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  • Pflicht für INSIKA-Fiskaltaxameter: Zu weit aus dem Fenster gelehnt
    https://www.taxi-times.com/pflicht-fuer-insika-fiskaltaxameter-zu-weit-aus-dem-fenster-gelehnt

    16. September 2016 von Jürgen Hartmann - Endlich – könnte man meinen. Endlich äußert sich mal eine Genehmigungsbehörde klipp und klar zur Frage, ob und welche Fiskaltaxameter ab 1.1. 2017 von Taxiunternehmern eingesetzt werden müssen. Die für Berliner Genehmigungen zuständige LABO hat in einer öffentlich gewordenen E-Mail erklärt, dass „die Einführung der Fiskaltaxameter […] für Taxiunternehmer in Berlin ab dem 1. Januar 2017 verpflichtend“ ist. Prima. Jetzt wissen in einem in dieser Frage völlig verunsicherten Deutschland wenigstens die Berliner Taxiunternehmer, woran sie sind. Und das sogar sehr genau, denn das LABO führt weiterhin aus: „Um mit der Datenaufzeichnung beginnen zu können, ist es von ausschlaggebender Bedeutung, dass die Sicherheitseinheit (enthält sowohl die TIM – INSIKA Smartcard – als auch eine SIM-Card) in der Taxe verbaut ist und mit dem Taxameter verbunden ist“ (mehr dazu hier)

    Das Problem an dieser Interpretation ist: Sie bewegt sich im rechtsfreien Raum. Keine Genehmigungsbehörde darf in Deutschland den Einsatz eines Taxameters mit INSIKA-Auslese-Verfahren vorschreiben. Dazu fehlt eine gesetzliche Grundlage. Das LABO bezieht sich in seiner Rechtfertigung auf die Pflicht, „Unterlagen im Sinne des § 147, Abs. 1 Abgabeverordnung (AO), die mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt worden sind, […] jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar aufzubewahren (§ 147, Abs. 2 Nr. 2 AO). Dabei ist zu beachten, dass diese Daten grundsätzlich unveränderbar und maschinell auswertbar auf einem externen Datenträger gespeichert werden müssen.“

    Diese Pflicht gibt es schon seit 2002, nur waren im Taxibereich damals die Taxameter technisch noch nicht in der Lage, die Daten so zu speichern und auslesbar zu machen, wie es die AO forderte. Inzwischen ist das aber möglich, denn eine 2006 erlassene europäische Messgeräteverordnung schreibt vor, dass spätestens ab 31.10.2016 nur noch Taxameter in Verkehr gebracht werden dürfen, die über eine Schnittstelle zur Datenauslese verfügen.
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    Im Hinblick darauf hat das Bundesfinanzministerium in einem internen und keineswegs rechtverbindlichen Schreiben an seine Prüfstellen definiert, dass Taxiunternehmer spätestens zum 1.1.2017 eine lückenlose und unverfälschte Einzelaufzeichnung vorlegen müssen. Welche Verfahren dafür allerdings angewendet werden, wird nicht definiert. Das INSIKA-Verfahren ist eine von vielen Möglichkeiten.

    Wenn das LABO nun vorschreibt, dass Berliner Taxiunternehmer diese Lösung einbauen müssen, lehnt es sich damit sehr weit aus dem Fenster. Zu weit, denn diese Verpflichtung dürfte der Behörde mangels Rechtsgrundlage von jedem Anwalt zerpflückt werden. Wobei der erste Kläger vielleicht gar nicht aus den Reihen der Taxiunternehmer kommen muss: Ein Anbieter eines Kassensystems, bei dem ebenfalls eine unveränderbare Datenauslese aus dem Taxameter möglich ist, bei dem aber nicht das INSIKA-Verfahren angewendet wird, hat bereits Schadenersatzforderungen angedroht: „Da wir ein Technologie offenes System anbieten und kein INSIKA Verschlüsselungsverfahren verwenden, können wir unser […] Produkt in Berlin nicht mehr anbieten. Da das LABO Schreiben vom 15.Sept.2016 bezüglich der INSIKA Aufrüstungsverpflichtung keine Rechtsgrundlage hat und geltendes Recht unberücksichtigt lässt, macht sich das LABO Schadenersatzpflichtig gegenüber uns und anderen Anbietern von Kassensystemen mit Taxameteranbindung.“

    #Taxi #Fiskaltaxameter #Wirtschaft #Politik

  • Umsatzunterdrückung und Corona-Hilfen – das passt nicht
    https://www.taxi-times.com/umsatzunterdrueckung-und-corona-hilfen-das-passt-nicht

    Und wieder ist nur die Rede von Umsätzen. Dass Voraussetzung für gesellschaftliche Unterstützung auch die Zahlung gesetzeskonformer und armutsfester Löhne sein sollte, davon ist natürlich nicht die Rede. Das Taxigewerbe arbeitet seit vielen Jahren ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Lage und Gesundheit seiner Angestellten. Die kommen in den aktuellen Forderungen der Unternehmerverbände nur als Vorwand für Forderungen nach öffentlicher Subventionierung der Betriebe vor. In der Realität wird unterhalb des Mindestlohnniveaus gezahlt.

    5.10.2020 von Jürgen Hartmann - Fundierte und ehrliche Umsatzdaten helfen den Gewerbeverantwortlichen, Corona-Hilfen für das angeschlagene Taxigewerbe auszuhandeln. Studien über unplausible Taxiumsätze und Vorwürfe der Tachomanipulation erweisen der Branche hingegen einen Bärendienst.

    Das wurde beim Treffen der Taxierfagruppe am vergangenen Wochenende klar angesprochen. Deren Mitglieder dokumentieren ihre Taxiumsätze nicht nur ohne Tricksereien (was ja sowieso selbstverständlich ist), sondern machen diese auch noch unter www.taxileaks.de transparent. Solche Daten helfen auch der Verbandspolitik bei deren Gesprächen mit der Politik, machte Michael Müller deutlich. Der Präsident des Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. hatte gemeinsam mit dem Geschäftsführer Michael Oppermann an der Runde teilgenommen.

    Müller betonte gegenüber den Taxiunternehmern, dass man bei der Bittstellung für branchenspezifische Corona-Hilfen oftmals nicht über ein zuverlässiges Zahlenmaterial verfüge, um die Höhe des Umsatzeinbruchs und den damit verbundenen Unterstützungsbedarf auch statistisch belegen zu können. Die Gruppe erklärte sich gerne bereit, die dafür nötigen Zahlen der Bundesgeschäftsstelle zur Verfügung zu stellen.

    Deutlich angesprochen wurde auch die fatale Wirkung der erst kürzlich bekanntgewordenen Frankfurter Untersuchung (60 Prozent der Taxibetriebe unterdrücken Umsätze) bzw. der Durchsuchungen bei Stuttgarter Taxibetrieben, bei denen der Einsatz von Tachoblockern festgestellt wurde. Man habe einen schweren Stand bei Politikern, wenn man dort nach Corona-Hilfen anfragt und als Antwort den Hinweis auf solche Steuerhinterziehungen bekommt.

    Die Mitglieder der Erfa-Gruppe wiederholten deshalb ihre Forderung nach einem flächendeckend vorgeschriebenen Einsatz eines Fiskaltaxameters, wobei dies zwingend mit Sitzkontakten und gegebenenfalls mit Zwangseinschaltung kombiniert werden müsse. Eine solche unmanipulierbare Umsatzaufzeichnung sollte darüber hinaus auch für Wegstreckenzähler verpflichtend werden, damit keine Flucht in den Mietwagenbereich stattfinde.

    #Deutschland #Taxi #Betrug #Steuerhinterziehung #Umsatzverkürzung

  • Taxierfagruppe: Das Treffen der Ehrlichen
    https://www.taxi-times.com/taxierfagruppe-das-treffen-der-ehrlichen

    Da konstituiert sich eine Gruppe der „Ehrlichen“. Sehr schön, könnte mn denken, aber sehr weit her ist es Offenheit und Ehrlichkeit dann doch nicht. Die miesen Umsätze wollen sie gerne veröffentlichen, diese „ehrlichen“ Vertreter des ÖPNV. Über die gezahlten Löhne und die dafür von ihren Fahreinnen und Fahrern als Arbeitszeit aufgewendete Lebenszeit schweigen sich auch diese Unternehmen aus. Kein Wunder, denn den Spagat zwischen Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns und Aufrechterhaltung des Betriebs ohne Verluste bekommt zur Zeit kein Unternehmen hin.

    Wirkliche Erhlichkeit beginnt dort, wo Tarife, Löhne, und die anderen betriebswirtschaftlichen Aufzeichnungen vollständig offen liegen. Davon ist auch die „Taxierfagruppe“ weit entfernt.

    5.10.2020 von Jürgen Hartmann - Trotz Corona und unter Einhaltung der nötigen Schutzmaßnahmen trafen sich am vergangenen Wochenende die Mitglieder der ERFA-Gruppe zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Das Themenspektrum war vielfältig und kehrte doch immer auf einen gemeinsamen Nenner zurück: Ehrlich währt am längsten.

    Die „taxierfagruppe“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss mittelständischer Mehrwagen-Taxiunternehmer, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen und somit ein unabhängiges Taxi-Netzwerk bilden.

    Um diese Tradition aufrecht zu erhalten, hatte Gründungsmitglied Christian Linz allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz für den 3. Oktober nach Nürnberg eingeladen und durfte sich über überraschend viel Resonanz freuen. Nahezu alle Mitglieder waren erschienen. Somit konnten sich Taxiunternehmer aus Köln, Regensburg, München, Dresden, Dortmund, Erfurt, Oldenburg, Paderborn, Düsseldorf, Garbsen, Hannover, und Fiersbach austauschen.

    zu kamen drei Neubewerber aus Passau, Düsseldorf und Nürnberg, wobei letzterer (Sinal Ünlühan) als Co-Gastgeber auftrat. Er hatte am 1. April dieses Jahres einen Teil der Flotte von Christian Linz übernommen und zählt nun zu den drei größten Nürnberger Taxibetrieben. Die Gebrüder Goossens aus Düsseldorf bringen die Erfahrung aus einer Flotte mit 34 Taxis sowie einer eigenen Werkstatt mit, während die Zwillingsschwestern Natalie Priller und Jessica Rose aus dem niederbayerischen Passau ihren Schwerpunkt neu ausrichten wollen. Drei ihrer acht Taxis werden vornehmlich in der Rollitaxibeförderung eingesetzt.

    Christian Linz freute sich über die zahlreiche Teilnahme, entschuldigte den aus gesundheitlichen fehlenden Taxikollegen aus Hamburg und verwies auf „weiße Flecken auf der Landkarte“. Man würde gerne noch Mitglieder aus dem Raum Baden-Württemberg, aus Berlin und aus Leipzig aufnehmen.

    Als Aufnahmekriterium für Interessierte Taxiunternehmen gilt vor allen Dingen die Vorgabe, dass sämtliche Umsätze ehrlich und ohne Unterdrückung angegeben werden. Linz verwies in diesem Zusammenhang auf die von der Gruppe betriebene Website „taxileaks.de“, in der Fahrzeug-Umsätze sowie die Besetzquote diverser Erfa-Mitglieder aufgeführt sind.

    #Deutschland #Taxi #Unternehmerverband

  • Nürnberger Taxibetrieb gewährt tiefe Einblicke
    https://www.taxi-times.com/nuernberger-taxibetrieb-gewaehrt-tiefe-einblicke

    5. Oktober 2020 von redaktion 1 Comment

    Am Tag vor dem Treffen der Taxierfagruppe hatten die Gastgeber Christian Linz und Sinan Ünlühan Gelegenheit, ihren Betrieb vorzuführen.

    „Die Taxi Profis GmbH“ lautet der Name des Taxiunternehmens von Christian Linz in Nürnberg. Dabei ist der Name Programm: Profession und Perfektion bestimmen den Alltag in diesem außergewöhnlichem Betrieb. Am Freitag, den 2. Oktober 2020 lud Christian Linz, seit geraumer Zeit Vorstandsmitglied der Taxizentrale Nürnberg eG sowie einer der beiden Geschäftsführer des Landesverbands der Bayerischen Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. zwei Schwergewichte des deutschen Taxigewerbes zur Hospitation nach Nürnberg in seinen Vorzeigebetrieb ein. Der Präsident des Bundesverband Taxi Mietwagen e.V. (BVTM), Michael Müller aus Göttingen sowie der Vorstand der größten deutschen Taxigenossenschaft, der Taxi München eG, Thomas Kroker folgten gerne der Einladung in die Frankenmetropole und erlebten eine interessante Führung durch ein mustergültiges Taxiunternehmen.

    Nach einem Rundgang durch die Hallen erläuterte Christian Linz ausführlich sein Konzept der 100%ig nachvollziehbaren, manipulationssicheren Betriebsabläufe. Von der Fundsachenabhandlung bis zum Parkplatzkonzept, von der strategischen idealen Positionierung des Betriebsgebäudes zwischen Billig-Tankstelle, Mercedes-Niederlassung und McDonalds sowie günstiger U-Bahn-Anbindung, einem ausgeklügeltem Fahrzeug-Einsatz- und Dienstplan-Konzept – im Betrieb von Christian Linz ist jeder Arbeitsgang bis ins Detail durchdacht. Zahlreiche Zertifizierungen und Auszeichnungen schmücken die Büroräume, die sich Christian Linz seit einigen Monaten mit dem Kollegen Sinan Ünlühan teilt, nachdem er dem engagierten Jungunternehmer einen Teil seiner Flotte übertragen hat.

    Besonders beeindruckend ist das Konzept der Abrechnung und der Weg des Geldes und der Dokumente: An drei Buchungsterminals hat das Fahrpersonal täglich 24 Stunden lang die Möglichkeit, die Schichtabrechnungen mit einem manipulationssicheren fiskalem Verfahren selbst vorzunehmen. Auch der weitere Weg vom Einwurftresor bis zum Panzerschrank im Büro von Christian Linz Ehefrau Veronika, die für den kaufmännischen Part im Unternehmen verantwortlich zeichnet, besticht durch lückenlose Wege. Auch die regelmäßige Kontrolle der Führerscheine erfolgt mittels RFID-Chips, ist damit fälschungssicher und hält jeder Überprüfung stand.

    Die hohen Ansprüche spiegeln sich auch in der hauseigenen Taxischule wider, die Christian Linz in den vergangen 25 Jahren aufgebaut hat und nun mit Sinan Ünlühan einen idealen Nachfolger gefunden hat. Mit modernster Schulungstechnik wird der Lehrstoff im selben EDV-System unterrichtet, mit dem später auch die offizielle Prüfung abgelegt wird.

    Besonders stolz ist Christian Linz auf ein in Deutschland wohl einmaliges Merkmal: Auf einer Seite im Internet (Taxi-Leakes) stellt er seine echten Betriebsergebnisse öffentlich zur Schau. Damit demonstriert Linz, dass er ein (von ihm selbst so bezeichnetes) 3M-Prinzip anwendet: Jeder Meter, jede Minute und jede Mark (Euro) sind stets nachvollziehbar, es gibt in diesem Betrieb keinen Geschäftsvorfall, der nicht jederzeit transparent dokumentiert wird. Er berichtet, dass er aufgrund dieser Offenheit bereits mit Pistolenschüssen am Telefon konfrontiert wurde. Trotz derartiger Anfeindungen ist die „100% saubere“ Art der Betriebsführung der für Christian Linz einzig denk- und gangbare Weg, ein Taxiunternehmen zeitgemäß zu führen.

    Die Gäste Michael Müller und Thomas Kroker zeigten sich begeistert von den „Taxi-Profis“ in Nürnberg.

    https://www.taxileaks.de

    #Taxi

  • Corona : Umsatzeinbußen werden weniger
    https://www.taxi-times.com/corona-umsatzeinbussen-werden-weniger-erhoehter-aufwand-bleibt

    5. Oktober 2020 von Jürgen Hartmann 2 Comments

    Wenn sich Taxiunternehmer in harten Corona-Zeiten treffen, kommen sie natürlich nicht darum herum, dass auch Covid 19 thematisiert wird. Dank penibler Aufzeichnungen konnten die Mehrwagenunternehmer ihre Umsatzeinbußen genau beziffern.

    Beim Treffen der Taxierfagruppe am vergangenen Wochenende fiel positiv auf, dass trotz aller katastrophalen Auswirkungen keine Endzeit-Stimmung herrschte. Aufgrund ihrer genauen und unverfälschten Datenaufzeichnungen konnten die Erfa-Betriebe ihren Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit exakten prozentualen Angaben beziffern. So hatten Unternehmen im großstädtischen Bereich beispielsweise im März Einbußen von bis zu 70 Prozent. Aktuell bewegt man sich auf dem Niveau von 30 Prozent weniger Umsatz als vor Corona. Der durchschnittliche Umsatz pro Tour wich dabei nur marginal vom Wert vor Corona ab.

    Diese Zahlen konnte auch Gastgeber Christian Linz bestätigen, der seit Februar als Vorstand der Taxizentrale Nürnberg agiert und gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Reinhold Gast die Vermittlungszahlen der eigenen Zentrale präsentierte und die Maßnahmen erläuterte, die man zentralenseitig zur Abdämpfung der Auswirkungen getroffen hatte. Dazu zählt die alternierende Auftragsvermittlung ebenso wie die nahezu flächendeckende Ausrüstung aller Taxis mit einem Trennschutz, medienwirksam nach außen propagiert durch die Einführung eines eigenen bayernweiten Safe-Taxi-Labels.

    Die Tatsache, dass man auch während des Lockdowns die Mobilität sichergestellt hatte, wurde kürzlich vom Nürnberger Oberbürgermeister mit einem Dank-Schreiben gewürdigt. Linz berichtete, dass er den Oberbürgermeister in einem persönlichen Gespräch um diese Anerkennung gebeten habe.

    All dies führte dazu, dass in Nürnberg nur wenige Taxis entgegen dem allgemeinen bundesweiten Trend stillgelegt wurden. Andere Erfa-Mitglieder berichteten in diesem Zusammenhang von kommunal sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen sowohl bei der Dauer einer Erlaubnis zur Betriebsstillegung als auch bei den dafür erhobenen Gebühren. Letztendlich führten diese Stilllegungen auch dazu, dass die in Nürnberg praktizierte alternierende Vermittlung bis heute keinen Nachahmer im Bundesgebiet gefunden hat. Durch die hohe Anzahl an stillgelegten oder ruhenden Taxis sei es vielerorts ebenso zur Halbierung der Fahrzeugflotte gekommen.

    Corona sorgt im Taxigewerbe nicht nur für Umsatzeinbußen, sondern auch für einen gesteigerten Aufwand. So ist beispielsweise die gesetzlich notwendige Gefährdungsanalyse auf die Einschätzung der Gefahr durch Corona zu erweitern.

    Christian Linz stellte dazu allen Erfa-Mitgliedern eine Handlungsanweisung als Word-Dokument zur Verfügung – getreu dem Motto „quid pro quo“, dass jedes Gruppenmitglied die anderen Kollegen am eigenen Sachverstand teilhaben lässt und somit kein doppelter Aufwand betrieben werden muss.

    Die Gruppe hat dafür eine gemeinsame Dropbox eingerichtet, auf die alle Mitglieder Zugriff haben und in der sich auch zahlreiche weitre wichtige Dokumentationen befinden. In Kürze wird dort auch ein Hygienekonzept eingestellt, ausgearbeitet von einem Mitglied aus Paderborn. Kunden, die ein größeres Fahrtenvolumen zu vergeben haben, verlangen zunehmend ein Hygienekonzept, wusste Linz zu berichten – und freute sich, dass er hier auf die Hilfestellung aus der Gruppe zurückgreifen kann. Denn dies entspricht auch genau dem Sinn der Taxierfagruppe. Erfa ist die Abkürzung für „Erfahrungsaustausch“ und wer seine eigene Kompetenz mit denen gleichgesinnter bundesweiter Kollegen teilt, profitiert doppelt – auch in Zeiten von Corona.

    #Taxi #covid-19

  • Umsatzunterdrückung und Corona-Hilfen – das passt nicht
    https://www.taxi-times.com/umsatzunterdrueckung-und-corona-hilfen-das-passt-nicht

    5. Oktober 2020 von Jürgen Hartmann - Fundierte und ehrliche Umsatzdaten helfen den Gewerbeverantwortlichen, Corona-Hilfen für das angeschlagene Taxigewerbe auszuhandeln. Studien über unplausible Taxiumsätze und Vorwürfe der Tachomanipulation erweisen der Branche hingegen einen Bärendienst.

    Das wurde beim Treffen der Taxierfagruppe am vergangenen Wochenende klar angesprochen. Deren Mitglieder dokumentieren ihre Taxiumsätze nicht nur ohne Tricksereien (was ja sowieso selbstverständlich ist), sondern machen diese auch noch unter www.taxileaks.de transparent. Solche Daten helfen auch der Verbandspolitik bei deren Gesprächen mit der Politik, machte Michael Müller deutlich. Der Präsident des Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. hatte gemeinsam mit dem Geschäftsführer Michael Oppermann an der Runde teilgenommen.

    Müller betonte gegenüber den Taxiunternehmern, dass man bei der Bittstellung für branchenspezifische Corona-Hilfen oftmals nicht über ein zuverlässiges Zahlenmaterial verfüge, um die Höhe des Umsatzeinbruchs und den damit verbundenen Unterstützungsbedarf auch statistisch belegen zu können. Die Gruppe erklärte sich gerne bereit, die dafür nötigen Zahlen der Bundesgeschäftsstelle zur Verfügung zu stellen.

    Deutlich angesprochen wurde auch die fatale Wirkung der erst kürzlich bekanntgewordenen Frankfurter Untersuchung (60 Prozent der Taxibetriebe unterdrücken Umsätze) bzw. der Durchsuchungen bei Stuttgarter Taxibetrieben, bei denen der Einsatz von Tachoblockern festgestellt wurde. Man habe einen schweren Stand bei Politikern, wenn man dort nach Corona-Hilfen anfragt und als Antwort den Hinweis auf solche Steuerhinterziehungen bekommt.

    Die Mitglieder der Erfa-Gruppe wiederholten deshalb ihre Forderung nach einem flächendeckend vorgeschriebenen Einsatz eines Fiskaltaxameters, wobei dies zwingend mit Sitzkontakten und gegebenenfalls mit Zwangseinschaltung kombiniert werden müsse. Eine solche unmanipulierbare Umsatzaufzeichnung sollte darüber hinaus auch für Wegstreckenzähler verpflichtend werden, damit keine Flucht in den Mietwagenbereich stattfinde.

    #Taxi #Betrug #Steuerhinterziehung

  • Über die Taxidemos berichten sogar türkische Zeitungen
    https://www.taxi-times.com/ueber-die-taxidemos-berichten-sogar-tuerkische-zeitungen

    18. April 2019 von Hayrettin Şimşek - Die Zeitung „Milli Gazete“ widmet der bundesweiten Taxidemo eine ganze Seite. Dabei kommen die Ängste der Taxibranche ebenso zur Sprache wie das Pfeifkonzert gegen Minister Scheuer bei der Schlusskundgebung.

    Die Taxifahrer wollen die Öffnung des Marktes für Uber & Co verhindern, schreibt das Blatt. 250.000 Taxifahrer, mit ihren Familien zusammen 500.000 bis 600.000 Menschen wären in ihrer Existenz bedroht, wenn der Minister seine Pläne umsetzen würde. Das Taxigewerbe werde dabei nicht kampflos zusehen.

    Das Blatt berichtet von der Schlusskundgebung, bei der neben Bundesverbandspräsident Michael Müller auch Erkan Özmen, Administrator einer Berliner Facebookgruppe sowie Rolf Feja vom Verband der Berliner Taxi-Innung gesprochen haben. Zur Rede von Verkehrsministr Andreas Scheuer erwähnt Milli Gazete, dass er vorher geduldig eine Stunde gewartet und sich die Sorgen angehört hätte und anschließend betont habe, dass er nicht gegen das Taxigewerbe sei, dass dies aber nicht ausreiche. Das wurde von den anwesenden Taxifahrern mit einem Pfeifkonzert beantwortet.

    Milli Gazete spricht von 5.000 Taxis am Brandenburger Tor und 500 weiteren, die aufgrund des großen Staus, verursacht durch die Taxidemo, gar nicht erst bis zum Brandenburger Tor gekommen wären.

    #Taxi #Berlin #Uber

  • Berliner Taxidemo wird von den Medien kaum beachtet
    https://www.taxi-times.com/berliner-taxidemo-wird-von-den-medien-kaum-beachtet

    24. Mai 2017 von Nicola Urban - Rund 350 Taxis, das entspricht 4,3 Prozent aller Berliner Taxis, haben gestern in einem Autokorso in der deutschen Hauptstadt gegen fehlende bzw. zu lasche Kontrollen gegenüber Uber-Fahrern und gegenüber Fahrgastklau am Berliner Flughafen demonstriert.

    Organisator der Demo war Erkan Özmen, Administrator einer Berliner Taxi-Facebook-Gruppe. Die etablierten Berliner Taxiverbände hatten bereits im Vorfeld erklärt, sich an der Demonstration nicht zu beteiligen.

    In Berlin ist der US-Fahrtenvermittler mit seinem Dienst UberX sehr aktiv. Fahrtaufträge werden dabei hauptsächlich an Unternehmen bzw. Fahrer vermittelt, die im Berliner Umland Mietwagenkonzessionen angemeldet haben. Wie aus den Beobachtungen zahlreicher Berliner Taxikollegen hervorgeht, halten sich etliche dieser Fahrer stets im Bereich des Flughafens Tegel auf und warten dort auf neue Aufträge. Sie umgehen damit die Rückkehrpflicht.

    In den Medien fand die Aktion allerdings nahezu keine Beachtung. Einzig der Berliner Rundfunk RBB zeigte in einem 30-Sekunden-Clip Bilder vom Autokorso. Rund 500 Taxifahrer hätten gegen zu lasche Regeln im Taxigewerbe demonstriert, verkündete der Sender. „Sie fordern härtere Strafen für Uber-Taxis und für Taxifahrer aus dem Umland, die entsprechend der Umkehrpflicht eigentlich ohne Fahrgäste zurückfahren müssten.“

    Damit war es dem RBB leider nicht gelungen, die eigentlichen Forderungen der Organisatoren sachlich korrekt auf den Punkt zu bringen. Der Protest richtete sich nicht gegen zu lasche Regeln, sondern gegen Behörden, die aus Sicht vieler Berliner Taxifahrer nichts oder zu wenig unternehmen, um die bestehenden Regeln durchzusetzen. Man fordere auch keine härteren Strafen gegen Uber-Taxis, sondern gegen Mietwagenfahrer, die nach einer Fahrt zum Flughafen eben nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, zu ihrem Betriebssitz (außerhalb Berlins) zurückfahren. Die angesprochene Umkehrpflicht ist also eine Rückkehrpflicht und sie findet sowieso ohne Fahrgast statt.

    Wie wenig man mit solchen sachlich falschen Darstellungen dem Taxigewerbe nützt, zeigen die vielen Leser-Kommentare, die im Anschluss an diese Meldung im Internet nachzulesen sind. Mehrheitlich zeigen die Leser (und Taxikunden) kein Verständnis für die Demo und die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen und Lärmbelästigungen. Stattdessen beschweren sie sich über den schlechten Service vieler Berliner Taxifahrer.

    So schreibt beispielsweise Andreas Reddig: „Zu viele Taxis ist das EINE, das ANDERE ist die Qualität der Taxifahrer. Erst neulich musste ich einem Taxifahrer zeigen, wo er hin muss. Das ist traurig! Hinzu kommt, dass viele Taxifahrer nicht einmal die StVO kennen und fahren wie sie wollen, ohne Blinker, abbiegen in zweiter Spur, Geschwindigkeitsüberschreitung und fahren mit Navigationsgerät. Oh oh, was ist nur aus dem Taxigewerbe geworden. Wird wirklich Zeit, dass da mal was passiert, bevor der schlechte Ruf noch weiter bergab geht!“

    Denver York monierte „Die sollten ihre Preise mal überdenken, wenn es bezahlbar wäre, gäbe es kein Uber! Kuh melken nicht Schlachten liebe Taxifahrer!“ Ma Jo kritisierte: „Oh Gott nicht Die. Gerade die größten Rowdys regen sich auf. Pfui!“ Die Taxifahrer scheinen diese Posts nicht zu entmutigen. „Wir Taxifahrer werden die Demo solange wiederholen und die Stadt lahmlegen bis unsere Forderungen vom Senat erfüllt werden“, konterte der Taxifahrer Sebastian Doerner.

    #Berlin #Taxi #Uber #Demonstration #Rückkehrpflicht #Medien

  • Berliner Verbände und Opposition kritisieren BER-Vereinbarung
    https://www.taxi-times.com/taxi-laderecht-am-ber-sorgt-fuer-diskussion-im-berliner-landesparlament

    22. September 2020 von Axel Rühle

    Die Brisanz der Vereinbarung, die Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther letzte Woche zum Laderecht für Berliner Taxis am neuen Flughafen BER verkündet hatte, zeigt auch eine Debatte am Folgetag im Abgeordnetenhaus von Berlin.

    Die Vereinbarung, die Günther mit dem Landkreis Dahme-Spreewald (LDS), in dem der künftige Flughafen liegt, und dem Land Brandenburg am Mittwoch, dem 16. September, getroffen hat, ist ohne Einbeziehung der Berliner Gewerbevertretungen erfolgt, die den Vorgang deshalb scharf kritisierten.

    In der Parlamentssitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin am darauffolgenden Tag wurde das Thema kurzfristig zum Gegenstand einer Debatte, welche die FDP-Fraktion vor Bekanntwerden der Vereinbarung mittels Antrag „Der BER braucht Berliner Taxis“ angemeldet hatte.

    Der FDP-Abgeordnete Henner Schmidt kritisierte, die Regelung schaffe „Taxis erster und zweiter Klasse“, nämlich der vier von hundert, die nach dem Absetzen von Fahrgästen in Schönefeld anschließend auch dort ankommende Passagiere aufnehmen und nach Berlin fahren dürften, und der 96, die leer zurückfahren müssen. Er forderte ein Laderecht am BER für sämtliche Berliner Taxis und einen einheitlichen Tarif, der mit der Vereinbarung nicht gesichert sei. Er fragte, wann denn ein solcher gemeinsamer Tarif zu erwarten sei. Günther bezeichnete den Punkt als wichtig und sprach von einer vertraglichen Regelung für das erste Quartal 2021.

    Tino Schopf, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, begrüßte die Vereinbarung. Er hält die Anzahl von 600 Taxis für zunächst ausreichend, da der Flughafen an den Linienverkehr sowie an das übergeordnete Straßennetz gut angeschlossen sei. Den „ganzen ökonomischen und ökologischen Unsinn der letzten Jahre“ nannte er „somit passé“. Die fehlende Tarifverständigung bezeichnete aber auch er als absurd. Auch das Problem der fehlenden Kennzeichnung und der fehlenden Fiskalisierung nannte er als Problem, obwohl seine Partei als Koalitionspartner die Vereinbarung mitträgt.

    Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, entgegnete, der ÖPNV-Anschluss sei gut, aber nicht optimal, da etwa die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 zum neuen Flughafen schon innerhalb der Koalition umstritten sei. Die Koalition nehme den Ausbau des ÖPNV zum Flughafen überhaupt nicht ernst. Günthers Vereinbarung sei weder ein Erfolg noch ein guter Kompromiss, sondern eine „ganz klare Nachteilsregelung für das Berliner Taxigewerbe“. Eine gleichberechtigte Ladeerlaubnis eines 170.000-Einwohner-Landkreises mit 400 Taxis und einer 3,6-Millionen-Metropole mit annähernd 8.000 Taxis sei nicht gerecht. Zudem dürften die Taxis aus dem LDS mit der Vereinbarung nicht nur „überall nach Berlin“, sondern auch „in Berlin hin- und herfahren“, „denn Sie wissen, das wird überhaupt nicht kontrolliert.“ Bekundungen der Regierungsparteien, etwas gegen illegale Mietwagen-Aktivitäten und Schwarzarbeit tun zu wollen, seien nichts als Lippenbekenntnisse, da in den bisherigen vier Jahren der Legislaturperiode nichts in der Richtung geschehen sei.

    Kristian Ronneburg (Die Linke) nannte das „Rumgemäkel“ der CDU „durchschaubar“ und dankte der Senatorin und dem LDS für die Kompromissbereitschaft. Die Rechnung der CDU, „dass Sie sich heute hier im Plenum präsentieren können und sagen können, ‚ es ist noch nichts da’“, sei nicht aufgegangen. Die Vereinbarung sei immerhin ein Schritt und gut für die Fluggäste und gut für die Metropolregion Berlin/Brandenburg. Ungeachtet der Koalitionsvereinbarung, die auch seine Fraktion mit unterzeichnet hat, und die das Laderecht aller Berliner Taxis am künftigen Flughafen klar als Ziel enthält, bezeichnete er es als „wichtig, dass diese Vereinbarung geschlossen worden ist“. Das Laderecht der auswärtigen Taxis in Berlin sei eine „ordentliche Konkurrenz“, und natürlich müsse sichergestellt werden, dass Taxis aus dem Landkreis „wirklich nur an den Taxi-Haltepunkten Fahrgäste aufnehmen. Wie wird das kontrolliert? Ist das LABO in der Lage?“ Wohlgemerkt gehört Ronneburg nicht der Opposition, sondern der Koalition an.

    Paul Fresdorf, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, bezeichnete die Worte Ronneburgs denn auch als „an Hohn und Spott nicht zu überbieten“. Der Senat lasse sich vom LDS vorführen und komme „mit so einer Minimal-Lösung für die Berliner Taxis um die Ecke“ und wolle das als Erfolg feiern. „Das ist lächerlich, Herr Ronneburg.“ Man habe für 90 Prozent der Taxis im LDS, aber nur für vier bis fünf Prozent derer in Berlin eine Lösung geschaffen. „Erklären Sie das denen doch mal, was mit ihren Einnahmeeinbrüchen passieren soll! Sie haben keine Lösung für die Taxifahrer dieser Stadt geschaffen, stattdessen verhöhnen Sie sie hier in diesem Haus. Es ist wirklich peinlich.“ Die Lösung lasse Nöte entstehen. Während der Linken das Autofahren zuwider sei, werde die FDP weiter für den individuellen Personennahverkehr stehen.

    Ronneburg erwiderte verärgert, er lasse sich „von so einer klassischen Lobbyistenpartei wie der FDP für Uber & Co.“ nicht vorwerfen, mit dem Taxigewerbe verächtlich umzugehen. Fresdorf solle mal mit seinen Kollegen aus dem Bundestag reden. Die Vereinbarung sei doch klar ein Kompromiss, und es habe doch eine Vereinbarung getroffen werden müssen. Mit seiner Rede habe Fresdorf bestätigt, dass die Opposition lediglich einen „Stab über die Koalition“ habe brechen wollen. Fresdorf wisse genau, dass er „nicht einfach in einem ersten Schritt erreichen [kann], dass man für alle Taxis in Berlin eine Kompromisslösung mit Dahme-Spreewald am BER findet – in welcher Welt leben Sie denn eigentlich?“ Insofern sei das „einfach nur wirklich Gezeter von der Opposition“. Fresdorfs Kritik sei nicht sachlich, sondern „einfach nur Augenwischerei gegenüber den Taxifahrern, da sollten Sie sich besser mal ehrlich machen“. Er regte ein „Taxi-Forum“ vor der nächsten Wahl an, „und da wird abgerechnet!“

    Frank Scholtysek, verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, bezeichnete die Vereinbarung, die „immer nur für ein Jahr gültig“ sei, als gänzlich unausgegoren und fragte, wer eigentlich bestimme, welche Taxis am BER laden dürfen, ob das ausgelost werde, ob es die bekämen, die die besten Kontakte in die Berliner Senatsverwaltungen haben, oder ob die Erlaubnisse meistbietend versteigert würden. Er bezeichnete die Vereinbarung als „Feigenblatt“, das mehr schlecht als recht verdecken solle, „wie Berlin wirklich zu seiner Taxibranche steht“: Ihre Zukunft sei dem Senat nicht sonderlich wichtig. Das spiegele sich nicht nur an der mehrjährigen Untätigkeit in der BER-Frage wider, sondern auch „im Bekenntnis zu immer neuen Mobilitätsexperimenten mit unterschiedlichsten Anbietern“, denen nicht nur, wie das Beispiel Uber zeige, völlig freie Hand gelassen werde, sondern „die werden wie der ‚Fahrdienst Berlkönig’ auch noch aus Steuergeldern finanziert“. Das Taxigewerbe ‚störe’ offenbar das „System Uber“, einen „Fahrdienstvermittler, der die Fahrer … so dermaßen in den finanziellen Würgegriff nimmt, dass die meisten von ihnen auch noch zusätzlich beim Jobcenter aufstocken müssen.“ Er kritisierte das Fehlen der Ortskunde, des Fiskaltaxameters und der Kontrollen der Uber-Fahrer. Die Schließung des Flughafens Tegel sei ein weiterer Sargnagel des Taxigewerbes, das „vom Senat und vom links-grünen Block hier ohnehin schon aufgegeben wurde“.

    Als letzter Redner verteidigte die Vereinbarung Regine Günthers Parteifreund Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/DieGrünen, der den Senat eingangs gefragt hatte, ob die Umsetzung zum Zeitpunkt der Flughafeneröffnung sichergestellt sei, was Günther bejahte. Er fragte Schmidt (FDP), ob dieser meine, die 400 Taxis aus dem LDS hätten gegen 8.000 Berliner Taxis eine Chance, wenn keine 300:300-Regelung getroffen worden wäre. Im Widerspruch zu seinem Parteifreund Stefan Gelbhaar, der schon vor Jahren die Möglichkeit eines sog. Behördenvertrags ins Spiel gebracht hatte, betonte Moritz, man habe hier mit „ebenbürtigen“ Partnern verhandelt und solle sich tunlichst an die eigene Nase fassen und nicht so überheblich sein; die Brandenburger hätten auch Rechte. „Diese 8.000 – das kann überhaupt gar nicht funktionieren. Von daher ist es eine faire Aushandlung, dass paritätisch aus LDS und Berlin Taxen da laden können.“

    Seinen Widersacher Friederici (CDU) fragte Moritz: „Sie haben ja gesagt, wir lassen uns alles gefallen. Was haben Sie denn 2012 getan, als die Berliner Taxen nicht mehr am Flughafen Schönefeld laden konnten? Gar nichts! Hier große Töne spucken, aber ansonsten ist da nichts dahinter!“ (2012 war allerdings der heutige Regierungschef Michael Müller von der SPD Verkehrssenator, Anm. d. Red.). Die einheitlichen Tarife würden noch kommen, und im Übrigen habe nicht nur in Berlin die Taxibranche Schwierigkeiten. „Auch und gerade auf dem Land haben die Taxiunternehmer noch größere Schwierigkeiten, sich überhaupt zu halten.“ Deswegen sei die getroffene Vereinbarung für die Taxis in LDS eine Chance. An den in Berlin ladeberechtigten LDS-Taxis werde es eine nicht ablösbare Kennzeichnung geben, „und eine Ortskundeprüfung brauchen die auch alle gegenseitig“. Die Frage von Scholtysek (AfD), welche Berliner Taxis eine Ladeberechtigung am neuen Flughafen erhalten würden, beantwortete Moritz so: Die Unternehmer könnten bei der Genehmigungsbehörde LABO Anträge stellen, „und wenn viel mehr Anträge reinkommen als Plätze da sind, muss ja irgendwie entschieden werden, und dann wird das Los entscheiden.“

    Wie auch immer man zu den Argumenten der Senats- und Oppositionspolitiker steht, eine sehr aktuelle Aussage von Harald Moritz werden sicherlich nicht nur viele Gewerbevertreter begrüßen: „Ein gewichtiger Teil [der Vereinbarung] ist auch noch, dass die Inklusionstaxis einen besonderen Stellenwert bei der Zuteilung der Laderechte haben werden. Das ist wirklich ein Fortschritt und kann vielleicht insgesamt das Inklusionstaxi voranbringen.“

    Der Umbau eines Berliner Taxis zu einem barrierefreien Taxi wird noch immer vom Land zu 100 Prozent gefördert, was für beide Seiten als Win-Win-Situation definiert wird. Es ist zu hoffen, dass die Aussicht auf das Laderecht in Schönefeld ein weiterer Anreiz für das bisher sträflich zurückhaltende Berliner Taxigewerbe ist, endlich in das lukrative Inklusionsgeschäft einzusteigen und somit den eigenen Ruf doch nicht zu verspielen.

    #Berlin #LDS #Taxi #BER #Flughafen #Laderecht

  • Free Now erhöht die Vermittlungsgebühren für Taxis
    https://www.taxi-times.com/free-now-erhoeht-die-vermittlungsgebuehren-fuer-taxis

    11. September 2020 von Hayrettin Şimşek - Paukenschlag beim Fahrtenvermittler Free Now: Ab nächsten Monat erhöht die Daimler-Tochter die Vermittlungsprovision auf zwölf Prozent des Umsatzes. Das entspricht einer prozentualen Erhöhung von über 70 Prozent. Zudem will man erstmals eine Gebühr so genannte „Einsteiger-Touren“ einführen. 

    Seit dem 1. Juli 2015 galt bei allen Taxifahrten, die über die App mytaxi (nun FreeNow) vermittelt werden, eine Vermittlungsgebühr von sieben Prozent des Bruttofahrpreis nach Taxameter. Ab dem 7. Oktober soll der Provisionssatz nun um 71 Prozent auf dann 12 Prozent ansteigen und außerdem für Einsteiger-Touren eine Vermittlungsgebühr von sechs Prozent erhoben werden. Das teilte das Unternehmen gestern seinen Teilnehmern per Rundmail mit.

    „Seit über fünf Jahren halten wir unsere Vermittlungsgebühr stabil und haben seitdem über 50 Millionen Euro in den Taximarkt investiert“, heißt es in der Rundmail von Alexander Mönch, Free Now General Manager Deutschland & Österreich.

    Bevor man in der Mail zum eigentlichen Thema kommt, wird über den neu integrierten Mobilitätsservice, E-Scooter, E-Bikes und Carsharing in die Free Now App für neue Nutzergruppen berichtet, „die in einer späteren Lebensphase auch zu Taxikunden werden.“ Somit würden die Fahrgäste in jeder Situation, in der sie Mobilität nachfragen, ein passendes Angebot von Free Now bekommen. Dies entstehe auch im Einklang mit den Städten, die ihre Klimaziele im Blick haben und den privaten Auto-Pendelverkehr reduzieren wollen.

    „Multiservice bei Free Now sollten Sie daher als klare Chance verstehen und nicht als Risiko“, steht in der Info-Mail, denn durch den Verzicht auf das eigene Auto würde der Kuchen auch für das bewährte Taxi größer werden.

    Man hätte in den letzten Jahren gemeinsam viel erreicht und auch während der Corona-Krise viele neue Fahrgäste an sich binden können – mit Rabattaktionen. Außerdem würden die Geschäftsreisen und privaten Aktivitäten wieder zunehmen.

    Ursprünglich hätte man die Anpassung der Vermittlungsgebühr schon für das zweite Quartal 2020 vorgesehen, aber aufgrund der Corona-Krise verschoben. Free Now habe sich stattdessen darauf konzentriert, seine Partner im Taxigewerbe schnell und tatkräftig zu unterstützen. In kürzester Zeit hätte man 3.500 Trennwände, 10.000 Masken, 10.000 Desinfektionsmittel und 10.000 Handschuhe kostenlos ausgegeben. Mit “Courier” hätte man während des Lockdowns zusätzliche Lieferdienste angeboten und städtische Mobilitätsinitiativen unterstützt. Das hätte den aktiven Fahrern in der Corona-Pandemie zumindest einen Grundumsatz geliefert.

    Um wieder mehr in den Taximarkt zu investieren, soll es nun ab dem 7. Oktober 2020 die oben angesprochene Anpassung der Vermittlungsgebühren geben, die dazu führen soll, ein nachhaltiges Geschäftsmodell für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und ein technisch durchdachtes Produkt, einen umfassenden Service sowie einen steten Zuwachs an Fahrgästen mit sich zu bringen.

    Bei Direkt- und Vorbestellungen soll sich die Vermittlungsgebühr von bisher sieben auf künftig zwölf Prozent vom Bruttofahrpreis nach Taxameter erhöhen. Der Anteil, den Taxifahrer also ab Oktober pro Tour an den Fahrtenvermittler abgeben müssen, erhöht sich somit prozentual um mehr als zwei Drittel. 

    Ein Dauerärgernis der letzten Jahre will Free Now im Rahmen der Provisionserhöhung beseitigen: Bisher wurden von Free Now bei bargeldlosen Zahlungen auch sieben Prozent vom Trinkgeld einbehalten, was nicht nur rechtlich angezweifelt wurde, sondern die Taxifahrer*Innen immer wieder erzürnt hatte. Künftig will man darauf verzichten. Das entspreche in etwa einem Prozentpunkt der Gebühren, rechnet Free Now vor.

    Doch was auf der einen Seite wegfällt, wird in einem anderen Bereich neu aufgelegt: Für Einsteiger-Touren will man neu eine reduzierte Vermittlungsgebühr von sechs Prozent in Rechnung stellen. Gemeint sind damit jene Fahrten, bei denen der Kunde kein Taxi über Free Now bestellt hat, die Zahlung jedoch bargeldlos über deren App abwickelt. Jenen seit April 2015 bestehenden Service hätte man bisher kostenlos angeboten und die aufgelaufenen Kosten für Zahlungsdienstleister, Entwicklung und Wartung sowie die Administration selbst getragen. „Für Einsteiger-Touren wird nur die Hälfte der Vermittlungsgebühr berechnet, da über die genannten Leistungen hinaus keine aktive Vermittlung stattfindet“, erläutert Free Now. Zum Vergleich: Disagio-Gebühren für bargeldlose-Zahlungen sind auch bei Taxizentralen durchaus üblich, allerdings bewegen diese sich im Bereich zwischen zwei und vier Prozent. In Berlin beispielsweise verlangt die dortige Taxizentrale für jede Payment-Bezahlung von taxi.eu eine Gebühr in Höhe von 75 Cent pro Auftrag. 

    Für das Jahresende hat Free Now angekündigt, eine Stornogebühr für die Free Now-User einzuführen. Diese Gebühren wolle man mit der wöchentlichen Abrechnung an die Unternehmen weiterleiten. hs

    Anmerkung der Redaktion: Eine prozentuale Gebührenerhöhung von mehr als zwei Drittel ist ein sattes Pfund – und trotzdem liegt der Provisionssatz immer noch unterhalb der Vermittlungsgebühren, die man für vermittelte Mietwagenfahrten einkassiert, also für jenes Segment, das man seit dem Namenswechsel von mytaxi zu Free Now parallel bedient und in das man hauptsächlich die bestehenden Taxi-Kunden hinüber gezogen hat.

    Rein rechnerisch dürfte der Schwerpunkt bei Free Now auch weiterhin darin liegen, möglichst viele Taxikunden in den Mietwagenbereich zu locken. Somit muss jeder Taxifahrer auch weiterhin damit rechnen, dass sein heute von Free Now vermittelter Taxikunde morgen bereits einen Mietwagen bestellt. 

    Parallel dazu nimmt man auch politisch massiv Einfluss, die Abgrenzung zwischen Taxi und Mietwagen in Rahmen der PBefG-Novelle zu verwässern. „Damit das Taxi in der digitalen Mobilität der Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle spielt“, mache man sich für eine Reform stark, „die unter Berücksichtigung von fairen Rahmenbedingungen für Fahrpersonal und Fahrgäste, Taxi und Mietwagen mittelfristig im PBefG zusammenführt – genauso wie das Einheitsgewerbe in Österreich“, heißt es dazu seitens von Free Now. 

    Spätestens dann wäre kaum auszuschließen, dass man bei einem Einheitsgewerbe auch eine einheitliche Vermittlungsprovision für Taxis und Mietwagen einführt. Zur Erinnerung: Bei der Mietwagenvermittlung „Free Now Ride“ liegt diese bei 25 Prozent.

    #Taxi #Vermittlung #FreeNow

  • „Katastrophe für London“: Uber bekommt neue Lizenz
    https://www.taxi-times.com/eine-katastrophe-fuer-london-uber-bekommt-eine-neue-lizenz-in-london

    28. September 2020 von Wim Faber - Ein Londoner Gericht hat heute entschieden, dass Uber „kein Risiko mehr ist” und die abgelehnte Verlängerung der Lizenz wieder aufgehoben.

    Bereits im September 2017 hatte die Genehmigungsbehörde Transport for London (TfL) zum ersten Mal eine Lizenz verweigert, da Uber für den Betrieb in der Hauptstadt nicht “geeignet oder angemessen“ sei. Der Fahrtenvermittler hatte seinen Dienst trotzdem weiterhin angeboten und gegen den Genehmigungsentzug geklagt. Das Unternehmen argumentierte, dass es sich in den letzten Jahren grundlegend geändert habe. Damit erreichte man eine vorläufige, verkürzte Verlängerung im Berufungsverfahren, jedoch wurde im vergangenen November die Lizenz erneut wegen Identitätsproblemen verweigert. Natürlich legte man auch dagegen sofort Beschwerde ein und bot seinen Dienst weiterhin an.

    Vor der Anhörung hatte Jamie Heywood, Ubers regionaler Generaldirektor, seine Sicht der Dinge dargelegt: “Wir haben in den letzten Monaten hart daran gearbeitet, die Bedenken von TfL auszuräumen, Echtzeit-ID-Prüfungen für Fahrer eingeführt und uns dafür eingesetzt, dass sich die Menschen sicher in der Stadt bewegen.”

    Der stellvertretende Oberrichter Tan Ikram sagte, er habe „genügend Vertrauen, dass Uber London Ltd trotz früherer Mängel kein Risiko mehr für die öffentliche Sicherheit darstellt“. Zu dieser Einschätzung war er gelangt, nachdem er in einer dreitägigen Verhandlung diverse Anhörungen und Zeugenvernehmungen durchgeführt hatte.

    Damit hat man Uber nun genau jene ‘fit and proper’-Eigenschaft wieder zugesprochen, die vor einem Jahr noch angezweifelt worden war. Uber kann nun in der Britischen Hauptstadt weiterhin Mietwagendienste betreiben. Richter Ikram war zu der Überzeugung gelangt, Uber habe die Überprüfungsprozesse zur Bekämpfung von Dokumenten- und Versicherungsbetrug verschärft und stehe nun „an der Spitze der Bewältigung einer branchenweiten Herausforderung.“

    Die Vertreter der ‘black cabs’ zeigten sich in ersten Stellungnahmen empört und vertreten eine ganz andere Meinung. Sie hatten im Gerichtsverfahren viele Beweise für die Sicherheitsmängel der App geliefert. Zu den Sicherheitsbedenken zählte auch die Enthüllung der TfL, dass bis zu 14.000 Fahrten von Uber-Fahrgästen von nicht lizenzierten Fahrern durchgeführt worden waren, die sich betrügerisch mit den Identitätspapieren anderer Personen in der App angemeldet hatten.

    Steve McNamara, Generalsekretär der Licensed Taxi Drivers Association (LTDA) bezeichnete die Entscheidung als “eine Katastrophe für London.” Er fügte hinzu: „Uber hat immer wieder gezeigt, dass es einfach nicht vertrauenswürdig ist, die Sicherheit der Londoner, ihrer Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer über den Gewinn zu stellen. Uber scheint zu groß zu sein, um effektiv und regulierend einzugreifen, aber wohl auch zu groß, um sie deshalb scheitern zu lassen.“

    McNamara hatte noch vor dem Gerichtsverfahren gemeint, dass “ein Leopard seine Flecken nicht verliert.” Die Gültigkeit der nächsten Lizenz von Uber und die auferlegten Bedingungen müssen später noch festgelegt werden.

    #Uber #London #Justiz

  • 50.000 Euro Überbrückungshilfe pro Monat
    https://www.taxi-times.com/50-000-euro-ueberbrueckungshilfe-pro-monat

    27. Mai 2020 von Hayrettin Şimşek - Besonders der deutsche Mittelstand ächzt unter der tiefgreifenden Corona-Krise: Laut einem Eckpunktepapier vom Wirtschaftsministerium könnte die bisher kritisierte Mittelstandslücke ab Juni 2020 mit weiteren Überbrückungshilfen im Wert von 25 Milliarden Euro geschlossen werden.

    In zahlreichen Unternehmen ist der Geschäftsbetrieb aufgrund der Corona-Krise ganz oder teilweise eingeschränkt. Aus einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ geht hervor, dass das Bundeswirtschaftsministerium im Austausch mit dem Bundesfinanzministerium an einem Vorschlag für Corona-bedingte Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen arbeitet, die unmittelbar oder mittelbar von Corona-bedingten Auflagen oder Schließungen betroffen sind.

    Antragsberechtigt sollen kleine und mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler sein. Sie müssen in den Monaten April und Mai 2020 einen Umsatzeinbruch von mindestens 60 Prozent gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten „beweisen“ können.

    Die neuen Überbrückungshilfen sehen vor, dass Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern von Juni bis Dezember monatlich bis zu 50.000 Euro für fixe Betriebskosten einschließlich des unabdingbaren Personalaufwands bekommen können. Unternehmerlohn soll dagegen nicht förderfähig sein. Für die Hilfen sollen insgesamt 25 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden.

    Die erste Kritik an den Eckpunkten vom Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), kommt von Wirtschafts- und Familienverbänden. Die vorgesehenen zusätzlichen Überbrückungshilfen für den Mittelstand weisen nach Einschätzung von Wirtschaftsverbänden Konstruktionsfehler auf. Bei der Ausgestaltung der Hilfen müsse sichergestellt werden, „dass Corona bedingte Umsatzeinbußen, welche sich erst zeitverzögert in den Sommermonaten bis August manifestieren, ebenso berücksichtigt werden“, sagte Peter Klotzki, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), dem „Handelsblatt“. Laut dem BFB-Hauptgeschäftsführer sollten die Kosten für den Lebensunterhalt insbesondere im Bereich der Solo-Selbstständigen miteinbezogen werden, da hier eine starre Abgrenzung lebensfremd sei.

    Für Albrecht von der Hagen, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Familienunternehmer, seien die in Altmaiers Eckpunkten vorgesehenen Grenzen für Hilfszahlungen scharfkantig und würden an der sachlichen Realität vorbei gehen.

    Die Soforthilfen sollten nicht nur für die Deckung der betrieblichen Kosten vorbehalten sein, sondern auch für die Lebenshaltungskosten der UnternehmerInnen.

    #Taxi #Wirtschaft #covid-19 #Subventionen

  • Corona: Die Verzweiflung eines Berliner Taxiunternehmers

    ... und ein Kommentar dazu in den Nachdenkseiten
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=60051

    Derr Rettungsschirm in der Theorie und in den täglichen Redensarten: eindrucksvoll. Der Rettungsschirm in der Praxis: in der Warteliste auf 69.000ster Stelle. „Die Verantwortlichen in Bund und Ländern haben die weitreichenden Folgen nicht bedacht“, hatte ich gestern in diesem Beitrag geschrieben. Sie haben wohl auch nicht bedacht, dass ihre Rettungsversprechen oft an der Praxis scheitern und damit als hohl erscheinen müssen. Unter den Berliner Taxifahrern gibt es zumindest einen guten Freund der NachDenkSeiten, Joachim Schäfer. (Siehe hier) Er hat den folgenden Hinweis geschickt. Was er schildert, ist ein Zeichen dafür, dass die Folgen der am 22. März verkündeten Entscheidungen von Bund und Ländern viel schlimmer sein werden, als viele heute denken. Umso mehr spricht für eine schnelle Revision der Lahmlegung unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Albrecht Müller.

    Quelle: Taxi Times
    https://www.taxi-times.com/corona-die-verzweiflung-eines-berliner-taxiunternehmers

    Kommentar: Als einer der ganz wenigen gewerkschaftlich organisierten Fahrer kann ich diesem unternehmerischen Kollegen leider nur zustimmen. Der Berliner Senat und die zuständigen Verwaltungen sind offensichtlich unfähig die Probleme auf der Straße zu realisieren. Die Wirklichkeitsverweigerung der letzten Jahre, die sich seit der Einführung des Mindestlohns gefährlich an der Existenz des Taxigewerbes in Berlin zu schaffen macht, führt nun in die Insolvenz, so es der Unternehmer nicht schafft seine Fixkosten auf null zu reduzieren. Alle Angestellten Fahrer in Berlin müssten sich z.Z. in Kurzarbeit befinden, da das Geschäft derzeit nicht mal im Ansatz so viel Umsatz generiert, um den Mindestlohn zu bezahlen. Und die alleinfahrenden Einzelunternehmer (Soloselbständigkeit) schaffen es nicht ihre Kosten zu decken. So gesehen ist das Übergangsgeld des Senats eine verdeckte Unterstützung zur Insolvenzverschleppung.

    Ein klarer Auftrag das medizinische Personal zu transportieren (hier muss das irre Angebot erwähnt sein, das die Taxen das Personal zum halben Taxitarif transportieren sollen, aber nur mit Fahrern die den neuen geforderten Mindestlohn von 12,50 € erhalten, wo doch schon vor Corona kaum MiLo gezahlt werden konnte), Gutscheine an transportbedürftige Personen oder ähnliche kleinteilige Hilfen sind von dieser Landesregierung wohl nicht zu erwarten, auch wenn mich das schmerzt, da dies eine rot-rot-grüne ist. Der Ductus des Rechthabens und die eigene Weltsicht als allgemeinverpflichtend zu erfordern ist in ihrer arroganten Anmaßung schon nicht mehr zu ertragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Schäfer

    #Taxi #Berlin #covid-19

  • Umsatzeinbruch wegen Corona: Taxi braucht finanzielle Hilfe
    https://www.taxi-times.com/umsatzeinbruch-wegen-corona-taxibranche-braucht-schnelle-finanzielle-hil

    11. März 2020 von Jürgen Hartmann - „Im Taxigewerbe brennt die Hütte. Die Unternehmer haben Umsatzeinbußen um bis zu 80 Prozent“, sagt Hans-Peter Kratz, Vorstand der Taxivereinigung Frankfurt. Er fordert von der Politik ein mehrmonatiges zinsloses Darlehen pro Taxi und Monat über 1.500 Euro.

    Nach und nach legt das Corona-Virus das gesamte öffentliche Leben in Deutschland lahm. Das trifft auch die Taxibranche sehr hart, denn ohne Messen, ohne Theater ohne Fußballspiele ist kein Bedarf an Taxis. Wenn die Airlines tausende Flüge wegen Nachfragemangel stornieren, fehlen demzufolge auch die Zubringerfahrten. Ebenso an den Bahnhöfen. „Wir haben ähnlich wie in der Hotellerie Umsatzrückgänge zwischen 60 und 80 Prozent“, berichtet Hans-Peter Kratz. Einen vergleichbaren Einbruch hätte es bisher noch nie gegeben.

    Die vom Staat aktuell beschlossenen Maßnahmen für Überbrückungshilfen seien auf das Taxigewerbe nicht anwendbar. „Kurzarbeitergeld hilft dem Einzelunternehmer gar nichts und dem angestellten Fahrer aufgrund fehlender Tarifverträge nur sehr wenig.“ Würden Unternehmer zudem ihre Fahrer mangels Fahrgästen nach Hause schicken, würden der Umsatz schlagartig auf Null zurückgehen, während die Fixkosten erhalten bleiben.

    Zudem würde der Unternehmer gegen die Betriebspflicht verstoßen, so Kratz weiter. Er hat deshalb nun bei der Handelskammer und beim Frankfurter Oberbürgermeister eine Überbrückungshilfe in Form eines zinslosen Darlehens zur Diskussion gestellt. Pro Taxi und Monat sollen die Unternehmer zur Überbrückung der Liquiditätsengpässe 1.500 Euro für mindestens drei Monate erhalten. Diese Hilfe müsse schnell und unbürokratisch erfolgen und dürfe nicht auf Basis von seitenlangen Förderanträgen der KfW-Bank erfolgen, bei denen man schon eine Woche brauche, um sämtliche Bonitäts- und andere Nachweise einzusammeln.

    Kratz hofft bei dieser Forderung auf breite Unterstützung von seinen Taxi-Funktionärskollegen und auch vom Bundesverband Taxi und Mietwagen.

    #Taxi #Deutschland #Corona #Politik #Subventionen

  • Corona-Virus: Entschädigung auch für Taxibetriebe?
    https://www.taxi-times.com/corona-virus-entschaedigung-auch-fuer-taxibetriebe

    10. März 2020 von Hayrettin Şimşek - Unter den zahlreichen Absagen diverser Großveranstaltungen leidet auch die Taxibranche. Wo niemand tagt oder feiert, werden auch keine Taxis benötigt. Helfen die nun verkündeten Unterstützungsprogramme der Bundesregierung auch den betroffenen Taxibetrieben?

    Wegen der Ausweitung der Corona-Virus-Epidemie sind bereits Kongresse, Messen und Veranstaltungen abgesagt worden. Ein schwerer Schlag auch für das Taxigewerbe, das im städtischen Bereich sowieso bereits durch viele illegal agierende Mietwagenbetriebe mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hat.

    Besonders betroffenen Unternehmen wie Messebauern, Hotels und Gaststätten sowie der Tourismusbranche will die Regierung nun finanziell unter die Arme greifen: Die große Koalition kündigt Vorschläge für Liquiditätshilfen und ein Gespräch mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und den Gewerkschaften an. Die Neuerungen sollen bereits an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden.

    Doch werden davon auch die betroffenen Taxibetriebe profitieren? Iordanis Georgiadis, Vorstand der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ), berichtet in der Facebook-Gruppe „5010000″ von einem Gespräch mit der IHK Stuttgart: „Geplant, aber noch nicht beschlossen ist bei Betrieben, die in Kurzarbeit eintreten, von der Agentur für Arbeit die Lohnkosten teilweise zu übernehmen. Als weiterer Punkt wird über die Aussetzung von Ratenzahlungen bei Finanzierungen ohne Sanktionen gesprochen. Entschieden ist auch da noch nichts. Direkte Unterstützung von Verdienstausgleich oder ähnliches ist zur Zeit bei keinem Gewerbezweig geplant. Da sich aber täglich was ändert, bleiben wir dran und versuchen alles.“

    Mehrwagenbetriebe mit vielen Angestellten sollten sich daher informieren, ob Kurzarbeit ein gängiges Mittel wäre, um Fahrerentlassungen zu vermeiden. Kurzarbeit muss bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Zu den Voraussetzungen informiert die Behörde auf ihrer Homepage.

    #Taxi #Deutschland #Corona #Politik #Subventionen

  • Findungskommission, BTM-Tagung, Frankfurter Demo – Absagen
    https://www.taxi-times.com/findungskommission-btm-tagung-frankfurter-taxidemo-die-woche-der-absagen

    11. März 2020 von Jürgen Hartmann - Die zahlreichen Absagen aus nahezu allen kulturellen und öffentlichen Bereichen betreffen nun auch erste Taxi-Veranstaltungen. Nicht immer ist das Corona-Virus der Grund.

    Die Taxivereinigung Frankfurt (am Main) hat heute die für diesen Freitag geplante Taxikundgebung abgebsagt. Dies sei „zur Sicherheit unserer Kollegen und Fahrgäste“ erfolgt, heißt es auf der Homepage der Taxivereinigung. Ein Ersatztermin werde rechtzeitig bekanntgegeben.

    #Taxi #Politik #Verbände #Corona

  • Uber startet in Bern und vermittelt an Taxis
    https://www.taxi-times.com/uber-startet-in-bern-und-vermittelt-an-taxis

    28. Februar 2020 von Jürgen Hartmann - Seit Donnerstag bietet der äußerst umstrittene und größtenteils mit illegal agierenden Partnern zusammenarbeitende Fahrtenvermittler „Uber“ seinen Dienst auch in der Schweizer Hauptstadt Bern an. Sämtliche Fahrten werden dabei an Taxis vermittelt. 

    Ganz freiwillig kam diese Kooperation allerdings nicht zustande, sie resultiert vielmehr aus den strengen Beförderungsregelungen Berns. Diese sehen beispielsweise keine so genannten Limousinenfahrten vor. Stattdessen müssten alle sowohl eine Taxiführer- als auch eine Taxihalterbewilligung nachweisen – und eine erfolgreich abgelegte Ortskunde. Der Fahrpreis kann dagegen frei festgesetzt werden, weshalb Uber auch in Bern seinen Surge-Pricing-Algorithmus einsetzen wird. Das bedeutet, dass die meisten Fahrten billiger als zum Taxipreis angeboten werden (zur Markteroberung), während sie bei hoher Nachfrage auch drastisch ansteigen können.

    Bern ist die neunte Schweizer Stadt, in der Uber seine Fahrten vermittelt. Der jetzt erfolgte Start ist eine Reaktion auf 130.000 vergebliche Versuche von Uber-Kunden im Jahr 2019, ein Fahrzeug zu bestellen, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Anbieten der Uber App wolle man den lokalen Taxifahrern eine neue Möglichkeit geben, ihre Auslastung zu erhöhen und neue Kunden zu gewinnen, schreibt der Fahrdienstvermittler.

    Ob und wie viele Berner Taxis diese Möglichkeit tatsächlich nutzen, geht aus den bisherigen Mitteilungen und zahlreich erschienenen Medienberichten nicht hervor. Taxifahrer, die einer Zusammenarbeit mit Uber offen gegenüberstehen, sollten sich in den Niederlanden umhören. Dort sind die Verdienstmöglichkeiten der Uber-Fahrer mittlerweile so katastrophal, dass man nahezu wöchentlich vor der Uber-Hauptzentrale demonstriert.

    #Uber #Schweiz #Bern

  • Wiener Studie deckt große Mängel bei Uber und Bolt auf
    https://www.taxi-times.com/wiener-studie-deckt-grosse-maengel-bei-uber-und-bolt-auf
    In Wien ist es auch nicht anders als in Berlin, Uber lohnt sich nicht.


    Unsere auf eigenen Beobactungen beruhende Vermutung, dass die mit Uber verbundenen Mietwagenunternehmen Umsätze und, wenn solche erzielt werden, Gewinne nur auf Kosten extrem niedrig entlohnter Fahrer machen, wird von einer Studie mit wissenschatlichem Anspruch gestützt.

    4. März 2020 von Jürgen Hartmann - Eine von der Wirtschaftskammer Österreich in Auftrag gegebene Vergleichsstudie lässt Wiener Taxis größtenteils gut dastehen – ganz im Gegensatz zu den Wettbewerbern Uber und Bolt.
    ...
    (Die Studie enthält Berechnungen,) wonach Unternehmer, die für die App-vermittler Uber bzw. Bolt unterwegs sind, mit jeder Fahrt Geld verlieren. Dies habe die Studie selbst bei Fahrten nachgewiesen, bei denen der Fahrpreis aufgrund einer hohen Nachfrage und des zugrunde liegenden Surge-Pricing-Verfahrens über dem eines Wiener Taxis liegt.

    Noch drastischer wird der Verlust für den einzelnen Unternehmer bei einer niedrigen Auslastung, wenn Uber und Bolt also günstiger als das Taxi agieren. Unter Einberechnung der Vermittlungsgebühr, der Treibstoffkosten, von Wartung, Verschleiß, Wertverlust und nicht zu vergessen dem kalkulatorischen Unternehmerlohn entsteht bei Uber-Partnern ein Verlust von 42 Prozent, bei Bolt von 40 Prozent. Die Berechnung basiert auf einer Fahrt in der Wiener Innenstadt, die 6,7 Kilometer lang war und für die man 17 Minuten Fahrzeit veranschlagt hat.

    Ähnlich desaströs sieht die Entlohnung der Fahrer aus. Hier errechnet die Studie sowohl bei Bolt- als auch bei Uber-Vermittlungen einen durchschnittlichen Anteil von 35 Prozent des Fahrpreises – fast so viel, wie beispielsweise Uber als Vermittlungsprovision einbehält (30 Prozent). Der auf dieser Basis berechnete kalkulatorische Fahrerlohn liegt zwischen 3,58 Euro und 6,81 Euro pro Stunde. „Bolt- oder Uber-Fahrer sein lohnt sich nicht“, fasst Professor Dr. Sebastian Kummer die von ihm erstellte Studie zusammen und gibt auch eine klare Handlungsempfehlung, in dem er die „Kontrolle des Fahrerlohns hinsichtlich Mindestlohnstandards“ vorschlägt.
    ...
    Auftraggeber der Studie war die Wirtschaftskammer Österreich, die – ähnlich der IHKs in Deutschland – sowohl die Taxibranche als auch die Mietwagenbetriebe vertritt. Grundlage war die Untersuchung der „Wirtschaftlichkeit und Preise im Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen“, durchgeführt vom Institut für Transportwirtschaft und Logistik der Wirtschaftsuniversität Wien unter Federführung des bereits erwähnten Prof. Dr. Kummer.

    #Österreich #Taxi #Uber #Arbeit #Studie

  • Taxi-Demo in Berlin: friedlich und ohne viel Chaos
    https://www.taxi-times.com/taxi-demo-in-berlin-friedlich-und-mit-wenig-chaos

    War nett und die Zahlen der Taxi Times sind optimistischer Natur: Der Olympische Platz bietet im Zentrum Raum für etwa 600 Fahrzeuge, dazu kamen drei weitere Reihen à 45 Taxis auf den Fahrbahnen am Rand des Platzes. Der Korso startete also mit etwa 800 Fahrzeugen.

    Bemerkenswert ist der Stellenwert, welche sie inoffizielle Taxi Gruppe Berlin hat, denn sie kann inzwischen besser mobilisieren als die offziellen Verbände.

    3. März 2020 von Axel Rühle - Bei leichtem Nieselregen versammelten sich heute Vormittag geschätzt 1.500 Taxis vor dem Olympiastadion in Berlin-Westend zu einer Demo, um mit einem Taxi-Korso durch die westliche Innenstadt zum Flughafen Tegel zu fahren. Aufgerufen hatten dazu nicht die Verbände, sondern Mitglieder der „Facebook“-Gruppe „Taxi-Gruppe Berlin“.
    ...
    Zeitgleich und mit der gleichen Maßnahme protestierten Taxikollegen im benachbarten Schönefeld, wo der zweite Hauptstadtflughafen südlich der Stadtgrenze liegt, dessen Gelände direkt an den künftigen (zu kleinen) Großflughafen BER grenzt. Auch hier wurde kurzzeitig die Zufahrt blockiert. In der westlichen Berliner Innenstadt kam es erwartungsgemäß zu langen Staus, die sich gegen 15 Uhr aufzulösen begannen.


    Carsten Reichert (links) aus dem Vorstand der Berliner Taxi-„Innung“ (hier mit seinem Kollegen Mariusz Kramer).


    Heso Welat im Gespräch mit Hermann Waldner, Vizepräsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e. V.


    Auch fehlende Online-Wegstreckenzähler für Mietwagen und die abgeschaffte Ortskundeprüfung für deren Fahrer sind Sargnägel des Taxigewerbes.

    #Berlin #Taxi #Demonstration #Facebook

  • Pariser Taxizentrale kann sich gegenüber Mietwagen behaupten
    https://www.taxi-times.com/pariser-taxizentrale-g7-kann-sich-gegenueber-konkurrierenden-mietwagen-b

    6. März 2020 von Wim Faber - Bei einem Zusammentreffen mit den angeschlossenen Fahrern der Taxizentrale hatte G7 Chef Nicolas Rousselet positive Neuigkeiten mit im Gepäck. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre konnte die Anzahl der vermittelten Fahrten um 28 Prozent gesteigert werden.

    G7 ist derzeit die größte Pariser Taxizentrale und hat sich mit Erfolg dem Wettbewerb durch VTC-Mietwagen (Voiture de Transport avec Chauffeur) gestellt. G7 sind aktuell rund 9.000 Fahrer angeschlossen. Vergangenes Wochenende dankte Rousselet seinen Fahrer und internen Teams, die alle zwei Jahre zusammenkommen. 

    „Vor vier Jahren war das Klima nicht mehr dasselbe. Wir fragten uns, ob sich unser Berufsstand halten würde“, erinnert sich Rousselet. „Die Konkurrenz mit den VTC-Fahrzeugen hat uns angegriffen. Seitdem haben die Fahrer von G7 die Messlatte höher gelegt, indem sie auf mehr Qualität achteten und mit festen Tarifen (ohne Price Surging wie beim Wettbewerb) und Fixpreise für bestimmte Strecken überzeugten. Mit der G7-App wurde eine App geschaffen, die es auch Winkern erlaubt ohne zusätzlich 4 Euro für die Anfahrt zu entrichten ihre Touren zu bezahlen“, sagt Nicolas Rousselet.

    Damit das Taxi in Paris weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt, rät die Taxizentrale G7 ihren angeschlossenen Fahrern, Anzug und Krawatte zu tragen. Zudem soll ein Angebot an Getränken den Service verbessern. Das wurde zwar anfangs auch von Uber & Co. so gemacht, nimmt aber derzeit stetig ab. Zusätzlich setzt sich Rousselet auch für den vermehrten Einsatz von Hybridfahrzeugen ein. Deren Anteil von derzeit 40 Prozent in der Taxiflotte soll schon im kommenden Jahr auf 50 Prozent gesteigert werden. Weiterhin sollen in diesem Jahr 25 neue Inklusionstaxis auf die Straße kommen. Insgesamt werden dann von G7 150 Rollstuhltaxis vermittelt.

    #Taxi #Frankreich #Paris