• Verschlüsselt : der Fall Hans Bühler : Internet Archive
    https://archive.org/details/verschlusseltder00stre/page/8/mode/2up

    Operation Rubikon: Der Fall Hans Bühler - ZDFheute
    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/fall-hans-buehler-100.html

    Hans Bühler war Firmenvertreter der Crypto AG, von der Geheimdienstoperation von BND und CIA hatte er keine Ahnung. Trotzdem war er eine Art Schlüsselfigur bei der Beendigung der Operation Rubikon.

    Hans Bühler
    https://cryptomuseum.com/people/hans_buehler.htm

    The Swiss Federal Police – the Bundesanwaltschaft – has investigated the matter and questioned several people, and it is said that no irrefutable evidence against Crypto AG was ever found. The outcome of the investigation however, remains classified to this day and repeated requests from journalists for public disclosure of the results of the investigation have so far been denied.

    Since Hans Bühler went public, some of his former colleagues have decided to come out as well. Former software engineer Jürg Spörndli confirmed that the company was visited frequently by NSA specialists and that on several occasions he was instructed by his manager to swap a crypto­graphic algorithm that he had developed, for an alternative one – supplied by the NSA – that was clearly weaker [2]. This case shows great similarity to the weakening of the Philips PX-1000 [3].

    The story of the deliberate weakening of the algorithms at the request of the NSA, is corroborated by former Crypto AG director Oskar Sturzinger, in an interview with Crypto Museum in November 2008 [4]. Previously classified documents — that were partly released by the NSA in 2014 — have meanwhile produced convincing evidence of a secret deal between Crypto AG and the NSA from 1951 onwards [5]. In January 2018, it was announced that Crypto AG would be split, and that the international part would be taken over by a Swedish company. Hans Bühler died in August 2018.

    Der Spionage-Skandal rund um die Zuger Crypto AG
    https://www.infosperber.ch/FreiheitRecht/NSA-BND

    Frank Garbely / 30. Sep 2015 - Die Nachrichtendienste der USA und von Deutschland haben mit Hilfe der Zuger Firma Crypto AG jahrelang andere Länder ausspioniert.

    Die Verbindung zur «National Security Agency» NSA, dem Auslandgeheimdienst der USA, wäre nichts als ein kreditschädigendes Gerücht, gestreut von Konkurrenten, die so der Crypto AG Kunden abjagen möchten: «Keiner unserer Kunden würde bei uns kaufen, wenn auch nur der leiseste Zweifel an der Integrität unserer Firma bestünde». So oder ähnlich hat die Direktion der Zuger Herstellerin von Chiffriergeräten stets jegliche Nähe zur NSA und anderen Diensten heftig abgestritten. Jetzt wissen wir: Das war gelogen.

    Blindes Vertrauen des Crypto-Gründers

    Bereits im Jahre 1955 hatten die NSA und Crypto-Gründer Boris Hagelin eine Zusammenarbeit ausgehandelt - noch bevor die Crypto AG die eigentliche Produktion von Chiffriergeräten in Zug aufnahm. Das behauptet nicht irgendein schräger Whistelblower, das belegen offizielle NSA-Dokumente, publiziert von der NSA selbst.

    Crypto-Gründer Boris Hagelin

    Ende April gab die NSA über 52’000 Seiten bisher geheimer Dokumente frei und stellte sie ins Netz. Es handelt sich um eine Dokumentensammlung von William F. Friedman (1891–1969), langjähriger NSA-Mitarbeiter, zuletzt Sonder-Assistent der NSA-Direktion. William F. Friedman, auch «Gottvater der US-amerikanischen Kryptologie» betitelt, gilt als der herausragende Pionier der Verschlüsselungstechnik in den USA, ganze Generationen von Geheimagenten bei NSA, CIA und der US-Army wurden nach seinen Anweisungen geschult.

    William F. Friedman war viele Jahre lang eng befreundet mit dem Schweden Boris Hagelin (1892–1983), ebenfalls ein begnadeter Kryptologe. Von 1940 bis 1944 lebte Boris Hagelin in den USA, sein Freund Friedman hatte ihn zur NSA geholt. Nach dem Krieg kehrte er als Pensionist nach Europa zurück und gründete in Zug die Crypto AG.

    Nicht weniger als 350 Dokumente mit weit über 1000 Seiten der Friedman-Papiere betreffen die Crypto AG: Briefe, Notizen, Photos, Memos etc. Diese Schriftsätze dokumentieren ein geradezu blindes Vertrauen des Crypto-Gründers zu William F. Friedman und der NSA.

    Immer wieder kursierten Gerüchte

    Das wichtigste Dokumente der freigegebenen Friedman-Papiere: Ein 22-Seiten langer Report über einen Besuch William F. Friedmans bei der Crypto AG. Der Sonder-Assistent des NSA-Direktors weilte vom 21. bis 28. Februar 1955 in Zug und verhandelte mit Boris Hagelin über eine Zusammenarbeit mit der NSA. Zahlreiche Passagen des Reports sind eingeschwärzt, so dass noch immer geheim bleibt, was genau vereinbart wurde. Soviel aber geht aus dem Friedman-Report hervor: Hagelin stimmte den NSA-Vorschlägen bedenkenlos zu. Und: Hagelin versprach, die Crypto AG werde die NSA regelmässig über neue Entwicklungen informieren und auch darüber, welche Geräte sie an welche Länder liefere.

    Immer wieder kursierten Gerüchte über mögliche Beziehungen der NSA zur Crypto AG. Erstmals im Jahre 1982. Damals beschrieb der NSA-Spezialist James Bamford in seinem ersten Bestseller über die NSA ein «Projekt Boris» und erwähnte bereits die enge Beziehung zwischen dem führenden NSA-Kryptologen William F. Friedman und Crypto AG Gründer Boris Hagelin. (1) In den folgenden Jahren verstärkte sich der Verdacht. Aber erst der Fall Hans Bühler entschlüsselte zumindest einen Teil der Geheimnisse rund um die mysteriöse Zusammenarbeit mit fremden Diensten. (2)

    Crypto-Verkäufer Hans Bühler im Iran verhaftet

    Hans Bühler (74) wurde am 18. März 1992 in Teheran verhaftet und in ein Militärgefängnis eingesperrt. Seit 13 Jahren bereits arbeitete er für die Crypto AG. Sein Job: Verkauf von Verschlüsselungsgeräten. Seine Kunden: Ministerien, Armee, Polizei- und Nachrichtendienste. Hans Bühler war mit Abstand der erfolgreichste Verkäufer der Crypto AG. Und der Iran einer seiner Grosskunden. Eigens für das Iran-Geschäft hatte er Farsi gelernt. Seit zehn Jahren reiste er regelmässig nach Teheran, im Schnitt zweimal pro Jahr. Die Verhaftung hielt er zuerst für ein Missverständnis. Das Missverständnis dauerte geschlagene 9 ½ Monate.

    Am 4. Januar 1993 wurde Hans Bühler endlich freigelassen. Als er ein Tag später in Zürich-Kloten landete, erklärte er: «Es war sehr hart, aber die Iraner haben mich korrekt behandelt.» Dann bedankte er sich mit Nachdruck bei seinem Arbeitgeber. Die Crypto AG hatte für ihn in Teheran eine Kaution in der Höhe von 1 Million Dollar hinterlegt.

    Doch kaum zurück in der Schweiz, wurde er gefeuert: «Das Vertrauensverhältnis ist schwer gestört. Für eine Weiterbeschäftigung besteht kein Bedarf», hiess es im Entlassungsschreiben. Noch schockierender als die Entlassung: die Crypto AG verlangte von Bühler die Rückerstattung der Kaution von 1 Million Dollar, denn seine Verhaftung im Iran hätte nichts mit der Crypto AG zu tun. Hans Bühler bat um eine Aussprache mit der Direktion. Doch die liess ihn abblitzen und verwies ihn an «unseren deutschen Aktionär». Nur: Niemand wollte Bühler diesen Aktionär benennen.

    Siemens und der Bundesnachrichtendienst

    Bisher hatte man angenommen, dass die Crypto AG dem Schweden Boris Hagelin gehörte. Doch bei der Gründung im Jahre 1952 besass Boris Hagelin nur gerade eine einzige von insgesamt 50 Aktien. 48 gehörten einer liechtensteinischen Briefkastenfirma, der Anstalt «Europäische Handelsgesellschaft» in Vaduz. Im Namen dieser Anstalt traten später immer wieder Deutsche, meist ehemalige Siemens-Mitarbeiter auf. Ein früherer Kollege Hans Bühlers, der lange Jahre in der Finanzabteilung der Crypto AG arbeitete, gab ihm einen Tipp: «Der geheime Aktionär heisst Bundesrepublik Deutschland, genauer die Bundesvermögensverwaltung.» Nach Recherchen des deutschen Geheimdienst-Experten Erich Schmidt-Eenboom, handelte es sich bei der Bundesvermögensverwaltung um eine Tarn- oder Scheinfirma des Bundesnachrichtendienstes.

    Siemens und der Bundesnachrichtendienst: Das erinnerte Hans Bühler an die wochenlangen Verhöre im iranischen Militärgefängnis. Immer wieder war er zu Siemens und ausländischen Diensten befragt worden: Was hat Siemens, was haben ausländische Dienste mit der Crypto AG zu tun?

    Über die Verhöre im iranischen Militärgefängnis sprach Hans Bühler erstmals ausführlich in einer Rundschau-Reportage. Bisher hatte Hans Bühler immer erklärt, er wäre im Iran gut behandelt worden, und er wüsste nichts über die Gründe seiner Verhaftung. Doch dem war nicht so. Er war psychisch gefoltert worden, und er hatte sehr wohl gewusst, was ihm die Iraner vorwarfen: Spionage.

    «Wir brennen ihnen die Augen aus»

    «Schon im ersten Verhör haben sie mich beschuldigt: Sie sind ein Spion, sie benutzen die Crypto AG nur als Deckmantel, sie verkaufen die Schlüssel-Codes dieser Firma. Für mich brach eine Welt zusammen», erzählte sich Hans Bühler. Was war mit den Schlüssel-Codes? Warum glauben die Iraner, er, Bühler, hätte die Schlüssel-Codes – also die Geheiminformation der Chiffriergeräte – an Nachrichtendienste verkauft?

    Diese Fragen machten für Bühler keinen Sinn. Er konnte nichts gestehen, weil er nichts wusste. Auch dann nicht, als ihm mit Folter gedroht wurde. Sie setzten ihn vor eine Tür, hinter der angeblich gefoltert wurde; er hörte Schreie, hörte Schläge. Oder er wurde auf ein Folterbett gefesselt. Zuvor hatte er ein ausgepeitschtes Opfer gesehen, blutüberströmt, der ganze Rücken voll Platzwunden.

    Ein Auspeitscher stand schon einsatzbereit am Folterbett. Doch dann wurde Hans Bühler wieder losgebunden, man wolle ihm noch eine Chance geben, aber wenn er bis morgen nicht rede, machten sie ernst. Und selbst als sie ihm eine brennende Zigarette an die Wange hielten und sagten, «wir brennen ihnen die Augen aus», bestritt Bühler Spionage und auch jegliches Wissen über knackbare Chiffriergeräte.

    Bühlers Entlassung löste viele Zungen

    Die Entlassung Bühlers und die Forderung, er müsse die Kaution zurückerstatten, brachten der Crypto AG wenig Sympathie ein. Im Gegenteil dieses schuftige Verhalten löste viele Zungen. Mehrere ehemalige Crypto-Mitarbeiter unterstützten Hans Bühler und gaben ihr Geheimwissen preis. P. F., in den 70er-Jahren Vizedirektor und Chef der Entwicklungsabteilung bei der Crypto AG, stellte alle anderen Quellen in den Schatten. Er hatte Unerhörtes zu berichten: «Amerikanische und deutsche Nachrichtendienste haben Crypto-Geräte manipuliert, damit sie für diese Dienste abhörbar wurden.» Für P. F. schien ausser Zweifel: «Diese Manipulationen waren der wahre Grund für Bühlers Verhaftung im Iran.»

    In einem fast zweistündigen Hintergrundgespräch, das wir im Rahmen der «Rundschau»-Reportage zum Fall Bühler aufzeichneten, schilderte P.F. in allen Einzelheiten diese Manipulationen. Einen TV-Auftritt lehnte er jedoch strikt ab: «Ich bin doch nicht lebensmüde.» Schliesslich durften wir nur ein paar wenige Sätze eines Mr. X. zitieren. Inzwischen sind 21 Jahre verstrichen und die Crypto AG hat längst erfahren, wer sich hinter Mr. X. verbarg.

    «Es kamen Leute aus Bad Godesberg, Deutschland, und brachten die so genannten Chiffrierkonzepte nach denen die Verschlüsselung in den Geräten abläuft. Früher waren es Leute aus Amerika von der Government Electronic Division in Arizona, damals das amerikanische Geheimdienst-Pendant zu Bad-Godesberg», führte P.F. aus.

    P.F. war persönlich mehrmals in Arizona, um die Zusammenarbeit von NSA und Crypto sicherzustellen. Später dann in Deutschland, wo er unter anderem den «Chef-Elektroniker» des Bundesnachrichtendienstes traf. Laut P.F. führten die Chiffrierkonzepte der US-amerikanischen und deutschen Dienste dazu, dass die Crypto-Geräte knackbar wurden. «Sehr vereinfacht formuliert kann man sagen, die Chiffrier-Geräte sendeten praktisch den Schlüssel mit. Sie lieferten Hilfsinformationen, die das Berechnen des Schlüssels erlaubten», so P. F. weiter.

    Schweizer Neutralität als Verkaufsargument

    Die Crypto AG gehörte weltweit zu den renommiertesten Firmen, die Chiffriergeräte herstellten. Zu Bühlers Zeiten beschäftigte sie 250 Mitarbeiter, in den besten Jahren waren es über 400, und sie belieferte rund 120 Länder, darunter Länder wie Iran, Irak und Ägypten. Eines der wichtigsten Verkaufsargumente war immer schon: die Schweizer Neutralität.

    Die Schweizer Neutralität war der entscheidende Grund, warum sich die NSA und deutsche Dienste für die Crypto AG interessierten. Die so genannten blockfreien Länder trauten beim Einkauf von Chiffriergeräten weder den USA und den Nato-Ländern, noch dem kommunistischen Block unter Führung der UdSSR oder Chinas. Gegenüber der Crypto AG aus der harmlosen und neutralen Schweiz dagegen hatten sie keinerlei Bedenken. Und in der Tat, es waren von Beginn an vor allem diese blockfreien Länder, die ihre Ministerien, Armeen und Geheimdienste mit Crypto-Geräten bestückten. Bereits im Treffen von 1955 werden mehrere diese Länder ausdrücklich genannt.

    Boris Hagelin junior wollte aufräumen

    Es war Boris Hagelin junior, der Sohn des Firmengründers, der P. F. als erster auf die «löchrigen» Chiffrierkonzepte hingewiesen hatte: «Zuerst habe ich gedacht, ‹dä spinnt ä chli›, das kann nicht sein, das wäre ja eine ungeheure Gangsterei.»

    Hagelin junior habe P.F. gesagt, wenn er einmal die Firmenleitung übernehme, werde er keine manipulierten Geräte verkaufen. Dazu kam es nicht. Noch bevor er die Firmenleitung übernehmen konnte, starb er im Jahre 1970 – nach einem schweren Autounfall in New York. Die genauen Umstände dieses Unfalls wurden nie abgeklärt. Trotzdem behauptete P. F.: «Das war kein Unfall, das war ein Attentat.»

    Die Hinweise von Hagelin junior hatten P.F., damals bereits Chef der Entwicklungsabteilung, keine Ruhe gelassen: «Ich sagte mir, wenn das wirklich so wäre, müsste ich aussteigen.»

    Mit Wissen von Bundesrat und Bundesanwaltschaft

    1977 hatte P.F. tatsächlich die Crypto AG verlassen. «Die Manipulationen waren für mich eine absolute Tatsache. Bevor ich wegging, habe ich mir Belege erzeugt, zum Teil in Form von Dokumenten. Diese Beweise liegen seither in einem Safe.»

    P. F. liess es nicht bei der Kündigung bleiben. Als erstes informierte er einen befreundeten Offizier der Schweizer Armee: Korpskommandant Kurt Bolliger, damals Chef der Flieger- und Flugabwehrtruppe. Der fiel aus allen Wolken, tat zumindest so, und schaltete sofort die Bundesanwaltschaft ein.

    P. F.: «Ein Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft kam zu mir, ziemlich aufgeregt und sehr interessiert. Es gab viele Treffen. Aber plötzlich wurde die Übung abgebrochen. Eines guten Tages erklärt mir der Herr der Bundesanwaltschaft: ‹Mein Chef hat mich zurückgepfiffen; er will nicht, dass man da weiterbohrt›.»

    P. F. fragte nach: Warum? Die Antwort war eisernes Schweigen. P. F.: «Ich kann mir gut vorstellen, dass da entsprechende Leute aus den USA interveniert sind und gesagt haben, Hände weg.»

    Und auch der alte Dienstkamerad Kurt Bolliger bekam plötzlich kalte Füsse und wollte nichts mehr von der Crypto AG wissen. Die Bundesanwaltschaft hat seither mehrmals bescheinigt, dass bei der Crypto AG alles rechtens war.

    Für das Verhalten von Bundesanwaltschaft und Armeespitze gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Der Bundesrat hat der NSA und den deutschen Diensten grünes Licht gegeben, entweder durch eine Vereinbarung mit der Nato oder eine Absprache mit den USA und der Bundesrepublik.

    «Bei denen zählt ein Menschenleben wenig»

    Keine zehn Pferde konnten P.F. dazu bewegen, für die «Rundschau»-Reportage vor die Kamera zu stehen oder seinen Safe zu öffnen. Das Gespräch endete mit einem erschütternden Dialog:

    Warum wollen sie nicht vor die Kamera stehen?

    «Das schafft nur Probleme. Meine Existenz ist zu wenig abgesichert.»

    Haben Sie Angst?

    «Ja. Es wäre lebensgefährlich. Nicht nur für die Bundesanwaltschaft wäre eine Publikation höchst unangenehm. Es gibt auch eine ganze Reihe von ähnlichen Organisationen im Ausland, die überhaupt nicht möchten, dass hier Klarheit geschaffen wird. Glauben sie mir, bei denen zählt ein Menschenleben wenig.»

    Auf P. F. wurden, wie er versicherte, zwei Mordanschläge verübt. Bei einem gab es mehrere Tote, P.F. kam mit dem Schrecken davon – und verliess die Crypto AG.

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    Streng geheim

    «Krypto» ist griechisch und heisst «verbergen», «geheim halten». Bei der Crypto AG nimmt man den Namen wörtlich, sehr wörtlich sogar. Laut Angaben ehemaliger Kaderleute beschäftigte die Crypto AG in den besten Jahren über 400 Mitarbeiter, und sie belieferte rund 120 Länder.

    Und heute? Wir riefen am Hauptsitz in Steinhausen an und verlangten den Pressedienst. Eine freundliche Dame nahm den Anruf entgegen und wurde schon bei der ersten Frage stutzig: «Wie bitte? Den was?» Wir hatten den Pressedienst verlangt. Nach zwei, drei weiteren Anrufen hatten wir endlich jemand am Apparat, der, wie wir meinten, autorisiert war zu reden. Wir stellten unsere Fragen: Wie viele Mitarbeiter? Wie viele Abnehmerländer? Wer sind die Aktionäre? Es gab immer nur eine Antwort: Dazu machen wir keine Angaben, keine Auskunft, auch darüber nicht…

    Aber es gibt sie doch – die Crypto AG. Auf einer Karriere Plattform im Internet fanden wir den Erfahrungsbericht eines Mitarbeiters, kurz und typisch Crypto AG: «Streng geheim – aber schön.»

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    Die Crypto AG baut Chiffrier-Maschinen

    Die Crypto AG entwickelt Chiffrier-Verfahren und stellt Chiffrier-Maschinen her. «Chiffre» heisst «Zeichen» oder «Geheimzeichen», und «chiffrieren» bedeutet «in Geheimschrift abfassen». Die Crypto-Maschinen verwandeln Klartext oder Klartöne in Geheimbotschaften und verhindern so, dass unerwünschte Dritte Telefongespräche mithören, dass E-Mails oder ganz allgemein Informationsaustausch via Internet (früher auch via Telex oder Telefax) von Unbefugten abgeschöpft werden können. Nicht nur Militärs, Geheimdienste, Polizei oder Regierungen benutzen Chiffrier- oder Verschlüsselungsgeräte, sondern auch Banken und sehr viele Wirtschaftsunternehmen, immer mehr auch Private.

    Verschlüsselungsverfahren gibt es seit Jahrtausenden, die ersten bestanden ganz simpel darin, dass man Buchstaben durch Zahlen oder Zeichen ersetzte. Schon der römische Feldheer Julius Cäsar (100–44 Jahre vor Christus) entwickelte eine Verschlüsselungsmethode, um Geheimbotschaften an seine Truppen zu übermitteln. Das Cäsar-Verfahren eignet sich bestens, um zu zeigen, wie Verschlüsselung funktioniert. Jeder Buchstabe des Klartextes wird in der Geheimbotschaft durch einen anderen Buchstaben ersetzt, und zwar durch einen Buchstaben x Stellen weiter hinten im Alphabet. Um die Geheimbotschaft zu entschlüsseln muss man wissen, um wie viele Stellen. X ist also der Schlüssel. Wenn der Buchstabe a um drei Stellen verschoben und also durch d ersetzt wird, dann heisst der Schlüssel drei.

    Das Prinzip der Verschlüsselung oder Chiffrierung hat sich bis heute nicht grundsätzlich verändert. Ein Klartext wird durch bestimmte Rechenverfahren (Algorithmen) mit einem Chiffrierschlüssel, auch «Code» genannt, versehen und so für Dritte unentzifferbar gemacht. Allerdings, seit Beginn des Computer-Zeitalters hat sich die Komplexität der Verschlüsselungstechnik (Kryptologie) ins Grenzenlose gesteigert.

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    Fussnoten:

    (1) James Bamford, The Puzzle Palace: A Report on NSA, America’s Most Secret Agency, Boston, 1982.

    (2 ) «Gefangen im Iran – Der Fall Hans Bühler», Schweizer Fernsehen, Die Rundschau vom 23. März 1994. Res Strehle, «Verschlüsselt». Der Fall Hans Bühler. Werd-Verlag. Zürich 1994.

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    #espionnage #Suisse #Iran #USA

  • Dans la peau des ouvriers invisibles d’internet
    https://lesjours.fr/obsessions/amazon-turkers-travail/ep1-amazon-mechanical-turk

    La consigne était simple : il s’agissait de marquer d’une couleur tous les objets en mouvement dans une courte vidéo de rue venue des États-Unis. Dans la pratique, ce fut une heure très pénible et absolument pas intéressante, passée à dénicher la moindre voiture, le plus petit bout de camion et jusqu’à cette vieille dame qui surgit sous un arbre dans le coin droit à la toute fin de la séquence. Mais j’ai réussi. Péniblement. Puis je suis passé à la séquence suivante et comme ça pendant des heures. À la fin, (...)

    #Amazon #algorithme #robotique #technologisme #conditions #travail #travailleurs (...)

    ##AmazonMechanicalTurk

  • En Israël, les Palestiniens du Triangle redoutent le plan de transfert « illégal et humiliant » de Trump
    Par Clothilde Mraffko – TRIANGLE, Israël
    Date de publication : Vendredi 14 février 2020 | Middle East Eye édition française
    https://www.middleeasteye.net/fr/reportages/en-israel-les-palestiniens-du-triangle-redoutent-le-plan-de-transfert

    Le projet américain envisage de céder le Triangle, région d’Israël majoritairement peuplée de Palestiniens, aux autorités en Cisjordanie. Un transfert dénoncé par les habitants, qui se disent Palestiniens mais veulent conserver leur citoyenneté israélienne

    #transfert

  • Passerelle Eco et l’écologie politique
    https://www.passerelleco.info/article.php?id_article=751

    Cet interview parle du rapport entre démarche écovillageoise et permaculturelle de Passerelle Eco... et l’écologie politique. Il date de 2008 et semble avoir été fait pour la revue Silence, mais je n’ai pas souvenir qu’il ait été publié. Ce texte est bien différent de l’approche pratique et de la recherche d’utilité concrète qui anime les pages de la revue Passerelle Eco, mais il témoigne un peu de l’esprit qui anime cette démarche. 2008, c’était donc il y a plus de 10 ans. En diffusant cet article (...)

  • AI bias creep is a problem that’s hard to fix | Biometric Update
    https://www.biometricupdate.com/202002/__trashed-6

    On the heels of a National Institute of Standards and Technology (NIST) study on demographic differentials of biometric facial recognition accuracy, Karen Hao, an artificial intelligence authority and reporter for MIT Technology Review, recently explained that “bias can creep in at many stages of the [AI] deep-learning process” because “the standard practices in computer science aren’t designed to detect it.”

    “Fixing discrimination in algorithmic systems is not something that can be solved easily,” explained Andrew Selbst, a post-doctoral candidate at the Data & Society Research Institute, and lead author of the recent paper, Fairness and Abstraction in Sociotechnical Systems.

    “A key goal of the fair-ML community is to develop machine-learning based systems that, once introduced into a social context, can achieve social and legal outcomes such as fairness, justice, and due process,” the paper’s authors, which include Danah Boyd, Sorelle A. Friedler, Suresh Venkatasubramanian, and Janet Vertesi, noted, adding that “(b)edrock concepts in computer science – such as abstraction and modular design – are used to define notions of fairness and discrimination, to produce fairness-aware learning algorithms, and to intervene at different stages of a decision-making pipeline to produce ‘fair’ outcomes.”

    Consequently, just recently a broad coalition of more than 100 civil rights, digital justice, and community-based organizations issued a joint statement of civil rights concerns in which they highlighted concerns with the adoption of algorithmic-based decision making tools.

    Explaining why “AI bias is hard to fix,” Hoa cited as an example, “unknown unknowns. The introduction of bias isn’t always obvious during a model’s construction because you may not realize the downstream impacts of your data and choices until much later. Once you do, it’s hard to retroactively identify where that bias came from and then figure out how to get rid of it.”

    Hoa also blames “lack of social context,” meaning “the way in which computer scientists are taught to frame problems often isn’t compatible with the best way to think about social problems.”

    Then there are the definitions of fairness where it’s not at all “clear what the absence of bias should look like,” Hoa argued, noting, “this isn’t true just in computer science – this question has a long history of debate in philosophy, social science, and law. What’s different about computer science is that the concept of fairness has to be defined in mathematical terms, like balancing the false positive and false negative rates of a prediction system. But as researchers have discovered, there are many different mathematical definitions of fairness that are also mutually exclusive.”

    “A very important aspect of ethical behavior is to avoid (intended, perceived, or accidental) bias,” which they said “occurs when the data distribution is not representative enough of the natural phenomenon one wants to model and reason about. The possibly biased behavior of a service is hard to detect and handle if the AI service is merely being used and not developed from scratch since the training data set is not available.”

    #Machine_learning #Intelligence_artificielle #Société #Sciences_sociales

  • Au Pays basque, les paysans ont créé leur chambre d’agriculture alternative
    https://m.reporterre.net/Au-Pays-basque-les-paysans-ont-cree-leur-chambre-d-agriculture-alterna

    Euskal Herriko Laborantza Ganbara (EHLG – chambre d’agriculture basque - en euskara, la langue basque) est une association pour aider les paysans créée en 2005. Endossant le même rôle qu’une chambre d’agriculture départementale sans pour autant être reconnue comme un office public, elle encourage une politique agricole différente de celle des chambres officielles.

    #agriculture #chambre_d'agriculture #syndicat_agricole #agriculture_paysanne #Pays_basque coucou @koldobika

  • Après le blocage de BlackRock : nous sommes fiers de cette jeunesse !
    https://www.bastamag.net/tribune-soutien-blocage-siege-blackrock-nous-sommes-fiers-de-cette-jeuness

    Près de 250 personnalités, universitaires, scientifiques, écrivains, cinéastes, artistes et politiques signent une tribune de soutien suite au blocage par des manifestantes et manifestants du siège de Black Rock le 10 février. En juillet 2019, Emmanuel Macron exhortait les manifestant-e-s pour le #Climat à « rendre la vie impossible aux dirigeants ». Lundi 10 février, il a été pris au mot : des centaines de manifestant-e-s Youth for Climate et d’autres collectifs ont envahi le siège de la (...) #Débattre

    / Climat, #Altermondialisme, #Le_défi_du_réchauffement_climatique

  • Étude d’impact de la réforme des #retraites | Blog IPP
    https://blog.ipp.eu/2020/02/04/etude-impact-reforme-des-retraites-le-compte-n-y-est-pas

    Le premier défaut du système actuel qui est présenté dans l’état des lieux est sa dépendance à la croissance (p. 30), celle-ci est illustrée par le graphique 11 du COR (p. 31) qui montre une part des retraites dans le PIB en 2050 variant entre 12,5 et 14 % selon l’hypothèse de croissance retenue. Il est donc légitime de se demander si ce défaut du système actuel est corrigé par la réforme. L’étude d’impact n’apporte aucune réponse à cette question. L’ensemble des simulations est en effet effectué sous l’hypothèse que la croissance du PIB sera de 1,3 % par an. Aucune variation n’est présentée, alors que les projections du COR intègrent systématiquement un éventail de taux de croissance possibles.

    L’effet budgétaire présenté dans le tableau 39 montre une évolution de la part des retraites dans le PIB de 13,8 % actuellement à 12,9 % en 2050, soit une baisse de près d’un point de PIB ! Cette baisse n’est en rien due au changement de système, mais elle constitue une information importante de cette étude d’impact. En effet, le système en points est conçu de telle manière que la part des dépenses de retraites dans le PIB puisse être stabilisée (Voir la note IPP n°43 – juin 2019). Ainsi, appliquée à la génération 1963, comme initialement prévu, la réforme serait intervenue dès 2030 et aurait probablement stabilisé les dépenses de retraite autour de 13,8 % du PIB. Mais comme la réforme ne doit désormais s’appliquer qu’à partir de la génération 1975, la stabilisation que le système à points garantit interviendra, mais décalée dans le futur. Entre-temps, à l’occasion de ce décalage, les dépenses de retraite diminuent, comme elles l’auraient fait en absence de réforme.

  • Énigme artistique

    Une de mes contacts prof a vu ce tableau dans une photo représentant l’intérieur de l’appartement du chanteur compositeur allemand Wolf Biermann, et elle cherche le nom de l’artiste ... Je lance cette bouteille dans la mer de votre (éventuel) savoir ...

    Si les fins limiers de Seenthis ont un peu de temps et un peu d’envie :) De mon côté je cherche aussi mais sans succès pour l’instant.

    #tableau #art #mystère #allemagne #Wolf_Biermann

  • Utilité du Sisyphe des startups
    https://www.dedefensa.org/article/utilite-du-sisyphe-desstartups

    Utilité du Sisyphe des startups

    18 février 2020 – Impossible de m’y faire, même si parfois j’observe chez lui des tendances plus sympathiques, des idées qui mériteraient d’être développées. Macron est comme un Sisyphe (*) postmoderne équipé de son mythe dernier modèle mais dont la technologie sera dépassée dans les six mois ; c’est-à-dire un Sisyphe très court, qui s’en tient aux startups, qui ne parvient pas à pousser l’énorme pierre jusqu’au sommet (avant qu’un dieu ne la fasse retomber à son point de départ), ou plutôt qui n’y songe pas, qui l’abandonne avant, par maladresse de la perception suivant une illusion de la communication, parce qu’il se croit au sommet et qu’il se dit déjà qu’il est tout de même un type formidable.

    L’énorme roche est à un quart, ou mieux à un tiers de la pente des sondages des (...)

  • Tourcoing : La saison 2 du Pop Factory démarre ce jeudi au Grand mix
    https://www.lavoixdunord.fr/711496/article/2020-02-17/tourcoing-la-saison-2-du-pop-factory-demarre-ce-jeudi-au-grand-mix

    Tourcoing : La saison 2 du Pop Factory démarre ce jeudi au Grand mix
    C’est parti pour la deuxième saison du festival Pop Factory ! L’événement musical, organisé par le Grand Mix et la société de production A gauche de la Lune, se déroulera ce jeudi et vendredi, à partir de 19 heures.

    Pour les amoureux de la Pop française, c’est l’événement à ne surtout pas manquer dans la métropole. Ce jeudi et vendredi, le Grand mix de Tourcoing organise la saison 2 du festival Pop Factory. « La particularité cette année, c’est que nous accueillons les artistes dans les deux salles : la grande et le club », soutient Vincent Nocrekul, directeur de la communication du Grand Mix. Deux salles qui, en somme, peuvent accueillir respectivement 650 et 400 personnes. Attention toutefois, les Pass 2 jours sont déjà épuisés,...

  • Sahel : Partir ou périr ? Par Guillaume Berlat
    https://www.les-crises.fr/sahel-partir-ou-perir-par-guillaume-berlat

    Source : Proche & Moyen-Orient, Guillaume Berlat, 23-12-2019 « Le réel, c’est quand on se cogne », nous rappelle fort justement Jacques Lacan. Et, c’est bien ce qui advient à nos dirigeants successifs – François Hollande, puis Emmanuel Macron – confrontés à ce qui tourne désormais au casse-tête africain. Les cercueils de militaires français tués au combat au Mali se succèdent à un rythme soutenu dans la Cour des Invalides pour un dernier hommage de la Nation. Les derniers étaient au nombre de treize. Que de morts pour rien !1 Pathétique… Quelques jours plus tard, ce sont plus de soixante-dix militaires nigériens qui sont abattus à In-Ates, attaque la plus meurtrière de l’Histoire du Niger revendiquée par l’EI. Trois jours de deuil national sont décrétés dans le pays. Les présidents Kaboré, Issoufou, (...)

  • Montreuil, 31/3/20 : 4e salon du livre d’histoire sociale
    http://www.davduf.net/montreuil-31-3-20-4e-salon-du-livre-d-histoire

    Lire, penser, lutter Mardi 31 mars 2020 Siège de la CGT, Patio Georges Séguy 263 rue de Paris à Montreuil Entrée libre L’Institut CGT d’histoire sociale est une association créée en 1982 avec le soutien de la Confédération générale du travail.
Il mobilise ses atouts et ses compétences pour donner à connaître aux salariés l’histoire sociale et singulièrement la longue expérience de la CGT. En premier lieu l’Institut se consacre à la sauvegarde, au classement et à la valorisation des archives de la (...) #Agenda

  • Relations entre les États-Unis et Haïti — Wikipédia
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Relations_entre_les_%C3%89tats-Unis_et_Ha%C3%AFti

    En 2010, Bill Clinton a présenté ses excuses pour avoir demandé à Haïti d’abandonner les droits de douane sur l’importation de riz subventionné en provenance des États-Unis, ce qui avait un effet négatif sur les riziculteurs haïtiens du Nord. [7]

    [...]

    En 2011, WikiLeaks a révélé des informations montrant que l’administration Obama s’est battue pour maintenir les salaires haïtiens à 31 cents l’heure lorsque le gouvernement haïtien a adopté une loi portant le salaire minimum à 61 cents l’heure..

    [..,]

    Le 11 janvier 2018, le journal The Washington Post a rapporté que Donald Trump, dans le cadre d’une discussion sur la protection des immigrés en provenance d’Haïti, d’El Salvador et de pays africains, aurait déclaré : "Pourquoi avons-nous tous ces gens venus de pays de #merde ?

    #etats-unis

  • How to Change Theme on Ubuntu 18.04 LTS & Above
    https://www.omgubuntu.co.uk/2020/02/change-theme-in-ubuntu

    Learn how to change theme in Ubuntu quickly and easily, without terminal commands or odd apps. In fact, you already have everything you need to do it. This post, How to Change Theme on Ubuntu 18.04 LTS & Above, was written by Joey Sneddon and first appeared on OMG! Ubuntu!.

  • Message à MK2 suite à la programmation du film « Un Divan à Tunis » à la cinémathèque de Jérusalem
    BDS France & TACBI, le 15 février 2020
    http://tacbi.org/node/154

    En cas de diffusion du film « Un Divan à Tunis » à la cinémathèque de Jérusalem avant même sa sortie en Tunisie, il faut donc que vous vous attendiez à un boycott citoyen en Tunisie et aussi en France de la part de la communauté tunisienne. Vous devriez aussi vous attendre à des actions en justice pour bloquer la diffusion du film en Tunisie en raison de sa présentation dans un organisme financé et reconnu par le gouvernement israélien. Un appel au boycott citoyen de ce film sera aussi lancé en France dans le cadre du mouvement Boycott, désinvestissement et sanctions (BDS) pour les droits du peuple palestinien, en réponse à l’appel de la plus grande coalition de la société civile palestinienne.

    #Palestine #Cinéma #Tunisie #BDS #Boycott_culturel

  • Cartographie numérique : Une animation cartographique pour reconstituer les dynamiques de peuplement aux Etats-Unis sur la période 1790-2010
    https://cartonumerique.blogspot.com/2019/02/carte-animee-densites-usa.html
    https://www.youtube.com/watch?v=KYMtuo3MQ_Q

    - L’animation permet de mettre en évidence la lente conquête de l’Ouest au cours du XIXe siècle, à partir du foyer d’origine des 13 colonies anglaises au nord-est des Etats-Unis (voir la carte des densités en 1775 ou encore la carte de 1765 localisant les nations indiennes). Cette carte animée vient illustrer le mythe d’une nation conquise par de valeureux pionniers, d’une terre promise arrachée aux sauvages ("Go west, young man" même si on sait aujourd’hui que l’expression est un mythe). Il faut tout de même attendre 1850 (début de la « ruée vers l’or ») pour que le mouvement s’accélère véritablement. La « ruée vers l’Oklahoma », avant d’être le titre d’un album de Lucky Luke, est une course aux lopins de terres attribués aux colons avides de nouvelles contrées (cf le Land run de l’Oklahoma bien observable sur la carte à partir de 1889).

    – Au début du XXe, la Californie et la Floride ont encore de faibles densités (contrairement à la Louisiane peuplée depuis plus longtemps), mais elles deviennent plus attractives par la suite. Le Vieux Sud suit un schéma différent avec un peuplement plus précoce (plantations de canne à sucre), mais tout de même décalé par rapport aux comtés plus urbanisés des états du nord. A partir des années 1970-80, la densification s’opère surtout autour des grands centres urbains. Malgré tout, l’intérieur des Etats-Unis reste relativement moins peuplé. Certains comtés ruraux perdent même de la population dans la période récente, ainsi que certains comtés urbains de la Rust Belt.

    – Les données sont issues des recensements officiels qui, jusqu’en 1900, ne prenaient en compte que les citoyens, à l’exclusion des populations autochtones (amerindiens) et des esclaves noirs (inclus dans la clause des trois cinquièmes demandée par les états du Sud). Cela ne veut donc pas dire que le centre et l’ouest des Etats-Unis étaient vides de populations. Leur densité étant probablement assez faible (on estime qu’il y avait environ 600 000 Amerindiens sur le territoire actuel des États-Unis en 1800), elle peut éventuellement être comprise dans la catégorie 0-2 hab / km2 indiquée en légende.

    – La carte traduirait-elle un certain ethnocentrisme ? D’aucuns y voient une « animation politiquement correcte qui rassure les Américains mais qui occulte complètement les Amérindiens ». Le titre n’est pas tout-à-fait juste. Plus que les densités de population, la carte représente l’implantation et l’essor de la population d’origine européenne au sein d’un continent déjà peuplé d’autochtones.

    – Le seuillage de la légende mérite d’être discuté (mode de discrétisation par égal effectif ?). Le seuil maximum de 90 habitants par km2 est assez bas (à rapporter à des densités moins fortes dans le Nouveau Monde qu’en Europe). Il ne rend pas compte de l’urbanisation, mais plutôt de la colonisation progressive du territoire américain. Malgré tout, une analyse détaillée de la carte permet de voir le développement chaotique avec des « hauts » et des « bas » dans certains comtés liés aux cycles de conjoncture économique (arrivée du chemin de fer, fin de la ruée vers l’or, effets de la crise de 1929...)