beim „Langen Haus“. Erst Anfang der 1840er Jahre wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Stettiner Bahnhofs, der eine gepflasterte Straßenverbindung über die Gartenstraße zur Stadt erforderlich machte, auch ein Abzugskanal für die Hausabwässer zur Panke gelegt.

    #Berlin #Mitte #Wedding #Gedundbrunnen #Oranienburger_Vorstadt #Geschichte #Feuerland #Hamburger_Tor #Torstraße #Wiesenstraße #Tieckstraße #Gartenstraße #Pfuhlstraße #Panke
    #Geschichte
    #Iatrokratie #Hygiene #Armut #Landflucht #Industrialisierung
    #Taxibetrieb

  • Berliner Gebietsreform 1938
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgeschichte_Berlins


    Grenzänderungen der Berliner Bezirke zum 1. April 1938

    Aus heutiger Sicht zeigt die Karte einen Bezirk zuviel, dafür fehlen ein bzw. zwei neue im Osten der Stadt.

    Mit Wirkung zum 1. April 1938 wurden zahlreiche Begradigungen der Bezirksgrenzen sowie einige größere Gebietsänderungen vorgenommen. Dabei kamen unter anderem

    – die Siedlung #Eichkamp vom Bezirk Wilmersdorf zum Bezirk #Charlottenburg
    – der westliche Teil von #Ruhleben vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Spandau
    - der nördlich des #Berlin-Spandauer_Schifffahrtskanal s gelegene Teil der #Jungfernheide vom Bezirk Charlottenburg zu den Bezirken #Reinickendorf und #Wedding
    - #Martinikenfelde vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Tiergarten
    – das Gebiet um den #Wittenbergplatz und den #Nollendorfplatz vom Bezirk Charlottenburg zum Bezirk #Schöneberg
    – das Gebiet südlich der #Kurfürstenstraße vom Bezirk #Tiergarten zum Bezirk Schöneberg
    – ein großer Teil des #Grunewald s vom Bezirk #Wilmersdorf zum Bezirk #Zehlendorf
    – ein Teil von #Dahlem vom Bezirk Zehlendorf zum Bezirk Wilmersdorf
    - der östliche Rand des Bezirks Zehlendorf (in Dahlem nur ein schmaler Streifen, sich in Richtung Süden verbreiternd bis hin zu einem größeren Gebiet im Südosten) zum Bezirk #Steglitz
    - #Späthsfelde vom Bezirk #Neukölln zum Bezirk #Treptow
    – Bohnsdorf vom Bezirk Köpenick zum Bezirk Treptow
    #Oberschöneweide und die #Wuhlheide vom Bezirk #Treptow zum Bezirk #Köpenick
    - die westlich der #Ringbahn gelegenen Gebiete von #Boxhagen-Rummelsburg und #Friedrichsberg vom Bezirk #Lichtenberg zum Bezirk #Friedrichshain, damals #Horst-Wessel-Stadt.
    - #Wilhelmsruh vom Bezirk #Reinickendorf zum Bezirk #Pankow
    - das Gebiet um die #Wollankstraße westlich der Berliner #Nordbahn vom Bezirk Pankow zum Bezirk #Wedding.

    Bereits in den Jahren 1928 und 1937 war es zu Verschiebungen zwischen Schöneberg und Tempelhof gekommen.

    Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte die sowjetische Militärverwaltung aus heute unbekannten Gründen #Friedenau zwischen dem 29. April und dem 30. Juni 1945 zum 21. Bezirk mit Willy Pölchen (KPD) als Bezirksbürgermeister; danach wurde Friedenau wieder wie vorher ein Ortsteil von Schöneberg. Entsprechend bestand in der Zeit das #Amtsgericht_Friedenau.

    #Berlin #Geschichte #Verwaltung #Bezirke #Nazis

  • „Dauerkolonie“ im Afrikanischen Viertel in Berlin: Führung erklärt deutschen Kolonialismus
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/afrikanischen-viertel-in-berlin-fuehrung-erklaert-deutschen-kolonia


    Justice Mvemba will über die deutsche Kolonialgeschichte aufklären. Foto: Sabine Gudath

    27.1.2024 von Maria Häußler - Warum sollten manche Straßen umbenannt werden? Was ist problematisch an den Kleingartenkolonien in Wedding? Und was hat das alles mit Edeka zu tun?

    An diesem Freitagnachmittag im Januar zieht sich eine dünne Schneeschicht über den Gehsteig der Swakopmunder Straße im Wedding, in der sich eine Gruppe von etwa fünfzehn Menschen für eine „Dekoloniale Stadtführung“ trifft. Sie haben eine private Führung gebucht, die Kosten werden von einer Stiftung übernommen. Untereinander sprechen die Teilnehmer über kalte Zehen und wünschten sich, sie seien wärmer gekleidet. Trotzdem stellen sie so viele Fragen, dass die Führung, die auf zwei Stunden ausgelegt ist, eine halbe Stunde länger dauert.

    Warum sollten manche Straßen im Afrikanischen Viertel in Wedding umbenannt werden und andere nicht? Was ist daran problematisch, eine Kleingartenkolonie „Dauerkolonie Togo“ zu nennen? Und welche Folgen hatte die Afrika-Konferenz in Berlin? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Justice Mvemba. Die 32 Jahre alte Frau bietet eine „Dekoloniale Stadtführung“ an, in der all diese Fragen beantwortet werden. Sie ist damit auch an der Frontlinie eines Kulturkampfes: Während manche von einer „woken“ Bewegung sprechen, die nur spalte, sehen andere darin eine überfällige gesellschaftliche Änderung, die ihrer Meinung nach zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt.

    Die Stadtführerin Justice Mvemba führt auch Gruppen durchs Humboldt-Forum, heute aber soll es das Afrikanische Viertel sein. An sieben Orten von der U-Bahnstation Afrikanische Straße bis zur Haltestelle Rehberge spricht die Stadtführerin über deutschen Kolonialismus und seine Folgen. Das beginnt schon beim Namen des Viertels: Carl Habenbeck wollte im Volkspark Rehberge einen Zoo mit afrikanischen Tieren aus den Kolonien gründen. Auch Menschen sollten in einer sogenannten Völkerschau ausgestellt werden. Die Völkerschau fand nie statt, das Afrikanische Viertel sollte trotzdem die kolonialen Errungenschaften würdigen.

    Davon erzählt Justice Mvemba gleich zu Beginn der Führung. Sie hält Fotos und Landkarten hoch, mal um zu zeigen, wie viele Staaten in den Kontinent Afrika passen, mal um über den Marterpfahl auf einem Spielplatz im Volkspark Friedrichshain zu sprechen. Die Teilnehmer der Tour stellen kaum kritische Fragen, stattdessen tragen sie ihr Wissen über rassismussensible Sprache und die deutschen Kolonien bei.

    „Kritische Fragen sind selten“, sagt Justice Mvemba der Berliner Zeitung. „Diese Gruppe ist aber besonders interaktiv.“ Dann spricht sie vom Handel mit Kolonialwaren, einen deutschen Kolonialwarenhändler gebe es immer noch. „Du grinst schon so. Kennst du ihn?“, fragt sie eine Frau mit Puschelmütze. „Edeka“, antwortet die. Die Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler nennt sich tatsächlich immer noch so. „Während der Holocaust als Verbrechen gilt, ist die Kolonialzeit bis heute positiv besetzt“, erklärt Mvemba.

    Ist das eine Dauerkolonie oder kann das weg?

    Eine Deutschlandflagge weht über einer der Hütten des „Dauerkleingartenvereins Togo e.V.“, der inzwischen nur noch „Dauerkleingartenverein“ heißt. Vor Ort ist die Änderung nicht sichtbar, ein Schild zeigt daneben auch den Namen „Dauerkolonie Togo“. Dass Kleingärten auch Kolonien genannt werden, verharmlose laut Mvemba die Kolonialzeit. Sie zieht sogar eine Verbindung zwischen dem Hissen von Flaggen in den Kleingärten und auf jenen Gebieten, die Siedler in den Kolonien einst besetzten.

    Ein Großteil der Kleingärtner wolle die Umbenennung nicht. Sie selber habe nichts damit zu tun gehabt, sagt Mvemba, trotzdem führe sie Gespräche mit einzelnen Mitgliedern: Der Name sei Tradition, sagen die. Mvemba ist der Ansicht, der Name „Dauerkolonie Togo“ führe nicht dazu, dass Kleingärtner sich kritisch mit der Kolonialgeschichte auseinandersetzen. „Davon kann man nicht ausgehen“, sagt sie der Berliner Zeitung nach dem Stopp vor dem Kleingartenverein. „Nach einer Umbenennung beschäftigen sich die Leute eher damit.“

    Einige aus der Gruppe sehen das ähnlich. „Warum steht das Schild immer noch da?“ Die Person, die die Führung gebucht hat, klingt erstaunt. In der Petersallee fragt dann doch jemand genauer nach: „Wie siehst du das denn, sollte zum Beispiel die Swakopmunder Straße auch umbenannt werden?“, fragt ein junger Mann, der selbst im Afrikanischen Viertel lebt. Es klingt zögernd. Swakopmund ist eine Stadt in der ehemals deutschen Kolonie Namibia. „Das Afrikanische Viertel soll erhalten bleiben“, sagt Mvemba und schaut auf das Schild der Petersallee. „Es wäre fatal, wenn das ausradiert wird. Der Unterschied ist, dass hier ein Mensch geehrt wird.“

    Die Kolonisierten im ehemaligen Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) nannten Carl Peters wegen seiner Brutalität auch „Blutige Hand“. Nach ihm ist die Straße benannt, in der die Gruppe jetzt stehen bleibt. Die Stadt hat sie offiziell schon 1986 dem Berliner Stadtverordneten Peters gewidmet – doch das ist am Straßenschild nicht erkennbar. Das reicht den Initiativen nicht, die sich für Straßenumbenennungen einsetzen: Für einen Perspektivwechsel in der Erinnerungspolitik soll ihrer Ansicht nach ein Widerstandskämpfer geehrt werden, wie am Manga-Bell-Platz und der Cornelius-Fredericks-Straße.

    Die Führung endet an einer Informationsstele, auf der der Kampf um Sprache in Bezug auf postkoloniale Perspektiven noch einmal deutlich wird: Nach mehr als sechs Jahren Diskussion über die Formulierung eines Textes über das Afrikanische Viertel haben sich die Stadt Berlin und die afrodiasporische Gemeinschaft auf einen Kompromiss geeinigt: Auf einer Seite ist der Text der Stadt zu lesen, auf der anderen Seite der der afrodiasporischen Gemeinschaft.

    Die Teilnehmer wechseln von einer Seite zur anderen, sie sollen identifizieren, welcher Text von wem geschrieben wurde. An den Anführungsstrichen um das „Afrikanische Viertel“ und der Bebilderung erkennen sie es: Laut Mvembas Interpretation werden auf der Seite der Stadt nach wie vor die Täter in den Vordergrund gerückt. Die Kolonisierten seien dagegen herabwürdigend dargestellt: Auf einem der Fotos hocken einige von ihnen halbnackt auf dem Boden.

    #Berlin #Wedding #Swakopmunder_Straße #Afrikanische_Straße #Petersallee #Rehberge #Dauerkolonie_Togo #Stadtführung #Deutsch-Ostafrika #Tansania #Kolonialismus

  • Restaurant Taxi Moon GmbH, Berlin, Weddingplatz 2
    https://firmania.de/berlin/restaurant-taxi-moon-gmbh-2894252
    Vorbei. Am 17.1.2024 gibt es diese Adresse weder im Kaupert noch in Openstreetmap oder Google Maps. Auch der Kaupert von 1989 kennt für den Weddingplatz keine Hausnummern, dafür beginnt an der Schulzendorfer Straße gegenüber dem Weddingplatz die Reinickdendorfer Straße mit Hausnummer 1 nach bester Berliner Hufeisenanordnung. Die höchste Hausnummer 123 bezeichnet das Gemeindehaus der Dankeskirche gegenüber Reinickendorfer Straße 4 und 5. Wat willste, wir sind in Berlin.

    Immerhin fehlen keine Hausnummern (wie z.B. in der Mittelstraße / Dorotheenstadt https://seenthis.net/messages/1036946 ) und die Zählung beginnt, anders als beim #Kudamm mit Nummer 1 (eins). Nur etwas versteckt liegen sie, die Häuser der Reinickendorfer Straße 1 bis 9.

    Ergo lautete die richtige Adresse des Cafe/Bar/Restauran Taxi Moon Reinickendorfer Straße 2, 13347

    in Gaststätten, Restaurants in Berlin Berlin.
    Adresse
    Weddingplatz 2,
    13347, Wedding, Berlin

    Andere identische Fundstelle am 17.1.2024
    https://web2.cylex.de/firma-home/restaurant-taxi-moon-gmbh-9753384.html

    Das Taxi Moon war eine Taxikneipe. Der nicht mehr auffindbaren GmbH gehörten dem Vernehmen nach auch einige Taxis und es gab eine freundschaftliche Verbindung der Geschäftsführerin mit der Gründergeneration des immer noch existierenden links-feministisch-autonomen Café Cralle in der Weddinger Hochstädter Straße. In der oberen Etage des Taxi Moon ging es ruhiger zu während im verqualmten Erdgeschoß eine nie enden wollende New-Wave-Party tobte. Wie die Kollegen dort ihre mitternächtliche Pause verbringen konnten, war mir immer schleierhaft. Vielleicht lag es am bunten Wand-

    Verarsche
    https://www.google.com/maps/place/MVZ+Zahn%C3%A4rzte+am+Weddingplatz/@52.5420124,13.3688964,18z/data=!3m2!4b1!5s0x47a851b7b0f97e4f:0x751c062461db9def!4m6!3m5!1s0x47a8518604
    Wer in Google Streetmap die Adresse „Weddungplatz 2“ eingibt, wird zur Schönwalder Straße Ecke Reinickendorfer geschickt, weil dort die „Zahnärzte am Weddingplatz“ um Patienten werben. Soweit zur Zuverlässigkeit kommerzieller Kartendienste.

    Kaupert Weddingplatz
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Weddingplatz-13347-Berlin

    Wer in Westberlin die Taxischeinprüfung schaffen wollte, musst den Weddingplatz „lernen“. Für die schriftliche Prüfung waren mindestens drei abgehendne oder angrenzende Straße zu nennen, und in der mündlichen Prüfung durfte er nicht vergessen werden, wenn man beispielsweise vom

    Allgemeines zu Weddingplatz
    Postleitzahl 13347
    Ortsteil Wedding
    ÖPNV Zone A Bus M27, 247 — U‑Bahn 6 Reinickendorfer Str ♿
    Straßenverlauf an Müllerstraße, Fennstraße und Reinickendorfer Straße
    Falk‑Stadtplan Planquadrat H 15
    Geschichte von Weddingplatz
    Ehemaliger Bezirk Wedding
    Alte Namen Kirchplatz (Anf. 19. Jh.-1835)
    Name seit 5.9.1835

    Wedding, seit 2001 Ortsteil des Bezirks Mitte.

    Um 1250/51 war das schon vorher besiedelte Dorf Wedding wieder „wüst“ geworden. Ursprünglich war es ein Rittersitz mit einer Mühle. 1253 gab dessen Besitzer, Ritter von Kare, das Dorf an das Nonnenkloster zu Spandau. 1289 überließ Markgraf Otto IV. den Gutshof Wedding mit der dazu gehörenden Feldmark der Stadt Berlin. Der Ort nannte sich damals Up den Wedding. 1601 legte Oberhofkämmerer Graf Hieronymus Schlick von Passau und Weißkirchen auf diesem Land erneut einen Gutshof an. Später kaufte der Große Kurfürst diesen Besitz und ließ ihn als Vorwerk betreiben. Zwischen 1752 und 1780 entstand die Kolonie Wedding. Diese war seit 1817 im Besitz des Berliner Magistrats. 1861, bei der Weichbilderweiterung Berlins, als der Wedding dem Berliner Stadtgebiet zugeschlagen wurde, hatte er 10 715 Einwohner. Seit der Eingemeindung entwickelte sich der Wedding als Industriestandort außerordentlich rasch. AEG, Siemens, Schering und andere Unternehmen siedelten sich an. Der Bezirk wurde zum Arbeiterbezirk, zum „Roten Wedding“. 1920 ist er als 3. Verwaltungsbezirk aus den Stadtvierteln Wedding und Gesundbrunnen sowie aus Teilen der Oranienburger und Rosenthaler Vorstadt gebildet worden. Bei der Neufassung der Verwaltungsgrenzen 1938 erhielt Wedding von Charlottenburg den östlichen Teil der Jungfernheide. Wedding ist Standort des Universitätsklinikums Rudolf Virchow und des Deutschen Herzzentrums. Architektonisch bedeutsam sind die Vorstadtkirchen St. Paul und St. Nazareth (letztere mit dem Antikriegsmuseum). In den zwanziger Jahren sind im Wedding musterhafte Wohnsiedlungen entstanden, wie die Friedrich-Ebert-Siedlung, das Afrikanische Viertel und die Siedlung Schillerpark. Bei der Bezirksfusion 2001 wurde Wedding in die Ortsteile Gesundbrunnen und Wedding unterteilt, es gehört seitdem zum Bezirk Mitte.

    Der Kirchplatz wurde in Weddingplatz umbenannt, da er auf dem Terrain des ehemaligen Vorwerks Wedding lag.

    Örtliche Zuständigkeiten für Weddingplatz
    Arbeitsagentur Beuthstraße
    Jobcenter Mitte - Müllerstraße
    Amtsgericht Wedding
    Grundbuchamt Mitte
    Familiengericht Pankow
    Finanzamt Wedding
    Polizeiabschnitt A 17
    Verwaltungsbezirk Mitte

    #Berlin #Wedding #Weddingplatz #Reinickendorfer_Straße #Schulzendorfer_Straße #Gastronomie #Taxi #Westberlin t #Mittelstraße #Kurfürstendamm #Geschichte #Taxi #Ortskunde

  • Dualastraße
    https://m.kauperts.de/Strassen/Dualastrasse-13351-Berlin

    Plan
    https://www.openstreetmap.org/way/4603231

    PLZ 13351
    Ortsteil Wedding
    ÖPNV Zone B Bus 221
    Verlauf von Senegalstraße bis Afrikanische Straße
    Falk Planquadrat G 13
    Zuständigkeiten
    Geschichte
    Geschichte — Dualastraße Alter Bezirk Wedding
    Name seit 6.7.1927

    Info

    Duala, Hauptort und Hafenstadt der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun.

    Heute ist Duala die größte Hafenstadt der Republik Kamerun. Am 11.7.1884 traf der von Bismarck entsandte Reichskommissar Gustav Nachtigal an der Kamerunküste ein und schloß mit einigen Stammeshäuptlingen sogenannte Schutzverträge. Drei Tage später proklamierte der Kolonialpolitiker die deutsche „Schutzherrschaft“ über Kamerun. Der Duala-Stamm wehrte sich, und ein kaiserliches Marinekorps setzte im Dezember des Jahres Dörfer in Brand und richtete unter den Einwohnern ein blutiges Gemetzel an, womit der Widerstand vorerst gebrochen war. Die Großmächte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien handelten hier ihre Einflußgebiete aus. Während des Ersten Weltkriegs eroberten französische und britische Truppen die deutsche Kolonie, die 1919 zum französischen Mandatsgebiet erklärt wurde. Der Begriff Duala steht zugleich für einen Bantustamm, dessen Angehörige sich vor allem als Waldlandpflanzer, Fischer und Händler betätigten.

    Vorher Straße Nr. 111 des Bebauungsplanes. Die Straße liegt im Afrikanischen Viertel.

    #Dualastraße #Berlin #Wedding #Senegalstraße #Afrikanische_Straße #Kamerun #Geschichte #Kolonialismus #Afrika

  • Chodowieckistraße und Co. in Berlin: Diese Straßennamen kann kein Mensch aussprechen
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/chodowieckistrasse-und-co-in-berlin-diese-strassennamen-kann-kein-m

    Wenn’s weita nüscht is ...

    3.1.2024 von Anne Vorbringer - An manchen Straßennamen scheitern selbst alte Hauptstadthasen. Oder wissen Sie auf Anhieb, wie man die Chodowieckistraße in Prenzlauer Berg korrekt ausspricht?

    Im vergangenen Jahr haben die Sprachexperten der E-Learning-Plattform Preply untersucht, welche international bekannten Lebensmittel von den Deutschen am häufigsten falsch ausgesprochen werden. Dazu wurden knapp 500 Begriffe daraufhin analysiert, wie häufig deren Aussprache bei Google eingegeben wird.

    Die Top Fünf wurde von „Bruschetta“ angeführt, das Röstbrot aus dem italienischen Antipasti-Segment wird hierzulande mindestens genauso oft bestellt wie falsch ausgesprochen, was auch für Spezialitäten wie Ciabatta, Tagliatelle und Gnocchi gilt. Letztere werden in deutschen Restaurants gerne zu „Gnotschi“, „Gnoki“ oder „Noschi“ verhunzt.

    Leider gibt es noch keine statistisch verwertbare Erhebung zu den am häufigsten falsch ausgesprochenen Berliner Straßennamen, aber wir sind uns ziemlich sicher, dass unsere fünf Beispiele es in jedes derartige Ranking schaffen würden.

    1. Prenzlauer Berg: Chodowieckistraße

    Als mein Ex-Freund damals aus unserer gemeinsamen Vorderhauswohnung in der sehr leicht auszusprechenden Dunckerstraße auszog, waren wir nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechen. In meinem emotionalen Verlassenwerden-Tief galt es, auch Kleinigkeiten mit einer gewissen Schadenfreude zu betrachten. Zum Beispiel den Umstand, dass auf dem angespannten Berliner Innenstadt-Mietmarkt nur noch eine Hinterhofbutze in der Chodowieckistraße für ihn frei war.

    Ausgerechnet in der Chodowieckistraße, hahahaha, dachte ich. Nun würde er jedem Taxifahrer buchstabieren müssen, wo er nach seinen Kneipenabenden mit den Kumpels hinkutschiert werden will. Schließlich hat es die kurze, parallel zur Danziger Straße verlaufende Chodowieckistraße aussprachetechnisch in sich und selbst Profis wissen nicht, was eigentlich richtig ist.

    Ich jedenfalls habe in Taxis schon alles gehört, von „Chodowjetzkistraße“, gesprochen mit „zk“, über „Chodowikki-“ bis „Schodowikkistraße“ – also mit sch und doppeltem k. Benannt ist die Straße in Prenzlauer Berg nach dem 1726 in Danzig geborenen und 1801 in Berlin verstorbenen Maler, Radierer und Kupferstecher Daniel Nikolaus Chodowiecki.

    Dessen Nachname wird laut Duden „Chodowjetski“ ausgesprochen, polnische Muttersprachler schlagen auf anderen Plattformen eher ein „Hoddowjetski“ vor. Zum Üben für die nächste Taxifahrt haben wir Ihnen einen YouTube-Link herausgesucht. Dass der Fahrer Sie dann auch versteht, dafür übernehmen wir allerdings keine Garantie. Mein Ex-Freund jedenfalls hat es irgendwann aufgegeben und bat immer darum, an der Ecke Danziger und Prenzlauer Allee rausgelassen zu werden.

    2. Grünau: Rabindranath-Tagore-Straße

    Früher hieß die vom Adlergestell bis zur Regattastraße verlaufende Rabindranath-Tagore-Straße im schönen Grünau mal schnöde-einfach Straße 900. Doch dann erfolgte auf Vorschlag des Indologen Professor Walter Ruben zum 100. Geburtstag des Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore die Umbenennung nach dem 1861 in Kalkutta geborenen Philosophen und Dichter.

    Der Schriftsteller Stefan Heym hat in der Rabindranath-Tagore-Straße gewohnt und erzählte Ende der Neunzigerjahre in der Zeit diese hübsche Anekdote zu seiner Adresse: „Die DDR wollte von Indien anerkannt werden, nannte deshalb unsere Straße Tagorestraße, und da sagte jener Indologe zum Bürgermeister: Es gibt drei Brüder Tagore. Die könne man verwechseln, wenn man nicht deutlich mache, welchen man meint. Deshalb heißt die Straße Rabindranath Tagore, und alle Pförtner von Hotels, in denen ich je einkehrte, mussten ‚Rabindranath Tagore‘ in ihre Bücher schreiben.“

    Auch heute noch hat sich an der Unaussprechlichkeit und Unbuchstabierbarkeit wenig geändert, berichtet ein Kollege aus Grünau. Selbst bei Google Maps herrscht Zungenbrecherpotenzial, und wenn das Kartennavi auf dem Handy die „Rabbindrannattrgorr-Straße“ ausspricht, will man sich vor Lachen kringeln und vergisst dabei unter Umständen, auf den Verkehr zu achten. Auch nicht ungefährlich.

    3. Wedding: Malplaquetstraße

    Malplakat? Malplack? Wasnochmal? Die Malplaquetstraße in Wedding stellt wohl selbst Anwohner vor Schwierigkeiten. Sie reicht von der Nazarethkirchstraße bis zur Seestraße, so viel steht fest. Doch wie spricht man sie nur korrekt aus?

    Lesen wir zunächst im Kauperts Straßenführer durch Berlin nach. Dort heißt es: „In der äußerst blutigen Schlacht bei Malplaquet am 11.9.1709 vernichteten während des Spanischen Erbfolgekriegs die vereint kämpfenden preußischen, österreichischen und britischen Truppen – unter Führung von John Churchill Marlborough – die Armee Ludwigs XIV. von Frankreich. Der verlustreich erkämpfte Sieg wurde nicht genutzt und hatte auch nicht die erhoffte kriegsentscheidende Wirkung.“

    Verlustreich, aber namensgebend: die Schlacht bei MalplaquetHeritage Images/imago

    Und weiter: „Vorher Straße Nr. 45, Abt. X/1 des Bebauungsplanes. 1888 entschied der Magistrat von Berlin anlässlich des 200. Geburtstags Friedrich Wilhelms I., der als Kronprinz in den Niederlanden seine Feuertaufe erhalten hatte, eine Anzahl Weddinger Straßen nach Ereignissen und Personen des Spanischen Erbfolgekriegs (1701–1714) zu benennen. So erhielt auch die Malplaquetstraße ihren Namen.“

    Malplaquet liegt in Nordfrankreich und wird demzufolge très français ausgesprochen und betont: malplakee.

    4. Tiergarten: John-Foster-Dulles-Allee

    John Foster Dulles war ein amerikanischer Politiker, der unter US-Präsident Dwight D. Eisenhower von 1953 bis 1959 als Außenminister der Vereinigten Staaten diente. Er war bekannt für seine kompromisslose Haltung gegenüber der Sowjetunion im Kalten Krieg und betrachtete den Kommunismus als „moralisches Übel“.

    Übel gerät bisweilen auch die Aussprache seines Namens in Berlin, ist nach Dulles doch eine kleine, vom Spreeweg bis zur Scheidemannstraße reichende Allee benannt. Die lässt von „Dallas“ über „Dulls“ bis hin zu „Dulli“ allerlei verhunzungstechnische Alternativen zu. Entscheiden Sie selbst, wie sehr Sie den Ami ärgern wollen, etwa wenn Sie das nächste Mal das Haus der Kulturen der Welt ansteuern, das in der John-Foster-Dulles-Allee 10 ansässig ist.

    5. Friedenau: Handjerystraße

    Von „Hand-cherie“ über „Händ-dschäry“ bis „Hand-jerri“ ist eigentlich aussprachetechnisch alles drin in der Friedenauer Handjerystraße, die von der Varziner Straße bis zur Bundesallee und Stubenrauchstraße führt. Benannt ist sie nach dem Politiker Nicolaus Prinz Handjery, der 1836 in Konstantinopel zur Welt kam und 1900 in Dresden starb.

    Wenn’s hilft: Auch eine Pflanze ist nach Handjery benannt. Der Bergahorn „Prinz Handjery“ hat einen breit ovalen bis kugelförmigen Wuchs.Agefotostock/imago

    Der Kauperts weiß: „Der Sohn eines russischen Staatsrats stammte aus einer vornehmen griechischen Familie. Seit 1845 mit seiner Familie in Preußen lebend, erhielt Handjery 1851 das preußische Bürgerrecht, 1854 legte er in Berlin das Abitur ab und studierte dann in Berlin und Bonn Jura. 1858–1861 diente er im Garde-Kürassier-Regiment. Nach dem Examen und juristischer Tätigkeit beim Berliner Stadtgericht und der Potsdamer Regierung wirkte Handjery von 1870 bis 1885 als Landrat des Kreises Teltow und vertrat den Kreis im Abgeordnetenhaus und im Reichstag. 1885 wurde Handjery Regierungspräsident in Liegnitz, bis er 1895 wegen Krankheit aus seinen Ämtern ausschied und zurückgezogen in Berlin lebte. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstraße.“

    Lässt man sich den Wikipedia-Artikel über den Juristen laut vorlesen, so spricht dort eine weibliche Stimme den Namen eher wie folgt aus: „Nikolaus Handjerü.“ Gibt man das wiederum in die Google-Sprachsuche ein, schlägt die Maschine Seiten vor wie „Handjob zum Nikolaus“. Das dürfte die Verwirrung endgültig komplett machen. Zumal es in Berlin gleich zwei Handjerystraßen gibt: Die andere liegt in Adlershof.

    #Berlin #Geschichte #Straßen #Handjerystraße #Adlershof #Friedenau #Tiergarten #John-Foster-Dulles-Allee #Wedding #Malplaquetstraße #Grünau #Rabindranath-Tagore-Straße #Prenzlauer_Berg #Chodowieckistraße

  • #Allemagne : une nouvelle place au nom du résistant camerounais #Rudolf_Douala_Manga_Bell

    Une troisième place au nom de Rudolf Douala Manga Bell, résistant camerounais à la colonisation allemande, a été inaugurée en Allemagne, à #Aalen, le 1er juillet dernier. Une #pétition circule auprès des autorités allemandes pour la #réhabilitation de Rudolf Douala Manga Bell et de #Ngosso_Din.

    Rudolf Douala Manga Bell fut l’ancien roi du clan Bell du peuple Douala au Cameroun pendant la période coloniale allemande. Pour avoir tenté de fédérer les communautés contre le colonisateur, il fut pendu « pour haute trahison » le 8 août 1914 à Douala avec son secrétaire Ngosso Din.

    #Jean-Pierre_Félix_Eyoum, membre de la famille et installé en Allemagne depuis un demi-siècle, travaille depuis trente ans sur cette histoire. La place Manga Bell de Aalen a été inaugurée en présence des représentants des autorités du Cameroun. Avant cela, une place a été inaugurée à #Ulm en octobre, une autre à #Berlin en décembre.

    Jean-Pierre Félix Eyoum a déposé il y a un an une pétition auprès des autorités allemandes pour la réhabilitation de Rudolf Douala Manga Bell et Ngosso Din. Pourquoi une place à Aalen ? Parce que ce fut la ville d’accueil de Roudolf Douala Manga Bell, quand il vient apprendre l’allemand à 16/17 ans en 1891 en Allemagne raconte Jean-Pierre Félix Eyoum, au micro de Amélie Tulet, de la rédaction Afrique.

    La demande de réhabilitation de Rudolf Douala Manga Bell et Ngosso Din, figures de la #résistance contre la #colonisation_allemande, est examinée au Bundestag allemand. Avant sa visite en octobre dernier au Cameroun, la ministre adjointe aux Affaires étrangères allemande avait déclaré : « la peine capitale prononcée contre le roi Rudolf Douala Manga Bell en 1914 est un parfait exemple d’#injustice_coloniale ».

    https://amp.rfi.fr/fr/afrique/20230709-allemagne-une-nouvelle-place-au-nom-du-r%C3%A9sistant-camerounais-r

    #Cameroun #toponymie #toponymie_politique #décolonial #toponymie_décoloniale #colonialisme #mémoire #noms_de_rue

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    • Le #martyr camerounais Rudolf Douala Manga Bell a désormais sa place à Berlin

      Après Ulm, Berlin est la deuxième ville allemande à avoir une rue ou une place du nom de Rudolf Douala Manga Bell, ce roi camerounais, figure de la résistance face aux colonisateurs.

      Le gris et le froid berlinois n’ont pas douché l’enthousiasme de la foule. Et pour cause : la place Gustav Nachtigal, du nom du colonisateur qui hissa le drapeau allemand sur le Cameroun, n’existe plus ; elle s’appelle désormais place Rudolf et Emily Douala Manga Bell.

      Rudolf Douala Manga Bell, c’est ce roi devenu héros national pour avoir osé défier le colonisateur allemand et qui fut exécuté en 1914. « Il s’était opposé à certains plans du gouvernement allemand colonial qui essayait de déposséder les gens, de leur prendre leurs terrains... et évidemment, ça n’a pas plu aux Allemands », raconte Jean-Pierre Félix Eyum, l’un de ses descendants. Emily Douala Manga Bell, l’épouse de Rudolf, fut quant à elle l’une des premières Camerounaises à avoir été scolarisées.
      « Un message d’espoir »

      Mais si Rudolf Douala Manga Bell a maintenant une place à son nom à Berlin, il n’est pas totalement réhabilité, ce qu’attend désormais Jean-Pierre Félix Eyum. « J’attends que le gouvernement allemand prononce enfin ces mots-là : "Nous sommes désolés d’avoir fait ce que nous avons fait". C’est cela que j’appelle réhabiliter Rudolf Douala Manga Bell », indique-t-il. Il se dit optimiste à ce sujet. Il a récemment déposé une pétition dans ce sens au Parlement allemand.

      L’actuel roi de Douala, Jean-Yves Eboumbou Douala Manga Bell, voit quant à lui dans cette cérémonie en l’honneur de son ancêtre « un symbole extraordinairement important de reconnaissance d’une situation qui a été déplorable en son temps ». « Un message d’espoir », dit-il. Cette inauguration est en tout cas une nouvelle étape dans la reconnaissance très récente par l’Allemagne de son passé colonial. Un passé longtemps éclipsé par les crimes commis par le régime nazi durant la Seconde Guerre mondiale.

      https://www.rfi.fr/fr/afrique/20221202-le-martyr-camerounais-rudolf-douala-manga-bell-a-d%C3%A9sormais-sa-plac

    • L’Allemagne inaugure une place Rudolf Douala Manga Bell en hommage au martyr camerounais

      Pour la première fois sur le sol allemand, une place au nom de Rudolf Douala Manga Bell a été inaugurée le 7 octobre, dans une tentative allemande de regarder son passé de colonisateur du Cameroun. Cela à Ulm, dans le sud de l’Allemagne, où le roi Rudolf Douala Manga Bell avait étudié le droit à la fin du XIXe siècle, avant de rentrer au Cameroun, où il fut ensuite exécuté par l’administration allemande pour avoir tenté de fédérer des communautés camerounaises contre les colons.

      Au Cameroun, son nom est dans tous les manuels scolaires : Rudolf Douala Manga Bell était un roi, le roi du clan Bell au sein du peuple Douala. Celui-ci était établi depuis des générations sur la côte Atlantique, au bord de l’estuaire du Wouri, où se trouve l’actuelle ville de Douala, capitale économique du Cameroun.

      C’est son père, le roi Auguste Douala Ndumbe Bell, qui l’envoie étudier en Allemagne pour qu’il maîtrise la langue de ceux dont la présence augmente sur la côte, avec l’arrivée de missionnaires puis l’installation de comptoirs pour le commerce.

      Mais quelques années après le retour de Rudolf Douala Manga Bell au Cameroun, le gouvernement colonial allemand remet en cause le traité de protectorat signé avec les chefs Douala. Le texte stipule que la terre appartient aux natifs, mais le gouverneur allemand veut alors déplacer les populations.

      Rudolf Douala Manga Bell s’y oppose, d’abord de façon légaliste, allant jusqu’au Parlement allemand plaider la cause de son peuple, avant de se résoudre à tenter de fédérer les autres communautés du Cameroun contre le colonisateur allemand. Mais il est arrêté en mai 1914, jugé et condamné en un seul jour. Il est pendu le 8 août 1914 avec son lieutenant pour « haute trahison ».

      Le Cameroun avait été sous domination allemande d’abord, avant d’être placé sous les mandats britannique et français après la Première guerre mondiale.
      Les descendants de la figure camerounaise appellent à la réhabilitation de son image par l’Allemagne

      Les descendants du roi Rudolf Douala Manga Bell attendent notamment sa réhabilitation par les autorités allemandes, pour laver son nom. Un des combats que mène notamment son arrière-petite-fille, la Princesse Marylin Douala Manga Bell qui constate que les choses bougent en Allemagne depuis le milieu des années 2010.

      https://www.rfi.fr/fr/afrique/20221025-l-allemagne-inaugure-une-place-rudolf-duala-manga-bell-en-hommage-au-ma

    • Campaigners celebrate changing of colonial street names in Berlin

      Street and square in north-east of city renamed in tribute to figureheads who resisted forced rule in Africa.

      Campaigners who have fought for decades for Germany to confront its colonial past celebrated the renaming of a square and a street in the north-east of Berlin on Friday in tribute to figureheads who resisted forced rule in Africa.

      Manga Bell Platz in the so-called African Quarter of Berlin’s Wedding district was renamed in memory of Rudolf and Emily Duala Manga Bell, a king and queen of Duala in Cameroon who fought against German colonialism. Rudolf Duala Manga Bell, who had been educated in Germany, was executed along with about 100 other people by German authorities in August 1914 after a sham trial.

      The square, a central part of the African Quarter, had until Friday been known as Nachtigalplatz since 1910, after Gustav Nachtigal, the German empire’s commissioner for west Africa who had a key role in the German colonisation of Togo, Cameroon and Namibia in the 1870s.

      Close by, Lüderitz Strasse, named after colonialist Adolf Lüderitz, a Bremen tradesman once celebrated as the founder of the German-Southwest Africa colony – now Namibia – was given the new name Cornelius Fredericks Strasse. Frederiks was a resistance fighter from the Nama people who was imprisoned in a concentration camp on Shark Island along with a group of almost 1,800 people in 1906. He died on 16 February 1907 from malnutrition and hypothermia. Some of the victims among those held with him were decapitated and their skulls sent to Germany for so-called racial scientists to carry out anthropological research on them.

      In a ceremony attended by the ambassadors of Cameroon and Namibia, as well as the current King Eboumbou of Douala and his wife.

      Jean-Pierre Félix-Eyoum, a great nephew of Manga Bell, paid tribute to his relatives and other resistance fighters who included Emily and many other women, he said.

      “This is a big day,” the retired teacher who lives in Munich, said to a large crowd gathered in a corner of the square as residents looked on from their balconies.

      “With this renaming, Berlin is recognising its historical responsibility,” he said. He paid tribute to historians, writers, politicians and hundreds of the “Dekoloniale” “decolonialist” movement of campaigners who have spent decades calling for recognition of Germany’s colonial era and for a renaming of the street, square and many other similar locations around Germany.

      “I hope that the names of all colonialists still to be found on monuments, streets not only in Germany but across the whole world will one day disappear,” he said.

      Seppo Toko, an IT engineer whose family has its roots in the same Douala tribe as Manga Bell, had travelled from Hildesheim in northern Germany to attend the ceremony. He said: “This is a very, very satisfying day for me and it’s an honour to be here. It’s time now for reconciliation between both sides, for some deep dialogue.”

      Margo Gorman, a novelist from Donegal in Ireland, and her husband, Hans Georg Rennert, a tour guide who traces the neighbourhood’s colonial era connections, were at the unveiling having followed the renaming campaign for years. “Let’s hope this has something of a ripple effect,” Gorman said. “What’s important is that they also take the locals with them.”

      Rennert said there were meanwhile “plenty of other places on the list that now need to follow”, he said. He cited Mohren Strasse (Moor Street) in central Berlin, which is due to be renamed Anton Wilhelm Amo Street after the black philosopher and Nettelbeck Square, also in Wedding, named after Joachim Christian Nettelbeck, a sailor who was involved in the transatlantic slave trade.

      The German Empire came to colonisation in the 1870s, relatively late compared to most other powers and had lost control of most territory by the start of the first world war in 1914. Ambitions to secure lost territories lasted until the 1940s, but gained little ground.

      But it is seen as responsible for one of the most shameful colonial atrocities ever committed, the genocide from 1904 to 1908 of between 60,000 and 100,000 indigenous Herero and Namaqua people.

      Many of its colonisers typically tried to sell their project as a mission to bring Christianity and civilisation to African regions.

      Brigitte Huß, who watched as the Manga Platz street plaque was unveiled, said her Baptist beliefs made her acutely aware of the current relevance of the growing movement to recognise Germany’s colonial past. “This is about us as a society recognising and acknowledging that we cannot continue to exploit other people, and the extent to which we’re prepared to make sacrifices to that end. We need to know our history to understand some of the present predicaments we’re in,” she said.

      Earlier the district mayor, Stefanie Remlinger said that the renaming of streets was only a fraction of the effort that needed to be put into the examination of Germany’s colonial past. “Street names are ways in which we pay tribute to people and part of our culture of remembrance,” she said. “But it’s only a start. A lot more needs to happen in people’s heads and hearts and in the education system”.

      Remlinger acknowledged the resistance some residents had put up to the retitling which she said was often hard for those who had lived on Nachtigalplatz and Lüderitz Strasse for much of their lives. Not least the additional bureaucratic workload which would be required for thousands of residents to now re-register everything from bank accounts to driving licences, she said.

      “We will try to make it as easy as possible for these people to do this quickly and easily and ensure they have priority access to the bureaucrats,” she said.

      Standing on the sidelines, flanked by police officers, two residents looked on, sometimes shaking their heads.

      “No one paid interest in this for years,” said Detlef Skrzypczak who has lived at Nachtigalplatz number 19 since 1977. “As far as most people were concerned it was named after a bird, and didn’t give a thought to colonialists,” he said, in reference to the name Nachtigall which also means nightingale.

      Skrzypczak and his girlfriend who lives at number 13, had both been encouraged to put in petitions against the renaming when they’d heard about it several years ago. “But our petitions were turned down and we were each billed €145 each for administrative costs which seemed a bit rich”.

      Félix-Eyoum, Manga-Bell’s great nephew, thanked the residents for their willingness to embrace the new name. “I know this is a burden for you,” he said. “But you are doing your bit towards this process of reconciliation”.

      https://www.theguardian.com/world/2022/dec/02/campaigners-celebrate-changing-of-colonial-street-names-in-berlin