• Presunto uomo di fiducia della ‘ndrangheta in Svizzera sotto processo a Bellinzona

    Si tratta di un 59enne italiano residente in Argovia che avrebbe forti legami con il clan #Anello-Fruci - Il procedimento è legato alla vasta operazione “Imponimento” - La Svizzera usata come cassaforte e armeria

    È accusato di aver partecipato per vent’anni alle attività della ‘ndrangheta in Svizzera l’uomo che viene processato da questo lunedì al Tribunale penale federale di Bellinzona. Il 59enne italiano, residente in Argovia, sarebbe stato un uomo di fiducia del #clan_Anello-Fruci. Il dibattimento dovrebbe durare fino all’11 settembre.

    Il processo è legato alla vasta operazione “#Imponimento”, che nel luglio 2020 ha portato all’arresto in Svizzera e in Italia di oltre 70 persone. Da questa inchiesta emergono le attività principali che le organizzazioni criminali italiane svolgono da tempo in Svizzera: traffico di droga, traffico di armi (per rimpolpare gli arsenali del clan) e il riciclaggio di denaro sotto varie forme: dalla ristorazione ai locali notturni, dal cambio valuta all’acquisto in leasing di vetture di lusso, spiega il giornalista della RSI Francesco Lepori, specializzato in cronaca giudiziaria e responsabile operativo dell’Osservatorio ticinese sulla criminalità organizzata dell’Università della Svizzera italiana (USI).
    Immettersi nel tessuto economico e sociale per agire indisturbati e benvoluti

    La cosca degli Anello-Fruci ha una forte vocazione imprenditoriale. Agli affari sporchi ha infatti saputo affiancare investimenti in apparenza leciti che hanno permesso anche di inserirsi nella comunità di accoglienza. Una capacità che le ha permesso di integrarsi nel tessuto economico e sociale per poi agire indisturbata, sottolinea Lepori. Basti pensare che uno degli altri referenti svizzeri del capo clan, che come il 59enne risiedeva nel canton Argovia, era titolare di un ristorante e sponsorizzava persino la squadra di calcio del paese. Era ben voluto in zona, tanto che, come spesso accade, nel 2020 la notizia del suo arresto non mancò di suscitare stupore.

    In Svizzera intercettazioni e un infiltrato

    Le indagini nei confronti del clan sono state, come detto, imponenti. In Svizzera sono state condotte nei confronti di una dozzina di persone e hanno comportato l’uso di mezzi particolari come le intercettazioni ambientali e l’impiego di un agente infiltrato della polizia federale, grazie al quale le dichiarazioni dei pentiti in Italia hanno potuto trovare riscontro, indica Lepori.
    Varie condanne già emesse in Italia

    Oltreconfine la vicenda è già sfociata in diverse condanne di primo e in parte di secondo grado. Al capo del sodalizio sono stati inflitti 20 anni di carcere, al proprietario del ristorante 17 e al cugino del 59enne, che lavorava come operaio comunale nel Luganese, 11 anni che sono stati poi ridotti in appello a 10 anni e 8 mesi.

    Svizzera come cassaforte e armeria

    Il 59enne sotto processo a Bellinzona è considerato dagli inquirenti l’uomo di fiducia degli Anello-Fruci in Svizzera, ma non è l’unico. Attorno a lui ruotavano altre figure e questo mostra come la Svizzera avesse un ruolo molto importante per il clan. Era infatti la loro cassaforte, dove arrivavano i capitali illeciti, frutto soprattutto del traffico di droga, che venivano investiti per generare ulteriori profitti, indica Lepori. Le scorte accumulate rimanevano quindi al sicuro, pronte a rientrare in Italia quando il capo della cosca necessitava di denaro.

    Da non dimenticare poi le armi e le munizioni: grazie alla presenza di una rete in Svizzera era possibile garantire l’approvvigionamento al clan. Un piccolo arsenale, ricorda Lepori, era stato sequestrato anche in Ticino a casa del 59enne.

    https://www.rsi.ch/info/ticino-grigioni-e-insubria/Presunto-uomo-di-fiducia-della-%E2%80%98ndrangheta-in-Svizzera-sotto-processo-a-
    #ndrangheta #Suisse #procès #justice #criminalité_organisée #drogue #armes #trafic_de_drogue #trafic_d'armes #blanchissement_d'argent #restauration #restaurants

  • Er hatte nachts Hunger - B.Z. – Die Stimme Berlins
    https://www.bz-berlin.de/archiv-artikel/er-hatte-nachts-hunger

    Siggi R. hatte keinen guten Ruf als Chef und sein Ableben war so sinnlos wie symbolträchtig. Er konnte sozusagen den Hals nicht vollkriegen. Schade? Naja, traurig für die Familie.

    Ein Vierteljahrhundert später hat sich der große Verlust für Berlin relativiert. Nicht die Stadt ist ärmer geworden am Verlust des großen Küchenzampanos sondern die einfachen Berliner an den Machenschsften der Gäste seinesgleichen.

    15.12.2000 von B.Z. Redaktion - Berliner Meisterkoch an kaltem Braten erstickt

    Der tragische Tod des Meisterkochs Siegfried Rockendorf, 50. Er erstickte qualvoll an einem Stück Geburtstagsbraten, vor den Augen seiner Frau Sylvia, seinen Eltern, der Familie. Das Unglück geschah am frühen Mittwochmorgen. Der berühmte Berliner Sterne-Koch war mit seiner Frau in Bad Sachsa (Harz), feierte dort den 70. Geburtstag seines Vaters. Der führt in dem Kurort das 43-Betten-Hotel „Sonnenhof“. Es war eine große Feier, der ganze Rockendorf-Clan kam, dazu Hotel-Stammgäste. Siegfried Rockendorf half beim großen Buffet, bis Mitternacht wurde getanzt und getrunken. Kurz vor ein Uhr bekommt Rockendorf noch einmal Hunger. Er geht zurück ins Erdgeschoss, an das kalte Buffet. Hastig nimmt er ein paar Bissen in den Mund, auch ein Stück vom kalten Braten. Seine Schwägerin Gaby Rockendorf zur BZ: „Ich hörte plötzlich merkwürdige Geräusche. Auf der Treppe fand ich dann Siegfried. Er röchelte schrecklich.“ Sofort rief sie den Notarzt. Laut Polizeibericht hat er 45 Minuten lang versucht, Rockendorf zu reanimieren. Witwe Sylvia erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den Arzt. Sie sagt: „Er hat ihn wie bei einem Herzinfakt behandelt. Ich habe noch gesagt, er erstickt, er hat nichts am Herz. Aber da war es zu spät.“ Rockendorf war der erste Sterne-Koch der Stadt, hat seit Jahren den Ruf, einer der besten Köche Deutschlands zu sein. Er erkochte sich zwei Sterne in der Gourmet-Bibel „Michelin“, vier Mützen im „Gault Millau“. Legendär ist sein Rehrücken mit Essigkirschen in Balsamico-Sauce. Bereits mit 24 Jahren war Rockendorf Küchenchef im „Schweizerhof“. 1977 machte er sich selbstständig. Sein Restaurant in Waidmannslust war der „Gourmet-Tempel“ im alten Berlin. Mit dem „Rockendorf“ in der Hagenstraße gehörte ihm bald „der“ Promitreff im Grunewald. Nach finanziellen Schwierigkeiten durch neue Objekte in Brandenburg fing er mit dem „Rockendorf“ am KaDeWe erst im Mai noch einmal von vorne an. Große Trauer um den Bocuse von Berlin. Rockendorfs bester Freund Franz Raneburger („Schloss Glienicke“) hat die großen Küchenchefs der Stadt zusammengebracht, um Rockendorfs Witwe Sylvia zu helfen. Seit gestern kochen sie jeden Abend im Restaurant, bis ein Nachfolger gefunden ist. Darunter Kolja Kleeberg („Vau“), Helmut Beltle („Aigner“). Siegfried Rockendorf wird in der nächsten Woche in Bad Sachsa beerdigt. „Undenkbar: Berlin ohne Rockendorf“, so lobte neulich noch der renommierte „Feinschmecker“ einen der besten Köche an der Spree. Die Stadt ist ein Stück ärmer geworden.

    Immerhin hat es zum Wikipedia-Eintrag gereicht.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Rockendorf
    Der Mann ist damit auf Dauer zum Symbol für das geworfen, was einem passieren kann, wenn man sich aus Gier an die Reichen und Mächtigen ranwanzt. Hat er das wirklich verdient? Alles eine Frage der Haltung. De mortuis ...

    #Berlin #Restaurant #memento_mori #Gentrifizierung

  • Zoll und Polizei durchsuchen versiffte Küche : Indische Köche schliefen auf der Arbeitsstelle
    https://www.berliner-zeitung.de/article/zoll-und-polizei-durchsuchen-versiffte-grosskueche-in-kreuzberg-100

    A Berlin les chaînes de restaurants indiens pratiquent l’exploitation extrême et servent des plats malsains. La législation allemande pour les visas de travail fait fleurir toute sorte d’abus dans tous les secteurs économiques. Conclusion : regardez bien où vous mangez et buvez et n’utilisez surtout pas les Uber.

    4.6.2026 von Andreas Kopietz - Polizei und andere Behörden ermitteln wegen Ausbeutung. Inder wurden unter Mindestlohn bezahlt und schliefen in Kellerräumen von Restaurants.

    Beamte von Zoll und Polizei haben in Kreuzberg eine Großküche durchsucht. Dort haben Menschen aus Indien nicht nur gekocht, sondern auch unter unzumutbaren Bedingungen gewohnt. Hintergrund der Durchsuchung ist ein seit Juni 2023 laufendes Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung, das die Staatsanwaltschaft Berlin führt.

    Acht Beschuldigte im Alter von 36 bis 66 Jahren stehen im Verdacht, seit mindestens 2021 indische Spezialitätenköche angeworben und diese nach ihrer Einreise nach Deutschland über Jahre hinweg ausgebeutet zu haben.

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    Gemüsebällchen mit Hühnerkeule: Die Lebensmittel waren nicht abgedeckt, sodass die Hühnerkeule Gefrierbrand hat. Die Bällchen sind verschmutzt. Alles wird entsorgt. © Polizei Berlin

    Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes und des Hauptzollamtes ergaben, dass den Betroffenen nach ihrer Ankunft teilweise die Ausweise abgenommen wurden, um Abhängigkeiten zu schaffen. Zudem sollen sie in Berliner Restaurants regelmäßig über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zu 13 Stunden täglich gearbeitet haben. Der Lohn, den sie bekamen, lag den Ermittlungen zufolge teilweise bis zu 75 Prozent unter dem gesetzlichen Mindestlohn. In einzelnen Fällen blieben Lohnzahlungen ganz aus.

    Die meist aus Indien stammenden Arbeitnehmer waren laut Polizei unter menschenunwürdigen Bedingungen in überbelegten Unterkünften oder in Kellerräumen von Restaurants untergebracht. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand bedienten sich die Beschuldigten zur Verschleierung der Tatbegehung eines konspirativen Geflechts verschiedener Betreibergesellschaften. Außerdem haben die Behörden den Verdacht, dass Sozialversicherungsbeiträge in erheblichem Umfang nicht ordnungsgemäß abgeführt wurden.
    Schimmelige Wände und gravierende hygienische Mängel

    Der Einsatz, der am Mittwoch um 6 Uhr begann, wurde von der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Arbeitsausbeutung des Hauptzollamtes Berlin und des Landeskriminalamtes geführt. Beteiligt waren auch das bezirkliche Ordnungsamt, die Lebensmittelaufsicht und die Bauaufsicht. Die Küche, die durchsucht wurde, belieferte indische Restaurants mit vorgekochten Speisen.

    In der Küche trafen die Kontrolleure vier aus Indien stammende Männer an, die dort auch geschlafen hatten. Die Wände des Lagers, wo Mitarbeiter auf Matratzen schliefen, waren nach Auskunft von Ermittlern großflächig von Schimmel befallen.

    Die Lebensmittelaufsicht stellte in den Räumen teils gravierende hygienische Mängel fest. Darunter waren unsachgemäß gelagertes Fleisch und Gemüse. Die Kontrolleure entsorgten zudem mehrere große Kübel mit bereits zubereiteten Soßen, die bei falschen Temperaturen gelagert waren.

    Arbeitsbedingungen haben sich weiter verschlechtert

    Darüber hinaus stellten sie erhebliche Missstände beim Brandschutz fest. So waren Flucht- und Rettungswege blockiert. Das Bauamt ordnete deshalb die sofortige Schließung des Objekts an. Die angetroffenen ausgebeuteten Arbeiter bekamen von den Zoll- und Polizeibeamten englischsprachige Flyer mit Informationen über Hilfsangebote überreicht.

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    Die Kontrolleure stellten diverse offene Behälter mit Zutaten fest, die bei Temperaturen gelagert wurden, bei denen sich die Keime besonders gut entwickeln. © Polizei Berlin

    Zeitgleich durchsuchte die Polizei neben der Großküche drei Wohnungen von Beschuldigten in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte. Dort stellten die Beamten unter anderem Mobiltelefone und Geschäftsunterlagen wie Lohnjournale von Arbeitnehmern sicher.

    Bereits im Frühjahr 2024 waren in diesem Ermittlungsverfahren zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Brandenburg vollstreckt worden. Dabei ergaben sich nach Angaben der Polizei neue Erkenntnisse, wonach weiterhin indische Spezialitätenköche unter ausbeuterischen Bedingungen beschäftigt worden sein sollen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen haben sich laut Polizei die Arbeits- und Lebensbedingungen der Betroffenen seit dem Frühjahr 2024 sogar weiter verschlechtert.

    #Allemagne #Berlin #immigration #exploitation #libéralisme #restaurants #gastronomie #tourisme

  • Une envie pressante ? L’appli ICI Toilettes vous dit où faire pipi gratuitement en ville

    Une envie pressante et pas de toilettes en vue ? L’application ICI Toilettes, déjà disponible dans une dizaine de villes, arrive à #Strasbourg. En quelques clics, elle permet de repérer les #toilettes_publiques les plus proches, mais aussi les #bars et #restaurants partenaires qui mettent à disposition leurs #WC gratuitement.

    Que l’on soit Strasbourgeois, touriste ou sans-abri, le manque de toilettes gratuites dans la ville a souvent été pointé du doigt. En s’implantant à Strasbourg, le dispositif ICI Toilettes veut renforcer l’#accessibilité à des sanitaires propres, gratuits et ouverts au plus grand nombre.

    Installée en un clic, l’application repère les toilettes proches de l’utilisateur, qu’elles soient publiques… ou mises à disposition par des bars et restaurants partenaires. Des filtres peuvent être appliqués afin de cibler celles accessibles aux #PMR ou proposant un lange bébé. Il suffit ensuite de se rendre sur place et de demander poliment à utiliser les sanitaires gratuitement.

    De 12 à 51 sanitaires accessibles

    Pour son lancement, la version strasbourgeoise d’ICI Toilette recense 51 sanitaires accessibles au grand public contre douze en 2020, classant Strasbourg dans la moyenne nationale d’une toilette pour 5 500 habitants et dans le top 6 des villes de plus de 100 000 habitants les mieux équipées.

    Parmi la quinzaine de commerçants ayant décidé de participer au dispositif, on peut citer Baraka Jeu, l’hôtel Graffalgar , le Chariot, Bravo, le Troquet des Kneckes ou encore le Météor. Identifiables grâce à un sticker apposé en vitrine, ils seront tous équipés de kits d’hygiène féminine.

    Pour ce service, les commerçants toucheront une indemnité de 100 € par mois. Au total, ce dispositif coûtera 39 000 € par an à la Ville. Une solution bien moins onéreuse que l’installation de nouvelles toilettes publiques. L’offre sera renforcée à l’occasion du marché de Noël avec des équipements d’appoint place Broglie, quai au Sable ou encore au square Louise-Weiss.

    https://www.dna.fr/economie/2025/10/15/envie-pressante-l-appli-ici-toilettes-vous-dit-ou-faire-pipi-gratuitement-a-stra
    #appli #ici_toilettes #toilettes #espace_public #gratuité

    • Rappel : les bars et restaurants et autres commerces, lieux ouverts au public ne peuvent légalement pas limiter l’usage de leurs toilettes aux seul·es consommateur·ices.

    • On m’a raconté une présentation de diplôme à l’école de design saint sabin au début des années 90, un temps avant internet en tout cas. L’équipe d’étudiant·es s’est fait étrillée à juste titre par le jury pour avoir présenté une tablette informatique qui se connectait aux restaurants ou autres services qui étaient dans les environs de son porteur.
      Ce futurisme capitaliste avait horrifié l’assemblée pour laquelle ces jeunes crocodiles sans scrupules n’hésitaient devant rien pour vendre du service et traquer les données de localisation.

  • A #Borgo_Mezzanone, in ascolto di chi ci vive, oltre la retorica del “ghetto”

    Nel foggiano lo sfruttamento lavorativo alimenta l’insediamento informale, vera e propria cittadella che ospita fino a quattromila persone nei periodi di picco. Intanto i 53 milioni di euro del Pnrr destinati all’area sono andati perduti.

    Il sole batte forte sulla pista di Borgo Mezzanone ma nonostante gli oltre 40 gradi un gruppetto di persone gioca a pallone tra container, baracche e casette in mattoni. Autocostruzioni, sorte a partire dal 2019, quando l’allora ministro dell’Interno Matteo Salvini pensò bene di risolvere “il problema ghetti” a colpi di ruspa, demolendo quasi un quarto delle baracche. L’effetto è stato l’opposto e questo insediamento informale, nato intorno a un aeroporto militare dismesso e adibito nel 2005 a Centro di accoglienza per richiedenti asilo (Cara) ha vissuto una nuova stagione, segnando sempre più il passo verso una cittadella stabile: una specie di periferia senza servizi del vicino Borgo Mezzanone, borghetto agricolo frazione di Manfredonia ma a soli dieci chilometri da Foggia.

    Durante il picco della raccolta del pomodoro si arriva a una presenza stimata di tre-quattromila persone, ma i numeri durante il resto dell’anno non sono molto inferiori anche grazie alla continuità che offre il lavoro in agricoltura. Bas è stanco di giocare a pallone, si allontana dagli altri per prendere un po’ d’ombra sotto la lamiera di una delle botteghe del ghetto. In questo caso la parola “ghetto” sembra appropriata. Da una parte non esistono leggi specifiche che confinano e costringono a vivere in questi luoghi, allo stesso tempo però appare evidente che la mancanza di documenti o l’impossibilità di affittare una casa in città in qualche modo limita la scelta a posti come questo, dove abitare e trovare lavoro passando spesso per le maglie del caporalato.

    “Volevo una vita migliore di questa, un posto in cui stare bene, lavarmi, essere pulito. Non è quello che speravo, ma l’ho costruito io”, racconta Bas, che vive qui da oltre dieci anni, dopo aver lavorato inizialmente alle giostre per poi scegliere l’agricoltura. Prima di arrivare dal Senegal ai campi della Capitanata (la pianura intorno a Foggia) ha fatto l’Università, e ci tiene a precisarlo. “La vita è una curva, sali lentamente ma quando arrivi sopra basta un attimo e cadi di nuovo in basso. L’importante è non perdersi mai d’animo. Conosci Victor Hugo e ‘Les misérables’? Quanti anni ha fatto in prigione Jean Valjean prima di uscire e diventare l’uomo più ricco di tutti? Non esiste niente di impossibile”.

    Tra una parola e l’altra prende una bibita. È estate e con l’energia elettrica che arriva ogni giorno è più facile avere a disposizione qualcosa di fresco da bere, mentre d’inverno l’elettricità arriva solo a zone alterne. Per l’acqua invece bisogna sempre aspettare che vengano a riempire le cisterne all’ingresso, oppure prendere l’automobile e farsi un chilometro per arrivare alla fontanella di Piazza Madonna del Grano, di fronte alla chiesa del paese. Malgrado la vicinanza al paesino non ci sono servizi a Borgo Mezzanone, come non c’è un medico, tolta la presenza sporadica di volontari e organizzazioni internazionali.

    La discussione viene interrotta da un ragazzo intento a portare la sua motoretta da uno dei meccanici del campo. Qui si ripara tutto o lo si riconverte in altro, cosa abbastanza nota anche ai tanti italiani che ci lasciano le auto da rottamare. È solo una delle diverse attività di “economia della sopravvivenza” del ghetto, insieme a negozi di alimentari o vestiti, localini e ristoranti. Ci passa anche qualche venditore ambulante che si occupa di vendita di pentolame e oggettistica. “Il legame quasi indissolubile e naturale tra gli insediamenti informali e lo sfruttamento lavorativo è il vero nodo da sciogliere -spiega l’avvocato Stefano Campese, specialista in diritto dell’immigrazione, per anni coordinatore pugliese del progetto Presidio della Caritas-. In questa zona la particolarità del caporalato è di essere fortemente collegato alla questione della presenza degli insediamenti informali, in cui c’è necessariamente manodopera a basso costo”. Spesso questi sono degli hub nei quali si va a finire anche quando il proprio percorso è iniziato da altre parti, durante la stagione ci sono sempre opportunità di lavoro e si arriva grazie alla propria rete di riferimento già presente nel campo. Ma trovare un’occupazione non è l’unico criterio.

    “C’è gente che sta qui da anni, magari perché non è mai uscita oppure ha un interesse ulteriore a rimanerci essendo coinvolta nella dinamica dello sfruttamento lavorativo oppure, ad esempio, gestisce il mercatino all’interno dell’insediamento informale”. La maggior parte delle persone che vivono qui sono lavoratori agricoli, non solo stagionali, ma la situazione è fluida. In una cittadella serve di tutto, anche un posto dove sedersi e parlare, come i tavolini del ristorante di Hasan, uno dei vecchi del campo.

    “Quando sono arrivato io, qui non c’era quasi nulla, solo qualche baracca”, racconta dopo aver preparato il caffè. Era il 2007 quando “sbarcava” a Milano dal Togo e in due settimane era a Borgo Mezzanone per fare richiesta d’asilo presso il Cara. Da allora è ancora qui e vive grazie alla sua piccola attività che con tenacia ha tirato su pezzo dopo pezzo. “Ho aperto nel 2016, ho dovuto ricostruire due volte dopo gli incendi, ma oggi ho cinquanta persone a mangiare. È tutta roba che ho recuperato, tranne il frigo che ho comprato. Anche se guadagno qualche centesimo, ringraziando dio va bene, qui ho tutti i miei fratelli e tanti amici italiani ed europei che mi vengono a trovare”. È ora di andare a riempire le taniche per innaffiare i due alberi che si trovano dietro la moschea e la chiesa pentecostale, operazione di cui si occupa lui. Piccoli tentativi di rendere più vivibile un posto a tratti infernale ma pur sempre la casa di qualche migliaio di persone, tra cui quegli abitanti del ghetto che c’entrano poco con l’agricoltura ma sono essenziali al funzionamento di questa comunità.

    Mentre il ristorante di Hasan continua per la sua strada, il Cara è passato attraverso il Protocollo d’intesa per la riconversione di Borgo Mezzanone in foresteria regionale, promosso nel 2021 dalla prefettura di Foggia, dalla Regione Puglia e dal ministero dell’Interno. Un finanziamento di circa 3,5 milioni di euro che ha portato finora alla realizzazione di 100 container per 400 posti, mentre l’obiettivo era quello di ospitare fino a 1.300 persone. Un intervento in fieri che ha solo spostato alcuni abitanti del ghetto di qualche centinaio di metri in una zona recintata e maggiormente controllata. La Regione Puglia ha cercato a più riprese di dare vita a delle progettualità di lungo periodo in tutta la zona.

    In questa cornice gli oltre 53 milioni di euro di fondi Piano nazionale di ripresa e resilienza (Pnrr), destinati al Comune di Manfredonia e ora irrimediabilmente perduti, a meno di giravolte istituzionali al momento non previste, sono solo l’ultimo tassello. ll progetto presenta infatti problematiche tecnico-gestionali di governance e non garantisce il rispetto della nuova scadenza della Commissione europea di giugno/agosto 2026. Prevedeva il recupero e la realizzazione di opere di urbanizzazione, la ristrutturazione e costruzione di edifici residenziali e di strutture abitative leggere e rimovibili. Ma senza affrontare le cause, che vanno dallo stretto legame tra caporalato e insediamenti informali, così come tra impellenza di rinnovare il permesso di soggiorno e necessità di avere una qualche forma di contratto, l’insediamento informale si autoriproduce. Alla fine appare evidente come non vi sia una soluzione buona per tutti, il ghetto è un caleidoscopio di vite e problemi diversi, una lente attraverso cui leggere questa società.

    “Io sto qui perché è comodo per il lavoro, conosco tante aziende e vengo pagato bene -racconta Dolo, un uomo burkinabé che vive ormai da tanti anni a Borgo Mezzanone-. Oggi mi sono svegliato alle quattro del mattino per andare a lavorare alle cinque, sono tornato dopo le sette di sera. Non mi lamento, se domani non voglio andare a lavorare nessuno mi obbliga. Posso restare qui, ci sono bar, ristoranti, negozi, ho gli amici, se sto male qualcuno mi può aiutare. Al Cara invece che cosa hanno fatto? Belli i container nuovi, ma quando hai finito di lavorare intorno a te non c’è niente. Qua posso avere una vita. Manca l’acqua, per la corrente bisogna arrangiarsi e non passa mai la polizia. Mi chiedo: è un pezzo d’Italia oppure no? Questo è quello che critico di più, se già venisse la polizia staremmo tutti più tranquilli”.

    Per trovare una soluzione al dilemma, fuoriuscita dal ghetto per combattere il caporalato o combattere il caporalato per uscire dal ghetto, bisognerebbe partire dall’ascolto dei problemi di chi ci vive. Le idee non mancano.

    https://altreconomia.it/a-borgo-mezzanone-in-ascolto-di-chi-ci-vive-oltre-la-retorica-del-ghett

    #rhétorique #discours #Italie #Pouilles #habitat #Pnrr #baraccopoli #auto-construction #agriculture #travail_agricole #caporalato #logement #eau #électricité #recyclage #réusage #économie_de_survie #exploitation #campement #économie #restaurant #amitié #containers #Manfredonia #permis_de_séjour #Cara

  • Tolle Küche, faire Preise: Die neuen Bib-Gourmand-Restaurants in Berlin und im Osten
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/tolle-kueche-faire-preise-die-neuen-bib-gourmand-restaurants-in-ber

    17.6.2025 von Anne Vorbringer - Neben den Michelin-Sternen vergeben die Inspektoren noch eine gleichermaßen begehrte Auszeichnung – das sind die neuen Bib-Gourmand-Adressen in unserer Region.

    Am heutigen Dienstag schlagen die Herzen einiger Köche und auch die vieler Gourmets höher: Der Guide Michelin vergibt am Abend seine Sterne 2025 an die besten Restaurants Deutschlands. Welche Häuser sich mit der Auszeichnung schmücken dürfen, zeigt sich bei der Verleihung in Frankfurt am Main.

    Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 340 Restaurants mit Michelin-Sternen. Zehn Lokale wurden mit der höchsten Auszeichnung dekoriert und dürfen sich mit drei Sternen schmücken. In Berlin hat diese höchsten Weihen nur eine Adresse geschafft: Marco Müllers Kochkunst im Rutz in der Chausseestraße überzeugte die Inspektorinnen und Inspektoren des neben dem Gault & Millau wichtigsten Gourmetführers vollends.

    Zur Begründung heißt es, Müllers Menü baue gekonnt einen Spannungsbogen auf, auf der Karte fänden sich tolle Produkte wie Wagyu-Rind aus Deutschland – „alles wirkt so mühelos und steckt dennoch voller Komplexität“. Eine Qualität, die ihren Preis hat. Das Inspirationsmenü kostet im Rutz 350 Euro, das etwas günstigere Berlin Size Menü liegt bei 240 Euro.

    Es gibt aber neben den Sternen und der Crème de la Crème der Kochkunst noch eine weitere Kategorie im Gourmetführer, die bei Foodies ebenfalls sehr beliebt ist. Der 1997 erstmals vergebene Bib Gourmand steht für das „beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, kuratiert ebenfalls von den durchs Land tingelnden Testern.

    In diesem Jahr dürfen sich 15 neue Adressen über die Auszeichnung freuen, die mit einem hochwertigen und zugleich fair kalkulierten Angebot überzeugen konnten. Viele davon liegen erwartungsgemäß im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg. Aber eben auch nicht alle! Welche Adressen in Berlin und im Osten Deutschlands dabei sind, zeigen wir Ihnen hier.

    1. Mastan, Gneisenaustraße 67, Berlin-Kreuzberg

    „Was für eine charmante Adresse“, finden die Tester des Guide. Einladend sei schon das klassische Bistro-Flair im Mastan. In dem kleinen Restaurant in Kreuzberg werde eine „ganz klassische französische Bistro-Küche geboten – da spiegeln sich die Wurzeln des Patrons wider. Sehr angenehm die recht puristische und unkomplizierte Zubereitung“.

    Besonders geschmeckt haben den Inspektoren die Kalbszunge Sauce Charcutière und die Grenaille-Kartoffeln in Butter. Der herzliche, aufmerksame und geschulte Service trage zur angenehm lockeren und zugleich niveauvollen Atmosphäre bei. „Am Herd setzt der aus Südfrankreich stammende Yann Mastantuono seine Leidenschaft für französische Bistro-Küche um. Probieren sollten Sie unbedingt Kleinigkeiten aus der Charcuterie wie die Bauernterrine. Unkompliziert und gleichermaßen geschmackvoll sind aber auch Gambas-Tatar, Zitrusfrüchte und Bottarga.“ Weiterer Pluspunkt: die lauschige Terrasse.

    Unsere Gastrokritikerin Tina Hüttl hat der Besuch im Restaurant Mastan schon vor zwei Jahren überzeugt. Ein bisschen Montmartre-Feeling an der Gneisenaustraße: „Ich freue mich, dass das Mastan nicht wie anfangs vermutet nach einem Stern strebt. Im Gegenteil: Statt Fine Dining bekam ich die volle Wucht der südfranzösischen Landhausküche zu schmecken.“ Meisterschaft zeige sich heutzutage am besten an den einfachen Gerichten, so Hüttl. Preislich liegen die Hauptgerichte im Mastan zwischen 22 und 32 Euro, Vorspeisen beginnen bei zehn Euro.

    2. Remi, Torstraße 48, Berlin-Mitte

    „Hier kommt auf den Teller, was die Karte verspricht: eine ehrliche saisonale Küche. Man kann auch richtig gut und preisgünstig zu Mittag essen – da verwundern die vielen Gäste nicht“, schreiben die Michelin-Tester zum Restaurant Remi in der Torstraße.

    Das trendig-urbane Restaurant im Suhrkamp-Verlagshaus sei puristisch designt, die bodentiefen Fensterflächen sowie die offene mittige Küche das Herzstück. „Hier entstehen saisonale Gerichte, die angenehm klar und ohne unnötige Spielerei zubereitet sind. Wahre Wohlfühlgerichte sind die erdige Rote Bete mit geräucherter heimischer Forelle oder das geschmorte Wildschwein, nicht zu vergessen die hausgemachten Desserts. Im Sommer lockt die schöne Terrasse.“

    Das Zwei-Gänge-Lunch-Menü kostet im Remi 28 Euro, abends gibt es Hauptgänge zwischen 26 und 38 Euro. Das Chef’s Choice Menü zum Teilen kostet 65 Euro. Auch auf Plattformen wie Google oder OpenTable kommt das Restaurant sehr gut an. Rezensenten schwärmen von „grandiosen Speisen“ und schreiben: „Alles stimmt und ist perfekt aufeinander abgestimmt. Leider hat jeder Gang so dermaßen gut geschmeckt, dass wir diese kunstvollen Meisterwerke zerstören und bis auf den letzten Krümel verspeisen mussten. Die Köchinnen und Köche hier sind Meister ihres Fachs, denen man auch noch beim Zaubern zuschauen kann.“

    3. Wilde Klosterküche, Neuzelle, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg

    Die brandenburgische Gemeinde Neuzelle kennen auch viele Hauptstädter als lohnendes Ausflugsziel. Das dortige Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert lockt viele Besucher an, die historischen Stiftsgebäude mit barocken Fresken und wertvollen Stuckarbeiten sind immer eine Reise wert.

    In der Nähe des Klosters befindet sich das Restaurant Wilde Klosterküche, das bei Google auf sehr gute 4,7 Sterne kommt. Von einem Kleinod in Brandenburgs Süden spricht Besucherin Grit und schwärmt: „Als wir das erste Mal hier waren, konnten wir es kaum glauben, dass es so versteckt ein Restaurant auf Sterneniveau gibt.“

    Nun gab’s aber erst mal den Bib Gourmand für ein schickes, modern-legeres Ambiente mit einsehbarer Küche. „Hier wird angenehm unkompliziert und richtig geschmackvoll gekocht, dabei ist man sehr nachhaltig ausgerichtet. Bei der Wahl der Zutaten orientiert man sich an der Saison und bezieht die Produkte überwiegend aus einem 50-Kilometer-Radius“, so die Tester, denen die Rote Bete in verschiedenen Texturen, serviert mit Flocken von aromatischem Ziegenfrischkäse besonders gut geschmeckt hat.

    Es gibt ein Sechs-Gänge-Menü, mit Fleisch (79) oder vegetarisch (69 Euro), sowie Gerichte à la carte. Interessant: der Gin aus eigener Herstellung. Wer es danach nicht mehr nach Hause schaffen sollte, kann gleich im kleinen Klosterhotel übernachten. Praktisch!

    4. Weberstube, Schirgiswalde-Kirschau, Landkreis Bautzen, Sachsen

    Wie schön, dass es auch eine Adresse aus Sachsen in die Liste der neuen „Bibs“ geschafft hat. Und zwar die Weberstube in Schirgiswalde-Kirschau, eine Kleinstadt im Zentrum des Oberlausitzer Berglandes, die zum Landkreis Bautzen gehört. „Hier werden sehr gute, frische Produkte mit großer Sorgfalt und der richtigen Portion Feinheit zubereitet“, urteilen die Michelin-Tester, denen besonders das Schweinefilet im Speckmantel mit gebratenen Kräuterseitlingen, Bärlauch-Kartoffelpüree und Wildkräutern gefallen hat.

    Holztäfelung, Kachelofen, hübsche Deko, hier sitzen die Restaurantgäste in einer gemütlich-rustikalen Stube, die die Geschichte der Region spiegelt. Die Gegend um Kirschau war früher geprägt vom Handwerk der Leinenweber. Den Bezug zur Region merkt man auch bei der Wahl der Produkte, die man für die saisonal ausgerichtete Küche verwendet. Auf der Karte machen Spicy Beef Consommé, Gebratener Skrei mit Spargelragout oder Sächsische Eierplinsen mit Apfelmus Appetit. Oder lieber die Spezialität „Schuhmanns Currywurst“ in unterschiedlichen Schärfegraden?

    #Berlin #Gastronomie #Restaurant

  • Restaurant Kreuzberger Himmel an der Yorckstraße: Übers Essen sind wir alle verbunden
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/restaurant-kreuzberger-himmel-an-der-yorckstrasse-uebers-essen-sind

    16.3.2025 von Tina Hüttl - Wo essen gehen politisch wird: Im Kreuzberger Himmel wird Migration erfolgreich gelebt. Und zwar am Tisch, wo alle Nationen zum Essen zusammenkommen.

    Forschungsergebnisse zeigen, dass wir ungefähr 200-mal am Tag übers Essen nachdenken. Zieht man die Schlafenszeit ab, stellen wir uns etwa alle fünf Minuten ein Gemüsekebab, Schnitzel oder Schokotörtchen vor.

    Planen, weniger Zucker zu verzehren, entscheiden, wie wir den Blumenkohl würzen, wählen, welchen Joghurt wir kaufen oder was für ein Restaurant wir demnächst besuchen. Wie und was wir essen, hat Folgen für Gesundheit, Klima, Artenvielfalt und soziale Gerechtigkeit. Zum Glück muss man das heute niemandem mehr erklären.

    Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist Essen politisch. Eine engagierte Kochbuchautorin und Gastrokollegin schrieb kurz vor der Wahl, dass ihre Gewürzschublade von Reisen durch die Welt erzähle, ihre Rezepte von Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und jede Küche von Migrationsgeschichten und kulturellem Austausch. Sie rief daher dazu auf, sich bei der Bundestagswahl für diejenigen Parteien zu entscheiden, die das Fremde als bereichernd, nicht als bedrohlich ansehen.

    Aus Südamerika nach Europa

    Tatsächlich gibt es keine Esskultur, die sich ohne Migration und Handel entwickelt hätte. Man denke nur: Selbst die für die mediterrane Küche so entscheidende Tomate musste erst aus Südamerika nach Europa gelangen! Übers Essen sind wir alle verbunden. Hier sehen wir Vielfalt als selbstverständlich an. Hier macht uns Neues nicht ängstlich, sondern neugierig. Hier ist Fusion der natürliche Zustand.

    Genau daran, an diese positiven Gefühle und die kulinarische sowie gesellschaftliche Win-win-Situation, die durch Migration entsteht, knüpft auch das Restaurant an, das ich Ihnen heute vorstellen will. Es heißt Kreuzberger Himmel. Einmal, weil es die hohen, gewölbeartigen Räume der Sankt-Bonifatius-Kirche in der Yorckstraße bezogen hat. Zum anderen, weil als Betreiber der Verein „Be an Angel“ dahinter steht, der Geflüchtete bei der Integration in die Gesellschaft unterstützt und dazu 2018 dieses Restaurant eröffnete.

    Im „Himmel“, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Laden liebevoll nennen, arbeiten Menschen aus Syrien, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. Derzeit werden vier neue Servicekräfte ausgebildet. Einer, der selbst hier gelernt hat, ist nun ihr IHK-geprüfter Ausbilder.

    Bei meinem letzten Besuch durfte ich auch Rami Adham kennenlernen. Der 33-jährige Syrer ist seit 2017 in Berlin, hat als Kellner im Himmel angefangen, bis er mithilfe des „Be an Angel“-Vereins eine Ausbildungsstelle zum Koch im Berliner Restaurant Weltwirtschaft begann. Vor etwas mehr als einem halben Jahr ist Adham in den Kreuzberger Himmel zurückgekehrt – als neuer Küchenchef.

    Kein Mahl ohne Mezze

    Als solcher hat er gleich einige neue Gerichte auf die Speisekarte gesetzt: darunter Kebab Betahini und Zahra Betahini – ein Gericht mit sehr aromatischem Fleisch beziehungsweise geröstetem Blumenkohl mit karamellisierten Zwiebeln sowie einer cremigen Tahini-Soße, den ich sehr empfehle.

    Doch erstmal zu den Vorspeisen. Ein arabisches Mahl ist kein Mahl, wenn für den ersten Hunger nicht mindestens vier bis fünf Mezze in der Mitte des Tisches zum Teilen stehen. Die Mezze verantwortet Rima. Sie ist aus dem Libanon geflüchtet, hat aber syrische Wurzeln und – so betont sie – kocht alles mit „viel Liebe“.

    Natürlich braucht es am Tisch ein Schälchen Hummus als Grundlage. Ihrer hat die perfekte Geschmeidigkeit. Die Kichererbsen sind fein passiert und die Masse nicht klebrig. Denn mit der Sesampaste Tahini geht sie behutsam um. Ebenso haben der Knoblauch und das Olivenöl genau das richtige Maß. So steht der Geschmack der Hülsenfrüchte im Vordergrund, die mit Kreuzkümmel, Koriander und Zitrone gewürzt sind. Gut gefällt mir auch Schawandar, ein süßlich-erdiger Rote-Bete-Salat. Hier jedoch nicht als Rohkost, sondern aus gebackener, dann zerquetschter Bete zubereitet, die mit viel Minze und Walnüssen vermengt wird. Geschmacklich vertraut und doch neu ist das.

    Ebenso wenig kannte ich Khater, eine sahnige Frischkäsepaste, in die gegrillte rote Paprika, Nüsse und Oliven eingearbeitet sind. Mir ist sie zu üppig. Dafür esse ich umso mehr vom Nasektun, wohl ein Fantasiename, hinter dem ein leichter, mit Öl und Zitrone angemachter Salat aus feinst geschnippelten Oliven, Gurken, Karotten und Granatäpfeln mit viel Minze und Oregano steckt. Mit ebenso viel Liebe, sprich Geduld, Fleiß und Hingabe, sind die Kräuter für das hervorragende Taboulé gehackt, bei dem das wunderbar abgeschmeckte Grün und nicht der Bulgur dominieren. Schade ist nur, dass das dünne, zugekaufte Fladenbrot den generell hohen Anspruch unterläuft und kalt serviert wird.

    Besser man hält sich an die knusprig frittierten Fladenbrotchips, die sich im Klassiker, dem Fattusch-Salat, finden. Noch besser machen sie sich allerdings in Fatteh Makdusch, einem warmen Gericht, das süchtig machen könnte. Küchenchef Rami Adham betont, dass es ein 500 Jahre altes Rezept aus Damaskus sei. Streifen frittierten Fladenbrots, eine mit Tahini verrührte Joghurtsoße sowie Granatapfelkerne und Cashews krönen wie ein Deckel den darunter befindlichen würzigen Eintopf aus Tomaten, gebratenen Auberginen und Weinblättern. Einfach verrühren und löffeln, garantiert schmeckt das unvergesslich.

    Wahlweise kann man dieses Gericht auch mit Huhn oder Rinderhack bestellen, was nicht nötig ist. Generell schmecken mir die fleischlosen Kreationen auf der Speisekarte besser, etwa Rami Adhams Blumenkohl Zahra Betahini. Dabei geben karamellisierten Zwiebeln dem gebackenen Kohl das Umami, die Tahinisoße die Frische. Perfekt ist auch der luftige persische Reis dazu.

    Im Kreuzberger Himmel kursieren stets neue Ideen, weil sich hier so viele unterschiedliche Menschen engagieren. Seit Russlands Überfall ist der Verein „Be an Angel“, der über die Jahre zu einer weltweit tätigen Organisation mit vielen NGO-Partnern herangewachsen ist, in der Ukraine aktiv. Seit März 2022 lebt der Vereinsinitiator Andreas Toelke in Odessa, seine Organisation hat Hilfsgüter im Gesamtgegenwert von 60 Millionen ins Land und um die 30 000 Zivilisten aus umkämpften Gebieten aus dem Land geschafft. Nun konzentriert man sich dort auf den Wiederaufbau. Und in Berlin? Plant das Kreuzberger-Himmel-Team demnächst ukrainische Wochen auf der Speisekarte.

    Kalte und warme Vorspeisen 7,10–8,90 Euro, Hauptspeisen 13,80–21,10 Euro, Desserts 5 Euro

    Restaurant Kreuzberger Himmel. Yorckstraße 89, 10965 Berlin, Di–Sa 12–23 Uhr, Tel.: 030 92142782, https://www.kreuzberger-himmel.de

    #Berlin #Kreuzberg #Yorckstraße #Gastronomie #Restaurant

  • Acqua potabile gratuita: un miraggio?
    https://www.balcanicaucaso.org/aree/Europa/Acqua-potabile-gratuita-un-miraggio-232819

    Una direttiva europea invita bar e ristoranti a offrire gratuitamente acqua del rubinetto ai loro clienti, e i comuni a realizzare fontanelle potabili. Non mancano però i ritardi e le resistenze: uno sguardo alla situazione in Grecia e Bulgaria

  • Berliner Kette muss schließen : „Weil Datscha russisch ist, wurden wir gemieden“
    https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/datscha-restaurants-in-berlin-geschlossen-li.2244652

    A Berlin ne survivent que les restaurants russes traditionnels. Les nouveaux restaurants Datcha ferment, d’abord à cause des frais trop élevés puis à cause du bocyott de tout ce qui est russe par les clients aisés.

    15.8.2024 von Lukas Kuite - Der Preisdruck sei das eine gewesen, doch vor allem der Boykott der Berliner Restaurantkette Datscha habe am Ende zur Schließung geführt, erzählt uns Kristina Enke.

    Hört man der Gastronomin Kristina Enke zu, scheint es schon fast egal geworden zu sein, wo man geboren wurde oder welche politischen Absichten man vertritt. „Solange der Name oder die Herkunft im Pass etwas Böses ausstrahlen, wird man gemieden“, sagt die gebürtige Berlinerin mit ukrainischen Wurzeln. Vor nicht einmal einem Monat musste sie ihr letztes von insgesamt drei Datscha-Restaurants in Berlin schließen. Der Schmerz sitzt noch tief.

    „Die Datscha in Friedrichshain war etwas Besonderes, weil es damals (2008) die erste von allen war“, erzählt Enke mit hörbar betroffener Stimme. Vor der Schließung sei sie noch voller Hoffnung gewesen, dass es mit nur noch einem Lokal in der Stadt laufen könnte – erst im April mussten sie und ihre vier Geschäftspartner die Filiale in Kreuzberg voller Schmerz schließen. Doch das Konzept aus osteuropäischer Küche und gemütlichem Interieur lief auch danach nicht gut genug. Warum?

    Energiekosten, steigende Löhne und Corona-Kredite wären noch stemmbar gewesen

    „Natürlich sind die Energiekosten und die mittlerweile viel höheren Löhne, die wir unseren Mitarbeitern auch gerne zahlen, ein großer Grund dafür, dass wir schließen mussten“, sagt Enke. Deswegen habe man auch die Preise erhöht, was für die Kundengewinnung nicht so gut war. „Wir waren mal ein offenes Haus für Studierende und Lohnklassen aller Art. Aber das ging dann einfach nicht mehr“, erzählt die zweifache Mutter.

    Die Corona-Kredite, die weiter bedient werden mussten, und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent waren ein weiterer Stein auf der eh schon viel zu niedrig schwingenden Kostenwaage. „Doch das alles hätten wir noch irgendwie stemmen können, wenn nicht diese Vorurteile da gewesen wären“, sagt die Gastronomin und lässt tief blicken.

    Kunden-Boykott der russischen Gerichte führte zur Misere

    „Geht dort bloß nicht essen, der Inhaber ist Russe“ – nur ein Beispiel aus den vielen negativen Google-Bewertungen, die Enke und ihr Geschäftspartner bei der Berliner Gastro-Gruppe Parnus, Ilja Kaplan, seit dem russischen Angriff auf die Ukraine lesen mussten. Kaplan ist russischer Staatsbürger und betreibt seit Beginn der 1990er-Jahre mehrere osteuropäische und russische Restaurants in der Stadt, darunter auch die 100-Gramm-Bar in Prenzlauer Berg – 1995 noch unter dem Namen Gorki Park bekannt.

    Damals war Kaplans Herkunft überhaupt kein Problem. Heute scheint sie ein Grund für den Datscha-Boykott gewesen zu sein. „Er hat sich mehrfach öffentlich vom Krieg distanziert. Er lebt in Deutschland seit Anfang der 1990er-Jahre. Ich verstehe das einfach nicht“, sagt Enke.

    Schon vor zwei Jahren hatten wir Enke besucht. Damals mahnt sie die hohen Kosten an. Der Plan, russische Gerichte aus der Karte zu nehmen, ist am Ende nicht aufgegangen.

    Schon vor zwei Jahren hatten wir Enke besucht. Damals mahnt sie die hohen Kosten an. Der Plan, russische Gerichte aus der Karte zu nehmen, ist am Ende nicht aufgegangen.Benjamin Pritzkuleit/2022

    Sie glaubt, dass der russische Name und die russischen Gerichte dafür verantwortlich waren, dass so viele nach dem 24. Februar 2022 die Datscha-Kette gemieden haben. „Wir haben extra die russischen Gerichte von der Karte genommen. Doch auch das hat nichts gebracht. Ich glaube sogar, dass auch eine Namensänderung nichts gebracht hätte“, so die 36-jährige Deutschukrainerin. Denn seitdem sie die russischen Gerichte von der Karte genommen hatte, brachen ihr nach und nach Stammkunden weg. Die Datscha-Bistros und Restaurants hatten ihre Identität verloren.

    Warum ist ein Restaurantbesuch in Berlin plötzlich so teuer? Ein Preisvergleich zwischen Februar und August 2022

    Russisches Restaurant Pasternak und die georgischen Restaurants bestehen weiter

    Datscha ist das russische Wort für Ferienhaus. Mit dem Namen wollten Enke und Kaplan den osteuropäischen Flair von „Omas Küche“ verbreiten – kein „Fine Dining“ mit Gerichten für über 25 Euro. Dazu gehören bis zum Ukrainekrieg neben den russischen Spezialitäten – Gorki auf Capri, Kolchos oder die in der DDR berühmte Soljanka – auch ukrainische oder georgische Leckereien. Nach dem Februar 2022 wurden sie dann zum Teil umbenannt.

    Mit dem Tsomi und dem Sara & Gogi betreiben die beiden Geschäftspartner auch zwei georgische Restaurants sowie das seit 30 Jahren bestehende russische Pasternak in Pankow. Der Name erinnert an den russischen Schriftsteller aus dem 20. Jahrhundert, der auf Drängen des UdSSR-Regimes 1958 den Literaturnobelpreis nicht annehmen durfte. „Um Pasternak machen wir uns weniger Sorgen, weil es die Berliner auch schon so lange kennen.“

    Es scheint, was älter ist, wird akzeptiert? Vermutlich sahen die Datschas einfach zu neu aus oder versprühten den etwas gewinnbringenderen Flair durch die Vielzahl ihrer Lokale in der Stadt. Elke und ihre Geschäftspartner konnten viele Mitarbeiter in die anderen Lokale übernehmen, doch mussten wegen der Schließungen auch viele Küchenhilfen entlassen, darunter auch ukrainische Geflüchtete. „Das macht mich schon traurig, dass gerade sie darunter leiden müssen. Die haben das Ganze überhaupt nicht verstanden“, so Enke.
    „Die Gastro für die Mittelklasse wird aussterben“

    Ihr Lieblingsessen sei „alles, was nach Mama-Heimkost“ schmecke, sagt sie. Michelin-Küchen seien nicht so ihr Ding. Zusammen mit ihren Geschäftspartnern denkt sie schon über weitere Projekte nach. Doch dort wird es nicht mehr möglich sein, ihren eigenen Vorlieben nachzugehen. „Günstige Konzepte sind einfach nicht mehr möglich. Die Mittelklasse wird in der Gastro auf lange Sicht ausgeschlossen werden, davon bin ich überzeugt“, so die Tochter eines deutschen Vaters und einer ukrainischen Mutter.

    Datscha ist das russische Wort für Ferienhaus. Mit dem Namen wollten die Betreiber den osteuropäischen Flair von „Omas Küche“ verbreiten.

    Datscha ist das russische Wort für Ferienhaus. Mit dem Namen wollten die Betreiber den osteuropäischen Flair von „Omas Küche“ verbreiten.Benjamin Pritzkuleit

    Ihr Handy klingelt 24/7, das Geld reicht noch nicht aus, um hoch qualifizierte Restaurantleiter anzustellen. Die Leitung musste sie übernehmen und ist hier und da gezwungen, auch für Schichten einzuspringen. „2019 waren wir noch damit beschäftigt, uns schöne Karten und Menüs auszudenken, kreativ zu sein. Aber jetzt ist der Kopf nur dabei, Probleme zu lösen.“ Gerne hätte sie mehr Zeit für ihre Kinder. Doch die Corona-Kredite und der damit verbundene bürokratische Aufwand stressen Enke zutiefst. Außerdem fehlen nach wie vor Fachkräfte.

    Neue Ausgleichsabgabe für Menschen mit Behinderung belastet Gastronomen zusätzlich

    Von der Politik wünscht Enke sich eine Reform des Bürgergeldes. „Ich sehe immer wieder in meinem Umfeld Menschen, die berechtigterweise sagen: Arbeiten lohnt sich für mich nicht mehr. Die 300 bis 400 Euro, die ich beim Arbeiten mehr bekomme, überzeugen mich nicht.“ Und wenn die Abgaben dafür geringer ausfielen, könnte Enke ihre Mitarbeiter auch noch besser bezahlen.

    Außerdem ist ihr das gerade in Kraft getretene Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes ein Dorn im Auge. Um mehr Menschen mit Behinderungen einen Job zu ermöglichen, bestraft die Bundesregierung seit April jeden Unternehmer, der niemanden einstellt. Unter anderem wurde eine neue Stufe der Ausgleichsabgabe von 720 Euro je Monat eingeführt. „In der Gastro ist das unmöglich. In der Küche muss man stundenlang stehen und es herrscht ein rauer Ton“, sagt Enke. Und bei den Bedienungen scheinen die Kunden noch zu hohe Anforderungen zu haben, als dass sie Menschen mit Behinderungen akzeptieren würden.

    Enke und ihrem Geschäftspartner stehen keine leichten Zeiten bevor. Doch mit der Schließung der Datscha-Bistros und Restaurants haben sie sich zumindest etwas Luft zum Atmen verschafft – auch wenn es sehr wehtat.

    #Berlin #restaurants #Russie

  • Berlin-Mitte : Der Kollege wollte Leitungswasser. Ist er Teil einer Verschwörung ?
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berliner-gastwirte-rueckt-leitungswasser-heraus-li.2235957

    Il y a une directive européenne qui oblige les bars et restaurants à servir gratuitement ou contre une petite somme pour couvrir leurs fais de l’eau du robinet. Les patrons allemands s’y opposent afin de vendre les boissons cheres.

    18.7.2024 von Wiebke Hollersen - Wir bestellten drei Hauptgerichte. Und baten um ein Glas Wasser. Das war ein Fehler. Der Grund für die Ablehnung fand sich im Internet.

    Nachdem wir das Essen bestellt hatten, dreimal asiatische Nudeln, nicht von der Mittagskarte, weil es die in diesem Restaurant in Berlin-Mitte nicht gab, fragte mein Kollege, was er immer fragt, wenn wir in der Pause zusammen essen gehen: Könnte ich noch ein Glas Leitungswasser bekommen?

    Der Kellner sagte: Haben wir nicht. Mein Kollege sagt: Wie, Leitungswasser habt ihr nicht? Der Kellner sagte: Machen wir nicht. Die Kollegin, die auch mitgekommen war, rief: Es gibt ein Recht auf Trinkwasser! Der Kellner zuckte mit den Schultern und ging.

    Wir sahen uns an, was war das eben? Meine Kollegin Anja hat lange in New York gelebt und war gerade wieder dort. Es ist da völlig normal, dass man Leitungswasser zum Essen bekommt, eine ganze Karaffe, wenn man will, sagte sie. Mein Kollege Paulus ist viel gereist, er kenne das aus der ganzen Welt so, sagte er. Ich dachte an das Wasser, das in Mexiko oft auf den Tischen in Restaurants stand und etwas nach Chlor schmeckte. Aber es war natürlich kostenlos. Das Restaurant hieß „Good Morning, Vietnam“, ich hätte gern gefragt, wie das in Hanoi mit dem Wasser ist, aber ich traute mich nicht mehr.

    In Berlin-Mitte bekommt mein Kollege sonst meist ein Glas Wasser. In den besonders guten Restaurants, etwa bei „Monsieur Vuong“, stellen die Kellner lächelnd und ohne Kommentar auch mir ein Glas hin, wenn ich mit ihm mittags essen gehe. Ein echtes Glas, kein Minigläschen, wie ich sie oft bekomme, wenn ich zu einer Tasse Kaffee um Wasser bitte. In anderen Läden bekommt man eine ganze Flasche Leitungswasser – und eine Rechnung dafür. Als ich neulich in einem Ausflugsrestaurant in Brandenburg auf die Toilette ging, klebte an der Tür ein Schild: „Abfüllen von Wasser in Flaschen verboten“.
    Leitungswasser gibt es sogar in Restaurants in Nairobi

    Ein Liter Trinkwasser kostet bei den Berliner Wasserbetrieben einen halben Cent. Ein Glas (0,2) kostet also 0,1 Cent. Na gut, was, wenn tausend Gäste am Tag eins verlangen? Dann kostet das den Wirt unglaubliche 100 Cent. Plus Spülkosten für die Gläser, Verzeihung.

    In der EU gibt es seit drei Jahren eine Trinkwasserrichtlinie, las ich abends nach. In der steht: Restaurants sollen Wasser kostenlos oder gegen eine geringe Dienstleistungsgebühr anbieten. In Spanien müssen sie es; um der Richtlinie Nachdruck zu verleihen, wurde ein Gesetz erlassen. Ich erzählte das alles einer Freundin, die gerade bei mir zu Besuch ist, aber eigentlich in Nairobi lebt, der Hauptstadt von Kenia. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. In Nairobi stehe immer Wasser auf den Tischen, abgekocht, sicherheitshalber, gerade in den Restaurants für Leute mit wenig Geld.

    Wird Mineralwasser diskriminiert?

    In Deutschland gibt es sogar eine Initiative, die gegen Leitungswasser kämpft. In dem Land, in dem dieses Wasser vermutlich so sauber ist wie fast nirgendwo sonst. Der Hotel- und Gaststättenverband, der Getränkehandel und die Hersteller von Mineralwasser haben sich gegen die Öffnung der Hähne zusammengeschlossen. In ihrer Kampferklärung schreiben sie, es gebe „immer mehr Initiativen sowohl von privaten als auch von staatlichen Akteuren, die zum Ziel haben, den Konsum von natürlichem Mineralwasser zu beeinträchtigen“. Mehr noch, Wasser aus der Flasche werde „diskriminiert“. Eine Wasserverschwörung!

    Auf Gastwirte könne sich „eine Verpflichtung zur kostenlosen Abgabe von Leitungswasser massiv auswirken“, steht dort auch. Merkwürdigerweise überleben Wirte in Spanien, den USA und sogar in Kenia es, ihren Gästen ein bisschen Wasser zu schenken. Deutschland, ein Land der Rätsel.

    Wir aßen unsere Nudeln und liefen schnell zurück zur Redaktion. Wir hatten Durst.

    #Berlin #restaurant #eau

  • Sparen und gut essen? Bei Ikea gibt es das beste Mittagessen Berlins
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/sparen-und-gut-essen-bei-ikea-gibt-es-das-beste-mittagessen-berlins

    Journalisten schreiben Quatsch. Viele Journalitsen schreiben viel Quatsch. Manchmal schreibt sogar ein einziger Journalist viel Quatsch.

    Was stimmt : Billig. Essen nicht Möbel. Ikea.

    22.1.2024 von Marcus Weingärtner - Schlauer Lunch: Der schwedische Möbeldiscounter hat nicht nur digital die Nase vorn, sondern serviert auch ein klasse Mittagessen. Zu wirklich fairen Preisen.

    Witze über Billy-Regale, fehlende Einzelteile, kryptische Bauanleitungen und lustige Produktbezeichnungen sind die ersten Dinge, die vielen Leuten in den Sinn kommen, wenn sich das Gespräch um Ikea dreht.

    Dabei hat sich der schwedische Möbeldiscounter mit dem familienfreundlichen Image längst an uns vorbei zu einer digitalen Wunderwelt gewandelt: Dreidimensionale Einrichtungsplanung, Laservermessungen, geschmeidig funktionierende Scannerkasse und durchdachte Online-Angebote zeigen, was auch hierzulande möglich wäre, würde man die weltweite Digitalisierung nur endlich ernst nehmen.
    Ernsthafte Kundenbindung

    Aber wer wissen will, wie sehr dem Möbelhaus die Zufriedenheit der Käufer wirklich am Herzen liegt, der sollte das hauseigene Restaurant besuchen, denn hier zeigt sich, dass es dem Discounter mit der Kundenbindung wirklich ernst ist. Mit anderen Worten: In keinem gastronomischen Betrieb der Stadt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis so ausgewogen wie bei Ikea.

    An einem Mittwoch gegen zwölf Uhr besuchen wir das Restaurant der Filiale in Tempelhof, in dem man auch frühstücken kann. 1,50 Euro kostet das für Kinder, die Erwachsenen zahlen für Äggfrukost 3,95 Euro, dafür gibt es dann ein Eieromelette, vier Scheiben gebratenen Schinken, Butter und ein Brötchen. Wir sind aber später dran und wollen zu Mittag essen. Auch dabei setzt Ikea auf Fortschritt und bietet vermehrt pflanzliche Kost anstelle roten Fleisches an.

    So gibt es nun neben den legendären Köttbullar die Plantbullar und ich entscheide mich voller Zukunftsfreude und Neugier für die pflanzliche Variante: Das sind fünf Erbsenproteinbällchen, die besser schmecken, als die Bezeichnung vermuten lässt, was aber auch an der wirklich ordentlichen Rahmsoße liegt. Die Bällchen sind ein wenig zu fluffig, da hinkt die vegetarische Alternative noch, aber geschmacklich gut. Was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man hier nicht versucht hat, Fleisch in Geschmack und Konsistenz nachzubilden.

    Ein Hauptgericht für unter drei Euro

    Dazu gibt es Erbsen aus der Tiefkühlung und für mich Pommes statt Püree. Die Erbsen sind in Ordnung, die Pommes frites sogar klasse. Alle goldgelb, keine verkohlte Niete darunter. Unschlagbar auch der Preis: Das Hauptgericht kostet 2,95 Euro. Noch mal: zwei Euro fünfundneunzig. Klar, dass das Möbelhaus hier wohl subventioniert und anderswo wohl draufschlägt, aber das kann dem Mittagsesser auch egal sein.

    Dazu gibt es eine Schale mit frischem Salat, den man mit einer Auswahl an Dressings selbst anrichten kann. Der Salat, hauptsächlich Mais und Radieschen, ist knackig, das Joghurt-Dressing nicht zu penetrant. Bis jetzt überzeugt der Günstig-Lunch. Das Restaurant ist nun gut gefüllt mit einer Mischung aus Kleinfamilien, Senioren und Hipstern mit Tagesfreizeit. Nicht alle kaufen ein, man kommt also auch „nur“ zum Essen und Trinken nach Tempelhof.

    Zum Dessert gibt es ein Stück Schokoladenkuchen, das nicht riesig, aber mit einem Euro auch nicht teuer ist und genau die richtige Größe für einen Nachtisch hat. Der Kuchen ist saftig, wenn auch ein wenig zu süß. Dazu gibt es eine Flasche Wasser und das Ganze hat mich nicht mehr als zehn Euro gekostet. Fazit: Wer ordentlich und günstig essen möchte, der sollte des Öfteren bei Ikea vorbeischauen. Natürlich kann man auch noch ein paar Teelichter, Servietten und Kissenhüllen einpacken.

    Wertung: 4 von 5

    Ikea Schwedenrestaurant: Hauptgerichte ab 3,95 Euro, Suppen ab 1 Euro. Frühstück und Kindergerichte ab 1 Euro, Desserts und Getränke ab 1 Euro.

    Ikea Tempelhof, Sachsendamm 47, Öffnungszeiten: Mo–Do 10–21 Uhr, Fr–Sa 10–22 Uhr

    #Berlin #billig #Gastronomie #Restaurants #Kantine #WTF

  • Aus in erster Lage : „Reinhard´s am Kudamm“ schließt Ende Juni
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/aus-in-erster-lage-reinhard%20s-am-kudamm-schliesst-ende-juni-9574277.h


    In erster Laje, diticknichlache. Früha war mehr Nuttenbullewar. Hat sich wat mit Kempi, schon länga. Die Kneipe hats nie jebracht und det Hotel isset och schon lange nich mehr. Kempi oda Fasanenku, dit lief imma. Bis dann Schluss war. Inne Münstersche jehts von da imma noch, aber nich mehr ins spendable Rasputin. Erstet Jedeck 40 Steine, warn fürn Kutscha. Mal vier Hurenböcke macht 160 und die Scicht war ohkeh. Inne jeizije Synagoge will der New Yorker mit de Schläfenlöckchen. Hamse richtich jehört, die jehm keen Schmalz, sinn och keene richtijen Amis. Macht nüscht, wir fahrn allet, och wenns nur zum Beten hinta Panzajlas jeht. Neunfuffzich. Scheiss drauf

    28.3.2023 von Bernd Matthies - Auf der Website des Restaurants wird unter „Neuigkeiten“ noch fröhlich zum Silvestermenü 2022 eingeladen – und es gibt angeblich viele Stellen zu besetzen. Die wirkliche Neuigkeit aber steht dort nicht: „Reinhard’s am Kurfürstendamm“, das zweigeschossige Restaurant in erster Lage, wird seinen Betrieb Ende Juni einstellen. Die rund 70 Beschäftigten seien entsprechend informiert worden, heißt es in der „B.Z.“, die als erstes darüber berichtete.

    Die Reinhard’s-Gruppe, geführt von Thomas Weiand, schrumpft bereits seit Jahren, zuletzt schloss 2019 die Filiale im Nikolaiviertel in Mitte. Dort hatte es allerdings nie die Bedeutung des Restaurants an der Ecke Fasanenstraße/Kurfürstendamm, das 1952 zusammen mit dem Hotelneubau – damals „Bristol Kempinski“ – als „Kempinski-Eck“ entstanden war. Auf der Gästeliste standen praktisch alle Prominenten, die im seinerzeit ersten Haus am West-Berliner Platze logierten.

    Es sollte ein Ersatz für das „Kranzler“ werden

    Der Abstieg von Hotel und Restaurant begann mit dem Mauerfall und der Verlagerung des Szene-Lebens nach Osten. Deshalb galt es als mutiger Befreiungsschlag, als das Restaurant 2005 umgebaut und um einen Boulevard-Balkon im Obergeschoss ergänzt wurde; es sollte ein Ersatz für das abgewickelte Kranzler werden. Doch ein Jahr später zog sich Kempinski aus der Bewirtschaftung zurück und übergab an Reinhard’s, der Name „Kempinski-Eck“ verschwand im Kleingedruckten. 2017 gab die Hotelgruppe auch nebenan auf, das Hotel firmiert seitdem nur noch als „Bristol“.

    Das aktuelle Reinhard’s ist eine unspektakuläre, solide geführte Brasserie, deren Geschäft auf Touristen beruht, wenngleich manch alteingesessener West-Berliner hier den Erinnerungen an alte, verschwundene West-Berliner Gastro-Institutionen nachhing. Bemerkenswert sind die Öffnungszeiten: Täglich ohne Ruhetag oder Ferien von 6.30 Uhr bis um 1 Uhr in der Nacht, das ist eine Ansage auf einem Boulevard, der entgegen seinem Ruf schon weit vor Mitternacht in Schlaf sinkt.

    Möglicherweise war es der durch Corona bedingte Touristenschwund, der nun das Ende einleitete. Auf dem Kurfürstendamm gibt es nichts Vergleichbares mehr, dort dominiert längst die Systemgastronomie, und auch die Zahl asiatischer Restaurants scheint immer noch weiter zu steigen. Über das Schicksal der Räume ist noch nichts bekannt – im Trend läge der Auftritt einer weiteren Edel-Burger-Kette oder eines anderen Konzepts mit hoher Umsatzrendite.

    Reinhard’s am
    10719 Kurfürstendamm 27
    https://www.openstreetmap.org/node/254307080

    #Taxihalteplatz FasanenKu
    https://www.openstreetmap.org/node/317190476

    #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Fasanenstraße #Gastronomie #Restaurant

  • Les CROUS à la peine faute de subventions d’état suffisantes. Les étudiant·es devront rajouter un cran à leurs ceintures.

    Vers la fin des restaurants universitaires ? | StreetPress
    https://www.streetpress.com/sujet/1665059739-fin-restaurants-universitaires-crous-precarite-etudiant-priv

    Les Crous sont des établissements publics placés sous la tutelle de la ministre de l’enseignement supérieur et pilotés par le Centre national des œuvres universitaires (Cnous). Ils sont au nombre de 26 et fonctionnent par académie. Ils proposent des prestations de services censées améliorer les conditions de vie et d’études. Ils gèrent par exemple le logement étudiant ou la restauration universitaire. Mais depuis plusieurs années et particulièrement en cette rentrée, les syndicats étudiants sont inquiets.Lieux qui ferment, repas moins garnis, files d’attente trop longues, prix qui augmentent… Parfois, des prestataires privés s’installent au sein même des universités, faute de Crous. La restauration universitaire française est en péril.

  • La moustache pour tous ! En 1907, ouvriers boulangers et limonadiers se rebiffent Le Monde Diplomatique - Mathieu Colloghan 
    Des travailleurs luttant contre la grande précarité, des clients « pris en otage », des syndicats dont on conteste la légitimité à parler au nom des travailleurs, des contre-arguments aux « réalités économiques » et des enjeux plus larges que la lutte particulière pour les deux camps... Cette petite musique semble familière ? Peut-être. Sauf qu’en cette année 1907 le conflit porte sur le droit à la moustache.

    Le 17 avril 1907, les troupes françaises ont envahi Oujda, au Maroc, Rudyard Kipling a obtenu le prix Nobel de littérature, et les Parisiens profitent des premiers beaux jours. Ils se ruent sur les terrasses des brasseries des grands boulevards. C’est là, à 18 h 30, que débute par surprise la grève de la moustache. Pile à la demie, les garçons de café arrêtent de saisir les commandes, encaissent les consommations. Ils filent au comptoir prendre leur solde, rendent les tabliers et quittent les brasseries. Ils se retrouvent par petits groupes sur les trottoirs sous les regards incrédules et amusés des consommateurs étonnés de ce mouvement social loin des usines.

    Les patrons replient la terrasse pour fermer boutique au Café de la Paix, baissent le rideau de fer au Café Riche et coupent la lumière à L’International pour faire partir la clientèle qu’on ne peut plus servir. Chaises sur les tables. Plus un verre n’est rempli au Buffet de la gare de Lyon, plus un bouchon n’est tiré au Café Cardinal, plus une table n’est débarrassée à L’Américain. La fête est finie.

    Ainsi commence la grève des ouvriers limonadiers restaurateurs. . . . . . .
    Source : https://www.monde-diplomatique.fr/2022/08/COLLOGHAN/64948
    #gréve #greve #luttes_sociales #lutte_sociale #bistrots #restaurants #cafés #boulangeries #sabotage #inégalités #clemenceau

  • 200 000 postes à pourvoir. Saisonniers : les raisons d’une grande vacance Marie Toulgoat
    https://www.humanite.fr/social-eco/saisonniers/200-000-postes-pourvoir-saisonniers-les-raisons-d-une-grande-vacance-757735

    Alors que l’été a commencé, 200 000 postes resteraient à pourvoir dans les hôtels, restaurants et activités touristiques. La faute à des salaires trop bas, des conditions de travail trop difficiles et à la réforme de l’assurance-chômage, qui poussent les travailleurs vers des emplois sédentaires.

    Dans son restaurant de Samoëns (Haute-Savoie), Laurent (1) désespère. La saison estivale est sur le point de débuter, les premiers vacanciers devraient arriver d’ici quelques jours, et le personnel manque toujours à l’appel.

    Avec un bar en plus de sa brasserie, il embauche habituellement 23 personnes, dont 17 saisonniers. Cette année, il démarre l’été presque bredouille : il lui manque toujours une poignée de salariés pour accueillir les touristes sereinement. « La clientèle est là, mais nous réfléchissons à fermer une journée par semaine car nous n’arrivons pas à embaucher. C’est un problème », souffle le restaurateur.


    Augmentation, suppression des heures de coupures, logements : les employeurs devront composer s’ils veulent recruter. © Fred Tanneau/AFP

    Victimes collatérales de la pandémie de Covid
    Après une saison 2020 inexistante et une année 2021 marquée par l’incertitude sanitaire, l’été 2022 promet de ne ressembler à aucun autre pour les professionnels du tourisme, de l’hébergement et de la restauration. D’ores et déjà, de nombreux employeurs ont ouvert leur établissement avec un contingent de salariés limité.

    Car, depuis l’arrivée du Covid, nombreux sont ceux à avoir enterré leur carrière de saisonnier et à s’être orientés vers un emploi sédentaire. « Ici, beaucoup de personnes ont changé de carrière. Les gens ont du mal à joindre les deux bouts, alors ils sont partis » , explique Léo Genebrier, du comité CGT chômeurs et précaires d’Ardèche.

    Selon lui, la réforme de l’assurance-chômage est l’une des grandes responsables de cette grande démission des saisonniers, en réclamant aux demandeurs d’emploi l’équivalent de six mois de labeur au lieu de quatre. Conséquence : de nombreux habitués ont laissé tomber les saisons, persuadés de ne pas pouvoir travailler assez pour recharger des droits sans travail sédentaire.

    Ces nouvelles règles, Céline Absil en a fait les frais. Guide touristique avant la pandémie et contrainte à l’inactivité pendant les confinements, elle n’a pas pu régénérer ses droits à l’assurance-chômage et a été radiée l’hiver dernier.

    Cet été, dans le sud de l’Ardèche, où elle réside à l’année, trouver un contrat de travail de six mois n’a pas été une tâche aisée. « Après avoir passé l’hiver sans revenus, je voulais vraiment trouver au moins six mois de travail pour recharger mes droits, mais la très grande majorité des contrats sont de trois mois environ. J’ai finalement trouvé un boulot de commis et de plonge pour six mois dans un bistrot, mais j’ai d’abord dû envoyer une quarantaine de CV » , regrette-t-elle.

    Elle aussi membre du collectif CGT chômeurs et précaires, elle se rend compte des effets néfastes de la réforme. À l’en croire, ceux qui n’ont pas décidé d’emprunter un nouveau chemin de carrière disparaissent tout bonnement des radars. « Comme ils savent qu’une saison ce n’est pas assez pour recharger des droits et qu’ils ne pourront plus toucher les allocations, ils ne prennent plus la peine de s’inscrire à Pôle emploi » , explique-t-elle.

    Mais le véritable nerf de la guerre, ce sont les salaires. L’inflation galopante aidant, les saisonniers ne semblent plus vouloir accepter des emplois si précaires, au traitement frisant le Smic et aux heures supplémentaires non payées, comme cela a été très largement la norme durant des années.

    Face à cette demande générale d’une rémunération plus digne, certains employeurs ont sorti le chéquier. « À la sortie du Covid, je rémunérais un plongeur 1 500 euros net, aujourd’hui je propose 1 700 euros net, logement compris. Je ne peux pas faire plus, sinon il faudra répercuter sur les consommations », assure Laurent, restaurateur haut-savoyard.

    Ras-le-bol généralisé
    Pourtant, ces petits coups de pouce restent des initiatives personnelles de la part des employeurs. Au niveau de la branche hôtellerie et restauration, l’histoire est tout autre. En janvier, le patronat a concédé à l’issue de négociations des revalorisations de salaires de 16 % en moyenne. À y regarder de plus près, pourtant, la majorité des saisonniers ne sont pas gagnants. Les premiers niveaux de la grille n’ont eu le droit qu’à une augmentation d’environ 60 euros par mois, déjà aujourd’hui complètement absorbée par la hausse des prix.


    Les saisonniers qui ne travaillent pas dans la restauration, eux, officient pour la plupart sans la moindre revalorisation de leurs revenus. L’année dernière, Vincent en a fait l’expérience. Alors âgé de 20 ans et sans diplôme, il a trouvé un emploi dans une colonie de vacances en Ardèche. Un coup de cœur pour celui qui s’est découvert une passion pour l’animation, mais d’importants sacrifices en termes de rémunération et de conditions de travail. Pendant deux semaines, le jeune homme a travaillé de 7 heures du matin – avant le lever des petits vacanciers – jusqu’à tard dans la nuit, le temps que les longues réunions entre animateurs se terminent, une fois les enfants couchés.

    Des journées pouvant atteindre parfois 20 heures pour un salaire de misère : 900 euros net pour les deux semaines. « Comme j’ai signé un contrat jeune et que je n’avais pas de diplôme, il n’y a aucune heure sur mon bulletin de salaire, alors que j’ai travaillé plus de 150 heures. Tout ça ne comptera donc ni pour le chômage, ni pour la retraite, ni pour la formation que j’essaye d’intégrer et qui demande qu’on puisse justifier de 200 heures de travail en animation », se désole Vincent. Cet été, loin des galères de la colonie, le jeune homme a trouvé un emploi dans un centre de loisirs. Le salaire est loin d’être mirobolant, mais la journée de travail se termine lorsque les parents viennent chercher leur progéniture le soir, pointe-t-il.

    Cet été, plus que jamais, les employeurs devront donc composer avec le ras-le-bol des salariés pour leur conditions de travail au rabais et proposer un accueil satisfaisant s’ils veulent réussir à embaucher. Céline Absil, elle, est tombée sur un patron prêt à faire l’effort.

    Dans son bistrot ardéchois, il a constitué deux équipes, l’une pour le service du midi et l’autre pour le service du soir, supprimant ainsi les heures de coupure du milieu de la journée. « Mon employeur s’est rendu compte que c’était un gros frein et que ça épuisait les équipes. J’ai donc été embauchée pour des journées de 10 à 16 heures » , explique-t-elle.

    Dans le Var, Pascal Marchand, saisonnier depuis vingt-cinq ans, a fait du logement fourni la condition sine qua non de son recrutement. « Je ne signe pas sinon. Je viens du nord de la France, je ne peux pas venir travailler dans le Sud si je n’ai nulle part où me loger » , explique le second de cuisine.

    Un secteur entier au pied du mur
    Pour l’Union des métiers et des industries de l’hôtellerie (Umih), organisation patronale, c’est bien sur les logements qu’il faut insister pour renouer avec l’emploi saisonnier. Car si dans les campings et hôtels, les salariés peuvent être logés sur place gratuitement, ce n’est pas le cas dans la restauration, et beaucoup refusent de signer un contrat sans la garantie d’un habitat confortable. « On commence à voir de bonnes pratiques se mettre en place. À Carnac, un camping a été racheté par la mairie pour y loger les salariés, c’est une bonne chose. À Dunkerque, une chambre de commerce a été réhabilitée. Mais il faudrait une réforme globale du logement pour que cet aspect ne soit plus un frein à l’emploi » , suggère Thierry Grégoire, président de l’Umih saisonniers.

    Avec environ 200 000 postes de saisonniers qui pourraient ne pas être pourvus cet été, l’organisation patronale a d’ailleurs décidé de se tourner vers des candidats outre-Méditerranée. L’Umih envisage en effet de recruter de jeunes salariés tunisiens. Il n’est toutefois pas question de dumping social, assure Thierry Grégoire. « Ce sont des jeunes qualifiés qui souhaitent venir en France pour parfaire leur expérience, avec un contrat de travail de cinq mois au maximum. Ils ont vocation à retourner dans leur pays par la suite » , explique-t-il.

    Dans tous les cas, le secteur entier semble être au pied du mur. Pour mener à bien les saisons touristiques tout en se passant des rustines de dernière minute, les employeurs devront se retrousser les manches et enfin renouer avec l’attractivité de leurs métiers.
    (1) Le prénom a été modifié.

    Droit du travail. Un maximum de revendications
    Si les emplois saisonniers ont leurs spécificités, le Code du travail ne leur réserve pas de dérogations. Ces postes ne concernent donc que les travaux appelés à se répéter chaque année à des dates à peu près fixes, du fait du rythme saisonnier ou de modes de vie. Exit les surcroîts d’activité et les secteurs non indexés au Code du travail. Les contrats saisonniers relèvent des CDD classiques.

    Mais le droit du travail ne règle pas toutes les difficultés. Voilà pourquoi la CGT, la CFDT et FO revendiquent le versement de la prime de précarité à chaque fin de CDD, afin d’éviter la précarité des travailleurs, ainsi que l’abrogation de la réforme de l’assurance-chômage qui impose de travailler au moins six mois pour ouvrir des droits. L’accès au logement, à la formation, la lutte contre le travail non déclaré et le droit à reconduction des contrats d’une année sur l’autre font aussi partie des demandes des organisations syndicales.

    #travailleuses #travailleurs #saisonniers #salariés #droit_du_travail #hôtels #restaurants #tourisme #assurance-chômage #CDD #CDI #précarité

  • Tollé au sujet de remises sur des produits de consommation pour les haredim Time of Israel
    Le site de livraison Shufersal Mehadrin, peu connu, offre les mêmes produits que le service régulier pour une fraction du prix - ce qui a provoqué la colère des consommateurs


    Illustration : Des clients devant un supermarché Shufersal à Safed, le 6 avril 2020. (Crédit : David Cohen/Flash90)

    La plus grande chaîne de supermarchés d’Israël a été vivement critiquée mercredi après avoir été accusée de proposer à ses clients de la communauté ultra-orthodoxe des tarifs plus bas sur certains produits que ceux appliqués pour le grand public.

    Un reportage de la Douzième chaine a révélé que les produits proposés sur Shufersal Online, un service de livraison de courses commandées en ligne géré par la chaîne Shufersal, étaient plus chers que les mêmes produits présents sur un autre site géré par le groupe et destiné aux consommateurs ultra-orthodoxes. Ce site ne propose que des produits qui ont une certification casher stricte dite « mehadrin ».

    Selon la chaîne, une pizza surgelée coûte 6 shekels de moins que lorsqu’elle est achetée auprès de Shufersal Mehadrin Direct ; le saumon surgelé passe de 64,90 shekel sur le site régulier à 34,90 shekel sur l’autre ; et un beignet à la confiture ne coûte que 2,90 shekel contre 5,90 shekel sur le portail principal de Shufersal.

    Le reportage a fait sensation parmi un certain nombre de clients de la chaîne. Michael Biton, député de Kakhol lavan, chef de la commission des Finances de la Knesset, a déclaré qu’il ordonnerait aux PDG de Shufersal et d’autres chaînes de comparaître devant la commission pour un échange sur les prix des produits alimentaires, a rapporté la chaîne.

    « Il n’y a aucune raison pour qu’une personne qui mange casher de telle façon paie 30 à 40 % de moins qu’une personne qui respecte un autre type de casheroute », a-t-il déclaré.

    Un certain nombre de consommateurs se sont plaints sur les réseaux sociaux auprès de la chaine au sujet de l’écart de prix et ont déclaré qu’ils n’y feraient plus leurs achats.

    « J’ai fait mes courses chez Shufersal pendant des années. Je suis laïc. Je m’attends à ce que vous me dédommagiez pour toutes ces années où vous m’avez trompé », a écrit un utilisateur nommé Eli Levin sur la page Facebook de la chaine.


    Un livreur transporte des courses du supermarché Shufersal dans un immeuble à Jérusalem, le 29 mars 2020. (Crédit : Hadas Parush/Flash90)

    Dans une déclaration largement diffusée, le groupe Shufersal a déclaré qu’il « dispose d’un certain nombre de formats de vente au détail différents, avec une variété de produits différents, des prix différents et des codes de vente différents, et qu’il n’y a donc pas de comparaison à faire entre eux ».

    Bien que le site Shufersal Mehadrin Direct ne soit pas mis en avant auprès du grand public et que peu de personnes en dehors de la communauté ultra-orthodoxe semblent le connaître, la chaîne a noté que n’importe qui pouvait y faire ses achats sans distinction d’origine, de religion ou de croyance.

    Le site propose une remise sur de nombreux produits, mais la sélection est plus restreinte, puisqu’il ne propose que des produits certifiés mehadrin – ce qui représente une fraction de ce qui est proposé dans la plupart de ses magasins.

    Un responsable du service client a déclaré à la Douzième chaine que les consommateurs s’étaient déjà plaints lorsque les produits étaient remplacés à la livraison par des articles similaires avec une certification considérée par la communauté ‘haredi comme moins stricte.


    Des produits dans un supermarché Shufersal, le 2 décembre 2020. (Crédit : Shoshanna Solomon/Times of Israel)

    Les prix dans les supermarchés en Israël sont une préoccupation permanente pour de nombreuses personnes dans le pays, où le coût de la vie est considéré comme un problème majeur pour les électeurs, dépassant même les questions de sécurité.

    Au cours de la dernière décennie, des protestations majeures ont été déclenchées suite à de prétendues hausse de prix sur des produits de consommation apparemment ordinaires, tels que du fromage https://en.wikipedia.org/wiki/Cottage_cheese_boycott ou des desserts lactés https://www.dw.com/en/milky-protest-not-about-the-chocolate-pudding/a-18005017 .

    #israel #prix #ultra-orthodoxes #alimentation @casher #rabbinats #certification #qualité #normes #supervision #surveillance #surveillance_religieuse #certificat de #casheroute #magasins #restaurants #LP

  • #Israël « L’inefficacité » du système de casheroute coûte des millions aux contribuables
    https://fr.timesofisrael.com/linefficacite-du-systeme-de-casheroute-coute-des-millions-aux-cont

    Le système de certification de casheroute en Israël manque d’efficacité et l’absence de transparence dans ses protocoles coûtent au contribuable israélien près de 13,1 millions de shekels chaque année et se traduit par une double, voire une triple certification de certains établissements, selon une étude menée par l’Institut israélien de la démocratie (IDI).

    L’étude a été publiée ce mois-ci alors que le nouveau gouvernement planche sur une réforme globale de l’industrie de la casheroute et ce malgré le mécontentement du grand rabbinat et des législateurs ultra-orthodoxes.

    Le ministre des Affaires religieuses Matan Kahana a dévoilé en juillet un plan visant à mettre fin au monopole des rabbinats locaux, tous sous l’autorité du grand-rabbinat, seules instances habilitées à émettre des certificats de casheroute.

    Le plan publié par Kahana prévoit la création d’une série d’agences privées de certification de la casheroute qui seront tenues de respecter les normes religieuses établies par le Grand Rabbinat.
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    Le Grand Rabbinat résiste depuis (très) longtemps à toute réforme de son monopole sur la certification de casheroute en Israël, et a cherché à étouffer les agences privées concurrentes. Le Grand rabbinat lui-même a publié une déclaration rejetant le nouveau plan de Kahana, le qualifiant « d’initiative dangereuse visant à détruire la casheroute en Israël. » Selon le rabbinat, la proposition « signe la fin de la casheroute dans l’État et la création d’un ‘bazar’ de groupes aux motivations impures qui commenceront à délivrer des certifications. »

    « Le système actuel de la casheroute est miné par des problèmes de qualité, des normes inégales, de mauvaises conditions d’emploi pour les superviseurs, une supervision problématique et des niveaux de compétence variables », avait déclaré Kahana en juillet.

    Actuellement, les établissements et opérations nécessitant une certification de casheroute doivent l’obtenir auprès de leur rabbinat local mais pour la plupart, ils sollicitent une entité privée (Badatz, par exemple), pour répondre à un cahier des charges plus rigoureux afin de répondre aux exigences de différents courants ultra-orthodoxes et à différentes communautés.

    La réforme envisagée supprimerait la nécessité d’obtenir un certificat de casheroute directement auprès du rabbinat, qui coûte aux entreprises environ 7 à 8 millions de shekels par an, selon l’étude de l’IDI. Les entreprises peuvent payer autant en frais supplémentaires pour le travail du superviseur (machguia’h) tout au long de l’année.
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    « Vous pouvez vraiment voir les différences frappantes dans les chaînes de restaurants ou les boulangeries par exemple. Le même endroit devra se conformer à des normes différentes selon la ville où se trouve la succursale, et selon le rabbinat local. Ils peuvent être contraints d’acheter certains produits spécifiques ou de construire une cuisine d’une certaine taille pour se conformer aux exigences, ce qui augmente les coûts. Ou encore, les horaires des machgui’him [superviseurs] peuvent être complètement différents », a déclaré Finkelstein.

    L’étude indique que le système national de la casheroute assure un total de 6,4 millions d’heures de surveillance par an, pour un coût direct estimé à 318 millions de shekels pour les restaurants, les traiteurs, les producteurs alimentaires, les fast-foods et les hôtels. Les coûts supplémentaires peuvent s’élever à des « centaines de millions, voire des milliards de shekels », selon l’IDI.

    Le tarif moyen d’un superviseur peut aller de 25 à 79 shekels et les quotas de supervision varient considérablement pour des opérations alimentaires comparables. Par exemple, une étude réalisée sur un échantillon de 345 pizzerias a révélé que 14 % d’entre elles sont tenues d’avoir une supervision quotidienne de 30 minutes maximum, 34 % d’une demi-heure exactement, 29 % entre 30 minutes et une heure, 18 % d’une heure exactement et 5 % entre une et deux heures, selon l’étude.

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    L’étude a révélé que le revenu total des conseils religieux provenant des services de surveillance de la casheroute s’élevait à 49,7 millions de shekels par an, mais que les dépenses s’élevaient à 62,8 millions de shekels, ce qui signifie que « l’État subventionne le système de la casheroute à hauteur de 13,1 millions de shekels par an ».

    L’étude de l’IDI a également révélé que 88 % des produits vendus dans les supermarchés ont deux certifications de casheroute, et que 9 % supplémentaires ont trois certifications de casheroute. Seulement 12 % des produits avaient uniquement un certificat de casheroute du Rabbinat.
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    Amy Spiro a contribué à cet article.
    #rabbinats #certification #qualité #normes #supervision #surveillance #surveillance_religieuse #certificat de #casheroute #magasins #restaurants #LP

  • De véritables photos de croisières afin d’y réfléchir à deux fois avant de réserver ses vacances !
    https://tops.easyvoyage.com/photos-croisieres/4

    Avez-vous déjà fait une croisière ? Cela peut certainement être très amusant. Et ces dernières années, les bateaux de croisière ont beaucoup à offrir aux gens qui choisissent de passer leurs vacances sur l’eau. Ce n’est plus seulement une piscine sur le pont, mais il y a des #restaurants, des #cinémas, des #spectacles et des #concerts, et beaucoup d’activités à bord.

    Mais parfois, la publicité peut être un peu fausse. Bien sûr, certains bateaux sont énormes et luxueux au-delà des rêves les plus fous, mais d’autres peuvent être plus petits, et beaucoup moins glamour que annoncé. S’il y a une chose que les gens qui ont fait des croisières savent, c’est que parfois les attentes ne sont pas tout à fait à la hauteur de nos espérances. Avant de partir en croisière, regardez ces photos et assurez-vous de choisir le bon type de bateau.

    #Croisières #imaginaire #rêve #réalité #fantasme #images #bateaux #luxe #tourisme #visualisation #croisiere #visualisation #représentation #publicité #humour

    Croisières : Embarquement – ce que nous imaginons
    Quand nous aurons clôturer notre valise avec tous nos vêtements, nos appareils électroniques, et à peu près tout ce que vous pouvez avoir besoin pour un voyage fou comme celui-ci, la première chose que nous devons faire est d’attendre dans la file d’attente pour pouvoir monter sur le bateau de croisière. Comme vous pouvez le voir ici, les sourires sur les visages de ces jeunes femmes laissent entendre que chaque moment d’embarquement est simplement pêche et crème. Mais pour ceux d’entre vous qui songent à partir en croisière, nous vous recommandons de ne pas faire confiance à l’image que vous voyez devant vous, parce que monter à bord d’un bateau de croisière n’est pas toujours amusant.

    https://tops.easyvoyage.com/wp-content/uploads/3/2019/04/1b-boarding-1.jpg

    Croisières : Embarquement à bord du navire – comment c’est vraiment
    C’est le jour et de nuit, non ? Lorsque vous considérez la dernière image que vous avez vue et que vous la comparez à ce que vous constatez maintenant, vous pourriez être choqué de la réalité. Comme vous pouvez le voir ici, monter à bord du bateau de croisière n’est pas toujours une expérience si agréable. N’oubliez pas, vous devez embarquer avec des centaines d’autres personnes, et cela signifie que vous devez faire la queue. La patience est vraiment une vertu dans ces types de scénarios, et bien que se tenir en ligne n’est pas la pire chose que vous pouvez faire !

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    #attente

  • Coronavirus : pour manger sur certaines terrasses en Italie, mieux vaut ne pas avoir de pass sanitaire

    https://www.rtbf.be/info/monde/detail_coronavirus-pour-manger-sur-certaines-terrasses-en-italie-mieux-vaut-ne-

    Obligatoire depuis début août pour s’asseoir et manger à l’intérieur dans les restaurants en Italie, le Green pass (version italienne du pass vaccinal européen) est en train de créer un paradoxe absurde dans la péninsule comme le relatent nos confrères du Corriere della Sera. En effet, de plus en plus régulièrement des clients en possession du GreenPass se retrouvent contraints de s’installer à l’intérieur. Nombreux sont d’ailleurs ceux à s’en plaindre sur les réseaux sociaux comme Alessandro Baschieri sur Twitter.

    La raison ? Les restaurateurs ne s’en cachent pas, chaque fois la même réponse : « Les terrasses c’est pour les autres, les non-vaccinés » , après des mois de fermeture, certains établissements réservent donc les tables à l’extérieur aux personnes qui ne peuvent pas légalement s’installer à l’intérieur. « Si vous vous asseyez dehors vous enlevez des places à ceux qui n’ont pas le Green Pass » . Une discrimination, envers les personnes vaccinées notamment, qui passe très mal dans un pays connu pour ses repas en terrasse et au bord de la mer.

    Certains l’ont d’ailleurs bien compris, il faut donc ruser pour ne pas finir à l’intérieur près des toilettes ou de la cuisine. Et profiter de la terrasse vaut bien un petit mensonge concernant le GreenPass, par omission.

    Alors que la Belgique s’interroge sur la nécessité d’un coronapass pour l’HoReCa, l’exemple mi-figue, mi-raisin de l’Italie a le mérite de faire réfléchir. 

    #vaccination #pass_sanitaire #actualités_françaises #boycott de la #surveillance #crise_sanitaire #Italie #restaurants

  • “Les personnes précarisées sont la poubelle de l’agro-industrie” Jeanne (prénom d’emprunt) | Militante au sein du Réseau wallon de Lutte contre la Pauvreté (RWLP).
    https://tchak.be/index.php/2020/03/23/les-personnes-precarisees-sont-la-poubelle-de-lagro-industrie

    « Je participe, en tant que bénévole, à une structure qui distribue des colis alimentaires. J’ai pris mes distances par rapport à la distribution. Je préfère m’occuper de l’accueil où on peut être plus proche des personnes, avec un vrai contact humain. C’est plus convivial, plus chaleureux.

    On y liquide une partie des aliments par les colis : ce sont les gens précarisés qui reçoivent les surplus de l’agro-industrie, ce qui est quasi ou carrément périmé. Et pourtant, ces gens-là, ils font déjà l’effort de venir, de se lever tôt pour faire la file, ils ont été obligés de passer par le CPAS, de mettre leur vie à nu, de rendre des comptes… Toutes ces démarches sont déjà humiliantes. Et en plus, parfois ils sont jugés, il y a des commentaires : « yaka ».

    

En août, on distribuait encore des œufs de Pâques en chocolat, des surplus d’usines aussi, via la banque alimentaire : on a eu des Tic Tac en quantité gigantesque, des chips en édition limitée qui n’avaient pas été bien vendus. Tout ce dont les autres ne veulent pas. En fait, on liquide par cette « filière », vers les personnes précarisées, la surproduction, la surconsommation. Elles sont la « poubelle » de la surproduction.

    Ça ne devrait pas exister, un réseau de précarité : quelque part, c’est du business autour de la misère


    Des parents viennent avec leurs enfants. Cela me désole quand je pense à l’image de la société que ces derniers reçoivent. […] J’ai une amie qui a refusé d’aller chercher des colis. Elle me disait ne pas vouloir se voir coller une étiquette, ou être reconnue dans la petite ville où elle habite. Elle disait : « Je ne veux pas rentrer dans ce réseau de précarité ».

    Ça ne devrait pas exister, un réseau de précarité : quelque part, c’est du business autour de la misère, une économie parallèle… Les gens deviennent invisibles. Ils ne sont plus considérés comme des êtres humains à part entière. Et ça ronronne ! Ce système n’est pas remis en question… Le gouvernement se décharge de sa responsabilité. Les structures qui aident, c’est nécessaire pour l’instant car ça pallie les insuffisances. Mais il y a de grosses failles dans le système. La population devrait avoir accès au logement, à l’énergie, à l’alimentation. Cela devrait être accessible à tout le monde, c’est aussi une question de démocratie.

    Si c’était moi qui étais dans la dèche au point de devoir aller chercher des colis, je crois que je n’irais pas. Je sais qu’il vient un moment où on n’a plus d’issue, on n’a plus de choix. C’est mieux que rien, mais quand même… 

    Quand on n’a pas assez de revenus, qu’on est contraint de faire des choix, l’alimentation devient la variable d’ajustement. On prêche de manger sain. On est bien conscients qu’une bonne alimentation entraîne une bonne santé physique et mentale. On est mieux dans sa peau quand on mange bien et quand on mange ce qu’on veut. Mais ce n’est pas si évident quand on doit se serrer la ceinture.

    Le consommateur finit par acheter un prix, pas de la qualité, pas des aliments, mais un prix.

    Avant, j’étais une cliente du Delhaize. Maintenant, je vais dans les discounts. J’essaye de manger sain, je cuisine beaucoup, je n’achète jamais de plats préparés. J’aimerais bien aller chez les maraîchers… Mais actuellement, en plus sans voiture, je fais comment ? Si je dois aller à un endroit puis à un autre, ça fait trop de kilomètres, ça prend du temps aussi : il faut l’avoir. On a quand même toujours tendance à regrouper ses achats, par habitude et par facilité. 

    On dit souvent que le bio, c’est pour les bobos. C’est un peu vrai, c’est pour une élite, ce n’est pas accessible à tout le monde. Quand le budget est trop serré, ce n’est juste pas possible. C’est dommage, ça devrait l’être. Il faut un certain niveau de revenus pour pouvoir se dire qu’on va s’organiser et manger autrement. J’essaye de manger sainement, pas bio mais sainement. De temps en temps, je m’accorde un petit plaisir et j’achète un produit local. Je comprends que les producteurs doivent être justement rétribués, et je trouve ça normal. Aussi, je soutiens leur cause. La grande distribution a sa part de responsabilité : elle fait la loi des prix… 

    Finalement, tout le circuit de l’alimentation est pervers : les agriculteurs n’arrivent plus à vivre de leur travail, les prix sont compressés, mais au profit de quoi ? De qui ? Le consommateur finit par acheter un prix, pas de la qualité, pas des aliments, mais un prix. Et celui qui ne peut pas mettre le prix n’aura pas la qualité. Il devra se contenter des discounts, des banques alimentaires, du surplus… »


     Christine MAHY | Secrétaire générale du Réseau wallon de lutte contre la pauvreté
    ” Les colis de nourriture, les Restos du cœur et autres épiceries sociales qui reposent sur les banques alimentaires répondent à une urgence sociale. Mais le développement exponentiel de ce système de récupération de vivres n’est-il pas en train d’institutionnaliser un circuit parallèle d’accès conditionné à l’alimentation pour pauvres à partir des déchets des riches et des surplus de la production agroalimentaire et industrielle ?

    L’urgence sociale, en principe provisoire et pour le plus court terme possible, est vue comme structurelle, en totale contradiction avec la garantie du droit à l’alimentation, ou plutôt du droit à une alimentation saine et autonome. Or ce dernier va de pair avec le maintien et la création d’emplois qui font du bien à celles et ceux qui les exercent (agriculteurs, transformateurs locaux, etc.), ainsi qu’au climat, à l’environnement et à la biodiversité.

    Et si la justice sociale assurait à tous ce droit à une alimentation saine, comme premier pas vers la réduction des inégalités, la protection de la santé et donc une sécurité sociale moins sollicitée, vers une juste rémunération des producteurs locaux, vers une politique à la hauteur des défis climatiques et environnementaux ? “

    #pauvreté #alimentation #banques-alimentaires #restaurants_du_coeur #agriculture #faim #économie #spéculation #banque #agrobusiness #capitalisme #solidarité